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Video der Woche: Skid Row mit ›Slave To The Grind‹

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Zu Sebastian Bachs 53. Geburtstag blicken wir auf den Titeltrack von SLAVE TO THE GRIND, das im Juni diesen Jahres bereits dreißig Jahre alt wird. Skid Rows Label Atlantic Records wollte damals ursprünglich ein Bikinimodel im Video unterbringen, doch die Band lehnte vehement ab, schließlich ginge es nicht um weibliche Sexualität, erzählte Bach 2016. So vermieden sie es hier auch tunlichst, klischeehafte Texte zu schreiben, stattdessen standen vor allem Kritik an der Gesellschaft, der Politik und dem System im Vordergrund.

Nachdem sie den Titeltrack im Studio aufgenommen hatten, merkten sie jedoch, dass die Demoaufnahme viel mehr Energie und Intensität hatte, also wurde diese für das finale Album verwendet.

Um das Album zu promoten, tourten Skid Row mit Guns N‘ Roses, Pantera und Soundgarden und das funktionierte ziemlich gut, denn innerhalb der ersten Woche wurden 134 000 Platten verkauft.

Die besten Blues-Rock-Songs: Teil 3

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Wir werfen einen Blick auf die genialsten Bluesrock-Stücke. Einige davon sind bestens bekannt, doch keine Angst: Für Überraschungen ist gesorgt!

›Walking In The Shadow Of The Blues‹
WHITESNAKE, 1979

Vor ihrer Verwandlung in dauerbewellte Synthiekinder der 80er waren Whitesnake eine klassische Bluesrockband. ›Walking In The Shadow Of The Blues‹ ist meilenweit von ›Here I Go Again‹ und ähnlichen Hits entfernt – diese schwertschwingende Gitarre erinnert viel mehr an Deep Purple, bei denen David Coverdale zuvor gesungen hatte. Das Artwork von LOVEHUNTER, auf dem sich dieser Song befindet, mag der geschmackloseste Moment in der Whitesnake-Historie gewesen sein, doch das ändert nichts an der Klasse des Songs.

›A Fool For Your Stockings‹
ZZ TOP, 1979

Bevor ELIMINATOR ihnen in den 80ern weltweit Ruhm und hohe Chartnotierungen bescherte, waren ZZ Top „nur“ ein rohes Bluestrio aus Texas, das sich die große Tradition seines Heimatstaates in diesem Genre zu Nutze machte und sie mit seinem ganz eigenen, raukehligen Charisma würzte. Dieser Song von DEGÜELLO wird meistens zugunsten des bekannteren TRES-HOMBRES-Klassikers ›La Grange‹ oder der hochglanzpolierten späteren Hits übergangen. Eine Schande, denn diese Nummer ist großartig – eine langsame, linkisch wankende Kombination aus texanischem Charme und sinnlichem Blues.

›Bad To The Bone‹
GEORGE THOROGOOD & THE DESTROYERS, 1982

Ja, natürlich geht es kaum offensichtlicher, aber man kann nun mal keine Liste großer Bluesrock-Songs zusammenstellen, ohne dieses Monster zu erwähnen. Es ist bis heute Thorogoods bekanntestes Stück, hauptsächlich dank der langen Liste von Filmen und Werbespots, in denen es zu hören war (bei seinem Erscheinen war es alles andere als ein Hit), und der Refrain „Baaad to the bone, b-b-b-b-b-bad“ ist wahrscheinlich eine der coolsten Zeilen, die je über Musik gelegt wurden. Der Blueser/Straßenmusiker James Pobiega (alias Little Howlin’ Wolf) behauptet, er habe es geschrieben und Thorogood habe es von ihm gestohlen. Ob das nun wahr ist oder nicht, man kann sich den Song immer und immer wieder anhören.

›Pride And Joy‹
STEVIE RAY VAUGHAN & DOUBLE TROUBLE, 1983

In der kläglich verkümmerten Bluesszene Anfang der 80er fühlte sich das Highlight auf TEXAS FLOOD an, als würde die Kavallerie über die Hügel anstürmen. Ein unwiderstehlicher Rhythmus und das lässige Tempo trafen auf die brutale Präzision von Stevie Rays Soli. ›Pride And Joy‹ inspirierte zwar eine neue Generation, doch sein Einfluss ging in beide Richtungen. Zum einen brach er die Tradition weißer Fanboys, die die Delta-Meister coverten, und Albert King war so beeindruckt, dass er das Stück 1983 gemeinsam mit Vaughan bei einem Fernsehspecial von „In Session“ spielte.

