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Start Blog Seite 347

Myles Kennedy – THE IDES OF MARCH

Die andere Seite des Myles Kennedy

Auf seinem zweiten Solostreich, THE IDES OF MARCH, präsentiert sich Myles Kennedy nicht nur als (bekanntermaßen) hervorragender Singer/Songwriter, sondern auch zum ersten Mal in seiner Karriere als absoluter Gitarren-Crack. In den elf Stücken brennt Kennedy genreübergreifend ein wahres Saiten-Feuerwerk ab. Von gefühlvollem Fingerpicking und knackigem Country-Twang über coole, dreckige Bluesslides und chillige Pedal-Steel-Klänge bis hin zu tadellosen Classic-Rock-Licks und Riffs ist alles vertreten. Dabei spürt man zu jeder Sekunde der Scheibe, wie viel Spaß Myles bei den auf den Punkt arrangierten Liedern während der Kreativphase gehabt haben muss.

Die Basis für Kennedys spannende Vocal- und Gitarrenperformance bilden wie schon auf YEAR OF THE TIGER (2018) Zia Uddin am Schlagzeug und Tim Tournier am Bass. Getreu dem Motto „never change a winning team“, wurde die LP erneut von Alter-Bridge-Stammproduzent Michael „Elvis“ Baskette in Florida transparent und druckvoll in Szene gesetzt.

8 von 10 Punkten

Myles Kennedy, THE IDES OF MARCH, NAPALM/UNIVERSAL

Billy Gibbons: Neues Video zu ›My Lucky Card‹

Unser brandneues Interview mit Billy Gibbons lest ihr in der aktuellen Ausgabe von CLASSIC ROCK.

Wer schon einmal versucht hat, mit Bier in der Hand Gitarre zu spielen, weiß, dass sich das etwas schwieriger gestaltet. Für Billy Gibbons jedoch kein Problem. In seinem neuesten Video zu ›My Lucky Card‹ tut er nämlich all das: Bier trinken, Gitarre spielen und natürlich dem Kartenspiel frönen.

Mit Untertiteln wie in Stummfilmen und einem Mix aus schwarz-weiß und bunt ist das Video wohl in einer Kneipe in der Wüste aufgenommen worden. Sein neues Album HARDWARE, das am 4. Juni erscheint wurde ebenso in der sengenden Hitze aufgenommen. Mit dabei sind wie schon zuvor Austin Hanks und Matt Sorum (Guns N‘ Roses, Velvet Revolver, The Cult), der auch am Vorgänger beteiligt war.

Crosby, Stills, Nash & Young – DÉJÀ VU 50TH ANNIVERSARY DELUXE EDITION

West-Coast-LP-Klassiker von 1970 als Luxuspaket

Beim Woodstock Festival im August 1969 merkte Stephen Stills noch an: „This is the second time we’ve ever played in front of people, man. We’re scared shitless“. Ganz anders ein halbes Jahr später. Als im März 1970 DÉJÀ VU – eigentlich das zweite Album der anglo-amerikanischen Supergroup, aber das erste im Gespann mit dem ewig unschlüssigen Neil Young – in den Regalen der Schallplattenläden stand, galten Crosby, Stills, Nash & Young nicht nur in den USA als die Band schlechthin. Weltweit setzte das 10-Track-Original seither knapp 15 Millionen Einheiten ab, platzierte sich seinerzeit in zig Ländern auf der Pole Position. Unbeschadet überdauerte der mehrstimmig verabreichte sanfte West-Coast-Sound aus Folk, Rock und Country die Dekaden, und das Quartett wie auch die Einzelkünstler stiegen in den Rock-Olymp auf. Nicht nur die vier Auskopplungen – Joni Mitchells ›Woodstock‹, Stephen Stills ›Carry On‹ sowie Graham Nashs ›Our House‹ und › Teach Your Children‹ – erhielten flugs Klassikerstatus. Auch Neil Youngs ›Helpless‹ und ›Country Girl‹, David Crosbys Titelsong und ›Almost Cut My Hair‹ sowie Stephen Stills ›4 + 20‹ sowie ›Everybody I Love You‹ (die einzige Kollabo von Stills/Young) wurde diese Ehre zuteil. Doch das Unfassbare geschah: Kurz nach Beendigung einer umfangreichen US-Tour im Sommer 1970 mit übermäßigem Konsum von Alkohol, Marihuana und Kokain, auf der sich vor allem Stills gegenüber seinen Kollegen als Egomane erwies, fand das CSN&YBandparadies ein abruptes Ende. Zwar reformierte sich die Truppe seitdem noch zweimal, aber der stets uneinige Vierer konnte weder die Magie von 1969/70 neu entfachen, noch mit ebenso starkem Material überzeugen. 2015 trennten sich die Herrschaften abermals im Streit. DÉJÀ VU 50TH ANNIVERSARY DELUXE EDITION glänzt als digital optimierter Schmuckkasten, entweder im 4-CD-&-LP- oder 5-LP-Format. Eingebettet in ein 12 x 12 inch Hardcover-Buch (rare Fotos, kommentiert von Autor/Filmemacher Cameron Crowe sowie den Herren CSN&Y) enthält das Jubiläumspaket eine 180-Gramm-Vinyl-LP sowie vier Silberlinge mit insgesamt 38 bisher größtenteils unveröffentlichten Tracks, darunter Demos, Outtakes und Alternate Takes.

10 von 10 Punkten

Crosby, Stills, Nash & Young, DÉJÀ VU 50TH ANNIVERSARY DELUXE EDITION, ATLANTIC/RHINO/WARNER

The Offspring: Neues Video zu ›We Never Have Sex Anymore‹

Was braucht es für ein erfolgreiches Musikvideo? Klar, einen Stripclub, Geld, Alkohol und… Affen?

The Offspring zeigen in ihrem neuen Videoclip weniger sich selbst als vielmehr ihre tierischen Freunde. Denn die Hauptdarsteller im Video sind zwei Schimpansen, bei denen sich das häusliche Leben breit gemacht hat: Staubsaugen statt Sex. Um dem zu entfliehen, flüchtet sich der Schimpanse in den Stripclub, wo er auf niemand anderen trifft als John Stamos.

›We Never Have Sex Anymore‹ ist der siebte Song auf ihrem neuen Album LET THE BAD TIMES ROLL, das am 16. April erschien und in Deutschland direkt auf Platz fünf einstieg.

Neuheiten: Ab heute im Plattenladen

Die Bandbreite ist wieder einmal groß, von Southern Rock bis hin zu ominösen Psycedelic Rock ist in den Regalen der Plattenläden alles vertreten.

Subterranean Masquerade: MOUNTAIN FEVER

„Ihr neues Album, MOUNTAIN FEVER, ist – zumindest produktionstechnisch – das bislang reifste, mit feinen Instrumentalpassagen, songdienlichen Solos, orientalischen Zitaten (›Mountain Fever‹) und der großartigen Stimme von Davidavi Dolev, dessen Timbre Hoffnung und Melancholie, Optimismus aber auch Zweifel transportiert.“

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The Steel Woods: ALL OF YOUR STONES

„Wort- und klanggewaltig legt die traditionelle Truppe aus Nashville hier einen potenziellen zukünftigen Southern- und Country-Rock-Klassiker vor.“

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Jess And The Ancient Ones: VERTIGO

„Doch neben den fast schon verträumten 70er-Klängen, wie man sie erwarten durfte, gibt es auch frischen Wind wie in ›Love Zombi‹, das durch das Keyboard und das Tempo sehr viel moderner klingt.“

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Paul Weller: FAT POP

„›Still Glides The Stream‹, das letzte Stück, reicht zurück zu den eigenen Wurzeln in der Working Class – Weller stammt aus einer Arbeiterklassefamilie.“

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Subterranean Masquerade – MOUNTAIN FEVER

Seit fast 25 Jahren besteht die israelische Prog-Rock-Formation bereits, und sie scheint sich nach wie vor kontinuierlich weiterzuentwickeln. Ihr neues Album, MOUNTAIN FEVER, ist – zumindest produktionstechnisch – das bislang reifste, mit feinen Instrumentalpassagen, songdienlichen Solos, orientalischen Zitaten (›Mountain Fever‹) und der großartigen Stimme von Davidavi Dolev, dessen Timbre Hoffnung und Melancholie, Optimismus aber auch Zweifel transportiert. Es kommt daher nicht von ungefähr, dass Subterranean Masquerade beispielsweise mit ›Dispora, My Love‹ oder ›Somewhere I Sadly Belong‹ genau diese Gegensätze thematisieren und sie geschickt in einen Sound einweben, der an der Oberfläche heimelig wirkt, darunter aber eine mitunter verstörende Schroffheit offenbart. Ein kleines Kunststück, das durch den Mix von Jens Bogren (u. a. Opeth) perfekt ausbalanciert wurde.

Subterranean Masquerade, MOUNTAIN FEVER, SENSORY/ALIVE

Paul Weller – FAT POP

Engagierter Soul, nachdenkliche Balladen, zwischendrin Glam-Rock: solides Weller-Handwerk

Die Pandemie macht auch vorm Modfather nicht halt. Also musste Paul Weller im Frühjahr 2020 zuerst mal alleine ins Studio, um Gitarre und Gesang fürs neue Album aufzunehmen. Als im Sommer gelockert wurde, kam dann doch noch die ganze Band zusammen. Letztendlich klingt FAT POP jetzt nach solidem Weller-Handwerk.

Der Electro-Beat gleich zu Beginn irritiert zunächst, danach geht’s rein in federnden Soulpop, Glam-Rock und kraftvolle Britpop-Balladen mit Streichern und Klavier. Im Titelsong kommen Strawberry-Fields-Psychedelik, Bowie und HipHop-Vibes zusammen. Im Mittelteil des Albums engagierter Funk und Soul in Curtis-Mayfield- und Marvin-Gaye-Tradition. „Get up and get involved, it’s now or never“: Es geht um Black Lives Matter. Ansonsten viel Nachdenklichkeit. Wie findet man zu sich selbst, wie schafft man es, sich selbst zu akzeptieren? ›Still Glides The Stream‹, das letzte Stück, reicht zurück zu den eigenen Wurzeln in der Working Class – Weller stammt aus einer Arbeiterklassefamilie. Im Zentrum ein Straßenreiniger. Man solle vorsichtig sein, auf wen man herabschaut und wen man für selbstverständlich nimmt, mahnt Weller. Garantiert kein Zufall, dass der Song gerade jetzt erscheint.

8 von 10 Punkten

Paul Weller, FAT POP, POLYDOR/UNIVERSAL

The Steel Woods – ALL OF YOUR STONES

Smart Southern Rock

Nanu, eine neue Lynyrd Skynyrd? Gleich die zweite Nummer ›Out Of The Blue‹ nach dem Intro erinnert stark an die legendären Rebellen-Rocker und hat fast ›Simple Man‹-Hymnenqualitäten. Und das Timbre von Sänger Wes Bayliss kommt wirklich ziemlich nahe an das von Johnny Van Zandt heran. Hat aber auch vereinzelt eine The-White-Buffalo- bzw. Jacob-Aaron-Anmutung. Beste Voraussetzungen also für das tatsächlich schon dritte Album von The Steel Woods.

Wort- und klanggewaltig legt die traditionelle Truppe aus Nashville hier einen potenziellen zukünftigen Southern- und Country-Rock-Klassiker vor. Der nicht nur klanglich groß und dramatisch wirkt, sondern auch spirituell eine große Tragweite und leider auch eine auf realen Ereignissen gründende Tragik innehat. Mit 42 Jahren verstarb diesen Januar Gründer und Gitarrist Jason „Rowdy“ Cope überraschend im Schlaf. Mit diesem Wissen die neuen Songs zu hören, von denen die meisten aus der Feder von Cope stammen, verleiht ALL OF YOUR STONES eine besondere Aura. Die wäre natürlich schon allein aufgrund der Arrangements da gewesen, wirkt aber so noch eindringlicher. Ob die bereits aufgetauchte Kategorisierung „Smart Southern Rock“ Sinn macht? Intelligent ist der Rock von The Steel Woods auf jeden Fall. Und klassisch, bodenständig und oft episch auch.

7 von 10 Punkten

The Steel Woods, ALL OF YOUR STONES, WOODS MUSIC/MEMBRAN