Review: Cryptex – ONCE UPON A TIME

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Review: Cryptex – ONCE UPON A TIME

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Prog-Rock mit Tiefgang, made in Niedersachsen

Für die Musik der niedersächsischen Prog-Rock-Formation Cryptex benötigt es mehr als nur gesunde Ohren. Man sollte über ausreichend Empathie verfügen, über eine sensible Nische in seiner vom tagtäglichen Informations-Overkill bedrohten Seele. Denn wie schon auf den beiden Vorgängerwerken, GOOD MORNING, HOW DID YOU LIVE? (2011) und MADELEINE EFFECT (2015), führt der Weg in die lyrischen Tiefen dieser Band ausschließlich über die fragile Gefühlslage von Sänger/Komponist Simon Mokon. Die vermeintliche Schwäche des Norddeutschen ist gleichzeitig seine größte Stärke. Denn Mokon ist in der Lage, seine Emotionen in klingende Noten umzumünzen, die den Zuhörer berührt, mitnimmt, fesselt. Auch das neue Album, ONCE UPON A TIME, macht da keine Ausnahme, variiert zwar mitunter in Schärfe und Tempo, niemals aber in puncto Intensität.

Die erste Single, ›Bloodmoon‹, gehört sicherlich zu den härtesten Momenten, die bei Cryptex jemals zu hören waren, die beiden finalen Tracks, ›A Mo(u)rning‹ und ›Leaving‹, sind erstklassige Exponate einer experimentelleren Herangehensweise. Dass die zwölf Songs (plus Bonustrack) dennoch wie aus einem Guss klingen, liegt an Moskons Stimme und seiner Gabe, „autobiographische Psychogramme“ (O-Ton) zu erstellen.

8 von 10 Punkten

Cryptex, ONC UPON A TIME, STEAMHAMMER/SPV

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