Review: David Duchovny – Ein Papagei in Brooklyn

-

Review: David Duchovny – Ein Papagei in Brooklyn

- Advertisment -

david duchovnyJoints, Grateful Dead und eine Versöhnungsgeschichte.

David Duchovny, bekannt aus den TV-Formaten „Akte X“ und „Californi­cation“, veröffentlicht mit „Ein Papagei in Brooklyn“ seinen zweiten Roman und skizziert auf feinfühlige und witzige Weise die gescheiterte Vater-Sohn-Beziehung zwischen Ted Fullilove und seinem Erzeuger Marty. Man schreibt das Jahr 1978: Der pseudo-kommunistische Ted arbeitet als lebensgroße Erdnuss im New Yorker Baseball­stadion und fristet ein eher kümmerliches Dasein zwischen Joints, Grateful Dead und seinen nie zu Papier gebrachten Romanideen. Erst die fatale Krebsdiagnose seines Vaters, von dem sich Ted nie wirklich geliebt fühlte, reißt ihn aus seinem lethargischen Trott. Obwohl er seit Jahren keinen Kon­takt mehr zu seinem alten Herren hatte, bringt die tödliche Krankheit in Verbindung mit ihrer beider Leidenschaft – dem Baseball – und einer Dosis Cannabis die Männer wieder näher zusammen. Ted lernt seinen zynischen und mit obszönen Schimpftiraden um sich werfenden Vater in dessen letzten Tagen auch von einer ganz neuen Seite kennen. Es ist eine ergreifende, dabei aber niemals platt wirkende Versöhnungsgeschichte, die dem Leser mit ihrer direkten Sprache und den poetischen Einsprengseln schnell ans Herz wächst. Mithilfe von Rückblenden erhellt Duchovny das Dunkel im Innenleben seiner Protagonisten und lässt Vater und Sohn im Zuge einer mehrdimensionalen und herrlich unaufgeregten Selbstfindungs­reise wieder zueinander finden. Ein Buch, das problemlos an einem Stück verschlungen werden kann und den Leser weder langweilt noch überanstrengt.

7/10

Ein Papagei in Brooklyn
VON DAVID DUCHOVNY
Heyne Encore

Kommentieren Sie den Artikel

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein

Das Neueste

Video der Woche: ZZ Top mit ›Burger Man‹

Diese Woche verstarb überraschend Dusty Hill, Bassist von ZZ Top. Wir widmen ihm unser Video der Woche. 52 Jahre:...

CLASSIC ROCK präsentiert: Tourdaten von Foreigner, Status Quo, Cheap Trick u.v.m.!

10CCassconcerts.comIm November kommen Graham Gouldmann und Co. wieder nach Deutschland. Diesmal auch für mehrere Shows. 02.11. Hannover, Theater am Aegi03.11....

Don Marco & die kleine Freiheit: Musikalische Patchwork-Familie

Der Boss ist schuld. Als am 14. April 1981 die Familie eines amerikanischen Freundes Markus Naegele mit auf ein...

Videopremiere: Dead Star Talk mit ›Top Of Our Lungs‹

Vor ihrem Debütalbum Anfang nächsten Jahres kommt jetzt die dritte Dingle der Dänen. Das Quartett entschied sich kurz vor der...
- Werbung -

Neuheiten: Ab heute im Plattenladen

Der Blick in die Plattenläden offenbart diese Woche Rock-Statements von Frontmännern, Wolfsgeschichten und Coveralben. Dee Snider: LEAVE A SCAR „Snider bewegt...

Los Lobos – NATIVE SONS

Zurück in die Zukunft mit dem Tex-Mex- und Roots-Rudel aus Los Angeles Die Wölfe sind zurück: NATIVE SONS heißt das...

Pflichtlektüre

Rufus Wainwright – HOUSE OF RUFUS

Des Wunderkinds Werke. Der kanadische Singer/Song­writer wird oft unter­­schätzt. Was...

H.E.A.T. – FREEDOM ROCK

Kraftvoll und melodisch: AOR aus Schweden. Speziell im AOR sind...
- Advertisement -

Das könnte dir auch gefallen
Für dich empfohlen