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Sturgill Simpson: Hamburg, Prinzenbar (18.01.16)

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sturgill simpson in bloom„Nashville kann mich mal!“

Es ist die Deutschlandpremiere des Mannes, den die alternative Gegenbewegung zum formelhaften US-Radio-Country zu ihrer Galionsfigur erkoren hat. Nach dem Überraschungserfolg seines unorthodoxen Space-Americana-Albums METAMODERN SOUNDS IN COUNTRY MUSIC (2014) verbrachte der Sänger aus Kentucky praktisch ganz 2015 auf US-Tour. „Als unser Management fragte: ‚Habt ihr Lust auf zwei Wochen Europa‘ jammerte meine Band: ‚Wir brauchen Urlaub!’“ grinst er nun. „Echt jetzt! Die Jungs sind Anfang 20 und unverheiratet! Was hätte ich in dem Alter für so einen Trip gegeben! Jetzt bin ich, der 37 ist, Frau und Kind hat, alleine unterwegs!“ Nur seine Gitarre, nicht mal ein Tourmanager begleitet den späten Senkrechtstarter. „Der Vorteil ist: Ich kann auf diesen Soloshows spielen, was ich hören will, denn meine eigenen Songs hängen mir nach zwei Jahren auf Tour zum Hals raus!“ Zu zwei Dritteln seines Sets interpretiert Simpson daher klassische bis obskure Cover: Die Stanley Brothers, Lefty Frizell, Jimmy Martin. Seine Fans, die sicher auf mehr seiner Songs hofften, sind dennoch happy. Eine Chance, den US-Star so hautnah zu erleben, wird es schließlich so schnell nicht wieder geben. Album drei steht für 2016 in den Startlöchern. Ein Top-5-Einstieg in den US-Charts scheint garantiert, mindestens. Dass er den Titelsong der neuen HBO-Serie „Vinyl“ zugesprochen bekam, verdankt Simpson wohl schon der neuen Marketing-Power. Auch die neue Platte wird mit den Regeln brechen, deutet Simpson zum Abschied an: „Im Sommer komme ich wieder“, verspricht er, „mit Band! Und mit Bläsern! In Nashville sagt man ja, Country und Bläser, das verträgt sich nicht. Aber Nashville kann mich mal!“

Everyday Circus: München, Garage Deluxe (25.01.16)

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Everyday_Circus_Promo2016_02Da geht noch mehr

Eingebettet in eine relativ belanglose Vor- und eine unspektakuläre Nachband, präsentieren Everyday Circus aus Merzig im Saarland ihr komplettes Album MIRRORS in der Garage Deluxe.
Trotz einer beklagenswerten Kulisse mit gerade mal 20 Nasen, liefert das versierte Quartett eine professionelle und ambitionierte Show ab und empfiehlt sich definitiv für größere Aufgaben und größere Locations.
Die Nummern von MIRRORS werden nicht in CD-Reihenfolge gespielt, was aber der Spannung und Dramatik keinerlei Abbruch tut, da Stücke wie ›Falling‹ oder ›I’m Your Anchor‹ in sich geschlossene und geschickt aufgebaute Werke mit teilweise unerwarteten Wendungen sind. Nach oftmals ruhigen Anfängen explodieren Song und Band mitunter und es kommt zu wahren Gefühlsausbrüchen. Besonders Schlagzeuger Simon Müller, der heute hinter einer Glasscheibe spielt, weil er am Tag zuvor mit seiner Energie und seinem Volumen allzu dominant war, explodiert geradezu durchgehend. Dank der Trennung kann heute die ganze Band brillieren und überzeugen, vor allem Sänger und Gitarrist Matteo Schwanengel hängt sich vokal und instrumental intensiv rein. Auch der ständig hüpfende Basser Eren Selcuk und der zweite Gitarrist und Sänger Marc Weber machen trotz des spärlichen Publikums einen motivierten Eindruck und runden den positiven Gesamteindrück ab. Der abwechslungsreiche und originelle alternative und grungige Rock der Vier wird im Verlauf der Show zusehends proggig, aber die Rechnung und vor allem die Melodien gehen jedesmal auf. Interessante Band, von der man noch einiges hören möchte und hoffentlich auch hören wird…

Walter Trout: München, Theaterfabrik (06.12.15)

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Walter-Trout-4Danke für alles

Auch wenn Joe Bonamassa in Sachen Bluesrock momentan den Ton angibt, hat das Genre doch wesentlich mehr zu bieten, wie die Show von Legende Walter Trout deutlich zeigt. Allerdings kommt der Sonntagabend nicht ganz ohne eine Bonamassa-Verbindung aus. Schließlich ist dieser auf dem gleichen Label wie Trout und verhalf auch dessen Vorband Simo zu ihrem Deal.

