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Elvis Costello – Spectacle: Elvis Costello With… Season One

TRI1747Je später der Abend, desto berühmter die Gäste.

Elton John ersann mit Partner David Furnish 2008 ein Konzept, das so neu nicht war: Eine TV-Show, in der allein die Musik im Vordergrund steht – und nicht die Prominenz oder gar die Skandale der auftretenden Künstler. In Großbri­tanien läuft Ähnliches schon seit Jahren erfolgreich als „Later with Jools Holland“. Elton Johns Gegenstück, ausgestrahlt auf Robert Redfords New Yorker Kabelkanal Sundance, wird von einem ebenso skurrilen Mode­rator präsentiert: ELVIS COS­TEL­LO WITH… SEASON ONE sammelt die ersten 13 jeweils einstündigen Episoden der mittlerweile in zweiter Staffel ausgestrahlten Reihe. Illustre Gäste empfängt der eloquente Costello in jeder Folge. Den Auftakt mit Sir Elton zu bestreiten, der von seinen Idolen wie Leon Russell und David Ackles schwärmt, lag nahe. Dass Costellos Gattin, Jazzsängerin Diana Krall, in Folge 10 zu Gast sein würde, wohl auch. Doch es ist schlicht atemberaubend, wenn der multitalentierte Rufus Wainwright auf Costellos Eklektizismus trifft. Herbie Hancocks Genie zwischen Jazz, Funk und Elektronik fasziniert ebenso wie Lou Reeds gutgelaunte Anekdoten aus ferner Zeit, die leider schon wieder vergangene Reunion von The Police, Smokey Robinsons Motown-Erinnerungen oder das Quartett Kris Kristofferson, Norah Jones, Rosanne Cash und John Mellencamp. Sehr speziell auch Ex-US-Präsident Bill Clintons Beitrag, der über Jazz, Swing und Elvis Presley plaudert.

Michael Köhler

Black Crowes – Cabin Fever

BlackCrowes_DVDWoodstock Revisited: Music From Big Pink, Version 2010.

Selbst 42 Jahre nach dem gigantischen Einschlag, den MUSIC FROM BIG PINK von The Band hinterließ, sind noch Auswirkungen zu spüren: Band-Schlagzeuger Levon Helm veranstaltet in seiner Scheune bei Woodstock regel­mäßig „Midnight Rambles“ genannte Konzerte mit lokalen Musikern, aber auch dem einen oder anderen prominenten Gast. Nachdem Black-Crowes-Sänger Chris Robinson auftrat, stand im Handumdrehen ein neues Projekt fest: CABIN FEVER. Innerhalb einer Woche spielte das Sextett aus Atlanta/Georgia vor kleinem Publikum in Helms Studiohütte sein aktuelles Album BEFORE THE FROST… UNTIL THE FREEZE ein – und die Kameras liefen immer mit.

Mit gewohnt deftigem Southern Rock inszenieren sich die Crowes nach wie vor als eine Mixtur aus Allman Brothers, Rolling Stones und Faces. Abgesehen von Instant-Klas­sikern wie ›Aimless Peacock‹, ›Good Morning Captain‹ und ›Roll Old Jeremiah‹, finden sich auf CABIN FEVER ein paar bislang unveröffentlichte Überrasch­ungen und kurze Interviewseg­mente: etwa ›Shady Grove‹, akustisch in brüderlicher Duo-Besetzung aufgezeichnet, Fred Neils Folk-Ode ›Dolphins‹ und Velvet Undergrounds ›Oh! Sweet Nuthin’‹, gesungen von Gitarrist Rich Robinson. Zeitloser Rock’n’ Roll!

Michael Köhler

Gillan – ON THE ROCKS

GILLANWenig erfolgreich, aber doch gute Mucke: Livemitschnitt im Doppel-Vinyl-Format.

Als Prototyp des langmähnigen Frontmanns mit Sirenenstimme verewigte sich der Brite Ian Gillan in den Rock-Annalen, als er in der kurzen Spanne von 1969 bis 1973 der legendären Mark-II-Besetzung von Deep Purple angehörte. Wie ein Mühlstein hing dem einst als Sopran im Kirchenchor gestarteten Sänger das Deep-Purple-Etikett um den Hals. Im Gegensatz zu Nachfolger David Coverdale, erwies sich keines der Post-Purple-Projekte Ian Gillans als sonderlich erfolgreich. Kaum Beachtung fand auch das 1978 formierte Quintett Gillan mit immerhin sechs Studioalben in vier Jahren. Nicht veröffentlicht wurde seinerzeit die Live-Rille ON THE ROCKS. Mitgeschnitten auf einer EuropaTournee am 17. Juni 1981 in Aachen, erschienen die zwölf Songs erstmals 2002 offiziell auf dem Label Angel Air. Für die aktuelle Vinyl-Version der Doppel-LP im 180g-Format zeichnet sich die ebenfalls auf Backkatalog-Themen spezialisierte Firma Sireena Records verantwortlich. In unglaublicher Form präsentieren sich Gillan beim Querschnitt durchs Repertoire mit klassischen Hard-Rock-Epen wie ›No Laughing In Heaven‹, ›No Easy Way‹ und ›Ven-geance‹. Gitarrist Bernie Tormé brilliert solistisch auf ›Tormés Last Stand‹, Schlagzeuger Mick Underwood auf ›Thunderwood‹ und Keyboarder Colin Towns auf ›Bite The Bullet‹. Coverversionen der Rock ’n’Roll-Standards ›Trouble‹ und ›Lucille‹ fehlen ebenso wenig wie das unvermeidliche ›Smoke On The Water‹. Wenig später waren Gillan Geschichte. Ian Gillan verweilte für ein Album bei Black Sabbath, bevor er 1984 half, Deep Purple zu refomieren.

Neu! – VINYL BOX

Neu VinylBox_neu

Vorreiter: Rothers und Dingers Musik war wirklich neu!

Propheten zählen weder was im eigenen Land – noch zu ihrer Zeit. Schlagzeuger Klaus Dinger und Gitarrist Michael Rother, zwei ehemalige Mitglieder von Kraftwerk, mussten sich einfach damit arrangieren, dass sie zwar als Vorreiter einer neuen Klangvision galten, ihre Pioniertaten in Deutschland aber kaum gewürdigt wurden. Anerkennung kam für Dinger, der mit La Düsseldorf weiterhin Klangforschung betrieb, und den seit der Trennung mit seinem Langzeitprojekt „Melodien für Millionen“ beschäftigten Michael Rother vor allem aus dem angloamerikanischen Ausland: David Bowie, Brian Eno und Public Image Ltd. zählten zu den ersten, die nicht nur lobten, sondern unmittelbar nachahmten und damit auch noch Erfolg hatten. Als endlich auch der deutsche Pop-Olympionike Herbert Grönemeyer im Jahr 2000 die Klangwelt von NEU! entdeckte, um sie für sein Label Grönland kommerziell auszuwerten, da war es für das verkannte Genie Klaus Dinger, der unter ärmlichen Verhältnissen mit 62 Jahren 2008, drei Tage vor seinem 62. Geburtstag, an Herzversagen starb, fast schon zu spät. Immerhin legten Dinger und Rother, über Jahrzehnte zerstritten, endgültig ihre Differenzen bei.

Viel geschrieben und geredet worden ist in all den Jahren über die Innovationskraft von NEU!. Über ihren notorisch motorischen Beat, der die Drummachine vorwegnahm, den ökonomischen Minimalismus, der New Wave schon Jahre zuvor beschwor und auch über das wie zufällig hingepinselte Artwork mit einem Eddingstift in Neonfarben, das die Pop-Art-Ästhetik revolutionieren sollte.

Zwei Jahre nach Dingers Ableben nimmt Grönemeyers Firma sich ein weiteres Mal der hierzulande ungeliebten Pioniere an. VINYL BOX beinhaltet die drei regulären Werke NEU!, NEU! 2 und NEU! 75 im längst überfälligen 12- Inch-Format, wie sie einst auch das Kosmische-Kraut-Rock-Label Brain auflegte. Ebenfalls in formschöner Box findet sich das sagenumwobene Album-Phantom NEU! 86 mit einer Laufzeit von immerhin 44 Minuten inklusive vier unveröffentlichten Tracks. Eine als Non-Public Test deklarierte Maxi-Single vom Mai 1972, ein 36- seitiges Bilderbuch sowie eine NEU!-Sprühschablone runden das Paket ab. Ein kostenloses T-Shirt sowie freie Digital-Songs gilt es per mitgeliefertem Downloadcode unter www.neu2010.com zu ordern.

Uriah Heep – ON THE REBOUND – A VERY ‘EAVY 40TH ANNIVERSARY COLLECTION

Uriah Heep OnTheRebound

Doppel-CD-Anthologie einer noch existenten Hard-Rock-Institution: ›Easy Livin’‹ mit der ›Lady In Black‹.

Stets kritisch beäugt wurde die vor allem in der ersten Hälfte der siebziger Jahre international immens erfolgreiche britische Formation Uriah Heep. An der Band, benannt nach einer der übelsten Figuren in Charles Dickens’ Literaturklassiker David Co-perfield, wurde bemängelt, sie betreibe reinen Kopismus. Vor allem die identisch besetzten Deep Purple wurden zur Unterfütterung dieser These heran-gezogen.

Gewisse Parallelen sind tatsächlich auszumachen: Melodramatische Hammond-Orgel, prägnante Gitarren-Riffs und eine zuweilen hysterisch spitze Schreie ausstoßende Sangesdiva ziehen sich wie ein roter Faden durch die Doppel-CD ON THE REBOUND – A VERY ‘EA-VY 40TH ANNIVERSARY COL-LECTION. Statt chronologisch die Entwicklung Uriah Heeps abzuklopfen, entschloss sich das noch einzig verbliebene Ur- Mitglied, Gitarrist Mick Box, die 36 Tracks nach sehr persönlichen Kriterien auf zwei CDs zu verteilen.

Doch kann der clevere Trick die Tatsache nicht verbergen, dass vor allem frühes Material wie ›Gypsy‹, ›Look At Yourself‹ und ›Stealin’‹ mit Sänger David Byron – und nicht das seiner Nachfolger John Lawton, John Sloman, Peter Goalby, Steff Fon-taine und Bernie Shaw im Ge- dächtnis haften bleibt. Erstaun-lich frisch tönen noch immer seinerzeit verpönte Single-Auskopplungen wie ›Lady In Black‹, ›The Wizard‹ oder auch ›Easy Livin’‹, die von jüngeren Genera-tionen ohne Vorurteile auf dem iPod konsumiert werden können.

Scorpions – IN TRANCE / VIRGIN KILLER / TAKEN BY FORCE

SCORPIONSScorpions in Bestform: Drei Meisterwerke mit Gitarrist Uli Jon Roth.

An Deutsc-lands dienstältester Formation vermochte bislang kein ein-heimischer Künstler zu kratzen. Seit 30 Jahren gelten die 1965 aus der Taufe gehobenen Scorpions global als verlässlicher Exportschlager in Sachen Hard Rock. Relevant für den Mega-Erfolg in Übersee und Fernost waren allerdings vor allem jene Alben, die von Klaus Meine und Co. nach 1980 produziert wurden.

Doch besitzt der Dinosaurier eine ebenso interessante Vorgeschichte: Zwischen 1973 und 1978 entstanden nach dem Brain-Debüt LONESOME CROW fünf Alben für das Label RCA. Drei davon landeten jetzt in der Reihe „Original Album Classics”. Die immerhin 14 Jahre währen-de, durchaus fruchtbare Kollaboration mit Produzent Dieter Dierks begann im Jahr 1974 mit IN TRANCE, nach FLY TO THE RAINBOW der zweite Longplayer in der Neuformierung mit Hendrix-Verehrer Uli Roth an der Gitarre. Auffällig orientieren sich die Hannoveraner am Stil der Hamburger Kollegen von Lucifer’s Friend: Hammer-Riff-Rock und Balladen-Bombast, verziert mit Meines Kastratengesang.

Ausbaufähig präsentiert sich das Konzept auf dem Nachfol-ger VIRGIN KILLER mit ›Pic-tured Life‹, ›Catch Your Train‹ und ›Backstage Queen‹. Aber-mals verzichtet wurde auf das einst schon indizierte Cover. Ein Umstand, der auch für TAKEN BY FORCE gilt. Noch weit weg vom sentimentalen Gepfeife für Perestroika macht Billy Corgans favorisierte Besetzung bei ›Steamrock Fever‹, ›We’ll Burn The Sky‹ und ›He’s A Woman – She’s A Man‹ ordentlich Druck.

In Trance 7

Virgin Killer 8

Taken By Force 8

Queen – SINGLES COLLECTION 3

QUEENSingles-Klassiker, Teil 3: For Collectors Only.

Mit der SING-LES COLLECTI-ON 3 setzt sich die Box-Set-Reihe mit ihren Miniatur-Repliken in originalem Cover-Artwork fort: Musikalisch eher unspektakulär und dem typisch pompösen Produktionsstil jener Ära ergeben, präsentierte sich das britische Quartett Mitte bis Ende der achtziger Jahre. Internationale Hits lieferten Freddie Mercury und Konsorten dennoch: ›It’s A Hard Life‹, ›One Vision‹, ›A Kind Of Magic‹, ›Friends Will Be Friends‹ oder ›I Want It All‹ klingen zwar etwas schwerfälliger als das Material eine Dekade zuvor, stechen qualitativ aber noch immer heraus aus den Banalitäten diverser Kollegen der Post-Wave-Jahre, die sich vor allem durch unsinnig in die Länge gezogene 12 Inch Remixe, sinnentleerte Produktionen und gesichtslose Projekte definierten.

Nicht sämtlichen Queen-Veröffentlichungen gelang automatisch Top-10-Status: ›Hammer To Fall‹, ›Thank God It’s Christ-mas‹, ›Pain Is So Close To Plea-sure‹ und ›Scandal‹ umwehte ein Hauch von Beliebigkeit. Besonderes Augenmerk kommt der melancholischen Rock-Ballade ›Who Wants To Live Forever‹ aus dem Soundtrack HIGH-LANDER zu: Brian Mays getragene Komposition klingt wie eigne Begräbnis-Arie, die auf geradezu unheimliche Weise Freddie Mercurys frühen Tod 1991 pro-phezeit.

The Pretenders – PRETENDERS/PRETENDERS II / LEARNING TO CRAWL / GET CLOSE / LAST OF THE INDEPENDENTS

PRETENDERSDr. Chrissie und Mrs. Hynde: eine Amerikanerin in England.

Über den Umweg als Rock-Journalistin und Szene-Darling im Pop-Mekka London gelang der amerikanischen Sängerin, Gitarristin und Komponistin Chrissie Hynde der Karrierestart: Gleichermaßen von Punk-Spirit und Pop-Bewusstsein beseelt, tönt das Debüt PRETENDERS mit zeitlos frischen Songs wie ›Private Life‹, ›Brass In Pocket‹ und dem Kinks-Cover ›Stop Your Sobbing‹.

Nicht minder ambitioniert die Visitenkarte von PRETENDERS II, das mit ›Talk Of The Town‹, ›Bad Boys Get Spanked‹, ›Mes-sage Of Love‹ und weiterem Kinks-Oldie ›I Go To Sleep‹ abermals grandios punktet.

Der komplette Neustart folgt 1983 nach dem Tod von Gitar-rist James Honeyman-Scott und Bassist Pete Farndon – ersetzt von Robbie McIntosh und Mal-colm Foster – mit LEARNING TO CRAWL: ›Middle Of The Road‹ rockt, ›Back On The Chain Gang‹ swingt – und die Version von The Persuaders’ ›Thin Line Between Love And Hate‹ soult ganz famos.

Gewohnte Qualität liefert 1986 auch wieder GET CLOSE: ›Don’t Get Me Wrong‹ entwi-ckelt sich zum Welthit via Video-Clip, der liebevoll Tribut an die Serie „Mit Schirm, Charme und Melone“ zollt. ›Room Full Of Mirrors‹, ein eher unbekannter Track von Jimi Hendrix, überrascht mit erstaunlichem Einfühlungsvermögen. Als Ballade mit dramatischem Hit-Potenzial treibt ›I’’ll Stand By You‹ 1994 den Verkauf von LAST OF THE INDEPENDENTS in abermals veränderter Besetzung an.

Pretenders 10

Pretenders II 10

Learning To Crawl 8

Get Close 7

Last Of The Independents 7