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Neuerscheinungen: Ab heute im Plattenladen

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Endlich Wochenende! Naja, fast jedenfalls. Heute läuten Foreigner, ’77, The Dean Ween Group und Okkervil River die freien Stunden mit ihren brandneuen Alben ein.

Nicht zum ersten Mal paaren sich Rockbands mit Symphonieorchestern. Auch Foreigner setzen mit FOREIGNER WITH THE 21ST CENTURY SYMPHONY ORCHESTRA & CHORUS auf große Töne:

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Eigentlich setzen ’77 seit jeher unnachgiebig auf oldschool AC/DC-Rock. Auf BRIGHT AND GLOOM jedoch überraschen die Spanier mit vielfältigen Einflüssen, von Beat über Hippie bis hin zu… okay, bis hin zu Young und Co.

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Eher lebensfroh und beschwingt präsentieren sich Okkervil River auf ihrem neuen Werk IN THE RAINBOW RAIN:

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Experimentierfreudig war Mr. Dean Ween ja schon immer, daran ändert sich auch auf ROCK2 nichts, wo er einmal quer durch den Gemüsegarten der Rockmusik pflügt:

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The Dean Ween Group – ROCK2

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Dean Ween Group Rock2

Das Beste aus 730 Songs. Ernsthaft.

Dean Ween alias Mickey Melchi­ondo Jr. lebt in seiner ganz eigenen Welt. Das war schon zu Zeiten des Kult-Duos Ween so, als er sich mit Busenkumpel Aaron Freeman an wilden Drogen- und Klangexperimenten verging. Jetzt, da er alleine unterwegs ist, bringt er es auf zwei Songs pro Tag, die er in endlosen Sessions in seinem Heimstudio in Lambertville, NJ, aufnimmt. Mit teurem Equipment, das er aber komplett Lo-Fi klingen lässt, mit 50 verschiedenen Musikern aus dem Ween-Umfeld und einem stilistischen Spektrum, das im wahrsten Sinne des Wortes abenteuerlich ist. Denn der 47-Jährige, der inzwischen dezent verlebt wirkt, ist ein Nerd, ein Querdenker, ein Berufsverrückter und ein Grenz­gänger zwischen den Genres. Den Elf-Song-Parcours seines zweiten Solo-Albums beginnt er mit einer schlecht gemischten Hendrix-Hom­mage, wechselt dann zu Country, bekiffter Psy­che­delic, 70er-Funk, Experimental-Rock, Stoner-Klängen und lupenreinem Blues, setzt mal auf überdrehte Weirdo-Texte, mal auf Instrumentals, und versieht das Ganze mit genialen Songtiteln wie ›Fingerbangin’‹, ›Waste Station 9‹, ›Love Theme From ,Skinheads Kicking Your Ass’‹ oder ›Pussy On My Pillow‹. Ein großer Spaß für alle, die nie erwachsen werden wollen.

7/10

The Dean Ween Group
ROCK2
SCHNITZEL RECORDS

’77 – BRIGHT GLOOM

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77 Bright Gloom

Mehr Sixties, weniger AC/DC.

Die letzten Alben von ’77 klangen immer wie AC/DC in den Jahren 1976 bis 1978, vor allem weil die Valeta-Brüder Armand und LG die Kongenialität von Angus Young und Bon Scott so gut imitieren und weiterdenken konnten. Nun haben sie sich einen neuen Bass­mann ins Haus gelotst – und gleich ist alles an­­ders bei den Spaniern. Schon die erste Nummer ›Bread & Circus‹ klingt mit ihrem Garagen-Touch wie live im Pub aufgeführt. Dann geht es ebenso schwungvoll weiter: ›Who’s Fighting Who‹ ist ein geschmeidig schleichender Yardbirds-Rocker und ›Fooled By Love‹ serviert einen beschwingtes Paisley-Feeling mit schön getragenem Harmonie­gesang. ›You Better Watch Out‹ zitiert ›Come To­­gether‹ von den Beatles – und so reihen sich hier noch viele weitere Inspirationsquellen aus der Beat-Ära aneinander. Das Album wirkt wie ein Puzzlespiel, weil es zahlreiche Einflüsse zu entdecken gibt, das eine oder andere Malcolm-Young-Zitat ist selbstverständlich auch dabei. Zudem sind alle elf Songs locker vorgetragen und der Sound ist angenehm retrospektiv – als wäre die Platte Ende der 60er aufgenommen worden. Richtig: mit diesem Album hat sich das Quartett toll weiterentwickelt.

8/10

’77
BRIGHT GLOOM
CENTURY MEDIA/SONY

Okkervil River – IN THE RAINBOW RAIN

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Okkervil River In The Rainbow Rain

Schillernder Sound und neuer Optimismus.

