0,00 EUR

Es befinden sich keine Produkte im Warenkorb.

0,00 EUR

Es befinden sich keine Produkte im Warenkorb.

Start Blog Seite 402

Wayne Graham: Live At Terapin Hill Farm

0

Um ihre neue Platte 1% JUICE in Zeiten einer weltweiten Pandemie live vortragen zu können, haben Wayne Graham für den 21. November eine Live-Übertragung geplant. Von der Terrapin Hill Farm in Kentucky aus spielt die Band ab 9 Uhr ihr neues Album von vorne bis hinten und sammelt Trinkgeld in einer virtuellen Spendenbox. Alle Einnahmen kommen der Band selbst sowie ihrer Crew zugute, die aktuell komplett auf dem Trockenen sitzt.

Review: Wayne Graham – 1% JUICE

Zu Hause sind Wayne Graham in einer 2.000-Seelen-Gemeinde in Kentucky, die sich als ehemaliges Kohlerevier neu aufstellen musste, und ein wenig scheint der Strukturwandel auch auf die Band der Brüder Kenny und Hayden Miles abgefärbt zu haben. Auf ihrem inzwischen siebten Album gelingt es
den Amerikanern ähnlich progressiv wie Wilco, Old-School-AmericanaTugenden neues Leben einzuhauchen, ohne die Puristen zu verschrecken. In den besten Momenten mit unüberhörbarem Southern-SoulFeeling – herrlich die majestätischen Bläsersätze in ›Infinitude‹ – mischt sich auf 1% JUICE gehöriger Respekt vor den allgegenwärtigen Idolen mit viel eigener Fantasie. Wenn Tonband-manipulationen und perlende E-Piano-Sounds die Songs sanft psychedelisch umspülen und am Ende bei ›Some Days‹ Country-Twang auf wogende ›Moonlight Mile‹-Streicher trifft, ist klar: Diese Jungs haben den Bogen raus!
(Text: Carsten Wohlfeld)

Jimi Hendrix Experience – LIVE IN MAUI

0

Gegen den Wind: zwei bis dato unveröffentlichte Live-Sets auf Hawaii samt Dokumentation. Unsere Empfehlung der Woche.

Seit 50 Jahren hält sich die Mär, Jimi Hendrix sei in seinem Todesjahr ein ausgebrannter Künstler, ein Schatten seiner selbst gewesen. Tatsächlich befand sich Hendrix nach den zwar nur kurzzeitigen, aber dennoch effizienten Projekten Gypsy Sun & Rainbows (Woodstock 1969) und Band Of Gypsys (1969/70) mit der durch Armeekumpel Billy Cox am Bass positiv modifizierten Experience abermals in einem Kreativhoch. Vor allem nach dem Start seines State-of-the-art-Studios Electric Lady am 15. Juni 1970 in New Yorks Künstlerviertel Greenwich Village lieferte das von zahlreichen Studiogästen assistierte Trio unermüdlich in wochenlangen Aufnahmesessions schlicht sensationelles wie immens opulentes Material.

Auch diverse Mitschnitte der „Cry Of Love“-Welttour von Mai bis September 1970 unterstreichen den Creative Flow. Gleich zwei von heftigem Wind beeinträchtigte Konzert-Sets vor einigen Hundert Hippie-Komparsen gab die Experience am 30. Juli 1970 auf Maui, Hawaii, im Rahmen des erfolglos gebliebenen Scripted-Reality-Filmprojekts „Rainbow Bridge“ von Regisseur Chuck Wein. Auf dem 1971 posthum erschienenen Soundtrack RAINBOW BRIDGE fand sich seltsamerweise keinerlei Material von Hawaii.

