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The Sea Within – THE SEA WITHIN

The Sea Within
Mit einem Blick auf die Besetzungsliste dieser neuen Super­group hat man das musikalische Angebot von The Sea Within schnell erfasst: Roine Stolt, Jonas Reingold, Marco Minnemann, Daniel Gildenlöw, Tom Brislin und Casey McPherson haben sich zusammengefunden, um den 70ern zu huldigen. Allerdings belassen es die von Bands wie The Flower Kings, Transatlantic, Pain Of Salvation oder Renaissance bekannten Musiker nicht bei reinen Prog/Art-Rock-Epen der Sorte Yes oder Genesis, sondern eröffnen gleichzeitig eine Schatulle mit Spurenelementen von Fusion/Jazz-Rock, wie er einst durch das Mahavishnu Orchestra, durch Weather Report, Stanley Clarke oder Return To Forever erfolgreich zelebriert wurde. Nach so viel Name­dropping dürfen drei weitere Prog-Koryphäen natürlich auch nicht unerwähnt bleiben: Als Gastmusiker haben sich auf dem Debütalbum der Band immerhin Jon Anderson (Yes), Jordan Rudess (Dream Theater) und Rob Townsend (Steve Hackett Band) verewigt. Wer kann da noch widerstehen?

The Sea Within
THE SEA WITHIN
INSIDEOUT/SONY

Khemmis – DESOLATION

Khemmis Desolation

Doom deluxe.

Doom Metal ist zäh, langweilig und altmodisch? Nö, zumindest nicht, wenn er von Khemmis stammt. Die Truppe aus Denver, Colorado, zählte mit ihren ersten beiden Alben AB­­SOLUTION (2015) und HUNTED (2016) noch zu den Geheimtipps der Szene, was sich jetzt mit DESO­LATION sicherlich ändern wird. In sechs oft überlangen Songs zeigen die Amerikaner, dass Doom im Jahr 2018 auf ganzer Linie faszinieren kann. Das fängt bei den herzzerreißend verzweifelten Lyrics an, erstreckt sich über vielfältige musikalische Einflüsse von der NWOBHM bis zur Göteborger Schule und endet bei der überaus variablen Performance von Phil Pen­dergast, der nicht nur böses Fauchen und Growlen auf dem Kasten hat, sondern auch melancholischen Klargesang. DESOLATION erinnert mal entfernt an Katatonia oder Paradise Lost, besitzt aber viel Eigenständigkeit und vor allem Herzblut, das in jeder Note zu spüren ist. Wer sich mit offenen Ohren auf Stücke wie ›Isolation‹ (erste Single, mit knapp fünf Minuten kürzer als der Rest) oder ›Flesh To Nothing‹ einlässt, durchschreitet ein dramatisches Gefühlsbad erster Klasse, und dabei geht es doch bei Musik, oder? Dicke Empfehlung.

8/10

Khemmis
DESOLATION
NUCLEAR BLAST/WARNER

The Record Company – ALL OF THIS LIVE

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The Record Company All Of This Life

Staubtrockener Roots-Rock aus Kalifornien.

Auf diesem Album geht es um Selbstreflexion und Selbstver­bes­se­rung – so ungefähr lautet zumindest die Intention von Sänger und Gitar­rist Chris Vos. Seine Band The Re­­cord Company verpasst dem Rock eine passende Entsprechung: Vintage-Filter nehmen Blues-Strukturen unter die Lupe und verpassen dem Klang einen zeitgemäßen Anstrich. Sie entwerfen einen Sound, der zwischen Dr. Feelgood, John Lee Hooker und Creedence Clearwater Revival liegt. Sie probieren diese Zutaten mit viel Verve und noch mehr Behutsamkeit in die Jetztzeit zu transformieren. Die erste Single dieses Albums, ›Life To Fix‹, könnte auch eine Jack-White- Komposition sein: der Beat rollt lässig, während das Stück aufrecht stolziert. Vorher haben sich diese drei Jungs jahrelang mit Gigs in Bars und Clubs durchgeschlagen. Ihr Debütwerk GIVE IT BACK TO YOU wurde gleich mit einem Grammy nominiert, diesmal schielen die Songs hin und wieder etwas deutlicher in Richtung Radio. Produziert wurde das Album übrigens in den Boulevard Recording Studios in Hollywood, in dem schon Bands wie Pink Floyd, Fleetwood Mac und The War On Drugs gearbeitet haben. Mit etwas Glück kann das hier eine ganz große Nummer werden.

