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Videopremiere: Mike Tramp mit ›Best Days Of My Life‹

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Mike Tramp Best Days of My LifeSeht hier exklusiv den brandneuen Videoclip von Mike Tramp.

Im März dieses Jahres veröffentlichte Mike Tramp sein neuestes Album STRAY FROM THE FLOCK, am 06. September erscheint davon eine limitierte Touredition auf lilafarbenem Doppelvinyl.

Als Vorgeschmack auf das Special gibt es schon heute ein neues Video zum Song ›Best Days Of My Life‹ zu sehen.

Mike Tramp mit ›Best Days Of My Life‹:

Sheryl Crow – THREADS

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Sheryl Crow Threads

Geteilte Freude, doppelte Freude

Lassen wir erst mal einfach außen vor, wie traurig wir wären, wenn sich dies tatsächlich als letztes Album von Sheryl Crow erweisen sollte, wie sie es angekündigt hat, und konzentrieren uns einfach auf das, was wir zu hören bekommen. Ganz wie jüngst beim ultra-erfolgreichen Klampfen-Sams Ed Sheeran finden sich hier ausschließlich Kollaborationen mit anderen Künstlern, die ein weites Spektrum abdecken. Stevie Nicks, Keith Richards, Joe Walsh, Bonnie Raitt, Chris Stapleton, Eric Clapton, Willie Nelson, St. Vincent und Chuck D werden wir garantiert nie wieder auf einer Platte versammelt finden. Die Songs selbst sind da schon homogener, bleiben größtenteils dem rootsy-lässigen Midtempo-Americana-Pop treu, mit dem sich die Protagonistin Millionen von Fans erarbeitet hat. Wer diesen jedoch als leichtverdauliche Kommerzware abkanzelt, tut der Dame und ihrem Songwriting großes Unrecht. ›Prove You Wrong‹ oder ›Still The Good Old Days‹ sind locker-flockige Groover, die man erst mal so unbemüht klingend hinbekommen muss, und auch wenn hier nicht alles gleich zündet, wird das Gefühl einer entspannten Runde unter Freunden nie langweilig. Vielleicht, weil es immer wieder durch gelungene ernstere Momente punktuiert wird, die mit Tiefgang und dramaturgischer Substanz glänzen – allen voran ›Redemption Day‹ mit Johnny Cash, das eine so mächtige emotionale Wucht entwickelt, dass es schon allein den Kauf der ganzen Platte rechtfertigt. Wir hoffen jedenfalls, dass THREADS nicht Crows letztes Album wird – aber falls doch, ist es ein mehr als würdiger Abschied.

7/10

Sheryl Crow
THREADS
UNIVERSAL

D-A-D: „Das beste Gefühl der Welt”

Ihre spezielle Nische gefiel D-A-D schon immer recht gut, schließlich ist es nur wenigen Bands vergönnt, ein Doppelleben zwischen überdimensionalem Mainstream-Startum und dem Dasein eines beliebten Club-Acts zu führen…

Die vor einem Rechtsstreit mit Disney als Disneyland After Dark bekanntgewordenen Künstler – die sich trotz ihres Einflusses auf den Cowpunk des europäischen Festlands und diverser experimenteller Phasen gern als „einfache Rock’n’Roll-Band“ bezeichnen – sind in ihrer Heimat Dänemark gefeierte Stars, während sie in den restlichen Teilen der Welt im Rahmen intimer Shows ihrer wahren Leidenschaft nachgehen können: vor Fans spielen, denen sie wirklich am Herzen liegen. Nach achtjähriger Sendepause kommt jetzt endlich das neue Album A PRAYER FOR THE LOUD heraus: ein geradliniges Rockalbum und laut Frontmann Jesper Binzer (übrigens ein überaus sympathischer Gesprächspartner) ein mit viel Arbeit verbundenes Filtrat aus authentischen D-A-D-Ideen.

Zwischen eurem letzten und dem neuen Album liegen acht Jahre. Wann in dieser Zeit habt ihr begonnen, an neuem Material für D-A-D zu arbeiten?
(lacht) Ja, ganze acht Jahre. Manche Ideen hatten wir direkt nach DIC.NII.LAN.DAFT.ERD.ARK, aber die meisten sind recht neu. Etwa vor drei Jahren nahmen die meisten Songs ihre erste Form an, dann mussten wir jedoch eine Pause machen, weil sich einer von uns sehr ausgebrannt fühlte. Im Herbst letzten Jahres gingen wir dann ins Studio…

Definitiv ein längerer Prozess also.
Ja, aber zumindest die guten alten Bands wissen, dass man ungefähr zehn Songs schreiben muss, um den einen zu finden, den man wirklich liebt. Das ist harte Arbeit. Und jedes Lied ist wie ein kleines Baby und immer ist man erst mal überzeugt, dass es das nächste große Ding ist. So durchläufst du diesen Prozess, immer wissend, dass du 50 Songs schreiben musst, um ein gutes Album zu machen.

Dann gibt es da wohl einiges an Demo-Material in den Kellern von D-A-D?
Oh ja! Halbfertige und nur zu einem Viertel durchgebackene Songs, auch komplett fertige Lieder, die irgendwie nicht auf die Platte passten. Aber so soll das sein, auch wenn es manchmal schwierig ist, sich von seinen Träumen oder Visionen zu verabschieden. Aber die elf Tracks sind wirklich die besten und passen sehr gut zusammen.

