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Start Blog Seite 385

Accept: TOO MEAN TO DIE

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100% Accept!

Irgendwie bringen viele Fans Accept immer noch mit Udo Dirkschneider in Verbindung, dabei haben die deutschen Metal-Urgesteine mit dem „neuen“ Sänger Mark Tornillo (Frontmann seit 2009) nun inklusive der neuen schon fünf Platten veröffentlicht und darunter ist keine wirklich schwache. Eine Weiterentwicklung ist auf TOO MEAN TO DIE im Grunde nicht festzustellen, auch meidet die Band Experimente. Dafür haben alle Songs Ohrwurmpotenzial, sind vielfältig und bedienen den typischen Accept-Stil auf hohem Niveau. Dass mit Bandleader Wolf Hoffmann nur noch ein Originalmitglied dabei ist – Bassist Peter Baltes verließ die Band 2018 –, tut der Unverwechselbarkeit keinen Abbruch. Ob das supereingängige ›Zombie Apocalypse‹, der flotte Titelsong ›Too Mean To Die‹, das groovig-bluesige ›Overnight Sensation‹ oder das schelmische ›The Undertaker‹, das Album macht Spaß.

Wenn man überhaupt etwas kritisieren möchte, so wären das einige Texte, die nicht gerade Pulitzer-Preis-verdächtig wirken, dafür aber Humor an den Tag legen. Nun, es ist eben auch ein Metal-Album … Und dass dieses wie ein solches klingt, dafür hat einmal mehr Produzent Andy Sneap (Judas Priest) mit ordentlich Druck im Kessel gesorgt.

7 von 10 Punkten

Accept, TOO MEAN TO DIE, NUCLEAR BLAST/ROUGH TRADE

Michael Schenker Group – IMMORTAL

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Zu seinem 50. Jubiläum als Pro kredenzt uns Deutschlands erster international erfolgreicher Rockstar mit IMMORTAL ein durch die Bank krachendes Album. Angefangen bei den Songs (die mit neun frischen Kompositionen und Michaels erstem selbst geschriebenen Stück ›In Search Of The Peace Of Mind‹ eine Brücke von der Gegenwart in die Vergangenheit schlagen) über die tadellose Performance bis hin zur fantastisch besetzten Gästeliste (u. a. Joe Lynn Turner, Ronnie Romero, Simon Phillips, Bryan Tichy) überzeugt Schenker auf ganzer Linie.

IMMORTAL klingt während der gut 45 Minuten Spielzeit so frisch, dass man sich zwangsläufig mehr als einmal die unweigerliche Frage stellt, wie Michael, der inzwischen 65 Lenze zählt und alle Höhen und Tiefen des Musikbusiness im Laufe seiner illustren Karriere erlebt hat, an seinen sechs Saiten derart hungrig bleiben konnte. Untermauert wird dieser Fakt beispielsweise vom atemberaubenden Gitarren-Keyboard-Duell des Openers ›Drilled To Kill‹. Michael Schenker und Derek Sherinian (u. a. Alice Cooper, Whitesnake, Billy Idol, Dream Theater) schenken sich hier nichts und schießen einen der besten Instrumentalparts der letzten Jahre aus der Hüfte

9 von 10 Punkten

MSG, IMMORTAL, NUCLEAR BLAST/ROUGH TRADE

Grey Daze – AMENDS

Letzter Vorhang einer gepeinigten Seele

Grey Daze hieß die Band, in der sich Chester Bennington die Seele aus dem Leib sang, ehe er sie verließ und mit Linkin Park zum größten Rock-Sänger des jungen 21. Jahrhunderts wurde. Im Guten ging man Mitte der 90er in Arizona nicht auseinander, raufte sich später aber wieder zusammen und wollte Grey Daze sogar zurückbringen. Soweit die Origin-Story. Dass aus der nichts wurde, weil sich Bennington das Leben nahm, ist immer noch tragisch. Umso diffiziler also, dieses Album objektiv zu bewerten. Man hat seine Gesangsspuren isoliert und die Songs komplett neu eingespielt. Zeitgemäß klingen sie deswegen schon mal, irgendwo zwischen nervösem Alternative Rock mit elektronischen Elementen und großem Pop. Und Benningtons Stimme, die konnte einem schon damals einen Schauer über den Rücken laufen lassen. Das macht AMENDS natürlich in erster Linie für Linkin-Park-Fans interessant; Songs wie das flirrende, klaustrophobische ›B12‹, das epische ›She Shines‹ oder das dramatische ›Morei Sky‹ können aber eben auch ohne den Bennington-Bonus überzeugen.

