Vor kurzem hat Bill Ward in Eddie Trunks Radioshow verkündet, dass er gerade an seiner Autobiographie schreibt. Jetzt zieht sein Black-Sabbath-Kollege Geezer Butler nach und erklärte in einem jüngsten Interview mit Cleveland.com, dass auch er an seinen Memoiren arbeitet.
Geezer Butler dazu wörtlich: „Gerade schreibe ich an meinen Memoiren. Ich habe damit angefangen als meine Eltern starben. Ich hätte mir immer gewünscht, dass ich sie mehr gefragt hätte. Ich weiß nicht wirklich viel über Mum und Dad, sie waren halt einfach immer da. Deshalb habe ich mit meiner Autobiographie angefangen, damit meine Enkel und Enkelinnen das lesen können. Außerdem war es echt lustig, nochmal durch das ganze Zeug zu gehen. Die Jahre in Birmingham, wie ich aufgewachsen bin.“
Vor über 55 Jahren veränderte sich die Welt für immer – und die Musik stand im Mittelpunkt dieses Umbruchs. Die blitzsauber-jugendfreien Helden wurden ersetzt durch bodenständigere Antihelden, deren aufregend neue Klänge die Leben aller widerspiegelten. Oder um es auf den Punkt zu bringen: Bye bye, Rock‘n‘Roll, hallo Rock!
Man sehe sich diese Zahl nur an: Der Wandel und die Evolution scheinen in die sehr grafische Form von „1966“ fast schon eingebaut zu sein. Die ersten beiden Ziffern sind fest im Boden verankert und blicken rückwärts, die nächsten eilen wie auf Rädern voran, recken sich nach vorne und oben, wie eine Hand von Levi Stubbs und eine von Pete Townshend, die den Weg in die Zukunft weisen. Und zwar nicht nur zwölf Monate in die Zukunft, sondern 50 Jahre, in unsere Gegenwart.
1966 war der Anfang, die Stunde Null. Das Ende der Teeniebopper und ihres Zeitalters, in dem sie sich nach ihren Idolen heiser kreischten. Die Geburtsstunde ernsthafter Musikliebhaber und ihrer Ära des Zuhörens. Es war der Urknall von allem, was heute von Rockfans gefeiert wird, und somit auch dieses Magazins. Sogar der Begriff „Rock“ war neu. Indem er sich seines zehnjährigen Begleiters „Roll“ entledigte, wurde er nicht nur moderner, sondern öffnete zudem die Tür für allerlei neue Paarungen – Acid, Folk, Freak, Garage, Psychedelic und mehr…
Jefferson Airplane
TAKES OFF
RCA, 15. August 1966
Vor Grace Slick hatten Jefferson Airplane Signe Toly Anderson, die mit ihrer markanten Altstimme auch dann noch sang, als sie ein Kind austrug. Die Band war zudem nicht nur mit den Psychedelic-Vorreitern Marty Balin und Paul Kantner gesegnet, sondern zählte auch Skip Spence sowie die zukünftigen Hot-Tuna-Zauberer Jack Casady und Jorma Kaukonen zu ihrem Line-up. In Sachen LSD-Konsum standen sie ihren Freunden von Grateful Dead in nichts nach und trafen den Gegenkultur-Zeitgeist perfekt mit dem kaum kaschierten Drogentrip auf ›Run Around‹, dem sexuell aufgeladenen ›Let Me In‹ und der archetypischen Hippie-Hymne ›Let‘s Get Together‹, verfasst von Chester Powers (Quicksilver Messenger Service). Mit komplexen Vocals und Kaukonens Gitarrensoli wurden sie zu den Ahnen der halluzinogenen Revolution, während das Magazin „Crawdaddy!“ TAKE OFF zum „wichtigsten amerikanischen Rockalbum“ des Jahres erklärte. (Max Bell)
Bei den Black Star Riders läuft alles nach dem Motto „Einer für alle und alle für einen“ – behauptet Bandchef und Thin-Lizzy-Legende Scott Gorham.
Mit Drummer Chad Szeliga und Gitarrist Christian Martucci sind zwei Neuzugänge bei den Black Star Riders, die sich auf dem aktuellen und vierten Album ANOTHER STATE OF GRACE erst noch beweisen mussten. Warum das ungewöhnlich gut funktioniert hat, wie sehr die nicht abreißenden Massenschießereien in Amerika als Einfluss dienten und warum Frontmann und Songwriter Ricky Warwick seine Texte dem Rest der Band manchmal erst erklären muss, erzählt ein gut gelaunter Scott Gorham im Interview.
