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Laszlo Jones: Neues Video zu ›Out Of My Head‹

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Der Komponist und Multiinstrumentalist Laszlo Jones gewährt einen weiteren Einblick in seine neue EP BEYOND THE DOOR.

Die anstehende EP BEYOND THE DOOR wurde in Las Vegas aufgenommen und von Kane Churko gemixt, der bereits mit Ozzy Osbourne und Papa Roach kollaboriert hat. Dieser hatte auch schon an der Vorgängersingle ›In The Morning‹ gearbeitet, die im April diesen Jahres erschienen ist.

Das Video wird dominiert von den intensiven Bildern eines halbnackten, verwundeten Paars mit leichtem Zombie-Flair. Ein Funfact: Durch die weißen Kontaktlisten konnten die Tänzer Thomas und Lara bei den Aufnahmen nichts sehen und mussten deshalb die Choreografie komplett blind einstudieren. Gefilmt wurde der Clip im Mai 2020.

Aktuelle Ausgabe: Das erwartet euch im neuen CLASSIC ROCK Magazin!

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Titelstory: 50 Jahre Queen

Brian May und Roger Taylor blicken zurück auf 50 Jahre Queen: die unglaubliche Reise von vier jungen Musikern mit „einem wahnsinnigen Selbstbewusstsein und unerschütterlichen Glauben an die eigenen einzigartigen Talente“, die die Welt eroberten.

+ Freddie Mercury: Wie er wirklich war!

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In Gedenken an Charlie Watts

The Rolling Stones Promo

Ian Fortnam blickt auf das Leben und die Musik des Mannes zurück, der mit den Rolling Stones nicht nur fast 60 Jahre lang seinen ganz eigenen Beat spielte, sondern auch einer der nettesten Menschen im Rock’n’Roll war.

Elton John: Der Raketenstart

Im August 1970 gab Elton John, noch völlig unbekannt in den USA, sein Live-Debüt auf amerikanischem Boden im Troubadour in Los Angeles, einem Club mit einem Fassungsvermögen von 300 Zuschauern. Dieser eine Auftritt begeisterte das Publikum und erwies sich als entscheidender Wendepunkt in seiner Karriere.

Iron Maiden: „Wir sind Iron Maiden!“

Bruce Dickinson Iron Maiden

Wenn die mächtigen Iron Maiden beschließen, einen neuen Longplayer auf die Menschheit loszulassen, dann läuft das Internet kurzzeitig über und die Welt scheint – wenigstens für ein paar Sekunden – wieder so in Ordnung zu sein wie zu der Zeit, als laute Gitarrenmusik den Ton angab und Metal und Rock’n’Roll die Welt regierten. CLASSIC ROCK beleuchtet die Hintergründe der vertonten Kampfansage namens SENJUTSU und spricht exklusiv mit der „Air Raid Siren“ alias Bruce Dickinson über die Entstehungsgeschichte der Platte, kaputte Körperteile und den Hype um seine wiedererlangte lange Matte.

Genesis: Mann über Bord!

phil collins

Nachdem Peter Gabriel 1975 bei Genesis ausgestiegen war, reagierten sie darauf mit dem bis dato meistverkauften Album ihrer Karriere. Doch als zwei Jahre später auch Steve Hackett ging, konnten sie diesen zweiten Verlust auch wegstecken? In unserem exklusiven Buchauszug erzählen Phil Collins, Mike Rutherford, Tony Banks und Hackett selbst, wie sie erneut triumphal durch schwieriges Fahrwasser navigierten.

Chris Jagger: Selbstgespräche für alle

Der jüngere Bruder von Mick hat seine Autobiografie geschrieben und mal wieder ein Album aufgenommen. Vom Brexit ist er genervt, auf die Rolling Stones stolz.

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Außerdem im Heft: Steve Hackett, Dusty Hill, Uriah Heep, Foghat, Rage und viele mehr!

Wie immer mit Heft-CD mit Songs von Switchfoot, Sloper, Pablo Infernal, The Connells und mehr…

Werkschau: Wishbone Ash

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216208_wishboneash_03In punkto Experimentierfreudigkeit konnte kaum eine Band Wishbone Ash das Wasser reichen – besonders was die Gitarrenarbeit angeht.

Musik-Gourmets und Gitarrenfetischisten sind sich einig: Wishbone Ash sind und waren immer schon eine Band für den besonderen Geschmack, quasi Sechssaiten-Leckerbissen in Perfektion. In den Siebzigern galten sie als Inbegriff des filigranen Folkrock englischer Prägung, besonders beliebt waren vor allem die so genannten „Twin Lead Guitars“, die – mal unisono, mal zweistimmig eingesetzt – den Songs der Band geradezu Flügel verliehen. Ihre erfolgreichsten Jahre erlebten Wishbone Ash mit den Besetzungen der Phasen Mark I (1970-1974) und Mark II (1974-1981). In der Mark I-Konstellation, mit den nicht miteinander verwandten Martin und Ted Turner (Bass und Gitarre), Andy Powell (Gitarre) und Steve Upton (Schlagzeug), entstand das phänomenale ARGUS (1972), ein Meilenstein der Rockmusik, das hinsichtlich seiner internationalen Bedeutung durchaus mit TOMMY (The Who), DARK SIDE OF THE MOON (Pink Floyd) oder auch ABRAXAS (Santana) vergleichbar ist. Wishbone Ash Mark I waren Mitte der Siebziger auf dem Sprung zur Weltspitze, verhedderten sich jedoch in ihrem ehrgeizigen Eigensinn, das mit AR-GUS eingeschlagene Erfolgskonzept um keinen Preis wiederholen zu wollen. Mit dem Wech­­sel von Gitarrist Ted Turner zu Laurie Wisefield entstand 1974 die Mark II-Besetzung. Gleich der Einstand von Wisefield auf dem Jahrhundertwerk THERE’S THE RUB (1974) reanimierte alte Stärken. Doch dann schlingerte der Wishbone Ash-Kurs, gleich das an­schließende LOCKED IN (1976, mit einem grausig singenden Wisefield) war zweifellos der kreative Tiefpunkt der Gruppe. Ab den frühen Achtzigern manövrierten sich Wishbone Ash mit unterschiedlichen Konstellationen in einen unausgegorenen und austauschbaren Hard­rock, der die feinen Folk-Perlen der Frühphase schmerzlich vermissen ließ.
Seit etwa zehn Jahren hat Gründungsmitglied Andy Powell seiner Band wieder das wunderbare musikalische Flair der frühen Siebziger verordnet und begeistert seither sein Publikum mit zwar wechselnden, aber jederzeit homogen klingenden Besetzungen.

Unverzichtbar

Argus
MCA, 1972
Ihr Meisterwerk liefern Wishbone Ash 1972 ab. Auf dem Album – inklusive eines brillanten Cover-Artworks aus dem Hause Hipgnosis (Pink Floyd, Led Zeppelin) – passt alles zusammen: Die Songs, eine stimmige Mixtur aus Rock und Folk, sind von wahrlich elektrisierender Tiefe, der Sound, für den Pro­duzent Derek Lawrence verantwortlich zeichnet, klingt glasklar und gleichzeitig warm, die Texte passen zu den stimmungsvollen Arrangements, die Band ist spielerisch wie kompositorisch in exzellenter Verfassung. Mit All­time-Klassikern wie ›The King Will Come‹ oder ›Warrior‹ hat das Werk auch heute, fast 40 Jahre später, nichts von seinem fesselnden Charme eingebüßt.

There’s The Rub
MCA, 1974
Gitarrist Martin Turner hat die Band verlassen, für ihn kommt der junge, enorm talentierte Brite Laurie Wisefield, den Powell in New York in der Al Stewart-Band entdeckt hat. Wisefield wird zu Proben in das Haus von Copeland eingeladen und für gut befunden. Mit ihm entsteht der zweite Band­klassiker, ein Werk, das von Bill Szymczyk (u.a. Eagles, Joe Walsh) produziert wird und auch heute noch zu den bes­ten 100 Rockscheiben aller Zeiten gehört. Wishbone Ash glückt mit THERE‘S THE RUB ein Meisterstück, das nicht die kleinste Schwäche be­sitzt und in dem fast zehnminütigen Instru­mental ›F.U.B.B.‹ (die Kurz­form für ›Fucked Up Beyond Belief‹) kulminiert.

Wunderbar

Wishbone Ash
MCA, 1970
Nach ihrem ersten Konzert im November 1969 in der Dunstable Civic Hall verbringen Wishbone Ash viele Monate auf Tournee. Deep Purples Gitarristen Ritchie Blackmore, der während eines Soundchecks mit Andy Powell jammt, ist es zu verdanken, dass ein Demotape der Band bei Pro­duzent Derek Lawrence landet, der wiederum die Songs der US-Plattenfirma MCA anbietet. Die Company reagiert sofort und lässt Law­rence auch gleich das Debüt produzieren, das Ende 1970 veröffentlicht wird und so­fort auf Platz 40 der Charts landet. Herz­stück des Albums: ›Phoenix‹, das künftig in den Konzerten immer neue Facetten offenbart.

Wishbone Four
MCA, 1973
Nach dem kreativen Höhepunkt ARGUS tauchen direkt die ersten Probleme auf. Wie Led Zeppelin schließen sich auch Wish­bone Ash in einem einsam gelegenen Häus-chen in Wales ein, um WISHBONE FOUR zu schreiben. Bei der Veröffentlichung enttäuscht das Album die Fans zunächst, da sie auf ein ähnlich mystisches Flair wie bei ARGUS gehofft hatten. Doch mit dem Opener ›So Many Things To Say‹, der folkloristischen ›Ballad Of The Beacon‹ sowie der Ballade ›Everybody Needs A Friend‹ gelingen wieder echte Perlen. „Man darf das Publikum nicht über den Weg einer Band entscheiden lassen“, sagt Gitarrist Powell noch heute.

Live Dates
MCA, 1974
Das unvermeidliche Konzertalbum, das Bands in den Siebzigern ihrer Plattenfirma nach vier, fünf Studiowerken vorlegen müssen. Aufgezeichnet wird es Ende Juni 1973 bei Konzerten in Croydon, Reading, Newcastle und Portsmouth – und zwar mit dem „Rolling Stones Recor­ding Mobile“. Die Show stützt sich vor allem auf Langversionen ihrer bis­herigen Höhepunkte ›The King Will Come‹, ›Throw Down The Sword‹, ›Warrior‹ und (als High­light eines jeden Konzerts) ›Phoenix‹ in einer über 17-minütigen Version. Ein­zig die ungelenke Version des Jimmy Reed-Blues ›Baby What You Want Me To Do‹ passt nicht zu den eher feinsinnigen Songs.

New England
MCA, 1976
Aufgrund des katastrophalen Zustands auf LOCKED IN befinden sich Wishbone Ash Mitte der Sieb­ziger in einer schweren Sinn­krise, die fast das Ende der Band bedeutet. Doch mit NEW ENG-LAND findet sie zu alter Stär­­ke zurück. Das Werk, erneut mit einem faszinierenden Cover der genialen Designer von Hipgnosis, macht den lahmen Vorgän­ger vergessen. Die Songs sind rockiger denn je (Ausnahme: die ab-schließenden Tracks ›Lonely Island‹ sowie ›Candlelight‹) und straf­fer als zuvor, und das Album deutet erstmals an, wohin sich die Gruppe entwickeln wird. Höhe­punkte: ›Outward Bound‹, ›Lorelie‹ und ›Mother Of Pearl‹.

Anhörbar

Pilgrimage
MCA, 1971
Im September 1971 veröffentlichen sie ihr zweites Album, das im Vergleich zum Debüt etwas straffer ausfällt, gleichzeitig aber auch Jazz-Querverweise enthält. Handwerklich bestätigen die Auf-nahmen das überragende Niveau der vier Bandmitglieder, auch in punkto Arrangement gibt es mit den Höhepunkten der Scheibe – dem vom Jazzer Jack McDuff komponierten ›Vas Dis‹ oder dem folkrockigen ›The Pilgrim‹ – wieder Außergewöhnliches zu bewundern. Bewusst hat sich die Gruppe gegen den Trend entschieden, neue Instrumente wie Mellotron oder Synthesizer einzubauen, sondern setzt weiter auf die klassische Besetzung mit zwei Gitarren, Bass und Drums.

Just Testing
MCA, 1980
Nach den etwas softeren Alben FRONT PAGE NEWS (1977) und NO SMOKE WITH­OUT FIRE (1978) transformieren Wishbone Ash ihren Folkrock in filigranen Kraft-Rock. Bassist Martin Turner kann sich damit allerdings nicht länger identifizieren und verlässt Wish­bone Ash, auch um sich verstärkt als Produzent zu betätigen. Die legendäre Mark II-Besetzung hat damit ein Ende gefunden. Für Turner wird zunächst John Wetton (Uriah Heep, Roxy Music) verpflichtet, der NUMBER THE BRAVE (1981) einspielt und anschließend Asia gründet. Sein Nachfolger Tre­vor Bolder kann nicht verhindern, dass Wishbone Ash ihren MCA-Plattenvertrag verlieren.

Clan Destiny
Eagle, 2006
Im Jahr 2006 kehren Wishbone Ash zu alten Tugenden zurück. Auf CLAN DESTINY gibt der finnische Gitarrist Muddy Man­ninen, der schon bei Konzerten seine Fähigkeiten unter Beweis stellen konnte, seinen Einstand. Für Powell schließt sich damit der Kreis: Er hat erneut einen perfekten Gegenpol gefunden. CLAN DESTINY wird in Rekordzeit einspielt: Für die elf Songs benötigen Wishbone Ash lediglich 22 Pro­duktionstage. „Wir gingen gut vorbereitet ins Studio“, erklärt Powell, „und meiner Ansicht nach sind diese Stücke die folgerichtigen Nachfolger zu BONA FIDE. Mit dem Unterschied, dass wir uns noch gezielter auf ein starkes Songwriting konzentriert haben.“

Locked In
MCA, 1976
Nach dem überragenden THERE‘S THE RUB klingt der Nachfolger LOCKED IN wie ein musikalischer Offenbarungseid. Die Scheibe er­weist sich als schwächstes Album ihrer Karriere, nervt mit saftlosem Songwriting und Laurie Wisefields jaulendem Gesang. Ent­sprechend katastrophal sind auch die Verkaufszahlen. „Wir ließen uns von den Labelleuten unter Druck setzen“, gesteht Powell. „LOCKED IN war ein Schnell­schuss, der nie hätte veröffentlicht werden dürfen.“ Zu Recht mokiert „Sounds“: „Der Gesang (gähn…) geht einem bald so auf den Geist, dass man sich gern dem Titel der ersten Nummer anschließt und der Band ein trauriges ‚R.I.P.‘ nachschickt. Amen…“

Traumsampler

The King Will Come
Argus

Blowin’ Free
Argus

Silver Shoes
There’s The Rub

Lorelie
New England

F.U.B.B.
There’s The Rub

Living Proof
Just Testing

Phoenix
Wishbone Ash

So Many Things To Say
Wishbone Four

Outward Bound
New England

Warrior
Argus

Eyes Wide Open
Clan Destiny

Helpless
Just Testing

Persephone
There’s The Rub

Rest In Peace
Locked In

Time Was
Argus

The Pilgrim
Pilgrimage

The Way Of The World
No Smoke Without Fire

Zusammengestellt von Matthias Mineur

Video der Woche: The Runaways mit ›School Days‹

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Lita Ford feiert heute ihren 63. Geburtstag. Während sie sich in den 80ern einen eigenen Namen in der Welt des Rock und Metal machte, liegen ihre Ursprünge bei den Runaways.

Die Britin stieg 1976 bei den Runaways ein. Nur ein Jahr später begann es zu kriseln und 1979 löste sich die Band schließlich auf. Ihre größten Erfolge feierten sie vor allem in Japan, da sie in den Vereinigten Staaten kaum im Radio gespielt wurden. Zu anzüglich waren ihre Texte dafür, dass sie von einer Gruppe fünf junger Frauen gesungen wurde.

Während Cherie Curie sich komplett aus dem Rampenlicht zurückzog, starteten Joan Jett und Lita Ford ihre Solokarrieren: Joan Jett mit den Blackhearts, die schließlich mit ›I Love Rock’n’Roll‹ und ›Bad Reputation‹ in den frühen 80ern Erfolge feiern konnte und Lita Ford mit einem Duett mit Ozzy Osbourne.

Bis heute werden The Runaways als Wegbereiterinnen für Frauen im Rock gesehen, unter anderem wegen Hits wie ›Cherry Bomb‹ und ›School Days‹ aus dem Jahr 1977.

Chris Jagger: ›Anyone Seen My Heart?‹ mit Mick Jagger

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Am 10. September erschien Chris Jaggers Album MIXING UP THE MEDICINE. Jetzt koppelt der Künstler daraus eine neue Single namens ›Anyone Seen My Heart?‹ aus, die er gemeinsam mit seinem berühmten Bruder Mick Jagger von den Rolling Stones performt.

Einen Videoclip zum beschwingten Song gibt es auch dazu, der unter anderem die beiden Geschwister beim Arbeiten und Singen zeigt.

Chris Jagger zum Album: „„Irgendwann wurde mir klar, dass „mixing up the medicine“ ebenfalls eine Zeile aus dem SUBTERRANEAN HOMESICK BLUES Album ist. Hatte ich total vergessen. Aber ich bin eben ein großer Bob Dylan-Fan, also kann das wohl nichts Schlechtes sein, oder?“

Bob Dylan – SPRINGTIME IN NEW YORK: THE BOOTLEG SERIES VOL. 16 (1980–1985)

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Genug gepredigt: Rückblende auf die erste 80er-Hälfte

Mit TROUBLE NO MORE drehte sich vor vier Jahren eine Ausgabe von Dylans Retrospektiv-Reihe THE BOOTLEG SERIES um seine christliche Phase um 1980. SPRINGTIME IN NEW YORK zeichnet jetzt den Weg zurück zu weltlicheren Songs in der ersten Hälfte der 80er nach. Auf SHOT OF LOVE von 1981, dem letzten Album der christlichen Trilogie, waren die Texte noch voll mit religiösen Bildern, es gab viel Orgel, die Songs zwischen Gospel-Blues und feierlichem Folk klangen vergleichsweise organisch und ungeschliffen. Mit INFIDELS (1983) wurden die religiösen Verweise weniger, der Sound cleaner und reduzierter, sicher auch wegen Mark Knopfler als Gitarrist und Co-Produzent. Sentimentale Balladen standen neben relativ geradlinigen Rocksongs. EMPIRE BURLESQUE war 1985 nicht grundsätzlich anders, allerdings kamen viel kritisierte Bad-Taste-80s-Anklänge dazu. Im vorliegenden 5-CD-Set gibt es Outtakes, alternative Song-Versionen und Probeaufnahmen zu diesen drei Alben (fast alle bisher unveröffentlicht) und mehrere Covers. An Konzertaufnahmen wurde gespart, allerdings ist die harte Version von ›License To Kill‹ bei „Late Night With David Letterman“ mit drauf. Neben der Deluxe-Box inklusive 100-Seiten-Booklet erscheinen abgespeckte CD- und Vinyl-Ausgaben.

8 von 10 Punkten

Bob Dylan, SPRINGTIME IN NEW YORK: THE BOOTLEG SERIES VOL. 16 (1980–1985), SONY

Edge Of Paradise – THE UNKNOWN

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Weniger statischer Groove, mehr echte Emotionen

Mit dem nun schon vierten Album machen Sängerin, Keyboarderin und Cover-Künstlerin Margarita Monet & Co. einen Schritt zurück, der sie dennoch vorwärts bringt. Denn mit ihren neuen Titeln und der Hilfe von Produzent Howard Benson (3 Doors Down, Black Stone Cherry) hat die Band die etwas aufdringliche
Tanzbarkeit von UNIVERSE (2019) wieder etwas zurückgefahren. Ebenso den Einsatz von elektronischen Hilfsmitteln à la Evanescence. Was natürlich nicht zwangsläufig heißt, dass wir hier nun Oldschool-Metal serviert bekommen würden. Stücke wie ›Digital Paradise‹ oder die vielschichtige, atmosphärische Titelnummer sind weiterhin deutlich moderner und dynamischer Natur.

Monets gleichzeitig enorm kraftvolle wie für dieses Genre oft ungewöhnlich lieblich anmutende Stimme spielt dabei mit ihrem Ausdruck eine entscheidende Rolle. Der gefühlvolle Gesang bildet einen spannenden, lebendigen Kontrast zu den hämmernden Rhythmen der Kollegen an den Instrumenten. Ein tolles Beispiel dafür ist ›False Idols‹.

7 von 10 Punkten

Edge Of Paradise, THE UNKNOWN, FRONTIERS/SOULFOOD

The Felice Brothers – FROM DREAMS TO DUST

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Der Ernst des Lebens

The Felice Brothers haben nun auch schon 15 Jahre hinter sich. Sie sind von Dylan und The Band inspiriert und haben früher in der New Yorker U-Bahn von zu viel Whiskey gesungen. Doch das ist lange her. Jetzt ist es immer noch Folk-Rock, aber das Leben ist ein anderes. In ›Jazz On The Autobahn‹ erzählt Ian Felice vom Sheriff und der Öl-Erbin auf gemeinsamer Flucht vor einer Apokalypse, die uns alle betreffen kann. Daraus entwickelt sich eine andächtigmorbide Stimmung, die in ›Be At Rest‹ bis zur Beschreibung einer Beerdigung reicht. Gelegentlich arbeitet Felice dagegen, imitiert er in ›To-Do List‹ die Verschmitztheit eines Jonathan Richman oder sinniert er über John Wayne oder Jean-Claude Van Damme. Wer bei all dem Zweifel hegt, wird spätestens vom Finale überzeugt sein. Erstens klingt dieses sehr versöhnlich, zweitens findet Felice auf dem Highway zur Hölle einen Ausweg: „Though our religion’s the same as the pigeons, from Francis of Assisi to the fans of AC/DC, we all shall live again“. Da fühlt man sich wie zu Hause.

7 von 10 Punkten

The Felice Brothers, FROM DREAMS TO DUST, YEP ROC RECORDS/BERTUS