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Humble Pie – OFFICIAL BOOTLEG BOX SET VOL. 1

Vier Konzertmitschnitte der energetischen Brit-Supergroup.

Den Neustart im Supergroup-Format wagten 1969 Steve Marriott (Small Faces), Peter Frampton (The Herd), Greg Ridley (Spooky Tooth) und Jerry Shirley (Apostolic Intervention). Recht bald kamen sie zumindest geschäftlich vom Regen in die Traufe: Andrew Loog Oldhams Label Immediate machte nach zwei famosen Profilierungsalben Pleite. Erst der Wechsel zur US-Firma A & M unter der Ägide von Manager Dee Anthony ließ die Saat aufgehen. Auf dem Weg in die Stadion-Gigantomanie verloren Humble Pie das gegen den Ex-Colosseum-Gitarristen Clem Clempson eingetauschte Multi­talent Frampton.

An jener Stelle setzt OFFICIAL BOOTLEG BOX SET VOL. 1 an: Auf drei CDs verteilen sich vier Konzertmitschnitte. Vor- und Nach­teile führt die im Arie Crown Theatre von Chicago am 22. September 1972 aufgezeichnete Mo­­mentaufnahme der SMOKIN‘-Tour im Gepäck: Der von Schreihals Marriott angeführte Rock’n’Heavy-Stil kam zwar unverändert wuchtig bis krawallig über die Bühne, was Cover-Versionen wie ›C’Mon Everybody‹, ›Honky Tonk Women‹, ›Hallelujah, I Love Her So‹ und ›I Don’t Need No Doctor‹ belegen. Doch das bis zur vierten LP ROCK ON (1971) so ausgewogene Yin-Yang-Prinzip zwischen Marriott und dem virtuosen Frampton fehlte spürbar. Rehabilitation erfuhr das Schlachtschiff auf der nächsten Tour zum Doppelalbum EAT IT am 16. Mai 1973 im Shibuya Kokaido von Tokio: Mit dem Vokaltrio The Blackberries (Billie Barnum, Clydie King, Venetta Fields) im Schlepptau tendierten Humble Pie mit ›Hot’n’Nasty‹, ›30 Days In A Hole‹ und ›I Believe To My Soul‹ mehr zu Soul, Gospel und Blues.

Bei der Festival-Stippvisite auf dem Charlton Athletic Football Ground am 18. Mai 1974 sowie wenige Wochen später am 6. Juni 1974 im Londoner Rainbow Theatre ließen Humble Pie es abermals ordentlich krachen. Als Überraschung fungierte der Small-Faces-Klassiker ›Watcha Gon­na Do About It‹.

7/10

Humble Pie
OFFICIAL BOOTLEG BOX SET VOL. 1
CHERRY RED /ROUGH TRADE

AC/DC: Alle CLASSIC ROCK-Titel mit den Australiern hier erwerben!

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AC/DC und deren verschiedene Mitglieder zieren den Titel von CLASSIC ROCK natürlich nicht zum ersten Mal. Die Australier schafften es bereits auf vier unserer Cover!

Sammlerfreunde aufgepasst! Völlig zu Recht waren die australischen Hard Rock-Legenden von AC/DC bereits vier Mal auf dem Titel unseres CLASSIC ROCK Magazins.

Insgesamt stehen jedoch sogar sechs verschiedene Cover zur Auswahl, da zwei Ausgaben – wie beispielsweise die Aktuelle mit Brian Johnson – mit je zwei unterschiedlichen und exklusiven Titeln veröffentlicht wurden. Die perfekten Sammlerstücke für alle Fans und Liebhaber!

Wer noch nicht glücklicher Besitzer aller sechs Exemplare sein sollte, der hat hier die Möglichkeit, die fehlenden Juwelen nachträglich zu erwerben. Ein perfektes Ensemble für eine schöne Fan-Collage, oder?

Hier geht’s zu den Nachbestellungen.

Jon Lord – WINDOWS

jon lordFrisch remastert: das zweite Solowerk des Deep-Purple-Organisten.

Wenn unter dem Motto „Rock meets Classic“ irgendwelche Pop- und Rock-Gassenhauer in symphonisch aufgebrezeltem Gewand präsentiert werden, dann ist das ja bestenfalls ganz nett – Jon Lords Genrekreuzungen waren aber stets von deutlich anderem Kaliber: Für seine Soloalben komponierte Deep Purples Tasten­artist eigene Stücke – hier im Verbund mit Eberhard Schoener –, die er dann mit befreundeten Rock­musikern und großem Orchester inszenierte.

WIN­DOWS wurde am 1. Juni 1974 live vor Publikum im Münchner Her­kulessaal aufgezeichnet. Schoener dirigierte das Orchester der Kammeroper, Lord hatte Kollegen wie Glenn Hughes, David Coverdale, Ray Fenwick, Tony Ashton und Pete York im Schlepptau. Die beiden Stücke des Albums, ›Conti­nuo On B.A.C.H.‹ und das dreiteilige ›Window‹ weisen Lord als wahren Cross­over-Pionier aus, der so mühelos wie dynamisch zwischen Rock, Jazz und Klassik changiert. Was zwangsläufig keine flaue Nebenher-Beschallung hervorbringt, sondern echte Hinhör-Musik – genossen vorzugsweise mit Kopfhörern. Das ist nichts für Puristen. Und rein gar nichts für Leute, deren Klassik-Affinität bei Mozarts Greatest Hits endet. Wer aber gerne über den Tellerrand blickt, ist mit WINDOWS genauso gut bedient wie mit Lords Erstling GEMINI SUITE von 1971.

Noch ein bisschen stringenter geriet der Nachfolger SARABANDE – der als remasterte Edition ebenfalls noch in diesem Jahr erscheinen wird. Grund zur Freude!

7/10

Jon Lord
WINDOWS
EARMUSIC/EDEL

Ghost: München, Zenith (23.04.2017)

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Spectaculum Satanae

Der Tag des Herren. Die Jüngerschaft von Ghost pilgert gen Zenith, um sich die dunkle Saat des Teufels in die Seele pflanzen zu lassen. Na gut, man bleibe bei des Pudels Kern: Bis auf einige Fundamentalisten in Ghoul-Masken gestaltet sich das Publikum überraschend heterogen, was deutlich auf die zunehmende Beliebtheit der Band hinweist. Vor okkulter Bleiglaskulisse wird mit ›Square Hammer‹ von der jüngsten POPESTAR-EP schließlich die schwarze Messe mit dem zartschmelzenden Kern eingeläutet. Zwar regen sich die Gemüter in der halbvollen Halle bereits, gelöster wird die Stimmung jedoch erst bei ›Cirice‹ und der Proto-Teufelsanrufung ›Year Zero‹. Ironischerweise spielen sich Ghost quasi rückwärts durch ihre Diskographie und vollenden die Liturgie mit ›Rituals‹.

Fast: „You want a happy ending?“, fragt il Papa das zögerliche Auditorium augenzwinkernd anzüglich und schließt den coverfreien Abend (kein ›If You Have Ghost‹!) mit dem orgiastischen ›Monstrance Clock‹. Nicht nur hier dürfte das weibliche Publikum die subtilen erotischen Vibes spüren, die Ghost durch die Mystik ihrer Maskierung aussenden. Vor allem der charmante Hohepriester leibhaftig steuert dazu bei und führt – ohne Kommentar zu den jüngsten Anschuldigungen – galant durch das Programm und die Zuschauer in Versuchung: Papa Emeritus III. ist ein dandyiesker Mephisto, der auf der Schulter sitzend mit glockenhellem Gesang diabolisches Liedgut ins Fan-Ohr säuselt.Welch Ungeheuerlichkeiten auch immer gerade hinter den Masken vorgehen mögen: Ghost füllen mit ihrem operettenhaften und eingängigen Heavy-Spectaculum eine Lücke, die in der Rockwelt viel zu lange unbesetzt blieb.

