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Start Blog Seite 370

Sting – DUETS

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Zu zweit ist man weniger allein

Gefühle können täuschen. Denn gefühlt ist das vorliegende Album DUETS nicht das erste dieser Art von Sting. Doch, ist es aber. Es gibt nur eine ganze Reihe weiterer Alben mit diesem Titel: von Barbra Streisand, Kenny Rogers, Elton John, Emmylou Harris, Linda Ronstadt, Eros Rammazzotti, Frank Sinatra und Tony Bennett – und nun eben auch von Sting. Der 17-fache Grammy-Gewinner präsentiert 17 Kollaborationen mit anderen Weltstars, die er im Laufe seiner Karriere aufgenommen hat. Richtig interessant wird es mit einer extra zum Album gestalteten neuen Webseite (duets.sting.com/de/): Entlang einer Zeitleiste erlebt man eine musikalische Reise durch drei Jahrzehnte. Beginnend 1992 mit ›It’s Probably Me‹ (vom „Lethal Weapon 3“-Soundtrack) zusammen mit Eric Clapton, endend 2020 mit ›September‹, ein Song mit Zucchero über die schwierigen Zeiten in der Pandemie. Nachzulesen sind die Entstehungsgeschichten zu den Duetten sowie (Fan-)Anekdoten, dazu gibt es neue Exklusiv-Interviews mit Sting, in denen er zurückblickt und über die Zusammenarbeit mit u. a. Mary J. Blige (›Whenever I Say Your Name‹, 2003), Annie Lennox (›We’ll Be Together‹, 2004), Herbie Hancock (›My Funny Valentine‹, 2005) sowie mit den französischen Superstars Charles Aznavour (›L‘ amour C‘est Comme Un Jour‹, 2008) sowie Mylène Farmer (›Stolen Car‹, 2015) erzählt. CD wie Webseite: eine runde Sache!

8 von 10 Punkten

Sting, DUETS, UNIVERSAL

Saxon – INSPIRATIONS

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Heldenverehrung

INSPIRATIONS heißt das neue Album der britischen Heavy-Metal-Legende Saxon, wobei die Songs nicht so ganz neu sind, denn es ist ein Coveralbum. Wie der Titel nahelegt, wurden Stücke ausgewählt, die seinerzeit die Mannen um Peter „Biff“ Byford zu ihrem Schaffen inspiriert haben. Saxon, Vorbilder unzähliger Bands, stellen hier wiederum ihre musikalischen Vorbilder in den Vordergrund. Byford macht mit seiner Stimme ›Paint In Black‹ (Rolling Stones) und ›Paperback Writer‹ (Beatles) zu richtigen, erwachsenen Rocknummern, tatsächlich ohne sich allzu weit von den Originalaufnahmen zu entfernen.

Das war auch nicht die Intention: „Die Songs sollten nicht zu sehr verändert werden, wir wollten sie nur à la Saxon spielen‹, so der kürzlich 70 Jahre alt gewordene Sänger. ›Immigrant Song‹ (Led Zeppelin), ›Bomber‹ (Motörhead), ›Speed King‹ (Deep Purple) und ›Power Child‹ (AC/DC) waren schon immer rockige Kracher, wurden aber auf INSPIRATIONS nochmals ordentlich nachgewürzt. Highlight ist die Saxon-Version von ›Hold The Line‹ (Toto). Man kann geradezu hören, mit wieviel Begeisterung Biff & Co. diese Evergreens der Rockgeschichte aufgenommen haben – der Spaß-Funke springt förmlich aus den Boxen.

9 von 10 Punkten

Saxon, INSPIRATIONS, SILVER LINING/WARNER

24/7 Diva Heaven – STRESS

Auf Krawall gebürstet

Wer sein Debütalbum mit so einem rotzigen und genial gelangweilten Schrei – wie eine Mischung aus dem Anfang von Venoms ›Black Metal‹ und der bockigen Wut eines Teenagers beim Nachsitzen in der neunten Klasse – beginnen lässt, der muss natürlich ordentlich nachlegen, um das Niveau zu halten. Und genau das tun 24/7 Diva Heaven auf STRESS und knallen einem die tanzbare Grunge-Watsche ›Potface‹ als Opener um die Ohren. Die Stellschrauben sind hiermit justiert. Auf den weiteren zehn Tracks wird man mit einer wunderbar störrischen Mischung aus Alternative, Punk und einer Prise äußerst zähen Kaugummi-Pops beehrt.

Dieses Berliner Trio ist nicht nur grandios darin, den Spirit der 90er in moderne Gewänder zu packen, sondern glänzt vor allem durch die Gabe, Kontraste zu setzen und gleichzeitig zu vereinen. So schaffen Kat, Karo und Marie einen gar nicht so einfach zu bewerkstelligenden Spagat zwischen gesellschaftlich relevanten Themen und Augenzwinkern und streuen einem politische Statements mit Konfetti vermischt direkt ins Gesicht. Auf Krawall gebürstet. Relevant. Großartig. Punkt.

7 von 10 Punkten

24/7 Diva Heaven, STRESS, NOISOLUTION/SOULFOOD

U.D.O. – LIVE IN BULGARIA 2020 – PANDEMIC SURVIVAL SHOW

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Udo Dirkschneider trotzt Corona

Schon wieder ein U.D.O.-Livealbum? Und schon wieder mit Accept-Songs? Das sollte doch eigentlich der Vergangenheit angehören. Geschenkt! Der vorliegende Mitschnitt rechtfertigt die Veröffentlichung auf jeden Fall. Es handelt sich um ein musikhistorisches Zeitdokument. Denn Udo Dirkschneider und seine Mannen treten mitten in der Corona-Pandemie live on stage auf – unter Einhaltung der Hygienebestimmungen. Der Gig vor 2.500 eng nebeneinander sitzenden Fans im bulgarischen Antik-Theater von Plovdiv ist eines der wenigen Konzerte im Jahr 2020 überhaupt. Den Zuschauern ist es auf der DVD deutlich anzusehen, wie ausgehungert sie nach einem Live-Erlebnis sind. Und U.D.O. enttäuschen die Erwartungen nicht. Die Band setzt bei sehr gutem Sound eine Show um, die wenig zu wünschen übrig lässt. Zum Start gibt’s gleich ›Tongue Reaper‹ und ›Make The Move‹ vom aktuellen Album STEELFACTORY.

Es folgt die Accept-Nummer ›Midnight Mover‹, die mit Jubel und Applaus goutiert wird. Es wird nicht der letzte Song von Udos Ex-Band an diesem Abend sein. Zuvor spielen U.D.O. neben vielen STEELFACTORY-Songs auch Oldschool-Material wie das balladeske ›In The Darkness‹, den Ohrwurm ›They Want War‹, oder den galoppierenden Titeltrack ›Animal House‹. Udos Sohn Sven beweist sein Schlagzeug-Handwerk nicht nur beim Doublebass-Smasher ›Timebomb‹. Sein Vater ist gut bei Stimme, sie kratzt noch mehr als sonst. Hin und wieder wirkt der passionierte Tarnanzug-Träger etwas kurzatmig, was freilich kaum ins Gewicht fällt. Das Finale des hervorragenden Konzerts bildet der Schlussblock mit den Accept-Krachern ›Metal Heart‹, ›Fast As A Shark‹ und ›Balls To The Wall‹. Da kann man nicht meckern.

7 von 10 Punkten

U.D.O., LIVE IN BULGARIA 2020 – PANDEMIC SURVIVAL SHOW, AFM/SOULFOOD

Text: Matthias Bossaller

Chris Cornell – NO ONE SINGS LIKE YOU ANYMORE

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Grüße aus der Vergangenheit…

Am 17. Mai 2017 verlor die Rockwelt mit Chris Cornell einen ihrer ganz Großen. Jetzt erscheint mit NO ONE SINGS LIKE YOU ANYMORE eine Kollektion von zehn Coverversionen, die der Ausnahmesänger (u. a. Soundgarden, Audioslave) 2016 zusammen mit Produzent Brendan O’Brien (u. a. Rage Against The Machine, Pearl Jam) aufgenommen hat. Seine Fassung der Soul­-Nummer ›Stay With Me‹ (im Original von Lorraine Ellison) kennt man bereits aus der TV­-Serie „Vinyl“. Die melancho­lisch-­düstere Version des Guns-­N’­Roses-­Klassikers ›Patience‹, veröffentlich an Cornells 56. Geburtstag, wurde bereits im Sommer letz­ten Jahres zum Hit in Amerika. In den anderen acht Tracks zeigt sich die unglaubliche Bandbreite von Cornells Können. Er drückt so unterschiedlichen Nummern wie ›Watching The Wheel‹ (John Lennon), ›Showdown‹ (Electric Light Orchestra) oder ›Jump Into The Fire‹ (Harry Nilsson) seinen ganz eigenen Stempel auf. Einen der Höhepunkte bildet ›Nothing Compares 2 U‹ (Prince), das – obwohl tausend­mal gehört – bei Cornell nochmal eine ganz eige­ne, sehnsüchtige Note mit Gänsehautgarantie bekommt. Vicky Cornell, die Witwe von Chris, sagt: „Uns allen kann seine Stimme helfen, durch diese schwierigen Zeiten zu kommen“. Da ist was dran. (Wolfgang Hertel)

8 von 10 Punkten

Chris Cornell, NO ONE SINGS LIKE YOU ANYMORE, UNIVERSAL

Paul Stanley’s Soul Station – NOW AND THEN

Unter der Kiss-Maske steckt viel Soul

Anders als sein legendärer Longplayer im Rahmen der vier 1978 gleichzeitig veröffentlichten Soloalben der damaligen Kiss-Mitglieder und auch anders als seine zweite Veröffentlichung unter eigenem Namen, dem 2006 erschienenen LIVE TO WIN, die sich beide im Umfeld des melodischen Hardrocks seiner Hauptband bewegten, ist Paul Stanley mit seiner vor ein paar Jahren gegründeten Formation Soul Station neue Wege gegangen – oder besser gesagt: alte Wege. Denn mit der 16-köpfigen Formation (darunter Kiss-Drummer Eric Singer), mit der Stanley bereits einige Clubtourneen gespielt hat, kehrt der Kiss-Sänger zu seiner ersten musikalischen Liebe zurück, der US-Soulmusik der 60er- und 70er-Jahre. Das mit viel Streichern, Bläsern und weiblichen Backingvocals authentisch produzierte Album bietet vor allem Coverversionen bekannter Soul-Standards wie ›Just My Imagination‹ oder ›Let’s Stay Together‹, die jedoch bei aller Liebe und Respekt, die man Stanleys Fassungen anhört, den Originalen wenig Neues hinzufügen. Künstlerisch spannender sind seine fünf neuen Eigenkompositionen, bei denen die bei den letzten Kiss-Tourneen oft ramponiert wirkende Stimme des 69-Jährigen in den hohen Lagen wieder glänzen kann.

6 von 10 Punkten

Paul Stanley’s Soul Station, NOW AND THEN, UME/UNIVERSAL MUSIC

Devin Townsend – DEVOLUTION SERIES #1 – ACOUSTICALLY INCLINED

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Erinnern wir uns: 1993 feuerte Devin Townsend als Frontmann/Sidekick von Gitarrenvirtuose Steve Vai aus vollen Rohren, kletterte auf schwindelerregend hohe Traversen und gab den wilden Mann. Seit er sein Schicksal in die eigene Hand genommen hat und unter persönlichem T-Logo firmiert, offenbart der 48-Jährige immer mehr kompositorische Bandbreite. Die erfährt mit einer Neuauflage von ACOUSTICALLY INCLINED, LIVE IN LEEDS (bislang nur als Ultimate Edition-Bonus des 2019er Opus EMPATH erhältlich) ihre vorläufige Krönung, denn die elf Nummern sind ausschließlich mit akustischen Instrumenten ausstaffiert und ersetzen den Lärmpegel durch Tiefgang. Zudem gibt es eine Reihe humoriger Ansagen des amerikanischen Tausendsassas, der nicht nur in puncto Kreativität an den unvergessenen Frank Zappa erinnert.

Devin Townsend, DEVOLUTION SERIES #1 – ACOUSTICALLY INCLINED, LIVE IN LEEDS, INSIDE OUT/SONY

Text: Matthias Mineur

Flashback: „Der Mann, der vom Himmel fiel“ feiert Premiere

Am 18. März 1976 feierte der Film „Der Mann, der vom Himmel fiel“ Premiere in London. Der sozialkritische Sci-Fi-Streifen basierte auf Walter Tevis Roman „The Man Who Fell To The Earth“ von 1963 und erzählt die Geschichte eines Außerirdischen, der die menschliche Gestalt von Thomas Jerome Newton annimmt und auf die Erde kommt, um dort Wasser für seinen Wüstenplaneten zu suchen.

Besagter Außerirdische wurde von niemand Geringerem als David Bowie verkörpert. Regisseur Nicolas Roeg hatte den extraterrestrischen Ausnahmekünstler für die Rolle ausgesucht. Bis heute hat der Film Kultustatus inne.