Nach dem introvertierten, in Indie-Rock und vor allem Folk verwurzelten AWAY von 2016 haben Okkervil River nun offenbar eine Welle der Be­­schwingtheit erwischt. „Die Platte soll Spaß machen und ermutigen“, sagt denn auch Sänger Will Sheff. „Es geht darum, sich besser zu fühlen.“ Und das ist nach dem Hören dieses Albums wirklich nicht unwahrscheinlich – auch wenn das Eröffnungsstück von einem gar nicht so lustigen Thema handelt: ›Famous Tracheotomies‹. Neben ihm selbst haben sich, wie Sheff singt, etwa Mary Wells, Dylan Thomas und Ray Davies diesem auch Luftröhrenschnitt ge­­nannten Eingriff unterziehen müssen. Dass der Song nicht zum Stimmungskiller wird, liegt zum einen daran, dass darin Fakten aufgezählt werden, der Ge­­sang aber umso empfindsamer ist, was ziemlich witzig wirkt, zum anderen am schillernden 80er-Popsound samt Saxofon und jubilierenden Chören. Ganz am Ende spielt die Melodie von ›Waterloo Sunset‹, und alles scheint wieder gut. Und so geht’s weiter. Das Tragische und Traurige wird nicht ausgeblendet, doch es verliert gegen die gefeierte Lebensfreude, gegen die Kraft der Gemeinschaft. Und keine Angst: Das klingt auf Platte weniger kitschig, als es sich hier liest. Musikalisch setzt die Band auf Maximalismus. Syn­thesizerfanfaren und Keyboards führen zurück zum Rock der 80er, das Saxofon erinnert an Roxy Music, in den poppigeren Momenten meint man gar, die New Romantics herauszuhören. Selten klangen Sheff und Kollegen unterhaltsamer.

7/10

Okkervil River
IN THE RAINBOW RAIN
PIAS/ROUGH TRADE

Foreigner – WITH THE 21ST CENTURY SYMPHONY ORCHESTRA & CHORUS

Foreigner Symphony

Perfekte Balance.

Wenn Rockbands und Symphonie­orchester aufeinander treffen, klappt das Zusammenspiel mal mehr und mal weniger gut. Im Fall von FOREIGNER WITH THE 21ST CENTURY SYMPHONY ORCHESTRA & CHORUS ist die Symbiose perfekt gelungen. Die Arrange­ments, die Mick Jones gemeinsam mit den Grammy-nominierten Klassikkomponisten Dave Eggar und Chuck Palmer für das in Lausanne aufgenommene Projekt ausarbeitete, verschmelzen die beiden unterschiedlichen Welten auf eine erhabene und gleichzeitig unaufdringliche Art und Weise. Dabei kommt der Bombast – der den Foreigner-Evergreens ohnehin innewohnt – natürlich nicht zu kurz. Die Rock- Standards erreichen durch die zusätzlichen Streicher, Bläser, Per­cussionisten und Sänger eine komplett neue Dimension, in der auch kleine Jams abseits der vorgegebenen Liedstrukturen gekonnt eingestreut werden. FOREIGNER WITH THE 21ST CENTURY SYMPHONY ORCHESTRA & CHORUS ist mehr als ein weiteres Livealbum der transatlantischen AOR-Legende, nämlich das Ausrufezeichen hinter der Feststellung, welch zeitlose Tracks Mick Jones in seiner Karriere schrieb!

8/10

Foreigner
FOREIGNER WITH THE 21ST CENTURY SYMPHONY ORCHESTRA & CHORUS
EARMUSIC/EDEL

Blind Faith – BLIND FAITH (HALF-SPEED MASTERING)

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Blind Faith Album

Gipfeltreffen der Rockelite: exzellentes Debüt von Blind Faith als 180-Gramm-Half-Speed-Cut.

Eric Clapton und Steve Winwood liebäugelten schon um 1966 miteinander. Allerdings scheiterte ein auf Betreiben von Elektra-Label-Chef Jac Holzman für eine Blues-Kompilation anvisiertes Projekt namens Powerhouse nach wenigen Aufnahmen. Clapton gründete Cream, Winwood Traffic. Nach der Trennung beider Bands Anfang 1969 nahm ein gemeinsames Projekt konkrete Gestalt an. Erste Jams fanden in Claptons Land­haus in Surrey statt. Als Schlagzeuger Ginger Baker dazu stieß und der vor allem an Gewinnmaxi­mierung interessierte Cream-Manager Robert Stigwood Wind vom Ensemble bekam, das mit Multi-Instrumentalist Ric Grech (Ex-Family) komplettiert wurde, blieben der offiziell am 8. Februar 1969 aus der Taufe gehobenen „Supergroup“ bis zu ihrem Ende am 24. August des gleichen Jahres nur noch wenige Monate.

