-

Blind Faith – BLIND FAITH (HALF-SPEED MASTERING)

■

Blind Faith Album

Gipfeltreffen der Rockelite: exzellentes Debüt von Blind Faith als 180-Gramm-Half-Speed-Cut.

Eric Clapton und Steve Winwood liebäugelten schon um 1966 miteinander. Allerdings scheiterte ein auf Betreiben von Elektra-Label-Chef Jac Holzman für eine Blues-Kompilation anvisiertes Projekt namens Powerhouse nach wenigen Aufnahmen. Clapton gründete Cream, Winwood Traffic. Nach der Trennung beider Bands Anfang 1969 nahm ein gemeinsames Projekt konkrete Gestalt an. Erste Jams fanden in Claptons Land­haus in Surrey statt. Als Schlagzeuger Ginger Baker dazu stieß und der vor allem an Gewinnmaxi­mierung interessierte Cream-Manager Robert Stigwood Wind vom Ensemble bekam, das mit Multi-Instrumentalist Ric Grech (Ex-Family) komplettiert wurde, blieben der offiziell am 8. Februar 1969 aus der Taufe gehobenen „Supergroup“ bis zu ihrem Ende am 24. August des gleichen Jahres nur noch wenige Monate.

In jener kurzen Spanne ab­­solvierte das Quartett unter der Ägide von Pro­duzent Jimmy Miller Aufnahmen in den Londoner Olympic- und Morgan-Studios für das einzige Album, eine nahezu ungeprobte Konzertpremiere am 7. Juni 1969 vor mehr als 150.000 Zuhörern im Londoner Hyde Park, eine kurze Stippvisite in Skandinavien und eine US-Tournee mit Free, Taste und Delaney & Bonnie als Support Acts. Ironie des Schicksals: Als das Debüt BLIND FAITH endlich im August erschien, gab es die Band nicht mehr. Im Rock-Langzeitgedächtnis haften blieben die sechs Songs, die der preisgekrönte Toningeneur Miles Showell nun in den Londoner Abbey Road Studios im Half-Speed-Verfahren kristallklar runderneuert hat und die im kontroversen Originalcover von Bob Seidemann neu aufliegen.

Steve Winwood bestreitet den Auftakt mit dem stark angejazzten ›Had To Cry Today‹ und der Folk-Rock-Perle ›Can’t Find My Way Home‹. In Erstaunen versetzte seinerzeit das Buddy-Holly-Cover ›Well All Right‹. Claptons ›Pre­sence Of The Lord‹ kam der Intention, ein britisches Gegenstück zu The Bands MUSIC FROM BIG PINK zu kreieren, am nächsten. Einmal mehr am Jazz orientierte sich Winwoods ›Sea Of Joy‹. ›Do What You Like‹ schließlich, Ginger Bakers knapp 16-minütige Hommage an Kollege Graham Bonds Besessenheit von Satanist Aleister Crowley, tönt wie ein Echo von Dave Brubecks ›Take Five‹.

9/10

Blind Faith
BLIND FAITH (HALF-SPEED MASTERING)
POLYDOR/UNIVERSAL

- Advertisement -

Weiterlesen

Endlich am Kiosk & ab sofort im Online-Shop erhältlich: Die neue Ausgabe von CLASSIC ROCK!

Tony Iommy - Über die Vergangenheit mit Black Sabbath und sein brandneues Studioalbum. •• Aerosmith Der turbulente Weg zum großen 80er-Comeback. • Greta Van Fleet Die Kids werden...

Lebenslinien: Zakk Wylde

Er spielte jahrelang Gitarre für Ozzy und hörte sich endlose Geschichten von ihm und Lemmy an. Er war im Himmel, als er Elton John...

Classic Rock – Neue Ausgabe Pink Floyd The Wall

TITELSTORY: Pink Floyd – The Wall Tour Ein Meisterwerk auf der Bühne, aber ein Machtkampf hinter den Kulissen. Wie Gigantomanie, finanzielle Debakel und interne Spannungen...
- Advertisment -