8/10

The Record Company
ALL OF THIS LIVE
CONCORD/UNIVERSAL

The Rolling Stones in Berlin: Das gilt’s zu beachten

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Am 22. Juni spielen die Rolling Stones im Olympiastadion Berlin. Was Fans in Sachen Tickets, Sicherheit und Anreise wissen müssen, hier verraten wir’s.

Es ist soweit: Nach 12 Jahren sind die Rolling Stones mit ihrer „No Filter“-Tour wieder im Berliner Olympiastadion zu Gast. Zum einen erwartet uns eine Rock’n’Roll-Show der größten Band der Welt – und zum anderen ein reguläres Großereignis, auf dem wie immer bei solchen Anlässen strenge Sicherheitsvorkehrungen herrschen.

Einlass und Support

Doch zunächst zu den Rahmenbedingungen: Der Einlass ins Stadion beginnt um 17 Uhr, um 19:15 fängt das Konzert an – mit der Vorband The Kooks. Die britischen Indierocker waren schon bei der „A Bigger Bang“-Tour 2006 als Support dabei.

Für Kurzentschlossene: Laut Veranstalter sind noch Restkarten verfügbar, welche ab Einlass-Beginn an der Abendkasse erworben werden können.

Sicherheit

„Für einen schnellen und reibungslosen Einlass“ wird von offizieller Seite empfohlen, „lediglich Ihr Konzert-Ticket, Ihr Mobiltelefon, Ihren Schlüsselbund und Ihr Portemonnaie bei sich zu tragen und auf alle weiteren Gegenstände zu verzichten“.

Taschen sind bis zu einer maximalen Größe eines Din A5-Blatts erlaubt (14,8 x 21cm). Flüssigkeiten dürfen nur bis 100ml und in Plastikgefäßen mit aufs Konzertgelände genommen werden.

Rolling Stones Berlin Sicherheit Regeln

Anfahrt

Was die Anreise betrifft, heißt es auf der offiziellen Homepage des Olympiastadions Berlin: „Am besten erreichen Sie uns mit den öffentlichen Verkehrsmitteln, von dort aus ist es nur ein kurzer Fußweg.“

Für Autofahrer gebe es „rund um das Olympiastadion Berlin eine Vielzahl an öffentlichen Parkplätzen, die auch bei Veranstaltungen genutzt werden können“.

Doch egal ob mit den Öffentlichen, per Fahrrad oder Auto, ein Anfahrtsplan findet sich hier.

Und wo das Organisatorische jetzt geklärt ist:

CLASSIC ROCK wünscht allen Besuchern in Berlin viel Spaß mit Mick Jagger, Keith Richards und Co. !!!

Aerosmith: Die stillen Drei

aerosmithBis heute bekommen Steven Tyler und Joe Perry das meiste Rampenlicht bei Aerosmith ab. Den anhaltenden Erfolg verdanken die beiden Paradiesvögel aber nicht zuletzt dem Rückgrat der Band.

Ohne Joey Kramer am Schlagzeug, Tom Hamilton am Bass und Brad Whitford an der Rhythmusgitarre gäbe es Shows und Songs von Aerosmith nicht bzw. nicht mehr. CLASSIC ROCK traf „die drei stillen Partner“ 2017 vor dem ausverkauften Konzert in München im noblen Mandarin Oriental Hotel. Das Trio gab sich dabei mal mehr und mal weniger still. Im Gegensatz zum lauten und spektakulären Auftritt am nächsten Tag.

Werdet ihr noch oft mit dem „Way­ne‘s World“-Spruch „Wir sind unwürdig“ begrüßt?
Tom Hamilton: Das kommt vor. War ja auch ein Teil unserer Karriere. Und auf einmal hatten wir einen Sketch in „Saturday Night Live“ und eine eigene Achterbahn.

Ihr habt eine Achterbahn?
Joey Kramer: Ja, „Rock‘n‘Roller Coaster starring Aerosmith“ in Disneyland in Florida.
TH: Außen ist eine gigantische Gitarre, und wenn du reingehst, meinst du, du kommst in den Eingangsbereich unserer Plattenfirma. Die Fahrt geht am Kontrollraum eines Aufnahmestudios vorbei, das genau so aufgebaut ist wie früher bei uns.
JK: Es ist alles indoor und unsere Songs laufen.

