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Judas Priest: Feuerzauber ohne Ende

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Judas Priest - Wacken 2018Feuer frei!! Judas Priest präsentieren ihr 18. Studioalbum FIREPOWER. Wir sprachen exklusiv mit „Metal God“ Rob Halford über die neuen Songs, sein turbulentes Leben und den Stand der Dinge bei der ultimativen Heavy-Metal-Band, mit der er bald wieder auf Tour geht.

THE PRIEST IS BACK! Nachdem die EPITAPH-Worldtour bereits vor ei­­nigen Jahren fast das Ende der legendären Metal-Band aus dem britischen Birmingham einläuten sollte, haben Rob Halford, Glenn Tipton, Ian Hill und Scott Travis nicht zuletzt auch dank ihres „Neuzugangs“ Richie Faulkner ihre Spielfreude wiederentdeckt und greifen jetzt erneut an. FIREPOWER heißt der Nachfolger von REDEEMER OF SOULS (2014), der mit 14 brandneuen Songs aufwartet, ein Album in allerbester Judas-Priest-Tradition.Erstmals in ihrer Karriere gingen Halford & Co. gleich mit zwei Produzenten ins Studio – zum einen mit Hausproduzent Tom Al­­lom, einem routinierten Rock-Veteranen, der seit 1979 für JP-Klassiker wie UNLEASHED IN THE EAST, BRITISH STEEL, SCREAMING FOR VENGEANCE und DE­­FENDERS OF THE FAITH verantwortlich zeichnete, zum anderen mit dem etwas jüngere Co-Producer Andy Sneap (48), der u.a. Alben für Accept, Saxon, Megadeth und Exodus produzierte. „Eine wirklich gute Kombi“, zeigt sich Rob in Interview begeistert. „Wir haben damit das Beste aus zwei Welten gewonnen: Old School Classic Metal im Mix mit etwas modernerem Metal-Sound. Das war, wonach wir beim neuen Al­­­bum strebten.“

Und es hat funktioniert. Mit FIREPOWER und abwechslungsreichen Tracks wie  ›Evil Never Dies‹, ›Never The Heroes‹, ›Children Of The Sun‹, ›Necromancer‹, ›Traitors Gate‹, ›Sea Of Red‹, ›Flame Thrower‹, ›Spectre‹, dem atmosphärischen Instrumental ›Guardians‹, das als Intro zu ›Rising From Ruins‹ dient sowie dem Titeltrack, ist Judas Priest das topsolide, starke Metal-Album gelungen, das man von ihnen erwartet hat. Mit dichtem, druckvollem Sound schließt es stilistisch perfekt an REDEEMER OF SOULS (2014) an. Priests 18. Album klingt da­­bei nicht so brutal-brachial wie das Meisterwerk PAINKILLER (1990), sondern steht mehr in der Tradition ihrer 80er-Jahre-Großtaten wie SCREAMING FOR VENGEANCE (1982) oder DEFENDERS OF THE FAITH (1984) – und zeigt, dass die Band noch immer zu Recht als die „ultimative HM-Offenbarung“ gilt, an der sich noch heute viele junge Bands orientieren.

Das unverkennbar Priest-typische, in gelb und rot gehaltene FIREPOWER-Artwork stammt von Claudio Bergamin, einem Künstler und Fotografen mit chilenischen und italienischen Wurzeln, der übrigens auch für Robs Merchandise-Marke „Metal God Apparel“ arbeitet. „Wir sind sehr zuversichtlich, was das neue Material betrifft und natürlich gespannt, wie es bei den Fans ankommen wird“, sagt Rob.

„HEAVY METAL IST EIN VENTIL, UM FRUST RAUSZULASSEN!“

Sind neue Songs wie ›Evil Never Dies‹, ›Never The Heroes‹, ›Rising From Ruins‹ oder ›Sea Of Red‹ textlich denn pure Fiktion oder doch po­­litische Anspielungen, wie man vermuten könnte? „Mit den Botschaften, die wir in unseren Songs aussenden, wollen wir immer sowohl das wahre Leben als auch Fantasiewelten darstellen“, betont Rob. „Der Sound von Judas Priest bietet von jeher eine Form von Eskapismus aus dem Alltag. Wir beobachten die Welt und schreiben darüber, das kann dann durchaus auch mal politisch sein. Eine politische Band sind und waren wir aber nie. Für uns – und unsere Fans – ist Heavy Metal ein Ventil, um alltägliche Frustrationen rauszulassen. Du willst bei einem Metal-Konzert deinen ganzen aufgestauten Ärger aus dir rausschreien und  headbangen – und dazu müssen die Texte passen.“

