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The Dead Daisies – LOCKED AND LOADED – THE COVERS ALBUM

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dead daisies locked and loaded

Der fünfte Kontinent

The Dead Daisies, das australisch-amerikanische Band-Konglomerat von Gitarrist David Lowy, zusammen mit den Langzeitangestellten Marco Mendoza (Blue Murder, Thin Lizzy, Whitesnake, Black Star Riders), John Corabi (The Scream, Mötley Crüe, Union), Doug Aldrich (seit 2016 dabei, vorher bei Lion, Bad Moon Rising, Whitesnake, Revolution Saints) und Drummer Deen Castronovo (im Amt seit 2017, vormals bei Wild Dogs, Bad English, Hardline, Journey, Revolution Saints), ist ein enorm fleißiges Unternehmen. In gerade mal fünf Jahren seit seiner Gründung kommt das Quintett auf vier Studioalben und einen Livemitschnitt. 2019 nimmt sich die Truppe eine kleine Auszeit, da sich die einzelnen Mitglieder Soloaktivitäten widmen wollen. Was liegt da also näher als ein Übergangsalbum auf den Markt zu werfen? Gesagt, getan. LOCKED AND LOADED vereint zehn Coverversionen, alle nach Band-Gusto verfeinert. Das gelingt mal mehr (›Midnight Moses‹), mal weniger (›Rockin’ In The Free World‹) gut. Unterm Strich sind es gerade einmal zwei Nummern, die es von den Dead Daisies noch nicht gab – bereits genanntes Neil-Young-Cover sowie das Deep-Purple-Remake ›Highway Star‹, welches man ebenfalls auf der Habenseite verbuchen kann. ›Midnight Moses‹ (Alex Harvey) und ›Evil‹ (Willie Dixon/Howlin’ Wolf) stammen von REVOLUCIÓN, ›Fortunate Son‹ (CCR) und ›Join Together‹ (The Who) von MAKE SOME NOISE, ›Helter Skelter‹ (The Beatles), mit Jon Stevens (ehemals Noiseworks, INXS) am Gesang, von einer älteren EP, ›American Band‹ (Grand Funk Railroad) vom Live-Werk LIVE & LOUDER und ›Revolution‹ (The Beatles, ein Bonussong) und ›Bitch‹ (The Rolling Stones) von BURN IT DOWN. Weitere Gäste auf der Zusammenstellung sind Jackie Barnes (der Sohn von Cold-Chisel-Sirene Jimmy Barnes), Richard Fortus (Love Spit Love, Psychedelic Furs, Thin Lizzy, Guns N’ Roses) Dizzy Reed (Guns N’ Roses) und Schlagzeuger Brian Tichy (Pride & Glory, Whitesnake, Foreigner). John Corabi ist mit einer begnadeten Stimme ausgerüstet und doch ist LOCKED AND LOADED ein Album, das man sich nicht zwangsläufig in den Schrank stellen muss.

6/10

The Dead Daisies
LOCKED AND LOADED – THE COVERS ALBUM
SPITFIRE/SPV

Videopremiere: Soren Anderson mit ›Bird Feeder‹

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Soren AndersenHört hier das brandneue Instrumental ›Bird Feeder‹ des dänischen Gitarristen.

Der dänische Gitarrero ist unter anderem dafür bekannt, 10 Jahre lang für und mit Glenn Hughes gespielt zu haben, außerdem hat er schon mit Größen wie Mike Tramp, Marco Mendoza, Joe Lynn Turner oder Dave Mustaine kollaboriert. Jetzt bringt Soren Andersen am vierten Oktober sein neues Soloalbum mit dem Titel GUILTY PLEASURES heraus.

Nach der ersten Single ›City Of Angels‹ gibt es heute einen weiteren Track zu hören: Das Gitarren-lastige Instrumental ›Bird Feeder‹.

