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Start Blog Seite 282

Mastodon – HUSHED AND GRIM

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Mut zu Melodien

Satte vier Jahre ließen Mastodon ihre Anhängerschaft auf neues Material warten, sieht man mal von der MEDIUM RARITIES aus 2020 ab. Vier Jahre, in denen das Quartett einiges einstecken musste, zunächst den Verlust ihres guten Freundes und Managers Nick John sowie weitere individuelle Rückschläge und Trauerfälle. Dennoch klingt die Band auf HUSH AND GRIM durchweg positiv. Während die erste Single, ›Pushing The Tides‹, Glauben macht, dass Mastodon weiterhin auf ihren noch längst nicht ausgetretenen Pfaden wandeln, lassen einen fast alle der übrigen 14 Songs mit offenem Mund dastehen.

Der Opener, ›Pain With An Anchor‹, geht noch als typisch düstere Nummer mit vielen Breaks und Tempowechseln durch, aber schon das nachfolgende ›The Crux‹ mutet ungewohnt melodisch mit ruhigem Thin-Lizzy-Break in der Mitte an. ›Sickle And Death‹ hat zwar ein beinhartes Riff, aber auch eine sanfte Seite. Viele Tracks sind um die sechs Minuten lang, das längste, ›Gobblers Of Dregs‹ (einer der Favoriten), kommt auf fast proggige neun Minuten. Auch ›More Than I Could Chew‹ hat ein hartes Riff und einen weichen Kern. Diese neue Seite an Mastodon ist exzellent. ›The Beast‹ ist ruhig, trumpft mit toller Gitarrenarbeit und der bislang besten Gesangsleistung des Vierers überhaupt. ›Skeleton Of Splendor‹ ist von ähnlichem Kaliber, hat einen psychedelischen Touch und ein exquisites Gitarrensolo. ›Teardrinker‹ hat was episches, wirkt streckenweise fast Pink-Floyd-mäßig. ›Gigantium‹ klingt ebenso, wie eine unendliche Weite, farbenfroh, dann doch schwarz mit leichten Grautönen, eingebettet in unglaubliche Gitarrentöne. ›Dagger‹ glänzt mit ungewöhnlichen Tribal-Drums, ›Had It All‹ ist eine ruhige, sehr dunkle Nummer. Dave Bottrill (Tool, Peter Gabriel) hat zusammen mit der Band einen Karrieremeilenstein vorgelegt, einen weiteren Evolutionsschritt. Ganz sicher das beste Metal-Album der jüngeren Vergangenheit.

9 von 10 Punkten

Mastodon, HUSHED AND GRIM, REPRISE/WARNER

Plattensammlerin: Melissa Etheridge

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Sängerin, Gitarristin und Songwriterin Melissa Etheridge über die Platten, Künstler und Shows, die sie nachhaltig beeindruckt haben.

„Gute Musik ist eben gute Musik“, meint Melissa Etheridge mit einem Schulterzucken, während sie darüber nachdenkt, was ihren persönlichen Soundtrack ausmacht. „ Ich bin für alles offen.“ Ihren Namen machte sich Etheridge in den 80er-Jahren in diversen Frauenkneipen in Los Angeles, nachdem sie sich zuvor ihre Sporen damit verdient hatte, in Gefängnissen und Altenheimen in Leavenworth, Kansas aufzutreten. Ihre einzigartige Vermischung von Heartland Rock, Roots, Folk und LGBT-Aktivismus zementierte ihren Ruf. Jüngst veröffentlichte sie ihr neues Album ONE WAY OUT, eine Sammlung an
kernigen, energetischen Songs, die bereits in den 80ern und 90ern entstanden sind, es bisher jedoch nicht auf ein Album geschafft haben . Außerdem macht sie beim ersten „Rock And Roll Fantasy Camp“ mit, das ausschließlich für Frauen gedacht ist und wo sie neben Nancy Wilson und Orianthi unterrichten wird.

