Mastodon – HUSHED AND GRIM

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Mastodon – HUSHED AND GRIM

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Mut zu Melodien

Satte vier Jahre ließen Mastodon ihre Anhängerschaft auf neues Material warten, sieht man mal von der MEDIUM RARITIES aus 2020 ab. Vier Jahre, in denen das Quartett einiges einstecken musste, zunächst den Verlust ihres guten Freundes und Managers Nick John sowie weitere individuelle Rückschläge und Trauerfälle. Dennoch klingt die Band auf HUSH AND GRIM durchweg positiv. Während die erste Single, ›Pushing The Tides‹, Glauben macht, dass Mastodon weiterhin auf ihren noch längst nicht ausgetretenen Pfaden wandeln, lassen einen fast alle der übrigen 14 Songs mit offenem Mund dastehen.

Der Opener, ›Pain With An Anchor‹, geht noch als typisch düstere Nummer mit vielen Breaks und Tempowechseln durch, aber schon das nachfolgende ›The Crux‹ mutet ungewohnt melodisch mit ruhigem Thin-Lizzy-Break in der Mitte an. ›Sickle And Death‹ hat zwar ein beinhartes Riff, aber auch eine sanfte Seite. Viele Tracks sind um die sechs Minuten lang, das längste, ›Gobblers Of Dregs‹ (einer der Favoriten), kommt auf fast proggige neun Minuten. Auch ›More Than I Could Chew‹ hat ein hartes Riff und einen weichen Kern. Diese neue Seite an Mastodon ist exzellent. ›The Beast‹ ist ruhig, trumpft mit toller Gitarrenarbeit und der bislang besten Gesangsleistung des Vierers überhaupt. ›Skeleton Of Splendor‹ ist von ähnlichem Kaliber, hat einen psychedelischen Touch und ein exquisites Gitarrensolo. ›Teardrinker‹ hat was episches, wirkt streckenweise fast Pink-Floyd-mäßig. ›Gigantium‹ klingt ebenso, wie eine unendliche Weite, farbenfroh, dann doch schwarz mit leichten Grautönen, eingebettet in unglaubliche Gitarrentöne. ›Dagger‹ glänzt mit ungewöhnlichen Tribal-Drums, ›Had It All‹ ist eine ruhige, sehr dunkle Nummer. Dave Bottrill (Tool, Peter Gabriel) hat zusammen mit der Band einen Karrieremeilenstein vorgelegt, einen weiteren Evolutionsschritt. Ganz sicher das beste Metal-Album der jüngeren Vergangenheit.

9 von 10 Punkten

Mastodon, HUSHED AND GRIM, REPRISE/WARNER

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