Nachdem dieses Power-Psychedelic-Impro-Hippie-Trio das überwiegend reifere Publikum mit hochwertigen, aber stellenweise etwas langatmigen Jams in positive Schwingungen versetzt hat, zieht ein gealterter, aber bestens gestimmter Trout die Blues- und Rockzügel deutlich an. Die Freude über seine neue Leber und das neue Leben verhehlt der 64-Jährige zu keiner Sekunde, und dankt zwischen vielen Nummern vom neuem Album BATTLE SCARS immer wieder seiner Frau für ihren Beistand. Mit ›Omaha‹ besingt er sogar den Staat, in dem er sein neues Organ erhalten hat. Mit viel Leidenschaft spielt und singt sich Trout durch ein intensives, ja geradezu ergreifendes Programm aus Cover-Versionen von Kollegen wie Luther Allison und B.B. King sowie eigenen Stücken. Unterstützt wird der Wiedergeborene von einer sehr tighten Band, bei etlichen Stücken auch von seinem Sohn Jon an der Gitarre. Kurzfristig kommt sogar Trouts Tourmanager Andrew Elt, der früher bei den niederländischen Glamrockern Sleeze Beez sang, für einen gitarristischen und vokalen Beitrag mit auf die Bühne.

Und nicht nur das Geschehen dort hat viel Familiäres und Freunschaftliches, auch im Publikum geht es emotional zu und man freut sich über Trouts Rückkehr mindestens genauso wie er selbst. Nach fast zweieinhalb Stunden beenden Trout und seine Mannen das Konzert, und zwar mit dem von Don Nix geschriebenen und durch Freddie King be­­kannten Blues- Standard ›I’m Going Down‹. Das ist aber glücklicherweise nicht programmatisch zu sehen, denn mit Trout und seiner Gitarre ist definitiv wieder zur rechnen.

Jason Isbell: Hamburg, Knust (12.01.16)

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jason-isbell-amp-400-unit-here-we-rest-2221Wackelnde Wände und wohlig-warme Gefühle

Jason Isbell steht im gleißenden Scheinwerferlicht und schließt die Augen. Versunken greift der mit seinem exzellenten fünften Album SOMETHING MORE THAN FREE zu einem der Top-Stars der aktuellen Southern-Rock-Szene avancierte Mann aus Alabama in die Saiten und singt mit melancholischer, dennoch kraftvoller Stimme. Der Volumenregler seiner semi-akustischen Duesenberg-Gitarre ist voll aufgedreht, die Verzerrung maximal. So lässt der 36-Jährige in rückkoppelnder Neil-Young-Manier die Wände des prima gefüllten Knust erzittern. Am Rande der Bühne kauert Leadgitarrist Sadler Vaden über seinem Instrument. Vadens Spiel erinnert – speziell bei den herrlich relaxten und im Vergleich zur CD deutlich ausgeweiteten Soli – an das von Mike Campbell, dem Sechs-Saiten-Guru aus Tom Pettys Begleitgruppe The Heartbreakers. Aufgrund ihrer so unterschiedlichen und kurioserweise doch hervorragend harmonierenden Stile sind die Momente am spannendsten und bewegendsten, wenn sich die beiden Musiker Gitarrenduelle nach alter Allman-Brothers-Tradition liefern. Und von denen gibt es einige. Speziell zu Beginn und am Ende des gut 90-minütigen Auftritts.
Der Mittelteil des Sets besteht dagegen aus etwas leiseren, gefälligeren Nummern. Die nehmen zwar ein wenig die knackig rockende Dynamik aus dem Konzert, sorgen aber für willkommene Abwechslung bezüglich der Stimmung auf und vor der Bühne. Das Programm setzt sich größtenteils aus neuen Tracks und Stücken vom ebenso empfehlenswerten Vorgängerwerk SOUTHEASTERN zu­­sammen. Dazu gesellen sich einige ältere Kompositionen – darunter auch drei, von Kennern im Saal euphorisch gefeiert, die Isbell in den 00ern für seine Ex-Band The Drive-By Truckers verfasst hatte. Eröffnet wurde die Show vom nur mit Akustikgitarre auftretenden John Moreland, dessen Songs angenehme Assoziationen zu den Balladen von Steve Earle wachrufen. Morelands kluge, emotionale Texte und seine herzzerreißende Interpretation von Liedern wie ›Nobody Gives A Damn About Songs Anymore‹ wären den Eintrittspreis eigentlich allein wert gewesen. So gingen alle Anwesenden am Ende rundum zufrieden und mit einem wohlig-warmen Gefühl hinaus in die nasskalte Hamburger Nacht…

