Die kommende Ausgabe von CLASSIC ROCK (hier das Sammelcover für Abonnenten) mit Titelstory über BACK IN BLACK ab 06. Mai im Handel.
Liebe Leser, liebe Abonnenten von CLASSIC ROCK,
außergewöhnliche Zeiten erfordern außergewöhnliche Maßnahmen. Und so müssen wir euch mitteilen, dass leider auch wir auf die derzeitige Ausnahmesituation, verursacht durch die Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Corona-Virus, reagieren müssen. So sahen wir uns gezwungen, die Veröffentlichung unserer nächsten Ausgabe, ursprünglich für den 08. April 2020 vorgesehen, zu verschieben. Der nächste Erscheinungstermin, mit dem dann alles wieder normal weitergeht, ist damit der 06. Mai 2020. Alle Abonnenten seien versichert, dass dies keine Auswirkung auf sie hat. Euer Abonnement verlängert sich automatisch um die eine Ausgabe, die jetzt ausgesetzt wird!
Macht euch keine Sorgen: Wir, wie die Musik, bleiben euch treu.
Mit den besten Wünschen und Grüßen, euer CLASSIC ROCK-Team
Um die Bewohner des Wildparks Waldhaus Mehlmeisel bei Laune zu halten, bekommen sie täglich eine Dosis AC/DC vorgespielt.
Seit Corona-bedingter Schließungen sind die Tiere in Zoos und Wildparks alleine. Um zu verhindern, dass die Tiere aufgrund der Stille allzu scheu werden, setzt Eckard Mickisch, Betreiber des Wildparks Waldhaus Mehlmeisel, auf ein abwechslungsreiches musikalisches Angebot, so berichtet beispielsweise der Spiegel.
So stellten die Tierpfleger täglich eine Playlist zusammen, die dann tagsüber über die Lautsprecher gespielt würde. Vor allem sei es wichtig, alle Frequenzen abzudecken: Um Baby-Geschrei zu imitieren, empfehle sich beispielsweise ein Violinkonzert, für die Simulation von lauten Geräuschen wie Hundegebell brauche man etwas mit „Bums“ wie beispielsweise ›Highway To Hell‹ von AC/DC.
Unsere tierischen Playlist-Vorschläge mit Bums:
W.A.S.P. – ›Animal‹
AC/DC – ›Dog Eat Dog‹
Airbourne – ›Black Dog Barking‹
Led Zeppelin – ›Black Dog‹
Def Leppard – ›Animal‹
Nazareth – ›Hair Of The Dog‹
Sweet – ›Fox On The Run‹
Tygers Of Pan Tang – ›Tyger Bay‹
KISS – ›Creatures Of The Night‹
The Rolling Stones – ›Beast Of Burden‹
Jimi Hendrix – ›Foxy Lady‹
Steppenwolf – ›Born To Be Wild‹
The Sheepdogs – ›Nobody‹
The Cult – ›Brother Wolf, Sister Moon‹
Elvis Presley – ›Hound Dog‹
The Dogs D’Amour – ›I Don’t Want You To Go‹
AC/DC – ›Givin The Dog A Bone‹
Twisted Sister – ›The Beast‹
Motörhead – ›The Wolf‹
Ted Nugent – ›Cat Scratch Fever‹
Thin Lizzy – ›Johnny The Fox‹
T.Rex – ›Tame My Tiger‹
Steel Panther – ›Eyes Of A Panther‹
Monster Truck – ›The Lion‹
Danzig – ›Killer Wolf‹
Metallica – ›Of Wolf And Man‹
Iggy Pop kennt keine Kompromisse. Niemand sonst hat sich mit einer derart unverwüstlichen Konsequenz der Zerstörung hingegeben – der eigenen und der der anderen. Das macht ihn zum herausragenden Exponaten der wichtigsten popkulturellen Strömung der letzten 40 Jahre: Punk. Eine Exegese der Figur Iggy Pop und ihres wichtigsten Werkzeugs, des Körpers.
