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Q&A: Rick Wakeman über seine Solokarriere und Yes

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Rick Wakeman InterviewDer Keyboard-Zauberer spricht über seine Solowerke und ARW-Platten, Yes, das Covern von ›Bohemian Rhapsody‹…und den Zustand seines Darms.

Text: Fraser Lewry

Rick Wakeman ist ein sehr beschäftigter Mann. Im Juli flog er nach Südamerika, um mit einem kompletten Orchester in Santiago und Buenos Aires aufzutreten. Dazu hat er gerade sein Album PIANO ODYSSEY veröffentlicht, auf dem er Songs aus seiner Solokarriere und von Yes neu bearbeitet und die Beatles, David Bowie und Queen covert. Dieser Tage er­­scheint ein Live-Album von Yes featuring ARW, das in diversen Formaten erhältlich ist. Und dann geht er auf seine eigene Tournee, bei der er Songs von seiner Soloplatte spielen wird.

Unterdessen führt er seine zweite Karriere als leicht schräger Twitter-Star fort und erfreut das Internet mit Details über seine Darmaktivität sowie Neuigkeiten von seinen Katern George und Harry. Wir unterhielten uns mit dem Maestro, während er für einen weiteren Flug die Koffer packte.

Was brachte dich dazu, ein Sequel zu PIANO PORTRAITS zu veröffentlichen?
Wenn jemand noch ein Album in dieser Art macht, funktioniert es unweigerlich nicht. Und manchmal schädigen diese Nachfolger sogar den Ruf des Originals. Das ist schwierig, aber die Erste hat mir viel Spaß gemacht und ich befasste mich dann mit einigen der Stücke, die ich noch nicht gemacht hatte, weil sie am Klavier nicht genug herausragten. Alles begann mit ›Bohemian Rhapsody‹.

Du hast dann Brian May ins Boot geholt.
Ich weiß, dass Brian nicht gerade begeistert war von einigen Cover-Versionen anderer Leute – und das ist diplomatisch formuliert! Ich fand, ich brauchte wirklich gute Streicher und einen Chor. Und das funktionierte besser, als ich es mir je vorstellen konnte. Aber ich machte mir ganz schön Sorgen, denn ich weiß, was das für Queen und Queen-Fans bedeutet. Aber Brian liebte es und sagte, Freddie hätte es grandios gefunden. Diesen Segen von ihm zu bekommen bedeutet mir sehr viel. Ich hatte die große Gitarrenpassage in einen Wiener Walzer verwandelt, und er fügte dann eine halb klassische, halb als Flamenco gespielte akustische Gitarrenpassage hinzu, was wohl der Cameo-Auftritt meiner Karriere war. Es ist fantastisch!

Wieso haben Yes featuring ARW ein Live-Album veröffentlicht?
Mit Handykameras wird heute alles gefilmt. Da ist so viel Müll auf YouTube – der Klang ist furchtbar und es sieht genauso furchtbar aus. Also fanden wir es wichtig, einfach ein Dokument zu machen von dem, was wir tun, mit wirklich gutem Sound und visuell anspruchsvoll. Das ist ein Dokument eines Teils der kurzen Geschichte von ARW.

„Ich habe kein Problem mit Steve und seiner Band. Sie tun, was auch immer Steve will, und das ist völlig in Ordnung. Aber ich sehe mir nicht an, was sie da tun, denn es interessiert mich nicht im Geringsten.“

Wie läuft es mit neuer Musik von ARW?
Langsam. Trevor [Rabin], Jon [Anderson] und ich leben 10.000 Kilometer voneinander entfernt, Trevor und Jon 1.600 Kilometer voneinander, also nehmen wir hier und da mal Stücke auf und schicken sie einander zu. Ich denke nicht, dass es heute noch eine große Nachfrage nach ganzen neuen Alben gibt, aber wenn wir ein Boxset machen könnten mit altem und neuem Material, unveröffentlichten Sachen und Interviews, auf DVD, wäre das ein guter Weg. Wenn du mal unser Alter erreichst, willst du im Wesentlichen ein Statement dazu abgeben, wie du dahin gekommen bist, wo du dich befindest.

Und wie steht’s mit dem von Steven Wilson gemixten Boxset aus Yes-Alben?
Das sind Dinge, die das Label macht, und zwar definitiv ohne Rücksprache mit irgendjemandem. Die Platten sind gut und Wilson ist ein kluger Junge, aber dann schickt dir die Plattenfirma nicht mal ein Exemplar davon. Sie sagen dir im Grunde genommen, dass du es dir kaufen sollst, wenn du es haben willst.

