Zu Ehren von Meat Loaf spielte die Leibwache der Königin eine Bläser-Version des Überhits ›I Would Do Anything For Love (But I Won’t Do That)‹ vom Album BAT OUT OF HELL II: BACK INTO HELL auf dem Gelände des Buckingham Palace.
Am 20. Januar ist der Bombastrocker im Alter von 74 Jahren verstorben. Offiziell wurde noch keine Todesursache bekannt gegeben. Das Magazin TMZ berichtet, dass Meat Loaf eine Woche vor seinem Tod an Corona erkrankt sei und deswegen ein Geschäftsessen absagen musste.
In letzter Zeit hat Eric Clapton immer wieder mit seiner Meinung zur Pandemie und zum Impfen polarisiert. Jetzt hat Slowhand eine ganz neue „Theorie“ am Start.
In einem neuen Interview mit dem „Real Music Observer“ auf Youtube hat Eric Clapton abenteuerliche Theorien zum Thema Impfung geäußert. Eigenen Angaben zufolge hat sich Slowhand intensiv mit Youtube beschäftigt und ist zu dem Schluss gekommen, dass die Plattform zu Zwecken der Massenhypnose genutzt wird.
Diese Gehirnwäsche solle dazu führen, dass die Menschen sich impfen lassen. „Als ich einmal angefangen habe, danach zu suchen, fand ich es überall.“ Warum Clapton selbst immun gegen die „subliminalen Botschaften“ ist, wieso er das „Puzzle grob Stück für Stück zusammensetzen kann“ und alle anderen nicht, darauf lieferte er keine wirkliche Antwort. Aus diesen Erfahrungen habe er sehr viel kreative Kraft geschöpft, so Clapton in dem Interview.
Die Optimisten aus Illinois „hatten nichts von alledem geplant“, doch weit im fünften Jahrzehnt ihrer Existenz erleben Cheap Trick einen neuen, späten Kreativitätsschub.
„Der Rock’n’Roll ist eine Achterbahnfahrt, und genauso verlief auch unsere Karriere“, sagt Robin Zander, Leadsänger und Rhythmusgitarrist von Cheap Trick. „Wir hatten über die Jahre so unsere Höhen und Tiefen. Dabei hatten wir nie irgendwelche Ziele, wir machen einfach weiter das, was wir machen, weil wir es lieben. Was soll ich sagen? Ich mag Rocksongs mit guter Energie.“ Zander versucht damit, zwei Dinge zu erklären. Erstens die Langlebigkeit von Cheap Trick, der Band, der er seit 1974 mit charmantem Elan vorsteht. Und dann ist da noch die nach wie vor ungestüme Intensität und Verve ihres jüngsten Albums IN ANOTHER WORLD, das auf 50 wundersamen Minuten ein Konzentrat von allem abliefert, was Cheap Trick am besten können: knackigen Power-Pop, großartige Balladen, Hooks, Harmonien und Glam-Bam-Rock’n’Roll.
