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Royal Republic – CLUB MAJESTY

35 Minuten kompletter Wahnsinn

Egal ob im Autoradio, über Kopfhörer, zuhause auf der Anlage oder „live on stage“ – die sympathischen Schweden um Frontmann Adam Grahn sind Lieferanten von gnadenlos guter Laune. Daran ändert sich auch auf Album Nummer vier absolut nichts. Gleich beim furios und energiegeladen eröffnenden ›Fireman & Dancer‹ klingen die Malmöer, als würden hier Danko Jones, Billy Talent, eine 80er-Showband plus ein Mardi-Gras-Spielmanns­zug aus New Orleans aufspielen – und zwar alle gleichzeitig. Klar, derlei kann schon mal etwas anstrengend werden. Hat man sich dem Stimmungs- und Adrenalin-Overkill, den uns das Quartett hier im Drei-Minuten-Takt serviert, jedoch erst einmal geöffnet, lässt es sich schon gleich viel entspannter atmen. Richtig witzig wird es dann beim nun auch noch Disco-Klänge in den Mix hineinwerfenden ›Under Cover‹, dem bluesig-funky pulsierenden ›Flower Power Madness‹, dem rasanten, new-wavigen ›Stop Movin’‹ sowie dem abschließenden, herrlich hektischen Boogie-Rock’n’Roller ›Bulldog‹. Puh. Jetzt erst einmal eine Ambient-Platte zur Erholung. Oder vielleicht CLUB MAJESTY doch nochmal von vorne durchlaufen lassen? Ach, warum nicht? Es sind ja nur 35 Minuten kompletter Wahnsinn…

8 von 10 Punkten

Royal Republic
CLUB MAJESTY
ARISING EMPIRE/WARNER

Kiefer Sutherland: Drei Akkorde und die Wahrheit

Kiefer Sutherland_kuenster_monsterpics_IMG_5495Kiefer Sutherland ist ein Mann mit vielen Talenten, die er nach und nach mit der Öffentlichkeit teilt…

Seit über 30 Jahren gehört der Kanadier zu den pro­filiertesten Schauspielern Hollywoods, mit Filmen wie „Eine Frage der Ehre“, „Young Guns“, „The Lost Boys“, „Die Jury“, „Flatliners“, „Melancholia“ oder „For­saken“, dazu die TV-Serien „24“ oder aktuell „De­­signated Survivor“ auf Netflix, die er auch selbst produziert. Weniger bekannt ist, dass sich der Pferdenarr in den 90ern ein „Zubrot“ als Rodeoreiter verdiente. Vor drei Jahren überraschte der Sohn des Mimen Donald Sutherland seine Fans auch als Musiker – ebenfalls erfolgreich mit erdigem Sound zwischen Country und Rock. Dem Debütalbum DOWN IN A HOLE lässt Kiefer als Songwriter und Texter jetzt das zweite Werk RECKLESS & ME folgen, mit neuen Songs wie ›Open Road‹, ›This Is How It’s Done‹ und ›Song For A Daughter‹. Wir trafen das 52- jährige Multitalent in München zum Interview. 

Kiefer, was hat es mit dem Albumtitel RECKLESS & ME auf sich?
Das Ganze fing an mit einem Song über mein Pferd, das Reckless heißt. Mit ihm habe ich in den 90ern ganz erfolgreich einige Rodeos bestritten. Während des Songwritings war mir plötzlich nicht mehr ganz klar, ob ich hier nun wirklich über mein Pferd schreibe oder doch eher über mich selbst. Es gab bei mir ja schon einige Momente, in denen ich ziemlich „reckless“ gewesen bin, rücksichtslos, leichtsinnig, draufgängerisch. Ich hatte in meinem Leben oft mit mir selbst zu kämpfen. Um mich immer wieder da­­ran zu erinnern, ließ ich mir „Reckless“ auf den Unterarm tätowieren. Jedenfalls wurde am Ende der Song ›Reckless & Me‹ daraus. Ich fand gut, dass man den Text in mehrere Richtungen interpretieren kann. Deshalb entschied ich mich, das Album danach zu benennen.

Wie kamst du bitte zum Rodeo?
Das war während eines Karrieretiefs als Schauspieler. Ich bekam zu jener Zeit nur beschissene Rollen angeboten und suchte mir eine Nebenbeschäftigung. Ich bin sechs Jahre lang aktiv Rodeo ge­­ritten und habe mir dabei jeden einzelnen Finger gebrochen. 1993 wurde ich Profi, war bei Turnieren überall in Amerika und habe auch einige Trophäen gewonnen. 

Zurück zur Musik. Bob Dylan und Johnny Cash sollen zu deinen großen Vorbildern gehören. 
Ja. Sie haben großen Einfluss auf mich gehabt, schon von kleinauf habe ich ihre Musik gehört. Besonders das Dylan-Album NASHVILLE SKYLINE, an dem Johnny Cash maßgeblich be­­teiligt war. Bob wohnte während der Aufnahmen bei Johnny Cash im Haus und Cash nannte ihn den größten Songwriter unserer Zeit. Die beiden haben sich gegenseitig bewundert. Was ich an alten Countryhelden wie Johnny Cash, Hank Williams, Merle Haggard und Waylon Jennings liebe, ist, dass sie oft über sich selbst schrieben und zwar auf schonungslos ehrliche Art und Weise. Es ging ums Trinken, den Knast, das Leben. Nichts wurde beschönigt. Ihre Storys haben mir oft Trost gespendet, wenn ich mal wieder zuviel getrunken hatte, mich einsam fühlte und es mir, warum auch immer, nicht gut ging. Countrymusik – das bedeutet drei Akkorde und die Wahrheit! So will ich es auch halten. 

Dieser Sound hat eine ganz besondere Wirkung. 
Countrysongs zu hören oder zu singen, ist wie zum Psychiater gehen, nur nicht so teuer!

Wie kamst du als Schauspieler zur Musik?
Alles begann 2002, als ich mit einem Kumpel namens Jude Cole ein kleines Label namens Ironworks gründete, auf dem wir einige Platten anderer Sänger veröffentlichten. In den letzten 15 Jahren habe ich immer wieder Songs ge­­schrieben, allerdings nie für mich selbst, sondern für andere Künstler. Ich wollte kein eigenes Album machen, denn ich war mir der Vorurteile bewusst, die es bezüglich Schauspielern gibt, die plötzlich meinen, auch singen zu müssen. Irgendwann habe ich dann angefangen, mit Freunden in Bars zu spielen. Dabei gab es eine Regel: Die Bars mussten mindestens 50 Meilen außerhalb von Los Angeles liegen, da­­mit ich sicher sein konnte, dass keine Musikkritiker da waren (lacht). Einmal kam Jude vorbei, um uns zu hören. Er meinte, dass ihm drei meiner Lieder besonders gut gefallen und ich sie im Studio aufnehmen solle. Meine erste Reaktion war: nein! Dann nahmen wir einige Drinks und als er mich nochmal fragte, sagte ich: okay!

Deine raue Stimme passt hervorragend zu deinem Sound. 
Danke. Meine Stimme verdanke ich Whisky, Zigaretten und der Zeit. Ich denke, man hört ihr an, dass ich in meinem Leben schon so einiges mitgemacht habe (hustet).

Du bist als Musiker viel auf Tour, nimmst die Sache ernst. Erinnert dich das Performen auf der Bühne an Theaterarbeit? Beim Filmdreh hast du ja kein Publikum…
Publikum ist die einzige Gemeinsamkeit von Musik und Theater. Auf der Theaterbühne spiele ich eine Rolle und spreche einen fremden Text. Beim Theater muss man sich streng an Re­­geln und Abläufe halten, die Zuschauer müssen sitzenbleiben. Als Musiker möchte ich, dass die Fans tanzen. Da bin ich viel freier und spiele auch keine Rolle, sondern bin ich selbst. Als Musiker kann ich durch meine Songs Seele zeigen. 