Soren Anderson mit ›Bird Feeder‹:

Werkschau: Unser Album-Guide zu Ritchie Blackmore

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ritchie blackmore liveDer britische Gitarrist hat entscheidend dazu beigetragen, ein ganzes Genre zu definieren. Sein Backkatalog an Klassikern ist beachtlich, ob vor oder nach Deep Purple.

Unverzichtbar

RISING
Rainbow (POLYDOR, 1976)

Rainbow Rising
Nicht mal ein Jahr nach seinem Ausstieg bei Deep Purple lieferte Blackmore mit Rainbows zweitem Album ein Meisterwerk ab. RISING war so kraftvoll und bombastisch, wie es das Cover versprach. Ins neue Line-up mit Dampfhammer-Schlagzeuger Cozy Powell war nur Ronnie James Dio übernommen worden. Der Höhepunkt auf dieser Platte, die vor grandiosen Stücken – ›Tarot Woman‹, ›Starstruck‹, ›A Light In The Black‹ – nur so strotzte, war ›Stargazer‹. Dios Stimme schwebte über Blackmores donnerndem Riff, unterstützt wurde das mächtige Klanggemisch von den Münchner Philharmonikern – Rainbows standesgemäße Antwort auf ›Kashmir‹.

DOWN TO EARTH
Rainbow (POLYDOR, 1979)

Rainbow Down To Earth
Blackmore war schon immer clever, was er nie mehr so eindrucksvoll bewies wie mit dieser brillanten Neuerfindung seiner Band in den späten 70ern. Er hatte beschlossen, dass Dios Dämonen- und Zauberer-Masche passé war und ersetzte ihn durch Graham Bonnet, dessen Tolle und Hawaii-Hemden zwar nicht besonders gut bei der üblichen Jeans-und-Leder-Zielgruppe ankamen, dessen Stimme jedoch perfekt zum radiofreundlichen Rock auf diesem Album passte. Produziert wurde es vom einstigen Purple-Bassisten Roger Glover, der auch als Bandmitglied eingestiegen war. Das Werk bescherte Rainbow Top-10-Hits wie ›Since You Been Gone‹ und ›All Night Long‹.

Wunderbar

RITCHIE BLACKMORE’S RAINBOW
Rainbow (OYSTER/POLYDOR, 1975)


Als Soloalbum geplant, während Blackmore noch bei Deep Purple war, wurde es stattdessen der Startpunkt einer neuen Band. Er war so beeindruckt von Dio, dessen Gruppe Elf 1974 als Vorgruppe von Purple auftrat, dass er das Album mit der kompletten Band außer Gitarrist Steve Edwards einspielte. Der Heavy Rock von ›Man On The Silver Mountain‹ und ›Sixteenth Century Green-sleeves‹ sowie die Schönheit von ›Catch The Rainbow‹ und ›The Temple Of The King‹ zählen zu seinen besten Stücken, von Dio perfekt inszeniert.

ON STAGE
Rainbow (POLYDOR, 1977)

Rainbow On Stage
Ein Live-Doppelalbum war in den 70ern das definitive Statement. Mit Purple hatte er zwei monumentale Vertreter dieser Gattung abgeliefert, Rainbows ON STAGE gab sich in Sachen Virtuosität auch keine Blöße. Aufgezeichnet auf der Tour zu RISING, ist hier das klassische Line-up aus Blackmore, Dio, Powell, Bassist Jimmy Bain und Keyboarder Tony Carey zu hören. Auf den vier LP-Seiten fanden sich nur sechs Tracks, u.a. eine Marathonversion von Purples ›Mistreated‹. Dio brillierte, doch es war Blackmores Performance, die am hellsten strahlte.

