Review: The Nude Party – THE NUDE PARTY

The Nude Party

60er Sause

Es geht der 2012 in North Carolina ge­­gründeten Band nicht um eine schnelle Spaßnummer. Die sechs Mitglieder können mit ihren Instrumenten umgehen, schreiben eingängige Songs, gehen es unkompliziert an, kennen die Klassiker aus den späten Sixties. Sänger Patton Magee hat sicher viel Mick Jagger gehört. Der insgesamt sehr auffällige Keyboarder Don Merrill könnte der Sohn von Ray Manzarek sein. „It don’t look good but it feels alright“, skandiert Magee lustvoll, die Ansage setzt sich im Nu fest. In ›Chevrolet Van‹ kommt eine Pedal Steel zum Einsatz, der Gesang dazu wirkt urban, erinnert an den von Lou Reed. ›Records‹ ist mordsmäßig melodisch und verweist auf eine Situation, die wir (hoffentlich) alle kennen: „I don’t need your love, I just need my re­­cords“. Ihren Garagenrock garnieren die Newcomer auch mal mit einem politischen Gruß an ›Gringo Che‹ Guevara, die Annäherung an den Western-Twang gelingt in ›Wild Coyote‹ ebenso. Sicher: Man hat das alles schon einmal gehört. Dann aber in anderer Zusammensetzung und nicht (immer) so frisch aus dem Bauch heraus gespielt wie hier. Man kann dazu abtanzen und sich auch entblößen, wenn man will. Wann kann man so etwas sonst schon?

7 von 10 Punkten

The Nude Party
THE NUDE PARTY
NEW WEST RECORDS/PIAS-ROUGH TRADE

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