Und lassen den Hörer mit einem beklommenen Gefühl zurück. Stellt sich nur die Frage, wer hier etwas wiedergutzumachen hat, wie der Titel ja suggeriert.

7 von 10 Punkten

Grey Daze, AMENDS, WARNER

Lucero – WHEN YOU FOUND ME

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PRO

Alte Hingabe, neue Tricks

Die Band aus Memphis gibt es seit über 20 Jahren. Man weiß eigentlich, was sie vorhat. Der Name Lucero steht für stürmischen Rock und klare Haltung, flankiert von Country- und Soul-Einflüssen. Seit ALL A MAN SHOULD DO vor sechs Jahren nimmt man zusätzlich sensible Zwischentöne wahr. Das setzt sich jetzt in ›Pull Me Close Don’t Let Go‹ fort, Sehnsucht nach Nestschutz und Wärme ist spürbar. Doch es passiert auch Neues. In ›Have You Lost Your Way?‹ steckt eine Geisterstimmung, die zu dieser Zeit passt. Der ganze Wahnsinn, der sich im Vorjahr auf Amerikas Straßen abgespielt hat, kommt in ›A City On Fire‹ zum Ausdruck. ›Good As One‹ wird von Bassmann John C. Stubblefield in Richtung New Wave und Funk bugsiert, in ›Coffin Nails‹ rumort es wie bei Johnny Cash. Der Hit schlechthin könnte ›Back In Ohio‹ werden. Die Melodie passt perfekt und mischt sich mit Verweisen auf die beiden großen Ur-Einflüsse der Band, Bruce Springsteen und The Replacements. Nach all den Jahren könnte den Männern um Südstaaten-Reibeisen Ben Nichols also noch der Durchbruch gelingen. Sie sind hungrig und ehrlich wie immer und überzeugen zudem in Überraschungsmomenten. Hier ist das letzte Lied noch lange nicht gesungen.

8 von 10 Punkten

Text: Thomas Weiland

CONTRA

Cowboystiefel und Trainingsjacken

Es war doch kein einmaliger Ausflug: Lucero, die vor gut zwei Jahren mit AMONG THE GHOSTS eine stilistische Wende hingelegt haben, bleiben mit ihrem neuen Album auf fragwürdigem Kurs. Die Lokalmatadoren aus Memphis, deren Mischung aus Country-Rock und Soul dem Bürgermeister der Musik-Metropole sogar einen eigenen Feiertag, den „Lucero Day“, Wert war, wandern weiter ab in kühle Indierock-Gefilde. Aufgenommen unter besten Bedingungen und der fachkundigen Leitung von Produzent und Grammy-Preisträger Matt Ross-Spang (Jason Isbell, Margo Price) im historischen Sam Phillips Recording Studio, klingt das Album grundsätzlich toll. Inhaltlich regieren allerdings Synthesizer, Schichtgitarren und hektisches Indierock-Schlagzeug. Das wirkt, wie bereits beim Vorgänger, bemüht und ist allenfalls ärgerlich: Sänger Ben Nichols whiskeyweiche Südstaaten-Rock-Stimme mag so gar nicht zu den großstädtisch-kühlen Klangwänden passen, die seine Mannen aufziehen. Um ein naheliegendes Bild zu bemühen: Cowboystiefel trägt man auch nicht zur Trainingsjacke. Lichtblicke sind das überwiegend akustisch aufgenommene ›The Match‹ und der Heartland-Rocker ›Back In Ohio‹.

4 von 10 Punkten

Text: Christoph Ulrich

Lucero, WHEN YOU FOUND ME, LIBERTY & LAMENT/THIRTY TIGERS/MEMBRAN

Weezer – OK HUMAN

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Eine Handvoll Streicher machen keinen Brian Wilson – aber sie helfen

Seit 1994 kultivieren Weezer ihr Image als Schlauberger-College-Rocker. Nun ist das Quartett um Sänger Rivers Cuomo in seiner Oreos-Phase angekommen. Wie bitte? Also: Der Oreo-Keks gehört als Standard in jeden US-Supermarkt, obendrein gibt‘s jede Saison neue Varianten. Wer nun Oreos Strawberry Milkshake kauft, erwartet natürlich kein Getränk. Sondern einen Oreo-Keks mit leicht anderer Füllung, die vage an Erdbeer erinnert. Zu Weezer: Die wollten 2020 eigentlich mit der Sorte/dem Album VAN WEEZER ihre frühen Metal-Helden feiern. In der Corona-Phase schien das unpassend, also switchen Cuomo & Co. auf eine Platte, die man als Tribut an PET SOUNDS verstehen soll.

Klar, faktisch liefert OK HUMAN 98% Weezer, in Geschmack, Form und Zuckergehalt. Nur zur Abwechslung halt mit Streichern, wo sonst Nörgelgitarren wären. Mit Brian Wilsons sprunghaftem Geniestreich hat das in etwa so viel zu tun wie ein Golden Oreo mit Edelmetall. Ganz witzig: Trotzdem macht diese Variation OK HUMAN zu Weezers hörenswertester Platte seit dem grünen Album (2001).

7 von 10 Punkten

Weezer, OK HUMAN, WARNER

The Luka State – FALL IN FALL OUT

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Nach zahlreichen Singles und EPs erscheint nun endlich das energiegeladene Rockdebüt der Engländer

The Luka State waren in den letzten Jahren immer irgendwie da: zwei EPs, einige Singles und energiegeladene Live-Shows hielten die Gruppe konstant auf dem Radar – und lassen das Quartett aus Winsford nun fast wie alte Bekannte wirken, wenn nun endlich ihr Debüt erscheint. Vorschusslorbeeren der britischen Presse tun dabei ihr Übriges, der kleine Hype ist da. Was also hat die Band um Sänger Conrad Elis anzubieten? Zunächst einmal ist das hohe Energielevel Zeugnis der Ernsthaftigkeit, mit der die Gruppe ins Rennen geht. Mit treibenden Gitarren und großen Melodien löst sie ihr Ticket sowohl für den Rockclub als auch für die großen Hallen.

Zug zum Refrain, klasse Songwriting wie in ›Kick in The Teeth‹ oder ›Real Thing‹ stehen auf der Habenseite. Für Gegengewicht sorgen die ruhigen Stücke ›Bold‹ oder der gospelartige Titelsong ›Fall In Fall Out‹ – beides tolle Brit-Pop Hymnen. Ansonsten: wenig Pausen und hoher Rockfaktor. Vielleicht die Platte, mit der man sich momentan am ehesten auf ein verschwitztes Konzert träumen kann.

7 von 10 Punkten

The Luka State, FALL IN FALL OUT, SHELTER RECORDS/BMG

The Besnard Lakes – THE BESNARD LAKES ARE THE LAST OF THE GREAT THUNDERSTORM WARNINGS

Uferloses Psych-Rock-Himmelfahrtskommando

The Besnard Lakes sind nicht in Eile: Fünf Jahre hat sich das kanadische Quintett für seine neue LP Zeit gelassen, und auch die Songs selbst entfalten sich dieses Mal oft kompromisslos langsam. War der betont kompakte Vorgänger A COLISEUM COMPLEX MUSEUM ein famoser Flirt mit dem entrückten Shoegazer-Sound von My Bloody Valentine und der Pop-Romantik von Fleetwood Mac, hebt die Band nun ab in die Stratosphäre und lässt die androgyn-verträumten Gesangsparts von Jace Lasek und Olga Goreas mit zügellosem Breitwand-Rock verschmelzen.

Geprägt durch den Tod von Laseks Vater und komplettiert mit Hommagen an die verstorbenen Idole Mark Hollis und Prince, entstand eine von unheilvoller Dramatik getragene 72-Minuten-Song-Suite, bei der im Geiste von Spiritualizeds LAZER GUIDED MELODIES und – das ist besonders bei den uferlosen Instrumentalpassagen spürbar – Pink Floyds DARK SIDE OF THE MOON jede einzelne Nummer Teil eines größeren, hallgetränkten Puzzles ist. Ein in Sound gegossenes Himmelfahrtskommando, das emotional, kosmisch und cineastisch zugleich ist.

7 von 10 Punkten

The Besnard Lakes, THE BESNARD LAKES ARE THE LAST OF THE GREAT THUNDERSTORM WARNINGS, FULL TIME HOBBY/ROUGH TRADE

Queen + Adam Lambert: Das Wunder

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Die Debatte, ob es richtig war, ohne Freddie Mercury weiterzumachen, wird in manchen Kreisen bis in alle Ewigkeit geführt werden. Brian May und Roger Taylor ist das glücklicherweise piepegal, und ihnen gelang, was auch viele wohlgeneigte Fans für ein Ding der Unmöglichkeit hielten: Sie fanden genau den richtigen Sänger, um den größten Frontmann aller Zeiten würdig zu vertreten. Abertausende Fans in aller Welt konnten sich davon überzeugen, und mit dem ersten offiziellen Live-Mitschnitt von Queen + Adam Lambert kann das nun auch der Rest der Welt. Die geballte Energie und Euphorie auf diesen Songs sollte auch die härtesten Zweifler wenigstens zu einem anerkennenden Nicken animieren. Und wir stellen uns gerne vor, wie Freddie sich das Ganze ansieht und mit einem trocken-süffisanten „Splendid, darling!“ kommentiert.

Hallo Roger, wie geht es dir? Du hast die Pandemie bisher in Cornwall und Kroatien ausgesessen und den Song ›Isolation‹ veröffentlicht. Wie erlebst du diese verrückte Zeit gerade?
Ich habe großes Glück, denn ich hatte viel Platz, wunderschöne Natur und das Meer, wo ich mich isolieren konnte. Mit all den vielen Menschen, die in Wohnungen in Großstädten usw. gefangen sind, habe ich großes Mitleid. Es sind wirklich seltsame Zeiten!

Wann nahm die Idee für dieses Livealbum Gestalt an?
Es traf mich wie ein sehr offensichtlicher Blitz. Wie könnte man besser die Lücke einer abgesagten Tournee füllen als mit einer brandheißen Auswahl von Songs aus den letzten acht Jahren unserer Shows von Queen + Adam Lambert?


Habt ihr für LIVE AROUND THE WORLD die besten Darbietungen und/oder Aufnahmen ausgesucht, oder auch Tracks, die euch aus bestimmten Gründen wie einem besonderen Ort oder Ereignissen an dem
Abend wichtig waren?

Wir wollten großartige Performances und gute Filmaufnahmen, damit auch die DVD aufregend wird. Und dass es Songs von rund um den Globus sind, wo das Publikum überall anders, aber immer unglaublich ist.

Nur wenige Live-Mitschnitte können je die Energie und Atmosphäre eines Konzerts einfangen, doch das ist euch absolut gelungen. Wie habt ihr diesen euphorischen, energetischen Vibe in die Konserve gebracht?
Es sind einfach so viele tolle Darbietungen. Alles ist komplett live und unverfälscht. Keine Overdubs. Keine Korrekturen im Studio. Absolut live und elektrisch!


Adam war schon vom Beginn seines Abenteuers mit euch an atemberaubend. Wie hast du seine Entwicklung in diesem Jahrzehnt an eurer Seite erlebt?

Er wird einfach immer besser – das ist eine so aufregende Partnerschaft, die so viel Spaß macht. Da sind viel Humor und viel Hingabe im Spiel – und die große Zufriedenheit und der Genuss eines gut gemachten Jobs. Und eines befriedigten Publikums!

Wenn Bands nach dem Verlust eines ikonenhaften Mitglieds weitermachen, gibt es unweigerlich auch Kritik. Die Reaktionen auf Adam waren jedoch größtenteils überwältigend positiv. Hat euch das überrascht, hattet ihr euch auf das Schlimmste gefasst gemacht oder wart ihr euch immer sicher, dass er die Hater überzeugen würde?
Wie Freddie immer zu sagen pflegte: „Talent überwindet alles“. Wir unterschätzen unser Publikum nicht – es weiß, dass Freddie nicht da sein wird. Adam hat großen Respekt vor diesem Vermächtnis und zeigt das auch.

