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Prince And The Revolution – PURPLE RAIN (DELUXE EXPANDED EDITION)

prince purple rainDes erlauchten Prinzen ‘84er-Meilenstein in erweiterter Form.

Mit dem fünften Studiowerk durchbrach Prince 1984 global die Schallmauer. Gewiss ein Meilen­stein der 80er Jahre, erweisen sich die neun Originalsongs im Kontext seines Gesamtwerks aber nicht als ganz so unproblematisch, wie die weltweit rund 22 Millionen verkauften Exemplare auf den ersten Blick suggerieren mögen. Erstmals begleitet von einer Band, The Revolution, diente der Songzyklus auch als Soundtrack eines gleichnamigen Kinofilms, der im Nachhinein als ebenso überflüssig eingestuft werden darf wie dessen Nachfolger.

So eklektisch wie das Durchbruchswerk „1999“, aber um einiges kitschiger und pathetischer, war es nach dem Ableben des Genies 2016 abzusehen, dass der Bestseller demnächst in erweiterter Form ausgewertet würde. Etwas mehr als ein Jahr ließ sich die Plattenfirma Zeit, um das 3-CD-plus-DVD-Set PURPLE RAIN DELUXE EXPANDED EDITION vorzulegen. An­­geblich noch vom Meister höchstpersönlich abgesegnet ist das „2015 Paisley Park Remaster“ des Originals, erstellt von Bernie Grundman, der 1984 am Album als Mastering Engineer mitwirkte. „From The Vault & Previously Unreleased“ betitelt sich Disc 2 mit elf Raritäten.

Darunter finden sich ›Possessed‹, eine Soloversion von 1983, eine Stu­­diofassung von ›Electric Intercourse‹, die volle fünfminütige Variante vom im Kinofilm nur anderthalbminütigen ›Father‘s Song‹, zehn Minuten ›We Can Fuck‹ sowie ein Finished Master vom bislang nur als Demo kursierenden ›Katrina‘s Paper Doll‹. Auf CD Nummer drei tummeln sich unter dem Logo „Single Edits & B-Sides“ 15 weitere Tracks, darunter auch Extended Versions von den damals so beliebten 12-Inch-Maxi-Singles. Für die zusätzliche DVD frischte man den Konzertmitschnitt „Prince And The Revolution Live At The Carrier Dome, Syracuse, NY, March 30, 1985“ audiovisuell vom Master Tape auf.

7/10

Prince And The Revolution
PURPLE RAIN
DELUXE EXPANDED EDITION
NPG RECORDS/WARNER

Neuerscheinungen: Ab heute im Plattenladen

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cheap trick albumCheap Trick sind weiter fleißig und Jeff Tweedy hat Wilco-Songs neu eingespielt. Außerdem geleiten uns Pristine und Bröselmaschine ins Wochenende.

Mehr als vier Jahrzehnten zappeln sich Cheap Trick jetzt durch die Musikgeschichte – und sie machen immer noch Spaß. Hier die Single ›Long Time Coming‹ vom Album WE‘RE ALL ALRIGHT:

Hier findet ihr die Review zu WE‘RE ALL ALRIGHT…

Für TOGETHER AT LAST hat Jeff Tweedy Wilco-Songs solo neu aufgenommen. Seine Neufassung von ›I’m Always In Love‹ stellte er bei „Late Night with Seth Meyers“ vor:

Hier findet ihr die Review zu TOGETHER AT LAST…

Norwegens Antwort auf die Blues Pills? Hier sind Pristine mit ihrem Video zu ›You Are The One‹ vom Album NINJA:

Hier findet ihr die Review zu NINJA…

Mit INDIAN CAMEL unternehmen Peter Bursch und seine Bröselmaschine eine entspannten Reise durch die Welt von Rock, Jazz, Folk und Ethno:

Hier findet ihr die Review zu INDIAN CAMEL…

Guns N‘ Roses: Blitz, Donner und AC/DC in Hannover

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Gestern spielten Guns N‘ Roses in Hannover. Gewitterstürme sorgten für Verzögerungen. Dafür gab es aber einen Überraschungsauftritt von AC/DCs Angus Young.

Während die Konzerte von Guns N‘ Roses in den letzten Wochen immer überraschend pünktlich begannen, betraten Axl, Slash, Duff und Co. die Bühne des Messegeländes in Hannover mit 15 Minuten Verspätung. Der Beginn wurde nach hinten verschoben, da noch etwa 20.000 Besucher an den Eingängen auf den Einlass warteten. Durch die schweren Unwetter, die gestern durch den Norden des Landen zogen, wurde die Anreise für viele erschwert. Da der Zugverkehr so gut wie lahmgelegt war, mussten viele auf das Auto umsteigen.
Als sicher gestellt war, dass alle Fans das Gelände betreten hatten, konnte die Show vor 75.000 Zuschauern beginnen.

Nach drei Songs folgte jedoch erst einmal das Aus. Während ›Welcome To The Jungle‹ zog ein Gewittersturm auf, so dass das Konzert aus Sicherheitsgründen erst einmal für 90 Minuten unterbrochen werden musste. Für 70.000 Fans konnten in den Hallen des Geländes Unterschlupf finden, viele verharrten jedoch tapfer im strömenden Regen.

Kurz nach 22 Uhr wurde die Bühne getrocknet, so dass der Gig um 22:25 Uhr wieder starten konnte. Doch die Unannehmlichkeiten waren schnell vergessen, als kurz darauf AC/DC-Gitarrist Angus Young die Bühne betrat, um mit den Gunners ›Whole Lotta Rosie‹ und ›Riff Raff‹ zu spielen. Die vorangegangenen Strapazen schienen wie weggefegt. Bis nach ein Uhr nachts dauerte das Spektakel, ausnahmsweise. Aufgrund höherer Gewalt gab es eine Sondererlaubnis des Bürgermeisters, den Zapfenstreich ebenfalls nach hinten zu verlegen.

Seht hier einen Ausschnitt aus dem Auftritt mit Angus Young:

Die Guns N‘ Roses-Setlist von Hannover:

1. It’s So Easy
2. Mr. Brownstone
3. Chinese Democracy
4. Welcome to the Jungle
5. Double Talkin‘ Jive
6. Better
7. Estranged
8. Live and Let Die (Wings cover)
9. Rocket Queen
10. Whole Lotta Rosie (AC/DC cover) (with Angus Young)
11. Riff Raff (AC/DC cover) (with Angus Young)
12. You Could Be Mine
13. New Rose (The Damned cover) (with „You Can’t Put Your Arms… more )
14. This I Love
15. Civil War (with „Voodoo Child“ outro)
16. Coma (with band introductions)
17. Slash Guitar Solo (with „Johnny B. Goode“ snippet)
18. Speak Softly Love (Love Theme From The Godfather) (Nino Rota cover)
19. Sweet Child O‘ Mine
20. My Michelle
21. Wish You Were Here (Pink Floyd cover) (Slash & Richard Fortus guitar duet)
22. November Rain (with „Layla“ piano exit intro… more )
23. Knockin‘ on Heaven’s Door (Bob Dylan cover) (with „Only Women Bleed“ intro)
24. Black Hole Sun (Soundgarden cover)
25. Nightrain

Encore:
26. Don’t Cry (with The Allman Brothers Band’s „Melissa“ intro)
27. The Seeker (The Who cover)
28. Paradise City

Cheap Trick – WE‘RE ALL ALRIGHT

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cheap trick albumSolides Handwerk von echten Könnern.

Hexenmeister Rick Nielsen und sein Kompagnon Robin Zander zappeln seit 1973 durch die Musikgeschichte und haben diesmal wieder tragfähiges Songmaterial für WE‘RE ALL ALRIGHT gesammelt. Gut, ein Überhit wie ›I Want You To Want Me‹ entsteht nicht im Hühnerstall wie ein Frühstücksei am Morgen – das ist schon klar. Nein, eine kolossale Melodie zu einem überlebensgroßen Song zu stricken, das ist eine Gabe, die sich vielleicht nur zwei oder dreimal in einem Musiker­leben Bahn bricht. Es kommt auch nicht von ungefähr, dass Kurt Cobain mit Nirvana früher so klingen wollte wie Cheap Trick – nur mit lauten Gitarren. Dieses Rezept haben die Altmeister nun auch für dieses Album neu verwertet. Produziert hat diesmal Julian Raymond, der auf Vielseitigkeit achtete. ›Long Time Coming‹ ist ein Hardrock-Monster mit ZZ-Top-Groove, ›Lolita‹ eine Verbeugung vor klassischem Powerpop und ›She‘s Alright‹ irgendwo weit draußen und mit besonderem Händchen zusammengewürfelt – irgendwo zwischen Status Quo und Vintage-Rock. Unter den Bonus-Tracks befindet sich zudem eine launige Cover-Version: mit viel Drive und noch mehr Zauber haben sie ›Blackberry Way‹ von The Move zu neuem Leben erweckt. Diese Platte macht von A bis Z großen Spaß. In dieser Form sollten uns Cheap Trick bitteschön noch lange erhalten bleiben.

8/10

Cheap Trick
WE‘RE ALL ALRIGHT
UNIVERSAL

Bröselmaschine – INDIAN CAMEL

Peter Bursch in den späten 60er Jah­ren seine Bröselma­schine zum Laufen brachte, herrschte in der deutschen Musiklandschaft gerade eine nie zuvor gekannte Aufbruchsstimmung. Progressive Rockstücke mit psychedelischen Soundgimmicks und anarchischen Strukturen waren en vogue und beherrschten die Szenerie. Weit mehr als 40 Jahre später ist von dieser Grundausrichtung immer noch jede Menge erhalten geblieben. Peter Bursch gilt bereits lange als Deutschlands wichtigster Gitarren­lehrer, seine neue Besetzung besteht aus Musikern (u.a. Manni von Bohr, Nippy Noya, Michael Dommers, Helge Schneider), deren langjährige Erfahrungen zu keinerlei kreativer Verkrustung geführt haben. So bunt wie die Geschichte dieser Band, so tolerant-offen wie ihre Besetzung klingt auch ihr neuestes Album IN­­DIAN CAMEL, das sich zu einer wunderbar entspannten Reise durch die weite Welt von Rock, Jazz, Folk und Ethno aufgemacht hat.

keine Wertung

Bröselmaschine
INDIAN CAMEL
MIG

Pristine – NINJA

pristineNorwegens Antwort auf die Blues Pills.

Wenn ein Album so tiefenentspannt und abgeklärt losgroovt wie das vierte Pristine-Werk NINJA, kann eigentlich wenig bis gar nichts schiefgehen. Der präsente Bass sekundiert die funkigen Gitarren und Drums, die Orgel summt beschwörend im Hintergrund. Dazu Sängerin Heidi Solheim, deren Stimme ja ohnehin etwas ganz Besonderes ist. Rau und kratzig, wenn sie will, gefühlvoll soulig, volltönend ohne in Gebrüll auszuarten – eben eine dieser Stimmen, die angenehm an Aretha Franklin oder Janis Joplin erinnern, ohne ihnen allzu sehr nachzueifern. Kurz gesagt: Die norwegischen Blues-Rocker haben mit NINJA wirklich verdammt gute Arbeit abgeliefert. Ihre Songs sind verspielt, vielseitig und voller Wendungen ohne progressiv zu sein oder in endlose Jams auszuarten, ihre Einflüsse liegen klar in den 60ern und 70ern. Man er­­lebt Led Zeppelin und Uriah Heep in den wilden, rockigen Momenten, gerne auch mal einen Ausflug zu den Gospel-Priestern (›The Perfect Crime‹) oder eine Flucht in Jamie N Commons-artige Eruptionen, bevor das Ganze mit ›Forget‹ (etwas zu) ruhig in First-Aid-Kit-Manier ausklingt. Andererseits: Nach diesem furiosen Parforce-Ritt tut etwas Ruhe auch mal ganz gut.

8/10

Pristine
NINJA
NUCLEAR BLAST/WARNER

Jeff Tweedy – TOGETHER AT LAST

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jeff tweedyWilco-Highlights für die Veranda.

Wilco-Chef Jeff Tweedy war früher ein Mann, der sich nicht allzu gerne in die Karten schauen ließ. Seine Band galt immer als ein wenig geheimnisumwittert: Was Radiohead für den Britpop waren, waren Wilco für Americana. Seit einigen Jahren ist Tweedy zugänglicher geworden. Seine Frau schlägt sich wacker in einem Kampf gegen eine tückische Krebs­erkrankung; Tweedy unterstützt sie nach Leibeskräften und hat offensichtlich seinen Familiensinn entdeckt (wie ein Album mit seinem Sohn zeigt). Nun blickt der Songwriter zum ersten Mal milde auf seine eigene Vergangenheit zurück: TOGETHER AT LAST ist das erste Werk einer Serie mit Akustikversionen der in seinen Ohren besten Wilco-Lieder. Das Vorhaben ist durchaus sinnvoll, denn vor allem rund um den Jahr­tausendwechsel hat die Band Tweedys Songs häufig kunstvoll dekonstruiert. Auf TOGETHER AT LAST baut der Urheber diese Stücke nun behutsam wieder zusammen. ›Ashes From American Flags‹ zum Beispiel besinnt sich auf seinen Ursprung als Folksong, der Text über ein sich zerberstendes Amerika passt 2017 noch viel besser als im Jahr 2002, als Wilco dieses Stück auf ihrem Meisterwerk YANKEE HOTEL FOXTROT veröffentlichten. Zwar fehlt den herunterarrangierten Liedern naturgemäß die Spannung der Bandversionen, als Veranda-Variante des Wilco-Katalogs ist die Platte jedoch allemal willkommen.

6/10

Jeff Tweedy
TOGETHER AT LAST
ANTI/INDIGO

Aktuelle Ausgabe: Das erwartet euch im neuen CLASSIC ROCK MAGAZIN

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classic rock titelAlice Cooper: Exklusives Interview zum neuen Album PARANORMAL

Das Schock-Rock-Urgestein veröffentlicht am 28. Juli sein 27. Studioalbum: Auf PARANORMAL, erneut produziert von Bob Ezrin, geben sich werte Kollegen wie ZZ-Top-Vollbart Billy Gibbons und U2-Schlagzeuger Larry Mullen Jr. die Ehre. Als Bonus gibt‘s ein paar Tracks mit der originalen Alice Cooper Band, was zweifellos nostalgische Gefühle weckt.

Wir sprachen mit Vincent Damon Furnier über Alice, das neue Album und die alten Kumpel. Klug, eloquent und offenherzig wie immer, lässt Mr. Nice Guy die Höhepunkte seiner Karriere Revue passieren, spart aber auch die kreativen – und persönlichen – Tiefschläge nicht aus.

Zum Schluss gibt‘s noch Alice im Wandel der Zeiten, konkret: alle 27 Studioalben auf einen Blick.

Das neue Heft ist ab dem 22. Juni im Handel erhältlich. Hier könnt ihr euch schon jetzt die neue Ausgabe online und versandkostenfrei bestellen …

roger waters is this the life we really wantRoger Waters: große Fragen
Mit Banalitäten gibt sich der ehemalige Pink-Floyd-Bassist nur ungern ab. 25 Jahre nach seinem letzten Solowerk stellt er nun mit IS THIS THE LIFE WE REALLY WANT? eine wahrhaft essenzielle Frage. Wir trafen ihn zum ausführlichen Gespräch in New York.

aerosmithAerosmith: Stadionfüller
Eine geht noch: Die Herren Tyler, Perry, Hamilton, Kramer und Whitford sind derzeit auf Tournee. Auf ihrer letzten, wie es im Vorfeld hieß, doch Zweifel sind berechtigt. Denn im Gespräch erwecken die nimmermüden Fünf nicht unbedingt den Eindruck, demnächst in Rente zu gehen.

Mandatory Credit: Photo by Peter Sanders/REX/Shutterstock (175064a)Mick Ronson: große Seele
Er war weit mehr als nur der Mann, der neben Ziggy Stardust auf der Bühne stand: Mick Ronson inspirierte nicht nur David Bowie, sondern brillierte auch als Gitarrist, Arrangeur und Produzent. Eine Hommage an einen unbesungenen Helden des Rock‘n‘Roll.

cheap trick 2017Cheap Trick: Dauerläufer
Von der Budokan-Halle in Tokio Richtung Baumarkteröffnung und wieder zurück ins Rampenlicht: Mit WE‘RE ALL ALRIGHT beweisen Cheap Trick ihr Können, im Gespräch mit CLASSIC ROCK beweist Robin Zander Humor: „Wir waren einfach nur zu blöd zum Aufhören“.

Außerdem mit dabei: Chris Cornell, John Mellencamp, The Police, The Magpie Salute, Thirty Tigers, Joe Bonamassa, Steve Miller, Stone Sour, Jason Isbell u.v.m.

Wie immer inklusive CD im Heft, u.a. mit Songs von den Dead Heavens, Pristine, The Brandos, Jason Isbell und Edguy!

Das neue Heft ist ab dem 22. Juni im Handel erhältlich. Hier könnt ihr euch schon jetzt die neue Ausgabe online und versandkostenfrei bestellen …