Er hätte Präsident der Vereinigten Staaten werden können. Jedenfalls behauptet das der englische Musikjournalist Paul Trynka in seiner Iggy-Pop- Biografie „Open Up And Bleed“: Iggy, so wurde es Trynka von dessen ehemaligen Mitschülern und Lehrern offenbar erzählt, sei von seinem einstigen Umfeld so ziemlich alles zugetraut worden, also auch die Präsidentschaft. Allerdings wurde Iggy Pop kein Präsident. Er wurde auch kein Anwalt oder Universitätsprofessor.
Nach bürgerlichen Konventionen betrachtet, wurde der am 21. April 1947 in Muskegon, Michigan geborene James Newell Osterberg, Jr. stattdessen: gar nichts. Damit war er der Erste seiner Art. Und nun ist er auch beinahe der Letzte, denn die meisten, die nach ihm kamen und sich an ihm orientierten, leben nicht mehr. Was er aber dann doch noch wurde und bis heute ist: der Godfather of Punk, was auch eine Art Präsidentschaft ist. Allerdings keine, die er innehätte, wenn er sich auf diesen Titel etwas einbilden oder sich von ihm geschmeichelt fühlen würde. Komplimente und
allzu staatstragende Einordnungen haben ihn stets misstrauisch gemacht. Und genau deswegen stimmt es erst recht: Iggy Pop IST der Pate des Punk, wie die meisten Leute ihn verstehen. Übrigens gar nicht mal in erster Linie musikalisch, doch dafür hat er die vorherrschende Attitüde des Punk gewissermaßen erfunden und mit Leben erfüllt.
Dieser Mann ist ein wandelndes Fuck You mit drei Ausrufezeichen. Die wichtigsten Eckdaten noch mal der Reihe nach: Iggy Pop hat Stagediving erfunden. Er war der erste, der auf der Bühne gekotzt hat, der sich in Glasscherben wälzte, sich mit Begeisterung in Schlägereien mit dem Publikum stürzte, ständig mit seinem Schwanz rumwedelte und so weiter. Er tat all diese Dinge zu einer Zeit, als der vorherrschende Hippie-Zeitgeist jenseits von Peace, Love und Räucherkerzengeschwenke überwiegend eine konstruktive Rebellion gegen das Establishment im Sinne hatte, an deren Ende die Protagonisten der 68er-Kulturrevolution bekanntermaßen durch die Institutionen und bis in höchste Staatsämter marschiert sind.
Ganz im Gegensatz dazu war die Protestform von Iggy Pop und seiner Band, den Stooges, eine ausdrücklich destruktive. Eigentlich war es ganz simpel: Einer Gesellschaft, in der es keine gerechte Verteilung gab, Rassismus alltäglich war und die in Vietnam einen sinnlosen Krieg führte, musste man den Spiegel vorhalten. Iggy & The Stooges antworteten auf Gewalt und Brutalität mit Gewalt und Brutalität. Und der Körper von Iggy Pop war das Schlachtfeld, auf dem dieser Protest im Wesentlichen ausgetragen wurde.
Es gibt nur sehr, sehr wenige Leute, die Körperlichkeit und Intellekt überzeugend in Einklang bringen können. Iggy Pop ist einer davon. Als Performer erreichte er so eine Intensität, die
man nur durch völlige Hingabe erreichen kann: Heute ist dieser wahnsinnige Körper übersäht mit Narben. Die Hüfte ist kaputt, sämtliche Gelenke sind verformt. Iggy war immer bereit, sich selbst zu opfern, ohne mit der Wimper zu zucken. Für was auch immer, meinetwegen auf dem Altar der Kunst. Vielleicht hat er gerade deshalb so lange durchgehalten.
In der Musik, die die Stooges auf ihren ersten beiden Alben veröffentlichten, war kein Licht und keine Schönheit. Sie war in ihrer archaischen Hässlichkeit hoffnungslos und tiefdunkel. Sie war dilettantisch vorgetragen, bewusst stupide gehalten, mit quälend endloser Repetition und atonalen Saxofonpassagen, die sich schmerzhaft mitten ins Hirn bohrten. Die Stooges waren im Wortsinne stumpf, brutal, vulgär – sie gaben weder sich selbst noch ihr Publikum irgendwelchen Illusionen hin.
›I Wanna Be Your Dog‹, ›No Fun‹ und ›T.V. Eye‹ waren Schläge in die Fresse der Hippie-Glückseligkeit. „Im Amerika von (…) Woodstock-Altamont ist die Rasierklinge eine mächtigere Waffe (…) als das Taschenmesser“, schrieb Lester Bangs damals in einem vielbeachteten Stooges-Essay fürdie Zeitschrift „Creem“.
Dabei hatte Iggy Pop die Hippies zunächst gar nicht bewusst abgelehnt. Ein Auftritt der Doors inspirierte den vormaligen Schlagzeuger, es Jim Morrison gleichzutun und ans Mikrofon zu wechseln. Iggy liebte die Doors und viele andere Bands der Zeit, aber er war eben ein bisschen krasser als alle anderen. Und irgendwann auch frustriert, dass keiner hören wollte, was er da machte mit diesem komischen Haufen Freaks. Dieser brachialen Band, deren Gitarrist in einer Naziuniform auftrat. Es kam also noch Wut hinzu. Neben Apathie, Individualismus und Nihilismus die vielleicht wichtigste Punk-Zutat.
Überhaupt wäre das ganze Iggy-Theater nur halb so gut gewesen, wenn es in irgendeiner Weise überlegt, kalkuliert oder geplant gewesen wäre. Zeitgenossen wie Alice Cooper oder David Bowie kreierten Kunstfiguren für die Bühne und streiften die Kostüme nach dem Auftritt mit mehr (Cooper) oder weniger Erfolg (Bowie) wieder ab. Die von James Osterberg geschaffene Kunstfigur Iggy Pop aber hatte niemals Feierabend.
Um die Ausgangsbegrenzungen etwas erträglicher zu machen, haben Genesis sich etwas überlegt.
Genesis haben ein Filmfestival während des Lockdowns angekündigt. An den kommenden Samstagen soll jeweils ab neun Uhr abends ein Mitschnitt ihrer vielen Live-Konzerte auf ihrem Youtube-Kanal gestreamt werden.
Der Zeitplan:
24. April: „The Mama Tour“ (1984)
02. Mai: „Live At Wembley Stadium“ (1987)
09. Mai: „The Way We Walk“ (1992)
16. Mai: „When In Rome“ (2007)
Der 68 Jahre alte Whitesnake-Frontmann meinte dazu auch angesichts der Corona-Krise: „Ich habe so ein Gefühl, dass es noch länger dauert, bis alles wieder in einigermaßen geregelten Bahnen laufen kann. Deswegen müssen wir ein wenig querdenken. Demnächst muss ich eine kleine Operation machen lassen und danach wieder fit werden. Und was wäre für den Leadsänger von Whitesnake wohl ein besseres Rentenalter als 69?“ Wie ernst es dem Sänger mit der Löwenmähne damit wirklich ist, steht in den Sternen.
Nach Coverdale war außerdem Jay Buchanan von den Rival Sons an der Reihe und plauderte über seine Zeit in der Quarantäne, Ideen für ein neues Album und sang am Ende noch ein kleines Ständchen.
CLASSIC ROCK hat die Highlights vom vergangenen Benefiz-Online-Konzert ‚One World Together At Home‘ für euch zusammengefasst.
Vergangenen Samstag wurde ‚One World Together At Home‘ im Livestream in die Wohnzimmer dieser Welt übertragen. Das Event sollte die WHO und all die unterstützen, die gerade an vorderster Front gegen das Coronavirus kämpfen.
Organisiert wurde das Spektakel von Global Citizen, der WHO und den vereinten Nationen. In über sechs Stunden gaben sich hier hochkarätige Stars aus verschiedenen Genres die Video-Klinke in die Hand und performten live von ihrem Zuhause aus.
Als besondere Highlights für Classic Rocker können die wunderbaren Auftritte der Rolling Stones (mit Charlie Watts an den Airdrums) und von Paul McCartney genannt werden. Außerdem die Performances von Elton John und Stevie Wonder am Piano, letzterer mit ›Lean On Me‹ in Gedenken an den erst kürzlich verstorbenen Bill Withers.
