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Rory Gallagher: Jenseits aller Oberflächlichkeit

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Jake Burns (Stiff Little Fingers) über Rory Gallagher: „Ich war elf Jahre alt, als ich Taste zum ersten Mal im Fernsehen sah, und es sollte eine lebenslange Liebesbeziehung werden. Zum Weihnachtsfest bekam ich damals ihr Album ON THE BOARDS geschenkt, und als ich ein paar Jahre später eine Gitarre in die Finger kriegte, versuchte ich, es komplett nachzuspielen. Bis heute ohne Erfolg. Wenn Rory Gallagher live spielte, sang er jede Note mit, selbst beim Improvisieren. Oberflächlichkeiten waren ihm ein Gräuel, ebenso die „Schaut her, wie viele Noten ich in einen Takt pressen kann“-Attitüde. Seine Soli hoben den Song immer auf ein neues Level.

Ich hatte die Ehre, ihn kennen- und schätzen zu lernen. Wobei er ein ungemein scheuer und bescheidener Mensch war. Aber wir liefen uns häufiger bei Konzerten über den Weg – und er ließ mich nie spüren, dass ich ein „Fan“ von ihm war. Ich bin auch unglaublich stolz, dass er auf einer unserer Aufnahmen mitwirkte: Für den Track ›Human Shield‹ von unserem FLAGS & EMBLEMS-Album spielte er Slide-Gitarre. Wundervoll! Meinem Gitarrenhelden den Einsatz zu geben, ist einer der Momente, die ich nie vergessen werde.
Jahre später saßen wir einmal mit dem englischen Komiker Vic Reeves in einer Bar und sprachen über musikalische Einflüsse. Ohne lange nachzudenken, sagte mir Vic ins Gesicht: „Du bist ein einfacher Fall: Du klingst genau wie Rory Gallagher.“ Er hätte mich nicht glücklicher machen können.“

Aus unserer Liste der 100 besten Gitarristen.

Video der Woche: Phil Lynott mit ›Old Town‹

Phil Lynott Old TownDem Video dieser Woche tropfen die frühen 80er aus jeder Pore…

1982 segelte Phil Lynott durch etwas Pop-affinere Gewässer und besang auf ›Old Town‹ das Ende einer romantischen Beziehung. Der Song war eine Single seines zweiten Solo-Albums THE PHILIPP LYNOTT ALBUM. Im Video wandert Lynott durch die Straßen Dublins, singt am Hafen, spiel Trompete – eine Ästhetik voller wunderbarem 80er-Jahre-Kitsch.

Ein Jahr später brachte er mit seiner Band Thin Lizzy das Album THUNDER & LIGHTNING heraus, die letzte Lizzy-Platte vor Lynotts Tod im Jahr 1986.

Steve Hackett – GENESIS REVISITED: LIVE AT THE ROYAL ALBERT HALL – REMASTER 2020

eve Hackett Remaster 2020Garantiert ohne Stadionrock-Zusatz: Ein Ex-Genesis zelebriert das Ausnahmematerial der Pioniertage

Steve Hackett, von 1971 bis 1977 Sologitarrist und Co-Komponist der britischen Progrock-Pioniere Genesis, erweist sich einmal mehr als akribischer Nachlassverwalter. Von sämtlichen ehemaligen Mitgliedern des 1967 von Absolventen des britischen Eliteinternats Charterhouse School gegründeten, bis 1975 von Peter Gabriel angeführten, 2007 aufgelösten und schließlich 2020 wieder reformierten Ensembles fühlte allein Hackett sich der Andenkenpflege verpflichtet. Am 24. Oktober 2013 entstand in der Londoner Royal Albert Hall ein Konzertmitschnitt mit 18 Klassikern aus der essenziellen Genesis-Phase. Bei notengetreuen Wiedergaben vom Material der Alben NURSERY CRYME (1971) bis WIND AND WUTHERING (1977) ließen sich Hacketts Ensemble – Keyboarder Roger King, Schlagzeuger Gary O’Toole, Bassist Lee Pomeroy, Saxophonist Rob Townsend sowie Vokalist Nad Sylvan – von der Gästeriege Ray Wilson, John Wetton, Amanda Lehmann und Roine Stolt assistieren. Da stimmt jeder Ton, jede Nuance, vom Auftakt ›Dance On A Volcano‹ bis zum finalen ›Los Endos‹. Progpop-Ohrwürmer wie ›Carpet Crawlers‹ und ›I Know What I Like (In Your Wardrobe)‹ mischen sich mit den epischen Suiten ›Supper’s Ready‹, ›The Musical Box‹, ›Watcher Of The Skies‹, ›The Fountain Of Salmacis‹, ›Return Of The Giant Hogweed‹ und ›Dancing With The Moonlit Knight‹ – innig geliebte Fan-Favoriten allesamt. In dieser konzertiert konzentrierten Andacht finden sich selbstverständlich keinerlei Spuren des späteren Stadionrock-Trios Banks, Collins und Rutherford. Die Doppel-CD GENESIS REVISITED: LIVE AT THE ROYAL ALBERT HALL mit 18 Tracks erschien im Juni 2014. Sechs Jahre später deckt der Gralshüter der frühen Stunde endlich auch das Vinyl-Segment ab. Patrick W. Engel besorgte das brillante REMASTER 2020. Auf drei 180-Gramm-Scheiben breitet sich die Sternstunde aus. Verpackt in ein opulentes Aufklapp-Cover samt LP-Booklet. Als Sahnehäubchen stecken auch noch die beiden ebenfalls remasterten CDs im Paket.

9 von 10

Steve Hackett
GENESIS REVISITED: LIVE AT THE ROYAL ALBERT HALL – REMASTER 2020
SONY

BMPD – AMERICAN MADE

Schlechte Laune ausgeschlossen

Wäre das ein normaler Sommer, dann wäre AMERICAN MADE von den Allstar-Rowdys BPMD der Soundtrack langer Festivalnächte und endloser Tage am Pool. Ist es zwar nicht, aber zumindest das Feeling stimmt jetzt. Die vier Verantwortlichen Bobby Blitz (Overkill), Mike Portnoy (Sons Of Apollo), Mark Menghi (Metal Alliance) und Phil Demmel (ehemals Machine Head) tun trotzig so, als gäbe es rein gar nichts auf der Welt, das ihnen Sorgen bereiten könne. Und Junge, das tut verdammt gut! Mit süffisanter Coolness, Rotzigkeit und hochgezogenen Mundwinkeln pflügen sie durch die Heiligtümer der US-amerikanischen Rock-Geschichtsschreibung. Oberstes Gebot auf AMERICAN DREAM: Die Songs müssen knallen, Laune machen und immer Lust auf ein weiteres Dosenbier machen. Und das gelingt ›Toys In The Attic‹ (Aerosmith) ebenso wie ›Beer Drinkers And Hell Raisers‹ (ZZ Top) oder ›We’re An American Band‹ (Grand Funk Railroad) mühelos.

Weil eben allein das Originalmaterial so gut ist, dass selbst eine Coverband auf dem Dorf die Sporthalle zum Kochen bringt. Aber vor allem, weil diese vier Typen hier einfach Bock haben, den Kopf auszuschalten und so zu tun, als wären sie wieder ein paar junge Dudes in der Garage der Eltern.

7 von 10 Punkten

BMPD, AMERICAN MADE, NAPALM/UNIVERSAL

Larkin Poe SELF MADE MAN

Larkin Poe Self Made Man
Straßenpriesterinnen

Der Druck im Hause Larkin Poe dürfte nicht unbeachtlich gewesen sein, als die Arbeiten zum Nachfolger von VENOM & FAITH von 2018 begannen. Schließlich schlug die Platte damals ein wie eine kleine Bombe und wurde für einen Grammy nominiert. Doch allem Anschein nach haben sich die Schwestern Megan und Rebecca davon nicht aus der Ruhe bringen lassen: Das mit feinem Unterton als SELF MADE MAN betitelte neue Album entbindet den Südstaaten-Sound von jeglichen Hinterwäldler-Vorurteilen und lässt dessen musikalisches Erbe in frischen und trotzdem traditionsverbundenen Gewändern erstrahlen. Über all dem schwebt wie immer die eindringliche Slide-Gitarre von Megan Lovell, die dem Kontext entsprechend sehr variabel klingen kann. So präsentieren sich Nummern wie ›Ex-Con‹ oder ›Easy Street‹ als klassische Country-Klatscher, während der Opener ›She’s A Self Made Man‹ oder das gleich darauffolgende ›Holy Ghost Fire‹ mit treibenden Beats und knackigen Riffs eine absolut zeitgenössische Interpretation der Lovell’schen Wurzeln liefert. Dazu verkündet Rebecca ihre teils spirituell eingefärbten Botschaften mit wunderbar tiefer Stimme – immer selbstbewusst und präsent, manchmal gar gospelig – wie ein vom Leben gebeutelter „working class“-Wanderprediger und singt sich unter die Haut des Hörers.

8 von 10 Punkten

Larkin Poe
SELFMADE MAN
TRICKI WOO RECORDS/H’ART

Larkin Poe: Exklusive Lockdown-Session hier sehen!

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Larkin Poe Lockdown SessionHeute exklusiv bei CLASSIC ROCK: Drei Songs aus der Larkin-Poe-Lockdown-Session.

Heute veröffentlichen Larkin Poe ihr neues Album SELF MADE MAN und liefern in diesem Zuge zur Feier des Tages eine exklusive Lockdown-Session hier bei CLASSIC ROCK ab. Drei Songs spielen die Lovell-Schwestern: ›She’s A Self Made Man‹, ›Holy Ghost Fire‹ und ›Blue Ridge Mountain‹.

1. ›She’s A Self Made Man

2. ›Holy Ghost Fire‹:

3. Blue Ridge Mountains

Larkin Poe: Exklusive Lockdown-Session bei CLASSIC ROCK!

Larkin Poe Lockdown SessionAufgepasst: Am 12. Juni gibt es eine exklusive Lockdown-Session von Larkin Poe bei CLASSIC ROCK zu sehen.

Der 12. Juni steht ganz unter dem Stern der Lovell-Schwestern. Morgen nämlich releasen die wunderbaren Larkin Poe ihr neues Album SELF MADE MAN und spendieren oben drauf eine exklusive Lockdown-Session hier bei CLASSIC ROCK.

Ab 10 Uhr teilen wir drei ihrer Lockdown-Videos auf Facebook und unserer Homepage. Und auch unsere Review zur Platte werden wir euch natürlich nicht vorenthalten.

Deep Purple: 10“-Vinyl mit neuer Single zum Record Store Day

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Deep Purple 10 Inch Record Store Day 2020Deep Purple mischen beim Record Store Day mit und releasen eine exklusive 10“-EP.

Zum Ersatztermin des Record Store Day, der in diesem Jahr aufgrund der Corona-Krise erst auf den 20. Juni verschoben wurde und jetzt aber an drei verschiedenen Terminen zwischen August und Oktober stattfindet, bringen Deep Purple eine 10“ Vinyl heraus. Auf der EP befinden sich die bisher veröffentlichten Singles ›Throw My Bones‹ und ›Man Alive‹ vom kommenden Album WOOSH!. Die EP kann bei ausgewählten Indie-Plattenhändlern erworben werden.

Als Extra-Zuckerl gibt es außerdem eine bisher unveröffentlichte Single oben drauf, die bis zum offiziellen Release von WOOSH! am 07. August nur physisch auf dieser Platte zu hören seind wird. Den Namen des neuen Songs geben Deep Purple demnächst auf ihren Social-Media-Kanälen bekannt.