Ein Track, ›Lightning Strike‹, wurde bereits vorab veröffentlicht und stieß durchweg auf positive Resonanz. „In dieser Nummer geht es inhaltlich darum, dass man sich im Leben von nichts und niemandem unterkriegen lassen soll und sich jeder Konfrontation mutig stellt!“ Ein Gratis-Motivationskurs vom „Metal God“ also. Halford spricht da durchaus aus Erfahrung, denn auch er musste in der jüngeren Ver­gangenheit einiges durchmachen. Zum Beispiel vor fünf Jahren eine schwere Rücken-Operation in England. Auch ein „Metal God“ ist eben nicht un­­verwundbar. „Es war die Hölle. Ich litt unter unvorstellbaren Schmerzen und musste dringend unters Messer, es ging nicht mehr anders“, blickt Rob auf die schwere Zeit zurück. „Zum Schluss musste ich ja selbst auf der Bühne am Stock gehen, um meinen Rücken zu entlasten. Da ich nie öffentlich über mein Leiden sprach, dachte sich manch Fan bestimmt, ich sei ein alter, schwerfälliger Sack geworden“, lacht er heute. „Aber die Auftritte damals haben mich eine große Überwindung gekostet. Gott sei Dank verliefen die Operation und die Reha dann erfolgreich, mein Chirurg war ein Meister seines Fachs und ich bin ihm sehr dankbar, dass er mich von meinen Höllenschmerzen befreien konnte. Jetzt bin ich wieder topfit!“

Auch in diesem Jahr mussten Rob und seine Mannen bereits Rück- bzw. Schick­­salsschläge wegstecken. Im Januar hatten sie gleich zwei Todesfälle in ihrem Umfeld zu beklagen: Am 7. verstarb ihr legendärer Produzent Chris Tsangarides (Thin Lizzy, Y&T, Anvil u.v.m.) im Alter von 67 Jahren. Am 16. folgte ihm der ehemalige Drummer Dave Holland (69), der von 1979 bis 1989, von BRITISH STEEL bis RAM IT DOWN bei Priest spielte. K.K. Downing bekundete sein Beileid als erster via Social Media: „Dave war ein enger Freund und ein guter Musiker so­­­wohl auf der Bühne als auch im Studio. Ich erinnere mich gerne an die vielen Gigs, die wir zusammen spielten und die Alben, die wir machten. Ich werde immer dankbar sein für die un­­auslöschlichen Beiträge, die Dave der Band geliefert hat.“ Die Band folgte daraufhin mit diesem Statement: „Wir hören mit Bedauern von Dave Hollands Ableben. Trotz der Vorkommnisse nach seiner Zeit bei Judas Priest zählen unsere gemeinsamen Jahre zu den produktivsten und erfolgreichsten der Band, allein schon deshalb vermissen wir ihn sehr.“ Hintergrund: Dave war 2004 des sexuellen Missbrauchs an einem Minderjährigen angeklagt und zu einer achtjährigen Haftstrafe verurteilt worden, obwohl er stets seine Un­­schuld beteuerte. Zuletzt hatte der ehe­­malige Trapeze-Drummer als Schlag­zeuglehrer zurückgezogen in Lugo, einer Kleinstadt im Nordwesten Spaniens, gelebt.

Und dann war da noch die Geschichte mit der „Rock And Roll Hall Of Fame“… Trotz (hochverdienter) No­­minierung klappte es dieses Jahr leider nicht mit dem Votum. Wie groß ist die Enttäuschung darüber? „Klar waren wir ziemlich traurig“, bekennt Halford offen. „Man bekommt ir­­gend­wie das Gefühl, dass Heavy Metal vom Hall-Of-Fame-Gremium als minderwertige Musik angesehen wird – trotz der Millionen Fans in aller Welt, die in die Konzerte strömen. Wir hätten uns über diese Ehre ge­­freut. Ich denke schon, dass Judas Priest nach all den Jahren für diese Ruhmeshalle qualifiziert sind. Aber selbst Bands wie Motörhead und Thin Lizzy sind da nicht vertreten, ein Unding! Naja, früher oder später werden wir wohl reinkommen in die Hall Of Fame. Ich hoffe nur“, lacht Rob, „dass wir dann noch körperlich im Stande sind, auf die Bühne zu klettern und zu rocken…“