Du bist zum 50. Jubiläum des ersten Konzerts von Yes im Whisky A Go Go in Los Angeles mit ARW erneut dort aufgetreten.
Wir fanden, es wäre lustig, denselben Eintrittspreis zu verlangen wie damals bei unserer ersten Show: zwei Dollar, kein Vorverkauf, einfach anstellen und reinkommen. Da ist kaum Platz, aber es ist wichtig, Spaß zu haben. Es ist schön, sich mal der Organisation zu entledigen und für ein bisschen Chaos zu sorgen.

Ist es nicht seltsam, dich in einer Situation wiederzufinden, wo zwei verschiedene Versionen von Yes dasselbe Jubiläum unterschiedlich feiern?
Ich finde es lächerlich. Ich habe kein Problem mit Steve [Howe] und seiner Band. Sie tun, was auch immer Steve will, und das ist völlig in Ordnung. Aber ich sehe mir nicht an, was sie da tun, denn – und ich sage das im nettesten Sinne – es interessiert mich nicht im Geringsten. Ich finde, die ganze Situation ist einfach kompletter Wahnsinn. Und ich habe schon immer gesagt, dass ich den Namen nicht verwenden will. Ich war immer der festen Überzeugung, dass wir als ARW eine Marke er­­schaffen, die zwar Musik von Yes spielt, aber sich in Richtung Musik von ARW entwickelt.

Gibt es da vielleicht auch ein Gefühl, dass, ähnlich wie bei klassischer Musik, die Hauptsache ist, dass die Musik von Yes überhaupt live gespielt wird, und nicht von wem?
(Lange Pause) Das ist eine interessante Frage. Wenn man mal unser Alter erreicht hat, sind wir alle Tribute-Bands. Im Wesentlichen finde ich, dass wer auch immer die Band ist, die Musik auf dem höchstmöglichen Niveau ge­­spielt werden sollte, um zu vermitteln, wofür diese Musik und die Band ursprünglich standen. Ich denke, das tun wir.

Für diejenigen unter unseren Lesern, die dir nicht auf Twitter folgen: Wie geht es deinem Darm?
Fantastisch! Ich liebe grünes Gemüse und koche gerne Gemüsesuppen. Der Vorteil ist, dass sie durch dich durchrauschen wie ein Ferrari. Twitter ist urkomisch, und ganz selten schreibe ich auch mal was Ernsthaftes. Ich stelle mir gerne vor, dass man das bemerkt, weil der Rest einfach nur komplett dumm ist.

Anfang 2017 sagtest du, Donald Trump könnte ein guter Präsident sein, wenn er die richtigen Leute um sich hätte. Wie siehst du das heute?
Er teilt die Meinungen, als gäbe es kein Morgen, aber er hat Dinge erreicht, von denen niemand dachte, dass sie menschenmöglich waren. In einem Moment sagt er furchtbare Dinge über den nordkoreanischen Präsidenten, im nächsten sieht man sie Arm in Arm, und das ist et­­was, das frühere Präsidenten und Spitzenpolitiker nicht geschafft haben. Seine Methoden sind vielleicht nicht sehr orthodox, aber man muss eingestehen, dass er in mancher Hinsicht Ergebnisse vorweisen kann. Das ist urkomisch! Ich würde ihn sehr gerne treffen.

Werkschau: Josh Homme

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PortraitsVon Kyuss bis zu Queens Of The Stone Age, von Eagles Of Death Metal bis zu Them Crooked Vultures und diversen Projekten: Edelsteine pflastern seinen Weg. Frisch poliert und ins rechte Licht gerückt.

Einen profilierteren zeitgenössischen Musiker als Josh Homme zu finden, dürfte schwer werden: Seit Gründung der Doom-Avatare Kyuss im Jahr 1987 war der Kalifornier die treibende Kraft hinter den Stoner-Königen Queens Of The Stone Age, dem experimentellen Kollektiv The Desert Sessions, der Garagen-Thrash-Combo Eagles Of Death Metal und noch dazu Mitglied der Supergroup Them Crooked Vultures. Ganz zu schweigen von all den Projekten, die er mit Hochkarätern wie Trent Reznor, den Foo Fighters, Masters Of Reality, Primal Scream, Mastodon und Mondo Generator auf die Beine stellte.