Willie Nelson – GOD’S PROBLEM CHILD

Am 29. April feiert Willie Nelson seinen 84. Geburtstag. Ein Alter, in dem man es normalerweise geruhsam angehen lässt. Nicht natürlich Mister Willie Nelson. Die texanische Country-Ikone ist längst zum Inbegriff von Kreativität und Produktivität geworden – sein neues Album GOD’S PROBLEM CHILD ist ein weiterer Beleg dafür. Erstaunlich aber ist: Der verknitterte Graubart schmeißt nicht einfach ein weiteres Album auf den Markt. Ganz im Gegenteil: Es klingt – wie alle letzten Werke des Red Headed Strangers – wie eine Herzensangelegenheit. Liebevoll, leidenschaftlich, mit Tiefgang und herrlich ausgeloteter Gefühlsskala, von purer Euphorie bis tränengetränkter Todtraurigkeit. Willie Nelson eben. Sieben der zwölf neuen Songs schrieb er gemeinsam mit seinem langjährigen Freund und Produzent Buddy Cannon. Ein über die Jahrzehnte hinweg eingespieltes Team – wie reife, unaufgeregte Titel wie die schmucke Ballade ›True Love‹, das aufgedrehte Statement ›Still Not Dead‹ und das wunderbar nostalgische Rührstück ›It Gets Easier‹ belegen. Erstaunlicherweise lässt der alte Knabe auf dem Album auch mal moderne Klänge vernehmen: ›Delete And Fast Forward‹ (ebenfalls aus der Feder von Nelson & Cannon) klingt für seine Verhältnisse schon fast „hip“. Das gilt natürlich nicht für den Titeltrack, für den ein junger und ein alter Haudegen Pate standen: Jamey Johnson und Tony Joe White schrieben und singen diesen saucoolen Country-Blues, Big Willie steuert lässige Gitarrenlicks auf seiner heißgeliebten Trigger bei. Bei ›A Woman’s Love‹ schleicht sich dann noch ein Stück Wehmut ein, beschert es doch ein letztes Wiederhören mit dem im November 2016 verstorbenen Klavier- und Songwriter-Guru Leon Russell.

(Ohne Punkte-Bewertung)

MARIO KART 8 DELUXE

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mario kartRennspaß deluxe.

Seit 25 Jahren rasen Nintendo-Cha­raktere wie Latzhosenträger Mario, Ober­­schurke Bowser oder Gorilla Donkey Kong auf knallbunten Parcours um die Wette. Langeweile kommt trotzdem nicht auf, denn: Auch in den verschiedenen MARIO-KART-8-Modi bereitet es ein diebisches Vergnügen, gegnerische Fahrer auf 48 Strecken per Turboboost am Auspuff des eigenen Karts oder Motorrads riechen zu lassen und sie mit Bananenschalen, Beschleunigungspilzen, Bomben oder Blitzen von der Bahn zu drängen. Dass die 42 kauzigen Protagonisten in bestimmten Abschnitten kurzzeitig als Drachenflieger durch die Lüfte gleiten, kopfüber an Wänden oder unter Wasser fahren können, erhöht den enorm hohen Spaßpegel zusätzlich. Besonders viel Freude bereiten Multiplayer-Rennen für bis zu vier (stationär) beziehungsweise zwölf Teilnehmer (online). Die Deluxe-Version des 2014er-Wii-U-Meilensteins besticht mit etlichen Erwei­te­rungen: Neben hübscherer Grafik trumpft der Fun­racer auf Nintendos neuer Konsole beispielsweise mit einer optionalen Einsteiger-Steuerung, zusätzlichen (SPLATOON-2-)-Charakteren, einem überarbeiteten „Schlacht“-Modus mit acht Strecken, komplett neuen Modi („Räuber und Gendarm“), amiibo-Unterstützung und vielem mehr auf. Pflichtkauf für Switch-Besitzer!

MARIO KART 8 DELUXE
Switch
ININTENDO/VÖ: 28.04.

