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Don Marco & die kleine Freiheit – GEHST DU MIT MIR UNTER

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Der Wahlmünchner Markus Naegele geht hauptberuflich einer Tätigkeit nach, die zwar mit Kultur, doch nicht mit Musik im engeren Sinne zu tun hat; das Bandprojekt Don Marco & die kleine Freiheit ist sein fulltime job neben dem fulltime job. Den gönnt sich Naegele, denn er brennt nicht nur für die Musik, er ist unter Hochdruck auch äußerst kreativ. Davon konnte man sich bereits bei seiner vorherigen Band Fuck Yeah überzeugen, hier jedoch kommen die Songschreiber-Qualitäten des 54-Jährigen noch besser zur Geltung.

Denn Don Marco & die kleine Freiheit, das ist sein Herzensprojekt, seine Idee. Unterstützt von einem losen Verbund hochkarätiger Musiker, darunter Prominente wie Kristof Hahn von Swans oder Philip Bradatsch, hat Don Marco (Naegeles Pseudonym aus DJ-Tagen) 13 Songs samt einer Menge Bonus Tracks in einem von Spontaneität und Improvisation geprägten, offenen Kreativprozess an vier Tagen im Studio eingespielt. Liebevoll arrangierte Kostbarkeiten sind das, in die der Musiknerd seine breitgefächerten Vorlieben hat einfließen lassen, von Glam-Rock zu Powerpop, früher NDW und New Wave zu bittersüßem Folk und Country. Die cleveren deutschen Texte kontrastieren den amerikanischen
Vibe der Platte und erfreuen mit ihrer schelmischen Aufforderung, der Konformität den Mittelfinger zu zeigen. Ein Schatz von einem Album!

8 von 10 Punkten

Don Marco & die kleine Freiheit, GEHST DU MIT MIR UNTER, OFF LABEL RECORDS/BROKEN SILENCE

Am 31. Janaur spielen Don Marco & die kleine Freiheit ihre Release-Party in Form eines Streamingkonzerts im Münchener Milla-Club. Tickets gibt es hier.

Cheap Trick: Neue Single als Vorbote des kommenden Albums

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Am 9. April veröffentlichen Cheap Trick ihr 20. Studioalbum IN ANOTHER WORLD und liefern heute einen ersten Vorgeschmack mit der brandneuen Single ›Light Up The Fire‹, einer ziemlich klassischen und geradlinigen Rocknummer.

Frontmann Robin Zander über das neue Album: „Diese Band wird durch die Musik zusammengehalten. Sie ist der Kleber, wegen ihr schreiben wir weiterhin Songs und bringen Platten raus. Der Grund, warum wir diese Band gründeten, war schon immer das Touren, das Songwriting und die Platten. Wenn all das wegfällt, wäre es ja sinnlos, oder?“

Angelus Apatrida – ANGELUS APATRIDA

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VULGAR DISPLAY OF POWER im Sinne

Angelus Apatrida gehören mittlerweile zu den etablierten Thrash-­Bands. Mit ihrer Mischung aus alter Bay-­Area­-Schule und moderner Ausrichtung à la Pantera oder Annihilator sind die spani­schen Exoten aus Albacete an Granden wie Testament, Exodus oder Overkill herangerückt. Die Band hebt sich durch technische Versiertheit und einem melodischen Einschlag von der grauen Masse ab.

Diese Trademarks kommen auch auf dem siebten Longplayer ANGELUS APATRIDA zum Tragen. Eigentlich wollte das Quartett um Sänger und Gitarrist Guillermo Izquierdo nur eine EP veröffentlichen. Da die Band durch die Corona-­Krise aber auf einmal mehr Zeit hatte, entstand ein komplet­tes Studioalbum. Auf der neuen Langrille klingen Angelus Apatrida aggressiver und angepisster als auf ihren Vorgängern – Covid­19 macht’s möglich. Spaniens Thrash-­Könige stimmten zudem die Gitarren um einen halben Ton tiefer und klingen prompt mehr nach Pantera als irgendwas. Mit dem Opener ›Indoctrinate‹ startet die Combo ihren wilden Ritt, überzeugt mit fetten Riffs, pointiert gesetzten Breaks, rasanten Soli und Doublebass­Salven.