Als Filmstar hast du sicher auch Kontakt zu berühmten Musikerkollegen. Holst du dir da manchmal Tipps?
Ich kenne zwangsläufig den einen oder anderen berühmten Rockstar, Slash etwa, ein cooler, netter Kerl. Aber über meine Musik spreche ich nur mit meiner Band und meinem Produzenten. Ich will niemand anderen damit belästigen.
 
Aber es gibt sicher Musiker, die du bewunderst.
Ganz besonders Eric Clapton. Mit ihm habe ich eine irre Story erlebt. Es war Ende der 80er. Ich hatte gerade den Western „Young Guns“ mit Charlie Sheen und Emilio Estevez abgedreht und war in Europa, um Werbung dafür zu machen. Das Filmposter hatte ein Starfotograf namens Terry O’Neill angefertigt. Mit ihm war ich in London zum Essen verabredet – und plötzlich stieß Eric Clapton dazu, mit dem Terry gut befreundet ist. Ich traute meinen Augen kaum. Irgendwann fragte mich Eric, ob ich noch auf ein cooles Konzert gehen wolle. Ich sagte, na klar. Wir fuhren zur Royal Albert Hall, direkt zum Backstagebereich. Wir gingen hinter die Bühne und unterhielten uns weiter. Ich dachte mir nichts weiter. Plötzlich kam ein Roadie auf Eric zu, hängte ihm eine Gitarre um und fragte: ,Are you ready?‘ Eric antwortete: ,yes‘ – es war sein eigenes Konzert! Er hatte das mit keiner Silbe erwähnt (lacht). Eine coolere Geschichte werde ich in meinem Leben wohl nicht mehr erleben. Eric Clapton is one badass motherfucker… 

Eines hast du übrigens mit Eric Clapton gemein: Es heißt, du wäschst deine Wäsche auch selbst… 
Das stimmt. Ich mache das nicht gern, aber ich mache es. In Köln war ich an einem Day-off sogar mal in einem Waschsalon. Meine Freunde glauben immer noch, das Rockstarleben auf Tour sei total glamourös, aber ganz ehrlich, das Gegenteil ist der Fall. Und trotzdem macht es mir großen Spaß.

Geddy Lee: Rush-Legende stellt in Hamburg „Book Of Bass“ vor

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Geddy Lee (nur für Buchvorstellung)Geddy Lee hat ein neues Buch samt Interviews mit Kollegen wie John Paul Jones, Adam Clayton oder Bill Wyman. Im Juni präsentiert er es bei einer Autogrammstunde.

Geddy Lee kommt nach Hamburg. Allerdings nicht mehr als Sänger und Bassist der kanadischen Prog-Größen Rush, sondern als Buchautor. Am 15. Juni stellt er ab 16 Uhr in der Buchhandlung Sautter + Lackmann „Geddy Lee’s Big Beautiful Book Of Bass“ vor.

Dann gibt es auch die Möglichkeit, sich sein eigenes Exemplar gleich direkt signieren zu lassen. Das Buch kann ab sofort bei Sautter + Lackmann vorbestellt werden (was eine signierte Ausgabe garantiert) und liegt dann zur Autogrammstunde im Laden bereit.

Zusammen mit Co-Autor Daniel Richler macht Lee seine Leser im „Book Of Bass“ mit über 250 Instrumenten aus seiner Basssammlung bekannt. Die Fotos dazu stammen von Richard Sibbald.

Für das Buch hat der Musiker außerdem zahlreiche Kollegen wie John Paul Jones (Led Zeppelin), Adam Clayton (U2), Robert Trujillo (Metallica), Jeff Tweedy (Wilco), Bill Wyman (The Rolling Stones), Les Claypool (Primus) und Bob Daisley (Rainbow) interviewt.

Dazu enthält „Geddy Lee’s Big Beautiful Book Of Bass“ eine Zeitleiste zur Geschichte des Instruments und ein Vorwort vom Rush-Bandkollegen Alex Lifeson.

15.06. HAMBURG
SAUTTER + LACKMANN
(ADRESSE:  ADMIRALITÄTSTR. 71/72, 20459 HAMBURG)
Beginn: 16 Uhr

Black Sabbath: Ozzy Osbourne hofft auf „einen letzten Gig“ mit Bill Ward

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Black Sabbath Bill Ward ShowOzzy Osbourne sagt, die finalen Shows mit Black Sabbath seien „bittersüß“ gewesen. Jetzt denkt er über ein Reunion-Konzert mit Bill Ward nach.

Auch wenn Schlagzeuger Tommy Clufetos bei den Abschiedskonzerten von Black Sabbath bis 2017 einen großartigen Job gemacht habe, seien die Auftritte „bittersüß“ gewesen, wie Ozzy Osbourne jetzt in einem Interview mit Kerrang verraten hat.

Der Grund: das Fehlen des ursprünglichen Drummers der Band, Bill Ward. Der hatte für die Abschiedstour abgesagt, weil ihm ein „nicht unterzeichenbarer“ Vertrag vorgelegt worden sei, wie Ward damals sagte.

„Es gefiel mir nicht, dass Bill Ward nicht dabei war“, sagt Osbourne jetzt. „Die Leute gaben mir die Schuld daran, aber so war es ganz ehrlich nicht. Wir hatten nur einfach keine verdammte Zeit, rumzuhängen, wir mussten in Schwung kommen. Aber es tut mir leid, dass das mit Bill nicht geklappt hat.“

Sie hätten Black Sabbath zu viert gestartet, so Osbourne (neben ihm waren das Ward, Geezer Butler und Tony Iommi), „es hätten auch wir vier sein sollen, die es zu Ende bringen“.

Dass es doch noch so weit kommt, schließt er er nicht aus: „Vielleicht wird es eines Tages einen letzten Gig geben, ich weiß es nicht.“

Black Sabbath bei ihrem Abschiedskonzert:

Bruce Springsteen: Neues Album und Tour mit E Street Band 2020

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Bruce Springsteen Western StarsIm Juni kommt die neue Soloplatte von Bruce Springsteen. Doch der Songwriter plant daneben auch schon wieder mit der E Street Band.

„Ich werde im Herbst mit der E Street Band aufnehmen, wenn wir damit fertig sind, gehen wir auf Tour.“ Das sagte Bruce Springsteen jetzt in einem Interview mit La Repubblica.

Damit dürfte gewiss sein, dass es kommendes Jahr eine Album und eine Tour Springsteens zusammen mit der E Street Band geben wird. Schon Anfang Mai hatte der Songwriter bei einem Netflix-Event mit Regisseur Martin Scorsese gesagt, er habe Songmaterial für fast ein komplettes Album mit seiner Band.

Am 14. Juni erscheint mit WESTERN STARS Springsteens neues Solowerk. Bisher gab es daraus die beiden Singles ›Hello Sunshine‹ und ›There Goes My Miracle‹ zu hören.

Bruce Springsteens neuer Song ›There Goes My Miracle‹:

Element Of Crime: Köln, Palladium (12.05.2019)

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Element Of CrimeElement of Crime sind die unangefochtenen Meister der Melancholie. Auch nach über 30 Dienstjahren hat sich ihr tief melancholisches Konzept nicht abgenutzt.

Den Auftakt des heutigen Abends macht das Berliner Postpunk-Quartett Isolation Berlin. Während der Hauptact immer wieder durch pure Schönheit besticht, sind die Berliner wiederständiger, geradezu unbequem. Hier will niemand gefallen. Sieben Songs werden geboten, neben lebensmüden Schunklern wie ›Alles Grau‹ (hier passt der Vergleich mit Rio Reiser), wird es mitunter laut und wild, Stücke wie ›Kicks‹ und ›Wahn‹ deuten es an, die Gruppe ist auf den Rausch aus. Element of Crime in unkontrolliert. Der theatralische Vortrag wirkt bisweilen arg affektiert, entziehen kann man sich trotzdem nicht. Bei Element of Crime bleiben Tränen, bei Isolation Berlin zumindest ein mulmiges Gefühl.

Dann betreten Element Of Crime die Bühne. Nur wenige deutsche Bands agieren mit dieser Konstanz und qualitativer Güte. Auf den letzten zwei bis drei Alben passierte musikalisch nicht mehr allzu viel Neues, das hat sich mit der neuen Platte, die den lustigen Namen SCHAFE, MONSTER UND MÄUSE trägt, nochmal verändert. In Nuancen integrieren EOC hier mitunter orientalische Soundwelten, die Stücke sind länger, psychedelischer. Und ein echter Klassiker hat es auch auf die Platte geschafft: ›Wenn es dunkel und kalt wird in Berlin‹ ist eine ebenso erhabene wie melancholische Bestandsaufnahme eines Berliner Lebensgefühls. Dieses Stück werden Sie spielen, genauso wie zehn weitere Songs von der neuen Platte, welche im Jahr 2019 endlich auch digital erschienenen ist.

„Selbst der biedere Büroalltag besitzt in einem Stück von Element of Crime Würde.“

Es ist schon erstaunlich. Ein Anti-Typ wie Regener stakst über die Bühne, rudert mit den Armen, trötet in die Trompete, macht nichts anders als sonst. Und dennoch funktioniert es. Immer wieder. Und immer noch. Im ausverkauften Palladium ist die Gruppe auf der mittleren Strecke ihrer Tour angekommen, das kann man hören. Der Sound ist glasklar, jede Note sitzt. Klar ist das gediegen, klar ist das mittlerweile arg vorhersehbar, doch es ist immer noch wunderschön. Und das bei dieser Monothematik. Eigentlich geht es immer und nur um die Hoffnungslosigkeit des Verlassenwerdens, um die zugehörige Apathie und Schockstarre und den lakonischen Weg heraus. Es ist tiefe Melancholie und Romantik, Musik für das Herz, eingebettet in Shanty-Settings, Seefahrerromantik und Hafenidyll ist es die zeitlose Kraft dieser Stücke, die Regener & Co. ewig weiterleben lässt.

Nachdem der neuen Platte viel Zeit eingeräumt wird, werden immer auch wieder eher selten gespielte Stücke wie ›Nur So‹ („Ich schreibe deinen Namen auf Papier, und falte mir daraus einen schönen Hut, der wird so groß, dass er mich zu beschützen droht/Ich schreibe deinen Namen auf Papier, nur so“) oder ›Robert Zimmermann‹ (Teil des Soundtracks von „Robert Zimmermann wundert sich über die Liebe“ von Leander Haußmann aus dem Jahr 2008) gespielt.

Mit dem bereits erwähnten Berlinstück endet der erste Teil des Abends, es folgen drei Zugabenblöcke. Zeit für Klassiker. ›Weißes Papier‹ macht den Anfang, ein Stück mit den wohl schönsten Zeilen, die je über eine Trennung geschrieben worden sind („Ich nehm‘ deine Katze und schüttel sie aus bis alles herausfällt, was sie jemals aus meiner Hand fraß, später klopf‘ ich noch den Teppich aus. Und find‘ ich ein Haar von mir darin, dann steck‘ ich es einfach ein, nichts soll dir böse Erinnerung sein, verraten was ich dir gewesen bin“).

Das vergleichsweise heitere ›Lieblingsfarben und Tiere‹ führt hinaus, ein Song in dem Regener ungeniert Fachwörter wie Excel Tabellen und Word Dokumente aneinanderreiht. Selbst der biedere Büroalltag besitzt in einem Stück von Element of Crime Würde.

Advertorial: Gewinnspiel – KISS-Paket für Paare

Ihr seid das „hottest Pärchen in the world“?

„I was made for loving you baby, you were made for loving me“ ist das Motto eurer Beziehung? Er ist dein „king of the night time world“ und du seine „headlight queen“? Er fragt dich „Do you love me“ und du antwortest laut und überzeugt mit „ja“?

Ihr zwei seid ein Paar und dazu beide gleichermaßen verrückt nach Kiss? Dann schickt uns ein Foto von euch auf einem der kommenden Konzerte von Kiss bei deren „End Of The Road“-Tour und gewinnt mit ein bisschen Glück eines von drei super Kiss-Partnerpaketen von Bravado.

Die Bundles bestehen aus zwei „I Was Made For Loving You“-Shirts, jeweils eins für Mann und Frau, sowie der neuesten Best-Of-CD KISSWORLD.

Schickt uns einfach eure Bilder mit dem Stichwort „Kiss“ per Mail an verlosung@crmag.de und gewinnt eines der „hottest sets in the world.“ Teilnahmeschluss ist der 19. Juni 2019

Viele weitere Merchandise-Artikel für den Rockfan findet ihr unter: www.bravado.de

Das letzte Wort: Paul Weller im Interview

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Paul Weller InterviewDer „Changingman“ ist wieder da! Wie kaum ein anderer Künstler erfindet sich PAUL WELLER mit jedem Album neu. Das war schon in den 80ern so, bei seinem Wechsel von The Jam (Punk) zu Style Council (Pop). Jetzt kommt der „Godfather Of Britpop“ mit seinem 14. Solowerk TRUE MEANINGS und 14 neuen Songs wie ›May Love Travel With You‹, ›White Horses‹, ›Aspects‹ oder ›The Soul Searchers‹, die größtenteils akustisch, teils mit orchestraler Begleitung eingespielt wurden – ein ganz neues Sounderlebnis für Weller-Fans.

Aus diesem Grund lud uns der „Modfather“, mittlerweile 60, in sein Black Barn Studio in Ripley ein, ein kleines Städtchen im Sü­­den Londons, in dem übrigens Gitarrenlegende Eric Clapton das Licht der Welt erblickte.

Ein schmaler Gang führt zu der schwarzen Holzhütte, in der die Weller-Songs entstehen. Paul ist sichtlich guter Dinge und bittet uns zum Interview ins Aufnahmestudio. Ge­­sprächsthema ist zunächst die kürzlich von Ray Davies angekündigte Reunion der Kinks, neben den Beatles und The Who eine von Pauls absoluten Lieblingsbands.

„Bei aller Liebe: Ich denke, die Kinks haben den Zug verpasst“, meint er. „Bassist Pete Quaife starb vor acht Jahren. Nur mit ihm hätte eine Reunion Sinn ergeben – im Original-Line-up, mit Ray, Dave, Mick Avory und Pete.“ So weit, so gut. Wir sind aber gekommen, um mit ihm über seine Karriere und das neue Album zu sprechen…

TRUE MEANINGS ist dein 14. Album in 26 Jahren Solokarriere. Bist du etwa ein Workaholic?
Nein, das würde ich so nicht sagen. Ich liebe einfach, was ich mache und deshalb schreibe ich viel. Ich würde Musikmachen definitiv als Arbeit bezeichnen, wenn man im Studio ist, Songs ausbrütet und dann aufnimmt – aber es macht eben enormen Spaß. Es ist kein Stress für mich, sondern ein Privileg. Schließlich hat nicht jeder Freude an seiner Arbeit. Viele hassen es, morgens früh ins Büro ge­­hen zu müssen.

Auf dem neuen Werk sind auch orchestrale Sounds zu hören. Für dich als bekennender Beatles-Fan eine Hommage an Phil Spector, der einst LET IT BE opulent produzierte?
Nein, an Phil Spector habe ich dabei nicht gedacht. Ich wollte die Stücke durch Orchestration einfach emotionaler klingen lassen. Im übrigen bin ich kein großer Freund von Spector und dessen Arbeit. Ich fand’s auch scheiße, dass er im Studio Lennon mal eine Knarre an den Kopf gehalten hat – sowas macht man nicht! Und außerdem: was hat Spector denn nach ›River Deep, Mountain High‹ von Tina Turner noch groß bewegt? Klar, die „Wall Of Sound“ hat er in den Sixties erfunden, sich aber danach nie wirklich weiterentwickelt. Und jetzt sitzt er wegen Mordes (an einer Bardame, Anm. d. Autors) im Knast.

„Musik und Mode sind das Fundament meines Lebens.“

Was ist denn eigentlich für dich die „wahre Bedeutung“ von TRUE MEANINGS?
Der Titel passt zur Musik. Das Album ist letztendlich sehr spärlich instrumentiert, mit vielen Akustikparts – TRUE MEANINGS bedeutet für mich: Das, worauf es wirklich ankommt! Ich will mir damit allerdings nicht anmaßen, die wahre Bedeutung des Lebens zu entschlüsseln. Jeder, der das Album hört, soll den Titel für sich interpretieren.

Deine Alben sind soundmäßig immer sehr abwechslungsreich. Machst du das, weil du dich schnell langweilst oder weil du eben so vielseitig interessiert bist?
Wahrscheinlich beides! (lacht) Ich liebe Rock, Soul, Folk, Reggae, Blues und ich wiederhole mich einfach nicht gerne, aber je länger man Musik macht und je mehr Alben man rausbringt, desto größer wird die Herausforderung, etwas wirklich Neues zu schaffen. Ich freue mich richtig, wenn ich merke: Ah, das habe ich noch nie zuvor so gemacht oder gespielt, das ist neu.

Bei deinen Konzerten darf das Publikum auch niemals eine Greatest-Hits-Show erwarten…
Nein, nie! Ich lasse mir bei meinen Konzerten keine Songs diktieren, will nicht bringen, was man von mir erwartet. Ich will mein Publikum viel lieber jedes Mal überraschen – und mich selbst auch. Das Ganze muss für mich interessant bleiben, aber eben auch für meine Fans.

Seit vielen Jahren arbeitest du regelmäßig mit Noel Gallagher zusammen. Auf TRUE MEANINGS ist er auch wieder vertreten, darf aber nicht Gitarre spielen. Warum?
Er spielt auf den Tracks ›Birds‹, ›White Horses‹ und ›Books‹ Harmonium. Weil er das auch gut kann. Gitarre spiele ich ja selber.

Sein Bruder Liam darf bei dir musikalisch scheinbar nie mitmachen. Dabei hast du mal Outfits für sein Modelabel „Pretty Green“ designt…
…die er sogar nach einem meiner Songs benannt hat. (lacht) Im Ernst: Ich mag Liam sehr gerne und Klamotten und Design sind von jeher meine zweite Leidenschaft, von daher bot sich eine Zusammenarbeit an. In meiner Jugend hing ich als „Mod der 70er-Jahre“ entweder in Plattenläden rum oder in Secondhand-Shops. Das hat sich bis heute übrigens nicht großartig geändert. Musik und Mode sind das Fundament meines Lebens. Doch zurück zu Liam: Im Gegensatz zu ihm ist Noel einfach mehr Musiker und Songwriter. Liam ist Sänger und Frontmann. Ich brauche aber einen Musiker (lacht)…