Als ich A PRAYER FOR THE LOUD zum ersten Mal anhörte, war ich überrascht, wie gut mir das Album auf Anhieb gefiel. Das passiert mir nicht so oft.
Oh, dankeschön. Ich fühle da mit dir, das passiert selten. Und du musst ja beruflich echt eine Menge Rockalben anhören…

Ich mag den eher klassischen Sound. Ihr habt weniger experimentiert, man bekommt ein relativ pures D-A-D-Filtrat vorgesetzt.
Wir haben wirklich viel Zeit in jeden Schritt investiert und wollten die besten Refrains, die besten Texte, einfach alles schreiben. Irgendwann kann es passieren, dass man versucht, etwas nachzumachen. Das ist okay, denn du musst dir selbst komplette Freiheit einräumen. Du musst all deine Träume und all deine Alpträume anpacken, vor allem am Anfang sollte man nie zu wählerisch mit seinen eigenen Ideen umgehen, weil man nie weiß, wohin sie einen führen. Aber ab einem gewissen Punkt hast du dann eine Zeitlang mit dem Song gelebt und bekommst ein Gefühl dafür, ob er richtig oder falsch ist. Dann zeigst du ihn einem Außenstehenden, dem Produzenten zum Beispiel, und merkst noch mal ganz genau, ob du wirklich dir selbst gefolgt bist oder etwas imitiert hast. Ich glaube einfach, wenn man sein Ego beiseite lassen kann, man sich selbst treu bleibt und den Mainstream ignoriert, dann hat man am Ende ein authentisches Ergebnis. Trotzdem entscheidet am Schluss immer das Publikum, du musst einfach nur auf deinen Bauch hören und schauen, was passiert.

Ihr habt ja schon ein paar neue Songs live gespielt. Wie kamen sie bisher an?
Ja, sechs Stücke haben wir bisher bei Shows in Dänemark gespielt. Und klar, es ist immer so, dass die Leute auf ihre Lieblingshits warten, einfach nur feiern wollen, und plötzlich kommst du mit neuem Zeug daher und sie müssen sich auf einmal konzentrieren. Da wird die Party dann zum Kulturereignis. Aber trotzdem waren die meisten sehr zufrieden, wir haben viele positive Reaktionen erhalten.

Fühlt ihr euch einem dänischen Publikum stärker verbunden? Gibt es da irgend­etwas, das wir Außenstehenden nicht nachvollziehen können?
Nein, ich fühle mich Leuten verbunden, denen D-A-D wichtig sind. Wir alle in der Band sind da derselben Meinung: Ein deutscher Rockclub mit circa 1500 Menschen, das ist das Beste überhaupt. Denn in Deutschland kennen uns die Leute, sie kennen unser Material, sie haben einen kulturellen Bezug zu unserer Musik. Ich meine, wir sind einfach nur eine Rockband, aber in Dänemark sind wir diese Mainstream-Gruppe, die vor echt großem Publikum auftritt. Das ist auch schön, aber da sind vielleicht nur 30 Prozent der Anwesenden so richtig dabei. Unser Stand in Dänemark ist eine Abnormalität und das ist natürlich großartig, weil wir so einige unserer Rechnungen bezahlen können. Und weil wir in Dänemark fast schon gezwungen sind, größer zu denken, können wir diese Ideen auch sehr gut auf Festivals und auf kleine Clubs übertragen. Du bekommst also eine große Rockshow in einer sehr intimen Umgebung.

Du bist also zufrieden mit dieser speziellen Nische, in der ihr euch bewegt?
Ja. Ein Rockclub bedeutet für mich Freiheit, die großen Shows interessieren mich gar nicht so arg.

Das Cover-Artwork spielt mit einem religiösen Kontext: Molly hängt wie Jesus am Kreuz, auch in einigen Songs wird das Thema aufgegriffen. Wie viel Provokation steckt da drin?
Ach, ich weiß nicht. Klar, wir sind Dänen, wir nehmen vieles nicht allzu ernst. Es wird vielleicht hier und da eine kleine Kontroverse auslösen, aber es ist einfach so: Dieser ganze religiöse Bullshit, der aktuell wieder am Laufen ist, dass jeder eine Seite wählen muss und das alles, das ist ein riesiges Problem für unsere Welt. Ich weiß, dass unsere Kultur tief in Religion und der christlichen Tradition verwurzelt ist, aber es ist wichtig, diese Symbolik in einen neuen Kontext zu stellen. Wir möchten sie gar nicht zerstören, aber wir wollen diese Machtsymbole entmachten, sodass etwas Neues, Weltoffenes an ihre Stelle treten kann. Und das alles auf eher lustige Art und Weise.

Ist der Rock’n’Roll eine Ersatzreligion?
Hm… Mich hat es 30 Jahre gekostet, bis ich herausgefunden habe, dass der Rock’n’Roll einfach eine unfassbar starke Energie hat, die mich konstant anzieht. Er ist so ein großer Teil von mir, von uns. Der Rock’n’Roll ist nicht sonderlich clever, nicht sonderlich intellektuell, und doch ist es für 50.000 von uns immer noch das Beste überhaupt, Angus Young in kurzen Hosen performen zu sehen. Es ist das Schönste, das wir jemals erleben durften. (lacht) Keine Ahnung, ob das eine Religion ersetzen kann, aber es ist das beste Gefühl der Welt.

Die Euphorie aus jungen Tagen diesbezüglich hat bei dir also nicht nachgelassen?
Nein, das hat bestimmt auch was mit meiner Generation zu tun. Das, was ich mit 14 Jahren gehört habe, hat meine Seele nachhaltig geprägt. Und du kannst nicht wirklich… diesen ersten Rausch, das kannst du wieder und wieder erleben. Es ist einfach, was wir sind, was uns und unsere Kultur definiert, die Festivals, die Rockclubs. Auf eine Art und Weise wurde es… okay, vielleicht hattest du doch Recht, es wurde zu einer Art Religion. (lacht)

Zumindest zu einem sehr leidenschaftlichen Lebensstil. Seit Anfang an ist vor allem euer Tourplan sehr beeindruckend. Auch das wurde dir wirklich nie zu viel?
Es gab da mal einen Zeitpunkt in den späten 80ern, dann 90ern, als der Grunge kam und dann irgendwann der Britpop und ich mich selbst fragte: Was ist Rock’n’Roll für mich eigentlich? Ich meine, wir fingen als Punkband an und wir suchten immer nach dieser Energie, die der Punk in uns ausgelöst hatte. Aber nach der zweiten oder dritten Grunge-Welle wurde nur noch etwas imitiert, das irgendwann mal frisch war… Damals war ich kurz etwas verwirrt. Aber bis heute hatte ich es noch nie satt, live zu spielen, im Proberaum zu sein, aufzunehmen.

Denkst du, Texte wie beispielsweise in ›Burning Star‹ hättest du in jungen Jahren auch schon schreiben können?
Nein, vielleicht sind die Texte vielleicht sogar das perfekte Alibi, um das hier weiterhin tun zu können. Denn hier kannst du zeigen, was du über das Leben gelernt hast. Viele Rockbands ziehen bis heute ihren „Oh baby“-Stiefel durch, das ist okay, war aber bei D-A-D niemals der Anspruch. Wir wollen, dass die Lyrics irgendeine Art von Wert besitzen, wir wollen tiefer graben.

Und wie hat das Altern deine Denkweise und dein Texten beeinflusst?
Erst mal lernt man mit dem Alter, dass man gar nichts weiß. Aber natürlich wird man weiser und hat vielleicht auch mehr Mut, tiefer zu graben, Dinge anzusprechen, sich selbst näher zu kommen. Das Leben ändert dich, es verlangt von dir, dass du dich entwickelst. Eine kleine Geschichte: Früher gab es eine Zeit, da fielen mir keine Texte mehr ein, deswegen brach ich zuhause grundlos einen Streit mit meiner Frau vom Zaun, damit ich wieder etwas fühlte. Aber so kann man das nicht machen, es ist wichtig, in sich hineinzuspüren und rauszufinden, was einen stört. Ich rede hier von Dingen, an die du vor dem Einschlafen denkst, beim Aufwachen oder in der Dusche. Im Rock macht man das nicht oft, aber wir sind einfache Mittelklasse aus Dänemark, das ist unser Weg.

Der größte Unterschied zwischen dem Jesper vor 30 Jahren und dem Jesper heute?
Um ehrlich zu sein, wollte ich früher dieses Rock’n’Roll-Ding komplett von mir abspalten, ich versuchte, zwei Leben zu leben. Ich wollte nicht zu diesem
Klischeerocker werden, von dem Monster aufgesaugt werden, das war fast schon etwas schizophren. Heute bin ich komplett bei mir, weil der Rock’n’Roll nun mal meine Lebensdefinition ist, ich sperre nichts mehr aus. Ich fühle mich zu 100 Prozent ganz.

Viele junge Leute wollen ja unbedingt von dem Rock’n’Roll-Monster aufgesaugt werden…
Genau, aber wir haben so viele Menschen an Drogen sterben sehen. Für uns standen immer Kreativität und Kommunikation im Vordergrund, nicht die Drogen und der „Ab in die Hölle“-Teil.

Bist du eigentlich immer noch komplett gegen eine Kurzhaarfrisur? Was bedeuten deine langen Haare für dich?
Es ist ein Symbol dafür, nicht ganz gesellschaftskonform zu sein. Klar, in meinem Alter wirkt das bestimmt für viele erbärmlich, aber das ist mir egal. Wenn ich sie schneiden würde, würde ich mich immer noch als Langhaariger fühlen. Selbst wenn ich mal eine Glatze kriege, dann laufe ich halt herum wie der Butler bei der „Rocky Horror Picture Show“. (lacht)

Ich habe gesehen, dass bisher nur eine Deutschlandshow in Wacken geplant ist.
Ja, aber es wird weitere Konzerte geben. Circa 50 Shows in Europa, davon ab Herbst einige in Deutschland. Das ist bloß noch nicht ganz offiziell.

Das letzte Wort: Nils Lofgren übers Kochen, Neil Young und Gott

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Nils Lofgren InterviewDer altgediente Gitarren-Sidekick und Solokünstler über Rückwärtssalti, seine Kochkünste, Weinen, Zucker und noch mehr Zucker.

