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DeWolff – THRUST

DeWolff Thrust

Holland‘s finest!

Bereits sein sechstes Studio­album veröffentlicht das holländische Trio DeWolff und zählt damit schlicht und ergreifend zu den derzeit besten Bands der Tulpen-Region. Seine enorme Schubkraft entfacht die noch junge Truppe (das jüngste Mitglied war gerade mal 13 Jahre alt, als man 2007 zusammen fand) auf der Bühne (der gran­diose Live-Mitschnitt LIVE & OUTTA SIGHT ist ein mehr als überzeugender Zeit­zeuge dafür), aber auch im Studio fühlen sich die Drei pudelwohl. Dass klassische Drei-Mann-Bestzungen überzeugend funktionieren, wissen wir nicht erst seit Cream oder Rush, musikalische Referenzen an die 60er oder 70er Jahre finden sich im psychedelisch angehauchten Heavy- und Bluesrock jedenfalls zuhauf. Hendrix, Deep Purple, Led Zeppelin, Leon Rus­sell, The Doors – der Wissensdurst der Truppe ist groß und abwechslungsreich. Der Raus­schmeißer ›Outta Step & Ill At Ease‹ ist feinste Allman-Brothers-Tradition, ›California Bur­ning‹ hingegen ist Led Zeppelin, ohne dass deren Name drauf steht. Das ruhige ›Once In A Blue Moon‹ erinnert im Solopart frappierend an Deep Purple, ebenso ›Sometimes‹. Benannt nach Harvey Keitels Charakter „The Wolf“ aus Tarantinos Pulp Fiction, erschaffen Gitarrist und Sänger Pablo van den Poel, sein Bruder Luka (Schlagzeug) und Robin Piso (Keyboards, Bass) einen inspirierten, elektrisierenden und zeitgenössischen Retro-Batzen mit feinem Klangbild. Musikalität, Experimentier­freu­digkeit und ansteckender Enthusiasmus sind allesamt Attribute, die DeWolff locker für sich verbuchen können.

8/10

DeWolff
THRUST
MASCOT/ROUGH TRADE

Buddy Guy: Neues Album mit Mick Jagger und Keith Richards

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Buddy Guy veröffentlicht Album The Blues Is Alive And WellMick Jagger und Keith Richards sind auf THE BLUES IS ALIVE AND WELL, der kommenden Platte ihres Blueshelden Buddy Guy, dabei.

Am 15. Juni bringt Buddy Guy sein Album THE BLUES IS ALIVE AND WELL heraus, das erste seit BORN TO PLAY GUITAR von 2015.

Als Gäste hat sich Guy die beiden Rolling Stones-Köpfe und musikalischen Verehrer Mick Jagger und Keith Richards eingeladen. Jagger singt auf ›You Did The Crime‹, Richards ist bei ›Cognac‹ dabei – ebenso wie sein Gitarristen-Kollege Jeff Beck.

Für ›Blue No More‹ hat sich die Blueslegende mit Nachwuchskraft James Bay zusammengetan.

Jagger und Richards arbeiten selbst gerade an neuen Songs für die Rolling Stones, wie Jagger jüngst mitteilte. Im Sommer sind die Rockurgesteine für zwei Konzerte zurück in Deutschland.

Die Songs auf THE BLUES IS ALIVE AND WELL:

1. A Few Good Years
2. Guilty As Charged
3. Cognac (featuring Jeff Beck & Keith Richards)
4. The Blues Is Alive And Well
5. Bad Day
6. Blue No More (featuring James Bay)
7. Whiskey For Sale
8. You Did The Crime (featuring Mick Jagger)
9. Old Fashioned
10. When My Day Comes
11. Nine Below Zero
12. Ooh Daddy
13. Somebody Up There
14. End Of The Line

Guns N‘ Roses: Große „Locked N‘ Loaded“-Box im Anmarsch

guns n roses pressKürzlich machten Guns N‘ Roses mit einer mysteriösen Werbekampagne auf sich aufmerksam. Jetzt sickerte durch, dass die Veröffentlichung eines großen Deluxe-Box-Sets geplant ist.

Vor wenigen Tagen wurden in London Plakate mit den Totenköpfen des APPETITE FOR DESTRUCTION-Albums gesichtet. Beworben wurde die Website gnr.fm, auf welcher groß angekündigt wurde: „Destruction is Coming“. Außerdem ist auf der Seite ein Countdown angebracht, der bis zum frühen Morgen des 04. Mai herunterzählt.

Schon vor Auslaufen des Countdowns sickerte jetzt durch, dass Guns N‘ Roses bald anlässlich des 30-jährigen Jubiläums ihres Debütalbums etwas verspätet ein großes Boxset mit dem Namen LOCKED N‘ LOADED veröffentlichen werden.

Die Box ist aus Holz und Kunstleder gefertigt und enthält zahlreiche Sammlerstücke wie EPs, Plakate, Buttons, Fotobücher, Flyer, Pins, Ringe und vieles mehr. Außerdem werden auf CD, Vinyl und Kassette insgesamt 79 remasterte Tracks versammelt sein, von denen 49 bisher unveröffentlicht blieben. Ein genauer Preis für das Boxset ist noch nicht bekannt.

Neil Young: Erster Gig mit Crazy Horse seit vier Jahren

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Neil Young live mit crazy horse nils lofgren 2018Den ersten Auftritt mit seiner Stammband Crazy Horse seit 2014 bestritt Neil Young angeblich, ohne vorher zu proben – und mit Gitarrist Nils Lofgren.

Neil Young ist nach vier Jahren Pause wieder zusammen mit Crazy Horse aufgetreten. Der Songwriter und seine Band spielten am 1. Mai in Fresno, Kalifornien.

Nicht dabei war Gitarrist Frank „Poncho“ Sampedro, er wurde von Nils Lofgren ersetzt, der ansonsten bei Bruce Springsteens E Street Band dabei ist. Lofgren und Young hatten schon in den frühen 70ern zusammen Musik gemacht.

Young hatte vor dem Konzert angekündigt, selbiges werde ohne Proben über die Bühne gehen. Außerdem nannte er den Auftritt den „Beginn eines weiteren schönen Kapitels“ in der Geschichte der Band.

Neil Young live mit Crazy Horse samt Nils Lofgren:

Setlist:

Big Time
Country Home
Don’t Cry No Tears
Winterlong
World on a String
Scattered (Let’s Think About Livin’)
Fuckin’ Up
Too Far Gone
Only Love Can Break Your Heart
Cinnamon Girl
Cortez the Killer
Walk On
Like a Hurricane
Mansion on the Hill

Gibson: Legendärer Gitarren-Hersteller ist pleite

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angus young liveDie Kultfirma Gibson hat Insolvenz angemeldet. Jetzt soll zumindest das Kerngeschäft rund um die E-Gitarre gerettet werden.

Gibson hat am Dienstag Insolvenz angemeldet. Der 1902 in Nashville gegründete Gitarren-Hersteller kann seine Rechnungen nicht mehr bezahlen, die Schulden belaufen sich auf mehrere hundert Millionen Dollar.

Schuld daran soll vor allem die Ausbreitung in andere Branchen sein. Vor vier Jahren hat Gibson etwa die auf Kopfhörer und Lautsprecher spezialisierte Sparte von Philips für rund 135 Millionen Dollar gekauft.

Laut Konzernchef Henry Juszkiewicz habe die US-Firma mittlerweile allerdings mit mehr als zwei Drittel ihrer Gläubiger eine Vereinbarung über eine Umstrukturierung des Unternehmens getroffen.

So soll in den folgenden Jahren eine Rückbesinnung auf das Kerngeschäft mit Musikinstrumenten stattfinden. Die Chancen stehen also gar nicht mal so schlecht, dass Gibson auch in Zukunft noch E-Gitarren wie die berühmte „Les Paul“ herstellt.

Zu den berühmtesten Kunden von Gibson zählen Jimmy Page, Carlos Santana, Slash oder Angus Young.

Slash mit seiner Gibson im Video zu ›November Rain‹:

CLASSIC ROCK präsentiert: The Analogues live!


The Analogues lassen die Musik der Beatles live auferstehen. Ab Mai ist die Gruppe in Deutschland unterwegs…

Man nennt sie auch gerne die „Beatles-Sensation“ aus den Niederlanden. The Analogues stehen für ein genuines Live-Erlebnis der Extraklasse.

Die Gruppe bringt Jahrhundertalben wie SGT. PEPPER’S LONELY HEARTS CLUB BAND oder MAGICAL MYSTERY TOUR von Anfang bis Ende auf die Bühne, etwas, das es von den originalen Fab Four niemals live zu hören gab.

Da das eigentlich ausverkaufte Konzert in Stuttgart in eine größere Venue verlegt wurde, sind ab sofort wieder Tickets erhältlich.

An folgenden Terminen könnt ihr The Analogues live erleben:

02.05.  Essen, Colosseum
03.05. Hannover, Theater am Aegi
05.05. Offenbach, Capitol
06.05. Stuttgart, Theaterhaus
15.05. Hamburg, Mehr! Theater

She Rocks: Suzi Quatro

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Suzi Quatro: Imperial Leather! Sie war die Erste, die im Centerfold von „Penthouse“ ihre Klamotten anbehalten durfte. Ein „Pin-up-Girl für die Männer und eine Heldin für die Frauen“

Es ist eines der prägenden Bilder der Glam-Ära: Suzi Quatro in einem glänzenden schwarzen Lederanzug, so provokativ wie androgyn, die zu einem donnernden, lasziven Groove einen alten Fender-Bass be­­zwingt, der fast so groß ist wie sie selbst. Angriffslustig, frech, selbstsicher und un­­terstützt von einer stämmigen Straßengang aus Detroit.
Vor Suzi erwartete man von Frauen im Rock’n’Roll, unterwürfig, demütig und bescheiden zu sein. Nach Suzi wollten alle Mädchen sein wie sie und alle Jungs sie als Boss haben. Eine Reihe räudig-perfekter Singles im Chinnichap-Sound – ›Can The Can‹, ›48 Crash‹, ›Daytona Demon‹, ›Devil Gate Drive‹ – besiegelte ihre Legende, während ihr wildes Knurren und kompromissloses Auftreten diverse zukünftige Heldinnen (Joan Jett, Chrissie Hynde etc.) beflügelte und später das Staffelholz übernehmen ließ. Noch heute ist sie eine fesselnde und inspirierende Persönlichkeit, die unlängst gemeinsam mit Andy Scott von Sweet und Don Powell von Slade ein umwerfendes Al­­bum abgeliefert hat. Vor allem aber gibt es kaum eine Person, die Rock’n’Roll so treffend definiert wie Suzi Quatro.

Angeblich hast du Elvis entdeckt und wurdest besessen von ihm, als du gerade mal sieben Jahre alt warst. Anscheinend hast du deine Bestimmung früh erkannt und dann nie mehr daran ge­­zweifelt.
Das ist absolut wahr. Ich kann mich noch daran erinnern, wie es geschah. Und es ist verrückt, dass sowas passiert, wenn man sechs ist und gerade auf seinen siebten Geburtstag zugeht. Die ganze Familie sah „The Ed Sullivan Show“, wo Elvis auftrat und ›Don’t Be Cruel“ spielte. Meine große Schwester war neun Jahre älter, also war sie gerade in dem richtigen Alter und fing an, zu kreischen. Und ich sah sie an und dachte nur, was tust du da? Ich war ja erst sechs. Wieso kreischst du? Dann sah ich auf den Bildschirm und verschwand förmlich im Fernseher. Ich spürte eine Verbindung mit Elvis und mein Hirn sagte mir: „Das werde ich auch mal machen.“ Einfach so, bang! Dass er ein Junge war und ich ein Mädchen, daran verschwendete ich keinen einzigen Gedanken.

In deinem Alter war das Geschlecht kein Thema.
Ja, wahrscheinlich. Aber weil ich noch so jung war, als das passierte, entwickelte ich diese Geschlechterklischees erst gar nicht. Ich war eher burschikos.

Die Unterstützung deines Vaters war offensichtlich ein wichtiger Faktor dabei, dass dein Traum Wirklichkeit wurde. Du bekamst nicht nur Klavierunterricht, er gab dir auch einen Fender-Precision-Bass, als du gerade mal 14 warst, ein Instrument, das ganz und gar für Rock’n’Roll steht.
Wenn ich mich mit anderen Musikern unterhalte und sie mir erzählen, was für Kämpfe und Streitereien sie hatten… das gab es bei mir eben nicht. Mein Vater trieb seine vier Kinder dazu an, genau die Personen zu sein, die sie waren. Er hatte zwei Wellen von Kindern – er nannte sie die zwei Generationen. Die mit neun und sieben – Schwester und Bruder –, dann gab es eine Lücke, und dann kamen noch meine jüngere und meine ganz kleine Schwester, das waren also zwei verschiedene Dinge. Und die jüngeren drei Mädchen zog er auf jeden Fall ohne Geschlechterrollen auf. Er schenkte mir meinen ersten Bass, einen Fender Precision von 1957. Nicht schlecht für ein erstes Instrument! Und ich wusste nicht mal, dass das ein großer Bass war, der Unterschied zwischen einem großen und einem kleinen war mir gar nicht bewusst. Er gab mir das Ding, also lernte ich eben darauf, dem schwersten Bass für meine kleinen Hände, und wusste nicht mal, dass es eine Alternative gab. „Das ist also ein Bass. Den spiele ich nun.“

Bis zu dem Zeitpunkt war das ein sehr männliches Instrument, das, na ja, di­­rekt in die Eier tritt.
Ja, das tut es. Ich wurde schon zitiert mit diesem Satz. Ich sagte, er haut dir zwischen die Beine, aber das kommt aufs Gleiche raus. Das ist ein sehr organisches Instrument.

Wie leicht war es, als rein weibliche Band (The Pleasure Seekers) Mitte der 60er Auftritte zu bekommen?
Das war ganz leicht. Wir waren anders, es gab damals kaum Bands nur mit Mädchen, und das ist ja bis heute nicht viel anders. Manchmal findet man Frauen in Gruppen, wo es das früher nie gegeben hätte – eine Bassistin scheint heute ein großes Ding zu sein. Ich wurde damals von niemandem engagiert, ich musste meine eigene Band gründen. Aber weil wir Mädels waren, arbeiteten wir auch mehr als die Jungs, wir bekamen eher einen Gig. Die Typen fanden das nicht gut und beschwerten sich: „Ihr habt ständig Arbeit!“. Ja klar, wir sind eben anders. Also hatten wir viel Erfahrung mit dem Touren, was mir später sehr hilfreich war.

Als du nach Großbritannien gezogen bist, wurde da jemals diskutiert, dass du eine Band nur aus Mädchen anführen würdest?
Ich hatte nichts dagegen. Aber als ich die Anzeige im „Melody Maker“ aufgab, dass ich zum Vorspielen einlud, stand da nichts von männlich oder weiblich, sondern einfach nur, dass man vorbeikommen solle, wenn man interessiert war. Es kam keine einzige Frau. Ich hätte wirklich nichts da­­gegen gehabt, aber es kam eben keine.

Der Leder-Catsuit war ein Geniestreich. Catwoman und Emma Peel hatten zwar schon eine ähnliche Äs­­thetik in die Medien gebracht, doch im Pop war das in einer Zeit, als Cilla Black, Lulu und andere ihre Trägerrock-Weiblichkeit feierten, eine revolutionäre, Tabus brechende Entscheidung. Wie kam es dazu?
Wir hatten ›Can The Can‹ aufgenommen, Mickie [Most] hörte es und rief mich – nur mich – zu sich ins Büro. Er sagte: „Suzi, nach all den Jahren hast du eine Nr. 1. Das kann ich spüren.“ Mickie wusste, wenn etwas ein Hit war, darin war er der Beste. Es war eine sehr ernste Unterhaltung und noch so ein Schlüsselmoment in meinem Leben. Er sagte: „Jetzt brauchen wir eine richtige Fotosession. Wie stellst du dir das vor?“ Und ich antwortete nur: „Leder.“ Das werde ich nie vergessen. Er erwiderte: „Nein“, doch ich blieb standhaft – „Leder, Mickie.“ „Suzi, das ist so altmodisch“, entgegnete er, und ich sagte: „Nein.“ „Aber das haben doch schon andere gemacht.“ „Aber ich noch nicht.“ Letztlich lenkte er ein und ich war zufrieden. Dann hielt er einen Mo­­ment inne, und es wurde ein toller Moment der Geschichte. Er sagte: „Wie wär’s mit einem Overall?“ Und ich fand, das war eine großartige Idee. Dass das sexy war, wusste ich aber ehrlich gar nicht, bis ich die Fotos sah. Da dachte ich: „Vernünftig, logisch, ich bin eine sehr dynamische Performerin, ich muss mir um nichts Sorgen machen.“ Als ich dann die Bilder sah, dachte ich nur: „Oh“. Heute werde ich rot, denn vielleicht funktionierte es genau deshalb, weil es so sexy war. Aber es hatte auch eine gewisse Unschuld an sich. Ich versuchte ja gar nicht, diese sexuelle Ausstrahlung zu haben, sie war einfach da, nicht wahr?

Ja, das war nicht gekünstelt, und deshalb bist du damit davongekommen.
Ja, genau. Das war nicht bedrohlich für andere Frauen. Für die Männer wurde ich zum Pin-up, aber für Frauen zur Heldin, also deckte ich irgendwie den gesamten Markt ab, einfach nur, indem ich ich war. Ist das nicht fantastisch? Oh Gott, wenn du etwas tust, sei einfach, wer du bist.

Wie hat es sich angefühlt, als du 2013 von „Musicians for Equal Opportunities for Women“ den „Woman of Valor Award“ für deinen Einfluss auf Generationen von Musikerinnen verliehen bekamst?
Das war schön. Es ist doch eine Ehre, wenn man solche Auszeichnungen bekommt, da muss man ehrlich sein. Als ich nach Detroit fuhr, in die Rock And Roll Hall Of Fame aufgenommen wurde und den Preis für mein Lebenswerk in meiner Heimatstadt erhielt, war ich schon überwältigt. Dann werden da diese große Reden für dich gehalten und so. Ich versuche, mir nicht allzu viele Gedanken darüber zu machen, denn ich bin sehr bo­­denständig, aber es gibt Momente, in denen ich schon manchmal sehr stolz bin. Aber zu ernst darf man das nicht nehmen, sonst steigt es einem zu Kopfe. Ich versuche, das zu vermeiden.

Du hast zweifellos Türen für unabhängige Frauen in der Rockmusik geöffnet. Findest du, dass sich da viel geändert hat und es heute wirklich leichter für Frauen ist?
Es gibt zwei Seiten dieser Antwort. Es ist heute nichts Besonderes, Musikerinnen zu sehen, diesbezüglich ist es also heute viel leichter. Andererseits habe ich ehrlich ge­­sagt auch nach all den Jahren kaum Frauen gesehen, die meinen Weg gegangen sind, also muss ich sagen, dass es wohl immer noch nicht so einfach sein kann. Das ist die Seite, die weibliche Musiker betrifft. Doch dann gibt es noch die andere Seite, die rein weibliche an sich. Es bestürzt mich schon ein bisschen, auf was für einem Softporno-Niveau sich das heute abspielt. Ich habe meinen Kopf vor sehr langer Zeit hingehalten, und ich kann nur sagen, wenn du glaubst, dass wenn du als Frau beschließt, praktisch keine Kleidung zu tragen, dir das Kontrolle gibt, irrst du dich. Denn alles, was du tust, ist die männliche Einstellung dazu, wie du auszusehen hast, zu benutzen, und indem du das aus freien Stücken tust, spielst du einfach nur das Spiel. Darüber hast du keine Kontrolle. Das geht weit über dich hinaus und überschattet dein Talent. Ich sage, Frauen, zieht auch an! Wirklich, wie weit will man da noch gehen?

Na ja, das ist ein Image, das auf Unterwürfigkeit basiert, und Suzi Quatro wurde nie als unterwürfig angesehen. Du warst in keiner Situation je das Opfer und in deiner Band immer die treibende Kraft.
Absolut. Und auch wenn ich jetzt fluchen muss, aber es sind die einzigen Worte, mit denen ich meinen inneren Charakter beschreiben kann: Don’t fuck with me. Und das war’s, weißt du? Behandle mich immer wie eine Lady. Es klingt seltsam, das direkt danach zu sagen. Ich kann sehr jungenhaft sein und bis zu einem gewissen Maße auch mit deinen anzüglichen Witzen klarkommen, aber hier ist die Linie, die du auf keinen Fall überschreiten solltest. Ich habe keine Zeit für Idioten. Da bin ich ziemlich hart und habe keinerlei Verständnis für Bullshit.

Es ist ein interessanter Gradmesser deines Erfolgs, dass du 1973 die seltene Ehre hattest, so gefragt als „Pent­house“-Centerfold zu sein, dass du sogar deine Klamotten anbehalten durftest.
Das ist doch sehr typisch für mich, oder? Klar werde ich mich für „Penthouse“ fotografieren lassen… aber nur angezogen. Als ich das damals machte, sagte ich, ich muss mich nicht ausziehen, um sexy zu sein. Das muss niemand. Wenn du sexy bist, bist du sexy. Das kannst du auch sein, wenn du einen Kartoffelsack trägst. Es ist einfach etwas, das von innen heraus kommt.

Es kann sexy sein, knallhart zu sein, die Kontrolle zu haben. Aber diese Einstellung gegenüber „Penthouse“ zu haben… Das war schließlich zu einer Zeit, als „Feminismus“ nur ein Wort war.
Was dachte ich wohl, wer ich war? [lacht] Ich war eine ganz schön freche Bitch, oder? Nun, ich hatte wohl schon immer ein ziemlich starkes Selbstbewusstsein.
(Text: Ian Fortnam)

Muddy Waters – ROLLIN’ STONE

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Muddy Waters Rollin Stone

Rock me, Hoochie Coochie Man: 42 auf einen Schlag – intensiver Karriereüberblick auf sechs LP-Seiten in orangenem Vinyl.

Der in Issaquena County, Mississippi, geborene McKinley Morganfield, dessen Künstlername Muddy Waters süffisant auf seine ärmliche afroamerikanische Herkunft hinwies, war seit 1941 als Mu­­siker aktiv. Zumindest datiert sich auf jenen Zeitpunkt historisch Verbrieftes. Kurz vor seinem Tod an einem Herzinfarkt 1983 mit 70 Jahren spielte der Sänger, Gitarrist und Kom­ponist eine Studioalben-Trilogie für das Label Blue Sky ein, die seinen ohnehin makellosen Ruf als maßgeblichen Einfluss auf die British-Blues-Invasion der 60er- und 70er-Jahre noch einmal unterstrich.

Die Zusammenstellung ROLLIN’ STONE im Triple-LP-Format vereint in 42 Tracks, darunter zahlreiche Kompositionen des ebenfalls hochverehrten Weggefährten Willie Dixon, die wichtigsten Songs der le­­benslang auf dem Blues-Kreuzzug befindlichen Koryphäe. ›Rollin’ Stone‹ borgte sich der Stones-Gründer Brian Jones als Bandnamen aus. Gleiches tat Stevie Ray Vaughan mit ›Double Trouble‹. Und eine von Long John Bal­drys diversen Bands in den 60ern hieß tatsächlich The Hoochie Coochie Men. ›All Ab­­oard‹ dient Joe Bonamassa parallel zu diversen weiteren Waters-Evergreens derzeit als signifikantes Intro zu seinen famosen Konzert­gastspielen.

›You Need Love‹ nutzten zunächst die Small Faces zu einer intensiven Cover-Version, aus deren Elementen Led Zeppelin schließlich ›Whole Lotta Love‹ derivierten. Un­­zählige Male gecovert vom Who Is Who der in­­ternationalen Rock-Prominenz wurden schließlich die Klassiker ›Rock Me‹, ›Mannish Boy‹, ›You Shook Me‹, ›Hoochie Coochie Man‹, ›I Can’t Be Satisfied‹, ›I Got My Mojo Working‹ und › I Just Want To Make Love To You‹.

10/10

Muddy Waters
ROLLIN’ STONE
NOTNOW/FINESTVINYL