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Video der Woche: Dr. Feelgood mit ›Milk and Alcohol‹

Dr. Feelgood Milk And AlcoholIn Gedenken an Lee Brilleaux gibt es heute die Nummer ›Milk and Alcohol‹ von 1978 zu hören.

Lee Brilleaux hätte heute Geburtstag. Bekannt war der Künstler als Sänger der Band Dr. Feelgood. Den britischen Pub bzw. Blues-Rockern gelang in den 1970er Jahren ein schwieriger Spagat: Sie waren sowohl bei waschechten Rockern als auch bei Punks beliebt.

In Gedenken an den leider schon 1994 an Krebs verstorbenen Brilleaux blicken wir heute zurück auf Dr. Feelgoods wahrscheinlich größten Hit ›Milk and Alcohol‹.

Little Richard: Rock’n’Roll-Legende ist tot

Little Richard AlbumcoverLittle Richard ist gestorben. Er wurde 87 Jahre alt.

Laut Berichten des amerikanischen Rolling Stone ist Little Richard im Alter von 87 Jahren gestorben. Das soll sein Sohn Danny Jones Penniman dem Musikmagazin gegenüber bestätigt haben. Näheres zur Todesursache ist bisher noch nicht bekannt.

1956 landete Little Richard mit ›Tutti Frutti‹ seinen ersten Hit, mit seiner Extravaganz und dem fiebernden Klavierspiel zählte Little Richard zu den Pionieren des Rock’n’Roll und beeinflusste viele spätere Künstler wie Elton John oder The Kinks, um nur wenige zu nennen.

Plattensammler: Spike (The Quireboys) verrät seine Lieblingsalben

spikeSpike von den Quireboys ist ein wandelndes Geschichtsbuch mit feinsten Anekdoten aus der Hoch­zeit des Rock‘n‘Roll. Neben den prägenden Alben seiner Jugend verriet der immer gut gelaunte Chorknabe, wie er Michael Schenker ausknockte, Duff McKagan von Guns N‘ Roses beeindruckte und Luke Morley von Thunder einen Riesenschrecken einjagte.

The Rolling Stones – TATTOO YOU (1981)
rolling stones tattoo
In meiner Jugend gab es nur Vinyl. Damals waren die Al­­ben sauber in eine A- und B-Seite aufgeteilt. TATTOO YOU ist ein Paradebeispiel für den coolen Split einer Platte. Es steigt mit den Rockern ein und wenn du die Scheibe umdrehst, folgen die ruhigeren Stücke. Später spielte ich mal mit Ronnie Wood zusammen und erinnerte mich an den Tag, als mich TATTOO YOU total vom Hocker riss.

AC/DC – DIRTY DEEDS DONE DIRT CHEAP (1976)
acdc dirty deeds
Der Drive, das Songwriting und die Performance der gesamten Band pusteten mich damals sprichwörtlich weg. DIRTY DEEDS DONE DIRT CHEAP war für die damalige Zeit lyrisch extrem an­­stößig, was mir als Kid natürlich super gut gefiel! (lacht) Allerdings ist die Scheibe weitaus mehr als reine Rebellion. Die Youngs, Bassist Mark Evans und Phil Rudd an den Drums zaubern das perfekte Umfeld für Bon Scotts einzigartige Stimme.

Humble Pie – PERFORMANCE – ROCKIN‘ THE FILLMORE (1971)
humble pie
Als ich als Jungspund nach London zog, wurde Phil Mogg (UFO-Sänger) mein Manager. Die Geschichte der Quireboys startete etwas zäh, weswegen ich kurz vor unserem Debüt alles hinwerfen wollte. Phil brachte mich damals wieder zur Besinnung, denn es standen Shows mit Guns N‘ Roses und Faster Pussycat auf dem Programm. Damit alles so cool wie möglich aussah, karrte Mogg die komplette UFO-Backline zu den Gigs. Duff McKagan war beim Anblick unseres Equipments echt sprachlos! Phil Mogg spielte mir kurz vor dem ersten Gig PERFORMANCE – ROCKIN‘ THE FILLMORE vor, um mich anzuheizen.

UFO – STRANGERS IN THE NIGHT (1979)
ufo
Das gesamte Album besteht einfach nur aus perfekten Songs! Neben der Connection zu Phil Mogg erinnert mich die Platte allerdings an eine andere Begebenheit mit UFO. In der Newcastle City Hall gerieten Michael Schenker und ich aneinander, da er mich – ich war an diesem Abend auf Krücken mit einem gebrochenen Bein unterwegs – am laufenden Band beleidigte. Michael riss seinen Schnabel immer weiter auf und deswegen knockte ich ihn aus! Dank dieses Erlebnisses sind zwei meiner Finger der rechten Hand komplett demoliert. Es war übrigens die letzte Show, die Schenker bei seinem ersten UFO-Run spielte.

Thunder – BACKSTREET SYMPHONY (1990)
thunder
Ein Album über einen Engländer im Ausland…ich hoffe nach wie vor, dass es nicht von mir handelt! (lacht schallend) Als Luke Morley (Gitarrist und Hauptkomponist) zum ersten Mal für längere Zeit in den USA weilte, übernachtete er fast ausschließlich in meinem Haus in Los Angeles. Abends feierten wir so ziemlich jeden Tag und Leute wie The Black Crowes kamen zu Besuch. Damals rauchte Luke auch seinen ersten und einzigen Joint…als er high war gab es ein Erdbeben und er flippte komplett aus! Wir hatten alle verdammt viel Spaß, als Morley wie eine wirre Hummel durch meinen Garten steuerte! (lacht schallend)

Die Tourtermine von den Quireboys für 2021:
05.03. Hamburg, Logo
06.03. Hannover, Lux
07.03. Bochum, Rockpalast
08.03. Frankfurt, Das Bett
09.03. München, Backstage Club
13.03. Lichtenfels, Paunchy Cats

Gewinnspiel: Großes Motörhead-Paket im Lostopf

Aufgepasst: CLASSIC ROCK verlost eine Flasche des Premium Dark Rums von Motörhead sowie Shirts, Tassen und mehr.

Zur Feier des heutigen Motörhead-Tages verlost CLASSIC ROCK ein umfangreiches Motörhead-Paket unter allen Teilnehmenden.

Enthalten sind der vollmundige und mehrmals ausgezeichnete Motörhead Dark Rum, eine Tasse mit AFTERSHOCK-Logo, ein 30-Jahre-Motörhead-Hoodie (1975-2005) in schwarz mit weißem Aufdruck, ein klassisches Motörhead-England-Shirt in schwarz mit weißem Aufdruck, ein schwares Shirt mit „Motörhead Smoky Shot“-Aufdruck sowie Servietten mit dem Albumcover von BAD MAGIC.

Jetzt bis zum 29. Mai teilnehmen und gewinnen!

[contact-form-7 id=“93341″ title=“Motörhead Paket“]

Cold Years – PARADISE

Auf den Spuren von The Gaslight Anthem

Sie kommen aus Schottland, klingen aber nicht so: Auf ihrem Debütalbum folgen Cold Years lieber amerikanischen Inspirationen, wenn sie sich auf den Spuren von Hot Water Music und Rise Against zu The Gaslight Anthem vorarbeiten und so mit der Wucht von Punk, Emo und Alternative Rock sowie einem unüberhörbaren Faible für Rock’n’Roll und Americana an die Tür des Mainstream-kompatiblen Stadion-Rock klopfen. Anders als auf ihren Singles und EPs der letzten Jahre setzt die Band aus Aberdeen nun auf Eingängigkeit und reizt den zuvor oft eher unterschwelligen Ohrwurmfaktor ihrer Songs mit allerhand Arrangement- und Produktionstricks ungeniert aus.

Doch auch wenn das Pathos stellenweise etwas überhand zu nehmen scheint: Mit weiten Melodiebögen und ohne Scheu vor Melancholie verwandeln Frontmann Ross Gordon und die Seinen auf PARADISE Teenage Angst und Aufbruchsstimmung in
leidenschaftliche Instant-Hymnen.

7 von 10 Punkten

Cold Years, PARADISE, INSIDE JOB/EONE/SPV

Bob Dylan: Neues Album ROUGH AND ROWDY WAYS

Bob Dylan Rough and Rowdy WaysIm Juni erscheint eine neue Platte von Bob Dylan.

Am 19. Juni veröffentlicht Bob Dylan ein neues Studioalbum. ROUGH AND ROWDY WAYS ist die erste Platte mit neuen Songs in acht Jahren.

Bisher sind bereits zwei Songs vom Album bekannt: Das 17-minütige ›Murder Most Foul‹ sowie ›I Contain Multitudes‹. Die brandneue Nummer ›False Prophet‹ wurde vor wenigen Stunden veröffentlicht.

all time“ gekürt.

Cryptex – ONCE UPON A TIME

Prog-Rock mit Tiefgang, made in Niedersachsen

Für die Musik der niedersächsischen Prog-Rock-Formation Cryptex benötigt es mehr als nur gesunde Ohren. Man sollte über ausreichend Empathie verfügen, über eine sensible Nische in seiner vom tagtäglichen Informations-Overkill bedrohten Seele. Denn wie schon auf den beiden Vorgängerwerken, GOOD MORNING, HOW DID YOU LIVE? (2011) und MADELEINE EFFECT (2015), führt der Weg in die lyrischen Tiefen dieser Band ausschließlich über die fragile Gefühlslage von Sänger/Komponist Simon Mokon. Die vermeintliche Schwäche des Norddeutschen ist gleichzeitig seine größte Stärke. Denn Mokon ist in der Lage, seine Emotionen in klingende Noten umzumünzen, die den Zuhörer berührt, mitnimmt, fesselt. Auch das neue Album, ONCE UPON A TIME, macht da keine Ausnahme, variiert zwar mitunter in Schärfe und Tempo, niemals aber in puncto Intensität.

Die erste Single, ›Bloodmoon‹, gehört sicherlich zu den härtesten Momenten, die bei Cryptex jemals zu hören waren, die beiden finalen Tracks, ›A Mo(u)rning‹ und ›Leaving‹, sind erstklassige Exponate einer experimentelleren Herangehensweise. Dass die zwölf Songs (plus Bonustrack) dennoch wie aus einem Guss klingen, liegt an Moskons Stimme und seiner Gabe, „autobiographische Psychogramme“ (O-Ton) zu erstellen.

8 von 10 Punkten

Cryptex, ONC UPON A TIME, STEAMHAMMER/SPV

Motörhead: Fünf vor Zwölf

lemmyAls Motörhead an zwei aufeinanderfolgenden Abenden im November 2015 im Hexenkessel des Münchener Zenith gastieren, weiß noch niemand, wie schlecht es um Lemmy Kilmister steht. Wenige Wochen später hat der Rock’n’Roll seine größte Ikone verloren. Zufall oder Vorahnung – an beiden Abenden war ein großes Kamerateam vor Ort, um eines der letzten Motörhead-Konzerte auf Live-DVD und Live-CD festzuhalten. Vier Monate nach dem Tod des Frontmanns spricht Mikkey Dee, 25 Jahre lang Schlagzeuger der Band, über das Konzert, Lemmys letzte Tage und das Vermächtnis einer echten Legende.

Wie schwer fällt es dir so kurz nach seinem Tod, über Lemmy zu sprechen?
Nun, natürlich fehlt er mir sehr, es gibt eine große Lücke in meinem Leben. Ich habe allerdings absolut kein Problem damit, über ihn zu sprechen. Wenn ich heute an Lemmy denke, denke ich an einen Mann, der 70 Jahre lang ein perfektes Leben geführt hat. Er sagte uns oft, dass wir nach seinem Tod nicht in unsere Drinks weinen, sondern ihn gefälligst feiern sollen. Ich freue mich für ihn, dass es ihm erspart blieb, noch zehn Jahre als alter Mann in einem Bett vor sich hin zu ve­­getieren. Das wäre nichts für ihn gewesen. Er starb im Kreise seiner kleinen Familie und war sehr zufrieden mit allem, was er erreicht hat. Ich meine, er sagte mir schon vor 20 Jahren: „Wenn ich morgen sterbe, Mikkey, dann sterbe ich als glücklicher Mann.“ Ich bin traurig, dass er nicht mehr an unserer Seite ist, aber ich trauere nicht um ihn.

Hast du mittlerweile begriffen, dass es Motörhead nicht mehr gibt?
Ich stecke noch mittendrin, um ehrlich zu sein. Nachdem Lemmys Gesundheitsprobleme anfingen, ging es mit Motörhead konstant auf und ab. Da dachten wir natürlich schon mehr als einmal daran, dass es mit der Band bald vorbei sein könnte. Seit vielen Jahren schworen wir uns, dass wir sofort alles stehen und liegen lassen würden, wenn wir auf der Bühne nur noch Mist abliefern. Wir würden niemals eine dieser Bands werden, die sich Stück für Stück selbst demontieren. Wenn es Zeit ist aufzuhören, ist es Zeit, aufzuhören.

Aber weiß man das immer so genau?
Nicht zwangsläufig, doch als es Lemmy zu­­­­nehmend schlechter ging, waren wir alle auf der Hut, denke ich. Phil und ich hätten ihn bestimmt niemals dazu ge­zwungen, eine Show zu spielen und immer unterwegs zu sein. Seine Ge­­­­sund­­heit ging immer vor, aber wir wissen ja alle, wie er war: ein unbelehrbarer Dickkopf.


„Er war ein Wikinger, ein Krieger, allzeit bereit.“

Wie hast du die letzten Auftritte mit Lemmy erlebt?
Auf der letzten Tour musste er mehr und mehr kämpfen, um weiterzumachen. Was mich Abend für Abend auf der Bühne erstaunte, war, wie gut Lemmy spielte und wie sehr ihn die Musik am Leben hielt. Aber ich sah ihn eben auch vor und nach den Shows und musste feststellen, dass es so nicht weitergehen konnte. Er war sehr dünn geworden, aß nur noch sehr wenig, schlief viel. Natürlich hatte ich damals noch keine konkrete Angst um sein Leben, aber ich merkte doch, dass es ihm immer schwerer fiel, alles für eine gute Show zu geben. Es fühlte sich einfach nicht richtig an, ihn jeden Abend auf die Bretter zu schicken. Aber natürlich war es seine Entscheidung, er wollte ja spielen. Er sprach ständig von der nächsten Tour, von der übernächsten… er hätte niemals freiwillig aufgehört.

Und er sprach wirklich nie davon, dass er mal zu entkräftet, zu kaputt für eine Show gewesen wäre?
Nein, niemals! Er war ein Wikinger, ein Krieger, allzeit bereit. Manchmal war ich es, der Bedenken äußerte und sich nicht sicher war, ob es so eine gute Idee wäre, heute eine Show zu spielen. Er sagte darauf immer nur: „Fuck that shit, we’ll be fine.“