Review: Larkin Poe SELF MADE MAN

Larkin Poe Self Made Man
Straßenpriesterinnen

Der Druck im Hause Larkin Poe dürfte nicht unbeachtlich gewesen sein, als die Arbeiten zum Nachfolger von VENOM & FAITH von 2018 begannen. Schließlich schlug die Platte damals ein wie eine kleine Bombe und wurde für einen Grammy nominiert. Doch allem Anschein nach haben sich die Schwestern Megan und Rebecca davon nicht aus der Ruhe bringen lassen: Das mit feinem Unterton als SELF MADE MAN betitelte neue Album entbindet den Südstaaten-Sound von jeglichen Hinterwäldler-Vorurteilen und lässt dessen musikalisches Erbe in frischen und trotzdem traditionsverbundenen Gewändern erstrahlen. Über all dem schwebt wie immer die eindringliche Slide-Gitarre von Megan Lovell, die dem Kontext entsprechend sehr variabel klingen kann. So präsentieren sich Nummern wie ›Ex-Con‹ oder ›Easy Street‹ als klassische Country-Klatscher, während der Opener ›She’s A Self Made Man‹ oder das gleich darauffolgende ›Holy Ghost Fire‹ mit treibenden Beats und knackigen Riffs eine absolut zeitgenössische Interpretation der Lovell’schen Wurzeln liefert. Dazu verkündet Rebecca ihre teils spirituell eingefärbten Botschaften mit wunderbar tiefer Stimme – immer selbstbewusst und präsent, manchmal gar gospelig – wie ein vom Leben gebeutelter „working class“-Wanderprediger und singt sich unter die Haut des Hörers.

8 von 10 Punkten

Larkin Poe
SELFMADE MAN
TRICKI WOO RECORDS/H’ART

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