Auf ›Rise Or Fall‹ treiben die Iberer die Verneigung vor dem Pantera­-Überalbum VULGAR DISPLAY OF POWER auf die Spitze: Izquierdo, der seine Stimme variabel einzusetzen weiß, klingt gar wie Phil Anselmo. ›Disposable Liberty‹ groovt, wirkt aber etwas überfrachtet. Auf ›We Stand Alone‹ sorgen Mitgrölparts in bester Overkill­-Manier für gute Laune. Angelus Apatrida verdichten ihre Einflüsse zu einem druckvollen, eigenständigen Sound. Bei aller technischen Finesse bleibt indes das Hitpotenzial von Altvorderen wie Sepultura oder Pantera auf der Strecke. (Matthias Bossaller)

Angelus Apatrida, ANGELUS APATRIDA, CENTURY MEDIA/SONY

Flashback: Van Halen releasen ›You Really Got Me‹

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Kurz bevor Van Halen am 10. Februar 1978 ihr Debütalbum veröffentlichten, releaste die junge Band ihre erste Single.

Die Coverversion des Kinks-Klassikers ›You Really Got Me‹ feierte Monate vor dem Debütalbum auf dem Radiosender KMET in Los Angeles Premiere. Angeblich wurde sie hastig veröffentlicht, weil Eddie sie Barry Brandt von Angel vorgespielt hatte, die dadurch inspiriert wurden, ihre eigene Fassung aufzunehmen.

„Es ärgerte mich, dass unsere erste Single ein Lied von jemand anderem war“, sagte Ed. Doch Van Halen machten sich den Song wahrlich zueigen mit dreiteiligem Harmoniegesang, Eddies knackigem
Gitarrenklang und dem ersten Vorgeschmack seiner revolutionären Tapping-Technik. Kein Wunder, dass die Version von Angel nie das Licht der Welt erblickte.

Schnell hatten sich übrigens das vorangehende ›Eruption‹ und ›You Really Got Me‹ zu einer heiligen Allianz verwoben, die man am Besten nur gemeinsam abspielte.

Die besten 50 Songs von Van Halen findet ihr in unserer aktuellen Ausgabe. Jetzt hier bestellen.

Eddie Van Halen: Kunstwerk zu Ehren des Gitarristen

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An der Außenwand des Guitar Centers in Hollywood wurde zum Geburtstag von Eddie Van Halen am 26. Januar ein riesiges Kunstwerk des Künstlers Robert Vargas enthüllt. Über die ganze Mauer erstreckt sich nun ein Gemälde von Eddie, wie er auf seiner legendären „Frankenstein“-Gitarre soliert.

Cinderella: Abgeschlossene Achterbahnfahrt

Cinderella PressefotoSchicksalsschläge mussten Cinderella während ihrer Karriere einige wegstecken. Am Ende war es wahrscheinlich einer zu viel…

Mein erster Gedanke war: Jetzt kriegst du die Quittung für das jahrelange Touren und Herumschreien auf der Bühne.“ Ende 1991, mitten während der Begleittournee zu HEARTBREAK STATION, wacht Tom Keifer in seinem Hotelbett auf und merkt, dass seine Stimme weg ist. Nicht belegt, nicht rau, sondern komplett weg. Eine Tragödie für das Aushängeschild von Cinderella, der Band, als deren Gründer und Mastermind er sich seit 1980 bezeichnen kann.

Wie viele Gruppen in den 80ern sprangen auch Cinderella anfangs auf den alles bestimmenden Glam-Zug auf, veröffentlichten Demotapes, wurden schließlich erst von Gene Simmons, dann von Jon Bon Jovi entdeckt und in ihrem Vorhaben bekräftigt, bis sie schließlich 1986 ihr dem Zeitgeist entsprechendes Debüt NIGHT SONGS auf den Markt brachten, einen kraftvollen Erstling, der die Grenzen zwischen Bluesrock und Hair-Metal schon fast bis zur Unkenntlichkeit verwischte. Mit einem Schlag hatten sich Cinderella vom Aschenputtel zur Prinzessin erhoben, füllten große Venues und traten im Vorprogramm von damaligen Ikonen wie Loudness, Poison, David Lee Roth und Bon Jovi auf. 1988 klopfte das haarige Quartett aus Philadelphia ihr Folgewerk auf den Markt: Auf LONG COLD WINTER konzentrierten sich Keifer und Co. bereits verstärkt auf ihre Blueswurzeln und lösten sich von dem übertriebenen Pomp und der bevorzugt glatten Produktion ihrer nächsten Kollegen, eine Vorgehensweise, die sich auf HEARTBREAK STATION von 1990 noch multiplizieren sollte.

Doch dann die Schockdiagnose: „Lähmung der linken Stimmbänder“, erklärten die Ärzte Keifer damals nach langem Hin- und Her und fügten hinzu: „Vielleicht wirst du nie wieder singen können.“ Durch aufwändige Therapien und Stimmtraining schaffte es der Sänger und und bis heute oft unterschätzte Gitarrenvirtuose, seinen Gesang wieder einigermaßen kontrollieren und steuern zu können. Als Folge bastelten Cinderella bis 1994 an ihrem letzten Streich: STILL CLIMBING klang roh und kratzig und legte Zeugnis ab von einer Band, die niemals stillstehen wollte oder konnte. Trotzdem ließen die Verkaufszahlen zu Wünschen übrig und Mercury Records ließ die Truppe fallen wie heiße Kartoffeln. Auch wenn sich Cinderella seitdem nicht offiziell aufgelöst haben und immer noch ab und an zusammen tourten, ist dieses Kapitel für Tom Keifer heute leider abgeschlossen. Doch ob­­wohl er sich seit langer Zeit intensiv auf seine Solokarriere konzentriert und nur ungern zurückblickt, sprach er mit CLASSIC ROCK in nüchternem Ton über die zweite und immerwährende Seele, die bis an sein Lebensende – ach! – in seiner Brust wohnen wird.

Lass uns gleich direkt in die Materie reinhüpfen: Was waren deine zwei schönsten Momente mit Cinderella?
Hm, die zwei schönsten. (lacht) Lass mich nachdenken. Ich glaube, ich wähle da eine Studio- und eine Live-Erfahrung. Also, es zählt sicherlich zu den Highlights, wie wir unsere erste Platte aufgenommen haben und mit einem Produzenten wie Andy Johns zusammenzuarbeiten. Ich meine, du weißt schon, der Mann hat Led Zeppelin und die Stones und Steve Marriott produziert, das war einfach ein un­­fassbarer Start, von jemandem dieses Kalibers lernen zu dürfen. Was die Live-Shows betrifft, muss ich immer wieder das „Moscow Music Peace“-Festival erwähnen. Wir hatten schon so viele tolle Konzerte, aber dieser Auftritt war wirklich besonders, ich denke, das würden dir alle der Bands bestätigen, die dort gespielt haben.

Ich habe mir gerade erst wieder die Videos vom Festival angesehen. Fühltest du damals, dass hier gerade etwas Geschichtsträchtiges geschieht?
Ich denke nicht, dass irgendwer von uns wusste, was er von dem Trip nach Russland zu erwarten hatte. Zumindest hatten wir keine Ahnung, wie gut die Menschen unsere Sachen dort kannten. Und was ich von diesem Gig mitnahm: Die Musik überwindet irgendwie alle Probleme. Als wir auf die Bühne gingen, stellte sich heraus, dass die Leute Cinderella sehr wohl kannten. Es war total cool, dass die Musik sogar in solche Sphären vordringen konnte, von denen uns ge­­sagt wurde, dass es vielleicht nicht so sein würde. (lacht) Das war toll.

Was waren deine zwei schlimmsten Momente mit Cinderella?
Puh, ich weiß nicht. Na ja, schau, das Schlimmste war natürlich, als ich eines Tages aufwachte und meine Stimme plötzlich weg war. Ich habe darüber schon viel mit der Presse gesprochen, um eine lange Ge­­schichte abzukürzen: Es handelte sich um eine neurologische, einseitige Lähmung meiner Stimmbänder und mir wurde gesagt, ich könne nie wieder singen. Das war gegen Ende der HEARTBREAK STATION-Tour und wir waren gerade wirklich am Höhepunkt unseres Flows: Die Platte wurde super von den Kritikern aufgenommen, wir spielten Headliner-Shows und generell war ich einfach sehr stolz auf das Album und habe viel hineingesteckt. Dann gingen wir touren und meine Stimme war einfach futsch, das war quasi der tiefste Tiefpunkt. Und etwas Schlimmeres fällt mir nicht ein, deswegen gibt es kein zweites Erlebnis. (lacht)

Damals in den 80ern habt ihr ja verglichen zu späteren Platten musikalisch, aber auch optisch eher im klassischen Glam-Stil angefangen. Wurdet ihr in diese Richtung gedrängt oder war das freiwillig?
Nein, wir wurden überhaupt nicht ge­­drängt. Viele Bands, die damals von der Glam-Ära der 70er beeinflusst waren, liefen so rum. Denn genau so, wie du dir musikalische Vorbilder suchst, hast du natürlich auch optische Idole. Und in den 80ern versuchte irgendwie jeder, diese 70er-Jahre-Vorlagen nochmal auf ein anderes Level zu heben. Außerdem spielte MTV eine wichtige Rolle, wir waren die erste Generation, die ständig eine Kamera vor der Nase hatte, deswegen war das Visuelle so wichtig geworden und wohl auch deshalb ist diese Dekade am Ende völlig überzogen in sich zusammengebrochen. Vielleicht wur­de das anderen Bands oder Newcomern durchaus ein wenig aufdiktiert, aber wir bewegten uns schon in diese Richtung, bevor wir einen Plattenvertrag hatten. Und dann wechselten wir die eingeschlagene Richtung später eben wieder, weil wir das Gefühl hatten, dass das Schiff dabei war in Klischee-Fahrwasser zu geraten (lacht). Deswegen gab es auf LONG COLD WINTER einfach nur ein Schwarzweißfoto zu sehen und uns, ein bisschen weniger extravagant angezogen, was jedoch auch von uns selbst ausging. Und ich denke, wenn du dir Künstler aus dieser Glam-Ära an­­siehst: In diesen paar Minuten auf der Bühne mochten sie vielleicht so aussehen, aber später liefen sie dann die Straße in zerrissenen Jeans und einem Shirt entlang, weißt du. (lacht) Klar, damals hat man sich so angezogen, ich meine, es gibt zwar Fotos von den verschiedensten Styles aus dieser Zeit, aber die krassen Glam-Outfits haben sich irgendwie im Bewusstsein der Leute festgesetzt.

Also kamen alle Veränderungen ganz natürlich, musikalisch wie auch optisch?
Ja, du wächst, weißt du. Du wirst älter, du sammelst Er­­fahrungen…

The Hellacopters: Covern ›Sympathy For The Devil‹ mit Papa Emeritus IV

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Erst vor kurzem gab es im schwedischen Fernsehen eine interessante musikalische Allianz zu bezeugen. Für die Sendung „På Spåret“ taten sich The Hellacopters vor wenigen Tagen mit Tobias Forge von Ghost, hier als Papa Emeritus IV auftretend, zusammen, um eine gemeinsame Version des Rolling-Stones-Klassikers ›Sympathy For The Devil‹ zum besten zu geben.

https://youtube.com/watch?v=cF4jZEUpYo4

Video der Woche: Cheap Trick mit ›She’s Tight‹

Robin Zander wird heute 68 Jahre alt. Zum Geburtstag des Frontmanns blicken wir zurück auf das Jahr 1982, als Cheap Trick ihr drittes Studioalbum ONE ON ONE und im dem Zuge auch die Single ›She’s Tight‹ inklusive unterhaltsamem Video veröffentlichten.

Der sexuell aufgeladene Text wird in dem Video durch rot glänzende Lippen und lange Frauenbeine in Strapsen gespiegelt, an anderer Stelle jedoch wiederum durch ziemlich viel Ulk – beispielsweise das Outfit des Drummers oder die berühmte fünfhalsige Gitarre von Rick Nielsen – aufgelockert.

Dass Robin Zander Sinn für Humor hat, bewies er auch vor vier Jahren, als er im Video zu Steel Panthers Coverversion von ›She’s Tight‹ den Part der rot glänzenden Lippen übernahm: