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Judas Priest: Neues Video zu ›No Surrender‹

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Judas Priest - No SurrenderVideo Judas Priest bringen ein neues Video zu ihrer Single ›No Surrender‹ raus.

Im März dieses Jahres veröffentlichten Judas Priest ihr gefeiertes Studioalbum FIRE POWER. Seit gestern gibt es einen neuen Clip zum Song ›No Surrender‹ zu bestaunen, der die Band in ihrem Aufnahmestudio zeigt.

Auch Glenn Tipton ist mit von der Partie. Aufgrund seiner Parkinsonerkrankung musste der Gitarrist die meisten Live-Shows mit Judas Priest in jüngster Vergangenheit absagen. An seiner Stelle spielte Produzent Andy Sneap.

Judas Priest mit ›No Surrender‹:

ZZ Top: Billy Gibbons mit Solo-Album THE BIG BAD BLUES

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Billy Gibbons Album Big Bad BluesMit ›Rollin‘ And Tumblin’‹ ist der erste Track da. Im September folgt die zweite Soloplatte von ZZ-Top-Mann Billy Gibbons.

Vor drei Jahren veröffentlichte Billy Gibbons mit PERFECTAMUNDO sein erstes Album unter eigenem Namen. Am 21. September kommt der Nachfolger THE BIG BAD BLUES.

Und wie der Titel schon sagt, widmet sich der ZZ Top-Gitarrist darauf anders als auf dem Vorgänger weniger kubanischen Einflüssen und mehr dem Blues.

THE BIG BAD BLUES kommt mit 11 Songs daher, einer Mischung aus eigenen neuen Stücken und Coverversionen von Musikern wie Muddy Waters oder Bo Diddley. Mit dem Waters-Cover ›Rollin‘ And Tumblin’‹ gibts die erste Kostprobe.

Die Songs auf THE BIG BAD BLUES:

1. Missin’ Yo’ Kissin’ (Gilly Stillwater)
2. My Baby She Rocks
3. Second Line
4. Standing Around Crying (Muddy Waters)
5. Let the Left Hand Know…
6. Bring It to Jerome (Jerome Green)
7. That’s What She Said
8. Mo’ Slower Blues
9. Hollywood 151
10. Rollin’ and Tumblin’ (Muddy Waters)
11. Crackin’ Up (Bo Diddley)

Billy Gibbons mit ›Rollin‘ And Tumblin’‹:

Titelstory: Slash – Die Reise ins Ich

slash soloDer Weg war lang und steinig. Doch 18 Jahre nach seinem Ausstieg bei Guns N’Roses ist Saul „Slash“ Hudson endlich am Ziel: Mit Miles Kennedy & The Conspirators hat er eine Killer-Band am Start, legt mit WORLD ON FIRE ein beeindruckendes neues Album vor, ist gesundheitlich fitter denn je, und hat – so sagt er selbst – die Zeit seines Lebens. Eben ohne wüste Exzesse, ohne private Probleme und ohne die Schatten der Vergangenheit. Kein Wunder, dass CLASSIC ROCK einen rundum glücklichen Endvierziger trifft, der wirklich etwas zu erzählen hat.

Und das an einem Ort, an dem er mindestens so deplatziert wirkt, wie Lemmy Kilmister im Bio-Supermarkt. Nämlich dem gutbürgerlichen, wenn nicht spießigen, Skeppsholmen Hotel in Stockholm. Ein Prachtbau auf einer kleinen Insel, die Altstadt und Hafen vorgelagert ist, einen traumhaften Panoramablick über das Venedig des Nordens bietet und im Sommer vor allem von Zahnärzten, Juristen und Managern mit Familie heimgesucht wird. Sprich: Eine gutbetuchte Klientel, die sich dennoch allmorgendlich eine heiße Schlacht am Frühstücksbuffet liefert – und dabei ihr wahres Gesicht zeigt. Ganz anders Slash, der tiefenentspannt mit einer Tasse Tee auf der Terrasse sitzt, die Morgensonne (es ist gerade Mal 10 Uhr) genießt, und für jede Menge verrenkte Hälse und haltloses Getuschel der Marke „wer ist denn das?“ sorgt.

Was wahlweise an seinem provokanten T-Shirt mit der Aufschrift „Don´t be a pussy – eat some“, seiner angewachsenen, verspiegelten Sonnenbrille, dem Nasenring oder den wilden wuchernden Locken liegt, die unter einem schwarzen Lederzylinder hervorquellen. „Das ist doch nicht Lenny Kravitz, oder?“, fragt eine aufgeregte Berufsmutter ihren feinbebrillten Goldesel in pinkem Poloshirt und weißer Leinenhose. „Ach, was wollte der denn in Stockholm? Und dann ausgerechnet hier?“ Die Antwort ist simpel: Der 49-Jährige befindet sich auf einer Promo-Tour für sein drittes Solo-Album WORLD ON FIRE, das Mitte September erscheint, hat eine Schwäche für die schwedische Hauptstadt und war bereits Joggen. Jetzt entspannt er eine Runde vor einem langen Tag voller Interviews, und findet den Kravitz-Vergleich köstlich. „Lenny und ich sind alte Freunde. Wir kennen uns seit der Highschool und haben viel zusammen durchgemacht. Aber verwechselt hat man uns noch nie – zum Glück. Wer weiß, welchen Ärger mir das beschert hätte“, lacht er, hat offensichtlich allerbeste Laune und bittet in seine geräumige Suite im fünften Stock des Hotels.

Natürlich mit Meerblick, noch mehr Tee und einem bulligen Bodyguard namens „Junior“, der sich vor der Zimmertür positioniert hat und zur Begrüßung kurz knurrt. Ob er den Schrank wirklich brauche, um sich vor allzu aufdringlichen Zahnarzt-Gattinnen zu schützen, will CLASSIC ROCK wissen. „Nein, aber es ist immer gut, ihn dabei zu haben. Und sei es nur aus psychologischen Gründen. Denn allein seine Anwesenheit, sorgt dafür, dass mich die Leute in Ruhe lassen. Dass sie gar nicht erst auf den Gedanken kommen, mich ansprechen oder womöglich gar anfassen zu wollen, was ich so gar nicht mag. Gestern bin ich zum Beispiel eine Stunde durch die Stadt gelaufen, einfach nur zum Spaß. Und da habe ich es sehr genossen, dass Junior mir alles vom Leib gehalten hat. Aber: Es ist nicht längst mehr so wild wie früher, und das ist auch gut so“, spricht´s und nimmt einen kräftigen Schluck Earl Grey.

Breakfast Of Champions

Wobei aber auch Slash längst nicht mehr derselbe ist wie in den 80ern, 90ern sowie frühen 2000ern. Damals war er der personifizierte Rockstar, der keinen Exzess ausließ und mindestens so schnell und hart gelebt hat, wie er spielt. Eben mit wüsten Alkohol-, Drogen- und Groupie-Orgien, mindestens einem klinischen Tod und dem sogenannten „Breakfast Of Champions“ – frei nach Kultautor Kurt Vonnegut Vodka -, das aus Wodka auf Eis mit einem Hauch von Cranberry-Saft bestand. Und meist nicht nur aus einem Glas davon. Nachzulesen in Slashs Autobiographie von 2007, die den vielsagenden Untertitel „It seems excessive, but that doesn’t mean it didn’t happen…“ trägt und auf 480 Seiten nur eine Frage offen lässt: Wie kann ein Mensch nur so viel systematischen Selbstmissbrauch überstehen? Was die Hauptfigur um ein Haar nicht geschafft hätte: Bereits Ende der 90er waren die körperlichen Folgen seines Lifestyles kaum noch zu kaschieren. Er wirkte oft unkonzentriert, fahrig und müde, und musste 2001 – mit gerade 35 – auf die Dienste eines Herzschrittmachers zurückgreifen. Zum Vergleich: Den hat Lemmy erst mit Ende 60 gebraucht.

Ein Indiz dafür, wie wild es der Zylinder-Träger tatsächlich getrieben hat. Und selbst die Jahre danach hat Slash fröhlich weitergefeiert. Bis ihn, was ihm keineswegs peinlich ist, seine zweite Frau und Managerin, Perla Ferrar, ausgebremst hat – und zwar so richtig. Die Folge: Seit acht Jahren gibt es keinen Alkohol, keine Zigaretten und kein Fastfood mehr im Hause Hudson, dafür viel Sport, gesunde Ernährung und ausreichend Schlaf. Was de facto dafür sorgt, dass der inzwischen 49-Jährige in besserer physischer wie psychischer Verfassung ist, denn je zuvor. Er wirkt fit, frisch und ausgeruht, redet viel akzentuierter als in der Vergangenheit, ist dabei sehr charmant, eloquent und durchaus selbstkritisch.

Kostprobe: „Oh Mann, wenn ich mir heute einige meiner alten Interviews anschaue, dann kann ich nur sagen: Was habe ich da für einen Mist erzählt? Wahrscheinlich, weil ich betrunken war und gar nicht wusste, was ich da tue. Und das ist mir im Nachhinein schon ziemlich peinlich – weil die Leute gedacht haben müssen: Was ist denn das für ein Idiot? Und weil sie mich bestimmt für die Karikatur eines Rockstars hielten. Eben für ein wandelndes Klischee und für ein Sinnbild dessen, was passiert, wenn man nicht aufpasst – wenn man sich in diesem ganzen Mist verliert. Was nichts ist, worauf ich stolz bin. Um Gottes Willen! Aber mir ist das erst bewusst geworden, als ich Vater geworden bin und Perla meinte, dass es so nicht weiterginge, dass meine Söhne einen Vater bräuchten. Was ein echter Weckruf war. Einer, den ich ernst genommen habe und worüber ich verdammt froh bin. Denn wenn ich so weiter gemacht hätte, wie damals, würde ich jetzt kaum hier sitzen und darüber reden, wie gut es mir geht. Ich wäre wahrscheinlich tot. Und darauf haben viele Leute aus meinem Bekanntenkreis sogar Wetten abgeschlossen. Nach dem Motto: Der wird höchstens 40. Scheiße Mann, ich gehe steil auf die 50 zu. Und ich bin glücklich dabei. Einfach, weil ich das Gefühl habe, dass es immer besser und immer leichter wird, dass ich quasi erst anfange, richtig aufzudrehen.“

Kim Jong-Rose

Was nicht nur eine Frage des Lebenswandels und des bewussten Umgangs mit Körper, Geist und Gesundheit ist, sondern auch der eigenen Vergangenheitsbewältigung. Die scheint nach 18 Jahren und sieben Alben mit Slash´s Snakepit, Velvet Revolver sowie als Solist soweit abgeschlossen zu sein, dass er in Interviews kaum noch über Guns N‘ Roses reden muss bzw. überhaupt darauf angesprochen wird. Selbst, wenn das Thema eigentlich unerschöpflich ist. Sei es, weil Axl Rose, das letzte verbliebene Originalmitglied, die Superstars der 80s immer weiter zur Parodie ihrer selbst verkommen lässt, seine Backingmusiker wechselt wie Unterhosen und inzwischen bei sogenannten „Vegas residencies“ – bei Elvis- und Liberace-mässigen Casino-Engagements angekommen ist. Der Albtraum eines ambitionierten Musikers. Und für Slash immer noch ein absolutes No-Go.

Genau wie Albumproduktionen, die länger als ein Jahr (geschweige denn 16) dauern, permanente Konzertabsagen, verspätete Auftrittszeiten oder eine interne Kommunikation, die an Nordkorea erinnert. Darüber kann er, der sich im Oktober 1996 – nach immerhin einer Dekade – ausgeklinkt hat, nur süffisant lächeln. Eben wie jemand, der froh ist, dass er das hinter sich hat – und immer noch lebt bzw. eine aktive Karriere hat. Im Grunde sogar eine, die ihn glücklicher macht als 33 Millionen verkaufter Exemplare von APPETITE FOR DESTRUCTION und 39 Millionen von USE YOUR ILLUSION I & II.

Selbst wenn er heute weitaus kleinere Brötchen backt. „Solche Verkaufszahlen wären gar nicht mehr möglich, weil sich die Industrie komplett verändert hat“, sinniert Slash. „Aber ich weine diesen Zeiten nicht nach. Einfach, weil sie eine großartige Erfahrung und eine noch bessere Lehre waren, und ich auch mit weniger zufrieden bin. Denn das, was ich heute mache, ist viel freier, viel gesünder und nicht mit so viel Stress verbunden. Im Ernst: Ich würde das, was ich mittlerweile mache und wo ich jetzt bin, für nichts in der Welt tauschen. Ich will nicht zurück, weil ich das, was ich damals durchgemacht habe, nicht noch einmal erleben will, sondern heilfroh bin, dass es vorbei ist, und ich so weitermachen kann, wie ich will. Zumal ich einige der alten Sachen ja immer noch spiele, und auch Tantiemen für viele Guns N´ Roses-Songs erhalte. Sprich: Über meine Zukunft muss ich mir keine Sorgen machen – ich muss sie einfach nur nutzen und genießen. Daran arbeite ich seit Jahren, und dem komme ich immer näher.“

Drama, Baby, Drama

Wobei sich an seiner Einstellung und seinem Verhältnis zu den Gunners, insbesondere zu Axl Rose, in den letzten Jahren nichts geändert habe. Eben, weil es seit 2009/2010 keine Neuerungen, geschweige denn Veränderungen gäbe, weil immer noch kalter Krieg, offene Aversionen und unnötige Grabenkämpfe angesagt seien, und weil daran – wovon er sich sehr enttäuscht zeigt – auch die Aufnahme in die Rock´n´Roll Hall Of Fame vom April 2012, bei der die Originalbesetzung für ihre Erfolge der späten 80er/frühen 90er geehrt wurde – nichts geändert habe. „Das wäre die Gelegenheit gewesen, um endlich in Ruhe zu reden und wieder ein normales Verhältnis aufzubauen. Was ich mir trotz allem Ärger der Vergangenheit sehr wünschen würde. Ich meine, ich habe schon mehrere Versuche in dieser Richtung unternommen, doch Axl hat nicht reagiert. Und nachdem er sich geweigert hat, mir und den anderen in Cleveland gegenüberzutreten, ist das Thema nun endgültig erledigt. Ich werde da keine weiteren Anstrengungen unternehmen und es müsste schon wer weiß was passieren, damit wir wieder an einen Tisch kommen. Mehr gibt es dazu nicht zu sagen – und zu allem anderen habe ich mich in der Vergangenheit schon hinlänglich geäußert.“

Eben zum unrühmlichen Ende einer der erfolgreichsten Rockbands aller Zeiten, die über 150 Millionen Tonträger verkauft, mit drei Studio-Alben Musikgeschichte geschrieben und mit Songs wie ›Welcome To The Jungle‹, ›Sweet Child O´Mine‹, ›Paradise City‹ oder ›Patience‹ das Lebensgefühl einer ganzen Epoche auf den Punkt gebracht hat. Eben ein bisschen Glam, ein bisschen Punk, aber vor allem jede Menge Drama. Der hedonistische Soundtrack zu allem, was der Sunset Boulevard in Punkto Narkotika, Sex, Pferdestärken und Lifestyle zu bieten hat – bis grenzenlose Egos und haltlose Gier für einen üblen Kater und schalen Nachgeschmack sorgten.

Video der Woche: Don Henley mit ›Boys Of Summer‹

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Don Henley im Video zu Boys Of SummerDon Henley wird 71. In unserem „Video der Woche“ ist der Eagles-Gründer mit seinem vielleicht bekanntesten Solo-Hit zu sehen.

Mit seinem kongenialen Songwriting-Partner Glenn Frey und seinen Eagles-Kollegen hat uns Don Henley ewige Klassiker wie ›Hotel California‹, ›Desperado‹ oder ›Take It Easy‹ geschenkt.

Doch auch nach seiner Glanzzeit mit den Westküsten-Ikonen gelangen Henley mehrere Solohits, der wohl bekannteste davon: ›Boys Of Summer‹. Hier kommt das originale Video aus dem Jahr 1984.

Don Henley mit ›Boys Of Summer‹:

Paint It Black: Sebastian Krüger – Der Maler der Stars

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Sebastian KruegerEin Bild sagt mehr als tausend Worte – im Fall von Sebastian Krüger sogar mehr als tausend Songs. Denn die Karikaturen und Porträts des 54-Jährigen lassen uns selbst Weltstars, denen wir uns aufgrund ihrer Werke eng verbunden fühlen, noch einmal von einer gänzlich neuen Seite kennenlernen. Der in Hannover und Kalifornien residierende Maler zählt zu den Stars des New Pop Realism, wird von Kunstkennern aus aller Welt geschätzt – und gehört seit 27 Jahren zum engeren Kreis der Rolling Stones. Ein Mann, dessen Pinselstrich stets das Tüpfelchen auf das i setzt.

Sebastian, gib uns bitte deine ganz persönliche Definition von „Karikatur“.
Klingt vielleicht ein bisschen wie aus dem Lehrbuch, aber der Hauptunterschied ist, dass Karikatur die gezielte Überzeichnung darstellt. Gilt für die Formen – also die Gesichter – wie auch für die Inhalte, wenn man z.B. jemanden wie den Ex-Bundeskanzler Gerhard Schröder karikiert, der, wie ich es damals getan habe, als Napoleon vor einer historischen Kulisse posiert.

Wo liegt die Grenze zwischen Porträt und Karikatur?
In diesem Fall bin ich für die offene Grenze, jetzt mal ironisch ausgedrückt. Ich trenne das nicht so gern. In fast jedem meiner eher fotorealistisch gemalten Porträts wird man bei genauem Hinsehen auch karikaturistische Elemente finden.

Welcher Gesichtsteil ist am schwierigsten zu zeichnen?
Zunächst mal widme ich jedem Detail die gleiche Aufmerksamkeit, ganz gleich, ob es nun Mundwinkel, Augenbrauen, Ohrläppchen oder Stirnfalten sind. Alles kann gleich wichtig sein – und damit auch gleichbedeutend schwierig.

Nach welchen Kriterien suchst du dir die Personen aus, die du malen willst?
Der- oder diejenige muss eine Persönlichkeit haben, die mich in irgendeiner Weise stark anspricht. Das muss nicht unbedingt nur positiv sein. Ob es Bewunderung, Verachtung, Verehrung, eine Form der Nähe oder Verwandtschaft oder Hass ist… Was für mich wirklich ein Hindernis darstellt, ist, jemanden zu malen, der oder die mir gleichgültig ist. Dann wird jedes Teil und Merkmal des Gesichts eine echte Quälerei. Passiert aber selten, eher bei Aufträgen, die ich früher für Zeitschriften machen musste.

Rolling STones von Sebastian Krüger

Gibt es einen Lieblingskünstler, den du besonders gerne malst?
Ganz klar: Keith Richards! Ein Jahrhundertgesicht. Eine Mega-Persönlichkeit.

Wen würdest du gerne mal malen und dabei auch kennenlernen?
Brüder und Schwestern im Geiste der Identifikation wie Billy Gibbons, Nick Cave, Nick Nolte, Willem Defoe, Johnny Depp, Morgan Freeman, Trent Reznor, Woody Harrelson, Samuel Jackson, Iggy Pop und… Kylie Minogue!

Kannst du bei den Stones noch neue Seiten entdecken, die du bis dato noch nicht „bearbeitet“ hast?
Ja, ständig! Die Beschäftigung mit ihnen wird für mich niemals aufhören.

Wie oft hast du die Stones schon live gesehen?
Ich habe irgendwann aufgehört, zu zählen. Ich war und bin ja meistens backstage dabei und kein „normaler“ Konzert-Besucher. Es fühlt sicher eher wie bei einem Familientreffen mit Hausmusik an.

Fühlt es sich manchmal irreal an, mit der berühmtesten Rockband des Planeten so eng zu sein?
Am Anfang, also etwa 1991, war das durchaus so. Später nicht mehr. Aber es ist und bleibt etwas sehr Besonderes für mich.

Wer so nahe an den Stars ist, der hat sicher so manche Anekdote zu erzählen…
Na klar. Vor einigen Jahren, als ich mal wieder in L.A. war und es den legendären Plattenladen „Tower Records“ am Sunset Boulevard noch gab, habe ich von weitem Eric Clapton in der Bücher-Abteilung gesehen. Da gerade ein neues Buch von mir in den USA herausgekommen war, und ich wusste, dass es auch dort im Sortiment sein musste, habe ich einmal tief durchgeatmet und bin dann zu ihm rübergegangen und habe mich ihm mit meinem Buch in der Hand vorgestellt. Er war entspannt, aber natürlich erst mal zurückhaltend. Dann hat er es aufmerksam durchgeblättert und schließlich darin das Foto von mir und Keith gesehen. Das hat geholfen. Danach musste er breit grinsen. „Great work!“ Ich war natürlich happy. Die andere Geschichte ist noch gar nicht so lange her. Bei der vorletzten Stones-Tour, glaube ich. Bernd, mein Geschäftspartner, und ich waren gerade dabei, uns dem Backstage-Bereich zu nähern, als Steven Tyler, der auch ein Sammler meiner Bilder ist, aus seiner Limo stieg. Wir hatten bis dahin nur telefonischen Kontakt, uns aber vorher noch nie gesehen und wollten uns auch endlich mal treffen. Jedenfalls dachte ich, dass es eine gute Idee wäre, mich ihm einfach vorzustellen, wenn er schon mal da ist. Und ehe ich mich versah, ist er mir vor Freude fast auf den Arm gesprungen. Dann kam einer der Stones-Roadies, um mich zur Band zu bringen, und ich musste mich von Steven mit den Worten verabschieden, dass die Band auf mich wartet. Das war schon ziemlich krass, dass ich mich von einem Superstar wie Steven verabschieden musste, weil die Stones auf MICH warten.

Axl Rose
Auch Axl Rose nahm sich Sebastian Krüger schon vor.

Hat schon mal ein Musiker ablehnend oder empört auf deine Bilder reagiert?
Da könnte ich zum Beispiel die Geschichte darüber erzählen, wie alles anfing mit den Stones. Mein damaliger Agent Hartmut Becker aus Hamburg ist Ende der 80er mit einem Stapel Kopien meiner frühen Stones-Karikaturen zum Management der Band nach London geflogen. Micks Freund und damaliger Manager Prince Rupert Lowenstein hat einen Blick darauf geworfen und befunden, dass meine Sachen es nicht wert sind, sie Mick oder dem „Rest“ der Band zu zeigen. Zufällig war gerade Pierre de Beauport, der Gitarren- und Tech-Experte von Keith, im Büro. Dem gefielen meine Bilder. Er hat sie mitgenommen und Keith gezeigt. Kurze Zeit später hat sich Keith dann selbst bei mir gemeldet und mir seine Telefonnummer zukommen lassen.

Welche Musik hörst du, was sind deine aktuellen Lieblingsplatten?
Beim Arbeiten höre ich alles von Nine Inch Nails, Robert Johnson, Keith Jarrett (KÖLN CONCERTS), Faces, David Bowie (ALADIN SANE), Sex Pistols. Und bei anderen Gelegenheiten, ohne Gewähr der Vollständigkeit: Super Suckers, Lou Reed, The Who, Drive By Truckers, Nashville Pussy, Motörhead, Iggy Pop, Franz Schubert, Chet Baker, Mark Lanegan Band, ZZ Top, Ramones. Natürlich auch die Stones (EXILE ON MAIN STREET, BEGGAR’S BANQUET, LET IT BLEED, STICKY FINGERS, BLUE AND LONESOME). Meine berühmte „Einsame-Insel-Platte“ ist allerdings von Keith: MAIN OFFENDER.

Whiskey Shivers – SOME PART OF SOMETHING

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Whiskey Shivers Some Part Of Something

Texanische Banjo-Explosion!

In den ersten Jahren nach dem Erfolg von Mumford & Sons gab es eine Phase, in der jede durchschnittliche US-Col­lege-Indie-Band glaubte, jetzt auch einen Banjo-Spieler an Bord holen zu müssen. Der plink-plonkte dann bemüht neben den Songs her, die dadurch nicht besser oder folkiger wurden, man trug Hobo-Hut und Hosenträger wie eine Uniform. Wir freuen uns, mitteilen zu dürfen: Die Whiskey Shivers aus Austin sind das Gegenteil einer solchen Hipster­combo. Auch wenn eine Affinität zum Indierock gesucht wird (die Band covert live auch mal ›Holy Roller Novo­caine‹ von den Kings Of Leon oder The Cures ›Friday I’m In Love‹) und auch wenn statt eines Mandolinen-Spielers ein Percussionist zum Quintett zählt, so halten die fünf knorrigen Texaner doch zuallererst mal die Tradition der urtypischen Old-Time- String-Band aufrecht. Will heißen: Diese Band ist verwurzelt im Bluegrass, das ist ihr A und O. Und gerade weil sie so sicher auf dieser Basis stehen, können sich Fiddler Bobby Fitzgerald & Co erlauben, ihre Songs mit tollwütiger Punkwucht aufzuladen und auf Hi-Speed raus zu feuern. Ihr drittes Album demonstriert den Spaß, den sie (und garantiert auch das Live-Pub­likum) dabei haben.

7/10

Whiskey Shivers
SOME PART OF SOMETHING
DEVIL DUCK/INDIGO

Ian Gillan & The Javelins: Hier das Video zu ›Do You Love Me‹ sehen

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Ian Gillan and the JavelinsDeep-Purple-Sänger Ian Gillan hat ein Cover-Album mit seiner Jugend-Band aufgenommen. Jetzt ist der erste Clip da.

Back To The Roots: Ian Gillan kehrt zu seinen Anfangstagen zurück. Mit seiner zweiten Band The Javelins, mit der er vor Deep Purple in den frühen 60ern für zwei Jahre spielte – und bereits 1994 ein Comeback wagte -, veröffentlicht der Sänger am 31. August das Album IAN GILLAN AND THE JAVELINS.

Darauf finden sich Coverfassungen von Rock’n’Roll-, Soul- und Rhytm & Blues-Klassikern von Musikern wie Chuck Berry, Buddy Holly, Sam Cooke oder Ray Charles. Die erste Single ist ›Do You Love Me‹, im Original von den Contours.

Ian Gillan & The Javelins mit ›Do You Love Me‹:

PR Newman – TURN OUT

PR Newman Turn Out

Chefunterhalter, Texas style.

Wer in den letzten Jahren gut aufgepasst hat, kennt Spencer Garland als Leader der Berkshire Hounds. Die Band aus Austin gab sich einige Jahre lang vollfreudig dem Country-Rock-Indie-Noise-Freistil hin. Aus dieser Zeit stammt der Spitzname, viele sahen in Garland den Randy Newman des Punkrock. Als Solist geht er es auch nicht verkniffen seriös an. Zur Hölle mit der Langeweile! Auf dem Cover ist die Volksfestfigur Big Tex zu sehen und auf Platte begrüßt Garland den Hörer feierlich-frenetisch mit ›Go To Hell‹. Die Allman Brothers sind als Vorbild zu erkennen, aber das ändert sich mit ›Here Come The Rangers‹ gleich wieder. Hier denkt man besser in eine andere Richtung, an Sly & The Family Stone oder Parlia­ment. In ›But, No‹ geht es stürmisch zu, so ganz will Garland seine wilde Vergangenheit nicht leugnen. Seine geografische Herkunft auch nicht. Da Texas unbestritten an Mexiko grenzt, zelebriert unser Mann das Verhältnis zwischen beiden Seiten in ›Everything‹ genussvoll mit Akkordeon und Mariachi-Trompeten. Er lebt ungezwungen seine Spielermentalität aus, rast von einer Ecke in die nächste, führt sich ein bisschen wie Ariel Pink auf und vergisst nie die Melodien. Wie kann man so einen nicht gern haben, bitte?

PR Newman
TURN OUT
DEVIL DUCK/INDIGO