Ohne respektlos gegenüber Paul Rodgers, dem ersten Nachfolger von Freddie, sein zu wollen: Was, abgesehen von seiner Jugendlichkeit, hat Adam, das Paul nicht hatte?
Paul ist ein unglaublicher Blues- und Soulsänger. Adam passt besser zu Queen, denn er hat die Flamboyanz und das Charisma, die zur Theatralik unserer Songs passen. Und er sieht aus wie „camp Elvis“.

Du lobst Adam bei jeder Gelegenheit in den höchsten Tönen für seine Qualitäten als Entertainer und seine Professionalität. Ist aus dieser Bewunderung auch eine Freundschaft abseits der Tourverpflichtungen geworden?
Ja, wir sind sehr gute Freunde und auch Nachbarn, wenn ich in Los Angeles bin.

Adam Lambert und Rami Malek, der Freddie im Film „Bohemian Rhapsody“ verkörperte und dafür einen Oscar gewann, haben Queen auf sehr verschiedene Art und Weise einem jüngeren Publikum nahegebracht. Wie wichtig war das deiner Meinung nach, um die Band so relevant und motiviert zu halten?
Der Film war ein großer Faktor darin, ebenso wie die Tatsache, dass Rami und Adam beide jung und sehr charismatisch sind.

Ihr habt einen so unermesslich umfangreichen Katalog, und ein wesentlicher Teil des Albums wird von den größten Fanlieblingen eingenommen. War da die Versuchung nicht groß, einfach mehr als 20
Songs auf LIVE AROUND THE WORLD zu packen?

Zu viele Songs – zu viele Hits! Man kann sie eben nicht alle haben!

Hast du persönliche Favoriten auf dieser Platte?
›Fat Bottomed Girls‹, weil es so viel Spaß machte. ›Love Kills‹ wegen der Darbietung.


Könntet ihr euch vorstellen, neues Material mit Adam aufzunehmen, auch wenn es nur ein Track wäre, quasi als Würdigung seines beachtlichen Beitrags dazu, die Band in die Zukunft zu tragen? Oder findest du, das wäre falsch für das Vermächtnis von Queen?
Doch, ich könnte mir das vorstellen – aber nur, wenn sich die Zeit und der Song richtig anfühlen.

2020 war das 50. Jubiläum von Queen. Machst du dir Gedanken über solche Ereignisse oder sind das nur abstrakte Zahlen und du blickst lieber in die Zukunft?
Das sind einfach nur Zahlen – wie geht’s weiter? Ich blicke definitiv lieber in die Zukunft.

CLASSIC ROCK ist ja in München beheimatet, wo jüngst eine Straße nach Freddie benannt wurde. Findest du solche Würdigungen rührend? Und München spielte ja eine wichtige Rolle für Freddie und die Band – hast du irgendwelche bestimmten Erinnerungen an die Stadt?
Wow, wie cool – ich liebe das! Wir hatten tolle Zeiten im wunderschönen München. So viele Erinnerungen.

Der Eindruck von den Shows mit Adam ist der von schierer Freude und Euphorie, aber ist es für dich manchmal auch eine wehmütige Erfahrung?
Es ist totaler Spaß, aber gleichzeitig auch total konzentriert.

Die Welt scheint gerade komplett durchzudrehen und niemand weiß, wie sich die
Pandemie entwickeln wird. Blickst du eher mit Angst oder mit Hoffnung auf 2021?

Die Welt scheint von Gangstern und Monstern beherrscht zu werden. Auf jeden Fall würde ich es schon mal lieben, wenn 2021 ohne Trump stattfindet.

Wenn in hoffentlich noch ferner Zukunft die Zeit für das letzte Konzert von Queen kommt, wie würdest du dich gerne verabschieden? Denkst du je darüber nach, wo das stattfinden soll, mit welchen Beteiligten und welcher Setlist?
Nein, ich hasse finstere Gedanken. Immer positiv – und weiter geht’s!

Und hier noch ein persönlicher Gruß von Roger Taylor an CLASSIC ROCK: