Kürzlich haben wir euch die ersten 25 Filme unseres großen Rockfilm-Specials vorgestellt – hier findet ihr nun den nächsten Schwung.
[slideshow_deploy id=’22073′]
Kürzlich haben wir euch die ersten 25 Filme unseres großen Rockfilm-Specials vorgestellt – hier findet ihr nun den nächsten Schwung.
[slideshow_deploy id=’22073′]
Nach monatelanger Vorbereitung ist es nun so weit: CLASSIC ROCK kann euch die 100 Filme um und über die Rock-Kultur präsentieren, die ein jeder Liebhaber der einzig wahren Musikrichtung in seinem Leben gesehen haben muss. Oder sagen wir lieber, gesehen haben sollte. Aus der schier unüberblickbaren Weite der Rock-Movies lediglich einige wenige auszuwählen und diese zu beurteilen, wollten und konnten wir nicht alleine tun. Deshalb wurde diese große Verantwortung auf eine 20-köpfige Jury, bestehend aus Vertretern der deutschen Musik- und Filmbranche, verteilt. Wie zu erwarten war, gab es auch unter unseren Experten einige enttäuschte Mienen ob der getroffenen Vorauswahl. Man wird es nie jedem recht machen können. Wir wären aber nicht CLASSIC ROCK, würden wir nicht wenigstens versuchen, die meisten zufrieden zu stellen. Deshalb sei jedem, der seinen Favoriten in dieser Sammlung vermisst, gesagt: Es wird einen zweiten Teil dieses Specials geben. Dann warten die Geheimtipps und persönlichen Lieblinge unserer Juroren auf euch. Doch jetzt wünschen wir erst einmal viel Spaß mit den ersten 25 Filmen.
[slideshow_deploy id=’23049′]
Wer sich selbst Rock- und Metalfan nennt, der kann in der Regel aus Wayne’s World zitieren und weiß, was “Schwing” bedeutet oder in welchem Kontext ein untertäniges “Wir sind unwürdig” angebracht ist (natürlich wenn Alice Cooper vor einem steht).
Am 14. Februar 1992 erschien der Streifen in den amerikanischen Kinos. Für die Regie war Filmemacherin Penelope Spheeris verantwortlich, bis heute ist “Wayne’s World” um die beiden Träumer Wayne Campbell und Garth Algar, die mit ihrer Kellershow “Wayne’s World” durchstarten, ihre erfolgreichste Arbeit.
Legendär sind nicht nur die zahlreichen witzigen Sprüche und Auftritte von Rockstars wie Alice Cooper, Meat Loaf oder Aerosmith in der Fortsetzung, sondern natürlich die Szene, in der Wayne, Garth und drei ihrer Freunde im Auto lauthals bei ›Bohemian Rhapsody‹ mitträllern.
Inspiriert von einer Dokumentation der BBC und Frank Sinatra, schrieb Biff Byford den Text zu einem Song, der bald zu einem der größten Hits und einer der größten Hymnen von Saxon werden sollte.
Der „Great Northeast Blackout“ ereignete sich am 9. November 1965. Aufgrund katastrophaler technischer Probleme waren tausende von Haushalten in Kanada und den USA 13 Stunden lang plötzlich ohne Strom. Beunruhigenderweise galt dasselbe für die Beleuchtung diverser Flughafen-Landebahnen, wodurch zahllose Flüge umgeleitet werden mussten. 14 Jahre darauf sah Saxon-Frontmann Biff Byford im Fernsehen eine BBC-Doku über das Ereignis und hatte plötzlich eine coole Songidee. Wenige Tage später war ›747 (Strangers In The Night)‹ im Kasten – bald einer der größten Hits und eine der größten
Hymnen der Band.
„Ich sah diese Doku und irgendwie hinterließ sie einen großen Eindruck bei mir“, erinnert sich Byford. „Ich hatte einen anderen Song gehört mit den Worten ‚ridin’ a 747‘, der mir nicht aus dem Kopf ging, und das schien alles ganz natürlich zusammenzukommen. Die Melodie für den Refrain fiel mir zuerst ein. Da schrieb ich dieses Arpeggio im Refrain mit ‚strangers in the night‘. Die Idee hatte ich wohl von dem [1966er] Song von Frank Sinatra – die Silben waren dieselben. Ich bin ein großer Sinatra-Fan und mag seine Phrasierungen. Als dann noch das Riff dazukam, fügte sich alles bestens zusammen.“ Saxon veröffentlichten ihr selbstbetiteltes Debüt im Mai 1979, das zwar keine wohlwollenden Rezensionen bekam, aber von der stetig wachsenden UK-Metalszene mit einiger Begeisterung empfangen wurde.