„MEINE DROGENSUCHT NAHM LEBENSBEDROHLICHE AUSMASSE AN!“

Im Januar, genauer gesagt am 6., gab es für Rob dann aber auch was zu feiern, sozusagen seinen zweiten Geburtstag! „Ich bin seit diesem Tag exakt 32 Jahre lang absolut drogenfrei – und sehr stolz darauf“, betont er. „Die Drogen hätten mich ja fast das Leben gekostet. Ich habe dieses besondere Jubiläum extra auf meinem Instagram-Account gepostet, weil ich es mit den Fans teilen wollte. Ich bekam Hunderte Nachrichten von Me­­talheads, die auch mal mit Drogen in Berührung gekommen sind und ähnliche Erfahrungen gemacht haben. Manche von ihnen waren gerade mal eine Woche clean, manche gar schon länger als ich selbst. Drogenfrei zu leben ist nicht nur für einen selbst gut, sondern auch für die Familien und Freunde, die da zwangsläufig mitleiden. Wenn jemand meint, Metal und Saufen gehören einfach zusammen, halte ich das für kompletten Schwachsinn. Klar trinken meine Kollegen nach der Show ihr Bierchen, aber nicht mehr exzessiv und vor allem: ohne mich!“ Warum gehen denn seiner Meinung nach Drogenkonsum und Rock’n’­Roll so oft Hand in Hand? „Nun, es ist ein großes Privileg, wenn man jeden Abend in großen, ausverkauften Hallen auftreten darf. Die Schwierigkeit besteht darin, eine Balance zu finden zwischen dem Leben auf der Bühne und privat. Das ist oft ein Problem. Dazu kommt diese ewige Versuchung. Die 80er waren sowas wie eine nie enden wollende Party. Wir haben wie verrückt Kokain geschnupft und gesoffen ohne Ende. Nach den Shows feierten wir, bis die Sonne aufging. Das war alles ganz normal – dachten wir zumindest. Aber am nächsten Abend mussten wir wieder rauf auf die Bühne und ich fühlte mich oft be­­schissen. Meine Stimme klang scheiße, manchmal habe ich sogar Texte vergessen. Das war mir unangenehm. Das gefährliche an Drogen ist, dass sie teils irreparable Schäden in deinem Organismus anrichten, die du zunächst gar nicht wahrnimmst. Wenn du es dann bemerkst, ist es oft zu spät. Bei mir nahm die Sucht Mitte der 80er lebensbedrohliche Ausmaße an – ich habe die Reißleine in allerletzter Sekunde gezogen. Es ist extrem wichtig, Hilfe an­­­­zunehmen, wenn man Drogenprobleme hat. Mich hat es gerettet. Mein zweites Leben begann an jenem 6. Januar 1986.“

Video der Woche: KISS-Interview mit Tom Snyder, 1979

iss @Tom Snyder Interview 2019Zum 70. Geburtstag von Gene Simmons gibt es heute das wohl legendärste KISS-Interview überhaupt zu sehen.

Der Demon wird heute stolze 70 Jahre alt. Grund genug, KISS das ‚Video der Woche‘ zu widmen. Deshalb blicken wir zurück auf das Jahr 1979, als KISS ihr letztes Interview inklusive Peter Chriss und Ace Frehley im Fernsehen gaben.

In der Halloween-Ausgabe der „Tomorrow Show“ mit Moderator Tom Snyder wurde auch schnell klar, dass die Band bereits gespalten war. Während Ace und Peter (vermutlich beide angetrunken) die Zeit ihres Lebens hatten und nicht ernst bleiben konnten, versuchten Gene Simmons und Paul Stanley, eine seriöse Interviewsituation aufrechtzuerhalten.

Dies scheiterte jedoch, da Ace und Peter jede ernste Aussage über die Band völlig ins Lächerliche zogen. Legendär an diesem Interview ist bis heute der Kontrast zwischen dem angesäuerten Gene Simmons und dem vollkommen aufgedrehten Ace Frehley („Bist du der Gitarrist?“ – „Nein, ich bin der Klempner“), außerdem Tom Snyder selbst, der sich dem verrückten Lachen des Spaceman nicht entziehen konnte.

Das ganze Interview mit Tom Snyder:

Das letzte Wort: Elvis Costello im Interview

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Elvis Costello InterviewDeclan Patrick MacManus, besser bekannt als Elvis Costello, ist ein Phänomen: Der 64-Jährige war kommerziell nie erfolgreich, genießt aber unter Kritikern wie Kollegen extrem hohes Ansehen. In den letzten fünf Dekaden hat der Brite mit Wohnsitz Los Angeles mit Gott und der Welt gearbeitet – von Paul McCartney bis Burt Bacharach. Zudem ist er ein permanenter Grenzgänger zwischen Pop- und Hochkultur, hat mehrere Klassik- und Filmprojekte realisiert bzw. stand auch selbst vor der Ka­­mera. Ein kreativer Tausendsassa, aber auch ein Exzentriker und eine launische Diva. CLASSIC ROCK hat Glück – zur Veröffentlichung seines neuen Albums LOOK NOW präsentiert sich Elvis von seiner Schokoladenseite.

Im letzten Sommer hast du deine Europatournee wegen einer Krebserkrankung absagen müssen. Wie geht es dir jetzt?
Besser. Ich habe eine schwere Operation hinter mir, und es scheint alles gut verlaufen zu sein. Aber: Es ist irre, wie viel Aufmerksamkeit man als Künstler erfährt, wenn man krank ist. Das ist fast unangenehm – als müssten plötzlich alle ganz nett und zuvorkommend sein. Ich denke, ich hätte es vorgezogen, wenn das gar nicht publik geworden wäre.

LOOK NOW ist dein erstes Album seit acht Jahren – warum die lange Pause?
Weil ich sie brauchte. Eben eine Auszeit von dieser Tretmühle aus Albumproduktionen und Tourneen, bei der man so viele Projekte, an denen man gerne arbeiten würde, auf die lange Bank schieben muss, weil keine Zeit dafür ist. Sprich: Ich musste alles andere ausbremsen, um Dinge machen zu können, die mir wichtig sind, aber zu denen ich sonst einfach nicht komme.

Das klingt wie ein Manöver zur Selbstverwirklichung?
Oder zur Selbsterhaltung. Denn: Es hat mich wahnsinnig gemacht, zig Sachen, die ich vor mir hergeschoben habe, nicht umsetzen zu können. Ein fast schon normales Leben in Los Angeles zu führen – mit meiner Familie und einem Job als Radiomoderator – hat mir die Gelegenheit gegeben, an Soundtracks, Musicals und einigen netten Kollaborationen zu arbeiten. Ich habe das sehr genossen.

Warum bist du dann wieder rückfällig geworden?
Weil die Konzerte, die ich letztes Jahr mit den Imposters gespielt habe, so gut waren, dass wir uns sagten: „Da müssen wir noch mehr machen – lasst uns eine Platte aufnehmen.“ Das haben wir getan – in gerade mal drei Wochen und für ein geradezu lächerliches Budget. Aber hey, das ist die moderne Musikindustrie.

„Wahrscheinlich heißt es auf meinem Grabstein: ‚Deutschland war sein Waterloo.‘ Na ja, es ist gibt Schlimmeres…“

In der du wie ein Dinosaurier wirkst: Du machst seit 41 Jahren Alben statt Tracks und bist ein Singer/Songwriter alter Schule. Wie kommt du mit dem digitalen Zeitalter, mit Streams und sozialen Medien klar? Fühlst du dich in der modernen Musikwelt nicht völlig de­­platziert?
Nein! Und wenn die Leute meine Songs in irgendwelchen Streaming-Playlisten entdecken, ist das okay. Denn: Die Zeiten haben sich geändert. Es wird nie wieder so sein, wie es mal war. Was für jede Innovation in der Welt der Tontechnik gilt. Zuerst hat das Radio die Schellackplatten abgelöst, dann hat das Album-Format das Radio herausgefordert. An­­schließend war die Single das große Ding, dann die Kassette, die CD. Der einzige Fehler war der Wechsel zur mp3 als Industrie-Standard, weil sie eine minderwertige Qualität hat und leicht zu kopieren ist. Von da ab haben die Leute den Sinn für den Wert der Musik verloren. Und auch das lässt sich nicht mehr korrigieren. Aber man kann immer noch Al­­ben machen, die von Herzen kommen – und schauen, was die Menschen damit anstellen.

Wirst du das neue Album eigentlich auch live vorstellen – trotz deines momentanen Gesundheitszustands?
Auf jeden Fall! Obwohl: Deutschland ist so eine Sache. Wenn man mich dort einlädt, okay. Aber: Ich habe nicht vor, mich weiter anzubiedern.

Wie meinst du das?
Dass ich keine Zugeständnisse mehr machen werde, nur um vor einem deutschen Publikum spielen zu dürfen. Letztes Mal habe ich es lediglich nach Hamburg und Frankfurt geschafft – mehr Nachfrage schien es nicht zu geben. Und das hat meiner Meinung nach mit den Veranstaltern zu tun, die diese Termine buchen, aber nicht recht wissen, wer ich bin und wer mein Publikum ist. Zumindest erreichen sie es nicht. Deswegen spiele ich dort nie richtig große, ausverkaufte Konzerte. Dabei war ich zweimal im Rockpalast – 1978 und 1983. Das sind normalerweise prestigeträchtige Shows, die die Karriere eines Künstlers ankurbeln. Nur nicht bei mir. Dabei war der ’78er Auftritt der Attractions einer der besten. Wenn ich ihn mir heute anschaue, denke ich: „Wow, was haben wir denn da geschluckt?“ Wir waren unglaublich energetisch – so jung und so druckvoll. Wenn ich das als Rockfan sehen würde, würde ich durchdrehen. Aber nicht die Deutschen. Die ignorieren mich einfach.

Hast du eine Erklärung dafür?
Wenn ich sie hätte, würde ich etwas ändern. Leider ist mir das völlig schleierhaft. Wahrscheinlich heißt es auf meinem Grabstein: „Deutschland war sein Waterloo.“ Na ja, es ist gibt Schlimmeres…

Zum Beispiel?
Eine 80s-Revival-Tour mit den ganzen Eintagsfliegen der 80er. Dann würde ich mir die Kugel geben.

Bruce Springsteen: ›I’ll Stand By You‹-Video veröffentlicht

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Bruce Springsteen neues Album Western Stars2001 nahm Bruce Springsteen den von den „Harry Potter“-Büchern beeinflussten Song ›I’ll Stand By You‹ auf. Der kommt jetzt im Spielfilm „BLinded By The Light“ vor.

Wie wohl viele Eltern damals las Bruce Springsteen seinen Kindern Ende der 90er aus „Harry Potter“ vor. Das inspirierte ihn zum Song ›I’ll Stand By You‹.

„Er war zeimlich gut“, sagte der Songwriter dem Rolling Stone vor drei Jahren. „Ich schrieb ihn für meinen ältesten Sohn, eine große Ballade, die sehr uncharakteristisch ist für das, was ich sonst singe.“

›I’ll Stand By You‹ war für die Verfilmung von „Harry Potter und der Stein der Weisen“ vorgesehen, allerdings besagte der Vertrag mit Autorin J.K. Rowling, dass keine kommerziellen Lieder in den Filmen auftauchen sollten.

„Ich finde, er hätte ganz nett reingepasst“, so Springsteen. „Irgendwann würde ich ihn gern in einem Kinderfilm oder etwas in der Art unterbringen, weil es ein hübscher Song ist.“

Jetzt hat ›I’ll Stand By You‹ seinen Weg in den neuen Kinofilm „BLinded By The Light“ gefunden. Der erzählt von einem britischen Teeanager pakistanischer Abstammung in den 80ern, der sich in die Musik von Bruce Springsteen verliebt. Szenen aus dem Film sind im neuen Clip zum Song zu sehen.

Bruce Springsteen mit ›I’ll Stand By You‹:

The Rolling Stones: Namenspatronen für Marsstein

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Robert Downey Jr. verkündete gestern, dass es auf dem Mars einen Rolling Stone gibt.

Kurz bevor die Rolling Stones gestern in Pasadena die Bretter des Rose Bowl Stadions betraten, kam Schauspieler Robert Downey Jr. auf die Bühne, um etwas zu verkünden.

Das Team hinter dem InSight Lander von NASA habe einen auf dem Mars gefundenen Stein nach der legendären Band benannt, so der Iron-Man-Darsteller. Der Stein wäre wohl vor nicht ganz einem Jahr, angetrieben durch die Düsen des InSight Landers, einen Meter weit gerollt und so erschien den Beteiligten der Name mehr als passend.

Freedom Call – M.E.T.A.L.

Freedom Call Metal

Polarisierender Sound

Feststimmung im Hause Freedom Call. Diesen Sommer feiert man nicht nur 20-jähriges Bandjubiläum, sondern auch die Veröffentlichung des zehnten Studioalbums. Freedom Call polarisieren mit ihrem Sound. Zwischen Love und Hate bleibt nicht viel Spielraum. Der teils schnelle Heavy Metal mit mächtiger Melodiebreitseite ist über weite Strecken vorhersehbar und bedient die klassischen Klischees des Genres. Sänger und Gitarrist Chris Bay hält auch auf M.E.T.A.L. die Zügel stramm. Der Mix aus Hammerfall, Rhapsody, Helloween oder Gamma Ray lässt nicht viele Experimente zu. Freedom Call machen aber das Beste daraus und liefern Bekanntes, gut aufgearbeitet. Schnelle galoppierende Nummern wie ›Ronin‹ oder ›Fly With Us‹ sind gefällig, aber eben tausend Male schon gehört. Kurzum, wo Freedom Call draufsteht wird zu 1.000 Prozent das Erwartete geliefert.

6/10

Freedom Call
M.E.T.A.L.
SPV/STEAMHAMMER

Redd Kross – BEYOND THE DOOR

redd kross beyond the door

Indie? Retro? Rock’n’Roll!

Die 1980 im Umfeld der kalifornischen Punkszene gegründete Band wird gerne als archetypische Indierock-Band bezeichnet, während man aus heutiger Sicht angesichts der Vorliebe der Truppe um die Brüder Jeff und Steve McDonald für 60s-Melodien und Garagenrock auch eine Retro-Einstellung unterstellen könnte. Beides ist aber wenig zielführend. Vielmehr waren und sind Redd Kross eine jener Bands, die sich Gitarren umhängen, die Verstärker aufreißen und losrocken, ohne dabei das Hirn auszuschalten. Herausgekommen sind dabei auch beim siebten Album der Formation eingängige Stücke, die vor zwingenden Gitarren- und Bassriffs genauso strotzen wie vor intelligenten Texten wie etwa bei ›What’s A Boy To Do?‹. Vor allem aber ist BEYOND THE DOOR ein richtiges Rock’n’Roll-Album geworden, das einen vom ersten bis zum letzten Song umreißt und mitnimmt – was möglicherweise dem Umstand geschuldet ist, dass erstmals die langjährigen Mitglieder der Liveband, Gitarrist Jason Shapiro und Drummer Dale Crove, bei einem Studioalbum mitgewirkt haben. Und auch ihren Humor haben Redd Kross nicht verloren, beenden sie das Album doch mit einer Coverversion des Sparks-Klassikers ›When Do I Get To Sing ,My Way‘‹.

7/10

Redd Kross
BEYOND THE DOOR
MERGE/CARGO

New Model Army – FROM HERE

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new model army from here

Magisches aus dem Eismeer

Ob sich die Energie besonderer Aufnahmeorte auf die musikalische Darbietung überträgt? Vielleicht eine esoterische Frage, aber im Falle von New Model Armys FROM HERE, das im Ocean Sound Recordings Studio mit Panoramablick auf das norwegische Eismeer live eingespielt wurde, lässt sich durchaus eine besondere Magie in der Musik hören. Die Briten bewegen sich auf ganz eigenem Terrain irgendwo zwischen düsterem Rock, Folk und etwas Postrock. Die zwölf Tracks klingen spontan, organisch und nie zu glatt geschliffen. Statt fetter Gitarrenwände stehen Toms, cleane Gitarren und Akustikgitarren, sowie der Bass im Fokus, ohne dass die Musik drucklos klänge. Und natürlich Justin Sullivans unverwechselbarer, rauer Gesang. Die Kompositionen erscheinen grundsätzlich wieder simpler als auf einigen Alben der mittleren Jahre, haben etwas Hypnotisches und erzeugen eine fesselnde Atmosphäre. ›Never Arriving‹, ›The Weather‹ oder ›End Of Days‹ zeigen, dass Sullivan und Co. einfach gute Songwriter sind, die es schaffen, sich nicht zu wiederholen. Fischen im Eismeer kann also sehr ergiebig sein. FROM HERE ist der ganz und gar nicht eisige Beweis!

8/10

New Model Army
FROM HERE
EARMUSIC/EDEL