Falls es ein gemeinsames Bindeglied zwischen all diesen ruhelosen Wanderungen geben sollte, dann ist es sicherlich Hommes ausgeprägte Neugier auf neue Klänge und Texturen. Und: Homme weiß, wann der Zeitpunkt gekommen ist, weiterzuwandern. Als er 1995 Kyuss urplötzlich das Lichtlein ausblies, sagte er: „So was tut man besser, während es noch gut läuft und bevor man zusehen muss, wie es den Bach runtergeht.“

Kyuss sorgten erstmals für Furore, als sie nächtliche „Generator-Parties“ veranstalteten, für die sich Homme und seine Gäste in einen abgelegenen Winkel der Wüste zurückzogen, ein Stromaggregat anwarfen und bis zum Sonnenaufgang improvisierten. Ihr zweites Album, BLUES FOR THE RED SUN, wurde 1992 aufgenommen, als Homme gerade erst 19 Jahre alt war, und avancierte mit seinen bebenden Gitarrenriffs zu einem Schlüsseltext der Stoner-Rock-Bibel.

Zwei Alben später waren sie verschwunden. Homme begleitete die Screaming Trees als Tour-Gitarrist, bevor er in der Mojave-Wüste seine Desert Sessions abhielt, eine Reihe spontaner Jam-Sessions mit Mitgliedern von Monster Magnet, Soundgarden und Kyuss. Einmal währte der Magic-Mushroom-Rausch mehrere Tage…

1996 gründete er die Queens Of The Stone Age, dem grandiosen Debüt folgte 2000 das mitreißende RATED R. Drei Alben später, begleitet von weiteren Veröffentlichungen der Eagles Of Death Metal sowie dem überbordenden Debüt des Allstar-Projekts Them Crooked Vultures mit Dave Grohl und John Paul Jones, zeigt Homme noch immer keine Ermüdungserscheinungen. Ein neues QOTSA-Album wird im Sommer erscheinen. Gerüchten zufolge, soll es recht „speziell“ sein, selbst nach Hommes Maßstäben. „Musik ist niemals falsch“, hat er einmal gesagt: „Vielleicht magst du sie nicht, aber sie ist dennoch nicht falsch. Sie ist einfach der großartigste Weg, etwas auszudrücken.“

Unverzichtbar

Kyuss – BLUES FOR THE RED SUN
DALI, 1992

Kyuss - Blues For The Red SunSeinerzeit angepriesen als eine „frische Bong-Ladung kraftvoller, schweißtreibender und langhaariger musikalischer Rettung“, ist Kyuss’ zweites Album ein Meilenstein des Stoner Rock. Der erdbebengleiche Sound wird von der donnernden Rhythmus-Sektion aus Nick Oliveri und Brant Bjork ebenso angetrieben, wie von Hommes tiefergelegter Gitarre. Songs wie ›Green Machine‹ und ›Mondo Generator‹ zitieren den unorthodoxen Lärm von Black Flag und den Brad Brains sowie Black Sabbath und Blue Cheer. Die durchgeknallten Texte sind Nebensache. Der kommerzielle Erfolg hielt sich zwar in Grenzen, doch der Einfluss auf den Metal der Post-Grunge-Ära war unermesslich groß.

Queens Of The Stone Age – SONGS FOR THE DEAF
INTERSCOPE, 2002

QOTSA - Songs For The DeafDass bei diesem Konzeptalbum über eine Reise durch die kalifornische Wildnis, unterbrochen von parodistischen Kleinstadt-radio-Sendungen, befreundete Schwergewichte wie Mark Lanegan, Dave Grohl und Lux Interior mitmischten, unterstreicht Hommes unverkrampften Ansatz, Musik zu machen. Ironischerweise markierte dieses Album den Durchbruch für die Queens Of The Stone Age und platzierte sich sowohl in den deutschen und britischen Top 10, als auch in den US-Top 20. Grohls muskulöses Schlagzeugspiel treibt die ganze Sache vorwärts, ›No One Knows‹ und ›Go With The Flow‹ gerieten zu nahezu perfekten Fusionen aus rauen Melodien und granithartem Rock.

Wunderbar

Kyuss – WELCOME TO SKY VALLEY
ELEKTRA, 1994

Kyuss - Welcome To Sky ValleyDer Nachfolger von BLUES FOR THE RED SUN markierte den Wechsel zu einem Major-Label. Josh Homme hatte noch dazu eine ganz neue Schrulle entwickelt: Um den Space-Rock-Appeal seiner Band zu betonen, teilte er Songs in mehrere Akte, die Titel wie ›Asteroid‹, ›Space Cadet‹ und ›Odyssey‹ trugen. Letzterer bot alles, was den klassischen Kyuss-Sound ausmachte: Gitarrenbreitseiten aus der Wüste, umwerfend kraftvolle Rhythmen, seltsam psychedelische Passagen und ellenlange Melodielinien. Das letzte wirklich große Werk von Kyuss.