DIE ERSTE MUSIK, AN DIE ICH MICH ERINNERE

Die Beatles. Ich weiß noch ganz genau, wie ich drei Jahre alt war und im Hof meines Nachbarn
stand. Ich hatte ein Transistorradio, das meine Schwester mir kurz in die Hand gedrückt hatte,
und die wunder vollsten K länge er tönten . Das mussten Engel sein und sie sangen „ I wanna
hold your hand “. Ich dachte mir nur : ‚Was ist das?‘

DER ERSTE SONG, DEN ICH JE LIVE GESPIELT HABE

Als ich in der fünften Klasse war, hatte ich gerade damit begonnen, zum Spaß Songs zu schreiben. Sie waren sehr einfach gestrickt und meine Großmutter hörte sie sich immer an. Als sie starb, schrieb ich ein Lied, das etwas tiefer ging, ich nannte es ›Lonely As A Child‹. Es war eine Art Anti-Kriegslied. Ich sang es meinen Freunden vor und sie meinten nur: ‚Hey, in der Plaza ist ein Talentwettbewerb.‘ Ich machte mit und hatte sofort Feuer gefangen.

DAS BESTE ALBUM ALLER ZEITEN

In meinem Leben hatten zwei Platten einen sehr großen Einfluss auf mich und die Musik im Allgemeinen. Eine davon ist Carole Kings TAPESTRY, die andere BORN TO RUN von Bruce Springsteen. Wenn ich mich auf eine festlegen müsste, würde ich wohl die Platte von Springsteen wählen, weil sie meiner Meinung nach den nachhaltigsten Einfluss auf die Welt und mein Leben hatte. Ich wollte die Leute genauso erreichen, wie es dieses Album tat. Die Texte, die Melodie, die Produktion – einfach alles!

DER GITARRENHELD

Meine Gitarrenhelden unterscheiden sich bestimmt von den Helden anderer, weil ich das eher von einer Rhythmus-Warte aus betrachte. Was Richie Havens mit seiner Akustikgitarre anstellte, kann niemand sonst. Auch Keith Richards ist großartig, ich liebe seine R’n’B-Spielweise.

DIE STIMMEN

Otis Redding und Aretha Franklin. So muss es klingen. Wenn Otis Redding ›I’ve Been Loving You Too Long‹ sing t, schwebt deine Seele zu ihm hinauf.

DIE SONGWRITERIN

Joan Armatrading konnte Songs so schmieden, dass sie dich überraschen. Sie brach alle die Regeln um Refrain und Strophe und trotzdem summte man die Lieder mit und sie blieben im Kopf. ›Love And Affection‹ ist einer der perfektesten Songs überhaupt. Und wie sie textet! Einen ihrer Songs namens ›The Weakness In Me‹ covere ich und alle Worte in dieser Geschichte, die davon erzählt, wie man zwei Menschen gleichzeitig lieben kann, sind perfekt aneinandergenäht. Joan ist ehrlich, interessant und unterhaltsam.

DAS BESTE LIVEALBUM

FRAMPTON COMES ALIVE. Das kriegt mich einfach. Es ist so gut gemacht, es brachte mich zum
Rock’n’Roll. Und dann diese großen Gitarrensoli in der Mitte.

MEIN SAMSTAGABEND/ PARTYSONG

Ich liebe es, zu ›Blame It On The Boogie‹ von den Jacksons zu tanzen. Das holt mich total ab, auf der Tanzfläche bin ich ziemlich oldschool.

MEIN „IN STIMMUNG“-SONG

Ha, davon gibt es einige. Santanas ›Europa‹. Oh, das ist eine gute Nummer, ja, die bringt es immer.

DER SONG, DER MICH ZUM WEINEN BRINGT

Immer wenn ich einen Country-Sender anmache, weine ich am Ende. Aber ein Classic-Rock-Song, der mich zum Heulen bring t? Ich nehme ›Everybody Hurts‹ von R.E.M.

DIE BESTE PLATTE, DIE ICH JE GEMACHT HABE

Da wähle ich mein Debüt, weil ich am längsten daran gearbeitet habe und zehn Songs aus zahlreichen auswählen konnte. Und jeden davon kann ich heute noch auf Konzerten spielen, sie haben sich gut gehalten.

DIE SCHLECHTESTE PLATTE, DIE ICH JE GEMACHT HABE

Da würde ich sogar zwei erwähnen. Einmal mein drittes Album NEVER ENOUGH. Damals war ich auf persönlicher und musikalischer Ebene irgendwie verloren, ich ging unter in den frühen 90ern und der Grunge-Bewegung. Das waren seltsame Zeiten, ich experimentierte viel, was halbwegs funktionierte,
aber ich glaube, ich hätte das besser gekonnt. Das andere ist mein unbekanntestes Album, FOURTH STREE T FEELING von 2012. Ich denke, einige der Songs waren einfach noch nicht fertig. Wäre ich da mit meinem heutigen Mindset rangegangen, würde die Platte ganz anders klingen.

DER SONG, DER BEI MEINER BEERDIGUNG LAUFEN SOLL

Den habe ich bisher noch nicht geschrieben, werde das aber in ein paar Jahren aufholen. Wenn ich das nicht mehr schaffen sollte, dann ›In Your Eyes‹ von Peter Gabriel.


Schickt uns euer Lieblings-Bandshirt!

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Das Lieblings-Bandshirt des Monats gehört Lilli:

„Auf dem Lieblingsbandshirt muss ja auch fast einer der Lieblingsmusiker abgebildet sein, oder? Da freut man sich nämlich jedes Mal, wenn man den Kleiderschrank aufmacht. Und wenn es dann auch noch cool aussieht, kann man eigentlich gar nichts falsch machen.“

Lilli_Bandshirt

Schickt auch ihr uns ein Foto eures Lieblings-Bandshirts (inklusive kurzem Text) an redaktion@classicrock.net und schafft es in eine der kommenden Ausgaben von CLASSIC ROCK!

Matt Lang: Ein Frankokanadier in Nashville

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Mit über einem Jahr Verspätung wird Matt Langs Zweitwerk MORE nun endlich physisch in Deutschland veröffentlicht. CLASSIC ROCK sprach mit dem gut gelaunten Country-Senkrechtstarter über diese Verzögerung, Songwriting und wie er es geschafft hat, in nicht einmal drei Jahren in akzentfreiem Englisch zu singen.

Kurz bevor die Covid-19-Pandemie um sich griff, spielte Matt Lang Anfang März eine Reihe von vielumjubelten Akustik-Gigs auf den Sidestages beim Country To Country Berlin 2020. In der Hauptstadt hatte der Kanadier schon einige Songs parat, die später die Basis für sein zweites englischsprachiges Album MORE bilden sollten. Als er zurück in seine Heimat reiste, war die Welt von heute auf morgen nicht mehr die selbe. Lang entschloss sich trotzdem, seine neue LP fertigzustellen. Zuvor durfte er allerdings die Schulbank drücken: „Wenn ich spreche, hört man klar noch meinen französischen Akzent, aber beim Singen kann ich ihn inzwischen komplett ablegen. Als ich vor gut zwei Jahren zum ersten Mal nach Nashville flog, fing ich an, Englischstunden für eine natürliche Ausprache bei insgesamt drei Lehrern zu nehmen. Sie zeigten mir bis kurz vor den Sessions zu MORE, wie ich akzentfrei meine Songs ins Mikro schmettern kann. Das war ein verdammt hartes Stück Arbeit, das sich in der Retrospektive aber richtig gelohnt hat.“

Neben diesem fast schon unglaublichen Aspekt ist Matt Langs Stil ein weiteres Alleinstellungsmerkmal. Er vereint auf MORE 90er Neon mit 2010er Modern Country, als ob es nichts Natürlicheres gäbe. „Ich bin zuallererst einmal ein großer Fan von Brooks & Dunn, Dwight Yoakam und generell von dieser Ära der Country Music. Dazu kommt meine Vorliebe für aktuelle Acts wie beispielsweise Luke Combs oder Brad Paisley. Mit diesen verschiedenen Inspirationsquellen habe ich meinen Sound für MORE – den Titel habe ich übrigens deswegen gewählt, da meine Debüt-EP schlicht MATT LANG heißt – kreiert.“

Die acht enthaltenen Stücke sind nicht nur jahrzehnteübergreifend im Stil, sie taugen auch allesamt als potenzielle Singles. „Die Lieder von MORE habe ich zum Teil mit wirklich fantastischen Co-Songwritern wie Tebey geschrieben oder mir aus einem wirklich atemberaubenden Pool aus passenden Tracks ausgewählt. Aktuell ist es bei mir noch so, dass ich zwar die Stücke singen, aber die Lyrics noch nicht wie ein Muttersprachler verfassen kann. Meine Stärke beim Komponieren liegt sowieso eher in griffigen Hooklines und Melodien. Hier kommen dann meine Schreibpartner ins Spiel, die quasi einen Klettersteig zu diesem Gipfel bauen.“

Ein Fragezeichen wirft jedoch die Gitarre auf dem Albumcover auf. In der Vergangenheit sah man Matt fast ausschließlich mit seinen Gibsons, hier erstrahlt jedoch eine brandneue Martin D-18. „Oh Mann, dieses Mysterium kann ich wirklich schnell aufklären. Weil ich vor dem Fotoshooting so aufgeregt war, habe ich schlicht und ergreifend vergessen, eine meiner Akustischen einzupacken. Mir ist dieses Versäumnis erst aufgefallen, als ich fertig gestylt unter den Spots vor der Kamera stand. Zum Glück gibt es in Nashville überall Gitarren und diese Martin hat mir buchstäblich den Allerwertesten gerettet!“

Rückblende: Stone Temple Pilots mit ›Interstate Love Song‹

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Am Anfang stand eine Bossanova-Nummer. Ergänzt um ein Country-Riff und einen Text über Lügen und Täuschungen, wurde daraus eine Hitsingle vom Multiplatinseller PURPLE.

Im Frühling 1994 hatte sich CORE, das Debütalbum der Stone Temple Pilots, schon vier Millionen Mal verkauft. Dennoch wurden sie als die Erz-Opportunisten der Grunge-Szene verspottet, als Trittbrettfahrer, die einen Platz neben den Seattle-Größen für sich beanspruchten, obwohl sie aus San Diego stammten. In den Augen ihrer Gegner – und davon gab es viele – war das alles viel zu gewollt. Die Band versuchte, das Beste daraus zu machen, doch von den Lesern des „Rolling Stone“ zur besten und gleichzeitig von den Kritikern desselben Magazins zur schlechtesten neuen Band 1994 gewählt zu werden, musste zumindest verwirrend sein.

Auf ihrer 14-monatigen Tournee zu CORE hatten die Stone Temple Pilots unterdessen eine Reihe noch vielfältigerer und einfallsreicherer Songs geschrieben. So gute Songs, dass sie sich sicher waren, ein derart großes und wichtiges zweites Album abzuliefern, dass sie sich damit aus der „Grunge“-Schublade befreien würden – wobei natürlich niemand wissen konnte, dass sich zwei Monate vor dessen Erscheinen Kurt Cobain das Hirn wegpusten und somit diese gesamte Ära ein für alle Mal beenden würde.


„Die Leute reden manchmal über den Fluch des Durchhängers beim zweiten Album, aber das kratzte uns überhaupt nicht“, sagt Bassist Robert DeLeo ganz lässig über den Zweitling PURPLE . „Wir wussten, dass diese Songs, die wir da hatten, etwas ziemlich Besonderes waren.“ Einen davon hatte er komponiert, während er auf dem Beifahrersitz des Winnebago -Wohnmobils saß, in dem die Band kreuz und quer durch ganz Nordamerika fuhr. Ein passender Urspr ung, denn der ›Interstate Love Song‹ wurde zur perfekten Begleitung zu diesen Fahrten mit heruntergekurbeltem Fenster. „Ich schrieb das auf einer 25 – Dollar-Gitarre mit Nylonsaiten “ , sagt DeLeo kichernd . „Heute habe ich eine 125-Dollar-Gitarre mit Nylonsaiten“, fügt er hinzu und holt das besagte Instrument hervor, um das bekannte Riff des Songs in seiner ursprünglichen Form zu spielen . „Das fing als Bossanova-Nummer an, aber ich dachte, das würden wahrscheinlich nicht so viele Leute mögen, also fügte ich ein Country-Riff und eine Melodie hinzu, die ich schon eine Wei le im Kopf gehabt hatte.“

Der gesamte Prozess dauerte „etwa zehn Minuten“ , doch DeLeo wusste sofort, dass er da etwas von großem Wert erschaffen hatte. „Das war ein neues Level des Songwritings für mich.“ Bei den Aufnahmen des Stücks für PURPLE fiel Frontmann Scott Weiland noch das „Interstate“ für den Titel ein. Während die Band bei Southern Tracks Recording in Atlanta arbeitete, blieb seine Verlobte Janina Castaneda zuhause in Kalifornien. Ihre Beziehung war aufgrund der geheimen, aber eskalierenden Heroinsucht des Sängers ins Wanken geraten, und der Text, der ihm zu dem Song einfiel, erzählte von Lügen und gebrochenen Versprechen. Jeden Abend begrub er seine Scham, rief Castaneda an und beharrte darauf, clean zu sein.

„In dem Text geht es um die Lügen, die ich zu verbergen versuchte, während wir PURPLE machten“, gab er später zu . „Die Bedeut ung war nicht unmittelbar offensichtlich, aber wenn man weiß, worum es geht, ist es ein sehr poetisches Stück“, sagt DeLeo heute. „Als Texter war Scott immer ein echter Poet. Und er ließ den Hörer gerne seine eigenen Interpretationen für die Bedeutung seiner Worte finden.“

Wie schon bei CORE vertrauten die Stone Temple Pilots auch bei PURPLE wieder auf die Dienste von Brendan O’Brien als Produzent. „Wir vertrauten Brian absolut und der Prozess fühlte sich sehr natürlich an“, erinnert sich DeLeo. „Es ist ziemlich unglaublich, dass PURPLE in nur elf Tagen aufgenommen, abgemischt und fertiggestellt wurde.“ In einem Interview aus jener Zeit sagte Schlagzeuger Eric Kretz: „Manchmal waren wir besorgt, dass ein Song vielleicht zu sehr nach Alice In Chains oder Pearl Jam klang, und Brendan überzeugte uns dann jedes Mal vom Gegenteil.“ „Brendan grübelte nie viel über irgendetwas. Er packte die Sachen einfach an“, stimmt DeLeo zu. „Es war eine Ehre, mit ihm Platten zu machen, und wir versuchten auf keinen Fall, irgendjemanden nachzuahmen.“

25 Jahre später entlocken die oft geschriebenen Anschuldigungen, seine Band sei nur ein Haufen Pearl-Jam-Kopisten, dem Bassisten nur noch ein krummes Lächeln. „Derar tige Kritik hat mich nie wirklich berührt“, sagt er geduldig. „Wir arbeiteten mit Leuten von Brendans Kaliber, das waren die Meinungen, die mir wichtig waren. Alles außer dem Schreiben und Spielen der Songs war irrelevant.“ PURPLE wurde jedoch auch aufgrund des Erfolgs von ›Interstate Love Song‹ und der weiteren Singles ›Vasoline‹ und ›Big Empty‹ zu einem Bestseller, stand drei Wochen an der Spitze der US-Albumcharts und verkaufte sich über sechs Millionen Mal.

DeLeo gesteht, dass der über Nacht eingetretene Ruhm zum Problem wurde: „Ich kenne nicht viele, die mit dieser Art von Aufmerksamkeit in dieser Geschwindigkeit klarkommen würden. Wir gingen alle anders damit um, aber man kann auf jeden Fall sagen, dass sowas tödlich sein kann“. Und so kam es dann auch. Über die folgenden Jahre ging Weiland bei der Band und in Entzugskliniken ein und aus. 2015
wurde er schließlich während einer Tour mit seiner Band The Wildabouts im Alter von 48 Jahren nach einer unabsichtlichen Überdosis von einem Mix aus Kokain, Alkohol und MDA tot im Tourbus aufgefunden.

The Analogues: Mini-Doku über Bandmitglieder bei Youtube

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The Analogues sind eine der renommiertesten Beatles-Tribute-Bands der Welt. Auf ihren Touren nehmen sie sich stets ein ganzes Album der Fab Four vor und führen dieses von Anfang bis Ende live auf.

2022 steht ABBEY ROAD auf dem Plan, die Niederländer werden mit ihrer Show auch einige Stopps in Deutschland einlegen.

Jetzt veröffentlicht die Band nach und nach eine Reihe an kleinen Dokumentationen über ihre Mitglieder. Unter dem Titel „„Everybody Got Something To Hide, Except…“ wurde kürzlich der erste Teil über den Keyboarder, Gitarristen und Sänger Diederik Nomden ausgekoppelt.

Die zweite Folge über Gitarrist und Sänger Felix Maginn gibt es auch schon zu sehen.

The Analogues live:

01.04.22 Essen, Grugahalle
02.04.22 Düsseldorf, Mitsubishi Electric Halle
08.04.22 Hamburg, Barclaycard Arena
09.04.22 Bremen, Metropol Theater
22.04.22 Hannover, Theater am Aegi
23.04.22 Stuttgart, Liederhalle
30.04.22 Berlin, Admiralspalast

02.05.22 München, Circus Krone
03.05.22 Frankfurt, Jahrhunderthalle

Das letzte Wort: Bootsy Collins im Interview

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Bootsy Collins InterviewEr spielte mit James Brown und lernte von Hendrix – Funkmeister Bootsy Collins über LSD, das Übernatürliche und „den Einen“.

Nachdem er sich noch als Teenager an der Seite seines großen Bruders, des Gitarristen Catfish, einen guten Namen als beneidenswert fingerfertiger Bassist bei James Browns J.B.’s ge­­macht hatte, besiegelte William „Bootsy“ Collins seinen Legendenstatus mit Funkadelic, Parliament und Bootsy’s Rubber Band. Inspiriert von Hendrix, gründete er das bahnbrechende Funk-Metal-Fusion-Trio Hardware mit Buddy Miles und Stevie Salas, bevor er mit Bill Laswell und Buckethead als Zillatron zusammenarbeitete. 

Glaubst du an Gott?
Ich weiß nicht, wie er aussieht oder woher er kam, aber yeah, absolut.

Wie warst du in der Schule?
Ich liebte es, in die Schule zu gehen. Kunst, Musik und Sport mochte ich sehr, aber im Klassenzimmer zu sitzen bei Geschichte, Sozialkunde oder Mathe, darin war ich nicht so gut.

Wie würdest du Funk definieren?
Ich gebe dir ein Beispiel. Du hast eine sechssaitige Gitarre. James Brown sagt, er braucht einen Bassisten. Du hast kein Geld, um dir einen Bass zu kaufen, aber du kannst dir von einem Freund vier Bass-Saiten holen, sie auf deine Gitarre spannen und den Job bei James Brown antreten. Funk heißt, etwas aus nichts zu machen. Du nimmst, was auch immer du hast, und verwendest es, um zu tun, was auch immer du tun musst. Funk ist die Grundzutat der Essenz von allem, was existiert. Er ist alles, aber auch nichts. Das ist es, was Funk ist.

Was war die wichtigste Lektion, die du in deiner Zeit bei James Brown gelernt hast?
Disziplin. Aber er lehrte mich auch, „den Einen“ zu finden. Ich fing an, Gitarre zu spielen, weil ich wie mein Bruder Catfish sein wollte, der acht Jahre älter als ich war, aber ich lernte nie wirklich, den Bass zu spielen. Dann, als wir bei James Brown einstiegen, sagte er: „Ich liebe das, was du da machst, aber du musst mir den Einen geben.“ Ich hatte keine Ahnung, was „der Eine“ war, also erklärte er es mir: „Du musst immer den Einen treffen, den Downbeat. Dazwischen kannst du spielen, was auch immer du willst.“ Also fing ich an, genau das zu tun. Und als ihm das gefiel, fühlte ich, dass ich auf dem richtigen Weg war.

„Nur weil ich Funk spiele, heißt das nicht, dass ich nichts anderes mag und nur andere funky Leute kenne.“

Was waren die besten und die schlimmsten Drogen, die du je genommen hast?
LSD war wohl die beste, weil es mich an Orte brachte, die ich mir nicht einmal vorstellen konnte. Das öffnete meinen Geist für vieles, wofür ich sonst nie offen gewesen wäre. Die späten 60er und frühen 70er waren einfach eine wirklich gute Zeit. Die Musik damals war perfekt, das LSD passte also bestens. Die schlimmste Droge war Kokain, nach dem ich süchtig wurde.

Was bereust du am meisten?
Wow, darüber habe ich noch nie nachgedacht. Ich dachte immer, was passieren sollte, passierte eben. Es ist, als sei alles schon an seinem Platz gewesen, ich musste nur dorthin gelangen. Ich bereue also nichts – ich bin einfach nur froh, dass ich noch atme.

Hat Jimi Hendrix deine Welt verändert?
Absolut. Und nicht nur als Entertainer oder Gitarrist. Es war seine gesamte Verkörperung dieses Wesens aus dem All – er tat, was er tun wollte, spielte so, wie er spielen wollte, zog sich an, wie er sich anziehen wollte. Und all das sandte Signale aus. Er war wie ein Meilenstein oder eine Blaupause, vor allem für junge schwarze Musiker, die gerade anfingen. Man dachte sich, „wenn er das kann, ist es möglich“, und das war alles, was ich wissen musste.

Was war deine größte Geldverschwendung?
Ich wollte sagen, dass es die Drogen waren, aber eigentlich kann ich das nicht. In gewisser Hinsicht war das natürlich rausgeschmissenes Geld, aber andererseits bekam ich eben das, was ich bekam, und das hatte viel damit zu tun.

Hast du jemals eine übernatürliche Erfahrung auf der Bühne erlebt?
Oh yeah, oft. Wenn so etwas passiert, ist eigentlich niemand bei dir, du tauchst einfach in die Musik ein und das ist wie ein Trip. Das ist übernatürlich, es sprengt jede Vorstellungskraft, wie eine außerkörperliche Erfahrung. Statt auf der Bühne zu stehen und zu spielen, fliegt man hoch über den Leuten, sieht sie an, man ist allgegenwärtig, und das ist eines der besten Gefühle überhaupt.

Was ist die größte falsche Vorstellung von dir?
Nur weil ich Funk spiele, heißt das nicht, dass ich nichts anderes mag und nur andere funky Leute kenne. Ich kenne natürlich jede Menge funky Leute, aber nicht nur. Manche stellen mich in diese eine Ecke und gehen davon aus, dass da nicht mehr an mir ist, aber ich spiele gerne alle möglichen Arten von Musik.

Wo stehst du in Sachen Politik?
Mann, ich nenne das „Politricks“. Im Vergleich zum Funk zählt das nicht mal. Das macht mehr Probleme, als es löst, und der Funk hält nichts davon.

Worauf bist du in deinem Leben am meisten stolz?
Wahrscheinlich auf meine Mutter, dass sie mich ertragen hat, denn ich war ein völliger Narr und verstand nie, wie tief ich gesunken war, bevor sie von uns ging.

Was wird auf deinem Grabstein stehen?
Er kam, sie sahen und wir funkten.

Dion: Neues Album STOMPING GROUND

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Nach seinem letzten Album BLUES WITH FRIENDS von 2020 erscheint nun am 5. November Dions neue Platte STOMPING GROUND.

Auch hier kollaboriert Dion mit zahlreichen Größen der Musikwelt. Das Album wurde von Wayne Hood zusammen mit Dion produziert und wird über Joe Bonamassa und Roy Weismans Label KTBA Records veröffentlicht.  

Die meisten Songs wurden von Dion und seinem Songwriting-Partner Mike Aquilina geschrieben. Zu den hochkarätigen Gastmusikern, die auf dem Album zu hören sind, gehören Boz Scaggs, Mark Knopfler, Eric Clapton, Peter Frampton, Patti Scialfa, Bruce Springsteen, Billy F Gibbons, Keb‘ Mo‘, Sonny Landreth, Joe Menza, Mike Menza, Marcia Ball, Jimmy Vivino, Rickie Lee Jones, Wayne Hood und Joe Bonamassa.