Oliver Kube

Steven Wilson: Stuttgart, Liederhalle (12.01.16)

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wilson-steven-50de298b62720Ein neues THE WALL

Jeder Besucher, der schon mal ein Steven-Wilson-Konzert besucht hat, kam danach kaum aus dem Schwärmen heraus. Was Englands Prog-Messias bei seiner zweiten Tournee zum Meisterwerk HAND. CANNOT. ERASE auf die Beine stellte, übertraf dennoch alles, was es jemals live von ihm zu erleben gab. Erstmals führte Wilson das Konzeptalbum in seiner Gänze auf. Das ist nicht nur die einzig angemessene Inszenierung für das atmosphärisch verdichtete, hochemotionale und kunstfertig gewobene Kleinod. Sondern die Rechtfertigung all der Meriten, all des überschwänglichen Lobes, das der Musiker in letzter Zeit einheimste. In der ersten Hälfte des Sets entsteht etwas zutiefst Magisches und Mitreißendes, das man in dieser Form selten erlebt hat und mit Recht als THE WALL des 21. Jahrhunderts bezeichnen darf. Eine in sich versunkene Band, deren Sound mehr als raumfüllend durch die Liederhalle dröhnt und trotz der Lautstärke mit eindeutig herausschmeckbaren Nuancen und filigraner Instrumentalkunst betört. Die Gastsängerin Ninet Tayeb, die in ›Routine‹ und ›Ancestral‹ zu tränen rührt, tosenden Szenenapplaus erhält und schlichtweg eine atemberaubende Performance auf die Bretter legt. Die Videos, einzigartig in ihrer Qualität, die feinsinnige Trauer, das Chaos und den inneren Tumult der Musik mit starken Bildern zu unterlegen. Eine gute Stunde erliegen fast 2.000 Besucher einer sensationellen Prog-Rock-Darbietung. Und werden danach entsprechend geplättet ins störend grell erleuchtete Foyer entlassen. Dass es im zweiten Teil der Show eine Weile dauert, bis Guru Wilson sein Publikum wieder in den Bann gezogen hat, ist nach solch einer emotionalen Nabelschau sehr verständlich. Natürlich intoniert er mit seiner Band auch hier meisterlich die großen Momente von Storm Corrision, Porcupine Tree und aus seiner Solokarriere. Allein, die ganz und gar einnehmende Stimmung des ersten Teils will nicht mehr so recht aufkommen. Muss sie natürlich auch nicht, allein dass Ninet Tayeb in seiner neu aufgenommenen Version des überlangen Porcupine-Tree-Glanzstücks ›Don’t Hate Me‹ abermals auf der Bühne steht, ist mehr, als man von vielen anderen Konzerten erwarten kann. Besser als bei Steven Wilson wird es zur Zeit eben wirklich nicht.

Life Of Agony: München, Backstage Werk (24.01.16)

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life-of-agony-158589Respekt!

Nach 30 Minuten mit den etwas farblosen – und das nicht nur wegen der schwarzen Outfits – Second Function aus der Schweiz und einer kurzen Umbaupause, wird um exakt 21.00 Uhr das Energielevel deutlich hochgefahren.
Mit ›River Runs Red‹ packen Life Of Agony gleich zu Beginn einen ihrer größten Hits aus und dementsprechend begeistert reagiert das Publikum. Songs vom gleichnamigen Erfolgsalbum bilden auch den Löwenanteil der letzten Show auf der Deutschlandtour der New Yorker. Aus dem anfänglich wohlwohlenden Kopfnicken vor der Bühne wird zusehends enthusiastisches Gehüpfe, und hin und wieder bilden sich sogar Circle Pits.
Frontfrau Caputo, die nur gelegentlich etwas mit ihrem inzwischen auch nicht mehr so neuem Geschlecht kokettiert, ist gut bei Stimme, gut gelaunt und sichtlich dankbar angesichts der positiven bis überschwänglichen Resonanz. Caputo lässt es sich im Laufe der Show nicht nehmen, auf Tuchfühlung mit den Fans zu gehen, wenn auch nur gesichert hinter einer Absperrung. Auch Gitarrist Joey Z. wagt einen kurzen Ausflug von der Bühne in die Halle.
Mit wuchtigen Riffs und schweren Grooves legen Life Of Agony eine zackige und knackige Show hin, die selbst nach nur relativ kurzen 75 Minuten überwiegend zufriedene Gesichter hinterläßt. Erstaunlich auch einmal mehr der abwechslungsreiche Sound der urbanen Rocker, der mal schwer in Richtung Doom – Black-Sabbath-Einflüsse sind unüberhörbar – und meist sehr hardcorelastig ausfällt. Aber auch poppige Nummern wie ›Weeds‹ vom Album SOUL SEARCHING SUN fügen sich gut in die Setlist des Quartetts ein, und selbst ohne neues Album, das letzte stammt immerhin von 2005, weht hier eine Menge Frische durch das gut gefüllte Backstage-Werk. Songs, die eigentlich mehr Statements sind, etwa ›Respect‹ und ›I Regret‹ mit der besonders inbrünstig dargebotenen Textzeile „Need to shed all my skin and start again“, lassen weder Fragen noch Wünsche offen.
Das Konzert endet, wie es begonnen hat, mit einer Nummer aus RIVER RUNS RED. ›Underground‹ bläst endgültig (allen Anwesenden) die Lichter aus.

Foo Fighters: Dave Grohl auf Bowies Spuren

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dave grohl pat smear bowieDave Grohl und Pat Smear haben sich in Los Angeles die Wirkungsstätten von David Bowie angeschaut – seht hier das Video dazu.

Während der Aufnahmen zum 1976 veröffentlichten STATION TO STATION lebte der im Januar verstorbene David Bowie eine Zeit lang in Los Angeles. Dave Grohl und sein Foo-Fighters-Kollege Pat Smear haben sich im Pickup-Truck auf Spurensuche gemacht.

So besichtigen die beiden etwa Bowies Wohnhaus oder den Schauplatz seines ersten Auftritts in L.A. Pat Smear erzählt, dass er sein Idol früher regelrecht gestalkt und sogar dessen aufgerauchten Zigaretten aufgesammelt habe. Zwischendurch telefonieren die beiden mit Joan Jett, die damals in der Nähe Bowies wohnte.

Schließlich kehren Grohl und Smear im berühmten „Rainbow Bar & Grill“ ein, wo Grohl von einem so lustigen wie traurigen Mailwechsel mit Bowie berichtet. Doch schaut’s euch an.

Hier seht ihr Dave Grohl und Pat Smear auf den Spuren von David Bowie:

Hail, Caesar!

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hail caesar filmGanze vier Jahre sind ins Land gegangen seit dem letzten vollwertigen Coen-Brothers-Film „Inside Llewyn Davis“, in dem sich der inzwischen in „Star Wars“ als Rebellenpilot tätige Oscar Isaac als abgehalfterter Folk-Sänger durch das winterliche New York schlug. Grau getüncht, zigarettenrauchverhangen und farbentleert waren dort die Bilder und schienen die perfekte Entsprechung der tristen Innenwelt ihres Protagonisten zu sein. Die stargespickte Noir-Farce „Hail, Caesar!“ wirkt im Gegensatz dazu, als wären all die bei „Inside Llewyn Davis“ eingesparten Farbvorräte nun hier zum Einsatz gekommen. Verortet in der goldenen Ära der Traumfabrik, als epische Historienschinken und bonbonbunte Musicals en vogue waren, erstrahlt der neue Coen in kontrastreich schillerndem Technicolor-Look, wenn sich Josh Brolin, behindert durch allerlei Intrigen und undurchsichtige Machenschaften, auf die Suche nach dem entführten Superstar Baird Whitlock (George Clooney) begibt. Eine bis in die kleinsten Nebenrolle brillant besetzte, scharfzüngige und höchst unterhaltsame Hollywood-Satire des Brüderpaares, das hier erneut einen hintersinnigen Kinovolltreffer landet.

Hail, Caesar!
Universal
8/10