Queens Of The Stone Age – QUEENS OF THE STONE AGE
LOOSEGROOVE, 1998

QOTSA - Queens Of The Stone AgeEigenartig, warum Homme das QOTSA-Debüt als „Roboter Rock“ bezeichnete. Tatsächlich war es der Versuch, dem weitschweifigen Sound von Kyuss ein kompakteres Klangbild zu verpassen, fokussiert auf harte Riffs, Fuzz-Gitarren und ein staubiges Wüstenambiente. Seine Qualitäten als Songwriter stellte Homme mit ›Regular John‹, dem poppigen ›You Would Know‹ und ›Walkin’ On The Sidewalks‹ unter Beweis. Mit ›You Can’t Quit Me Baby‹ ließ er eine überragende Jam-Session vom Stapel, ergänzt um impressionistischen Gesang und freiformale Rhythmen.

Queens Of The Stone Age – RATED R
INTERSCOPE, 2000

QOTST - Rated RMit dem zweiten Album gelang QOTSA zwar nicht der ganz große Durchbruch, aber immerhin waren kleinere Hits wie ›The Lost Art Of Keeping A Secret‹ und das unwiderstehliche ›Feel Good Hit Of The Summer‹ an Bord. Letzteres, mit Rob Halford als Background-Sänger, wurde nach einer Dreitagesparty geschrieben und drehte sich nur um Drogen. Die Screaming Trees Mark Lanegan und Barrett Martin sorgten für einen psychedelischen Touch, doch grundsätzlich prallte hier der metallische Furor von Kyuss auf Hommes melodischere und experimentellere Seite.

Them Crooked Vultures – THEM CROOKED VULTURES
INTERSCOPE, 2009

Them Crooked VolturesAls man dachte, Supergroups seien mausetot, kamen Them Crooked Vultures um die Ecke. Die Kombination aus Homme, John Paul Jones und Dave Grohl hätte in eine Manifestation der Eitelkeit münden können, funktionierte allerdings viel besser, als man zu hoffen gewagt hatte. Mit Homme als Sänger und Gitarrist entstand ein Album voller Querverweise an QOTSA, die Foo Fighters und den Clavinet-Sound Led Zeppelins, ergänzt um Psychedelic der 60er Jahre, James Brown mit Turboaufladung und sogar Anleihen bei David Bowies Berlin-Ära.

Anhörbar

The Desert Sessions – VOL. 7 & 8: GYPSY MARCHES / CAN YOU SEE UNDER MY THUMB?
SOUTHERN LORD, 2001

Desert Sessions - Vol.7Aus den zehn zwischen 1997 und 2003 aufgenommenen Desert Sessions ist GYPSY MARCHES die beste Wahl, denn hier kommt Hommes Idee der kollektiven Improvisation mit gleichgesinnten Freunde zu voller Blüte. Eingespielt auf seiner Ranch in Joshua Tree, entstanden schräge Songs voll orientalischer Exotik. Mark Lanegan besingt mit gravitätischer Stimme den ›Hanging Tree‹, weitere Perlen sind ›The Idiot’s Guide‹ und ›Don’t Drink Poison‹. Klingt summa summarum wie eine Garagenband auf LSD-Trip im Mondenschein.

Eagles Of Death Metal – DEATH BY SEXY
DOWNTOWN, 2006

Eagles Of Death MetalHommes Kollaboration mit seinem Schulfreund Jesse Hughes war die perfekte Gelegenheit, die gemeinsame Liebe zum sleazigen Rock auszuleben. Auf dem zweiten und besten ihrer bisherigen drei Alben verlustieren sie sich mit Songs über miese Frauen und noch miesere Moralvorstellung-en. Hommes Süße, Brody Dalle, lässt die Temperatur weiter steigen, ebenfalls dabei sind Jack Black, Mark Lanegan, Liam Lynch sowie die QOTSA-Kumpels Joey Castillo und Troy van Leeuwen. Echte Steherqualitäten haben das angemessen ölige ›I Want You So Hard (Boy’s Bad News)‹ und die Elvis-Parodie ›Chase The Devil‹.

Queens Of The Stone Age – ERA VULGARIS
INTERSCOPE, 2007

QOTSA - Era VulgarisDie trüben Klänge des 2005er-Albums LULLABIES TO PARA-LYZE waren das Nachspiel zu dem, was Homme den Tief-punkt ihrer Karriere nannte. Ganz anders ERA VULGARIS, das mutig, kraftvoll und innovativ klang. Bösartige Beats wurden zu pumpenden Rhythmen verkettet, die geradlinigen Songs brillierten mit furiosen Gitarren-licks und einem frisch entdeckten Hang zu scharfkantiger Electronica. Mark Lanegan verstärkte auch dieses Album, das Homme in seiner unnachahmlich rätselhaften Art so beschrieb: „Dunkel, hart und elektrisch wie ein Bauarbeiter.“

Sonderbar

Kyuss – WRETCH
DALI, 1991

maxresdefaultNach der vielversprechenden Acht-Song-EP SONS OF KYUSS deutete das Debüt zwar in die richtige Richtung, konnte die Erwartungen aber nicht erfüllen. Selbst die herausragenden Stücke ›Son Of A Bitch‹ und ›The Law‹ leiden unter der dünnen Produk-tion, die Gitarre klingt kratzig, der Bass ist bisweilen komplett un-hörbar. Zudem schafft es WRETCH nicht, die aggressive Intensität zu transportieren, die Kyuss in ihren besten Momenten auszeichnete. Homme hat aber noch weitere Aufnahmen zu verantworten, die nicht so recht funktionieren, etwa Kyuss’ finales, ziemlich lustloses Album …AND THE CIRCUS LEAVES TOWN.

Neuheiten: Ab heute im Plattenladen

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The Nude Party promo 2019Mit den neuesten Werken von The Nude Party, Paul Gilbert, The Heavy und einem Live-Album von Entombed startet es sich ausgezeichnet und bestens ausgestattet ins Wochenende.

Auf seinem neuesten, hauptsächlich instrumentalen Album konzentriert sich Virtuoso Paul Gilbert auf Technik und Gitarrenhandwerk:

Hier geht’s zur Review…

Wer mal wieder lockeres 60s Flair im Player haben möchte, der sollte sich The Nude Party zu Gemüte führen:

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2016 brachten Entombed ihr Kultalbum CLANDESTINE in voller Länge live auf die Bühne. Das Ergebnis gibt es jetzt auf Platte:

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The Heavy mischen Funk, Soul, Rock und Hip Hop zu einem genuinen Potpourri, das sofort zum Tanzen animiert:

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Video-Premiere: Ida Mae mit ›My Girl Is A Heartbreak‹

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Ida Mae VideoIm Juni kommt das Debüt von Chris Turpin und Stephanie Jean alias Ida Mae. In München haben die beiden ein Video zum Song ›My Girl Is A Heartbreak‹ aufgenommen.

„Wir wollten etwas Einfaches und Ehrliches und Raues machen“, sagt Chris Turpin über CHASING LIGHTS, sein am 7. Juni erscheinendes erstes Album mit dem britischen Duo Ida Mae. „Wir wollten es auf unsere Art machen, ohne Kompromisse.“

Das Ergebnis ist eine Mischung aus alten Blues-, Jazz- und Rockeinflüssen und modernen Elementen wie Drummachine und Synthesizer.

Im Rahmen der „Monaco Sessions“ in München spielten Turpin und seine Frau und musikalische Partnerin Stephanie Jean jetzt eine reduzierte Version von ›My Girl Is A Heartbreak‹.

Ida Mae mit ›My Girl Is A Heartbreak‹:

Paul Gilbert – BEHOLD ELECTRIC

Paul Gilbert BEHOLD ELECTRIC GUITAR

Am lokalen Bauernmarkt zahle ich meine frischen Eier immer nach Stückzahl. Wenn man Rockmusikalben auch nach Anzahl der enthaltenen Gitarrennoten bezahlen müsste, wäre Paul Gilberts neues Soloalbum so teuer wie ein Mittelklassewagen. Unglaublich, was das ehemalige und immer-noch Gitarrenwunderkind hier an Anschlägen in seine zwölf Songs auf der vorliegenden Werkschau für angewandtes Schnellspielen untergebracht hat. Ein in unseren heutigen Zeiten anachronistisches Werk, das hauptsächlich für angehende E-Gitarristen interessant sein könnte. Da hilft es wenig, dass der früher stets schrill gekleidete Mr.Big-Gitarrist auf der bis auf eine Spoken-Word-Ausnahme instrumental gehaltenen Hardrock-Scheibe mit Jazz- und Blues-Anleihen die fehlende Gesangsstimme mit melodischen Gitarrenleads auffüllt. Perfektes Handwerk, mehr nicht.