In jener kurzen Spanne ab­­solvierte das Quartett unter der Ägide von Pro­duzent Jimmy Miller Aufnahmen in den Londoner Olympic- und Morgan-Studios für das einzige Album, eine nahezu ungeprobte Konzertpremiere am 7. Juni 1969 vor mehr als 150.000 Zuhörern im Londoner Hyde Park, eine kurze Stippvisite in Skandinavien und eine US-Tournee mit Free, Taste und Delaney & Bonnie als Support Acts. Ironie des Schicksals: Als das Debüt BLIND FAITH endlich im August erschien, gab es die Band nicht mehr. Im Rock-Langzeitgedächtnis haften blieben die sechs Songs, die der preisgekrönte Toningeneur Miles Showell nun in den Londoner Abbey Road Studios im Half-Speed-Verfahren kristallklar runderneuert hat und die im kontroversen Originalcover von Bob Seidemann neu aufliegen.

Steve Winwood bestreitet den Auftakt mit dem stark angejazzten ›Had To Cry Today‹ und der Folk-Rock-Perle ›Can’t Find My Way Home‹. In Erstaunen versetzte seinerzeit das Buddy-Holly-Cover ›Well All Right‹. Claptons ›Pre­sence Of The Lord‹ kam der Intention, ein britisches Gegenstück zu The Bands MUSIC FROM BIG PINK zu kreieren, am nächsten. Einmal mehr am Jazz orientierte sich Winwoods ›Sea Of Joy‹. ›Do What You Like‹ schließlich, Ginger Bakers knapp 16-minütige Hommage an Kollege Graham Bonds Besessenheit von Satanist Aleister Crowley, tönt wie ein Echo von Dave Brubecks ›Take Five‹.

9/10

Blind Faith
BLIND FAITH (HALF-SPEED MASTERING)
POLYDOR/UNIVERSAL

Fleetwood Mac: Band spricht über Ausscheiden von Buckingham

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fleetwood mac„Es war keine glückliche Situation für uns“: Laut Mick Fleetwood war der Rauswurf von Lindsey Buckingham eine Mehrheitsentscheidung.

Anfang April ging die Nachricht um, Fleetwood Mac habe Lindsey Buckingham gefeuert. In einem Interview mit dem „Rolling Stone“ ging die Band jetzt genauer darauf ein, warum sie ohne ihren Gitarristen und Sänger weitermacht.

„‚Gefeuert‘ ist ein hässliches Wort“, so Mick Fleetwood. „Aber es fühlte sich an, wie gegen eine Wand zu laufen. Das war keine glückliche Situation für uns… Deshalb haben wir uns entschieden, dass es nicht mit ihm weitergeht. Die Mehrheit hat entschieden, was wir als Band tun mussten, um vorwärts zu kommen.“

Hintergrund der Entscheidung waren Unstimmigkeiten über die anstehende Nordamerika-Tour von Fleetwood Mac. „Wir wollten im Juni mit den Proben beginnen, aber er wollte das Ganze auf September (2019) verschieben, das ist eine lange Zeit“, sagt Stevie Nicks. „Wir wollen nicht aufhören, Musik zu machen. Wir haben nichts anderes zu tun, das ist es, was wir machen.“

Außerdem äußerte sich Nicks über ihr Verhältnis zu Buckingham: „Unsere Beziehung war immer kompliziert. Wir waren nie verheiratet, aber wir hätten es genauso gut sein können.“

Dass es bei Fleetwood Mac jetzt ohne Buckingham weitergehe, mache sie traurig. „Aber ich will die nächsten 10 Jahre meines Lebens Spaß haben und glücklich sein. Ich will jeden Tag aufstehen, durch mein Appartement tanzen, lachen und sagen: ‚Danke Gott für dieses großartige Leben‘.“

Fleetwood Mac werden ab Oktober auf US-Tour unterwegs sein. Anstatt Buckingham sind dann Mike Campbell von Tom Petty & The Heartbreakers und Neil Finn von Crowded House dabei.

The Rolling Stones: Neues Boxset mit 15 LPs

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rolling stones promoThe Rolling Stones bringen demnächst ein limitiertes Boxset namens „The Studio Albums Vinyl Collection 1971-2016“ heraus.

Die Rolling Stones werden einfach nicht müde, ihre Fans mit speziellen Schmankerln zu versorgen. Im Juni bringen die Urgesteine ein neues Boxset heraus, das alle 15 Studioalben, die in der Zeit zwischen 1971 und 2016 entstanden sind, in remasterter Neuauflage auf Vinyl enthält.

Die Reihe behält die Optik der Originalveröffentlichungen penibel bei, beginnt bei einer STICKY FINGERS-Version mit Reißverschluss und endet mit ihrer jüngsten Platte BLUE AND LONESOME.
Die limitierten Boxen sind nummeriert und mit Download-Codes versehen.

Erst vor kurzem verriet Mick Jagger übrigens, dass er an neuem Material für die Stones arbeitet…