Wie kam es zum Titel der laufenden Tournee?
TH: Als wir noch dachten, dass es wirklich die letzte Tour sein könnte.
JK: Irgendwann begannen wir uns zu fragen, warum wir das nicht für immer machen. Wir tun das, was wir lieben, und haben Fans, die uns unterstützen. „Aero-Vederci“ bedeutet jetzt soviel wie „wir sehen uns später“.

Es gibt also keinen Vertrag, der euch untersagt, in Zukunft gemeinsam aufzutreten, wie bei Mötley Crüe?
Brad Whitford: Ganz schlechte Business-Entscheidung! (lacht)

Wie geht es weiter?
JK: Nach Europa nehmen wir eine Auszeit und dann geht es zurück nach Südamerika. Und dann – darf ich das überhaupt schon sagen?
BW: Sicher.
JK: Wir denken an eine Tournee zum 50. Jubiläum. 50 gemeinsame Jahre der fünf originalen Holzköpfe!

Wird es ein neues Album geben?
BW: Wir reden noch darüber.
JK: Bei dieser Band weißt du nie, was passiert, das liebe ich so an ihr.

Ihr werdet oft als die drei stillen Partner bezeichnet.
JK: Für mich ist eine Band ein Team. Ich vergleiche das gerne mit einem Blaubeerkuchen. Du hast fünf Stücke und kannst eins nicht einfach durch Apfelkuchen ersetzen. Oder mit einer Uhr: Die Zeiger geben die Zeit an, aber im Hintergrund läuft das Uhrwerk. Ich habe mir meinen Job ausgesucht und niemand musste mir die Arme verdrehen, damit ich Drummer werde. Ich tue das, weil ich es liebe und es ist mir egal, ob ich dafür genug Anerkennung bekomme.

Also ist die Chemie innerhalb der Band gut?
JK: Sie ist großartig!
TH: Jeder trägt einen Teil bei. Es gab aber eine Zeit, wo es mich sehr geärgert hat, wenn jemand uns als ersetzbar bezeichnet hat.

Kiss denken über eine Fortsetzung ohne Originalmitglieder nach. Könnt ihr euch das bei Aerosmith auch vorstellen?
BW: Nicht wirklich. Das ist das Schöne an Kiss mit den unterschiedlichen Charakteren. Ich glaube nicht, dass sie von Anfang an daran gedacht haben. Und wie groß und lange sie dabei sein würden.
JK: Das ist das Gleiche mit Foreigner. Ich hab sie mal in Texas spielen sehen und sie waren extrem gut. Obwohl nur noch ein Original in der Band ist. Es dreht sich alles um die Songs. Bei Aerosmith – auch wenn du uns die stillen Drei nennst – gibt es fünf Gesichter mit hohem Wiedererkennungswert.

Habt ihr auch schon mal wie Kiss über ein Musical nachgedacht?
BW: Da diskutieren tatsächlich einige Leute drüber. Ich kann das nicht ausschließen. (lacht) Für mich passt es noch nicht. Aber wer hätte je gedacht, dass Green Day mit AMERICAN IDIOT als Broadway-Stück so einen Erfolg haben würden?

Reist ihr gemeinsam?
JK: Ja, im selben Flugzeug.
BW: Wir haben mal das Tourmotto auf ein Flugzeug geschrieben. War aber nur ein Witz und ich wünschte, uns würde der Jet gehören.

Nennt ihr eure Fans immer noch „Blue Army“?
TH: Wir haben sie in den 70ern so genannt. Wenn wir damals zu den Venues kamen, waren Schlangen von Typen ausschließlich in Jeans da. Keiner konnte sich damals Leder leisten.

Seid ihr überrascht, dass ihr so große Massen anzieht?
BW: Wir nehmen das nicht als selbstverständlich hin und es macht uns demütig und dankbar. Wir sind seit über 40 Jahren dabei und immer noch ein Teil des Geschäfts.

Spielt ihr noch Clubshows?
TH: Ich hoffe, wir kriegen das mal wieder hin. Das erste Mal war da­­mals in Los Angeles im Starwood, kurz bevor wir richtig groß wurden. Wir hatten es niemandem im Vorfeld erzählt, aber es wurde dann riesig. Mit Nachrichtenhubschraubern über der Location und so.
JK: Wir würden lieber in einem Club spielen, aber müssen uns ums Ge­­schäft kümmern. Auch um die Sicherheitsproblematik nach der Manchester-Tragödie.

