Am 31. Mai erscheint die neue Miniserie „Pistol“ beim Streamingdienst Disney+. Die Reihe dreht sich um die Anfangstage der Sex Pistols. Jetzt gibt es einen ersten, vielversprechenden Trailer zu sehen, der Lust auf mehr macht. Die Erzählung basiert auf Steve Jones Buch „Lonely Boy: Tales From A Sex Pistol“.
Johnny Rotten ist übrigens ausgemachter Gegner von „Pistol“ und wollte verhindern, dass die Originalmusik der Sex Pistols dafür verwendet wird. Vor Gericht verlor er jedoch gegen Steve Jones und Paul Cook.
Es ist nicht überraschend, dass Joan Jett ziemlich angepisst ist von dem, was Ted Nugent vor einiger Zeit vom Stapel ließ. In seinem Video-Podcast sprach The Nuge vor einigen Monaten erneut über Joan Jett und deren Aufnahme in die Liste der 100 besten Gitarrist*innen, die Rolling-Stone-Herausgeber David Fricke vor 12 Jahren veröffentlicht hatte.
„Wenn man sich diese Liste des Rolling Stone ansieht, dann steht da Joan Jett drauf, aber nicht Tommy Shaw [von Styx]. Wie kann man über die 100 besten Gitarristen sprechen, aber Derek St. Holmes aussparen? Wie geht das? Indem man lügt. Genauso wie man Grandmaster Flash in die Rock and Roll Hall of Fame aufnimmt. Indem man lügt. Man muss ein Lügner sein.“
Jetzt hat sich Joan Jett zu dem Wutausbruch des Motorcity Madmans geäußert, der selbst nicht in der Liste des Rolling Stone auftauchte. In einem Interview mit THE NME meinte Jett: „Impliziert er also, dass er auf der Liste stehen sollte statt meiner? Naja, damit schlage ich mich schon mein ganzes Leben lang herum, mit dem abgeschrieben werden.“
Weiter meinte die Gitarristin: „Ted Nugent muss damit leben, Ted Nugent zu sein. Das ist Strafe genug. Er ist kein harter Hund, das ist er aber nicht. Er gibt vor, ein harter Kerl zu sein, dabei ist er ein Typ, der sich in die Hosen geschissen hat, um nicht in die Army zu müssen.“
Hierbei spielte Joan Jett auf eine Geschichte an, die Nugent 1977 erzählt hatte. Er habe sich bei der Musterung absichtlich in die Hosen gemacht, um ausgemustert zu werden. Später dementierte er seine eigene Aussage.
Nicht das Ausmustern per se ist an dieser Geschichte erstaunlich, viel eher fällt es einem schwer, Nugents Waffenvernarrtheit und seinen grenzenlos scheinenden Patriotismus mit dieser Aktion zusammenzubringen.
I Saw America Dieses 17-minütige Stück beschreibt die Ambitionen der Band, demonstriert Jimmy Dewars Begabung als Co- Leadsänger und besteht aus mehreren Songs in einem. Es ist wie ein Reisebericht wahrer Erlebnisse, gespiegelt in einem Gewitter aus musikalischer Lebhaftigkeit. Wenn das „nur“ Roots-Rock sein sollte, beweist es, wie breitgefächert dieses Genre tatsächlich ist.
Things Are Getting Better Eine kraftvolle Mischung aus amerikanischem Soul, nachdem er duch den Mixer der British Invasion gejagt wurde, und ähnlich groß wie Joe Cockers Cover von ›With A Little Help From My Friends‹. Die Eröffnungssalve, angeführt von McGinnis‘ Keyboard, lässt einen wirklich wünschen, man wäre dabei gewesen.
I May Be Right I May Be Wrong Dieser Kneipenblues im Stil der Faces hätte die Titelmelodie zu jeder US-Sitcom der 70er über Selbstfindung sein können und hat diesen fröhlichen „Scheiß drauf und lebe!“-Vibe, der einen schnell vergessen lässt, dass es hier keinen richtigen Refrain gibt.
Ode To John Law Mit etwas mehr als einem 4/4-Takt, aber sorgsam kontrollierter rhythmischer Darbietung, ist dieser Vorstoß auf dissonantes Prog-Terrain eine wilde Abfahrt, bei der Bells Gesang oft einfach wie ein weiteres Instrument in den Mix geworfen wird. Ein bemerkenswertes Beispiel für geschickt geleitete Energie.
On The Highway Diese Nummer entstand aus denselben staubigen Pisten, auf denen sich Tina Turner ihre Sporen verdiente, und stolziert energisch mit wahrscheinlich einer der besten Gitarrendarbietungen von Harvey überhaupt an die Spitze – und dabei spielt er noch nicht mal ein Solo.
Sunset Cowboy Wenn es im Roots-Rock hauptsächlich um das Leben und den Verlust geht, könnte kaum etwas bewegender sein als das Wissen, dass der Schmerz in diesem hallenden, wehmütigen Song für ihren verlorenen Anführer Les Harvey so real wie sonst kaum etwas war. Die Performance dieser Familie schlechthin und ein treffendes Ende – gerade, als es eigentlich für sie losging.
Im Gerichtsstreit um ›Stairway To Heaven‹ ging es nicht nur um ein Cover, hier ging es um mehr: Es war einerder spektakulärsten Plagiatsprozesse der Musikgeschichte. In CLASSIC ROCK blickt der Nachlassverwalter der Band Spirit auf das Verfahren zurück und verrät, an wen das Geld gegangen wäre, wenn man es denn gewonnen hätte.
„Alle Tantiemen wären an die Randy-California-Stiftung geflossen“, erzählt Mick Skidmore, ein in den USA lebender britischer Musikjournalist, der Randy California seit den 70ern persönlich gut kannte und nach 1997, als der Spirit-Kopf beim (erfolgreichen) Versuch ertrank, seinen kleinen Sohn aus einem Strudel vor der Küste Hawaiis zu retten, allmählich in die Rolle des offiziellen Nachlassverwalters hineinwuchs. So wäre das Geld, das fällig gewesen wäre, wenn das US-Gericht die motivische Ähnlichkeit zwischen ›Stairway To Heaven‹ und dem Instrumental ›Taurus‹ vom Spirit-Debütalbum SPIRIT (1968) bestätigt hätte, nicht an die Erben, sondern an besagte Stiftung gegangen, die unter anderem Musikinstrumente für die (chronisch unterfinanzierten) öffentlichen Schulen in den USA bereitstellt. „Es ging nie um Geld, sondern vor allem um Anerkennung der kreativen Leistung von Randy California“, betont Skidmore, der nach der aktuellen Deluxe Edition des Spirit-Klassikers THE TWELVE DREAMS OF DR. SARDONICUS nun an einem Dokumentarfilm über die einflussreiche Band arbeitet, die mit ihrem bahnbrechenden Stilmix aus Rock, Psychedelik und Jazz bis heute viele Verehrer auch und gerade unter Musikerkollegen hat.
Beim Rückblick auf den 2014 angestrengten und dann 2020 zu Ungunsten von Spirit ausgegangenen Prozess ärgert sich Skidmore nicht zuletzt darüber, dass es nicht gelungen war, eine Erlaubnis zu bekommen, im Gerichtssaal die beiden Titel vorzuspielen. „Es war absurd“, erinnert er sich, doch eine in dem Fall greifende Regelung sah vor, dass nur aufgrund der Notentranskription der beiden Songs das Verfahren entschieden wurde. Die meiste Energie hätten er und der Anwalt deswegen dafür aufgebracht, darauf hinzuwirken, die Musik selbst sprechen zu lassen. Doch am Ende fehlte – wenn auch nur knapp – die Mehrheit unter den zuständigen Richtern dafür, die Aufnahmen verwenden zu dürfen. Denn die musikalische Ähnlichkeit zwischen der Eröffnungssequenz von ›Taurus‹ und ›Stairway To Heaven‹ liegt auf der Hand, wobei nie der ganze Song oder die den beiden Stücken zugrunde liegende Allerweltsakkordfolge um eine absteigende Basslinie in A-Moll Gegenstand des Plagiatsvorwurfs waren. Konkret stritten sich die Parteien um die rhythmisch-melodische Ausgestaltung des Gitarren-Pickings von Jimmy Page und ob er da möglicherweise beeinflusst worden war von Randy California, der als 16-Jähriger in der New Yorker Band von Jimi Hendrix spielte und nur wegen seines Alters 1966 nicht mit Hendrix nach England gehen durfte.
Spirit traten dann Ende der 60er-Jahre im Vorprogramm von Led Zeppelin auf, später integrierte die Band bei ihren Live-Improvisationen bisweilen auch Spirit-Songs (wenn auch nicht ›Taurus‹). Zudem räumten Page und Plant ein, dass sie das Album SPIRIT in ihrer Plattensammlung gehabt hätten, konnten sich angeblich an den strittigen Song jedoch nicht erinnern. Wie dem auch sei, Mick Skidmore ist trotz des verlorenen Prozesses nicht verbittert: „Viele Menschen sind nun wieder auf Spirit und Randy California aufmerksam geworden, auf seine großartigen musikalischen Leistungen als Gitarrist und Komponist – und was für ein feiner Mensch er war.“
Vergangenen Samstag spielte Carrie Underwood auf dem Stagecoach Festival in Indio, Kalifornien. Der Country-Star gab während ihres Auftritts auch zwei Klassiker von Guns N‘ Roses zum besten und erhielt dabei prominente Unterstützung von niemand Geringerem als Axl Rose persönlich.
Hier gibt es einen Fan-Mitschnitt der Kollaboration zu sehen:
Diese Woche verstarb Randy Rand, Bassist der Glam-Rock-Band Autograph. Ihm widmen wir heute das Video der Woche.
Live konnten Autograph in den später 80er Jahren einige Erfolge verbuchen. Durch ihre Freundschaft zu David Lee Roth traten sie häufiger im Vorprogramm von Van Halen auf, wodurch sie sich eine gewisse Fanbasis aufbauen konnten. Was kommerzielle Erfolge betrifft, zählt die Band aus Kalifornien allerdings zu den klassischen One-Hit-Wondern. Allein ihr Song ›Turn Up The Radio‹ schaffte es in die Single-Charts und lief auf Heavy Rotation bei MTV.
Dabei wollte die Plattenfirma den Song erst gar nicht veröffentlichen, auch die Band selbst war nicht sonderlich überzeugt von ihm, wollten ihn aber unbedingt auf ihrem Album SIGN IN PLEASE haben – zum Glück. Denn bis heute kennt ihn jeder Rockfan und das legendäre Video schaffte es in die Top 15 der besten Hair-Metal-Videos der New York Times.
Ein interessanter Fakt des Videos ist auch der bewusste Einsatz von Product Placement. Der Stift, den die Band verwendet, um sich vor ihrem Auftritt in die Liste einzutragen, ist von der Firma PaperMate und wird immer wieder prominent präsentiert. Das Geld, das PaperMate dafür bezahlte, investierten Autograph direkt in das Video. So konnten sie sich eine professionelle Produktion leisten und ein Video für die Ewigkeit drehen: