In unserem „Video der Woche“ seht ihr diesmal eine fantastische Live-Performance der Eagles aus dem Jahr 1977.
In dieser Woche ist Eagles-Mitgründer Glenn Frey überraschend mit 67 gestorben. Hier sehen wir ihn noch einmal mit einem seiner bekanntesten Songs. Frey hatte ›Take It Easy‹, das auch der Opener des selbstbetitelten 1972er Debüts der Eagles ist, gemeinsam mit Jackson Browne geschrieben.
Frey sagte über den Song einmal: „›Take It Easy‹ war die Geburt des Country Rock.“
Iggy Pop und Josh Homme veröffentlichen eine gemeinsame Platte. Den ersten Song daraus, ›Gardenia‹, haben sie gestern im US-Fernsehen vorgestellt.
POST POP DEPRESSION heißt das neue Werk des überraschenden Duos, am 18. März wird es das Licht der Welt erblicken. Iggy Pop hat darauf die Gesangsparts inne, Queens Of The Stone Age-Frontmann Josh Homme fungierte als Produzent und steuerte Gitarre, Piano und Backing-Vocals bei.
„Viele Typen meines Alters wollen ihre Komfortzone nicht mehr verlassen, denn wenn sie einmal den Status einer Legende erreicht haben, schrecken sie vor Herausforderungen zurück“, erklärt Iggy. Er selbst hat damit offensichtlich kein Problem. Das Ziel sei es gewesen, „dahin zu gehen, wo noch keiner von uns zuvor je gewesen ist“, ergänzt Kollege Homme.
Der Pressetext verspricht: „Im Ergebnis steht eine zeitlose Platte, die klingt, als sei sie immer schon da gewesen, und zugleich die rohe Energie einer Garage Band freisetzt, die erst gestern zusammen gefunden hat.“ Einen ersten Eindruck, ob das stimmt, könnt ihr euch jetzt schon machen. Denn mit ›Gardenia‹ gönnen uns Pop und Homme ihre erste Vorab-Single.
Trackliste:
1. Break Into Your Heart
2. Gardenia
3. American Valhalla
4. In The Lobby
5. Sunday
6. Vulture
7. German Days
8. Chocolate Drops
9. Paraguay
Seht hier Iggy Pop und Josh Homme mit ›Gardenia‹ in der Late Show with Stephen Colbert:
Seht nur hier das brandneue Video zur ersten Single des kommenden Albums von Hellsingland Underground.
›Earth’s Gonna Shake‹ ist der erste Vorbote des am 01. April erscheinenden neuen Albums der schwedischen Souther Rocker von Hellsingland Underground. Die Arbeiten an den 12 Songs auf UNDERSTANDING GRAVITY wurden für die Band zur Zerreißprobe, die sie am Ende aber bestand und so können Hellsingland Underground mit diesem Release ihr zehnjähriges Bestehen feiern.
Sänger Charlie Granberg: „Gewissermaßen ist es ein Konzeptalbum. Was genau der rote Faden ist? Darüber könnte ich einen langen Vortrag halten, aber ich möchte den Leuten nicht ihre eigene Wahrnehmung kaputt machen. Ich glaube aber, was ich mit meinen Texten sagen will, ist: ‚Nimm das Leben nicht zu ernst. Wenn du es von Zeit zu Zeit als großen Witz ansiehst, wird es leichter.‘ Zumindest geht es mir so.“
Seht hier den Clip zu ›Earth’s Gonna Shake‹:
Tracklist:
01. Earth’s Gonna Shake
02. As Dreams Go By
03. No Regrets
04. Dizzy Jonsson & The Rovers
05. You Saved Me
06. How Lonely It Must Be Being You
07. Reincarnated The Same As I Ever Was
08. The War Is Over
09. Sail On My Seasick Brethren
10. Golden Haze
11. When The Music Ruled The World
12. Lonely Planet
Zwischen Saga, Journey und Def Leppard: C.O.P. frischen den klassischen Rock auf.
Man muss nicht lange in den Annalen der Rockmusik kramen, um die Blaupausen des C.O.P.-Sound zu entdecken: Die Gitarristen Charles Staton und Andrew Mewse feuern reihenweise Stakkato-Soli aus der Hüfte, wie sie in dieser Ausprägung speziell bei Ian Crichton (Saga) zu finden sind. Sänger Dale Radcliff wiederum hat jene heisere Melodiosität in seiner Stimme, wie man sie insbesondere von Steve Perry (Journey) kennt. NO PLACE FOR HEAVEN ist die dritte Scheibe der Briten und soll nun endlich für den erhofften Durchbruch der talentierten Band sorgen. Kein Wunder also, dass Management und Label versuchen, C.O.P. (Kurzform für Crime Of Passion) eine möglichst gute Ausgangslage zu verschaffen. Deshalb hat man ihr aktuelles Album in die Hände von Produzent Sascha Paeth (Avantasia) gegeben und die Musiker für eine Tour mit Helloween durch halb Europa angemeldet. Allerdings: Ob damit wirklich die richtige Zielgruppe erreicht wird? Denn NO PLACE FOR HEAVEN klingt eher nach Def Leppard, Giant, Hardline oder Bad English und tangiert den Melodic Speed Metal-Bereich nur peripher. Aber vielleicht gilt ja auch hier die alte Faustregel: Qualität setzt sich immer durch.
Man muss Jace Lasek and Olga Goreas beneiden. Nicht unbedingt, weil ihre Ehe bereits einige Jahre hält. Sondern vor allem, weil die beiden im Gespräch und auf der Bühne tatsächlich wie eine echte Einheit wirken. Zusammengehalten wird die Liebe durch eine gemeinsame ästhetische Empfindung: Das Paar transferiert die goldenen Jahre des Psychedelic-Rocks in die Jetztzeit. Die beiden sehen aus, als seien sie einem Bildband aus den frühen 70ern entsprungen. Jedoch hat man es hier nicht mit verstrahlten Nostalgikern zu tun, sondern mit sorgfältigen Bewahrern einer analogen Klangkultur. A COLISEUM COMPLEX MUSEUM ist das fünfte Album der kanadischen Band; die letzte Platte UNTIL IN EXCESS, IMPERCEPTIBLE UFO zählte zu den heimlichen Meisterwerken des Jahres 2013. Im Vorfeld zum Nachfolger haben sich Jace Lasek and Olga Goreas wie gewöhnlich für ein paar Tage an den namensgebenden Besnard Lake in der kanadischen Provinz Saskatchewan zurückgezogen. Kurzzeitig bedrohten Waldbrände die Camping-Idylle, was die herausfordernde Idee ins Spiel brachte, der Teufel wolle die Besnard Lakes auf die Probe stellen. Doch sie ließen sich nicht zu einem musikalischen Exorzismus hinreißen: Die Songs kombinieren hallgetränkten Gitarrenrock mit Beatles-Harmonien, hier und da vermisst man allerdings interessante Wendungen oder Experimente. Das beste Stück heißt ›Golden Lion‹ und vermittelt einen Eindruck davon, wie Fleetwood Mac ohne Kokserei und Betrügerei geklungen hätten.
The Besnard Lakes
A COLISEUM COMPLEX MUSEUM
JAGJAGUWAR/CARGO
7/10
Conrad Keely (…And You Will Know Us By The Trail Of Dead) hat sein erstes Soloalbum ORIGINAL MACHINES zu großen Teilen auf Reisen auf einem iPad komponiert. Und wenngleich er viele der Sounds übernommen hat, klingt der 24-Tracker keineswegs wie ein Album aus der Konserve, sondern hochwertig, organisch und natürlich. Die Stücke dauern oft nicht länger als ein bis zwei Minuten und können eher als Skizzen, Collagen oder musikalische Tagebucheinträge gesehen werden. Entsprechend klingen sie auch sehr unterschiedlich. Alle grob im Indierock-Bereich verortet, hat doch jede Nummer einen eigenen Charakter. ›Nothing That I Meant‹ hat etwas von Lofi-60s-Rock, ›Drive To Kampot‹ strotzt nur so vor tiefgehender Melancholie. ›The Jungle‹ besteht nur aus einem einzigen Teil mit Tribal-Drumloop und einigen schrägen Geräuschen sowie Stimme. ›All That’s Left Is Land‹ geht in Richtung Singer/Songwriter-Stilistik, ›Spotlight On The Victor‹ wiederum hätte das Zeug zum Indie-Disco-Hit. Gerade durch diese stilistische Breite emanzipiert sich der Mann aus Kambodscha von seiner Hauptband. Auch das Instrumentarium ist breit gefächert. Neben Akustik- und E-Gitarren, Keyboards und Piano verwendet Keely auch viele Effektsounds sowie allerlei Percussions, Drumcomputer und Schlagzeug. Es gibt also viel zu entdecken in dieser knappen Stunde. Kein Album aus einem Guss, aber ein sehr vielfältiges und interessantes Werk, das nach einer Fortsetzung dieser Solokarriere schreit.
Conrad Keely
ORIGINAL MACHINES
SUPERBALL/SONY
7/10
Zu den Fleißigsten seiner Zunft zählt Steven Wilson schon von jeher. Hat er früher seine Zeit zwischen seiner Stammformation Porcupine Tree, seinen Sidebands No-Man und Blackfield sowie seinen musikalischen Alleingängen aufgeteilt, konzentriert er sich heute fast ausschließlich auf seine äußerst erfolgreiche Solokarriere. Innerhalb weniger Jahre hat er es bereits auf vier Solowerke gebracht, von denen das noch immer aktuelle HAND.CANNOT.ERASE mit Abstand am erfolgreichsten ist. Und am eingängigsten darüber hinaus. Ein Trend, der sich auf dem nun vorliegen Zwischenwerk 4 ½ fortsetzt.
Viel mehr als eine Interimslösung und handelsübliche EP, enthält 4 ½ vier Songs aus den Sessions zum letzten Album, ein Überbleibsel aus den Aufnahmen von THE RAVEN THAT REFUSED TO SING, sowie die brandaktuelle Neueinspielung einer Porcupine-Tree-Nummer. Das fast zehnminütige, äußerst vertrackte ›My Book Of Regrets‹ eröffnet den Reigen beeindruckend imposant und doch einprägsam zugleich. ›Happiness 3‹ verfügt ebenfalls über eine catchy Gesangsmelodie. Das nahezu akustische ›Year Of The Plague‹ und das ruhig-jazzige ›Sunday Rain Sets In‹ sind zwei überzeugende Instrumentals. ›Vermillioncore‹, aus der THE RAVEN THAT REFUSED TO SING-Ära, ebenfalls ein Instrumental, hätte sich auch auf Porcupine Trees FEAR OF A BLANK PLANET ausgezeichnet gemacht, eine rasante Nummer mit Berg- und Talfahrten, eingespielt von Wilsons Liveband, bestehend aus Adam Holzman, Nick Beggs, Guthrie Govan, Dave Kilminster, Craig Blundell, Marco Minnemann, Chad Wackerman und Theo Travis. ›Don’t Hate Me‹, ursprünglich von Porcupine Trees 1998er-Album STUPID DREAM, basiert auf einer Liveaufnahme von der Tour zum letzten Album. Die nun hier vorliegende Studioversion ist jedoch ein Duett von Wilson und der israelischen Sängerin Ninet Tayeb, die schon auf HAND.CANNOT.ERASE bei zwei Songs als Gastsängerin vertreten war. Ein weiteres Juwel im opulenten Katalog von Steven Wilson.