LONG LIVE ROCK’N’ROLL
Rainbow (POLYDOR, 1978)

Rainbow Long Live
Die Partnerschaft Blackmore-Dio war nie besser als auf RISING, obwohl sie auch hier wieder alles gaben, sollte es ihr letztes gemeinsames Album werden. Es gab zwar Neuzugänge in der Band, doch der Stil der ersten beiden Platten wurde beibehalten. ›Kill The King‹ war Blut und Donner, ein Vorläufer des Battle-Metal. ›Gates Of Babylon‹ war ein weiteres staubiges, arabisch angehauchtes Standardstück. Aber vor allem das triumphale Titelstück wurde zur Hymne – für Rainbow und für Dio in seiner späteren Karriere.

DIFFICULT TO CURE
Rainbow (POLYDOR, 1981)

Rainbow Difficult To Cure
Blackmore feuerte gerne Bandmitglieder, doch Graham Bonnet war die Ausnahme, denn er stieg von selbst aus. Doch Blackmore lachte zuletzt, denn mit dem neuen Sänger Joe Lynn Turner landete die Band das Hitalbum mit ihren größten Single-Erfolgen, als ›Difficult To Cure‹ und ›I Surrender‹ beide Platz 3 der britischen Charts erreichten. Turners Stimme gab Tracks wie ›Can‘t Happen Here‹ und ›Spotlight Kid‹ neues Feuer, dank Ritchies Riffing auf dem bombastischen Titelstück wurde dies Rainbows letztes wirklich großartiges Album.

Anhörbar

SHADOW OF THE MOON
Blackmore’s Night (EDEL, 1997)

Blackmores Night Shadow Of The Moon
Wäre es Blackmore um leicht verdientes Geld gegangen, wäre er bei Purple geblieben oder hätte Ronnie James Dio angerufen. Stattdessen folgte er seinem Herzen, gründete mit Candice Night eine neue Band und spielte die Musik, die er am meisten liebte. Das erste Album von Blackmore‘s Night war eine radikale Abkehr, eine Mischung aus Folk und New-Age-Musik. Der Gitarrenheld von einst kam auf dem Titelstück zu Ehren, das ausgelassene ›Play Minstrel Play‹ mit Ian Anderson an der Flöte sprühte nur so vor Freude. Eine bemerkenswerte Metamorphose.

THE VILLAGE LANTERNE
Blackmore’s Night (SPV, 2006)

Blackmores Night Village Lanterne
Die Tage, in denen er auf der Bühne eine Fender zertrümmerte, sind längst vorbei, doch Blackmore hat nie den Kontakt zu seinen Rockwurzeln verloren. Auf den acht Studioalben mit Blackmore‘s Night finden sich Neuinterpretationen alter Rainbow-Stücke, Coverversionen von Jethro Tulls ›Rainbow Blues‹ und Uriah Heeps ›Lady In Black‹. Auf diesem fünften Album baute er den Purple-Klassiker ›Child In Time‹ zu einem wilden Folk-Freudentanz um und überarbeitete ›Street Of Dreams‹. Auch deshalb ist dies das beste Album von Blackmore‘s Night.

GET AWAY – GROUPS & SESSIONS
Ritchie Blackmore (SANCTUARY, 2005)

Ritchie Blackmore Get Away
Er war zwar erst 22, als Deep Purple gegründet wurden, doch Blackmore hatte schon damals einen beeindruckenden Lebenslauf. Bei Gene Vincent und Screaming Lord Sutch war er Backing-Musiker gewesen, zudem Sessionplayer auf Singles von Tom Jones und Freddie Starr sowie Mitglied bei The Outlaws. In dieser Box sind 52 Tracks versammelt, mit denen sich Blackmore erste Sporen verdiente. Inhalt und Qualität schwanken, doch die 64er-Outlaws-Single ›Keep A Knockin‘‹ ist ein echtes Juwel – John Peel bezeichnete sie mal als erste Heavy-Metal-Platte.

