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CLASSIC ROCK präsentiert: The Afghan Whigs live

Im Februar 2022 veröffentlichten The Afghan Whigs ihren ersten neuen Song seit fünf Jahren. Der treibende Rock-Sound von ›I’ll Make You See God‹, das auch auf dem Soundtrack von „Gran Turismo 7“ vertreten sein wird, strebt geradlinig nach vorne und macht Lust auf ein neues Album, das da wohl ebenfalls kommen soll.

Im Sommer touren die Afghan Whigs um Greg Dulli jetzt jedoch erst einmal durch Deutschland. Eine zusätzliche Show im Oktober in München wurde gerade eben erst angekündigt.

26.07.2022 Frankfurt – Batschkapp
30.07.2022 Berlin – Metropol
05.08.2022 Hamburg – Uebel & Gefährlich
08.08.2022 Stuttgart – Im Wizemann
09.08.2022 Köln – Luxor
28.10.2022 München – Freiheitshalle

Meilensteine: SUFFICIENTLY BREATHLESS von Captain Beyond erscheint

Mai 1973: Das zweite und finale Album SUFFICIENTLY BREATHLESS mit Vokalist Rod Evans erscheint

Wo das selbstbenannte Debüt von Captain Beyond 1972 noch hardrockig röhrte, donnerte, krachte, stonerte und auch psychedelisch spacte, zeigte der Nachfolger, SUFFICIENTLY BREATHLESS, ein Jahr später eine Tendenz zum perkussiven Latin-Groove. Nach wie vor stand der ausgezeichnete Vokalist Rod Evans, drei Jahre zuvor angeblich wegen einem zu poppigen Gesangsstil aus der Deep Purple Mark I eliminiert, am Mikrofon. Larry „Rhino“ Reinhardt bediente die Gitarren, Lee Dorman den Bass (beides ehemalige Mitglieder von Iron Butterfly). Lediglich Schlagzeuger Bobby Caldwell, Ex-Johnny-Winter, wanderte zwischen den Alben zur Band von Rick Derringer ab. Für ihn kamen Drummer Marty Rodriguez und Perkussionist Guille Garcia. Zusätzlich reihte sich noch Keyboarder Reese Wynans in das Bandgeflecht ein. Mit tanzaffinem Latin-Flavour geriet das Material von SUFFICIENTLY BREATHLESS um einiges eingängiger.

Sämtliche Zeichen zum kommerziellen Abheben schienen gesetzt. Doch Captain Beyond erfuhren Widerstand aus den eigenen Reihen. Beim 1969 von Phil Walden und Frank Fenter in Macon, Georgia, aus der Taufe gehobenenen Southern-Rock-Plattenlabel Capricorn unter Vertrag, ordneten die CEOs nach dem Durchbruch des Hauptacts The Allman Brothers Band an, Captain Beyond mögen doch bitte in deren stilistische Fußstapfen treten. Künstlerisch ein absolutes Unding. Zumal Labelchef Phil Walden auch als deren Bandmanager fungierte. Hinzu gesellten sich interne Ego- wie Drogenprobleme. Vokalist Rod Evans litt, obwohl sowohl stimmlich als auch optisch eine 1A-Wahl, an starken Selbstzweifeln. So fuhren Captain Beyond trotz diverser Tourneen (u. a. mit Alice Cooper) und heute kultisch verehrter LPs über kurz oder lang gegen die Wand. Das Ende der ersten Phase kam, als der schon mehrere Male kurzfristig ausgestiegene Rod Evans kurz vor Weihnachten 1973 ein Gruppentreffen einberief, um mitzuteilen, dass er nun endgültig raus sei.

Video der Woche: Motörhead ›Killed By Death‹

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Motörhead geht immer – vor allem, wenn der langjährige Gitarrist Phil Campbell sein 61. Wiegenfest feiert. Wir gratulieren!

Nachdem Phil Campbell in den 70er Jahren sein Unwesen in einigen südwalisischen Lokalbands trieb, spielte er einige Jahre bei Persian Risk, mit denen er zwei Alben veröffentlichte. Sein wahres musikalisches Schicksal ereilte ihn jedoch 1983, als ihn Lemmy Kilmister zusammen mit Michael „Würzel“ Burston für seine Band Motörhead als neuen Gitarristen verpflichtete. Es sollte eine lange Rock’n’Roll-Beziehung werden. Campbell spielte bis zu Lemmys Tod am 28.12.2015 bei Motörhead.

1984 erschien die Single ›Killed By Death‹. Regie für das Video führte Rod Swenson, der Manager der Plasmatics. Aufgrund der Darstellung „exzessiver und sinnloser Gewalt“ wurde es bei MTV zunächst verbannt – aber seht selbst:

CLASSIC ROCK präsentiert: Dead Star Talk live

Nachdem sie 2021 mit explosiven Shows auf zahlreichen Festivals ordentlich losgelegt haben, wollen Dead Star Talk auch 2022 zu ihrem Jahr machen. Schließlich hat die Truppe eben erst ihr Debütalbum TOO MANY TOO MUCH veröffentlicht. Unterwegs sind Dead Star Talk dabei aktuell mit dem Briten George Hennessy.

15.05. Berlin, Privatclub

19.05. Hamburg, Grüner Jäger

Slash feat. Myles Kennedy and the Conspirators: Neue Single ›April Fool‹

Im Februar veröffentlichten Slash feat. Myles Kennedy and the Conspirators ihr jüngstes Album 4. Jetzt hat die Band eine neue Single namens ›April Fool‹ herausgebracht, inklusive Musikvideo mit Live-Videoaufnahmen von Soundchecks und Auftritten während des Tourens.

Demnächst wird die Truppe außerdem ihr erstes Livealbum herausbringen. LIVE AT STUDIOS 60 ist die Aufzeichnung des gleichnamigen Streamingevents zur Feier der Veröffentlichung von 4 und erscheint am 18. Juni, dem zweiten Tag des diesjährigen Record Store Days.

The Waterboys: ALL SOULS HILL

Komfortzone

Mike Scott und seine Waterboys stehen kurz vor ihrem 40-jährigen Bandbestehen. Nach der Albumtrilogie OUT OF ALL THIS BLUE (2017), WHERE THE ACTION IS (2019) und GOOD LUCK, SEEKER (2020) markiert ALL SOULS HILL eine Art Neuanfang. Auch wenn Scott sich das ganz anders vorgestellt hat, denn die Songs für ein weiteres Album waren bereits geschrieben, bevor die Zeit nach ALL SOULS HILL verlangte. Normalerweise schreibt Scott all seine Songs im Alleingang fertig, bevor er mit dem Material ins Studio geht – diesen Pfad hat er für Album Nummer 15 nun verlassen. Aktuelle Ereignisse und spontane Inspirationsschübe ließen ihn dieses Mal anders verfahren. Der Kern des neun Songs umfassenden Longplayers besteht aus sechs Stücken, die gemeinsam mit dem in Manchester ansässigen Produzenten/ Autor Simon Dine geschrieben wurden. Die textlichen Ideen zu ›The Southern Moon‹ und ›Blackberry Girl‹ gehen streckenweise bis zu 30 Jahre zurück. ›In My Dreams‹ ist ein Spoken-Word-Stück aus tatsächlichen Träumen, die Scott über Musiker hatte, die in seinem Leben von Bedeutung waren, seine Band-Mitglieder, alte und neue, Amy Winehouse, die Stones und Ian McDonald von King Crimson und Foreigner. ›Once Were Brothers‹ ist ein Cover eines recht aktuellen Robbie-Robertson-Tracks (und Titel der aktuellen The-Band-Doku), den er zum Teil umschrieb. Für ›Passing Through‹, ein Nachkriegs-Country-Folk-Standard, hier mit Gospel-Chor untermalt, hat Scott bis auf die erste Strophe, die ihm gefiel, neue Verse verfasst, die sich u. a. auf George Floyd beziehen. An Klassiker wie THIS IS THE SEA kommt ALL SOULS HILL qualitativ nicht ran, aber es ist allemal besser als der Vorgänger GOOD LUCK, SEEKER.

6 von 10 Punkten

The Waterboys/ALL SOULS HILL/COOKING VINYL/INDIGO

Jeff Scott Soto: COMPLICATED

Zeitloser AOR

Manchmal fragt man sich, woher Jeff Scott Soto die Zeit nimmt, neben seinen vielen Engagements (u. a. bei Trans-Siberian Orchestra) und Projekten wie etwa Sons Of Apollo tadellose Soloalben aufzunehmen. COMPLICATED ist der inzwischen achte Alleingang Sotos und steht seinen Vorgängern in nichts nach. Grooviger Adult Oriented Rock mit viel Melodie und natürlich Jeffs unverwechselbarer Stimme bilden das Grundgerüst der elf Songs umfassenden Scheibe. JSS spannt dabei den Bogen weiter als zuvor. Irgendwo zwischen klassischer 80er-Ausrichtung und frischen Klängen wie etwa im orientalisch angehauchten ›Love Is The Revolution‹ hat der Wahlkalifornier seine eigene (Wohlfühl-) Nische gefunden. Egal ob Rocker oder Ballade – Soto klingt über die komplette Distanz ungezwungen, leger und trotzdem enorm tight. Bereits nach dem ersten Durchlauf von COMPLICATED ist es alles andere als kompliziert, diese LP zu mögen und ihr einen Platz in der hauseigenen Frühjahrsrotation zu geben.

7 von 10 Punkten

Jeff Scott Soto/COMPLICATED/FRONTIERS/SOULFOOD

Halestorm: BACK FROM THE DEAD

Lebendig wie eh und je

Vier Tage vor dem Kick-off ihrer US-Headliner-Tour (bei der im Vorprogramm namhafte Acts wie die
Stone Temple Pilots, Black Stone Cherry oder Mammoth WVH vertreten sind) melden sich Halestorm an der
Plattenfront mit BACK FROM THE DEAD eindrucks- voll zurück. Das inzwischen in Nashville, Tennessee, beheimatete Quartett um die charismatische Lzzy Hale hat sich pandemiebedingt ein Jahr mehr als sonst für die Produktionsphase Zeit gelassen und im neuen, bandeigenen Studio aufgenommen. Diese beiden Faktoren haben mit großer Sicherheit zur enorm vielseitigen Ausrichtung von BACK FROM THE DEAD beigetragen. Auf der einen Seite finden sich alle Halestorm-Trademarks, die die 1997 gegründeten Band mit ihren letzten beiden LPs auf die Poleposition der Billboard Rock Charts katapultierte. Auf der anderen loten Hale & Co. ihre Extreme
weiter aus. Screamo-Vocals wechseln sich mit melodischen Gesangslinien oder Stakkato-Riffs mit
gefühlvoll gezupften Passagen ab. Obwohl das gesamte Album für den Einsatz im amerikanischen Rock-Radio prädestiniert ist, driften Halestorm nie in vorhersehbare „Malen nach Zahlen“-Muster ab und halten die Spannungskurve auf einem konstant hohen Niveau.

8 von 10 Punkten

Halestorm/BACK FROM THE DEAD/ATLANTIC/WARNER