Nils Lofgren ist einer der großen Erfüllungsgehilfen des Rock. Mit gerade mal 18 Jahren stieg er bei Neil Youngs Band ein, veredelte den Klassiker AFTER THE GOLD RUSH mit seiner furiosen Gitarre und spielte auch auf dem finsteren Meisterwerk TONIGHT’S THE NIGHT. Seitdem ist er mit Stars wie Willie Nelson, Jerry Lee Lewis, Ringo Starr und vor allem Bruce Springsteen auf der Bühne gestanden – er schloss sich der E Street Band an, kurz bevor sie auf die triumphale BORN IN THE U.S.A.-Tour ging. Mittlerweile fungiert er seit über 40 Jahren als rechte Hand des Boss.

Seit er 1968 Grin gründete, hat Lofgren sich auch eine Parallelkarriere als Bandchef und Singer/Songwriter aufgebaut. Bei Grin erfand er seinen einzigartigen Bühnentrick, von einem Trampolin einen Rückwärtssalto zu machen und dabei ein Gitarrensolo zu spielen – erstaunlicherweise hat er sich dabei bis heute keinerlei ernsthafte Verletzungen zugezogen. Heute ist er in Arizona zuhause. Die gnadenlose Sonne ist noch nicht lange aufgegangen und er ist gerade von einem Spaziergang mit seinen drei Hunden zurückgekommen.

Was war der erste Song, den du spielen konntest?
Ich war sechs Jahre alt und es war auf einem Akkordeon. ›Santa Lucia‹, eine italienische Ballade. Dann fing ich sehr schnell an, diese alten Country-Songs von meinen Großmüttern zu lernen, die italienischer und schwedischer Abstammung waren.

Wie gut kochst du italienisch?
Oh, ganz schlimm. Ich bin mit einer unglaublichen Profiköchin verheiratet, Amy. Zum Glück kocht sie für uns. Aber ich bin immerhin an dem Punkt angekommen, wo ich Butter auf eine Scheibe Toast schmieren kann, ohne sie zu verbrennen. Ich koche auch Wasser für einen Tee. Das ist so ungefähr das Ausmaß meiner Fähigkeiten in der Küche.

Was war der erste Rat, den dir Neil Young gegeben hat?
Bevor ich mit Neil AFTER THE GOLD RUSH aufnahm, ich war 17, zog mit meiner Band Grin von Chicago nach L.A. und lebte im Topanga Canyon bei David Briggs, Neils Produzent. David war so etwas wie mein großer Bruder und Mentor, also verbrachte ich viel Zeit mit diesen Jungs. Ich hatte ein Jahr, in dem ich einfach nur mit Neil und David abhing und sie kennenlernte. Vor allem vermittelten sie mir ihr Arbeitsethos und ihre Leidenschaft für die Musik. Das war für mich in so jungen Jahren von unschätzbarem Wert. Bis heute sind die beiden der größte Einfluss für mich.

„Ich glaube an ein Leben nach dem Tod. Von organisierter Religion halte ich allerdings überhaupt nichts.“

Wann hast du zum ersten Mal den Trampolintrick auf der Bühne gebracht?
Das war in Tampa, Florida. Grin waren als Vorgruppe für die J Geils Band auf Tour. Ich war ein ziemlich schüchterner, introvertierter Typ, hatte mir diese Energie und die Körperlichkeit der Bühnenshow dieser Jungs angesehen und dachte: „Was kann ich tun, das visuell ist, aber kein Fake?“ In der Junior High School war ich Turner gewesen. Da kam mir die Idee, dass mir mein alter Lehrer beibringen könnte, wie ich mit einer Gitarre in der Hand einen Rückwärtssalto von einem Mini-Trampolin mache. Einen Rückwärtssalto kriegte ich schon hin, aber wenn eine Gitarre ins Spiel kommt, muss man das noch mal komplett neu lernen. Er lehrte es mich mit Deckengürteln und einem Seil.
In Tampa spielten wir also vor Tausenden College-Kids und eine halbe Stunde lang buhten sie uns aus und bewarfen uns mit Flaschen. Am Ende unseres Sets machte ich dann meinen ersten Salto und sie flippten nur noch aus. Willkommen im Showbusiness.

Welche besondere Leistung von dir ist kaum bekannt?
Ich bin der einzige Gitarrist, der jemals mit Cab Calloway und Bart Simpson gespielt hat. Ein Freund von mir bei Fox wollte mal ein paar Weihnachts-Jingles für „Die Simpsons“ produzieren. Da lag es nahe, eine Rockversion zu machen, bei der ich als der normale Typ fungiere, während Bart als wilder Kerl Jimi-Hendrix-Licks um mich herum spielt.

Was ist das perfekte Gitarrenriff?
Ich würde nicht das Wort „perfekt“ verwenden, aber ein paar der Typen, die ich gerne vor mir auf die Bühne kommen und spielen sehen würde, sind Hendrix, Jeff Beck, Jimmy Page, Albert King, B.B. King, Roy Buchanan und Tommy Emmanuel. Leute, die eins mit ihrem Instrument werden und deren Seele weit über irgendwelche technischen Fähigkeiten hinausgeht.