Sonderbar

STRANGER IN US ALL
Ritchie Blackmore’s Rainbow (RCA/BMG, 1995)

Blackmore Stranger In Us All
Zwei Jahre nach seinem Ausstieg bei Deep Purple ließ Blackmore 1995 seine zweite große Band wiederauferstehen. Es sollte der Schwanengesang für Rainbow werden – und ein Ende mit Grauen. Im Gegensatz zu früheren Inkarnationen bestanden Rainbow diesmal aus zweitklassigem Personal wie Doogie White, der Dio passabel imitieren konnte, aber nicht die Gravitas besaß, eine legendäre Band anzuführen. Außerdem gab ihm Blackmore kaum brauchbares Material. STRANGER IN US ALL war ein fades, angestrengtes Rockalbum und das letzte seiner Art, das er je machen sollte.

Ozzy Osbourne: Erste Ideen für neues Album

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ozzy liveUm sich im Krankenbett abzulenken, arbeitet Ozzy an neuen Songs…

Im Januar dieses Jahres stürzte Ozzy Osbourne mehr als unglücklich und brach sich dabei das Genick. Nach einer aufwändigen Notoperation verbrachte der Prince Of Darkness seine Reha-Zeit im Bett und musste seinen anstehenden Tourtermine ein weiteres Mal absagen.

Zuvor war Osbourne bereits schwer an einer Lungenentzündung und einer schlimmen Infektion an der Hand erkrankt.

Auch wenn diese Zeit für Osbourne die Hölle war (ist), so hat er doch immerhin an neun neuen Songideen gearbeitet, wie er dem Rolling Stone jüngst mitteilte. Sogar zu Witzen war der 70 Jährige schon wieder aufgelegt und meinte, das neue Album vielleicht RECUPERATION (Erholung) zu nennnen.

Trackpremiere: Dirty Sound Magnet mit ›Organic Sacrifice‹

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Dirty Sound Magnet Promo 2019Hört hier die brandneue Single von Dirty Sound Magnet.

Am 18. Oktober erscheint das neue Album TRANSGENIC der psychedelisch angehauchten Schweizer von Dirty Sound Magnet. Schon heute feiert die treibende Single ›Organic Sacrifice‹ Premiere:

Bruce Springsteen: Der Trailer zum „Western Stars“-Film ist da

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Bruce Springsteen There Goes My MiracleDie Doku zum jüngsten Album von Bruce Springsteen erscheint im Oktober. Schon diese Woche kommt der Spielfilm „Blinded By The Light“ ins Kino.

Im Juni gab es auf WESTERN STARS neues Springsteen-Material zu hören, jetzt erobert der Boss die Leinwand. Ab sofort ist der Trailer zur gleichnamigen Dokumentation über die Entstehung des Albums zu sehen.

In dem gut zweiminütigen Clip zeigt sich Springsteen nachdenklich. „Ich habe 35 Jahre lang versucht, die zerstörerischen Teile meines Charakters loszuwerden, und es gibt immer noch Tage, an denen ich damit kämpfe“, erzählt er aus dem Off.

„Western Stars“ zeigt eine Live-Performance der neuen Platte in einer alten Scheune, aber auch Archivaufnahmen des jungen Springsteen. Ihre Premiere feiert die Doku im September beim Toronto Film Festival, ab Oktober soll sie in den Kinos laufen.

Schon diesen Donnerstag (22. August) läuft der Spielfilm „Blinded By The Light“ an – eine Coming-of-Age-Geschichte über einen britischen Teeanager pakistanischer Abstammung, der Bruce Springsteens Musik für sich entdeckt und dessen Leben sich darauf grundlegend verändert.

Robert Plant: Der Herr des Feuers

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Sein Symbol bei Led Zeppelin war die Feder. Heute sieht sich Robert Plant eher als Botschafter und Träger des Feuers. Davon, so der Mann, der den König der Löwen ohne Make-up geben könnte, habe er jede Menge. Und das sei in Zeiten der globalen Dunkelheit wichtiger denn je.

Eine Audienz bei Mr. Plant ist ein schwieriges Prozedere: Der Meister verbietet sich im Vorfeld jegliche Fragen zu Led Zeppelin, dem Plagiatsprozess vor einem kalifornischen Gericht und erst recht zu irgendwelchen Reunion-Ge­­rüchten. Das lässt er sich schriftlich bestätigen, gewährt seinen Gesprächspartnern ge­­rade mal zehn Minuten seiner kostbaren Zeit und sagt dann alle Termine kurzfristig ab – es würde ihm gerade nicht so gut passen.

Bei der Neuansetzung wenige Tage später zeigt er sich dann etwas zugänglicher, jovialer und fängt schließlich selbst an, von Dingen zu reden, über die er eigentlich nicht reden will. Und siehe da: So große Probleme scheint er damit gar nicht zu haben. Aber immer der Reihe nach. Beginnen wir mit dem inzwischen elften Solo-Album seiner Karriere.

Robert, wie viel Feuer hast du dieser Tage in dir?
Oh, eine Menge – ich brenne förmlich! (lacht)

Wie kommt‘s?
Schaut euch um auf dieser Welt! Überall herrschen Armut, Krieg, Dummheit und Ig­­no­ranz. Mit neuen Despoten, Demagogen und Rechtspopulisten. Es ist, als ob die Menschen nichts aus der Vergangenheit gelernt hätten – als ob sie dieselben Fehler machen. Das ist extrem traurig.

Was du in dem Song ›Craving Up The World Again… A Wall And Not A Fence‹ aufgreifst und ein wenig schmeichelhaftes Fazit ziehst: Die Welt ist nicht mehr so lebenswert. Das Ergebnis von offenem Nationalismus und Rassismus?
Ja, und das ist eine fürchterliche Entwicklung. Eine, die auf vollkommenem Unverständnis und einem Mangel an Weitsicht und Wissen basiert. Trumps Idee von einer Mauer an der Grenze zu Mexiko ist ein überholtes Modell, das auf dem Bau einer chinesischen Sicherheitsanlage vor über 2000 Jahren basiert. Das ist also so progressiv und revolutionär wie ein Kropf. Und es ist völliger Blödsinn, weil das rein gar nichts bewirken würde. Die Leute finden immer Wege, um sie zu umgehen oder zu überqueren. Und der größte Witz ist: Amerika braucht die Arbeitskräfte aus Lateinamerika. Sie sind das Rückgrat der US-Wirtschaft – die Leute, die in all den Jobs arbeiten, für die sich weiße Amerikaner zu schade sind. Insofern: Wie kann man Menschen ausgrenzen, ohne die man im Endeffekt gar nicht existieren kann? Und was Europa betrifft: Die Idee von der Rückkehr der starken Nationalstaaten ist ein Witz! Gerade was Großbritannien betrifft. Die EU ist das Beste, was uns Briten passieren konnte und wir können eigentlich gar nicht ohne. Wie alle Länder Westeuropas brauchen wir uneingeschränkten Handel, offene Grenzen und Arbeiter aus aller Welt. Wir können uns nicht abschotten und alles alleine machen. Das ist so etwas von engstirnig und realitätsfremd. Und das wurde den Menschen von Po­­litikern eingetrichtert, die nur ihre eigenen Interessen verfolgt haben – auf dem Rücken der Bevölkerung. Es ist eine Schande, was da passiert ist und dass es überhaupt so weit kommen konnte.

Die USA beschreibst du in ›New World‹ als Land, das auf Völkermord an den Indianern basiert, auf krankhaftem religiösen Fanatismus und einer falschen Vorstellung von Freiheit. Trotzdem hast du dort jahrelang gelebt.
Das habe ich – aber wohl wissend, dass das nicht der Garten Eden ist. So naiv bin ich nicht. Aber ich war dort in einer festen Beziehung und habe ein gutes Leben geführt – bis zum Dezember 2016 …


Als du dich von US-Singer/Songwriterin Patty Griffin getrennt hast?

Oder sie von mir …

Weil du dich nach vier Gläsern Thatchers-Cider in einen typischen, lauten Brummie, einen Ureinwohner der West-Midlands, verwandelst?
Hast du das auf meiner Homepage gelesen? Ja, ich fürchte unter Alkoholeinfluss mutiere ich zu etwas, das ganz tief in mir steckt. Eben die Art von Mann, wie sie schon mein Vater und mein Großvater waren – laut, polternd und ganz anders als im täglichen Leben. Und damit muss man klarkommen. Zumal ich gerne Cider trinke. Das tue ich wirklich. Doch Patti fand es scheinbar nicht so lustig, dann mit mir klarzukommen. Wahrscheinlich ist das auch wirklich nicht einfach.

Eine Trennung, die dir ziemlich nahezugehen scheint. ›A Way With Words‹ und das Titelstück zeugen von ziemlichem Liebeskummer.
Natürlich lässt mich das nicht kalt, wenn so eine Beziehung, die etliche Jahre funktioniert hat, plötzlich auseinanderbricht. Da macht man sich schon Gedanken, ob man etwas falsch macht im Le­­ben. Oder warum seine Partnerschaften nicht halten.

Und?
Na ja, ich denke ich bin halt kein einfacher Mensch. Noch nie gewesen. Ich habe einen ziemlichen Dickkopf und lebe ihn gerne aus. Damit klarzukommen, ist be­­stimmt nicht leicht. Aber hey, so bin ich nun mal. Und ich denke nicht, dass ich mich noch ändern werde.

Dagegen bist du musikalisch sehr abenteuerlustig, progressiv und wandlungsfähig.
Danke Mann! Genau darum geht es mir. Und das hört man auch auf CARRY FIRE.

Das Album ist ein Hybrid aus Folk, Rock und Blues. Mit einem hypnotischen, monotonen Vibe. Ist das Brummie-Trance?
(lacht) Sehr gut! Es ist definitiv ein Mix aus den Musikformen, die ich liebe. Und es hat etwas sehr Intensives, Dichtes, fast Fieberhaftes. Deswegen sage ich gerne, es ist meine Art von Trance oder Rave. Eben Black Country Rave, basierend auf traditioneller, zeitloser Musik, mit einem sehr sphärischen Element, das viele, starke Kopfbilder erzeugt, den Hörer auf eine Reise schickt und zeigt, wie stark handgemachte Musik sein kann. Also dass es letztlich nur um die Art geht, wie man sie spielt. Und nicht so sehr, welche Technik man verwendet. Das ist sekundär.

Neil Young: Neues Album COLORADO mit Crazy Horse

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Neil Young PortraitNach sieben Jahren kommt im Oktober wieder ein Album von Neil Young zusammen mit Crazy Horse. COLORADO wird begleitet von einer Kino-Doku.

Was neue Alben betrifft, war in den letzten Jahren Verlass auf Neil Young. Allerdings ließ er sich dabei meist von seiner jüngeren Begleitband Promise Of The Real um Wilie Nelsons Sohn Lukas begleiten.

Jetzt heißt es Back To The Roots für den Kanadier: Denn im Oktober macht er zum ersten Mal nach PSYCHECDELIC PILL von 2012 wieder gemeinsame Sache mit seiner Stammformation Crazy Horse, die aktuell aus Billy Talbot, Ralph Molina und Nils Lofgren besteht.

Die erste Single der neuen Platte COLORADO soll noch im August erscheinen. „Billy, Ralphie, Nils und ich freuen uns, Rainbow Of Colors in all seiner zerlumpten Glorie zu euch zu bringen“, sagt Young.

Als Ergänzung zum Album kommt ebenfalls im Oktober die Making-Of-Dokumentation „Mountaintop Sessons“ von Filmemacher C.K. Vollick in „mehr als 100 Kinos weltweit“.