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Start Blog Seite 228

Bluesrocksongs für die Ewigkeit: The Black Keys

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›HOWLIN’ FOR YOU‹ – The Black Keys 2011

Man kann nicht über Bluesrock im 21. Jahrhundert sprechen, ohne die Black Keys zu erwähnen. Das Duo aus Ohio machte gewissermaßen dort weiter, wo die White Stripes aufgehört hatten, und waren eine zugängliche, hookreiche Alternative, mit der sich der Mainstream sofort anfreunden konnte. Und wie: Die Black Keys wurden in rasantem Tempo von Radio, Fernsehen und sonstigen kommerziellen Medien ins Herz geschlossen. ›Howlin’ For You‹ war nicht nur einer ihrer erfolgreichsten, sondern auch einer ihrer besten Songs. Er wurde zur Inspiration für zahllose weitere Bluesrocker und machte die Black Keys zu einer der ganz wenigen Rockbands, die im vergangenen Jahrzehnt tatsächlich auf nennenswerte Art Einzug in die Pop- kultur hielten.

Video der Woche: The Cult ›Wild Flower‹

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Happy Birthday Ian Astbury! Der Frontmann von The Cult hat heute einen runden Geburtstag zu feiern, er wird 60 Jahre alt. Deswegen widmen wir ihm das Video der Woche.

Nachdem The Cult 1985 mit ihrem zweiten Album LOVE der Durchbruch gelang, strebten sie beim Nachfolger ELECTRIC (1987) nach musikalischer Veränderung. Dazu heuerten sie Produzent Rick Rubin an, einen Meister darin, Bands auf neue musikalische Wege zu führen. Sie wollten weg von der Gothik-Attitüde hin zum traditionellen Hard Rock.

Um dies zu erreichen, hatte Rubin seine ganz eigene Herangehensweise, wie sein Studioassistent Tony Platt berichtete: „Rick stand im Airlock neben dem Studio. Zuerst ließ er einen kleinen Ausschnitt von AC/DCs ›Highway To Hell‹ einspielen, dann von ›Back In Black‹ und schließlich noch etwas von Led Zeppelin. Wir fragten uns: Was zum Teufel soll das? Es war ganz simpel. Er wollte den Gitarrensound von ›Back In Black‹, den Schlagzeugsound von ›Highway To Hell‹ und den Sound des Gesangs von Led Zeppelin.“ So entstand der neue Klang von ELECTRIC.

Unser Video der Woche ist ›Wild Flower‹, der Eröffnungssong von ELECTRIC, bei dem eindrucksvoll zu hören ist, dass Rubin dieses Soundexperiment glanzvoll geglückt ist:

Spinal Tap: Neuer Film geplant

In einem Interview mit Deadline gab Regisseur Rob Reiner bekannt, dass es eine Fortsetzung zum ersten Streifen „This Is Spinal Tap“ aus dem Jahr 1984 geben wird. „This Is Spinal Tap II“ soll am 19. März 2024 veröffentlicht werden, zum 40. Jubiläum des ersten Films.

Rob Reiner wird hierfür wieder in die Rolle von Marty DiBergi schlüpfen, auch die drei Bandmitglieder Nigel Tufnel, Derek Smalls und David St. Hubbins werden natürlich an Bord sein.

„Fast täglich kam jemand daher und wollte wissen, warum wir nicht einen zweiten Film machen wollen. Jahrelang meinten wir nur „ach nö“. Bis uns die zündende Idee zur Umsetzung kam. Du willst so etwas nicht machen, nur um es zu machen. Du willst den ersten Film ehren und ihn mit der neuen Story ein bisschen weiter pushen.“

Neuheiten: Ab heute im Plattenladen

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Jetzt backfrisch in den Verkaufsregalen: die neuen Platten von Junkyard Drive, The Bros. Landreth, Grobschnitt und den Black Keys.