Mit der neuen Platte habt ihr eure Line-Up-Änderung wirklich manifestiert, oder?
Wenn zwei neue Leute in die Band kommen, ist da erst mal ein großes Fragezeichen: Werden wir uns mögen? Werden wir gute Songs schreiben? Wie wird das Album klingen? Wir haben alle diese Fragen schon während des Songwritings beantwortet, das dieses Mal anderes lief: Christian Martucci war gerade mit Stone Sour unterwegs und wollte, dass wir ihm unsere Ideen zuschicken, damit er sie zusammenkleben kann. Ich war mir nicht sicher, ob ich das mag, weil ich sonst halt immer mit den anderen direkt im Studio zusammenarbeite. Aber ich habe zugestimmt und meistens waren wir mit seiner Arbeit echt einverstanden. Natürlich nicht immer, aber es war sehr zeitsparend und wir lernten uns sehr gut kennen. Am ersten Tag der Probe kamen wir gleich super miteinander aus. Weil der Druck sehr groß war, haben wir uns sofort zu einer Einheit zusammengezogen, nach dem Motto „Einer für alle und alle für einen.“
Vor allem für einen Gitarristen wie dich ist der andere Gitarrist sehr wichtig. Wie würdest du dein Zusammenspiel mit Christian beschreiben?
Eine gute Frage. Damon und ich spielten sehr ähnlich, mit Christian ist das anders und ich mag das. Auf dem Album hört man eigentlich immer raus, wer welchen Part spielt. Das hat den Sound ziemlich deutlich ausgeweitet.
Wie wichtig ist es dir, dich mit Rickys Texten identifizieren zu können?
Gäbe es da mal ein Problem, würden wir das einfach in Ruhe diskutieren, aber eigentlich sind wir uns immer einig. Natürlich wuchs Ricky ganz anders auf damals in Nordirland, er erlebte Tod und Zerstörung. Jetzt wohnt er in L.A. und sieht die ganzen Massenschießerein, hat Kinder, die auf diese Schulen gehen und schreibt natürlich Songs wie ›Why Do You Love Your Guns So Much‹. Ich bin Amerikaner und ich verstehe dieses ganze Ding mit der NRA auch nicht, deswegen stehe ich da 100% dahinter und tatsächlich ist es einer meiner Lieblingssongs auf dem Album.
Für Nicht-Amerikaner ist es schwer, diese Waffengeschichte irgendwie nachzuvollziehen.
Ich lebe ja auch in England – hier sind die Waffengesetze sehr streng – und spreche oft mit Freunden darüber. Keiner versteht, warum Amerikaner bis an die Zähne bewaffnet sein müssen. Nach der letzten Schießerei meinte Trump erst, dass man härtere Gesetze brauche. Am nächsten Tag schien das schon wieder vergessen. Klar, weil der Präsident der NRA bei ihm angerufen hat und meinte: „Hey, Donald-Baby, wir werfen dir viel Geld in den Rachen, also komm runter mit deinen Waffengesetzen.“
Der Mann ist generell ein großes Problem.
Ist er. Ich flehe zu Gott, dass er nicht noch für eine weitere Amtsperiode gewählt wird. Für das Wohl der ganzen Welt. Entschuldige, wenn ich da ein bisschen ungestüm werde. (lacht)
Kein Problem! (lacht) Muss Ricky dir manche seiner Texte erläutern?
(lacht) Manchmal schon! Wenn du dir die Titel mal anschaust, klingt das ganze neue Album nach Krieg. Und ich meinte nur: „Hey Ricky, ist das jetzt die Apokalypse oder was?“ und er nur so: “Ach nein, es geht um einen Jungen mit Herzschmerz oder über dieses und jenes.“
Du findest, das ist bisher eure stärkste Platte, richtig?
Ja. Produzent Jay Ruston war ab den Proben dabei war und hat alles aufgenommen. Die Vorschläge aller Beteiligten flogen durch den Raum, das Album ist durch echte Teamarbeit entstanden. Ich liebte das Studio, ich liebe den Sound und wie die Songs entstanden sind. Und was ich bisher so mitkriege, spüren die Leute das auch beim Anhören und das ist ein gutes Gefühl.
1975 gossen die Wilson-Schwestern Ann und Nancy ihre Gefühle über Liebe
und den fragilen Zustand der Welt in eine Debütsingle, die zum Rock-Evergreen werden sollte.
Es geht um ein sexuelles Erwachen, aber eigentlich dreht es sich darum, einen Schritt zurückzutreten, um die Welt zu betrachten“, sagt Ann Wilson über ›Crazy On You‹. Anfang 1975 war die ältere der Wilson-Schwestern hoffnungslos verliebt in einen jungen Mann namens Michael Fisher. Er war ein Wehrdienstverweigerer, der in Vancouver in, so Wilson, „einem Tolkien-Haus mit einem großen Bett aus Treibholz“ lebte, und genau dort verbrachten die Liebenden ihre glücklichen Nächte, während sie über das Chaos um sie herum grübelten.
„Die Welt war in den Abgrund gestürzt, die Kultur stand Kopf und alles war überwältigend am Arsch“, erinnert sich Ann. „Bomben, Teufel, der Vietnamkrieg und die Ölkrise. Es war sehr frustrierend, also verpackte ich diesen Frust im Text des Stücks. Ich war in einer sehr engen Beziehung mit Michael. In so einer Situation legt man sich einfach in den Schoss seines Geliebten und sagt: ‚Oh Gott, was machen wir nur mit dieser Welt?‘ Das ist das Gefühl des Songs.“
Ann ging mit dem Text zu ihrer Schwester Nancy. „Ich weiß noch, dass ich eine schlimme Grippe hatte und fast im Delirium war“, so Nancy. „Der Text war so gut, dass er mich in meinem Krankenbett fast ein bisschen aufbaute. Zwei Tage später ging es mir besser und wir fingen an, ihn mit Musik zu verbinden. Wir hörten damals viel Moody Blues. Es gab ein [Moodies-]Stück namens ›Question‹ mit diesem schnellen, feurigen Gitarrenrhythmus. Das war unsere Idee für den Groove. Dann kam [Gitarrist] Roger Fisher mit diesem echt coolen Riff von A-moll auf F und das gab ihm einen wundervolle Dynamik.“
Damals hatten Heart eine starke lokale Fanbase in Vancouver und traten regelmäßig in einem Club namens Lucifer‘s. „Da haben wir zum ersten Mal ›Crazy On You‹ gespielt und ich glaube, Teile des Texts habe ich erst dort im Club fertiggeschrieben. Es ist immer gut, da draußen mitten im Geschehen zu schreiben.“
Wie jede junge, hungrige Band wollten Heart einen Plattenvertrag. Aber alle Labels in Kanada sowie ein paar in den USA hatten sie ohne Umschweife abgelehnt – mindestens zweimal. Schließlich beschlossen sie, auf ein Indie-Label aus Vancouver namens Mushroom zu setzen. Mushroom hatte nicht das Personal und Geld, aber dafür ein eigenes Studio, das, so Ann, mit „tollen Röhrenmikrofone, 16-Spur-Maschine und dem Mischpult, das in den 60ern bei Muscle Shoals stand.“
Während die Band sich dort einnistete, um ihr klassisches Debüt DREAMBOAT ANNIE aufzunehmen, machte Nancy sich Gedanken, wie man ›Crazy On You‹ noch besser machen konnte. „Ich wollte ein Intro auf der Akustischen schreiben, bevor der Song losgeht“, sagt sie. „Also saß ich ein paar Tage da und versuchte, nur diesen ersten Takt zu hinzukriegen. Ich wollte, dass er wirklich denkwürdig wird. Das war das Schwerste, einen Anfang zu finden. Aber wenn ich jetzt diese Einleitung spiele, erkennen es sofort alle.“
Als die Basis-Drum/Bass/Gitarrentracks fertig waren, ging Ann in die Gesangskabine. „Das war vor Autotune und Bearbeitungsmöglichkeiten, also warst du wirklich auf dich gestellt, hast gesungen und performt“, sagt sie. „Wenn du den Ton nicht getroffen oder den Text falsch gesungen hast, musstest du aufhören und es noch mal machen. Das war viel Arbeit. Aber als Sängerin hat es deine Konzentration geschärft.“
Sowohl Ann als auch Nancy loben den Beitrag von Produzent Mike Flicker zu der Session. „Er war der Erste, der wirklich etwas hörte in dem, was wir taten“, so Ann. „Er konnte darüber hinwegsehen, dass die Stücke, die wir schrieben, noch nicht ganz fertig waren und eine führende Hand brauchten. Er konnte hören, was daraus werden könnte.“
„Er sah ›Crazy On You‹ als Leinwand, um mehr orchestrale Sequenzen dazuzumalen“, fügt Nancy hinzu. „Er wollte, dass das Lied die Hörer auf eine musikalische Reise mitnimmt mit all den Instrumentalpassagen, die zu dem großen Refrain am Ende führen.“
Nachdem ›Crazy On You‹ als erste Single von Heart gepresst wurde, gingen die Mädels auf Tour und besuchten Radiosender in Kanada und den USA. Frauenbewegung hin oder her, die Musikindustrie war immer noch eine Männerdomäne. „Wir waren zu zweit, wir waren beide Sängerinnen und Songwriterinnen und Bandleaderinnen, also waren wir sehr anders als alle anderen, denen sie begegnet waren. Es hat eine Weile gedauert, bis wir akzeptiert wurden.“
Als die Single allerdings im Radio zu laufen begann, klingelten die Telefone in Detroit, dann Chicago, dann in den ganzen USA. Zusammen mit ›Magic Man‹ war es der Beginn einer Liebe zu Heart, die bis heute anhält. Beide Stücke sind heute Rock-Klassiker und ›Crazy On You‹ hatte in den letzten Jahren sogar einen zweiten Frühling dank eines Samples auf Eminems ›Crazy In Love‹ („eine tolle und kreative Verwendung des Songs“, so Ann) und einer Coverversion der Decemberists („wunderschön“, sagt Nancy).
Ann schätzt, dass sie ›Crazy On You‹ „über 16.000 mal“ gesungen hat, seit es zum Hit wurde. „Nach so vielen Darbietungen macht es immer noch Spaß, denn in diesem Lied ist kein Bullshit. Der Text hat immer noch Gewicht, weil ich noch genauso über die Welt denke. Das Lied gab vielen Leuten Hoffnung, denn sie sahen sich die Herausforderungen und Schwierigkeiten in ihrem Leben an und dachten, ‚Die Welt ist wirklich verrückt, aber ich haben diesen Menschen, der mich liebt‘, und darum geht es in diesem Stück. Wenn jemand sagt: ‚Ohne euer Lied ›Crazy On You‹ hätte ich das nicht überstanden‘, ist das so viel wert. Ich kann nicht mal ansatzweise beschreiben, wie ich mich dann fühle. Es macht so absolut glücklich, denn es heißt wohl, dass all die Arbeit und alles, was ich über die Jahre gegeben habe, wirklich etwas bedeuten.“
„Ich denke, die Worte sind zeitlos“, so Nancy. „Es sind dieselben Beobachtungen darüber, was es heißt, ein Mensch in dieser Welt zu sein, und wie all die Sorgen der Welt sich über dir auftürmen können. Aber wenn du jemand hast, mit dem du das teilen kannst, oder mit dem du flüchten oder durchdrehen kannst, macht es das Leben soviel besser.“
Was bedeutete es, in den 70ern auf einem Independent-Label zu sein? Die Wilson-Schwestern mussten ihre erste Single ›Crazy On You‹ mit geringsten Mitteln promoten, wie Ann erzählt: „Da waren Nancy und ich und dieser freche Promo-Typ von Mushroom Records“, lacht sie. „Er fuhr uns zu Radiosendern und wir trafen die DJs. Shelly sagte dann: ‚Okay, Mädels, ihr wartet im Auto.‘ Dann gab er dem Typen ein Tütchen Koks und eine Telefonnummer, unter der er später eine Nutte bekommen würde, wenn er wollte. So schockierend ist das gar nicht. Das war schon lange so gelaufen. Das Wichtige war doch, dass das Lied im Radio lief, dann konnte die Hörer selber entscheiden, ob es ihnen gefiel.“
Bei der gestrigen Grammy-Verleihung wurde in einer „In Memoriam“-Reihe Künstlern und Künstlerinnen gedacht, die im Jahr 2020 verstorben sind.
Unter anderem wurde auch Eddie Van Halen Tribut gezollt. Auf einer großen Leinwand erschien ein Live-Video des Ausnahmegitarristen, wie er ›Eruption‹ spielt. Auf der Bühne stand währenddessen seine Frankenstein-Gitarre im Spotlight.
Einige Künstler empfanden die Würdigung an einen der ganz Großen der Rockmusik als viel zu gering. Gary Cherone, ehemals am Gesang bei Van Halen, beispielsweise twitterte im Anschluss: „Vielleicht verdient ein Künstler, der das Gitarrenspiel für immer verändert hat, der immer noch Generationen von Musikern beeinflusst, der den Lauf des Rock’n’Roll verändert hat, ein bisschen mehr als 15 Sekunden bei den Grammys? #LongLiveTheKing.“
Und auch sein Extreme-Kollege Nuno Bettencourt ärgerte sich auf seinem Facebookaccount über die unwürdige Würdigung: „Man könnte meinen, wenn man sich seinen Einfluss auf den Rock’n’Roll ansieht, dass die Grammys dem Erbe von Edward Van Halen ein bisschen mehr Platz einräumen würden als diese 15 Sekunden eines erniedrigenden Liveclips, der auf einer schiefen Note endet. Nicht nur war der Clip respektlos, dass man für diesen Mann keine Tribut-Performance von seinen legendären Gitarrenkollegen organisiert hat, ist beschämend und eine verpasste historische Chance.“
https://youtube.com/watch?v=E1qlOt75i3c
Auch Eddie Van Halens Sohn Wolfgang war unzufrieden mit der Art und Weise des Tributs. Eigentlich hätte er ›Eruption‹ in Gedenken an seinen Vater live spielen sollen, doch Wolfgang lehnte diese Anfrage ab, weil seiner Meinung nach niemand diesem Job gerecht hätte werden können.
Wolfgang dazu wörtlich: „In dieser über dreistündigen Show, die fünf Monate lang vorbereitet wurde, ist das also alles, was die Grammys für einen der einflussreichsten Künstler der Musikgeschichte hinbekamen. Somit wurde ein neues Level an Respektlosigkeit erreicht. Ich bin außer mir. Fuck the Grammys.“
Ein herrschaftliches Landhaus und jede Menge Spaß. So sahen die Aufnahmen für INSPIRATIONS aus.
Am 19. März erscheint das neue Cover-Album von Saxon. Darauf zollen die britischen Metal-Legenden ihren Vorbildern und Kollegen wie The Beatles, Deep Purple, Led Zeppelin und vielen mehr Tribut.
Schon heute gibt es eine 16-minütige, äußerst sympathische Dokumentation auf dem Youtube-Kanal der Band zu sehen, in der Fans ein Blick hinter die Kulissen der Produktion von INSPIRATIONS gewährt wird.
Es ist das Jahr 1983 und fünf langhaarige Typen treffen die gleiche Entscheidung wie Tausend Andere: Sie wollen eine Band gründen. Nur, dass diese Band nicht irgendeine Band ist, sondern Bon Jovi. Der Song ›Runaway‹ gewann 1982 bei einem Talent-Wettbewerb – das brachte schließlich den Stein ins Rollen. Und so wurde Bon Jovi gegründet, rund ein Jahr später erschien das Debütalbum BON JOVI mit ›Runaway‹ als durchschlagendem Hit und der Rest ist Geschichte.
Doch das war nicht der erste Versuch des Sängers: Bereits mit 13 hatte er verschiedene Auftritte, gründete und spielte in Bands wie Raze, Atlantic City Expressway oder The Rest. Demos, die er an Plattenfirmen schickte, wurden abgewiesen, nebenbei arbeitete er in einem Schuhgeschäft, um sich über Wasser zu halten, doch mit dem Song kam der Durchbruch. Nachdem ein Radiosender sich dazu überreden ließ, den Song zu spielen, kam eins zum anderen und der Song landete in den Top 40.
Der damals 21-jährige Jon Bon Jovi hätte vermutlich nicht zu träumen gewagt, gerade mal ein Jahr später als Vorgruppe für die Scorpions im Madison Square Garden aufzutreten, KISS auf einer Deutschlandtour zu begleiten oder einmal in die Rock’n’Roll Hall Of Fame einzuziehen.
Entschuldigen Sie bitte, ist hier der Zimmerservice?
Rockstars und Hotelzimmer sind ja für gewöhnlich keine so optimale Kombination. Doch so chaotisch wie in den 80ern geht es im NO-TELL HOTEL der Black Diamonds dann doch nicht zu. Vielmehr steht Spiel und Spaß auf dem Themenplan. Selbst wenn man das Gefühl nicht los wird, dass ihr Schaffen noch etwas ungeschliffen ausfällt und nicht ganz zu erkennen ist, ob die Songs jetzt oldschool oder radiotauglich sein sollen, kann man mit den sympathischen Schweizern durchaus eine gute Zeit haben. Das Songwriting und die Lyrics bieten für meinen Geschmack leider etwas zu wenig Tiefe, Letztere treffen nicht direkt in mein Humorzentrum. Dennoch sollte man den Jungs aus dem St. Galler Rheintal mindestens ein Hardrock-Ohr schenken!
Das Album ist sauber produziert und fähige Musiker sind die Männer allemal. Um es fair auszudrücken: Im NO-TELL HOTEL der Black Diamonds kann jeder Rocker problemlos einchecken, offen bleibt nur die Frage nach der Aufenthaltsdauer und dem Wiederbesuch.
7 von 10 Punkten
Black Diamonds, NO-TELL HOTEL, METALAPOLIS RECORDS/DA MUSIC