Wann hast du das letzte Mal geweint?
Das ist mir ein paar mal passiert, seit wir letzte Weihnachten unseren geliebten alten Hund Groucho verloren haben. Mir kommen ziemlich schnell Tränen.

Glaubst du an Gott?
Ja. Und ich glaube an ein Leben nach dem Tod. Ich hoffe, dass ich meinen Dad wiedersehen werde und unsere verstorbenen Hunde. Von organisierter Religion halte ich allerdings überhaupt nichts. Ich bin ein rekonvaleszenter Katholik.

Womit belohnst du dich am liebsten?
Es war mal viel harter Schnaps, aber ich bin seit 30 Jahren clean und trocken. Heute bin ich ein Zucker- und Koffein-Junkie. Und ich weiß, dass das nicht gut für mich ist – ich bin 66. In der Halbzeit eines Football-Spiels im Fernsehen hole ich mir eine ganze Packung Häagen-Dazs Vanille-Mandel, gebe sie in eine Schüssel und streue dann eine Tüte Schoko-Pekannüsse darüber. Dann hole ich mir noch weiße Schokolade, schneide sie in Würfel und schmeiße die noch dazu. Dazu kommen noch Kokosstreusel und ein paar Spritzer fettarme Milch, damit es nicht zu krass wird.

Was wird auf deinem Grabstein stehen?
Das ist für mich eine viel zu unheilvolle Frage, um sie überhaupt zu beantworten.

Trveheim Festival Vol. 4: München/Hallbergmoos, 23.-24.08.

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Titelbild (c) Trveheim 2019Bereits zum vierten Mal öffnete das ausverkaufte Trveheim seine Pforten…

Schon die letzten Ausgaben des Festivals haben untermauert, dass hier Leidenschaft, Hingabe und jede Menge gute Heavy Metal-Laune zusammenkommen. Das hat man bereits am Donnerstag vor dem eigentlichen Festival-Start gespürt. Schon am Mittag erreichten einige Besucher das Gelände und konnten es kaum erwarten, endlich loszulegen. Auf der Pre-Party im Biergarten vor der Halle ist dementsprechend viel los und das für ein Festival wirklich günstig angebotene Bier findet zahlreiche Abnehmer.

Freitag:

Viele Festival-Besucher kennen das ja: Nach einer kurzen Nacht im Zelt muss eine gute Essensgrundlage her. Bis man dann aber hochkommt und etwas Essbares findet, kann das dauern. Hier verschafft das Trveheim-Team Abhilfe: Mit Traktor, einer Gulaschkanone voller frischer Weißwürste, Wiener und Brezen sowie einem Anhänger mit Bier und Likörausschank fahren die Organisatoren über den Campingplatz und verkaufen ihr zünftig-bayerisches Frühstück. Nach der halbstündigen Verdauung der Mahlzeit – Sicherheit geht vor! – geht es auch gleich ab zum Badesee, denn die Location bietet einen naturbelassenen See mit großer Liegewiese. Da ideale Sommer-Temperaturen das Thermometer regieren, stellt sich bei vielen sofort ein wohliges Urlaubsgefühl ein.

Trveheim 2019
(c) Michael Wolf

Neben diesem ganzen idyllischen Luxus sind die Bands natürlich mindestens genauso von Bedeutung. Besonders dieses Jahr merkt man, dass es nicht nur darum geht, alte Legenden zu feiern, sondern auch der neuen Generation eine große Bühne beziehungsweise vor allem Chance zu geben, sich zu beweisen. Die jungen Wasted Act aus Göttingen haben die Ehre, das Festival zu eröffnen und zeigen mit zackigen Riffs und gutem Gitarren-Zusammenspiel, dass es der neuen Metal-Riege nicht an Qualität mangelt. Gleiches gilt für die Schweizer Sin Starlett und Lyzzärd, die dem Publikum schon früh ordentlich einheizen.

Aber auch von der alten Garde gibt es wunderbare Klänge zu hören, so spielen Jameson Raid eine würdige letzte Show und lassen sich und ihre bekannteste Hymne ›Seven Days Of Splendour‹ gebührend verabschieden. Glacier und Madmax werden ebenfalls von allen Seiten gefeiert und machen es dem heutigen Co-Headliner Tokyo Blade fast ein wenig schwer. Die Briten schlagen sich aber trotzdem wacker und setzen dem hohen Niveau mit ihren Hits wie ›Night Of The Blade‹ oder dem finalen ›If Heaven Is Hell‹ noch ein kleines Krönchen auf.

Zu später Stunde ist es dann endlich Zeit für den von so vielen mit Freude erwartenden Freitags-Headliner und es zeigt sich: Enforcer gelten nicht zu unrecht als große Hoffnungsträger der zeitgenössischen Metal-Landschaft. Mit ihrem neuen Album ZENITH spalteten sie zwar heuer die Fan-Meinungen, aber nichtsdestotrotz sind sie eine fantastische Liveband. Auch wenn die Meute vorher schon etwas entkräftet wirkte, schaffen es die Wikstrand-Brüder und Co., den Festivaltag mit ihren Hits ›Take Me Out Of This Nightmare‹ oder ›Midnight Vice‹ – welche viele junge Oldschooler seit frühester Zeit in der Szene begleiten – nochmal einen draufzusetzen. Wer danach noch stehen kann, der verausgabt sich auf der Aftershow-Party, für den Rest ist erst mal Kräfte sammeln für den nächsten Tag angesagt.

Enforcer Trveheim 2019 live
(c) Tom Wicked

Samstag:

Nachdem der Frühstücks-Traktor wieder alle auf dem Camping-Ground versorgt hat, öffnet sich in der Halle wieder der Bühnenvorhang. Den Beginn machen die polnischen Newcomer Aquilla, die ein stimmiges und sehr präzis gespieltes Set abfeuern. Kaum zu glauben, dass die Mitglieder noch alle unter 20 sind und schon so professionell auftreten. Weiter geht’s mit den netten Balinger-Jungs von Defender. Diese legen einen so fulminanten Sprint-Start hin, dass der Sänger/Gitarrist prompt beim Herausrennen ausrutscht, den Boden küsst und sich dabei eine Saite entzwei reißt.

Davon abgesehen sorgt die Truppe für Wackelköpfe und Fäuste in der Luft. Die Ösi-Band Roadwolf punktet ebenfalls mit knackigem Sound und einem gut aufgelegtem Frontmann. Hitzebedingt geht es danach aber wieder an den Badesee. Nach einem ausgiebigen Mittagessen im Biergarten ruft die Halle für den Gig von Witch Cross. Zuvor hörte man Gerüchte, dass die Band nicht gut in Form sei, aber was diese dann auf die Bühne zaubert, lässt die meisten Kritiker verstummen. Die Dänen legen mit ›Night Flight To Tokyo‹ motiviert los und schaffen es sogar, am Ende mit dem fantastischen ›Rocking The Night Away‹ den jungen Männern in der ersten Reihe die T-Shirts „wegzublasen.“ So stehen nun viele Fans oberkörperfrei, mit wedelnder Bekleidung in der Hand, in der Menge.

Als nächstes Band-Schmankerl kommen Stallion auf die Bühne und das diesjährige Trveheim findet seinen Höhepunkt. Die in der Szene bekannten und immer gern gesehenen Speed Metaller vom Bodensee liefern jedes Mal eine Show ab, die an Energie und guter Laune nur schwer zu toppen ist. An einem Festival, das im Grunde ein Wochenende von Fans für Fans ist, passt es außerdem wie die Faust aufs Auge, dass eine Gruppe, die aus waschechten Metal-Maniacs besteht, dem Rest der Veranstaltung die Show stiehlt.

(c) Petr Kolar

Danach müssen viele im Camp oder Biergarten erst mal wieder die Batterien aufladen. Als später Stormwitch an der Reihe sind, macht sich zum ersten Mal Skepsis breit. Bereits im Vorfeld wurde der Auftritt kontrovers diskutiert, da Chef-Sänger Andy Mück seine Band komplett durch neue, weitaus jüngere Musiker ausgetauscht hat, jedoch den alten Kollegen den Facebook-Zugang der Bandseite offen ließ und diese ihren verständlichen Missmut ins Netz stellten. Soviel Wirbel, wie die Band in der Gerüchteküche produziert hatte, hat ihr Gig dann wiederum nicht inne. Alles wird sauber heruntergespielt und wer sich speziell auf die Lieder des WALPURGIS NIGHT Albums gefreut hatte, wird bedient.

Eine kurze Umbaupause später ist es dann Zeit für das große Finale. Wer hätte schon gedacht, die kultigen Riot V einmal in einem bayerischen Konzertstadl sehen zu können? Die New Yorker haben ›Take Me Back‹, das epische ›Bloodstreets‹ und auch ihre Über-Hits ›Warrior‹ und ›Thundersteel‹ im Programm und werden von allen Seiten bejubelt. Kurz vor Ende der Show kommt es zu einer kurzen Zwangspause aufgrund technischer Probleme, danach ist es leider für Sänger Todd Michael Hall nicht mehr möglich, seine Bühnen-Vocals durch die In-Ear-Ohrstöpsel zu hören. Wie ein Rohrspatz meckert er deswegen nach jedem der restlichen Lieder darüber. Mag sein, dass in Bayern gerne „gegrantelt“ wird, aber live läuft das Leben halt manchmal anders als man denkt. Oft hilft da nur: Professionell bleiben. (Zwinker-Smiley). Das sollt aber die Stimmung nicht beeinträchtigen, denn Riot V liefern trotzdem eine sensationelle Headliner-Show ab und am Ende des Festivals sind sich alle einige, dass das Trveheim wieder ganze Arbeit geleistet hat. Da bleibt nur zu sagen: Auf dem Trveheim, da fühlt sich der Heavy Metal wie daheim.

Videopremiere: Radio Haze mit ›Have Mercy On Me‹

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Radio Haze liefern mit ihrem brandneuen Video zur akustischen Version der Single ›Have Mercy On Me‹ Einblicke in ihre kommende EP.

Mit ihrer bald erscheinenden EP THE PSYCHCOUSTIC SESSIONS III vollenden Radio Haze aus der Oberpfalz eine Vinyl-Trilogie, im Zuge derer sie ihren eigenen Songs ein neues, akustisches und psychedelisches Makeover verpasst haben.