The Black Keys: DROPOUT BOOGIE

„Geheimnis ihres Erfolges: Eine lebhafte Rhythmik und knorrige Gitarrensounds, die Stücke wie ›Your Team Is Looking Good‹ oder ›Burn The Damn Thing Down‹ vom musealen Staub befreien. Gesellt sich – wie in ›Happiness‹ – ein vergleichsweise poppiger Refrain dazu, wird’s noch unterhaltsamer.“

Hier geht’s zur Review…

Grobschnitt: ACOUSTIC ALBUM

„Macht summa summarum 13 Songs mit einer Gesamtlänge von fast 75 Minuten und einem Hörgenuss, den so mancher Grobschnitt-Fan in diesem Format wohl nicht erwartet hätte.“

Hier geht’s zur Review…

The Bros. Landreth: COME MORNING

„Im Verlauf der elf Tracks servieren sie neben spacigen Rock und introvertierten Folksongs immer wieder hochkarätige Americana-Kost. Nur: etwas ruhiger, melodiöser, entspannter – und mit weniger Slide-Gitarren-Riffs gewürzt.“

Hier geht’s zur Review…

Junkyard Drive: ELECTRIC LOVE

„Mit einer satten Produktion, tonnenweise fetten Riffs, einer stilechten Reibeisenstimme und einem erstaunlich ausgewogenen Mix aus flotten Groovern, Mid-tempo-Nummern und unpeinlichen Balladen gehen die Dänen selbstsicher auf Fan-Fang.“

Hier geht’s zur Review…

The Bros. Landreth: COME MORNING

Americana mit Wohlfühl-Garantie

Nun also Album Nummer drei: COME MORNING. Wieder darf man gespannt sein, was Joey und David Landreth – besser bekannt als The Bros. Landreth – anzubieten haben. Schließlich prägt den Sound des, sagen wir mal Alternative-Country- und Americana-Acts seit jeher das Tourleben. Die Liveauftritte. Doch von denen gab es in den letzten zwei Jahren aus bekannten Gründen ja eher wenig. Hat sich diese ungewollte Unterbrechung der Band-Routine auf das neue Werk ausgewirkt? Der Single-Vorbote ›Stay‹ macht klar: absolut! Prägten früher eher ruppige Rhythmen und eine sägende Slide-Gitarre das Klanggeschehen der aus dem kanadischen
Winnipeg stammenden Band, schlägt diese jetzt – Surprise! Surprise! – soulige, kuschelige, R’n’B-hafte, mit reichlich Orgelschmalz ausstaffierte Sounds an. Das ist alles andere als übel – aber eben auch nicht typisch The Bros. Landreth. Fans der Formation können aber beruhigt sein: Im Verlauf der elf Tracks servieren sie neben spacigen Rock (›Drive All Night‹) und introvertierten Folksongs (›Back To Thee‹) immer wieder hochkarätige Americana-Kost. Nur: etwas ruhiger, melodiöser, entspannter – und mit weniger Slide-Gitarren-Riffs gewürzt.

8 von 10 Punkten

The Bros. Landreth/COME MORNING/BIRTHDAY CAKE RECORDS/THE ORCHARD

Junkyard Drive: ELECTRIC LOVE

Rock-Huldigungen

Who are you, Mr. Rock’n’Roll“, fragen Junkyard Drive in ihrem (fast) gleichnamigen Song. Dabei scheinen die fünf Herren aus Roskilde die Rockhistorie bereits mit der Muttermilch aufgesogen zu haben und wissen
offensichtlich bestens über besagten Mr. Bescheid. Mit einer satten Produktion, tonnenweise fetten Riffs, einer stilechten Reibeisenstimme und einem erstaunlich ausgewogenen Mix aus flotten Groovern, Mid-tempo-Nummern und unpeinlichen Balladen gehen die Dänen selbstsicher auf Fan-Fang. Moderner Hardrock mit Sleaze- und Hair-Metal-Elementen lautet die Devise und im Laufe von zehn Tracks muss man an die unterschiedlichsten Bands der Rockgeschichte denken – von Skid Row, L.A. Guns über D-A-D bis hin zu den Rival Sons, nur eben teleportiert ins Jahr 2022. Nicht die schlechtesten Referenzen, allerdings müsste man es einmal darauf ankommen lassen, ob man Junkyard Drive bei einem Blindtest wiedererkennen würde. Wer
damit jedoch keinerlei Probleme hat, der bekommt qualitativ ordentliche, eingängige Rock’n’Roll-Kost serviert, die mit gehöriger Lautstärke sehr viel Spaß machen kann.

7 von 10 Punkten

Junkyard Drive/ELECTRIC LOVE/MIGHTY MUSIC/SPV

Grobschnitt: ACOUSTIC ALBUM

Die deutsche Krautrock-Legende spielt ihre Klassiker diesmal ohne Strom

Ein neues Unplugged-Album einer Band, bei der das visuelle Livespektakel – inklusive Froschmänner, überdimensionale Drachen, Trockennebel und Pyrokrachern – stets elementarer Bestandteil ihrer Popularität war – kann das funktionieren? Ja, es funktioniert, dank der Grobschnitt-Gründungsmitglieder Stefan Danielak (Künstlername „Willi Wildschwein“) und Gerd Otto Kühn („Lupo“) sowie Danielaks Sohn Stefan („Nuki“), die sich vor allem gesanglich verblüffend eng an den Originalvorlagen orientieren. Zudem wurden sämtliche Studioalben der Blütejahre 1972 bis 1987 durch mindestens einen Song berücksichtigt, darunter mit ›Vater Schmidt’s Wandertag‹, ›Traum und Wirklichkeit‹ und ›Anywhere‹ drei Hits ihrer Klassiker JUMBO (deutschsprachige Version) und ROCK- POMMEL’S LAND aus den Jahren 1976 und 1977. Macht summa summarum 13 Songs mit einer Gesamtlänge von fast 75 Minuten und einem Hörgenuss, den so mancher Grobschnitt-Fan in diesem Format wohl nicht erwartet hätte.

7 von 10 Punkten

Grobschnitt/ACOUSTIC ALBUM/BRAIN/UNIVERSAL

The Black Keys: DROPOUT BOOGIE

Bluesrock, gekonnt aufgefrischt – geht also locker als „zeitgenössische Musik“ durch

Wer beim Titel DROPOUT BOOGIE an den gleichnamigen Song von Captain Beefheart & His Magic Band denkt, beweist zwar, eine klassische Rock-Bildung genossen zu haben, liegt aber dennoch falsch: Die Zehn-Song- Sammlung der Black Keys ist von Captains Dada-Lyrik denkbar weit entfernt, stattdessen zeigt das Duo erneut, dass man aus Delta-Blues-Mustern der 30er-Jahre noch heute kernige Rockmusik zaubern kann. Das Geheimnis ihres Erfolges: Eine lebhafte Rhythmik und knorrige Gitarrensounds, die Stücke wie ›Your Team Is Looking Good‹ oder ›Burn The Damn Thing Down‹ vom musealen Staub befreien. Gesellt sich – wie in ›Happiness‹ – ein vergleichsweise poppiger Refrain dazu, wird’s noch unterhaltsamer, und wenn ›Baby I’m Coming Home‹ unterschwellig mit Glam Rock flirtet, hat das wirklich Format. Dass bei ›Good Love‹ Billy Gibbons mit von der Partie ist, erfreut zusätzlich, ein komplett puristisches Bluesrock-Album ist DROPOUT BOOGIE aber dennoch nicht: ›Wild Child‹ und ›It Ain’t Over‹ kommen funky daher, ein wenig unentschlossen wirkt lediglich ›How Long‹, das offenbar Soul sein will, aber irgendwann in Richtung West Coast abbiegt.
Andererseits: Das ist Jammern auf hohem Niveau. Gutes Album.

8 von 10 Punkten

The Black Keys/DROPOUT BOOGIE/NONESUCH/WARNER