David Duchovny – Ein Papagei in Brooklyn

david duchovnyJoints, Grateful Dead und eine Versöhnungsgeschichte.

David Duchovny, bekannt aus den TV-Formaten „Akte X“ und „Californi­cation“, veröffentlicht mit „Ein Papagei in Brooklyn“ seinen zweiten Roman und skizziert auf feinfühlige und witzige Weise die gescheiterte Vater-Sohn-Beziehung zwischen Ted Fullilove und seinem Erzeuger Marty. Man schreibt das Jahr 1978: Der pseudo-kommunistische Ted arbeitet als lebensgroße Erdnuss im New Yorker Baseball­stadion und fristet ein eher kümmerliches Dasein zwischen Joints, Grateful Dead und seinen nie zu Papier gebrachten Romanideen. Erst die fatale Krebsdiagnose seines Vaters, von dem sich Ted nie wirklich geliebt fühlte, reißt ihn aus seinem lethargischen Trott. Obwohl er seit Jahren keinen Kon­takt mehr zu seinem alten Herren hatte, bringt die tödliche Krankheit in Verbindung mit ihrer beider Leidenschaft – dem Baseball – und einer Dosis Cannabis die Männer wieder näher zusammen. Ted lernt seinen zynischen und mit obszönen Schimpftiraden um sich werfenden Vater in dessen letzten Tagen auch von einer ganz neuen Seite kennen. Es ist eine ergreifende, dabei aber niemals platt wirkende Versöhnungsgeschichte, die dem Leser mit ihrer direkten Sprache und den poetischen Einsprengseln schnell ans Herz wächst. Mithilfe von Rückblenden erhellt Duchovny das Dunkel im Innenleben seiner Protagonisten und lässt Vater und Sohn im Zuge einer mehrdimensionalen und herrlich unaufgeregten Selbstfindungs­reise wieder zueinander finden. Ein Buch, das problemlos an einem Stück verschlungen werden kann und den Leser weder langweilt noch überanstrengt.

7/10

Ein Papagei in Brooklyn
VON DAVID DUCHOVNY
Heyne Encore

The Magpie Salute: Ex-Black Crowes-Mitglieder kommen mit neuem Album auf Tour!

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The Magpie Salute nennt sich die neue Formation um drei ehemalige Black Crowes-Mitglieder. Im Juni erscheint das Debütalbum, direkt anschließend präsentiert CLASSIC ROCK die Kombo live in Deutschland!

Im Jahr 2016 fanden die ehemaligen Black Crowes-Mitglieder Rich Robinson, Marc Ford und Sven Pipien wieder zueinander und scharten eine neue musizierende Jüngerschaft um sich.

Das Ergebnis ist eine zehnköpfige Kombo, die sich The Magpie Salute nennt und am 9. Juni 2017 ihr erstes und gleichnamiges Debütalbum veröffentlicht. Darauf werden neben den Black Crowes Songs ›What Is Home‹ und ›Wiser Time‹ auch Coverversionen von Pink Floyd, The Faces oder Bob Marley zu hören sein.

Der einzig neue Song nennt sich ›Omission‹ und fungiert gleichzeitig als fulminanter Opener des Albums. Die Black Crowes-Vergangenheit einiger Mitglieder kristallisiert sich bei diesem Track deutlich und auf angenehme Weise heraus. Bis auf diese Ausnahme wurde das gesamte (Cover-)Material live vor kleinem Publikum im Applehead Recording Studio in Woodstock in New York aufgenommen.

In Gedenken an den kürzlich verstorbenen Black Crowes-Keyboarder Eddie Harsch haben the Magpie Salute außerdem dessen letzte Aufnahmen mit auf ihr Debüt gepackt.

Seht hier das Video zu ›Coming Home‹ zu Ehren von Eddie Harsch:

The Magpie Salute live in Deutschland, präsentiert von CLASSIC ROCK:
11.07. Frankfurt, Batschkapp
12.07. München, Tollwood Festival
13.07. Berlin, Huxleys