Dass die Experience überhaupt partizipierte, lag an Film-Co-Produzent Michael Jeffery, Hendrix’ dubiosem Manager, der just auf seinen Klienten eine Lebensversicherung in Millionenhöhe abgeschlossen hatte (Hendrix bereitete in seinen letzten Wochen offiziell die Trennung von Jeffery vor). Das 2-CD-Set LIVE IN MAUI, coproduziert von Janie Hendrix, George Scott und John McDermott, enthält beide energiegeladenen 50-minütigen Sets: Da integrieren sich in Stereo und 5.1 Surround Sound einerseits dynamische Neuinterpretationen der Hendrix-Klassiker ›Stone Free‹, ›Foxy Lady‹, ›Purple Haze‹, ›Spanish Castle Magic‹ und ›Voodoo Child (Slight Return)‹. Stark vom Funk-Rock-Crossover geprägt zeigte sich seinerzeit Unveröffentlichtes wie ›Freedom‹, ›Ezy Rider‹, ›Straight Ahead‹, ›In From The Storm‹ und ›Hey Baby (New Rising Sun)‹. Eine optimale Faktenlage beinhaltet die neue Doku MUSIC, MONEY, MADNESS … JIMI HENDRIX IN MAUI auf Blu-ray.

Da findet sich komplett alles auffindbare Filmmaterial der Hendrix Experience, geben u. a. Billy Cox, Chuck Wein und Warner-Offizielle Einblick in jenen denkwürdigen Tag. Studio-Engineer und Hendrix-Vertrauter Eddie Kramer hält weitere Insider-Storys parat, etwa jene, dass Mitch Mitchell wegen des Winds auf Maui seine Drum-Parts im Studio abgleichen musste.

9 von 10 Punkten

Jimi Hendrix Experience
LIVE IN MAUI
SONY MUSIC CATALOG/SONY

Samantha Martin & Delta Sugar – THE RECKLESS ONE

0

Eine ruchlose Rhythm’n’Blues-Bombe

Ausgebremst durch die konzertlose Covid-Zeit, haben so manche Künstler einen Studioaufenthalt eingelegt und mitunter Alben aufgenommen, die es jetzt nicht unbedingt gebraucht hätte. Gottlob gibt es Gegenbeispiele: Die kanadische Sängerin und Songwriterin Samantha Martin hat sich Zeit und Ruhe genommen, um nichts weniger als einen modernen Retro-Rhythm’n’Blues-Klassiker aufzunehmen. Sie schürfte tief in den Untiefen ihrer Gefühlswelt und förderte elf großartig umgesetzte Aufarbeitungen aller Facetten zutage, die das Thema „zwischenmenschliche Beziehungen“ haben kann. Auf der Basis von Soul, Gospel und Blues setzt sie eigene Erfahrungen und Geschichten über das verheißungsvolle Aufflackern von Liebe, ihre Auswüchse und ihr Versanden um. Garniert wird das Ganze mit einem genial-inbrünstigen Cover von Dylans ›Meet Me In The Morning‹. Die Kooperation von Samantha Martin, die für ihr vergleichsweise zartes Alter von 37 Jahren über ein bemerkenswert lebensgegerbtes Organ verfügt, und der sechsköpfigen Band Delta Sugar erweist sich als „match made in heaven“. Sie zeigt nämlich, wie aktuell ein vermeintliches Retro-Genre sein kann, wenn man es mit Herz, Wärme und Energie mit Leben erfüllt. Die Designer-Handgranate auf dem Cover greift zu kurz – das hier ist eine ruchlose Rhythm’n’Blues-Bombe!

8 von 10 Punkten

Samantha Martin & Delta Sugar, THE RECKLESS ONE, GYPSY SOUL RECORDS/EDEL

Text: Christoph Ulrich

King Gizzard & The Lizard Wizard – K.G.

0

Vertraut und doch anders

Nanu, K.G. in dicken Lettern? Wollen die Psych-Rocker jetzt noch erklären, um was es ihnen geht? Eigentlich unnötig, es ist ihr 16. Album. Deutlich sind die Berührungspunkte zum Tonsystem auf FLYING MICROTONAL BANANA. Es basiert auf Vierteltönen, die zum Beispiel in der türkischarabischen Musik vorkommen, auch im Desert Blues von Tinariwen. Allein schon die Gitarrenakkorde! Gleich in ›Automation‹ werden sie in voller Stärke hochgefahren, in ›Odd Life‹ wird ein richtiges Solo draus. So etwas hört man heute bei kaum einer anderen Rockband mit Wurzeln in der westlichen Welt. Zugleich sind King G auch unberechenbar. ›Honey‹ schmiegt sich an, ist sehr melodisch und mit einer Stimmlage versehen, die an die eines Donovan erinnert. Der Break am Ende von ›Some Of Us‹ geht in Richtung Jazz, für ›Intrasport‹ bedienen sich die Australier bei Techno, Disco und Funk. Wer bedauert, dass die Härte auf INFEST THE RATS’ NEST keine Fortsetzung findet, wird in ›The Hungry Wolf Of Fate‹ immerhin mit Sludge-Metal-Riffs belohnt. Die Band ist breiter denn je aufgestellt und sorgt in scheinbar jeder Konstellation für Aufregung. K.G., oder auch konstant großartig.

8 von 10 Punkten

King Gizzard & The Lizard Wizard, K.G., CAROLINE/UNIVERSAL

Larkin Poe – KINDRED SPIRITS

Cover zum Dahinschmelzen

Wenn Künstler ein Cover-Album aufnehmen, dann rollt es einem oft schon beim Gedanken daran die Zehennägel auf. Im Falle Larkin Poe verhält sich das anders. Schon ab der ersten Single war klar, dass die talentierten Lovell-Schwestern hier etwas Besonderes erschaffen haben. Wie sonst sollte es möglich sein, in einen Songwie ›Nights In White Satin‹ nochmal das Doppelte an Gefühl hineinzulegen?

Und so fügen sich auch die anderen, fast bis aufs
Gerippe heruntergebrochenen Versionen von Klassikern wie ›In The Air Tonight‹, ›Ramblin’ Man‹ oder ein plötzlich schwer melancholisch wirkendes ›Devil In Disguise‹ zu einem Werk zusammen, das wundervoller nicht sein könnte. Neben den gefühlvollen Slide-Künsten von Megan und dem Virtuosen Gitarrenspiel von Rebecca sind es vor allem die Harmoniegesänge, die einem ein Loch ins Herz schmelzen und KINDRED SPIRITS so herausragend machen.

8 von 10 Punkten

Larkin Poe, KINDRED SPIRITS,

Dark Tranquillity – MOMENT

0

Erstaunlich massentauglich produzierter Death Metal aus Schweden

Obwohl von einem signifikanten Personalwechsel gebeutelt – für Gründungsmitglied Niklas Sundin
kamen vor wenigen Monaten der frühere Arch-Enemy-Gitarrist Christopher Amott und Johan Reinholdz (Ex-Nonexist) –, setzen Dark Tranquillity ihren erfolgreichen Weg unbeirrt fort. MOMENT ist das 12. Studioalbum der Göteborger Melodic-Death-Metal-Truppe, die mit ihrer Vorgängerscheibe ATOMA (2016) sogar für den schwedischen Grammy nominiert war.

Ihre offiziell gerühmte Mischung aus dunklem Doom/Gothic-Metal mit eingängigen Gitarren- und Keyboard-Hooks und dem überwiegend derben Gesang von Frontmann Mikael Stanne ist auch anno 2020 absolut clever (sprich: massentauglich) produziert. Denn zieht man mal die Growls ihres Vokalisten ab, finden sich auf dem als Todesmetall deklarierten MOMENT erstaunlich viele Spurenelemente von Mainstream und Pop, nur halt mit einem Metal-Siegel listig getarnt.

6 von 10 Punkten

Dark Tranquillity, MOMENT, CENTURY MEDIA/SONY

Blues Boom: Humble Pie, Rolling Stones, Fleetwood Mac

0

Fleetwood Mac

Fleetwood Mac wurden 1967 im Zenit der britischen Blues-Explosion gegründet. Benannt waren sie nach Schlagzeuger Mick Fleetwood und Bassist John McVie, doch der wahre Star des ursprünglichen Line-ups war Gitarrist/ Sänger Peter Green (R.I.P.). Er war so gut, dass er bei John Mayalls Bluesbreakers als Ersatz für Eric Clapton ausgewählt worden war, und sein innovativer, bluesiger Stil sollte zukünftige Generationen von Rockgitarristen inspirieren.


Killer-Track: ›Green Manalishi (With The Two Prong Crown)‹

Humble Pie

Humble Pie waren von Anfang an eine Supergroup wider Willen. Steve Marriott, Peter Frampton, Jerry Shirley und Greg Ridley hatten mit ihrem Debütalbum von 1969 Erfolg, doch 1971 wurden sie zu großen Stars mit nicht einem, sondern gleich zwei Bestsellern: dem vierten Studiowerk ROCK ON, auf dem Marriott R’n’B zu harten Riffs sang, die sich die anderen hatten einfallen lassen, und PERFORMANCE ROCKIN’ THE FILLMORE, einem der heißesten Livealben seiner Zeit, voller Blues- und Soulklassiker, ordentlich aufgerockt à la Pie.


Killer-Track: ›I Don’t Need No Doctor‹

The Rolling Stones:

Die Stones haben wohl mehr als die meisten geleistet, um den Blues am Leben zu erhalten, ob sie 1964 vor Horden nichtsahnender Teenie-Mädchen Chess Klassiker spielten oder sich das Genre mit Songs wie ›Midnight Rambler‹ und ›Stray Cat Blues‹ am Ende jenes Jahrzehnts zueigen machten. Vor allem aber legten die Stones diese Wurzeln immer offen und stellten so sicher, dass Helden wie Muddy Waters, Howlin’ Wolf und B.B. King bei jeder Gelegenheit genannt und einem neuen Publikum ins Bewusstsein gerufen wurden.


Killer-Track: ›Midnight Rambler‹

Elvis Presley – FROM ELVIS IN NASHVILLE

0

Fünf Tage und Nächte: legendäre Nashville Sessions im Naturzustand auf vier Silberlingen. Empfohlen von CLASSIC ROCK.

Seinem sensationellen Comeback 1968/69 mit dem NBC TV-Special „Elvis“, dem Album FROM ELVIS IN
MEMPHIS, den Charthits (›In The Ghetto‹, ›Suspicious Minds‹, ›Don’t Cry Daddy‹) sowie der ersten hochdotierten Konzertreihe in Las Vegas nach Jahren der Bühnenabstinenz wollte Elvis Presley Spektakuläres folgen lassen. Im Juni 1970 mietete er sich im RCA Studio B in Nashville ein, spielte in einem fünf Tage/Nächte währenden Marathon sowie am 22. Septembe mit Teilen seiner Musiker (Gitarrist James Burton, The Jordanaires, The Imperials), aber auch der dortigen Session-Crew, genannt
Nashville Cats (u. a. Charlie McCoy, Chip Young, Norbert Putnam), zahllose Songs ein.

Es entstand Material für die Alben ELVIS: THAT’S THE WAY IT IS (1970), ELVIS COUNTRY (I’M 10,000 YEARS OLD) und LOVE LETTERS FROM ELVIS (beide 1971). Das komplett von Matt Ross-Spang digital optimierte 4-CD-Boxset FROM ELVIS IN NASHVILLE fasst die gesamten Sessions mit Dutzenden Song zusammen. Erstmals finden sich hier die Master Recordings, u. a. die Auskopplungen ›Life‹, ›I Really Don’t Want To Know‹ und ›You Don’t Have To Say You Love Me‹, ohne die später hinzugefügten Overdubs und Orchestrierungen. Des Weiteren finden sich rare oder bis dato unveröffentlichte Outtakes. Ein 32-seitiges Booklet illustriert mit Text und Fotos das mythische Ereignis der Nashville-Sessions.

10 von 10 Punkten

Elvis Presley
FROM ELVIS IN NASHVILLE
RCA/SONY MUSIC CATALOG