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Start Blog Seite 365

Eric Clapton im Interview

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Für viele ist er immer noch Gott. Für andere ist er der Hausfrauen-Liebling, der nur wenig mit Rock zu tun hat. In diesem exklusiven und ehrlichen Interview spricht der Gitarrenheld über 50 Jahre voller Höhen (professioneller wie chemischer Art) und Tiefen, Liebe und das Überleben gegen alle Widerstände.

Fragt man einen Rockmusiker, wie es ihm geht, erhält man als Antwort meist ein höfliches, aber beiläufiges „Danke, gut“. Nicht bei Eric Clapton. Nein, er ist um einiges mitteilsamer. Was vielleicht überrascht, auch wenn sein lyrisches, oft überwältigend emotionales Gitarrenspiel über die vergangenen 50 Jahre den einen oder anderen Hinweis geliefert haben könnte, warum das so ist.

Anlässlich der Veröffentlichung seines 23. Albums I STILL DO hat CLASSIC ROCK eine exklusive Audienz mit dem legendären Gitarristen gewährt bekommen. Und in seiner Antwort auf die Frage nach seinem Wohlergehen ergreift er die Gelegenheit, von seinen jüngsten Problemen zu berichten. „Ich hatte über das vergangene Jahr ziemlich viel Schmerzen“, verrät Clapton, mittlerweile 71. „Es fing im Kreuz an und wurde zu dem, was man periphere Neuropathie nennt. Das fühlt sich an, als würden einem Stromschläge durchs Bein fahren. Und ich musste herausfinden, wie man mit so einigen anderen Nebenwirkungen des Alterns klar kommt.“

Wenn das nun klingt wie die Begegnung mit einem jammernden Rentner an der Bushaltestelle, sollte man sich wohl daran erinnern, dass Clapton nicht nur einer der gefeiertsten Instrumentalisten der Rockgeschichte ist, sondern auch einer ihrer unersättlichsten Omnitoxikomanen. „Ich bin ja ein rekonvaleszenter Alkoholiker und Drogensüchtiger. Insofern finde ich es großartig, überhaupt am Leben zu sein. Eigentlich hätte ich schon vor sehr langer Zeit ins Gras beißen sollen. Doch aus irgendeinem Grund wurde ich den Fängen der Hölle entrissen und bekam noch eine zweite Chance.“

Angesichts dieser Offenherzigkeit schon in den ersten Minuten unseres Interviews haben sich sämtliche Sorgen, er könne ein schwieriger Gesprächspartner sein, als unbegründet erwiesen. Man hatte mich gewarnt, dass er unter Umständen nur widerwillig in seiner Vergangenheit graben – was jeder Musikliebhaber bei einem Künstler seines Formats sicherlich gerne täte – und stattdessen lieber über sein neues Album reden würde. Als ich also zaghaft einen kompletten Überblick über seine unglaubliche, wenngleich turbulente Reise inklusive aller Stationen vorschlage, von The Yardbirds über The Blues Breakers und Cream zu Blind Faith und Derek & The Dominos und darüber hinaus, rechne ich schon mit einem höflichen, aber bestimmten Nein. Seine tatsächliche Antwort fällt aber ungleich erfreulicher aus: „Tu, was du willst“, sagt er entspannt.

Im Oktober 1963 stieg Anthony Topham bei den Yardbirds aus und wurde durch den 18-jährigen Kunststudenten und Gitarristen Eric Clapton ersetzt, der gerade The Roosters verlassen hatte. In dieser Besetzung wurden sie zu einer der vollkommensten Rhythm‘n‘Blues-Bands Großbritanniens und ernsthaften Rivalen der Rolling Stones.

Ist es wahr, dass du in den Anfangstagen in Ken Colyers 51 Club in der Londoner Charing Cross Road für Mick Jagger eingesprungen bist, wenn er Halsweh hatte?
Es war nicht dort. Die Stones spielten immer an einem Ort namens The Ealing Club, und das war folglich in Ealing, gegenüber eines Pubs namens The Feathers. Da habe ich das glaube ich getan. Sie traten fast
jeden Samstagabend dort auf, zu einer Zeit, als natürlich noch Brian Jones bei ihnen war, und ich bin mir nicht sicher, ob sie damals überhaupt einen Bassisten hatten.


Wie gut waren die Yardbirds zu dieser Zeit im Vergleich mit den Rolling Stones?
Etwa gleich gut. Ich denke, Keith [Relf, Sänger] tat sich schwer, denn er hatte nur eine Lunge und litt an Asthma. Seine Fähigkeit, alles zu geben, war also eingeschränkt. Die Stones waren etwas älter als wir und in Sachen Selbstsicherheit und Erfahrung schon ein bisschen weiter. Die Yardbirds folgten ihnen also. Wir würden sie nie einholen, aber ich glaube, dass wir eine Zeitlang, als wir in den Clubs spielten und sie beschlossen, Stars zu werden, ziemlich ebenbürtig waren.

Was war der erste Song mit den Yardbirds, bei dem du so richtig loslegen und deinen Stempel aufdrücken konntest?
Wir spielten immer ein Instrumental [von Memphis Slim] namens ›Steppin‘ Out‹ oder machten lustige Sachen, etwa [Howlin‘ Wolfs] ›Smoke stack Lightning‹ neben [dem Popsong] ›Hang On Sloopy!‹ zu bringen. Und oft ging es darum, diese künstlichen Crescendi zu erzeugen, was dann zu einem Haufen pseudovirtuosem Lead-Gitarrenspiel führte.

1964 wurden die Yardbirds, deren Bekanntheitsgrad ebenso schnell zunahm wie Claptons, eingeladen, als Vorgruppe für den Blueser Sonny Boy Williamson zu touren. Was man vielleicht für ein prestigeträchtiges Angebot halten konnte, doch Clapton mit seinem enormen Fachwissen über den Blues war klar, dass es sich dabei nicht um den echten Sonny Boy handelte, der ›Good Morning, School Girl‹ geschrieben hatte und mit einem Eispickel umgebracht worden war. Stattdessen war dies ein Ersatz, dessen wahrer Name Rice Miller lautete und der zur Vermeidung von Verwechslungen als Sonny Boy Williamson II firmierte.

Glaubst, dass Sonny Boy Williamson II von deinem Gitarrenspiel genauso überwältigt war wie die Zuschauer?
Nein, das denke ich nicht. Ich glaube nicht, dass ihn irgendwas davon beeindruckt hat, sondern eher, dass er völlig enttäuscht war. Das erfuhr ich, als ich mich mal mit Robbie Robertson [später bei The
Band] zu einem Gespräch zusammensetzte. Er kannte Sonny Boy sehr gut und sagte, dass der nach der Tour mit uns nach Amerika zurückkam und ziemlich schlimme Dinge über uns und das, was wir da taten, sagte. Er hielt wirklich nicht viel von uns.

Dennoch muss es ganze Legionen junger männlicher Bewunderer gegeben haben, die ebenso sehr deinetwegen kamen wie für Frontmann Keith Relf. Das war doch sicher ungewöhnlich, oder? Ein Instrumentalist, der seine eigenen Fans hatte.
Da gab es auch Mädchen! Ich hatte ein nette kleine Gefolgschaft, bis ich [1965] ausstieg. Dann kam diese Grauzone, in der ich mich mit 19 oder was auch immer „zur Ruhe gesetzt“ hatte. Dann stieg
ich bei John Mayall ein und diese Leute folgten mir dorthin. Ich hatte großes Glück. Letztlich denke ich, sie sprachen genauso wie ich auf das an, was ich da kanalisierte, nämlich den Blues.

Brachtest du neben der Emotion auch den Wunsch zum Ausdruck, technisch brillant zu sein?
Nein, ich kanalisierte Musik. Ich gab das wieder, was ich auf den Platten der Künstler hörte, die ich verfolgte und von denen ich zu lernen versuchte: Freddie King, BB King, Buddy Guy. Ich verschmolz
all diese Typen zu einer neuen Form. Und ich denke, das gefiel den Leuten. Vielleicht haben sie auch Dinge darauf projiziert, aber für mich ging es einzig und allein darum, sie für das zu begeistern, was ich liebte: alte Musik.

Einer dieser Menschen, die du „begeistert“ hast, war Ronnie Spector, nicht wahr? Du warst mit den Ronettes auf Tournee und laut deiner Autobiografie hat sie sich eines Abends an dich rangemacht. Du sagst, du seist in sie vernarrt gewesen, und dass sie „die sexuellste Kreatur war, die ich je gesehen hatte“.
Ja! Na ja, das war doch interessant, oder? Und ich glaube, sie sagte zu mir .. Denn wir tourten drei Monate lang in einem Bus durch ganz England. Kannst du dir das vorstellen? Wir spielten in jedem Kino und jedem Theater überall im Land, mit Billy J Kramer und allen möglichen Leuten. Jedenfalls sagte sie, dass ich sie an Phil [Spector] erinnerte. Er ist ja auch so ein kinnloses Wunder. Und tatsächlich sehen – oder sahen wir damals – einander ziemlich ähnlich. Doch das war eine recht kurzlebige Romanze, glaub‘s mir.

Mammoth WVH: Video zu erster Single ›Don’t Back Down‹

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Wolfgang van Halen gibt erste Einblicke in sein Debütalbum MAMMOTH WVH.

Am 11. Juni veröffentlicht Eddie van Halens Sohn Wolfgang unter dem Namen MAMMOTH WVH sein selbstbetiteltes erstes Album. Zuletzt hatte er – bis zum Tod seines Vaters im vergangenen Oktober – den Posten als Bassist bei Van Halen inne. Jetzt gewährt er uns erste Hörproben aus seinem Solodebüt.

Im neuen Video zu ›Don’t Back Down‹, der ersten Single, beweist der 30-Jährige auf humorvolle Weise, dass er wirklich alles selbst aufgenommen hat: Bass, Gitarre, Schlagzeug, Gesang.

Um außerdem zu zeigen, wie vielfältig sein neues Album wird, hat Wolfgang bereits eine zweite Single veröffentlicht. Neben dem geradlinigen Rocker ›Don’t Back Down‹, fällt ›Think It Over‹ klar radiotauglicher aus.

Laut Wolfgang van Halen will er mit den 14 Songs seine musikalische Identität etablieren und die verschiedenen Einflüsse, die ihn inspiriert haben, zeigen.

Elton John und Metallica haben zusammen aufgenommen

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Eine ungewöhnliche Konstellation, könnte man meinen. Für Elton John jedoch nicht das erste Mal.

Sir Elton unternimmt gerne Ausflüge in andere Gefilde. Einer dieser Ausflüge war beispielsweise seine 2020er Zusammenarbeit mit Ozzy Osbourne für dessen Album ORDINARY MAN. Und auch Miley Cyrus kündigte eine Kollaboration mit John an: Auf ihrem geplanten Coveralbum soll der 74-Jährige zu Metallicas ›Nothing Else Matters‹ das Klavier spielen.

Ob John diese Zusammenarbeit meinte oder etwas Neues mit Metallica geplant ist, wird nicht ganz klar aus seiner neuesten Podcastfolge von „Rocket Hour“. „Ich habe etwas mit Metallica gemacht. In dieser Lockdown-Zeit habe ich mit Gorillaz und solchen Leuten gearbeitet. Ich habe nicht wirklich Elton-Sachen gemacht, aber ich habe tolle Sachen mit anderen Leuten gemacht.“, so Elton. Ganz aus heiterem Himmel kommt die Nachricht nicht, denn bereits 2019 postete Drummer Lars Ulrich ein Foto mit John und bezeichnete den gemeinsamen Abend damals als „inspirierend“.

Was genau aufgenommen wurde oder wann das Ergebnis das Licht der Welt erblicken wird, bleibt allerdings unbekannt.

Top 10: Die unterhaltsamsten One-Hit-Wonder der Rockgeschichte

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Listen, Listen, Listen. Hier heute eine Liste mit der Aufzählung der unterhaltsamsten Eintagsfliegen der Rockmusik.

1. ›Fire‹ (The Crazy World Of Arthur Brown)

2. ›There She Goes‹ (The La’s)

3. ›Black Betty‹ (Ram Jam)

4. ›Airport‹ (The Motors)

5. ›Something In The Air‹(Thunderclap Newman)

6. ›Spirit In The Sky‹ (Norman Greenbaum)

https://youtube.com/watch?v=-cXrEPNvRO8

7. ›My Sharona‹ (The Knack)

8. ›In The Year 2525‹ (Zager & Evans)

9. ›A Girl Like You‹ (Edwyn Collins)

10. ›House Of The Rising Sun‹ (Frijid Pink)

Video der Woche: Led Zeppelin mit ›Over The Hills And Far Away‹

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Heute vor 48 Jahren erschien das fünfte Album von Led Zeppelin: HOUSES OF THE HOLY.

Am 28. März 1973 erschien HOUSES OF THE HOLY: Einige der Songs auf dem Album wurden bereits 1972 auf Tour probiert und gespielt und dank der frisch installierten Heimstudios von Jimmy Page und John Paul Jones kam die Band mit fertigen und weniger vom Blues inspirierten Kompositionen nach Stargrove. So hatte Page auch ›Over The Hills And Far Away‹ bereits aufgenommen.

Das Cover erwies sich auf mehrere Arten als problematisch: Einerseits wegen der nackten Kinder auf dem Artwork, die in einigen Ländern zur Zensur führten, andererseits wollte sich das rechte Licht über den nordirischen Klippen, wo das Bild entstand, nicht von seiner besten Seite zeigen.

Erst nach zehn Tagen und einigen farblichen Nachbearbeitungen war das Artwork verwendbar. Bei der Veröffentlichung im März war die Band schon auf Europatour und bis es nach Amerika ging, war HOUSES OF THE HOLY auch in den Charts.

Marc Reece – DREAMER

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Das lange Warten hat sich gelohnt

Marc Reece gehört zu den begnadetsten Bluesrock-Gitarristen Deutschlands. Er hat schon mit hochkarätigen Musikern wie Pat Travers, Wishbone Ash, Tom Pricipato, Bernard Allison oder Alvin Lee auf der Bühne gestanden. Und gerade weil Reece vornehmlich on stage zuhause ist, hat es extrem lange gedauert, bis der Essener ein neues Album fertiggestellt hat – DREAMER kommt zwölf Jahre nach seinem Vorgänger LET IT BURN auf den Markt. Für seine vierte Studioplatte hat sich die gewöhnlich als Powertrio auftretende Band Unterstützung von Marcus Schinkel an der Orgel und dem Piano sowie dem Jazzmusiker Adrian Wachowiak am Keyboard geholt. Der erweiterte Instrumenteneinsatz sorgt für abwechslungsreiches Songwriting. Dank der transparenten Produktion ist jedes Instrument klar herauszuhören.

Beim schwungvollen Titelsong ›Dreamer‹ sorgt die dezent eingesetzte Orgel neben funkigen Rhythmen für gute Laune. Auf ›No Chance Child‹ wagt sich Reece aus klassischen Rock-Riff-Gefilden in mitunter sphärische Fusion-Zonen vor. ›Rock’n’Roll-Hero‹ punktet mit leichten Country-Anleihen. Die Band bedient sich der verschiedensten Einflüsse aus dem reichen Fundus der Rockmusik, groovt mal cool wie bei ›Scorpion Man‹ oder rockt auf ›At The Market‹ amtlich ab. Das Instrumentalstück handelt von einem alten Mann, den Reece in Thailand auf einem Markt zusah, wie er auf einem alten asiatischen Instrument spielte. Überhaupt geht es auf DREAMER sehr persönlich zu. ›One For Hannes‹ hat Reece seinem Sohn gewidmet. Reece, der Rory Gallagher, Jimi Hendrix und Steve Ray Vaughan zu seinen Einflüssen zählt, überzeugt auf dem neuen Album nicht nur als spielfreudiger Gitarrero, sondern auch durch seinen rauchigen, raspeligen Gesang. Neben aller Power findet auch die gefühlvolle Ballade ›Harder Than It Seems‹ Platz auf dem Album. Reece hat einfach viel mehr zu bieten als nur traditionellen Bluesrock.

8 von 10 Punkten

Marc Reece, DREAMER, LUCKY BOB/SOULFOOD

Text: Matthias Bossaller

Black Magic Tree: Erdig, klassisch, echt

2015, Berlin. Eine junge Band formiert sich unter der Flagge Black Magic Tree,um der gemeinsamen Leidenschaft für Classic Rock zu frönen. DerTatendrang ist groß, das Feuer brennt. Was also folgt? Na ja, in diesem Fall erst mal eine Zeit zahlreicher Veränderungen. „Wir mussten viele Besetzungswechsel durchstehen“, so Gitarrist Christian in der Skype-Konferenz. „Max und ich sind die einzigen Originalmitglieder, wir haben schon in den ver-schiedensten Konstellationen gespielt. Vor allem die Sängersuche hat lange gedauert. Wir mussten einige Frösche küssen, manchmal fragten wir uns, ob das überhaupt noch was wird.“

Doch Leadgitarrist Max ließ sich von den Hürden nicht entmutigen und stieß schließlich 2018 auf Alessandro, der fortan mitseiner großartigen Stimme die Vocals bei Black Magic Tree übernahm. „Wir waren echt froh, als wir Alessandro gefunden hatten. In Berlin herrscht einfach ein Überangebot an Musikern und Sängern. Sobald einem irgendwas nicht in den Kram passt, hüpft man oft einfach zum nächsten Projekt weiter.

Aber dann hat sich alles gefügt und wir sind inzwischen gute Freunde geworden. Genau so stellen wir unseine Band vor, wie eine fünfköpfige Beziehung eben“, so Max gut gelaunt. Auch wenn jeder von Black Magic Tree noch in anderen Bands und Genres tätig ist, so befriedigen die fünf Musiker in dieser Konstellation ihr Bedürfnis nach gut gemachtem Classic Rock. „Wir spielen hier die Musik, die wir sonst gerne öfter hören würden. Das Ziel ist, in die Fußstapfen großer 70s-Künstler zu treten. Nach dem Motto: Was würden Led Zeppelin heute machen?“, erklärt Max.

Diesen Anspruch will die Band natürlich mit ihrem Debüt-album THROUGH THE GRAPEVINE erfüllen, das nun acht Jahrenach Gründung und einer EP ausdem Jahr 2019 erscheint. „Unsere Musik ist erdig, klassisch, echt. Um das auf der Platte rüberzubringen, haben wir live im selben Raum ohne Click aufgenommen, weil der Sound so organischer wird. Dann bleibt damal ein Mini-Fehler drin, aber das gleicht die Energie wieder aus“, so die beiden Gitarristen einhellig über ihre Ansprüche und die Aufnahmen in den Big Snuff Studios.

„Das Gesamtpaket war uns wichtig. Ein schönes Artwork, ein ansprechendes Video, ein passendes Label. Und natürlich ein professionelles Studio. Eines, in dem schon Bands aus der Szene aufgenommen haben, die wir gerne hören.“ Und eines, in dem laut Max bei alkoholinduzierten Startschwierigkeiten auch ungewöhnliche Methoden zum Einsatz kamen: „Beim Solo von ›Flower‹ war ich leicht verkatert und unser Produzent meinte irgendwann: `Ey, klingmal nicht so betrunken und gelangweilt‘. Dann haben Micha und Christian einfach angefangen, mein Effektboard zu bedienen, währen dich gespielt habe. Das hat nochmal richtig Energie freigesetzt und schließlich war auch dieses Solo im Kasten“.

EVANESCENCE – THE BITTER TRUTH

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Zurück in die Zukunft mit bewährtem Sound

Erstmals seit fast zehn Jahren kehren Amy Lee und ihre Begleiter mit einem Album voller neuer Songs zurück. Nach einem dramatischen Intro geht es bei ›Broken Pieces Shine‹ gleich mit all den Elementen los, die die Band aus Little Rock Anfang des Jahrtausends zum Multi-Platin-Act avancieren ließen. Sinfonisch anmutender Bombast, düsteres Gothic-Feeling, eine eingängige Melodie, unterstützt von treibenden, pulsierenden Rhythmen und Lees melancholischem Gesang sind Trumpf. Sicher, das ist nichts Neues, aber wohl exakt das, was die alten Fans hören wollen. Weshalb es längst nicht die einzige, in diese Kerbe schlagende Nummer bleibt. Origineller sind da schon das mit Electro-Versatzstücken spielende ›Yeah, Right‹ und die zeitweise in Richtung Gospel schielende Klavierballade ›Wasted On You‹ – allerdings mit deftigen E-Gitarren.

6 von 10 Punkten

Evanescence, THE BITTER TRUTH, COLUMBIA/SONY