(Ohne Punktewertung)

Paul Gilbert
BEHOLD ELECTRIC
GUITAR MASCOT/ROUGH TRADE

Entombed – CLANDESTINE LIVE

Todesschwere Nostalgie.

Klar, Entombed sind Kult und ihr 1991er-Album CLANDESTINE ist ein Meilenstein des schwedischen Death-Metal. So gesehen können die Original-Mitglieder kaum et­­was verkehrt machen, wenn sie diesen Klassiker in kompletter Länge auf die Bühne bringen. So geschehen am 12. November 2016 anlässlich des 25-jährigen Jubiläums. Während sich die natürlich entwickelte Version der Band nunmehr als Entombed A.D. durchschlägt, taten sich die drei über die Jahre ausgestiegenen Ex-Mitglieder Alex Hellid (Gitarre), Uffe Cederlund (Gitarre) und Nicke Andersson (Drums) wieder zusammen, um unter dem Original-Entombed-Banner im schwedischen Malmö eben diesen Genre-Klassiker in voller Länge zu zelebrieren. Und das sehr originalgetreu, obwohl mit Sänger Robert Andersson und Bassist Edvin Aftonfalk zwei neue Leute da­­bei waren. Klingt prima soweit. Noch interessanter wäre allerdings die Orchester-Variante gewesen, die ebenfalls an diesem Abend aufgeführt wurde.

6 von 10 Punkten

Entombed
CLANDESTINE LIVE
THREEMAN RECORDINGS

The Nude Party – THE NUDE PARTY

The Nude Party

60er Sause

Es geht der 2012 in North Carolina ge­­gründeten Band nicht um eine schnelle Spaßnummer. Die sechs Mitglieder können mit ihren Instrumenten umgehen, schreiben eingängige Songs, gehen es unkompliziert an, kennen die Klassiker aus den späten Sixties. Sänger Patton Magee hat sicher viel Mick Jagger gehört. Der insgesamt sehr auffällige Keyboarder Don Merrill könnte der Sohn von Ray Manzarek sein. „It don’t look good but it feels alright“, skandiert Magee lustvoll, die Ansage setzt sich im Nu fest. In ›Chevrolet Van‹ kommt eine Pedal Steel zum Einsatz, der Gesang dazu wirkt urban, erinnert an den von Lou Reed. ›Records‹ ist mordsmäßig melodisch und verweist auf eine Situation, die wir (hoffentlich) alle kennen: „I don’t need your love, I just need my re­­cords“. Ihren Garagenrock garnieren die Newcomer auch mal mit einem politischen Gruß an ›Gringo Che‹ Guevara, die Annäherung an den Western-Twang gelingt in ›Wild Coyote‹ ebenso. Sicher: Man hat das alles schon einmal gehört. Dann aber in anderer Zusammensetzung und nicht (immer) so frisch aus dem Bauch heraus gespielt wie hier. Man kann dazu abtanzen und sich auch entblößen, wenn man will. Wann kann man so etwas sonst schon?

7 von 10 Punkten

The Nude Party
THE NUDE PARTY
NEW WEST RECORDS/PIAS-ROUGH TRADE

Bruce Springsteen: Neue Single ›There Goes My Miracle‹ ist da

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Bruce Springsteen There Goes My MiracleDas getragene, mit Streichern luxuriös arrangierte ›There Goes My Miracle‹ ist der zweite Song aus Bruce Springsteens kommendem Album WESTERN STARS.

Zwei Stücke aus Bruce Springsteens WESTERN STARS sind da, und soviel zeichnet sich ab: Es wird ein ungewöhnliches Album für den Songwriter aus New Jersey.

Das Ende April veröffentlichte ›Hello Sunshine‹ ging mit Slide-Gitarre überraschend weit in Richtung Country, ›There Goes My Miracle‹ kommt jetzt mit Streichern, Bläsern, Background-Chören und getragenem Refrain daher. Springsteen singt dazu so klar und geschliffen wie lange nicht.

WESTERN STARS erscheint am 14. Juni, es ist das erste Springsteen-Studioalbum seit HIGH HOPES von 2014. Die E Street Band war diesmal nicht bei den Aufnahmen dabei.

Bruce Springsteen mit ›There Goes My Miracle‹: