Als sich Opeth auf HERITAGE (2011) deutlicher denn je im progressiven Rock positionierten, grummelten Metaller in ähnlich tiefen Tonlagen wie Mikael Åkerfeldt auf den Früh-werken seiner Band. Dem Opeth-Chef scheint das Gemurre herzlich egal zu sein. Auch 2014 tanzt er nicht nach anderer Leute Pfeifen, sondern macht das, was er möchte: melancholischen Prog Rock. Was des Metallers Leid ist des Classic-Rockers Freud’, denn PALE COMMUNION unterstreicht Åkerfeldts herausragendes Gespür für anspruchsvolle Kompositionen mit dicker Tinte. Wirkte HERITAGE bisweilen verworren und auf progressive Anarchie nur der Anarchie Willen programmiert, entdeckt der Schwede auf PALE COMMUNION seine Leidenschaft für große Melodien wieder: ›Eternal Rains Will Come‹, ›River‹ und ›Faith In Others‹ bestechen durch fragile Schönheit, die dank verschachtelter Arrangements und Fusion-Rhythmik nie in Kitschgefilde abzurutschen droht. Wie von jeher von Opeth gewohnt, verlangt PALE COMMUNION eine intensive Auseinandersetzung, um vollständig erschlossen zu werden. Ein Aufwand, der sich auszahlt, erstrahlt am Ende des verwinkelten Labyrinths doch eines der vielschichtigsten Alben der jüngsten Vergangenheit.
Philip Sayce – INFLUENCE
Diese Scheibe könnte für Furore sorgen, selbstbewusst zeigt das kanadische Top-Talent das kunterbunte Spektrum seines imposanten Könnens. Sayce fächert seine Einflüsse auf wie ein Kartenspiel, direkt covert er die gediegenen Little Feat, den Garagenrock der Sonics, Soul-Größe Don Covay, den allseits bewunderten Little Richard, Graham Nash und Blues-Oldtimer Thomas Dorsey. Doch auch in seinen Eigenkompositionen verneigt er sich vor Idolen wie Jimi Hendrix, Free und Paul Kossoff, den drei Kings Freddie, Albert & B.B., Stevie Ray Vaughn, Lenny Kravitz u.a. Dabei gefällt besonders, mit welch ungestümem Temperament Sayce zu Werke geht. Außerdem besitzt der Mann ein tolles Fingerspitzengefühl, mit dem er den richtigen Ton der jeweiligen Epoche trifft.
Randy Bachman – Vinyl Tap Tour (Every Song Tells A Story)
Der Erzengel, ein bisschen ungewohnt.
Als Frontmann von Bachman-Turner Overdrive wirkte er stets wie ein verirrter Holzfäller, nie hätte man gedacht, dass in dem bärtigen Kanadier ein humorvoller Plauderer steckt. Das Konzept von „Vinyl Tap“ ist unterhaltsam, Randy Bachman erinnert sich an vergangene Zeiten und große Hits, verbreitet komische Geschichten und spielt im Anschluss mit einer fitten Band eben diese Gassenhauer wie etwa ›Shakin‘ All Over‹, ›No Time‹ etc. Und der Mann hat tatsächlich was zu erzählen. Seine Karriere begann mit Guess Who, deren Hit ›American Woman‹ eine Absage an die amerikanische Freiheitsstatue und den Viet-namkrieg war. Später wurde Bachman Mormone, was die Beziehungen zu den anderen Bandmitgliedern verkomplizierte. Schließlich trennten sich beide Seiten, der Gitarrist/Vokalist startete Bachman-Turner Overdrive, eine melodische Hard Rockband. Amüsiert erzählt der Mann aus Winnipeg, dass ihr größter Erfolg ›You Ain’t Seen Nothing Yet‹ eher ein Abfallprodukt war, dass nur zufällig an die Ohren der Plattenfirma drang. Die war begeistert und machte ihn zur #1 in den USA. Bachman hat im Laufe seiner Karriere 40 Millionen Platten verkauft und 120 Gold- und Platinscheiben gefeiert. Inzwischen kein Mormone mehr, hat er sich einen humorvollen Blick aufs Musikgeschäft zugelegt. Klassische Hits und amüsante Anekdoten machen diese DVD zu einer kurzweiligen Angelegenheit.
Joy – Under The Spell Of Joy
Eine echte Freude – zumindest für Psychonauten.
Man muss schon ein besonderes Naturell haben, um wirklich Zugang zu dieser Musik zu finden. Oder die richtigen bewusstseinserweiternden Substanzen. Nun gut, das ist ein Klischee – alles was man braucht, ist ein gewisser musikalischer Forscherdrang und eine Aufmerksam-keitsspanne, die weit über dem Durchschnitt der Allgemeinheit in der kalifornischen Heimat dieser Band liegt. Dann entdeckt man, dass dieses Trio nicht einfach nur ziellos drauflosmäandert und seinen ganz eigenen Trip irgendwie klanglich nachskizziert (hallo, Grateful Dead!), sondern durchaus schlüssige Kompositionen vorzuweisen hat. Zugegeben, nicht alles hier bleibt dauerhaft im Ohr hängen, und der Mainstream wird auch weiterhin keine Notiz von solchen Klängen nehmen. Doch nicht nur der Gastauftritt des Ex-Hawkwind-Stars Nik Turner belegt, dass hier Meister ihres Fachs am Werk sind, die auf größere Bühnen streben. Mit dieser Platte sollte es ihnen eigentlich gelingen.
„Verlorene Texte“ von Star-Ensemble vertont
Seht hier das Lyric-Video zum ersten Song aus dem kommenden Dylan-Album LOST ON THE RIVER: THE NEW BASEMENT TAPES.
Bob Dylan stellte einem All-Star-Team bestehend aus Jim James (My Morning Jacket), Marcus Mumford (Mumford and Sons), Elvis Costello, Taylor Goldsmith (Dawes), Rhiannon Giddens (Carolina Chocolate Drops) und Produzent T-Bone Burnett seine von ihm nie gebrauchten Texte aus dem Jahr 1967 zur Verfügung. Auf einem Lied wird außerdem Jonny Depp an der Gitarre zu hören sein.
Insgesamt 15 Lieder entstanden so um die Worte Dylans, die im November unter dem Namen LOST ON THE RIVER: THE NEW BASEMENT TAPES erscheinen werden.
Eine erste Kostprobe gibt es jetzt mit dem Clip zum Song ›Nothing To It‹:
Sambora und Jon auf Annäherungskurs?
Hat sich durch den Online-Trend der „ALS Ice Bucket Challenge“-Videos die Wende im Zwist zwischen Jon Bon Jovi und Gitarrist Richie Sambora ergeben?
Im vergangenen Jahr führten Streitereien dazu, dass Richie Sambora nicht an der letzten Bon Jovi-Welttournee teilnahm. Seitdem herrschte Funkstille zwischen den beiden Parteien. Umso überraschender war nun Jon Bon Jovis „Ice Bucket Challenge“, in der er neben den weiteren Bon Jovi-Mitgliedern Tico Torres und David Bryan auch Sambora herausforderte.
Auch wenn Sambora in seinem Antwortvideo kein Wort über Jon verliert, so ist immerhin ein erster Kontakt hergestellt.
Zudem gab Sambora im Juni bekannt: „Es herrscht kein böses Blut zwischen uns. Ich liebe Jon und es besteht noch immer die Möglichkeit für eine Rückkehr. Es gibt nur einige Dinge, die noch erledigen möchte – nein, muss.“
Beitrag von Richie Sambora.
„Sin City“-Track veröffentlicht
Aerosmith-Sänger Steven Tyler war an den Arbeiten zum Soundtrack des Films „Sin City: A Dame To Kill For“ beteiligt. Nun veröffentlichte er den Song ›Skin City‹.
Der Nachfolger des 2005er Kino-Hits „Sin City“ basiert auf dem gleichnamigen Comicroman von Frank Miller. Regie führte Miller gemeinsam mit Robert Rodriguez. Erneut konnten sie für den Film eine Vielzahl von Hollywoodstars wie Bruce Willis, Mickey Rourke, Ray Liotta, Jessica Alba und auch Lady GaGa gewinnen.
Der Soundtrack wurde von Robert Rodriguez und Carl Thiel komponiert und produziert. Steven Tyler übernahm den Gesang für diesen einen Song.
Der komplette Soundtrack wird am 09. September erscheinen.
Hört hier Steven Tyler mit ›Skin City‹:
PALE COMMUNION komplett als Stream
Am Freitag erscheint PALE COMMUNION von Opeth. Auf Pitchfork.com kann man das elfte Album der Schweden in kompletter Länge schon einmal vorab als Stream hören. Produziert wurde es von Bandkopf Mikael Åkerfeldt selbst, der Mix stammt von seinem langjährigen Freund und Kollegen Steven Wilson (Porcupine Tree).
„Ich schreibe immer Lieder, die ich mir auch selbst gerne anhöre“, sagt Åkerfeldt. „Ich bin ein Dickkopf, deswegen haben mich die wenigen negativen Reaktionen auf HERITAGE auch nicht wirklich gestört. Es öffnete uns völlig neue Türen.“
„Jedes Album ist wie ein Glied in einer Kette. HERITAGE hätte es ohne die vorhergehenden Platten nicht geben können und genauso verhält es sich auch bei PALE COMMUNION.“
Mehr über Opeth und ihr neues Werk erfahrt ihr am Freitag hier und in unserer aktuellen Ausgabe.