Das Album krönt zudem eine produktive Phase so spät in ihrer Karriere, in der sie vier Platten in wenig mehr als vier Jahren veröffentlicht haben. „Wir genießen tatsächlich die Herausforderung des Aufnehmens“, erklärt der flamboyante Leadgitarrist Rick Nielsen mit seinem charakteristischen Baseball-Cap, der Fliege und den verrückten Bühnenposen. „Auf IN ANOTHER WORLD sind 13 Tracks und wir hatten wahrscheinlich noch mindestens ein halbes Dutzend mehr. Zur selben Zeit nahmen wir auch einen Beatles-Song für Howard Stern auf, einen David-Bowie-Track mit [dem Produzenten] Jack Douglas und einen Song für ein Harry-Nilsson-Tribute-Album. Wir arbeiten also gerne. Und wir scheinen nie nach Dingen suchen zu müssen, die wir tun können – sie suchen uns.“
Die Aufnahmen hatten begonnen, als Cheap Trick auf dem Label Big Machine aus Nashville waren, das 2016 mit BANG, ZOOM, CRAZY … HELLO die Rückkehr zu alter Form veröffentlichte, ebenso wie die beiden 2017er Werke WE’RE ALL ALRIGHT! sowie CHRISTMAS CHRISTMAS. Heute sind sie bei BMG unter Vertrag. IN ANOTHER WORLD hätte schon 2019 erscheinen sollen, doch dann machte Covid einen Strich durch die Rechnung. Der Opener ›The Summer Looks Good On You‹ (auch als ›Here Comes The Summer‹ bekannt) voller berstender Lungen und Powerakkorde erschien als Vorgeschmack sogar schon 2018. Diese lange Entstehungszeit schlägt sich stellenweise in den angesprochenen Themen nieder. Bei all dem Pep und Überschwang prickelnder Stücke wie ›Here’s Looking At You‹ oder ›Boys & Girls & Rock’n’ Roll‹ haben Cheap Trick die Ära Trump auf ihre ganz eigene, besondere Ar t kommentiert: ›Another World‹, ›The Party‹ und ›Final Days‹ berichten alle von düstereren, besorgniserregenderen Zeiten. „Ich denke, sie spiegeln wider, wie sich alle fühlen“, so Zander. „Das war vor Covid, also sprachen wir von den USA im Allgemeinen, über Politik und wie die Dinge laufen. Ich denke, wir hatten alle das Gefühl, von einem Mob regiert zu werden.“
Pessimismus war jedoch noch nie ein Wesenszug von Cheap Trick. Zander betont, dass der Song ›Another World‹ „vielleicht ein dunkles Bild malt, aber man achte auch auf die Worte im Refrain: ‚We could be happy, in another world we could be free/There will be peace for you and me‘.“ „Es geht darum, das Gleichgewicht zu finden“, fügt Nielsen hinzu. „Ich denke, wir sprechen in einem Rockkontext realistischer über die Dinge. Wir versuchen nicht, wie Springsteen zu sein und allen vorzupredigen, wir zeigen nur einen Teil von unserem Leben. Das sind dreieinhalb Minuten Dinge, die wir beobachtet haben, die wir fühlen.“ Das Album endet mit einer bissigen Coverversion von John Lennons Protesthymne ›Gimme Some Truth‹. Entstanden in den Zeiten von Nixon und Vietnam, ist die Botschaft aktuell wie eh und je und hat in den 50 Jahren, seit Lennon sie aufnahm, nichts von ihrer Relevanz verloren. „Der Song war einer der ersten, an die ich für diese Platte gedacht habe, wegen der Lügen in unserem Land“, so Zander. „Nachdem wir ihn aufgenommen hatten, durchdrang er gewissermaßen das ganze Album. Alles schien in diesen Bereich zu passen.“
Die Verbindung zu Lennon passt dabei zu einer ganz bestimmten Erinnerung Nielsens, vor allem angesichts der Tatsache, dass ›Final Days‹ ein Riff von dessen ›Cold Turkey‹ zitiert. „Ich arbeitete mit John und Yoko bei den DOUBLE-FANTASY-Sessions an einem Song namens ›I’m Losing You‹“, erinnert er sich. „Ich war im Studio und spielte, und John sah Jack Douglas an und sagte: ‚Mein Gott, ich wünschte, ich hätte Rick auf ›Cold Turkey‹ gehabt. Clapton bekam einen Kloß im Hals‘.“ Auf dem Cover von ›Gimme Some Truth‹ ist auch der einstige Sex Pistol Steve Jones zu hören, der eine gebührend kratzbürstige Gitarre spielt. Er nahm die Einladung an, nachdem Zander und Nielsen in seiner Radiosendung „Jonesy’s Jukebox“ bei einem Sender in Los Angeles aufgetreten waren.