Und auch Eddie Vedder an seiner mit Kerzen erleuchteten Orgel und Billy Joe Armstrong von Green Day an der Akustikgitarre zählten zu den Höhepunkten der Übertragung. Aber seht selbst…
The Rolling Stones: ›You Can’t Always Get What You Want‹
Paul McCartney: ›Lady Madonna‹
Elton John: ›I’m Still Standing‹
Stevie Wonder: ›Lean On Me‹ und ›Love’s In Need Of Love Today‹
Eddie Vedder: ›River Cross‹
Billy Joe Armstrong: ›Wake Me Up When September Ends‹
17. April 1960: Der US-Rock‘n‘Roll-Pionier Eddie Cochran stirbt nach einem Autounfall im britischen Chippenham.
Was exakt am Samstag, den 16. April 1960, kurz vor Mitternacht geschah, konnte die ermittelnde Polizei dank Überlebender recht genau rekonstruieren. Nach absolviertem Konzert im Hippodrome Theatre von Bristol befanden sich vier Fahrgäste in einem Taxi des Typs Ford Consul auf der A4 durch Chippenham, Wiltshire: Eddie Cochran (21) und Gene Vincent (25) – beides respektable Größen jenes US-Rock‘n‘Roll-Tsunamis, der weltweit Teenager in den Ausnahmezustand versetzt hatte – sowie Cochrans Verlobte, die Songautorin Sharon Sheely, und Tourmanager Pat Thompkins.
In voller Fahrt platzte ein Reifen, Fahrer George Martin verlor die Kontrolle und knallte mit voller Wucht gegen einen Laternenpfahl in Rowden Hill. Cochran, der auf der Hinterbank in der Mitte saß, warf sich instinktiv schützend über seine Verlobte, wurde jedoch aus dem Wagen geschleudert, als sich beim Crash die Autotür öffnete. Obwohl er rasch ins St. Martin‘s Hospital in Bath überführt wurde, verstarb er am folgenden Tag kurz nach 16 Uhr an seinen Kopfverletzungen. Sheely, Thompkins, Martin und Vincent überlebten den Unfall. Vincent, der 1971 im Alter von 36 Jahren verstarb, behielt ein steifes Bein und ein schweres Trauma zurück.
Cochrans posthum Veröffentlichtes ›Three Steps To Heaven‹ platzierte sich in Großbritannien auf der Pole Position. In Co-Autorenschaft mit Manager Jerry Capehart entstandene Cochran-Gassenhauer wie ›Twenty Flight Rock‹, ›Summertime Blues‹, ›C‘mon Everybody‹ oder ›Somethin‘ Else‹ avancierten auch dank Cover-Versionen von u.a. Blue Cheer, The Move, The Who, Jimi Hendrix, T. Rex, UFO, Humble Pie, Led Zeppelin, Rolling Stones, Motörhead und Sex Pistols zu Klassikern des Rock‘n‘Roll.
Über viele Jahre hinweg mit Partner in crime Tommy Victor peu a peu entstanden, ist DANZIG SINGS ELVIS mehr eine Songsammlung denn ein geplantes Werk. Und wie der Meister nun mal so tickt, geht es hier nicht um eine Transformation von Elvis-Songs in ein Metal/Punk-Format, sondern um Nähe zum Original, lediglich versehen mit einem dezenten Danzig-Twist. Dafür spricht schon die Songauswahl: weniger bekannte Deep Cuts statt allzu Offensichtlichem (Ausnahmen: ›Fever‹, ›Always On My Mind‹).
https://youtube.com/watch?v=Ij_J5DFEFsA
Zurückhaltend und karg mit dem Danzig-typischen schroffen DIY-Charme und oftmals unter gänzlichem Verzicht auf ein Schlagzeug arrangiert, geben die 14 Titel der außergewöhnlichen Stimme Glenns eine Bühne. Und die weiß der 64-Jährige zu nutzen: Wie der King himself croont er sich souverän selbst durch anspruchsvollste Passagen. DANZIG SINGS ELVIS ist aber nicht nur beeindruckende Selbstdarstellung, sondern in erster Linie die Verbeugung vor einem Idol. Vorgetragen mit einer Inbrunst, wie sie nur eine tief empfundene Hochachtung auszulösen vermag.