Die Platte erscheint am 27. September als farbiges 10″ Eco-Vinyl und ist auf 200 Stück limitiert. Schon jetzt gibt es als Vorgeschmack ein neues Video zur akustischen Version ihrer Single ›Have Mercy On Me‹, die vom letzten Studioalbum MOUNTAINS stammt.

Metallica, Ghost, Bokassa: München, Olympiastadion, 23.08.2019

Metallica live 2019 MünchenSo war es vergangenen Freitag bei Metallica in München.

Als Vorband von Metallica hat man es wahrlich nicht leicht, nein. Schließlich steht da ein ganzes, oder um 18:00 Uhr eher noch ein halbes, Olympiastadion vor einem und wartet eigentlich nur darauf, endlich die Stars des Abends begrüßen zu dürfen und sieht folglich jegliche Acts vorher eher als zu überbrückenden Zeitvertreib an. Trotzdem schlagen sich Bokassa ziemlich wacker und ein wenig Selbstbewusstsein ist auch angebracht.

Schließlich habe Lars Ulrich das Trio höchstpersönlich ausfindig gemacht und als Vorband für die aktuellen Daten der „WorldWired“-Tour eingeladen, so erzählt man mir. 30 Minuten lang dürfen die Norweger zeigen, was sie können und lassen das Stadion unter ihrem ziemlich brachialen Stoner-Punk-Metal-Mix erzittern. Sogar der Sound ist schon jetzt recht gut abgemischt und das hat man auf Metallica-Konzerten nun durchaus auch schon anders erlebt. Unter höflichem Applaus werden Bokassa mit Modern Talkings laut dröhnendem ›You’re My Heart, You’re My Soul‹ von der Bühne entlassen – vielleicht ja sogar ein kleiner Scherz der Metalkönige höchstpersönlich – und schon geht es weiter mit dem Aufbau eines Miniatur-Kirchen-Bühnenbilds für die folgenden Ghost.

Dass es an diesem ausverkauften Abend einfach wirklich am Status „Vorband“ und an nichts anderem liegt, wird deutlich, als auch die vielköpfige Truppe um Cardinal Copia mit dem Publikum zu kämpfen hat. Trotz solider Darbietung und vieler Mitmachköder mag die Audienz nicht so recht anbeißen, ein Problem, das Ghost bei ihren Headlinershows wahrlich nicht haben. Dort herrscht meist schon eher eine Art „Copiamania“ vor, die Fans sind devot, aufopfernd, kreischend und himmeln Frontmann Tobias Forge an. Nicht so heute. Die Anstrengungen der nameless Ghouls – darunter seit Neustem auch zwei Damen an den Synthies – und auch Copias Witze verlaufen heute leider irgendwie im Sand. „Wollt ihr ein Lied hören, das euren Po zum Wabbeln bringt?“ fragt der. „Wollt ihr ein Lied hören, das euer Perineum kitzelt? Das ist der Teil zwischen eurem Arsch und eurem Geschlechtsteil, genau hier“, und deutet mit dem Finger zwischen seine Beine. Beim Song zuvor ruft er: „Come on, clap your hands you germans. Eins, zwei, drei, vier!“ Das hört sich jetzt nacherzählt vielleicht plump an, ist aber in echt eigentlich ziemlich komisch, ein klassischer Fall von „Muss man dabei gewesen sein.“ Deswegen ist man sich in dem Moment echt nicht sicher, ob sonst niemand lacht, weil keiner versteht, was er da oben sagt oder weil es wirklich keiner lustig findet. Ich tippe auf ersteres.

Wahrscheinlich liegt es am Ende des Tages aber wohl einfach am Tageslicht: Ghost gehören mit ihrem Pop-Okkultismus in eine dunkle Halle, wo die Wände den Sound, die Ansagen und die von der Bühne ausgestrahlten Vibes nochmal direkt ins Publikum zurück werfen. Im Stadion verliert sich all das leider in den Weiten des heute grauen Münchener Äthers…

Nachdem sich auch Ghost unter höflichem Applaus ins Backstage verkrümeln, wartet man die verbleibenden 45 Umbauminuten leicht ungeduldig. Die im Stadion gekaufte Käsebreze schmeckt leider wie ein überbackenes Taschentuch und kann einem die Zeit auch nicht versüßen. Vor mir auf der Arenawiese fällt ein junger Mann deutlich alkoholisiert um, die Rettungssanitäter kommen angelaufen, fühlen seinen Puls und horchen, ob er noch atmet. Jetzt atmet man selbst erst mal auch nicht mehr und erst als die Sanis beginnen, sich während der Erstversorgung lächelnd zu unterhaltend, kann man wieder durchschnaufen. Danach präsentieren noch drei Herren ihre Penisse, während sie frontal zum Publikum auf den Rängen gegen den Bauzaun urinieren und ernten dafür tosenden Applaus. So wird es dann doch recht schnell 20:30 Uhr, AC/DCs ›It’s A Long Way To The Top‹ dröhnt plötzlich aus den Boxen und wie immer, wenn dieser Song erklingt, spürt man: Jetzt passiert gleich was. Jetzt ist es gleich so weit.

Die allgemeine Stimmung steigt binnen weniger Sekunden erheblich an und nach Ennio Morricones Westernklassiker ›The Ecstasy Of Gold‹ eröffnen Metallica ihren soliden Metalabend mit ›Hardwired‹ unter tosendem Jubel. Das Bühnenbild gestaltet sich eher schlicht. Links am Bühnenrand ist ein großes, weißes M in typischer Schrift, rechts außen ein großes A im selben Stil. Die große Videoleinwand dazwischen strahlt abwechselnd das fehlende „etallic“ aus, zeigt die vier Männer beim Spielen oder eben die eigens fürs Konzert gemachten Visuals. Auf der Bühne selbst gibt es sonst nichts zu sehen und das passt auch so.

Bei ›Here Comes Revenge‹ im Mittelteil läuft das dazugehörige Musikvideo im Hintergrund, an dessen Ende eine Hyäne von all ihren Jagdtrophäen umgebracht wird und man muss sich wieder Mal fragen, was der passionierte Hobbyjäger James Hetfield damit eigentlich sagen will… Apropos sagen. Kommuniziert wird sehr brav in alteingesessener „Metallica loves you“-Manier und das ist, obwohl schon tausend Mal gehört, irgendwie doch immer wieder sympathisch, weil man es ihnen in diesem schönen Stadionmoment halt einfach glauben möchte.

Hetfield erzählt außerdem von seinen vielen schönen Gitarren, die er sich beispielsweise aus dem Holz von Metallicas alter Proberaum-Garage hat machen lassen, etwas später meint er dann mit relativ schwer zu deutender Miene „Jetzt könnt ihr ein bisschen Spaß mit Rob und Kirk haben“ und verschwindet zusammen mit Lars Ulrich von der Bühne. Was folgt ist das in letzter Zeit oft sehr lustig geratene Highlight bei Metallica-Konzerten: Basser Rob Trujillo und Sunnyboy Kirk Hammett – hach, einfach ein super Kerl – studieren aktuell gerne landes- oder städtetypische Songs passend zur jeweiligen Venue ein und tragen diese auf eher laienhafte Art und Weise vor. Klar, dass sie sich für München die Spider Murphy Gang und deren Superhit ›Schickeria‹ ausgesucht haben. Man versteht zwar kein Wort, das macht aber gar nichts: Erstens, weil eh das ganze Stadion mitsingt und zweitens, weil der bloße Versuch sympathisch genug ist.

Nach diesen drei spaßigen Minuten hüpft Trujillo direkt rein in sein Basssolo mit ›Orion‹-Snippet, stimmt danach ›Frantic‹ an, die Pyros kommen zum Einsatz und dann endlich geht es zum Ende der zweiten Hälfte hin los mit einer Reihe geliebter Oldschool-Klassiker. Auf ›One‹ folgt ›Master Of Puppets‹, danach gleich ›For Whom The Bell Tolls‹, dann ›Creeping Death‹ und ›Seek & Destroy‹. Und obwohl das, zumindest dem eigenen Gusto nach, die schönsten 45 Minuten des Abends sind, flippen erst bei den Mainstram-Lieblingen ›Nothing Else Matters‹ und ›Enter Sandman‹ in der Zugabe erwartungsgemäß alle so richtig aus. Die Feuerwerke schießen dazu passend durch die Luft, mit einem Mordsgetöse geht eine weitere Metalshow der Extraklasse zu Ende und man kann einfach nur froh sein, dass neben den Helene Fischers und Andreas Gabaliers dieser Erde auch Metallica diese verdammten Stadien noch niederthrashen äh… ausverkaufen können. Und zwar im Gegensatz zu den Erstgenannten völlig zu Recht.

PS: Gratulation an die Dame vor mir, die jetzt stolze Besitzerin von 150 Minuten schlechtesten, ultra-wackligen Handy-Videomaterials ist, das sie sich niemals in ihrem Leben ansehen wird.

CLASSIC ROCK präsentiert: The Weight & The Wake Woods live

TheWeight_Wakewoods_FB_EventcoverIm November machen diese zwei heißen Newcomer gemeinsame Live-Sache…

Wenn es draußen grau und kalt wird, kommen diese beiden Bands gerade recht, um die kühlen Herzen ihrer Fans wieder etwas anzuheizen: The Weight aus Wien und The Wake Woods aus Berlin ziehen im November auf ihrer Co-Headliner-Tournee durch Deutschland.

Wer die Hauptstädter bereits kennt, weiß, dass man an solch einem wundervollen Abend erdigen, bodenständigen und handgemachten Rock’n’Roll erwarten darf.

Und wer es schon gar nicht mehr erwartet kann, darf sich ab dem 27. September schon mal einstimmen. Dann nämlich erscheint das brandneue Live-Album LIVE TAPES von The Weight…

the weight live tapes 2019The Weight & The Wake Woods live:

07.11. Berlin, Musik & Frieden
08.11. Bremen, Lagerhaus
09.11. Hameln, Regenbogen
14.11. Köln, Yard Club
15.11. Frankenthal, Gleis 4
16.11. Burgrieden, Riffelhof
21.11. Hamburg, Nochtwache
22.11. TBA
23.11. Stuttgart, Kellerklub
28.11. Frankfurt, Nachtleben
29.11. Twis, Heimathaus