„Ich kenne Steve schon lange und Cheap Trick haben die Sex Pistols immer geliebt“, erklärt Nielsen. „Ihr Ansatz war so komplett anders als das, was wir machten, aber er hatte immer noch diese rohe Kraft. Also zeigte ich ihm eine Gitarre, die ich zum Sender mitgebracht hatte, und wir spielten zusammen zu etwas mit, das gerade ausgestrahlt wurde. Dann fragte ich ihn, ob er gerne auf einem Track mit uns spielen würde. Er mochte den Gedanken des Songs und es funktionierte perfekt. Jetzt können wir den Typen gar nicht mehr loswerden.“
„Als Bands kamen die Pistols und Cheap Trick etwa zur selben Zeit auf, also ergab es für ihn wohl Sinn“, fügt Zander hinzu. „Wir sind eine völlig andere Band, von simplen Balladen bis zu Vollgasnummern. Ich denke, deswegen schätzen uns Leute wie Steve Jones, denn er mochte die Intensität und die Vielfalt.“
1977 schufen Meat Loaf und Jim Steinmann mit Bat Out Of Hell ein Jahrhundertalbum, das an Bombast nur schwer zu übertreffen war und ist.
Am 20. Januar ist der große Meat Loaf im Alter von 74 Jahren von uns gegangen. Nur nachvollziehbar, dass wir dem Sänger und Schauspieler das Video dieser Woche widmen, um sein Werk und Schaffen zu ehren.
Der Clip zum über achtminütigen ›Paradise By The Dashboard Light‹ vom Jahrhundertalbum BAT OUT OF HELL von 1977 zeigt Meat Loaf und Karla DeVito – passend zum Text über das erste Mal – beim expressiven, verschwitzen Live-Duett-Geflirte. Eingesungen wurde der Song jedoch von Ellen Foley.
Die niederländischen Americana-, Rock-, Singer Songwriter Vanderlinde veröffentlichen am kommenden Freitag, den 28. Januar, ihr neues Album MUY RICO.
Als letzten Vorgeschmack auf die Platte gibt es jetzt die neue Single ›Little Things‹ zu hören, für die sich die Gruppe Unterstützung von der Band Venice aus den Staaten geholt hat.
Mastermind Arjan Van der Linde über die Kollaboration: „Ich bin seit Jahren ein großer Fan von Venice, dass sie jetzt auf ›Little Things‹ mitsingen, ist eine große Ehre. Der Track war bereits auf dem Album PERFECT SADNESS zu hören. Die Version mit Venice wird nun als Bonustrack auf MUY RICO enthalten sein.“
Seine besten Ergebnisse erzielte er im Tandem mit Songwriter Jim Steinman. Ihr bombastischer, wagnerianischer Rock ist fast schon ein eigenes Genre.
Vielleicht mit Ausnahme von Tiny Tim war Marvin Lee Aday, der Mann, der Meat Loaf wurde, wahrscheinlich der am wenigsten zu einem solchen prädestinierte Rockstar, der je die Bühnen der Welt eroberte. Der übergewichtige Exzentriker mit strähnigem Haar, einem Faible fürs Theatralische und einer Stimmgewalt, die Mauern zum Einstürzen bachte, verbrachte die ersten Jahre seiner Karriere als Mitglied des unterschätzten Soulrock-Duos Stoney And Meatloaf in den Niederungen der Charts. Dann setzte er eine kleine, aber denkwürdige Duftmarke in der Geschichte der Popkultur mit seiner Rolle als Motorrad-Wahnsinniger Eddie in einer Broadway-Produktion von 1974, deren Filmadaption ein Jahr später folgen sollte: „The Rocky Horror Picture Show“. Zwei Jahre später stieg er dann so plötzlich wie schockierend zum absoluten Superstar auf. Meat Loaf ist zu 50 Prozent verantwortlich für BAT OUT OF HELL von 1977, eines der meistverkauften Rockalben aller Zeiten – bis heute über 50 Millionen Exemplare – und wahrlich eines der grandiosesten.
Meat und sein halb verrückter, schwarze Handschuhe tragender Songwriting-Partner Jim Steinman waren ein unvergesslicher Act. BAT OUT OF HELL markierte den Zenit des bizarren, aber majestätischen Rockexzesses der 70er und wird wohl nie mehr übertroffen werden. Was nicht heißen soll, dass Meat es nicht versucht hät te. In den folgenden Jahrzehnten probierte er sich als Schauspieler (mögen wir nie seine brillante Darbietung des großmöpsigen Revolutionärs in „Fight Club“ vergessen, oder seine Rolle als leidgeplagter Busfahrer in „Spice World“), reizbarer Reality-TV-Star („The Apprentice“, neben Donald Trump) und Bestsellerautor. Und er machte weiter Musik, manchmal wieder mit Steinman, etwa beim überraschenden Comeback Mitte der 90er mit der supereingängigen, textlich verwirrenden Pop-Goth-Powerballade ›I’d Do Anything For Love (But I Won’t Do That)‹.
Auf jeden Fall war es eine denkwürdige Reise . In einer sechs Jahrzehnte umspannenden Karriere hat Meat Loaf viele Höhen und Tiefen erlebt, aber man wird sich an ihn zweifellos immer als den triefend nassen, keuchenden, geilen Gossenopern-Fleischberg erinnern, der sich seine eigene bombastische Vielfraßrock-Nische in die Popkultur schnitzte und den Rock’n’Roll so noch größer und seltsamer machte. Hier werfen wir einen Blick auf die wilde Welt der Meat-Loaf-Alben. Dabei mag es Momente des Fremdschämens geben, doch der Mann, der ›Bat Out Of Hell‹ sang, hat unseren Respekt verdient.
UNVERZICHTBAR
BAT OUT OF HELL CLEVELAND INTERNATIONAL/EPIC, 1977
Die Kombination aus den notgeilen Minisymphonien des durchgeknallten Songwriters Jim Steinman und Meat Loafs seismischoperatischem Heulen war nicht aufzuhalten und nicht zu toppen. Diese Hits werden noch die nächsten tausend Jahre nachhallen, und selbst unsere Enkelkinder werden noch den Text zu ›Paradise By The Dashboard Light‹ und ›Two Out Of Three Ain’t Bad‹ auswendig können.
BAT war die perfekte Mischung aus den Teenager-Todesballaden der 50er, Broadway-Pomp und polterndem Hardrock, erschaffen in einer längst vergangenen Welt, in der die Rock’n’Roll-Götter über die Erde stampften und niemand das so wuchtig tat wie Meat Loaf. Der Begriff „Classic Rock“ wurde praktisch für diese Platte erfunden.
BAT OUT OF HELL II: BACK INTO HELL PURE MUSIC, 1993
Schon der Erfolg des Originals von 1977 schien unwahrscheinlich, doch wie würden die Chancen der Fortsetzung am Höhepunkt des Alternative-Hypes der 90er stehen? Das Letzte, was 1993 irgendjemand hören wollte, war irgendein schwachsinniges Album von knattrigen alten Dinosauriern wie Meat und Steinman. Und doch riss sich das ewig zankende Duo noch mal zusammen und erschuf sein zweitbestes Album: eine Sammlung wirklich atemberaubenden Rock’n’Roll-Bombasts, inklusive der vielleicht wunderschön absurdesten und fast grotesk aufgeblasensten Powerballade aller Zeiten, ›I’d Do Anything For Love (But I Won’t Do That‹). Der Rest der Platte ist kein bisschen weniger abgedreht. Was für ein Comeback!
WUNDERBAR
DEAD RINGER EPIC, 1981
1980 schonte Meat seine von einer ewigen Tournee ruinierten Stimmbänder, daher nahm Jim Steinman den BAT-Nachfolger BAD FOR GOOD ohne ihn auf. Bei der Arbeit an jenem Album schrieb er aber auch dieses, und als Meats Stimme wieder belastbar war, machte er daraus diese gelungene Rückkehr zu alter Form. Dezenter als BAT, befriedigt es dennoch das Verlangen nach epischem, wagnerianischem Rock’n’Roll und wird von drei starken Singles verankert: ›Read ’Em And Weep‹, ›I’m Gonna Love Her For The Both Of Us‹ und dem Titelstück, einem Duett mit Cher. Einer von Meats größten Schätzen.
BAT OUT OF HELL III: THE MONSTER IS LOOSE VIRGIN, 2006
Ein etwas trügerischer Titel, denn Steinman und Meat standen damals vor Gericht im Streit um die Rechte an der Phrase „bat out of hell“, also gab Steinman die Produktion an Desmond Child ab. Dennoch ist das Album unglaublich over the top. Die meisten Songs hatte Steinman geschrieben, aber nicht als Fortsetzung des BOOH-Themas (was auch immer das sein mag). Trotzdem eine solide Sammlung von Meat-Jams mit einer weiteren Killer-Powerballade (›It’s All Coming Back To Me Now‹) und einem knackigen, metalartigen Opener, ›The Monster Is Loose‹, geschrieben von Nikki Sixx und John 5.
STONEY & MEAT LOAF RARE EARTH, 1971
Der Beweis dafür, dass Meat auch vor Steinman schon angenehm großspurig war. Dieses Kleinod entstand, als er und Shaun „Stoney“ Murphy zum Ensemble des Hippie-Musicals „Hair“ gehörten. Sie unterschrieben bei Rare Earth, dem kurzlebigen Rockableger von Motown, und S&Ms einzige Veröffentlichung passte als überschäumendes Gebräu aus Bläsern, Donner, bluesigem Vollfett-R’n’B und aufgebohrtem Gospelrock bestens zur Motown-Vision. Das Highlight ist der Opener ›(I’d Love To Be) As Heavy As Jesus‹, der wohl meatloafigste Satz aller Zeiten.
BAD ATTITUDE ARISTA, 1984
Ähnlich wie Alice Cooper schielte auch Meat Loaf bei der Arbeit an seinen Alben immer auf die gerade aktuellen Trends in der Rockmusik. Entstanden in der Glam-Metal-Welle Mitte der 80er, ist dies sein härtestes Album, eine wahre Orgie aus Shredding und „Woo-hoo“s. Befeuert von der furiosen Single ›Modern Girls‹ (die floppte, aber damals waren eben alle mit Billy Idol und Van Halen beschäftigt), fanden sich auf BAD ATTITUDE Gitarren von Bruce Kulick (Kiss) und ein Duett mit Roger Daltrey. Dies war Meats Versuch, mit den Kids mitzuhalten. Und größtenteils gelang ihm das auch.
ANHÖRBAR
HANG COOL, TEDDY BEAR MERCURY, 2010
Hier zog Meat alle Register. Steinman war nicht beteiligt, aber statt obskure Songwriter zu engagieren, entschied er sich für große Kaliber wie Justin Hawkins, Jon Bon Jovi, und Desmond Child. Dazu kamen Gastauftritte von u. a. Brian May, Steve Vai und Jack Black. Das Resultat ist ein Feuersturm aus fiebrigen Visionen, vertont mit wagemutigem, wahnwitzigen und bombastischem Theater-Rock. Hier und da gleitet das Ganze zwar in Kitsch ab, doch dies ist womöglich Meats ambitioniertestes und monumentalstes Album – und das will wirklich was heißen.
MIDNIGHT AT THE LOST AND FOUND EPIC, 1983
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Enstanden während einer Sendepause zwischen Meat und Steinman, fand sich hier eine Studioband aus Rockgrößen ein (u. a. Rick Derringer und Syknyrd-Gitarrist Gary Rossington). Randinfo: Zwei der Songs, die Steinman ursprünglich für diese Platte geschrieben hatte und dann anderen Künstlern verkaufte, wurden zu Riesenhits: Air Supplys ›Making Love (Out Of Nothing At All)‹ und Bonnie Tylers ›Total Eclipse Of The Heart‹. Doch auch so hat MIDNIGHT den klassischen Meat-Sound, und selbst wenn er es hasste, hat es den Charme von 70er-Radio-Deepcuts.
WELCOME TO THE NEIGHBOURHOOD VIRGIN, 1995
Zwei Jahre nach dem gigantischen Erfolg von BAT II servierte Meat dieses Konzeptwerk über eine gescheiterte Beziehung. Das warf zwar keine nennenswerten Hits ab, wurde aber trotzdem zum Platinseller. Die siebenminütige Single ›I’d Lie For You (And That’s The Truth)‹ war Meat in Reinkultur, doch das Album ist mit angenehm eingängigem Hardrock ziemlich energisch. Unter den Songwritern finden sich Legenden wie Steinman, Sammy Hagar und Steven Van Zandt. Zwar nicht der überragende BAT-II-Nachfolger, den sich alle erhofft hatten, aber eine solide Sammlung von kraftvollem AOR.
SONDERBAR
BLIND BEFORE I STOP ARISTA, 1986
In Meat Loafs Karriere gab es einige Grausamkeiten, als seine Stimme völlig hinüber war und er sich für sehr fragwürdige Kollaboratoren entschied (vergessen wir nicht, dass er 2011 einen Song mit Lil’ Jon und dem Typen von Sugar Ray machte), doch dieses Album ist noch übler. Auf der verzweifelten Suche nach einer Nische, in der er die 80er überleben könnte, tat sich Meat mit Milli-Vanilli-Produzent Frank Farian zusammen und erschuf einen pastellfarbenen Brei aus Synthie-Fanfaren und Funk-Bässen. Mit ›Masculine‹ und dem stürmischen ›Rock’n’Roll Hero‹ gab es zwei kleinere Highlights, der Rest ist Müll.
„Nun ist sie wieder da, die so herrlich quäkende Stimme von Ben Kowalewicz. Mit ihr präsentiert er nicht nur engagiert und erstaunlich stimmig zwischen Nachdenklichkeit und Party-Attitüde changierende Lyrik.“
„Die Jungs beweisen also auch mit NOT THE END OF THE ROAD ihr Händchen für moderne Sounds, wuchtige Hymnen und eingängige Hooks, gepaart mit 80er-Jahre-Stadionrock-Attitüde.“
„Der mehrfache Grammy-Preisträger Chris Lord-Alge (Green Day, Pat Benatar) hat sich um die Produktion gekümmert und hievt BLOOR STREET oftmals ins Heartland-Rock-Territorium. Steht Sutherland sehr gut zu Gesicht, der Schritt in diese Richtung.“
„Eine wirklich kraftvolle Ansage also, die zwar aller Wahrscheinlichkeit nicht die Welt verändern wird, aber doch zumindest für denkwürdige Live-Erlebnisse sorgen sollte, wenn die Band endlich wieder in ihren natürlichen Lebensraum zurückkehrt: auf die Bühne.“
„Ein Sound, wie er aus Dave Chapelles „Charlie Murphy’s True Hollywood Stories“, gekreuzt mit dem Studio 54, stammen könnte, solide produziert und mit einem Augenzwinkern.“
„When the world is ending only Rock can save it“ verkünden die Würzburger unmissverständlich auf ihrer Website und nennen ihr sechstes Album auch noch programmatisch CHANGE THE WORLD. Klassisch unverblümte Hippie-Rhetorik also – und wie wir leider alle wissen, hat die auch in den 60er-Jahren schon keine wirklich grundlegende Veränderung herbeigeführt. Debbie Craft und ihre Mannen lassen sich dennoch nicht von dem Versuch abhalten, ihre bessere Welt herbeizurocken – und das tun sie hier so überzeugend wie eh und je. Die Covid- Lähmung hat dabei keineswegs eingesetzt, denn beachtlich ist an dieser Platte vor allem, dass WolveSpirit energischer denn je aus dem Gatter galoppiert kommen. Vom Opener ›Don’t You Know‹ über das grandios energische Titelstück und das mehr als passend betitelte ›Thunder And Llightning‹ bis zum Dampfhammer ›Strong Against The Wind‹ an sechster Stelle ist Dauerpower angesagt und der bluesig geerdete, psychedelisch angehauchte Classic Rock der Truppe driftet gelegentlich sogar Richtung Metal, was ihm bestens steht. Eine wirklich kraftvolle Ansage also, die zwar aller Wahrscheinlichkeit nicht die Welt verändern wird, aber doch zumindest für denkwürdige Live-Erlebnisse sorgen sollte, wenn die Band endlich wieder in ihren natürlichen Lebensraum zurückkehrt: auf die Bühne.