Habt ihr daran gedacht, Konzerte abzusagen?
JK: Nein, dann würden wir aufgeben. Wir sind Rock‘n‘Roll Freedom Fighters! Das liebe ich aber auch so an der Band, dass sie nie aufgibt. Ich kann einen schrecklichen Krach mit Tom oder Brad haben, aber wenn wir auf die Bühne gehen, lassen wir das unten zurück und dann geht es nur noch um die Musik.

War es schwer, die aktuelle Setlist zusammenzustellen?
JK: Absolut. Wir präsentieren Material, das wir lange nicht mehr ge­­spielt haben. Es gibt zwei Perspektiven für eine Setlist. Auf der einen Seite gibt es Songs, die du spielen musst. Aber dann ist da ja noch der Grund, warum wir mit der Musik an­­gefangen haben. Du veränderst die Soli und bringst dich anders ein.

Keine Songs vom letzten Album?
TH: Nein, obwohl wir uns da echt die Eier abgearbeitet haben. Das ist wie bei den Rolling Stones. Ich liebe sie, aber würde mir nicht sofort das neue Album holen. Wir hatten viele gute Ideen für MUSIC FROM ANOTHER DIMENSION, aber vielleicht haben wir zu viele Songs draufgepackt. Die Ideen haben wir umgesetzt, als sie jeder drauf hatte und ohne sie abzufucken, aber mehr Zeit hätte nicht geschadet.

Finden die Proben in alten Theatern statt wie früher?
TH: Wir üben in einem Studio in Boston. Aber nicht etwa wir fünf in einer Villa, sondern Schlagzeug und Tonnen von Monitorequipment in einem Raum.

Und während der Tour im Hotel?
BW: Das machen wir immer noch.
JK: Ich sehe meine Drums erst beim Konzert. Nach den ersten zwei Songs bin ich aufgewärmt und dann geht es richtig ab.

Paul McCartney: Hier zwei Songs vom neuen Album hören

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Paul McCartney neues Album Egypt StationPaul McCartney ist zurück: EGYPT STATION kommt im September, die Singles ›I Don’t Know‹ und ›Come On To Me‹ sind schon jetzt da.

Fünf Jahre sind seit NEW vergangen, jetzt steht uns wieder eine Soloplatte von Paul McCartney bevor, diesmal seine 17. Sie heißt EGYPT STATION, es finden sich 14 Stücke darauf, und am 7. September ist sie draußen.

Doch so lange lässt uns Sir Paul nicht warten. Zwei der neuen Songs gibt’s ab sofort zu hören: das vom Klavier getragene ›I Don’t Know‹ und das stampfenden ›Come On To Me‹. Beide erscheinen als doppelte A-Seiten-Single.

Aufgenommen hat McCartney EGYPT STATION in England und Los Angeles zusammen mit Produzent Greg Kurstin (Adele, Beck, Foo Fighters).

›I Don’t Know‹ und ›Come On To Me‹:

Rückblende: Aerosmith – ›I Don‘t Want To Miss A Thing‹

aerosmith promoDie Bostoner Altstars besiegten den Alkohol, die Drogen und die Depressionen und wurden mit einem Nr.-1-Hit in den USA belohnt – bis heute ihr einziger.

Als Aerosmith ihr zwölftes Album in Angriff nahmen, das passend betitelte NINE LIVES, schienen sie in ihrer besten Verfassung seit Jahren zu sein. Die drogen- und alkoholbefeuerten Zeiten der 70er und frühen 80er lagen weit in der Vergangenheit, was zu enormem Erfolg geführt hatte: Die drei Alben vor NINE LIVES – PERMANENT VA­­CA­­TION, PUMP und GET A GRIP – wurden von Kritikern gefeiert und millionenfach verkauft. Gegen alle Erwartungen erlebten die Bad Boys aus Boston einen zweiten Frühling als heißeste Band des Planeten. „Es gibt diesen Glauben unter Musikern, dass sie ohne Drogen und Alkohol ihr Feuer verlieren“, kommentiert Schlagzeuger Joey Kramer die Rehabilitation der Band. „Diese An­­nahme haben wir komplett widerlegt.“

Doch auch Jahre, nachdem sie ihre Suchtprobleme besiegt hatten, gab es noch Schlachten zu schlagen. Zu Beginn der Sessions für NINE LIVES 1995 kämpfte Kramer. Er steckte sogar in seiner eigenen, persönlichen Hölle: Depressionen. Mit dem Ergebnis, dass er die Drumsticks niederlegen musste, um sich in Behandlung zu begeben. An seine Stelle trat der erfahrene Session-Schlagzeuger Steve Ferrone, doch seine Beiträge wurden wieder gelöscht, als der genesene Kramer im Herbst 1996 zurückkehrte. „Ich hatte einen Nervenzusammenbruch und litt an Depressionen und Angstzuständen. Doch ich kam wieder mit einer gesunden Blickweise auf das, was ich bei Aero­smith einbrachte. Das war sehr hilfreich für mich. Wir nahmen die Sachen dann neu auf, weil sich einige Leute die Tracks angehört hatten [die in seiner Abwesenheit für NINE LIVES aufgenommen worden waren], wenig begeistert waren und sagten, die Band klinge nicht wie sie selbst.“

Mitte 1998 näherten sich Aerosmith dann dem Ende einer äußerst erfolgreichen Welttournee zu dem Album. In den USA hatte es schon Doppelplatin erreicht und einen Grammy für die Hitsingle ›Pink‹ aus dem Vorjahr bekommen. Clean, nüchtern, fit und gesund, hatten die Herren ihren Groove wiedergefunden und saßen erneut fest im Sattel Richtung Gipfel. Nur eines fehlte ihnen noch. Obwohl ihr Repertoire voll von unumstößlichen Klassikern war, hatten sie doch noch nie Platz 1 der amerikanischen Single-Charts erreicht. Mit ›Angel‹, ›Janie‘s Got A Gun‹ und ›Love In An Elevator‹, sämtlich Top-5-Hits, waren sie zwar schon sehr nahe gekommen, doch der Spitzenplatz schien im Sommer 1998 in immer weitere Ferne zu rücken. Denn auch wenn sich NINE LIVES hervorragend verkaufte, hatte keine der Single-Auskopplungen daraus auch nur die Top 20 erreicht. Ihr letzter Top-10-Hit ›What It Takes‹ (aus PUMP) lag schon acht Jahre zu­­rück. Doch dann landete eine riesige Chance in ihrem Schoß. Eine in Hollywood-Größe.

„Es gibt diesen Glauben unter Musikern, dass sie ohne Drogen und Alkohol ihr Feuer verlieren. Diese An­­nahme haben wir komplett widerlegt.“ (Joey Kramer)

Dem wissenschaftlich eher konfusen Endzeit-Sommerblockbuster „Armageddon“ mit Bruce Willis fehlte noch eine Soundtrack-Single von einer A-Listen-Band. Aerosmith waren offenkundig die perfekte Wahl, nicht zuletzt, weil Steven Tylers Tochter Liv in dem Film mitspielte. Die Ballade ›I Don‘t Want To Miss A Thing‹, geschrieben von Diane Warren, war ausgewählt worden, um überarbeitet und aufgenommen zu werden. Kramer war zunächst allerdings nicht überzeugt: „Ich wusste irgendwie schon, dass es ein Hit war, aber ich mochte den Song nicht besonders“, gesteht er. „Ich fand nicht, dass er zu uns passte. Als ich ihn das erste Mal hörte, war es nur ein Demo mit Klavier und Gesang. Man konnte sich nur schwer vorstellen, wie wir ihm unseren eigenen Stempel aufdrücken und ihn zu unserem Song machen könnten. Erst als uns das gelang, wurde er zu dem, was er jetzt ist. Letztlich mussten wir ihn nur lernen und als Band spielen. Sobald wir also damit anfingen, ihn zusammen zu spielen, wurde ein Aerosmith-Stück daraus.“

Nick Cave & The Bad Seeds: Neue Live-EP im September

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Nick Cave Bad Seeds live in CopenhagenDie Vier-Song-EP LIVE IN COPENHAGEN wurde im vergangenen Jahr aufgenommen. Jetzt gibt’s einen Clip zu ›Distant Sky‹.

Nick Cave & The Bad Seeds haben ein Mini-Album angekündigt. Auf LIVE IN COPENHAGEN finden sich vier Stücke vom Auftritt der Band in der dänischen Hauptstadt im vergangenen Jahr.

Die EP erscheint am 28. September auf 12-Inch-Vinyl und digital. Auf seiner noch laufenden Tour, die ihn 2017 auch nach München führte, stellt Cave sein aktuelles Album SKELETON TREE vor.

LIVE IN COPENHAGEN:
1. Jubilee Street
2. Distant Sky
3. From Her to Eternity
4. The Mercy Seat

Nick Cave & The Bad Seeds mit ›Distant Sky‹: