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Dawn Brothers – CLASSIC

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Dawn Brothers - CLASSIC

Rock’n’Soul made in Rotterdam.

Dieses Mal verzichten die Brüder auf den Gebrauch des bestimmten Artikels im Namen. Aber auch so kommen sie schnell in Fahrt, es macht sich sofort Live-Energie bemerkbar. In ›Summer Jam 2017‹ und ›Holy Water‹ zieht es sie in einen Hochtempo-Bereich, den man von den Labels Motown und Daptone her kennt. Der Soul aus den Tagen von Otis Redding, Joe Tex oder Wilson Pickett ist ihr Lieblingskumpan, er lässt sie nicht los. Noch mehr zeitlich zurück geht es in der Ballade ›Too Many Colors In The Sun‹. Hier darf man ruhig mal an den klassischen Vortrag eines Frank Sinatra oder Tony Bennett denken. Mit solchen Ikonen kann Sänger Bas van Holt natürlich nicht mithalten, aber er schlägt sich wacker. Man kann nicht sagen, dass sich die Dawn Brothers bei der Übernahme ihrer amerikanischen Vorbilder übernehmen. CCR spielen nach wie vor eine Rolle (›Gas To Carry On‹) und der bluesige Durchbruch darf auch nicht fehlen (›How Come‹). Und der ambitionierte Titel? Ist das Album tatsächlich ein Klassiker? Man mag es fast glauben. Die Tunes sind toll, der Schwung ist da, die Abwechslung stimmt und der blöde Abnutzungseffekt bleibt außen vor – mit oder ohne Artikel.

7 von 10

Dawn Brothers
CLASSIC
V2 RECORDS/H’ART

Uncle Acid & The Deadbeats – WASTELAND

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Uncle Acid And The Deadbeats

Erneut ein Treffer!

Es darf mit einiger Sicherheit prognostiziert werden, dass das fünfte Album dieser Gruppe für eine weitere Etablierung ihres Standings in der Metal- und Psychedelic-Rock-Szene sorgen wird. Fehler darf man sich in diesem streng umkämpften Genre-Zwischenland nämlich kaum erlauben. Rifft es zu eintönig (wie so oft) vor sich hin, ist kollektive Ignoranz dauerhaft die Folge, hört man hingegen die Vorbilder allzu deutlich heraus, wird selbst der kleine Platz in der Musikgeschichte verdaddelt. Die Engländer haben das Glück, dass sie tolle Songs haben, weshalb eine Genrezuordnung fast schon egal ist. Die hohe Kunst des lässigen Riffrockers beherrschen sie – wie ›Shockwave City‹ eindrucksvoll beweist – genauso wie die längeren Epen, exemplarisch nachzuhören im Achtminüter ›No Return‹. Das Pathos des True Metal braucht die Gruppe aus Cambridge übrigens nicht, hier sind keine Rollenspieler am Werk, sondern begeisterte und begeisternde Musiker, die den Hörer (abermals) in ihr ausgeklügeltes Sounddesign hineinziehen.

8 von 10 Punkten

Uncle Acid & The Deadbeats
WASTELAND
PLASTIC HEAD/SOULFOOD

Elvis Costello & The Imposters – LOOK NOW

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Elvis Costello - Look Now

Soulpop und Crooner-Songs mit Bacharach und den Imposters.

Dass Elvis Costello ein Fan von Burt Bacharach ist, wissen wir nicht erst, seit er das in seiner Autobiografie „Unfaithful Music“ offenbart hat. Bereits 1998 nahm der Songwriter eine Platte mit dem amerikanischen Komponisten auf: das meisterhafte PAINTED FROM MEMORY. Auf LOOK NOW ist Bacharach nur auf drei Stücken dabei, sein Geist aber schwebt über dem ganzen Album. Und dennoch ist es eindeutig ein Costello-Werk. Denn längst hat der Brite die Pop-Sensibilität seines Idols, dessen Gefühl für Harmonien und Melodien internalisiert. Und wie man Songs und Texte schreibt, da hat ihm sowieso nie jemand etwas vorgemacht. Das Quasi-Titelstück ›Don’t Look Now‹ ist ein herrlicher Piano-Schmachtfetzen, ›Unwanted Number‹ und das mit Carole King geschriebene ›Burnt Sugar Is So Bitter‹ sind beschwingter Soulpop in der Motown-Tradition – mit Streicherschmalz und Background-Chören. ›Suspect My Tears‹ verhandelt Vertrauensverlust unter Liebenden, falsche Tränen und Heuchelei und ist perfekter Bacharach-Pop, ›Photographs Can Lie‹ ein Spiel mit Nostalgie und tieftraurig: „In a frame under glass they’ll always be together and so in love, but photographs can lie.“ Beeindruckend: das Crooning in eleganten Stücken wie dem orchestralen ›He’s Given Me Things‹. Ob der 64-Jährige jemals besser gesungen hat? Eher nicht. Und auch das Zusammenspiel mit seinen Imposters: aus einem Guss. Wer lieber den wütenden, lauten Costello hört, der mag mit dieser Platte vielleicht seine Schwierigkeiten haben, auf ihre Art aber ist sie grandios.

9 von 10

Elvis Costello & The Imposters
LOOK NOW
CONCORD/UNIVERSAL

David Bowie – LOVING THE ALIEN (1983–1988)

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David Bowie Loving The Alien Box

Bowies erfolgreichste Phase, gewürdigt in einem schlichtweg überwältigenden Paket.

Ja, es ist durchaus berechtigt, ein bisschen zynisch zu sein, wenn nach dem Tod eines großen Künstlers die Reissue-Welle zu wogen beginnt. Doch was hier in Form von elf CDs oder gar 15 Vinyl-LPs aufschlägt, ist so umfassend, so gründlich und so grandios, dass der hier gebotene Platz kaum ausreicht, um auch nur alles aufzulisten, das in dieser Box enthalten ist! Im Kern geht es um die drei Alben LET’S DANCE, TONIGHT und NEVER LET ME DOWN, allesamt natürlich remastered und Letzteres sogar in einer neu instrumentierten Fassung enthalten, die der damals wenig geliebten Platte neue Dimensionen entlockt – und als posthume Wunscherfüllung zu verstehen ist, denn David Bowie selbst wollte NEVER LET ME DOWN neu bearbeiten. Besonders gelungen ist dies beim Titelstück und bei ›Shining Star‹ mit Laurie Anderson.

Ein weiteres Schmankerl ist SERIOUS MOONLIGHT von 1983, das bislang unveröffentlicht war und zu den beeindruckendsten Beispielen für gelungene Live-Dokumente gezählt werden darf: klanglich perfekt und doch lebendig, äußerst kraftvoll und intensiv. Gleiches gilt für den zweiten Konzertmitschnitt GLASS SPIDER (LIVE MONTREAL ’87). Mit RE:CALL4 und DANCE sowie einem üppig bebilderten Booklet werden dann auch die anspruchsvollsten Rarities- und Remix-Wünsche der Die-hard-Fans erfüllt. Mit anderen Worten: Dies ist keine Leichenfledderei, sondern eine echte Liebeserklärung an eine besondere Phase im Schaffen dieser Legende!

8/10

David Bowie
LOVING THE ALIEN (1983–1988)
PARLOPHONE/WARNER

Album des Lebens: Sigur Rós – ( )

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Sigur RòsIn der Rubrik „Album des Lebens“ stellen unsere CLASSIC ROCK-Autoren die Platte vor, die ihr Leben für immer verändert hat…

2003: Abifahrt, irgendwo im kroatischen Küstengebiet. Wirklich Lust hatte ich nicht darauf: weit und breit keine Metal- oder Rock-Kneipen in Sicht. Der Strandtyp war ich zudem eh noch nie, also stellte ich mich auf eine reichlich ereignislose Woche ein. Die wäre es auch ge­­worden, hätte mich nicht ein später zu uns gestoßener Freund und Klassenkamerad mit einem unerwarteten Geschenk in Form des dritten Sigur-Rós-Albums ( ) überrascht.

Rasch den Discman bemüht, den ich damals tatsächlich noch hatte – und vollkommen in eine andere Welt entschwunden. Es war nicht das erste musikalische Erweckungserlebnis und es würde nicht das letzte gewesen sein. Bon Jovi, Guns N‘Roses, Metallica, die Beatles lagen da schon hinter mir, Nick Cave, Pink Floyd und Joy Division noch vor mir. Aber ein wunderbar sehnsüchtiger, melancholischer und in endloser Breite auf mich niederprasselnder Kosmos isländischer Traumtänzermusik wie dieser war noch nicht dabei gewesen. Dieses Album entfachte in mir nicht nur eine wilde Liebe zu Island und seiner einzigartigen Musikszene (Sólstafir!), sondern eine gänzlich neue Lust auf Musik.

Zuvor dominierten eher Rock und Metal das Geschehen, dieses zweigeteilte Sigur-Rós-Werk jedoch ließ mich endgültig jegliche Scheuklappen ablegen und am kroatischen Strand unter Steinen verbuddeln. Aus heutiger Sicht ist es nicht mal ihr bestes Werk; jene entrückte, beseelte, geisterhafte Stimmung würde jedoch einen bleibenden Eindruck in mir hinterlassen – und die Messlatte für musikalische Emotionen künftig sehr hoch legen.

Aktuelle Ausgabe: Das erwartet euch im neuen CLASSIC ROCK MAGAZIN

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Classic Rock 75 mit Led Zeppelin

Led Zeppelin: Ihre größten Songs

Als Led Zeppelin vor 50 Jahren aus den Ruinen der Yardbirds auferstanden, galten sie zweifelsfrei als Band mit überdurchschnittlichem Potenzial – doch was dann folgen sollte, übertraf wohl selbst die Erwartungen der Herren Page, Plant, Bonham und Jones: Über weite Teile der 70er-Jahre waren sie schlicht und ergreifend die größte Rockband des Planeten.

Ihre Geschichte ist schon häufig erzählt worden, weshalb wir nun – zum „­Celebration Day“ – einen anderen Weg wählen: Led Zeppelins Reise durch die Zeit, festgemacht an ihren größten, wichtigsten und besten Songs.

Womit der „Stairway To Rock And Roll Heaven“ aber noch nicht komplett ist: Die kreativen Höhenflüge werden auch noch von Kollegen wie Alice Cooper, Ian Gillan, Slash, Wayne Kramer, Steve Morse, Phil Collins, Steve Perry u.a.m. fachkundig kommentiert. Whole Lotta Zep? Genau!

Das neue Heft ist ab dem 18. Oktober im Handel erhältlich. Hier könnt ihr euch die neue Ausgabe schon jetzt online und versandkostenfrei vorbestellen…

The Kinks: Sänger Ray Davies über Rebellion und Wege aus dem Chaos

Kinks Dead End Street
Einer der großen Albumklassiker der Kinks wird 50. Dazu gehen Gerüchte um von einer Wiedervereinigung der notorisch zerstrittenen Band – nach 25 Jahren Pause. Es wäre eine Sensation. Wir sprachen mit Sänger Ray Davies über falsche Revolutionen, den Brexit, das Internet, Ironie, die 60er und das Leben auf dem Land.

Greta Van Fleet: Almost Famous?

Greta Van Fleet 2018
Als heller Stern am Rockhimmel werden sie gefeiert, als Zukunft unserer bereits seit den 70er-Jahren totgeglaubten Lieblingsmusik betitelt: Wir haben die Band in Los Angeles zum Gespräch getroffen.

Ace Frehley: Lost In Space? Fehlanzeige!


Trotz vergangener sternenverhagelter Exzesse ist Space Ace mit seinen 67 Jahren heute fitter und kreativer als je zuvor. Alles von Gott gewollt, meint die rockende Kichererbse im Interview.

Rod Stewart: „Ich tue, was ich kann, um mich vom Grab fernzuhalten”

Rod Stewart Blood Red Roses
Seit über fünfzig Jahren ist Rod Stewart nicht aus der Pop- und Rockmusik wegzudenken. Zunächst bei The Faces, später solo, steht der Brite mit der markant-rauen Stimme für legendäre Songs wie ›Sailing‹ oder ›Maggie May‹. Nach einer kreativen Dürre sitzt der Vater von acht Kindern mit seinem neuen Album BLOOD RED RO­­SES wieder fest im Sattel.

Außerdem im Heft: The Beatles, Cinderella, Nazareth, Steve Perry, Steppenwolf, Elvis Costello, Janis Joplin, Steven Tyler u.v.m.

Wie immer inklusive Heft-CD, u.a. mit Songs von Blood Of The Sun, Wolvespirit, Alejandro Escovedo und Jason Isbell!

Das neue Heft ist ab dem 18. Oktober im Handel erhältlich. Hier könnt ihr euch die neue Ausgabe schon jetzt online und versandkostenfrei vorbestellen…

Titelstory: Van Halen – Die Rock´n´Roll Piraten

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Glaubt man David Lee Roth, so sind Van Halen 2012 ein Haufen Rockpiraten, die die Ozeane in Angst und Schrecken versetzen, weder Tod noch Teufel fürchten, sondern plündern und brandschatzen, was das Zeug hält, und damit Ruhm, Ehre und Reichtum einfahren.

Eine romantische Vorstellung. Gerade für eine Band, die schon so viel Schlagseite hatte. Die durch interne Grabenkämpfe, Gesundheitsprobleme und gesteigerte Orientierungslosigkeit glänzte, und deren Zenit längst überschritten schien. Doch weit gefehlt: Mit A DIFFFERENT KIND OF TRUTH, zugleich das Comeback von Diamond Dave, legen die Kalifornier ein grandioses Spätwerk vor, dem man die lange Pause genauso wenig anmerkt wie das fortgeschrittene Alter seiner Protagonisten. CLASSIC ROCK stellte Kapitän Roth zur Rede und stieß auf geballte Lebensweisheit – zwischen jeder Menge Seemannsgarn.

Wobei allein das Zustandekommen dieses Gesprächs extrem abenteuerlich verläuft: Obwohl das Album seit August vollendet ist, lässt sich die Band Zeit bei der Vertragssondierung. Erst Ende 2011 fällt die Entscheidung zuunsten von Interscope und somit gegen Columbia, das Management übernimmt Irving Azoff (u.a. The Eagles) und als Medienevent dient ein Konzert im winzigen New Yorker Café Wah?, Anfang Januar, vor 250 handverlesenen Gästen. Doch dann wird es seltsam: Statt Interviews und Fotosessions zu geben, das Werk zu bemustern und die riesige Nachfrage seitens der internationalen Fachpresse zu stillen, geht das Quartett auf Tauchstation, sagt – sofern sie je bestätigt waren – sämtliche Termine ab und lässt Coverstorys von „Rolling Stone“ bis „Q“ platzen.

Einfach, weil sie diese Form der Selbstdarstellung, die sie seit Mitte der 70er pflegen, nicht mehr interessiert, weil der aktuelle Fokus auf der Musik liegt und weil man nicht mehr an seinen Fehlern und Unzulänglichkeiten der Vergangenheit gemessen werden will. Was angesichts von großartigen Geschichten über wilde Exzesse mit Wein, Weib und Gesang, verwüstete Hotels, Klettertouren in den Himalaja oder den legendären Tour-Rider ohne braune M&Ms schwer fällt. Doch der 56-Jährige, der sich Ende Januar plötzlich eines Besseren besinnt und spontan zum Telefon greift, macht eindeutig klar, dass solche Eskapaden der Vergangenheit angehören und man sich nun auf einem anderen Level bewegt – einem erschreckend erwachsenen…

David, was ist das für ein Gefühl, erstmals seit „1984“ wieder ein Album mit Van Halen zu veröffentlichen?
Oh, da hat sich nichts verändert. Es ist, als ob man Benzin für ein Rennauto mixt – irgendwann findet man die richtige Mischung, künstlerisch wie spirituell. Und jetzt, da wir viele unterschiedliche Jobs außerhalb der Band hatten und auch ein paar medizinische Zwischenfälle, wissen wir das Ganze viel mehr zu schätzen. Bei mir ist es definitiv so, dass ich heute einige Sachen liebe, die ich früher gehasst habe. Wie etwa ins Studio zu gehen – weil ich das wie einen Schultest empfand. Eben als etwas, das meine Schwächen und Unzulänglichkeiten offenbart, die ich nicht gerne zugegeben habe.
Aber mittlerweile werde ich für meine Unzulänglichkeiten verehrt. Ich bin wie deine Lieblingslederjacke, die alles andere als neu ist. Und je öfter sie getragen wurde, desto wertvoller ist sie in unserer heutigen Kultur. Was absurd ist, aber es ist einfach so. Und meine Stimme klingt wie vier platte Reifen auf einer matschigen Straße. Also wie jeder Zentimeter, den ich spirituell zurückgelegt habe. Und das lässt sich nicht kaufen, sondern das musst du leben – Minute für Minute, in Echtzeit. Alle Menschen, die ich auf dieser Reise getroffen habe, sind Teil meiner Stimme und meiner Texte.
Was auch für das gilt, was die Van Halens spielen. Und was bedeutet, dass da mehr Tiefe ist. Da herrscht mehr Schwere, und das Lächeln ist das von Piraten. Insofern würde ich sagen: Wir haben unserer Sterblichkeit ins Auge gesehen – und sind mit einem Album zurückgekehrt.

Das klingt, als wäret ihr als Menschen wie Musiker wer weiß wie erwachsen – und ganz woanders als in den 70ern und 80ern?
Stimmt! Man kann ja nicht ewig so weiter machen wie mit 20 oder 30. Ganz abgesehen davon, dass es da eine dünne Trennlinie zwischen pubertärer Wut und toller Arbeit gibt. Und: Wir haben immer noch Wut. (lacht)

Was pures Understatement ist – ihr klingt wie auf den ersten drei Alben. Ein bewusster Schritt zurück?
Lass es mich so sagen: Im Theater gibt es einen Ausdruck namens „off book“. Was nichts anderes bedeutet, als dass du das Skript nicht mehr brauchst – weil du es soweit verinnerlicht hast, dass es zu einem Teil von dir geworden ist und du es nur noch mit emotionalem Inhalt füllen musst. Genauso haben wir es mit den Songs dieses Albums gemacht. Ich war exakt 42 Mal in Eddies Studio, um mit ihnen zu proben, damit wir die neuen Sachen „off book“ hinkriegen. Also bis zu dem Grad, da die Texte sitzen, jeder den Refrain und den kompletten Song kennt, und wir das so hinkriegen wie eine neue Band, die da raus in einen Club geht, um ein Publikum für sich zu erobern. Denn der Grund, warum die ersten Alben vieler Künstler so superb sind und sie dann einen langsamen Abstieg erleben, ist doch, dass sie beim Debüt „off book“ waren. Danach haben sie angefangen, die Texte und die Songs während der Aufnahmen im Studio zu schreiben, und sie dann einfach abzulesen. Was man hört – gerade beim Gesang. Bei uns war alles fertig, ehe wir ins Studio gingen – aber nicht anders.

Denn das Studio als Einrichtung zu nutzen … da gibt es nur wenige, die das wirklich beherrschen. Wie etwa U2. Ich habe mal eine Dokumentation gesehen, wie sie da reingehen, mit den vorhandenen Möglichkeiten experimentieren und dabei ihre Musik kreieren. Was sehr verlockend ist. Aber: Van Halen machen es genau umgekehrt. Wir proben mehrere Hundert Stunden, bis es Shakespeare ist. Und wenn du Shakespeare machst, denkst du nicht an das Morgen, sondern nur ans Hier und Jetzt. Vor allem, wenn du auch noch jemandem Geld da-für abknöpfst, dass er sich hinsetzt und sich das anhört. (lacht)

Und was unseren Anspruch im Studio betrifft, so würde ich sagen: Wie bei Motown. Also: Kannst du den Song von Anfang bis Ende ohne Pro-Tools oder sonstige technische Tricks spielen? Kannst du das so singen, wie es sein sollte? Oder klingt es irgendwie künstlich und falsch? Und das als Band im Studio zu machen, ist etwas, das viele gar nicht mehr hinkriegen. Während es für uns eine Rückkehr war. Eben zu dem, wo wir mal waren, was wir mal gut hingekriegt haben, und was auch jetzt kein Problem ist. Eben: Was du da hörst, ist live im Studio, und genau so klingt es auch auf der Bühne.

Tour des Monats: Blackberry Smoke

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Blackberry Smoke 2018
Mit dem aktuellen Album FIND A LIGHT haben Blackberry Smoke ihre Ansprüche auf den Thron des Southern Rock bestätigt. Ob sie den auch verdienen? Entscheidet selbst: In den nächsten Tagen kommen die gefeierten US-Amerikaner nach Deutschland – präsentiert von CLASSIC ROCK.

Blackberry Smoke live:

12.10. Frankfurt, Batschkapp
13.10. Bonn, Harmonie (ausverkauft)
17.10. München, Tonhalle
20.10. Berlin, Huxley’s Neue Welt
21.10. Hannover, Capitol
Hier gibts Tickets…