›Cinncinnati Jail (Live)‹
LONNIE MACK, 1986

Die meisten Blueser taten bestenfalls so, als hätten sie sich mit dem Gesetz angelegt,
doch Lonnie trug eine Schusswunde – und diesen fetzigen Klassiker – aus einer Begegnung im Jahre 1977 mit einem schießwütigen Polizisten davon, der nicht einmal im Dienst war. Im Text wird das Erlebnis exakt nacherzählt, bei dem Mack ins Bein geschossen wurde, woraufhin er „mit Stahl als Bett… immer noch voller Blei“ ins Gefängnis wanderte. Das Highlight: sein Live-Solo, das angesichts der Ungerechtigkeit der ganzen Geschichte förmlich brodelte.

›Notcho Blues‹
DANNY GATTON, 1987

Live standen Gattons Qualitäten außer Frage, doch einem Studio war er fast ein ganzes Jahrzehnt lang
ferngeblieben, als das Album UNFINISHED BUSINESS endlich seine Genialität einfing. In weniger fähigen Händen wäre ›Notcho Blues‹ wohl zu einem langweiligen Midtempo-Gähner verkommen, doch das Ass aus Washington verzierte diese so gewöhnliche Leinwand mit seinen überirdischen Gitarrentricks und gleich zu Beginn mit einem neoklassischen Redneck-Anflug. In der sechsten Minute wird schließlich ordentlich aufs Gas getreten und man kann den Rauch von Gattons Telecaster-Griffbrett förmlich riechen.

›Smokestack Lightning‹
SOUNDGARDEN, 1988

Chris Cornells Solowerke umfassen alles, von R’n’B und Elektronik bis hin zu James-Bond-Songs. Doch schon in den Anfangstagen von Soundgarden schien er derjenige mit der interessantesten Plattensammlung gewesen zu sein. ULTRAMEGA OK mag er als „Ultramega Alright“ ab getan haben, doch es lohnt sich, die Perlen aus dem durchwachsenen Debüt herauszufischen. Allein schon, um zu hören, wie die finsteren Fürsten des Grunge ihren Sumpf-Swagger auf Howlin’ Wolfs Standard übertragen. Kim Thayils Gitarrensolo ist reinste Galle, während Chris’ Stimme dafür geboren zu sein scheint, diese geisterhafte „Woo-hoo“-Hookline zu schmettern.

›Gypsy Road‹
CINDERELLA, 1989

Vielleicht war ihnen bewusst, dass das bevorstehende Grunge-Erdbeben Bands ihrer Art dezimieren würde… Das zweite Album der Glam-Metaller aus Philadelphia stellte jedenfalls einen cleveren Schachzug dar, indem es in bluesigere Gefilde abbog. Dennoch konnten sich langjährige Fans mit der herausragenden Single ›Gypsy Road‹ anfreunden, die in beiden Szenen funktionierte. Tom Keifers dämonisches Kreischen kratzte dabei perfekt über das erdige, wendige Gitarrenriff, das dem Track zu seinem Rückgrat verhalf. Die hundepfeifenhohen Töne dieser Nummer trifft der 58-jährige Frontmann live bis heute – und es ist immer noch die reinste Freude, dem beizuwohnen.

›Where Did You Sleep Last Night‹
NIRVANA, 1994

UNPLUGGED IN NEW YORK war eine Offenbarung, nicht nur, weil die vermeintlichen Lärmbolde so mühelos im akustischen Format brillierten, sondern auch aufgrund ihrer radikalen Neuinterpretationen von Bowie, den Meat Puppets und vor allem Lead Belly. Fast gänzlich angetrieben von Cobains knarzender Gitarre, fällt dieser Song vielleicht nur ansatzweise in die Definition von „Bluesrock“, doch seine schiere Kraft qualifiziert ihn dennoch. Der geschriene letzte Vers zieht immer noch in seinen Bann, während die unheilvolle, Rachen-schreddernde letzte Zeile „I would shiver the whole night through“ klingt, als sei sie aus den düstersten Tiefen der Seele des Frontmanns gezerrt worden.

›Love Spreads‹
THE STONE ROSES, 1994

Nach ihrem Debüt 1989 verschwanden die Roses erst mal in einem Nebel aus Gerichtsverfahren, und als sie 1994 endlich wieder auftauchten, war der euphorische, Byrds-eske Jangle-Indie zu einem härteren Bluesrock-Grummeln mutiert. Das Album SECOND COMING wurde mit größtenteils schlechten Kritiken bedacht, doch diese Vorabsingle mit John Squires fließenden Slide-Riffs und der geflüsterten
Bedrohlichkeit von Ian Browns Gesang war über jeden Zweifel erhaben. Die Atmosphäre war mehr Roadmovie als Madchester, und Bobby Gillespie von Primal Scream bezeichnete die Nummer als „die großartigste Comeback-Single aller Zeiten“.

Text: Henry Yates/Polly Glass

Enforcer – LIVE BY FIRE II

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Gut so in Mexiko

Seit rund zehn Jahren wird Enforcer bescheinigt, einmal ein heller Stern am Himmel des traditionellen Heavy Metal zu werden. Mit üppigen Touren und kontinuierlichen Veröffentlichungen zeigen die Schweden durchaus Einsatz, sowie eine beachtliche Entwicklung. LIVE BY FIRE II bietet eine leiden-schaftliche Performance, die 2019 in Mexiko vor einem großartigen Publikum festgehalten wurde. Stimmung machen können sie! Obwohl man festhalten sollte, dass nicht jeder Gig in der Vergangenheit zündete. So ist es gefühlt immer ein Tanz zwischen Top oder Flop beim Kauf einer Eintrittskarte. Die Show-Qualität hängt vielleicht auch ein wenig von der Verfassung oder gar der Lust von Frontmann Olof Wikstrand ab. Wenn jedoch von nun an jede Liveshow die Power dieser Liveplatte hat, könnte dieser Zweifel nach und nach verschwinden. Alle ihrer alten und neuen Hits sind stark präsentiert, gut gemischt und stimmig platziert. So wird das Erklimmen des Metal-Olymps ja vielleicht doch noch was.

8 von 10 Punkten

Enforcer/LIVE BY FIRE II/NUCLEAR BLAST

Iron Maiden: Symphonieorchester spielt ›Fear Of The Dark‹

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Dass Musik Menschen zusammenbringen kann, ist nichts Neues. In diesem Ausmaß jedoch vielleicht schon: Dirigent Ulf Wadenbrandt schaffte es, 160 Musiker zu vereinen, um den Iron-Maiden-Song ›Fear Of The Dark‹ zu spielen. Das Ganze soll aufmerksam machen auf die Notsituation der Kultur und Musik in Zeiten der Coronakrise und zeigen, wie wichtig Musik ist.

Die verschiedenen Zeitzonen rund um den Globus erschwerten die Arbeit, es waren Musiker aus unter anderem Deutschland, Schweden, Russland, China, Spanien und Belarus vertreten. Wadenbrandt selbst sowie eine Handvoll Musiker nahmen zusammen in Schweden auf, der Rest wurde per Video hinzugeschaltet.

Maverick – ETHEREALITY

Die Melodie macht’s

Besonders choral liefern Maverick auf ETHEREALITY großes Kino ab. Das 2012 gegründete Quintett um die Balfour-Brüder Dave und Ryan Sebastian haut ein Oh-Oh und einen catchy Refrain nach dem anderen raus. Manche Songs beginnen sogar mit hymnischen Oh-Ohs. Kein Wunder, verrät ein Blick auf die Bandpage doch, dass bis auf den Drummer alle Mitglieder Backing-Vocals beisteuern. Und die haben es melodisch und musikalisch in sich und unterstützen den nicht gerade stimmschwachen Leadsänger Dave perfekt. Bei allen oft groß aufgehenden Chören bleibt die Heavyness aber nie auf der Strecke. Gitarren und Grooves gehen gut nach vorne. Umso mehr, als bei Maverick zwei Leadgitarristen den instrumentalen Ton angeben, während Dave das vokal tut. In einer Nummer wie ›Switchblade Sister‹ findet man die Stärken der Band vereint. Hier stimmen Rock und Refrain einfach perfekt. Im finsteren Video dazu sieht man, wie sich die Nordiren ins Zeug legen und Dave Balfour sich die Seele aus dem Leib singt. Harmonischer und hymnischer Heavy-Rock aus Belfast.

7 von 10 Punkten

Maverick, ETHERALITY, METALAPOLIS RECORS/DA MUSIC

Die besten Blues-Rock-Songs: Teil 1

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Wir werfen einen Blick auf die genialsten Bluesrock-Stücke. Einige davon sind bestens bekannt, doch keine Angst: Für Überraschungen ist gesorgt!

Der Bluesrock ist im Wesentlichen das Herz des Rock’n’Roll. Seit Albert King und Andere die Musik ihrer Ahnen mit Strom und Lautstärke aufbohrten, ist er ein wichtiger Teil des Vokabulars eines jeden Rockliebhabers. Wo Vieles in der Versenkung verschwand, hat sich Bluesrock als Subgenre durchgesetzt und immer wieder neu erfunden. Manchmal mag er einem langweilig oder gar spießig erscheinen – vor allem, wenn Künstler ihn zu einem glatten, puristischen Lehrstück degradieren. Deshalb sollten wir uns wieder daran erinnern, welch großen Reichtum musikalischer Schätze er uns zu bieten hat. Also haben wir eine Liste von 50 genialen Bluesrock-Songs zusammengestellt, die jeder Rockfan gehört haben sollte. Darauf finden sich viele etablierte Klassiker und Acts, die man seit jeher mit dieser Stilrichtung in Verbindung bringt. Aber wir sind auch ein bisschen tiefer in die Materie eingetaucht und haben ein paar übersehene Juwelen zutage gefördert, vergessene Favoriten und unbekannte Killersongs von Bands, die man nicht unbedingt hier erwartet hätte – etwa Van Halen, Soundgarden oder Aerosmith, um nur ein paar zu nennen.

Platz 50: ›The Nazz Are Blue‹
THE YARDBIRDS, 1966

Jeff Beck hatte seinen Platz im Line-up gefunden und die Band stellte ihren neuen Wundergitarristen in einem äußerst munteren 12-Takter zur Schau, der jedem die Augenbrauen wegbrannte, der psychedelische Nettigkeiten erwartete. Klar, die Strophe war eine eine Fingerübung für einen Saitenhelden von Becks Kaliber, doch sein erstes Solo deutete schon an, was für ein Genie hier lauerte. Man höre bei 1:25 Minuten genau hin, wo eine ausgedehnte Note so lang in der Luft hängt, dass sie auch Nigel Tufnel von Spinal Tap hätte spielen können.

Platz 49: ›Diddy Wah Diddy‹
CAPTAIN BEEFHEART AND HIS MAGIC BAND, 1966

Im mehr als ausladenden Malkasten der Einflüsse des Captains war der Blues die dominante Farbe – sein einstiger Klassenkamerad Frank Zappa erinnerte sich, wie Don Vliet als Teenager „einfach nur zu Hause rumsaß, R’n’B-Platten hörte und zu seiner Mutter brüllte, sie solle ihm eine Pepsi bringen“. In der Folge bekam die gerade flügge gewordene Magic Band einen Plattenvertrag und debütierte mit einer Neuinterpretation von Willie Dixon und Bo Diddleys Standard, inklusive Vollfett-Bass und flatternder Mundharmonika. So straight sollte Beefheart den Blues nie wieder spielen.

Platz 48: ›Born Under A Bad Sign‹
ALBERT KING, 1967

Das Artwork von BORN UNDER A BAD SIGN mag vor Hoodoo-Elementen nur so gestrotzt haben, doch das Titelstück war der größte Glückstreffer, den King je landete. Der unheilvolle Text („If it wasn’t for bad luck, I wouldn’t have no luck at all“) stammte vom Stax-Records-Stammlyriker William Bell, doch Kings
verwundetes Heulen und seine beißenden Licks machten den Song zum Hit, katapultierten den Blueser in große Hallen und inspirierten Epigonen wie Cream (deren Coverversion auf WHEELS OF FIRE dem Original sehr nahekommt).

Platz 47: ›Strange Brew‹
CREAM, 1967

Als Cream sich an die Arbeit zu ihrem zweiten Album machten, war eine der ersten Entscheidungen von Produzent Felix Pappalardi, ihre Version des 12-Takt-Standards ›Lawdy Mama‹ in den getragenen, Psych-angehauchten Klassiker zu verwandeln, der DISRAELI GEARS eröffnet. Claptons Bedingung: Der Song musste einen authentischen Lead-Break enthalten. „Das war wie eine unausgesprochene Abmachung“, erinnerte er sich. „Ich gab nach und spielte auf diesem Popsong, im Gegenzug durfte ich darauf ein Gitarrensolo wie von Albert King einbringen.“

Platz 46: ›Oh Well (Part 1)‹
FLEETWOOD MAC, 1969

Während ihrer kurzen Hitsträhne Ende der 60er hatten Fleetwood Mac unter Peter Green die Regler bei ›Albatross‹ oder ›Man Of The World‹ auf „ätherisch“ gedreht, doch mit dem darauffolgenden ›Oh Well (Part 1)‹ von 1969 zeigten sie deutlich, wieviel Wucht sie live hatten. Eine knapp gehaltene Akustische traf auf eine geschmolzene E-Gitarre, eine Kuhglocke und bissige Worte wie „But don’t ask me what I think of you, I might not give the answer that you want me to“ – alles andere als Chartfutter also.

Platz 45: ›The Hunter‹
FREE, 1969

Ein Haufen britischer Teenager hätte ja eigentlich die Finger von diesem grandiosen Albert-King-Stück lassen sollen. Doch das freche Line-up von Free gab sich keine Blöße und lieferte eine gelungene Interpretation ab, die auf Paul Rodgers’ Raubtier-artiger Darbietung und Paul Kossoffs feuriger Leadgitarre aufbaute. Live war diese Nummer so ein Höhepunkt, dass sie die Band dazu bewegte, ihren eigenen Klassiker zu schreiben. „Wir spielten eines Abends eine Show“, erinnert sich Rodgers an die Geburt von ›All Right Now‹, „und ich sagte: Wir brauchen einen Song, der besser ist als ›The Hunter‹ – falls das überhaupt möglich ist.“

Platz 44: ›The Midnight Special‹
CREEDENCE CLEARWATER REVIVAL, 1969

CCRs üppiger Output unter Anführer John Fogerty – allein 1969 veröffentlichten sie drei Studioalben – war dem eines Arbeits lagers würdig, insofern passte dieser uralte Südstaaten-Knastsong als Highlight von WILLY AND THE POOR BOYS perfekt. Während er von einem nackten Tremolo-Schütteln in einen meisterhaften Country-Blues-Groove übergeht, fängt Fogertys raukehliger Gesang die ohnmächtige Wut des inhaftierten Erzählers, dessen Zelle von einer vorbeifahrenden Lokomotive erhellt wird, perfekt ein. Ihre donnernden Räder klingen wie ein Versprechen auf Rettung – oder Selbstmord.

Platz 43: ›WHIPPING POST‹
THE ALLMAN BROTHERS BAND, 1969

1969 wagten sich die Brothers live erstmals aus ihrer Südstaaten-Heimat hinaus und brauchten unbedingt Material für ihr Debütalbum. Gregg Allman hätte zu keinem besseren Zeitpunkt auf seine
Songwriting-Goldader stoßen können. Kaum ein Song brachte das Thema Ärger mit Frauen je besser auf den Punkt als dieser, auf dem der Sänger eine Teufelin ins Visier nimmt, die „all mein Geld nahm und mein Auto schrottete.“ Doch der Text war zweitrangig – das Wichtigste hier war der süchtig machende, hymnische Groove, der auf LIVE AT FILLMORE EAST von 1971 auf ganzen 23 Minuten in die Länge gejammt wurde.

Platz 42: ›You Shook Me‹
LED ZEPPELIN, 1969

Als bedrohlicher Psych-Blues war dieser dritte Track auf dem Debüt LED ZEPPELIN ein Quantensprung zu Willie Dixon und JB Lenoirs Original, und Jimmy Pages Lead-Breaks klangen eher nach den Tiefen des Alls als dem tiefen Süden der USA. Zeppelin gaben sich hier zwar (ausnahmsweise) mal nicht als Autoren
aus, doch sorgten immer noch für Ärger. Man warf ihnen vor, die Idee von Jeff Beck geklaut zu haben, der schon 1968 seine Fassung des Songs auf TRUTH veröffentlicht hatte. „Das ist eben ein klassisches Beispiel dafür, wenn Künstler musikalisch aus einer ähnlichen Richtung kommen“, tat es Page viele Jahre mit einem Schulternzucken ab.

Platz 41: ›The Midnight Rambler‹
THE ROLLING STONES, 1969

Im Urlaub im idyllischen Hügelland von Positano brauten Jagger und Richards den düstersten Moment des gesamten Stones-Katalogs zusammen: eine Semi-Biografie des angeblichen „Boston Stranglers“ Albert DeSalvo. Jagger schlüpfte in die Rolle des Eindringlings, der wie ein Geist „deinen Marmorflur hinunterpirscht“, was einem das Blut in den Adern gefrieren lassen würde, wenn dieser Text nicht von einem der ausgelassensten Stampfer der Bandkarriere überhaupt getragen würde. „Niemand sonst hätte diesen Song schreiben oder die Idee haben können, aus dem Blues eine Oper zu machen“, sagte Richards.

Text: Henry Yates/Polly Glass

Bonfire – ROOTS (ALMOST UNPLUGGED)

Akustisch gegen Corona

Vor ziemlich genau einem Jahrveröffentlichten Bonfire FISTFUL OF FIRE. Rückblickend gesehen, der ungünstigste Zeitpunkt für die Veröffentlichung eines neuen Albums, denn unser allseits „geliebtes“ Coronavirus hat seitdem die Liveszene gekillt. Um nicht ganz in einem Kreativloch unterzugehen, haben sich Bonfire entschlossen, ihre eigene Bandgeschichte aufzuarbeiten und liefern mit ROOTS (ALMOST UNPLUGGED) 24 Songs in neuem Soundgewand. „Unplugged“ ist ja im Albumtitel schon enthalten, so weiß der geneigte Fan, in welcher Form der musikalische Rückblick gehalten ist. Zudem enthält der Silberling noch fünf Bonus Tracks, die eigens auf Fanwunsch entstanden und im Rahmen einer Crowdfunding-Kampagne geschrieben und aufgenommen wurden.

Drei Stücke kommen mit Stromgitarren, der Rest orientiert sich an der „Unplugged“-Vorgabe. Nett, aber notwendig? Schwer zu sagen, zumindest aber als Überbrückungshilfe keine schlechte Option. Hervorzuheben ist auf alle Fälle wieder Sänger Alexx Stahl, der mit seiner imposanten Stimme auch den alten Klassikern eine ganz neue Bedeutung verleiht. Ob es für neue Fans reicht, ist eine berechtigte Frage, denn aktuell sind Bonfire mit „echten“ Gitarren die stärkere Variante.

Bonfire, ROOTS, AFM/SOULFOOD

Top 10: Zehn alberne Songs vermeintlich seriöser Brit-Rocker

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Eigentlich seriös und höchst relevant für den Verlauf der Rockgeschichte, haben auch Brit-Rocker wie The Who und Led Zeppelin manchmal albernes Zeug verbreitet. Hier eine Liste der zehn klamaukigsten Titel vermeintlich seriöser Bands.

1. ›Bucket T‹ (The Who)

2. ›The Laughing Gnome‹ (David Bowie)

3. ›Cool, Calm & Collected‹ (The Rolling Stones)

4. ›D’yer Mak’er‹ (Led Zeppelin)

5. ›Holiday In Waikiki‹ (The Kinks)

https://youtube.com/watch?v=0la2lbUh4v4

6. ›Bike‹ (Pink Floyd)

7. ›Ob-La-Di, Ob-La-Da‹ (The Beatles)

8. ›The Skeleton And The Roundabout‹ (The Idle Race)

9. ›Happy Days Toy Town‹ (The Small Faces)

10. ›Zing! Went The Strings Of My Heart‹ (The Move)