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Start Blog Seite 229

Armin Sabol: Herzensangelegenheit

Armin Sabol hat in seinem Leben viel gemacht und erreicht, doch eines ließ den Sänger, Gitarristen und Produzenten lange nicht los: ein Soloalbum mit seiner alten Liebe Bluesrock. Jetzt hat er es in die Tat umgesetzt.

Gut Ding will Weile haben – auf Armin Sabol und sein neues Solowerk BACK IN BLUE trifft dieser Spruch voll und ganz zu. „Das Material hat sich über längere Zeit angesammelt“, holt der Schwabe aus. „Die ältesten Basic-Tracks sind zehn Jahre alt, ich habe das lange nur auf Sparflamme köcheln lassen. Vor drei Jahren merkte ich dann, dass da – hoppla! – etwas zusammenwächst. Das war noch vor Corona.“ Dennoch begleiteten ihn immer wieder Zweifel, wie er einräumt. „Ich war unsicher, wohin das Ganze führen soll, denn als Solokünstler besitze ich keinen echten Marktwert. Auf der anderen Seite wollte ich einfach ein Statement setzen und ein Album machen mit der Musik, mit der ich aufgewachsen bin. Und ich wollte zeigen, dass ich
mich als Sänger weiterentwickelt habe. Letztlich ist das in erster Linie ein Album für mich selbst.“ Zur Erklärung: Armin Sabol ist bereits seit 45 Jahren im Musikgeschäft tätig und blickt auf eine bewegte Vergangenheit zurück: Los ging es 1977 mit der Hardrock-Band Shiva, Anfang der 80er arbeitete er als
Co-Producer, Co-Autor und Gitarrist mit einem gewissen Peter Schilling zusammen, dessen ›Major Tom (völlig losgelöst)‹ nicht nur in Deutschland wochenlang die Hitparaden anführte. Später arbeitete er als Studiomusiker beispielsweise mit den Fantastischen Vier zusammen, als Produzent betreute er etwa schwere Kaliber wie Rage und Sinner.

Und Instrumentalmusik für TV- und Werbezwecke schreibt der gute Mann nebenbei auch noch, die es sogar in die „Oprah Winfrey Show“ und in Netflix-Serien schaffte. Viel Zeit für den Bluesrock blieb da nicht. „Es hat immer wieder wie ein Wurm in mir gebohrt“, sagt der 61-Jährige. „Irgendwann stellte ich fest: Es ist fertig und gut genug, dass es sich jemand anhören kann. Dann hatte ich das Glück, dass ich mit Yellow Muffin Records hier in der Stuttgarter Gegend ein Label gefunden habe, das es veröffentlichen wollte. Das ist völlig ab vom Modetrend, aber es ist geil und zeitlos.“ Das Multitalent hofft dennoch, dass es für Bluesrock einen Markt in Deutschland gibt und verweist auf eine jüngere Koryphäe des Genres: „Das letzte Bonamassa-Album war in Deutschland in den Top-Ten – dass das geht, hätte ich vor zehn Jahren nie im Leben geglaubt. Ich finde Joe Bonamassa sehr gut, aber das Rad hat er auch nicht neu erfunden. Er macht bodenständigen Bluesrock, wie er auch vor 30, 40 Jahren hätte entstehen können.“ Zu seinen musikalischen Wurzeln sagt Sabol: „Ich hatte das große Glück, dass ich als Teenager, wo man am stärksten beeinflussbar ist, in den 70ern aufgewachsen bin.
Da waren die großen Rockbands wie Cream, Led Zeppelin oder The Who noch aktuell, aber am meisten beeindruckt hat mich Jimi Hendrix – sein Gitarrensound und seine Denkweise haben mich völlig umgehauen!“

Bon Scott: Sein Bruder spricht erstmals über ihn

In einer australischen Dokumentation namens „Australian Story: On The Brink – Bon Scott“ sprach der Bruder des legendären AC/DC-Frontmannes erstmals über ihn.

Derek Scott erzählte unter anderem, wie er damit umging, immer nur als „Bons Bruder“ betrachtet zu werden und dass Bons Familie damals schon länger besorgt war über seinen Lebensstil: „Er langweilte sich sehr schnell. Das war das größte Problem. Und wenn er sich langweilte, trank er. Er dachte nie an morgen. Morgen war ein neuer Tag.“ Außerdem meinte er: „Das ist das erste Interview, das ich jemals gegeben habe. Und es wird auch das letzte sein.“

In der Dokumentation kam unter anderem auch Bruce Howe zu Wort, ein Mitbewohner von Bon Scott und sein ehemaliger Bandkollege bei Fraternity.

Hier gibt es die Doku zu sehen:

Alle Augen auf The Hellacopters

Es ist eine kleine Sensation, dass The Hellacopters sich nach 14 Jahren Albumabstinenz nun zu ihrem achten Streich EYES OF OBLIVION hinreißen haben lassen. Auch wenn die Platte am 1. April erscheint, ist dies beileibe kein schlechter Scherz, sondern eine grandiose Songsammlung, die alle Stärken der schwedischen Rockinstitution vereint. Grund genug, um bei Bandchef Nicke Andersson durchzuklingeln. Zwischen zwei Tourabschnitten mit seiner Band Lucifer befindet sich der Vollblutmusiker zum Zeitpunkt des Interviews gerade zuhause in seinem Häuschen im schwedischen Outback. Gemütlich von der heimischen Sofaecke aus plaudert Andersson entspannt und offen bei einer Tasse Kaffee über die Reunion der Hellacopters, den eher langwierigen Entstehungsweg des neuen Albums und über die Sache mit dem Druck von außen.

Wann habt ihr euch dazu entschieden, eine neue Hellacopters-Platte zu machen?
Das ist nach und nach passiert. Ich war ehrlich gesagt sehr zögerlich, als wir die ganzen Reunion-Show-Angebote erhielten. Die Anfragen häuften sich nur ein Jahr, nachdem wir uns aufgelöst hatten. Natürlich ist das
sehr schmeichelhaft, aber das war ja nicht der Grund für uns, getrennte Wege zu gehen.

Bei manchen Bands scheint da ja manch- mal etwas Kalkül dabei zu sein …
Ja, das stimmt. Wenn ich zurückschaue, mag das auch bei uns so gewirkt haben, aber es war wirklich nicht geplant. Wir trennten uns, die Angebote rissen nicht ab und nach einiger Zeit war dann viel Wasser den Bach
runtergeflossen. Man wird erwachsener und schließlich unterhielten wir uns darüber, ob das für uns als Band infrage käme. Dann feierte 2016 unser Debüt seinen 20. Geburtstag und wir wurden für einen Gig beim Sweden Rock Festival angefragt. Also wollten wir es mal versuchen und sehen, wie es sich anfühlen würde. Außerdem war die Bezahlung ehrlich gut, das muss man ja nicht verschweigen. Trotzdem wollten wir unbedingt gut abliefern, es ging nicht nur darum, die Kohle einzusacken, so sind wir nicht. Die Show lief sehr gut, am selben Tag erhielten wir ein Angebot für ein Festival in Spanien in der darauffolgenden Woche. Dann erhielten wir immer mehr Anfragen für den nächsten Sommer. Damals begannen wir, uns Gedanken über ein neues Album zu machen. Denn wenn wir das weiterführen wollten, sollten wir nicht nur alte Songs runterbeten. Wir sind zwar älter geworden, aber noch nicht alt genug, um ein Nostalgie-Act zu sein. (lacht) Ich war nicht sofort Feuer und Flamme, weil man für ein Album ja Songs braucht und die musste ich erst einmal schreiben. Ich schlug vor, ein paar Tage ins Studio zu gehen und zu schauen, was passiert. Der Ausgang war völlig offen, deshalb war es uns wichtig, das Ganze nicht in die Welt hinauszuposaunen. Der Entstehungsprozess von EYES OF OBLIVION zog sich im Endeffekt über drei Jahre und, um ehrlich zu sein, das war ein Problem für mich. Wenn ich zu lange warten muss, verliere ich das Interesse an einem Projekt und widme mich anderen Dingen. Aber immerhin haben wir unsere Lektion gelernt. Wir sind eher eine Band, die alles zackig am Stück abhaken sollte.

Wie oft musstest du dein verlorenes Interesse für diese Platte reaktivieren?
Einige Male. Vor einem Jahr meinte ich zu den anderen: „Leute, wir müssen dieses Ding jetzt fertig kriegen, sonst wird das nichts mehr“. Klar, wir alle haben viel zu tun, ich vielleicht am meisten, aber es musste zu
einem Abschluss gebracht werden. Das mag sich für andere stressig anhören, für mich funktioniert das gut. Vielleicht liegt der Release von EYES OF OBLIVION ein bisschen nah an unserer letzten Lucifer-Platte, nächstes Mal lassen wir da etwas mehr Abstand.

Wie alt sind die Ideen auf der Platte? Welcher ist der jüngste Song?
Der jüngste Song ist wahrscheinlich ›Reap A Hurricane‹, der älteste ›Tin Foil Soldier‹. Und der zweite auf dem Album ist auch bereits zehn Jahre alt, den habe ich schon lange herumliegen. Die neueren Ideen entstanden dann einfach spontan, ich kann mich nicht hinsetzen und mit Vorsatz einen Hellacopters-Song schreiben. Bei mir passiert das, wenn es passiert.

Du hast so viele Bands am Laufen: Schreibst du irgendwie immer an neuer Musik?
Immer wenn ich fünf Minuten Zeit habe, um mich mit einer Gitarre hinzusetzen, kommt am Ende etwas dabei heraus. Das muss nicht immer gut sein, aber es gibt ein Ergebnis, das ich dann schnell aufnehme, um es nicht zu vergessen. Ich arbeite also nicht phasenweise, sondern kontinuierlich.

Nach 14 Jahren Albumpause schaut ja die ganze Rockwelt auf die kommende Platte. Setzt dich das unter Druck?
Am Anfang stand ich tatsächlich unter Druck, das kannte ich gar nicht von mir. Ich habe mir noch nie dar über Gedanken gemacht, wie die Reaktionen von außen auf meine Musik sein würden. Aber dieses Mal dachte ich darüber nach, dass die neuen Stücke in großer Konkurrenz zu den Lieblings-Songs der Hellacopters-Fans stehen. Schrecklich, ich mochte diese Gedanken gar nicht. Nach einiger Zeit hat sich das wieder normalisiert, dann war alles wie immer. Im Grunde ist es doch so: Nimm drei AC/DC-Fans und sie werden dir drei verschiedene Meinungen zu AC/DC wiedergeben. Man kann und sollte so etwas also nie vorher einplanen. Wenn es den Leuten gefällt, ist das ein schöner Bonus, darf aber nicht die Grundlage des Songwritings sein.

Künstler hören das nicht gerne, aber ›Tin Foil Soldier‹ erinnert mich sehr stark an einen Song einer anderen Band. Kannst du erraten, welchen ich meine?
Ich finde das interessant, tue mich aber schwer, irgendwas zu erraten, weil ich dein Spektrum an Referenzen ja nicht kenne oder einschätzen kann.

Ich dachte sofort an ›Teenage Rampage‹ von Sweet.
Dann hast du ins Schwarze getroffen. (lacht) Ich habe nicht speziell an diesen Song gedacht, aber als ich an ›Tin Foil Soldier‹ arbeitete, wollte ich genau so einen 70s-Glam-Track machen. Die Lyrics habe ich zusammen mit Dregen geschrieben, weil ich eine kleine Blockade hatte. Ich erinnere mich, dass der Arbeitstitel des Demos „Glam, Not Sleaze“ lautete. Dregen hat ja eine kleine Schwäche für Sleaze, deswegen war es mir wichtig, das noch mal zu betonen. (lacht)

Macht ihr das öfter, dass ihr gemeinsam an Texten arbeitet?
Nein, nicht wirklich. Als Kenny noch dabei war, hat er manchmal Lyrics geschrieben, die ich sehr gut fand. Ich mag das Texten schon, aber es fällt mir nicht so leicht wie Musik schreiben.

Wie gehst du vor? Von was lässt du dich inspirieren?
Das ist ja das Problem. Klar wäre man am liebsten so gut wie Bob Dylan, aber man muss sich die Latte halt irgendwo hinlegen, wo man sie auch erreichen kann. Im Grunde mag ich Texte, die unserem Stil entsprechen, aber vielleicht nicht zwingend nach Kiss klingen. Bei Kiss funktioniert das, aber ein Hauch mehr Tiefe ist für uns nicht schlecht. Ich will nicht sagen, dass Lyrics ein notwendiges Übel sind. Vocals funktionieren im Endeffekt wie eine Art Instrument, die Bedeutung muss passen, die Reime müssen in Ordnung sein.

Fragst du deine Frau nach ihrer Meinung zu deinen Texten?
Ja, das tue ich. Manchmal ist es gut, ein bisschen Außenperspektive in deine eigenen Lyrics zu bringen, weil man so erst merkt, ob das, was man im eigenen Kopf zusammenspinnt, für andere auch funktioniert. Wenn
wir für Lucifer schreiben, gehen wir genauso vor. Wir machen uns gemeinsam über Worte und Reime Gedanken, bringen Vorschläge ein.

Hattest du eine klare Vision, wie EYES OF OBLIVION klingen sollte?
Ich habe immer eine ziemlich genaue Vorstellung davon, wie alles werden soll. Die Erfahrung lehrt einen jedoch, dass es meistens nie so wird, wie man es sich ausgemalt hat. Und das ist nicht zwingend etwas Schlechtes. Früher hat es mich genervt, wenn eine Platte nicht genau so geworden ist, wie ich das wollte. Aber inzwischen weiß ich das zu schätzen, wir sind immerhin verschiedene Individuen in dieser Band, erst der Beitrag jedes einzelnen verwandelt die Stücke in Hellacopters-Songs. Ich bin vielleicht der Kapitän des
Schiffs, kann aber nicht alleine segeln. Das ist keine One-Man-Show.

Was ist dein Lieblingssong auf dem Album?
Puh, ich habe die Platte schon lange nicht mehr angehört. (lacht) Das ist immer so: Wenn ein Album fertig ist, höre ich es mir nicht mehr an, außer vielleicht die Testpressung. Ich mag natürlich alle Songs, aber vielleicht gefällt mir ›Positively Not Knowing‹ am besten.

Was macht großartiges Rock’n’Roll-Songwriting aus?
Hm, das ist eine schwierige Frage. Ich habe keine Ahnung, weil ich mir niemals darüber Gedanken gemacht habe. Außerdem weiß ich nicht, ob ich das überhaupt drauf habe. Vielleicht ist es wichtig, dass man viele Referenzen vorweisen kann, viel Musik des Genres konsumiert. Keine Ahnung, ob man ein gutes Buch
schreiben kann, wenn man noch nie ein Buch gelesen hat. Das wäre wohl meine Antwort. Klar kann man sich darüber streiten, wie originell deine Songs dann sind, aber, um ehrlich zu sein, ist mir Originalität egal, denn am Ende muss es gut sein. Ein neues Lied, das noch nicht geschrieben wurde, bleibt ein neues Lied.

Ich stelle diese Frage derzeit vielen Künstlern, weil mich die unterschiedlichen Ansätze interessieren. Tobias Forge von Ghost hat eine sehr lange, analytische Antwort gegeben.
Das glaube ich, das passt zu ihm. (lacht) Interessant zu hören, was die anderen dazu sagen. Klar gibt es Dinge, die immer funktionieren. Vers, Chorus, Vers, Chorus, Mittelteil, Solo, Triple-Chorus. Als Kiss-Fan ist mir erst spät aufgefallen, dass man keinen Zwischenteil braucht, wenn man keinen Bock darauf hat. Am Ende muss es für denjenigen passen, der den Song schreibt. Wie auch immer das aussehen mag.

Neben den Änderungen im Line-up: Wo liegt der größte Unterschied zwischen den Hellacopters von 2008 und heute?
Wir sind etwas älter und in mancher Hinsicht hoffentlich ein bisschen klüger. Das macht vieles einfacher. Ich kann ja nur von mir sprechen, aber ich bin heute entspannter. Wir können über alles reden, alle Fakten liegen auf dem Tisch, wir alle sind aus demselben Grund in der Band. Das fühlt sich gut an. Außerdem sind wir uns darin einig, dass wir uns nicht mehr zu Tode touren werden, sondern unsere Gigs gezielter auswählen.

Wenn du eins von beiden opfern müsstest: nie mehr selbst Musik spielen oder nie mehr Musik hören, was würdest du wählen?
Gut, dass ich mich nicht entscheiden muss. Aber wenn wir das Gedankenspiel mal durchziehen, würde ich lieber nie mehr Musik spielen. Sonst könnte ich ja nur noch das hören, was ich selbst spiele. (lacht) Und da gibt es wirklich einiges mehr, das man sich anhören kann

Van Halen – Woman And Children First

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Es ist ein denkwürdiges, aber auch hektisches Jahr für Van Halen-Bassist Michael Anthony. Alles scheint sofort passieren zu müssen, es gibt keine Pause. „In den ersten Jahren ging bei uns alles rasend schnell. Bis zu den Aufnahmen fürs 1984-Album hatten wir nie viel Zeit im Studio verbracht. Wir fuhren hin, nahmen die Stücke live auf, und dann ging’s so schnell wie möglich wieder nach Hause. Die Plattenfirma heizte uns zusätzlich ein, denn die Verantwortlichen dort wollten uns so rasch wie möglich wieder auf Tour schicken.

Als wir WOMAN AND CHILDREN FIRST aufnahmen, konnten wir noch auf etliche Ideen aus unseren Demo-Zeiten zurückgreifen. ›Take Your Whiskey Home‹ etwa, eines meiner Lieblingsstücke, stammt noch aus einer Zeit, in der ich noch gar nicht in der Band war. ›In A Simple Rhyme, Fools‹ haben wir während der Demo-Sessions für unser Debüt komponiert. Wir haben oft bestehende Song-Elemente wieder aufgegriffen, sie erweitert und daraus neue Songs geschrieben. ›Romeo Delight‹ mochte ich auch gern. Der Track ist ein richtiges Kraftpaket. Wir haben ihn oft als Opener bei unseren Live-Shows verwendet, denn er eignet sich perfekt dazu, den Leuten direkt einen vor den Latz zu knallen.

Eddie Van Halen war derjenige, der immer mit Experimenten ums Eck kam. Bei ›And The Cradle Will Rock‹ kam plötzlich ein Keyboard ins Spiel. Aber es klang nicht wie ein Keyboard, denn Eddie jagte den Sound seines Wurlitzers einfach durch den Marshall-Verstärker. Wir hörten das Ergebnis und waren begeistert, denn so einen Sound hatten wir noch nie gehört.

Allerdings waren wir nie eine Band, die Hits am laufenden Band produzierte. Was vielleicht auch daran lag, dass wir im Studio immer unnötiger Arbeit aus dem Weg gingen. Ich erinnere mich noch gut an eine Party mit unserem Produzenten Ted Templeman und seiner Freundin Nicolette Larson, die auf ›Could It Be Magic?‹ auch als Sängerin zu hören ist. Nein, in punkto Party waren wir ganz groß…“

CLASSIC ROCK präsentiert: The Afghan Whigs live

Im Februar 2022 veröffentlichten The Afghan Whigs ihren ersten neuen Song seit fünf Jahren. Der treibende Rock-Sound von ›I’ll Make You See God‹, das auch auf dem Soundtrack von „Gran Turismo 7“ vertreten sein wird, strebt geradlinig nach vorne und macht Lust auf ein neues Album, das da wohl ebenfalls kommen soll.

Im Sommer touren die Afghan Whigs um Greg Dulli jetzt jedoch erst einmal durch Deutschland. Eine zusätzliche Show im Oktober in München wurde gerade eben erst angekündigt.

26.07.2022 Frankfurt – Batschkapp
30.07.2022 Berlin – Metropol
05.08.2022 Hamburg – Uebel & Gefährlich
08.08.2022 Stuttgart – Im Wizemann
09.08.2022 Köln – Luxor
28.10.2022 München – Freiheitshalle

Meilensteine: SUFFICIENTLY BREATHLESS von Captain Beyond erscheint

Mai 1973: Das zweite und finale Album SUFFICIENTLY BREATHLESS mit Vokalist Rod Evans erscheint

Wo das selbstbenannte Debüt von Captain Beyond 1972 noch hardrockig röhrte, donnerte, krachte, stonerte und auch psychedelisch spacte, zeigte der Nachfolger, SUFFICIENTLY BREATHLESS, ein Jahr später eine Tendenz zum perkussiven Latin-Groove. Nach wie vor stand der ausgezeichnete Vokalist Rod Evans, drei Jahre zuvor angeblich wegen einem zu poppigen Gesangsstil aus der Deep Purple Mark I eliminiert, am Mikrofon. Larry „Rhino“ Reinhardt bediente die Gitarren, Lee Dorman den Bass (beides ehemalige Mitglieder von Iron Butterfly). Lediglich Schlagzeuger Bobby Caldwell, Ex-Johnny-Winter, wanderte zwischen den Alben zur Band von Rick Derringer ab. Für ihn kamen Drummer Marty Rodriguez und Perkussionist Guille Garcia. Zusätzlich reihte sich noch Keyboarder Reese Wynans in das Bandgeflecht ein. Mit tanzaffinem Latin-Flavour geriet das Material von SUFFICIENTLY BREATHLESS um einiges eingängiger.

Sämtliche Zeichen zum kommerziellen Abheben schienen gesetzt. Doch Captain Beyond erfuhren Widerstand aus den eigenen Reihen. Beim 1969 von Phil Walden und Frank Fenter in Macon, Georgia, aus der Taufe gehobenenen Southern-Rock-Plattenlabel Capricorn unter Vertrag, ordneten die CEOs nach dem Durchbruch des Hauptacts The Allman Brothers Band an, Captain Beyond mögen doch bitte in deren stilistische Fußstapfen treten. Künstlerisch ein absolutes Unding. Zumal Labelchef Phil Walden auch als deren Bandmanager fungierte. Hinzu gesellten sich interne Ego- wie Drogenprobleme. Vokalist Rod Evans litt, obwohl sowohl stimmlich als auch optisch eine 1A-Wahl, an starken Selbstzweifeln. So fuhren Captain Beyond trotz diverser Tourneen (u. a. mit Alice Cooper) und heute kultisch verehrter LPs über kurz oder lang gegen die Wand. Das Ende der ersten Phase kam, als der schon mehrere Male kurzfristig ausgestiegene Rod Evans kurz vor Weihnachten 1973 ein Gruppentreffen einberief, um mitzuteilen, dass er nun endgültig raus sei.

Video der Woche: Motörhead ›Killed By Death‹

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Motörhead geht immer – vor allem, wenn der langjährige Gitarrist Phil Campbell sein 61. Wiegenfest feiert. Wir gratulieren!

Nachdem Phil Campbell in den 70er Jahren sein Unwesen in einigen südwalisischen Lokalbands trieb, spielte er einige Jahre bei Persian Risk, mit denen er zwei Alben veröffentlichte. Sein wahres musikalisches Schicksal ereilte ihn jedoch 1983, als ihn Lemmy Kilmister zusammen mit Michael „Würzel“ Burston für seine Band Motörhead als neuen Gitarristen verpflichtete. Es sollte eine lange Rock’n’Roll-Beziehung werden. Campbell spielte bis zu Lemmys Tod am 28.12.2015 bei Motörhead.

1984 erschien die Single ›Killed By Death‹. Regie für das Video führte Rod Swenson, der Manager der Plasmatics. Aufgrund der Darstellung „exzessiver und sinnloser Gewalt“ wurde es bei MTV zunächst verbannt – aber seht selbst:

CLASSIC ROCK präsentiert: Dead Star Talk live

Nachdem sie 2021 mit explosiven Shows auf zahlreichen Festivals ordentlich losgelegt haben, wollen Dead Star Talk auch 2022 zu ihrem Jahr machen. Schließlich hat die Truppe eben erst ihr Debütalbum TOO MANY TOO MUCH veröffentlicht. Unterwegs sind Dead Star Talk dabei aktuell mit dem Briten George Hennessy.

15.05. Berlin, Privatclub

19.05. Hamburg, Grüner Jäger