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Betontod – PACE PER SEMPRE

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Streng nach Rezept

Ihre letzten beiden Alben konnten Betontod erfolgreich mehrere Wochen in den Top 10 der deutschen Charts platzieren. Mal sehen, wie weit sie mit ihrem neuesten Werk, PACE PER SEMPRE, kommen. Die Grundzutaten haben die Musiker aus Rheinberg nicht verändert: eingängige Riffs treffen auf Melodien mit Mitgrölcharakter. Die Texte bewegen sich wie gewohnt zwischen politischer Stellungnahme (›Regenbogen‹), Anti-Nazi-Songs (›Hals-Maul-Arsch-Gesicht‹) und auch ein bisschen Herz-Schmerz (›Wirklich wichtig‹), garniert mit „Ohohoh“-Chören hier und da.

Das lässt die Herzen der Fans höherschlagen, die Betontod sicher auch treu bleiben werden. Neue Hörer werden sie mit PACE PER SEMPRE jedoch nur schwer gewinnen können, da die Songs stellenweise leider etwas monoton und austauschbar wirken. Wie heißt es doch so schön: Never change a running system. Doch ein bisschen mehr Innovation wäre manchmal auch nicht verkehrt.

6 von 10 Punkten

Betontod, PACE PER SEMPRE, BETONTOD RECORDS/TONPOOL

Motörhead – EVERYTHING LOUDER FOREVER

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Unheilige Synergien

Zusammenstellungen von Motörhead- Songs gibt es mindestens so viele wie Sand am Meer. Noch nie gab es allerdings eine labelübergreifende Compilation der Mannen um Legende Lemmy, die die komplette Karriere der sagenhaften Truppe bereithält – sinnigerweise EVERYTHING LOUDER FOREVER betitelt. Auf 22 Studioalben, die über vier Dekaden veröffentlicht wurden, haben es Motörhead gebracht. Dabei gewannen sie nur einen einzigen Grammy, verkauften dafür aber über 20 Millionen Platten. Auserkauft haben sie sich dabei nie – Motörhead standen von Anbeginn an für Authentizität, unbändige Lebenskraft, Highspeed-Energie und eine, ähm, „gesunde“ Lebenseinstellung – schmutzige, gemeine, räudige und kraftvolle Musik. Rock’n’Roll halt, der unheilige Synergien in den Rock, Blues und Punkrock schickte. ›Ace Of Spades‹ ist bekanntlich Motörheads Hymne, aber Motörhead sind so viel mehr als der 3-Minuten-Kracher. Böse Zungen behaupten immer wieder, kennst du einen Motörhead-Song, kennst du alle. Das ist, bei allem Respekt, die größte Lüge der Menschheitsgeschichte. Motörhead sind auch ›Orgasmatron‹, ›Just ’Cos You Got The Power‹, ›1916‹, ›Lost Johnny‹ oder das kongeniale ›Motorhead‹. Motörhead sind ein kulturelles Elixier, genreübergreifend, ihre anthropogene Bandbreite ist bis zum heutigen Tage unvergleichlich. Ganze 42 Songs stehen auf EVERYTHING LOUDER FOREVER, noch immer nicht im Ansatz ausreichend.

Raritäten gibt es bis auf die ›Ace Of Spades‹ B-Seite ›Dirty Love‹, den grandiosen Blueser ›Just ’Cos You Got The Power‹ (auf der B-Seite von ›Eat The Rich‹) und ›The Game‹, ein Bonustrack von HAMMERED, keine.

10 von 10 Punkten

Motörhead, EVERYTHING LOUDER FOREVER, BMG/ADA-WARNER

Videopremiere: Jail Job Eve mit ›No Means No‹

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Heute erscheint das neue Album WILDFIRE von Jail Job Eve. Auf ihrer Platte taucht die Band aus Osnabrück mit ihrer ausdrucksstarken Sängerin Victoria tief ein in heavy Retro-Rock-Gefilde und schreckt dabei nicht davor zurück, aktuelle Themen und Probleme in ihren Texten aufzugreifen.

Mit ›No Means No‹ erscheint heute nach ›Mid-Flight‹ und ›Lost‹ außerdem eine neue Single inklusive Video. Ein Song, der eine wichtige Botschaft verbreitet: Nein bedeutet nein!

Lucifer – LUCIFER IV

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Im Feuer der Liebe

Zum vierten Mal öffnen Lucifer die Tore zu ihrem Doom-&-Gloom-geschwängerten Reich. Ein eigenes Universum, das das Occult-Rock-Quintett in den vergangenen Jahren immer weiter ausgebaut und mit jeder Menge kleinen, creepy Details ausgestattet hat. Fand sich die deutschschwedische Formation um Johanna Platow Andersson und ihren Gatten, Hellacopters/ Imperial-State-Electric-Mastermind Nicke, auf dem Cover des Longplay-Vorgängers noch auf einem Friedhof zwischen verfallenen Grabsteinen wieder, so muss die Sängerin diesmal am Kreuz im rot-orangenen Scheiterhaufenflammenschein für ihre Sünden büßen. Ein dezenter Hinweis auf den Quasi-Titeltrack des Albums, den morbiden Lovesong ›Crucifix (I Burn For You)‹, den die Berlinerin ihrem Mann gewidmet hat.

Ebenso wie die augenzwinkernde Rolling-Stones-Hommage ›Wild Hearses‹ übrigens, mit der Lucifer nun den Startschuss zum halsbrecherischen Leichenwagenrennen um das beste Rock’n’Roll-Wortspiel des Jahres geben. Apropos: Natürlich strotzt auch Scheibe Nummer vier wieder vor fein versteckten Retro-Referenzen an große Vorbilder wie Black Sabbath, Pentagram oder Fleetwood Mac, die man auf höllisch groovigen Rockern über Ängste (›Nightmare‹), toxische Beziehungen (›Louise‹) oder Einsamkeit (›Mausoleum‹) verbaut hat. Könnte zum Klassiker werden.

9 von 10 Punkten

Lucifer, LUCIFER IV, CENTURY MEDIA/SONY

Neuheiten: Ab heute im Plattenladen

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Heute stehen die neuen Alben von Mastodon, Monolord, The War On Drugs und Running Wild in den Regalen.

Mastodon: HUSHED AND GRIM

„Während die erste Single, ›Pushing The Tides‹, Glauben macht, dass Mastodon weiterhin auf ihren noch längst nicht ausgetretenen Pfaden wandeln, lassen einen fast alle der übrigen 14 Songs mit offenem Mund dastehen.“

Hier geht’s zur Review…

Monolord: YOUR TIME TO SHINE

„Dabei schaffen es die Skandinavier, den Hörer fünf Songs lang über die gesamte Spielzeit von knapp 40 Minuten bei der Stange zu halten, indem sie ihren massiven Gitarrengebirgen immer wieder ruhige, fast schon meditative Klänge gegenüberstellen.“

Hier geht’s zur Review…

Running Wild: BLOOD ON BLOOD

„Nach 16 Alben könnte man fast meinen, dass Bandchef Rolf Kasparek nicht mehr allzu viele Kreativ-Patronen in der Musik-Muskete hat, doch mit BLOOD ON BLOOD haut er nun das vielleicht abwechslungsreichste Werk seiner Laufbahn auf den Markt.“

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The War On Drugs: I DON’T LIVE HERE ANYMORE

„Die Dunkelheit, die man von The War On Drugs kennt, ist immer noch da, aber der Umgang damit ist jetzt ein anderer. Die Lieder drängen weniger nach vorn, sie sind auf eine Art gleichzeitig konventioneller und vielgestaltiger.“

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The War On Drugs – I DON’T LIVE HERE ANYMORE

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Akustisch bis hymnisch: Adam Granduciel weitet seinen Sound

Bringt Adam Granduciel hier seine erste Soloplatte raus? Bei der vorab veröffentlichten Single ›Living Proof‹ konnte man das meinen. Eine einfache akustische Gitarre, nach einer Weile setzt Klavier ein, am Ende ein schleppender Schlagzeug-Beat. Komplett anders als die schichtweise aufgetragene, schillernde Textur aus E-Gitarren und 80s-Synthesizern, die man von The War On Drugs gewohnt ist vom Durchbruchsalbum LOST IN THE DREAM und auch vom Nachfolger A DEEPER UNDERSTANDING, für den Mastermind Granduciel und Band 2018 den Grammy fürs beste Rockalbum bekamen.

Auf anderen Songs ist der typische Sound annähernd wieder da, auf ›Harmonia’s Dream‹ zum Beispiel und auf ›Wasted‹. Fest steht aber: Granduciel hat seine Formel abgewandelt. ›I Don’t Wanna Wait‹ startet mit Electro-Beat, ›Old Skin‹ atmosphärisch, am Ende werden beide zu muskulösen, hymnischen Rocksongs. Die Platte endet mit dem sacht schwingenden Folkrock von ›Occasional Rain‹. Die Dunkelheit, die man von The War On Drugs kennt, ist immer noch da, aber der Umgang damit ist jetzt ein anderer. Die Lieder drängen weniger nach vorn, sie sind auf eine Art gleichzeitig konventioneller und vielgestaltiger.

8 von 10 Punkten

The War On Drugs, I DON’T LIVE HERE ANYMORE, ATLANTIC/WARNER

Running Wild – BLOOD ON BLOOD

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Der Kapitän setzt wieder Segel

Nach 16 Alben könnte man fast meinen, dass Bandchef Rolf Kasparek nicht mehr allzu viele Kreativ-Patronen in der Musik-Muskete hat, doch mit BLOOD ON BLOOD haut er nun das vielleicht abwechslungsreichste Werk seiner Laufbahn auf den Markt. Da wäre zum Beispiel die Schunkel-Nummer ›One Night, One Day‹, welche sich kontinuierlich über seine gesamte Länge aufbaut und für die Bandverhältnisse sehr experimentell wirkt, oder die Party-Hymne ›Wild Wild Nights‹, auf die so manche Glam-Rocker neidisch werden könnten. Zudem ist der elfminütige Geschichtsunterricht über den 30-jährigen Krieg auf ›The Iron Times (1618–1648)‹ ein würdiges Albumfinale und der wohl epischste Running-Wild-Song, den Herr Kasparek seit der vermeintlichen Auflösung in 2011 aus seinen
Fingern gezaubert hat.

7 von 10 Punkten

Running Wild, BLOOD ON BLOOD, STEAMHAMMER/SPV

Monolord – YOUR TIME TO SHINE

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Gitarrengebirge

Nein, keine Angst, Monolords YOUR TIME TO SHINE wurde nicht in Mono, sondern in Stereo aufgenommen. Das schwedische Powertrio erweitert darauf seinen furztrockenen Stoner- und Doomrock um eine im Vergleich zu den Vorgängeralben düstere Komponente, die ewige Verdammnis in einer finsteren Gruft verspricht. Dabei schaffen es die Skandinavier, den Hörer fünf Songs lang über die gesamte Spielzeit von knapp 40 Minuten bei der Stange zu halten, indem sie ihren massiven Gitarrengebirgen immer wieder ruhige, fast schon meditative Klänge gegenüberstellen. Bestes Beispiel: Der zehnminütige Titeltrack ›Your Time To Shine‹, der Suchtpotenzial entfaltet und das feine Händchen für dramatische Melodien und auch mal zerbrechlichen Gesang zeigt.

Ganz klar, das ist etwas für Fans von Electric Wizard, Black Sabbath, Baroness und Mastodon, erfordert aber anfangs etwas Geduld, bevor das Ganze zündet. Aber Geduld haben Fans dieses Genres ja bekanntlich.

7 von 10 Punkten

Monolord, YOUR TIME TO SHINE, RELAPSE/MEMBRAN