Nicht mal ein Jahr später nahm die Band ihr zweites Album, WHEELS OF STEEL, auf, das heute als Klassiker und einer der unumstößlichen Meilensteine der New Wave Of British Heavy Metal gilt.
WHEELS OF STEEL war eine gnadenlose Riffattacke und der Moment, in dem Saxon ihre Identität als Meister donnernder Mitbrüll-Hits wie ›Motorcycle Man‹ und dem Titelstück ebenso wie wesentlich melodischerer Hardrocksongs wie eben ›747 (Strangers In The Night)‹ zementierten. „Das war definitiv ein 80er-Album, kein Zweifel“, so Byford. „Wir wussten nicht wirklich, wohin die Reise gehen würde, aber
uns war durchaus klar, dass wir ein paar tolle Songs hatten. Wir fühlten, dass uns da ein großer Wurf gelungen war, konnten aber nicht ahnen, dass wir ein Album geschrieben hatten, das seine Ära definieren würde.“
1980 war auf jeden Fall ein wichtiges Jahr für den Metal, denn neben WHEELS OF STEEL erschienen auch ACE OF SPADES, BACK IN BLACK, HEAVEN AND HELL, IRON MAIDEN, BLIZZARD OF OZZ und BRITISH STEEL, um nur ein paar der bahnbrechenden Werke aus jenen zwölf Monaten zu nennen. Doch selbst in so erhabener Gesellschaft ragte ›747 (Strangers In The Night)‹ als ein überraschend subtiles und bewegendes Stück Songwriting-Handwerk heraus, das etwas völlig anderes zu bieten hatte als die üblichen Themen Fantasy, Horror und Party-Exzess, mit denen sich die boomende Metalszene am
liebsten befasste. „Ich muss gestehen, dass es auch in unseren Texten viel um Straßenschlachten und Mädchen ging“, sagt Byford mit einem Kichern. „Doch ›747‹ war immer ein melancholischer Song. Das musste es sein. Ich hatte dieses Bild von dem Stromausfall im Landeanflug im Kopf, wo die Lichter am Flughafen plötzlich ausgehen. Diese Flugzeuge wurden zu anderen Flughäfen umgeleitet und die Stadt war völlig dunkel. Die Vorstellung davon war sehr bildstark. Und ich fand es ziemlich cool, dass sich Fremde in dem Blackout begegneten. Es heißt, neun Monate später sei die Geburtenrate sprunghaft angestiegen. Und wahrscheinlich kam es auch zu einigen Plünderungen. Also verband ich diese Dinge
einfach. Auf logischer Ebene ergeben Teile des Textes keinen Sinn, klar, aber er kam einfach so zusammen. Das war ein Moment der Magie.“
WHEELS OF STEEL erschien im Mai 1980, wurde umgehend zum Bestseller, erreichte Platz 5 in Großbritannien und war in ganz Europa ähnlich erfolgreich. Die Beliebtheit des Albums wurde eindeutig davon befeuert, dass das höchst radiofreundliche ›747 (Strangers In The Night)‹ im Juni als Single ausgekoppelt wurde und die UK-Charts emporschoss. Es verpasste nur knapp die Top 10 und führte zu einer Einladung der Band zu der legendären TV-Chartshow „Top Of The Pops“. Leider kam es aber nie dazu. „Wir traten nie bei ‚Top Of The Pops‘ auf, weil die BBC streikte“, sagt Byford mit einem gequälten Lachen. „Wenn wir in der Show gewesen wären, hätte der Song wahrscheinlich eine viel höhere Position erreicht. Ehrlich gesagt, schielten wir auf die Top 5. Doch dann kam dieser Streik der Kameramänner.
‚Top Of The Pops‘ war wie das britische MTV. Wer dort auftrat, konnte auch im Mainstream Erfolg haben. Aber mit ›Wheels Of Steel‹ und ein paar anderen Songs gelang uns das auch so, und es war gut, zwischen all diesen anderen Sachen vertreten zu sein.“
Die Chance, vor den TOTP-Kameras herumzuturnen, blieb ihnen zwar verwehrt, doch zum Jahreswechsel 1980/81 waren Saxon dennoch richtige Popstars geworden. ›747‹ erreichte letztlich Platz 13, was für eine Metalband egal welcher Ära ein sehr gutes Ergebnis war. Noch wichtiger ist, dass die Saxon-Fans es begeistert aufnahmen und es als einer der prägenden Metalsongs der 80er gilt. „Mit dem Track setzten wir ein echtes melodisches Statement. Es war der größte Hit auf dem Album, startete richtig durch und
machte uns noch größer. Aber ich denke, 1980 war in puncto Songwriting generell ein großes Jahr. Da waren Motörhead, Whitesnake und Priest, die alle schon sehr etabliert waren, und dann kamen noch diese neuen Bands wie wir und Iron Maiden dazu. Plötzlich liefen wir ständig im Radio und Fernsehen, und zwar nicht nur in Großbritannien, sondern in ganz Europa. Ich kann dir ehrlich sagen, dass viele amerikanische Bands hörten, was da passierte, und davon beeinflusst wurden.“ Vier Jahrzehnte später feierten Saxon ihrJubiläum mit Shows, die sich auf diese ersten paar Albenklassiker konzentrierten. Und wie sie uns damals sagten, würden sie jeden Abend ›747 (Strangers In The Night)‹ spielen, so wie bei fast jedem Gig seit jenen Zeiten in den luftigen Charthöhen. „Es mag schwer zu glauben sein, doch wir
haben es ein paar Mal von der Setlist gestrichen. Wenn wir nur ein kurzes Set spielen, fliegt es manchmal raus. Aber es wäre dem Publikum gegenüber unfair, ›747‹ nicht zu spielen. Ich mag den Song immer noch und es freut mich nach wie vor, wenn die Leute darauf abgehen. Das ist doch der Grund,
warum wir das alles tun, oder?“ (Text: Dom Lawson)
Am 25. Februar veranstalten Def Leppard ein Live-Streaming-Event zu ihrem jüngsten Album DIAMOND STAR HALOS. Bei der Online-Session wird es ein ausführliches Track By Track zur Platte sowie brandneue Interviews mit allen Bandmitgliedern geben. Die Tickets kosten 10 Dollar und können auf der Def Leppard Vault Website erstanden werden.
Aktuell touren Def Leppard zusammen mit Mötley Crüe um die Welt. Ab Ende Mai machen sie dabei auch dreimal in Deutschland Halt.

Im späten Frühling 1973 hatten Genesis ihre zweite US-Tournee hinter sich und beendeten sämtliche Live-Aktivitäten, um sich auf das Schreiben ihres fünften Albums zu konzentrieren. Sie probten an denselben beiden Orten, die sie schon für FOXTROT benutzt hatten: Una Billings School Of Dance im Londoner Stadtteil Shepherds Bush und das Haus eines Arztes in Chessington. Im August waren sie dann im Studio, um die Platte mit Hilfe von John Burns aufzunehmen, dem Tontechniker, der ebenfalls schon am Vorgänger FOXTROT mitgearbeitet hatte und nun zum Co-Produzenten befördert worden war. Wie schon bei früheren Werken arbeiteten Genesis mit einigen vorab formulierten Ideen, die dann im Proberaum zu konkreten Versionen ausgeformt wurden. Das kontinuierliche kreative Wachstum der ganzen Band ging Hand in Hand mit ihrer Fähigkeit, frei und intuitiv zu improvisieren. Was das Songwriting betrifft, entstanden bis auf ›Firth Of Fith‹ (Tony Banks) und ›More Fool Me‹ (Mike Rutherford) sämtliche Stücke als Resultat kollektiver Interaktion der gesamten Gruppe bzw. von Teams aus mindestens zwei oder drei Mitgliedern. Nach der ersten Passage von ›Dancing With The Moonlit Knight‹, komplett von Peter Gabriel geschrieben, folgt der Instrumentalpart, hauptsächlich aus der Feder von Steve Hackett, Phil Collins und Tony. Steve schrieb das Riff, das die Basis von ›I Know What I Like‹ bildet, doch ein Song wurde daraus erst durch Peters Strophe und Tonys Refrain. ›The Battle Of Epping Forest‹ stellt Tonys Musik (bei deren Zwischenpassagen Mike aushalf) neben Peters expressiven Gesang. ›After The Ordeal‹ ist ein von Steve verfasstes Instrumental, aber mit einer Passage von Mike, während ›The Cinema Show‹ aus zwei Teilen besteht: zunächst dem akustischen Part, geschrieben von Mike, auf den dann der elektische folgt, der bei einer Jamsession von Mike, Phil und Tony entstand. Bei den Texten jedoch hatte Gabriel eindeutig die Oberhand.
Abgesehen von dem honigsüßen Liebeslied ›More Fool Me‹ arbeiteten Tony und Mike (mit fragwürdigem Ergebnis) zusammen an den Worten auf ›Firth Of Fifth‹ und ›The Cinema Show‹. Den Rest überließen sie ihrem Frontmann, also ›Dancing With The Moonlit Knight‹, ›I Know What I Like‹, ›The Battle Of Epping Forest‹ und ›Aisle Of Plenty‹ – echte Geniestreiche von beeindruckender verbaler Agilität. Gabriels Fähigkeiten als Texter waren denen vieler Zeitgenossen weit überlegen, nicht nur innerhalb der Band. Seine Inspirationsquellen waren etwa Zeitungsartikel (wie schon zuvor bei ›The Return Of The Giant Hogweed‹ von NURSERY CRYME) und sein Stil ist so raffiniert wie ausgeklügelt. Auf SELLING ENGLAND BY THE POUND traten die üblichen Bezüge zu Mythologie und Literatur in den Hintergrund und machten Platz für historische Referenzen und Gesellschaftskritik. In verwobenen Wortspielen, wie man sie von den Engländern kennt, bilden die Texte hier das Gerüst für das wohl „britischste“ Album, das Genesis je geschrieben haben, vor allem dank der fantastisch ausgearbeiteten Charaktere, die dann später auf der Bühne zum Leben erweckt wurden.
Paradoxerweise, wenn mehr oder weniger individuelle Kompositionen geschrieben wurden (obwohl auf der Hülle wie üblich die gesamte Gruppe als Autoren genannt wurde), erwies sich SELLING ENGLAND BY THE POUND als erstes Genesis-Werk, das man tatsächlich zu jeweils 20 Prozent jedem einzelnen Mitglied zu schreiben konnte. Die ersten beiden Platten entstanden aus zwei Songwriting-Paaren (Banks/Gabriel auf der einen, Phillips/Rutherford auf der anderen Seite). NURSERY CRYME und FOXTROT hingegen waren im Wesentlichen von Banks und Rutherford komponiert worden, mit Unterstützung und Beiträgen von den Neulingen (ein bisschen von Hackett, noch weniger von Collins). Bei SELLING ENGLAND … hingegen erreichten Genesis zum ersten Mal ein perfektes kreatives Gleichgewicht. Zudem kristallisierte sich bei den Aufnahmesessions eine besondere Synergie zwischen Tony und der Rhythmussektion aus Phil und Mike heraus – dem Trio, das dann später die zweite und kommerziell erfolgreichere Phase der Band antrieb. In einer Formation, in der Improvisation, abgesehen von den instinktiveren Steve und Phil, ein völlig fremdartiges Konzept gewesen war, entwickelten diese Drei ein beneidenswertes Niveau des gegenseitigen Verständnisses, in dem Tony die Triebfeder und der Schöpfer origineller Melodien war, beflügelt von fantastischen und kreativen Rhythmen.
Der beeindruckendste Fall, dessen Vorgänger in der „Apocalypse In 9/8“-Passage von FOXTROTs epischem Track ›Supper’s Ready‹ zu hören war, ist der lange Instrumentalpar t in ›The Cinema Show‹. Trotz der Anlaufschwierigkeiten und der Tatsache, dass auch die drei Vorgänger schon außergewöhnliche Werke waren, erklärt dieses Gemeinschaftsgefühl vielleicht, warum SELLING ENGLAND BY THE POUND oft als das Album gilt, auf dem Genesis ihre vollendete Form erreichten. Ihre Evolution folgte weiterhin einem logischen und scheinbar unaufhaltsamen Weg. Auf ihrem Debüt FROM GENESIS TO REVELATION von 1969 zeigten sie erste zögerliche Songwriting-Gehversuche, TRESPASS aus dem Folgejahr offenbarte dann ihre progressive Seite, auch wenn es dank der Zwölfsaiter-Gitarrenparts von Mike und dem ersten Gitarristen Anthony Phillips immer noch in der Folk-Tradition verwurzelt blieb.
NURSERY CRYME (1971) litt wiederum an noch fehlender Synergie innerhalb des neuen Line-ups, nachdem zwei Mitglieder ersetzt worden waren (Phillips und John Mayhew gingen, Hackett und Collins kamen). FOXTROT (1972) erwies sich dann als erfolgreiche Veröffentlichung einer nun endlich gefestigten und technisch versierten Formation. Der künstlerische Wert von SELLI NG ENGLAND BY THE POUND ist umso bemerkenswerter, da es zu einer Zeit erschien, in der der Prog-Rock seinen Zenit überschritten zu haben schien und an Bedeutung verlor. Die neuen Werke, die 1973 von den prominentesten Gegenspielern von Genesis veröffentlicht wurden, stellten eindeutig einen Richtungswechsel dar. THE DARK SIDE OF THE MOON von Pink Floyd oder LARKS’ TONGUES IN ASPIC von King Crimson sind zwar ohne jeden Zweifel Meilensteine der Rockgeschichte, belegen aber beide, dass diese Bands ihre reine Prog-Phase bereits hinter sich ließen.
Floyd hatten auf MEDDLE kaum noch damit zu tun gehabt, während King Crimson ein paar Jahre nach ihrer ersten Auflösung mit ihrer Rückkehr eine wesentlich härtere Richtung einschlugen und die romantischen Momente nur noch gelegentlich aufflackerten. Und dann waren da noch die anderen Prog-Giganten: Emerson, Lake & Palmer (mit ihrem passablen BRAIN SALAD SURGERY), Yes (mit dem anstrengenden TALES FROM TOPOGRAPHIC OCE ANS) und Rick Wakemans gleichsam schwerver-dauliches Soloalbum THE SIX WIVES OF HENRY VIII bestätigten, dass pompöser Übermut das Genre vereinnahmt hatte, das sich einfach im Sand zu verlaufen schien und zunehmend ungenießbar wurde. Im Prog-Folk-Bereich wiederum ernteten Jethro Tull mit ihrem prätentiösen A PASSION PLAY vernichtende Kritiken. Hin und wieder gab es innovative Funken, wenngleich aus unerwarteten Richtungen. Mike Oldfields TUBULAR BELLS blieb ein Einzelfall, doch die Fusion auf BIRDS OF FIRE von Mahavishnu Orchestra war laut Collins und Hackett eine Inspiration für Genesis in jener Zeit, während die elektronischen Experimente auf Fripp & Enos NO PUSSYFOOTING sich nur ein Jahr später auf sie auswirken sollten. Unterdessen war aber auch der Glam-Rock (mit dem Gabriels Theatralik oft unfairerweise in Verbindung gebracht wurde) mit David Bowies ALADDIN SANE, Roxy Musics FOR YOUR PLEASURE und T. Rexs TANX auf seinem Zenit. In diesem künstlerischen Umfeld wurde SELLING ENGLAND BY THE POUND zum perfekten Prog-Rock- Album – das höchste Niveau, das eine Band dieses Genres zu jener Zeit erreichen konnte. (Mario Giametti)
1965 gründete Ray Manzarek zusammen mit seinem Studienfreund Jim Morrison The Doors. Prägend für ihren Sound waren auch seine einzigartigen psychedelischen Keyboardspuren, mit denen er oft den Basspart in den Songs übernahm.
›People Are Strange‹ war die erste Single aus ihrem zweiten Album STRANGE DAYS aus dem Jahr 1967. Die Melodie bedient sich Elementen europäischer Theatermusik, Mazarek übernimmt hier neben den Pianoparts auch die Bassmeldoie. Thematisch dreht sich der Song um Entfremdung, John Densmore nannte den Text einmal die „Manifestiation von Jims Verletzlichkeit“.
Heute wäre Ray Manzarek 84 Jahre alt geworden. Leider verstarb er am 20. Mai 2013 in einem Rosenheimer Krankenhaus an einem Gallengangkarzinom.
Ab Mitte der 2000er zählten Paramore zu den angesagtesten Alternative-Rockbands, bereits mit ihrem zweiten Album RIOT! Fuhren sie Triple-Platin ein und verkauften weltweit Konzert-Arenen aus – und all das noch vor dem 19. Geburtstag ihrer Sängerin Hayley Williams. Im Lauf von fast zwei Dekaden hat sich der Sound der zum Trio geschrumpften US-Formation immer weiter verändert, hin zu einem erwachseneren und eingängigeren Stil – wie Paramore auch auf ihrem sechsten Studioalbum demonstrieren. Nach zwei Solowerken ist Williams nun wieder im Bandmodus. Wie gut ihr die kleine Pause von ihren Jungs getan hat, das deutet sich schon mit dem funky Opener ›This Is Why‹ an, bevor es mit ›C`est Comme Ca‹ einen kleinen Abstecher in Richtung tanzbare French-Disco gibt und auf ›Figure 8‹ nochmal kurz an die rockigen Teenie-Tage erinnert wird. Die Platte schließt mit der zwar opulenten, aber keineswegs überladenen Alternative-Pop-Ballade ›Thick Skull‹ auf moderne Art. Guter Schritt.
7 von 10 Punkten
Paramore/THIS IS WHY/ATLANTIC/WARNER
