Tommy Bolins Ein- und Ausstand bei Englands Hardrock-Heroen: finaler Funk in tiefem Purpur.
Kaum jemand glaubte im Frühjahr 1975, dass Purple den vierten Besetzungswechsel innerhalb von acht Jahren überleben würden: Ausgetauscht wurden nicht wie zuvor Sänger und Bassist, sondern aus-gerechnet Gitarrenhexer Ritchie Blackmore, der sein Glück als Chefdiktator von Rainbow versuchte. Doch fand sich adäquater Ersatz in Person des Amerikaners Tommy Bolin, der in etwa zeitgleich auch sein außerordentliches Solowerk TEASER präsentierte.
Markante Duftmarken hinterließ Bolin auf dem zehnten Studiowerk der britischen Hard-Rock-Pioniere auch als Komponist: Schon auf den beiden Vorgängern BURN und STORMBRINGER erweiterte sich das bis dahin rechte starre Purple-Konzept um Soul und Funk. Tommy Bolin fügte in ›Comin’ Home‹, ›Gettin’ Tighter‹, ›Dealer‹ und ›Drifter‹ noch eine Prise Jazz Fusion hinzu – ohne die Stammklientel allzu sehr zu irritieren. Es hätte tatsächlich ein Neuanfang werden können, der vor allem durch die Drogenprobleme von Bassist Glenn Hughes und Tommy Bolin torpediert wurde: Bolin machte – ganz dem damaligen Rock-Zeitgeist entsprechend – im Dezember 1976 per goldenem Schuss für immer die Biege.
In der Rubrik „Album des Lebens“ stellen unsere CLASSIC ROCK-Autoren die Platte vor, die ihr Leben für immer verändert hat…
Irgendwann im Lauf des Jahres 1979 liefen sich Ronnie James Dio, gerade bei Rainbow ausgestiegen, und Tony Iommi, nach dem Rauswurf von Ozzy auf der Suche nach einem neuen Sänger, in L.A. über den Weg. Kurz darauf schrieben die beiden bei einer ersten Session in Iommis Haus den Song ›Children Of The Sea‹. Der Rest ist Hardrock-Geschichte.
Einige Jahre später, es muss 1984 gewesen sein, und ich zählte neun Jahre, fand ein Mixtape meines älteren Bruders den Weg in meinen Kassettenrekorder. Darauf waren viele Hits der Zeit von Königen wie AC/DC, Manowar, Dio, den Scorpions und Maiden. Meine musikalische Initialzündung. Am Ende der einen Seite ein zartes Gitarrenintro und Ronnies unverwechselbares Organ: „In the misty morning…“, gefolgt von Iommis monolithischem Riff, Geezers rankenden Bassläufen und Bill Wards wuchtigen Drums. Die Kassette endete vor dem Song, und so kannte ich ›Children Of The Sea‹ jahrelang nur bis zu den ersten Tönen des Gitarrensolos. Dann: Klack. Umdrehen. Nichtsdestotrotz war es um mich geschehen.
„Dio brachte neben seinem lyrischen Eskapismus auch kompositorisch eine gehörige Portion Rainbow ein. So erfanden sich Black Sabbath mit HEAVEN & HELL neu.“
Wieder Jahre später, so mit 16, konnte ich mich – nach dem Erwerb der CD – endlich auch am Ende des Stücks und am Rest des Albums ergötzen. Diese Göttergabe markierte für Black Sabbath nicht nur bezüglich des Gesangs, sondern auch stilistisch einen bedeutenden Wechsel. Dio brachte neben seinem lyrischen Eskapismus auch kompositorisch eine gehörige Portion Rainbow ein. So erfanden sich Black Sabbath mit HEAVEN & HELL neu. Neben den Doomrock-Diamanten ›Children…‹, ›Heaven And Hell‹ und ›Lonely Is The Word‹ steht beschwingte Kost der Marke ›Die Young‹ oder ›Wishing Well‹ auf Augenhöhe.
Martin Birch, einer DER Produzenten der 70er und 80er, tat mit seiner druckvollen Produktion das Übrige zur Erschaffung dieses unumstößlichen Meilensteins, der mich seit frühen Kindertagen begleitet und seitdem nichts von seiner Magie verloren hat. Satan sei Dank konnte ich Sabbath mit Dio vor Ronnies tragischem Tod noch live erleben.
Der Track stammt von Joe Perrys jüngstem Album SWEETZERLAND MANIFESTO. Im Clip ist Robin Zander von Cheap Trick dabei.
Joe Perry hat ein Video zu ›Aye Aye Aye‹ veröffentlicht. Darin ist der Aerosmith-Gitarrist bei seinem Auftritt im Roxy Theatre in Los Angeles im Januar zu sehen.
Mit ihm auf der Bühne: Cheap-Trick-Sänger Robin Zander sowie Robert und Dean DeLeo von den Stone Temple Pilots. ›Aye Aye Aye‹ stammt von Perrys Soloplatte SWEETZERLAND MANIFESTO, die im Januar erschienen ist.
Lucifer. Auf so einen offensichtlichen Namen muss man erst mal kommen. Johanna Sadonis traute sich einfach – und legt an der Seite von Rock’n’Roll-Tausendsassa Nicke Andersson mit ihrer zweiten Platte LUCIFER II eine Heavy-Rock-Offenbarung nach Maß vor. Schon erstaunlich, wozu eine gemeinsame Liebe zu Blue Öyster Cult führen kann.
Sicher könnte man den Fehler begehen und Lucifer vorschnell zu all den verhexten Okkult-Rockern in die Schublade packen, die in den letzten zehn Jahren aus den Totenreichen des Rock’n’Roll in unsere Welt gekrochen sind. Und auch wenn die Band auf LUCIFER II immer noch Berührungspunkte mit modernen Geisterbeschwörern wie Jex Thoth, Blood Ceremony oder auch den Blues Pills aufweist, ist ihre Agenda eine ganz andere. Das liegt schon an der Protagonistin hinter dem gleichermaßen platten wie genialen Bandnamen: Johanna Sadonis, durch und durch vereinnahmt von der Rockmusik der 70er. Viele haben sie noch von der kurzen Existenz des Damenduos The Oath in guter Erinnerung, danach formte sie mit Gaz Jennings (Cathedral) ihre neue Band Lucifer, nahm ein selbstbetiteltes (und ziemlich gutes Album) mit ihm auf – und trennte sich wieder von ihm.
Jetzt folgt mit LUCIFER II der Neuanfang, und das ausgerechnet an der Seite von Nicke Andersson, der sich mit den Hellacopters, Entombed und Imperial State Electric zu einem schwedischen Markenzeichen entwickelt hat. Diese Fluktuation liege allerdings weder an Langeweile noch an allzu schneller Übersättigung, beeilt sich die Sängerin zu versichern. „Ich glaube, das nennt sich ganz einfach Leben“, lacht sie. „Zudem waren das ja zwei ganz unterschiedliche Situationen: Bei The Oath führten persönliche Gründe zur Trennung, was ich furchtbar schade fand, weil wir eigentlich große Pläne hatten.“ Wenn sie ehrlich sein soll, gesteht sie, versteht sie die Trennung von ihrer Kollegin Linnéa Olsson bis heute nicht. „Doch so oder so ist das für mich kein Grund, aufzugeben und die Musik an den Nagel zu hängen“, stellt sie klar. „Es gab so viele Pläne, die einfach abgeblasen wurden, also beschloss ich kurzerhand, einfach eine neue Band zu gründen.“
Die Trennung von Jennings nach nur einem Album sei dann auch einvernehmlich verlaufen. „Ohne das ganze Drama“, wie sie trocken bemerkt. „Gut, auch diese Veränderung war nicht geplant, aber so ist das eben im Leben. Dinge passieren einfach. Und bei Lucifer wie auch bei mir persönlich hat es diesmal zum absolut Besten geführt, das mir jemals passiert ist.“ Im Klartext heißt das: In Nicke Andersson hat Sadonis nicht nur den perfekten Mitstreiter gefunden. Sondern auch eine neue Liebe. Begonnen hat es mit den beiden in Berlin, nach einer Release-Show für Imperial State Electric. „Irgendwann redeten wir nur noch über The Blue Öyster Cult“, erinnert sie sich grinsend. Es gilt festzustellen: Wir haben schon von deutlich schlechteren Grundlagen für eine Beziehung gehört – zumal erst Andersson ihre Band Lucifer zu dem machte, was der Sängerin schon immer vorschwebte. „Ich bin unfassbar stolz auf LUCIFER II“, schwärmt sie. „Dieses Album klingt genau so, wie ich mir meine Musik schon immer vorgestellt habe.“
Das Problem zuvor war eben: Gaz Jennings ist ein fanatischer Doom-Freak, der seine Handschrift natürlich nicht verbergen kann. Geschweige denn sollte! „Das war okay, denn damals passte es perfekt zu mir und Gaz“, betont sie. „Ich bin aber eben mehr aus der Ecke Heavy Rock aus den 70ern, weshalb ich mit Nicke einfach den absoluten Volltreffer gelandet habe.“ Mittlerweile lebt sie mit ihm in Schweden – ein echtes Heavy-Rock-Familienunternehmen also, bei dem niemand das Sagen hat. Egotrips ausgeschlossen. „Für uns fühlt sich Lucifer deswegen auch gar nicht wie Business an“, erzählt Sadonis. „Musik ist unser Leben, wir machen den ganzen Tag sowieso nichts anderes.“ – „Zudem sind wir keine klassische Pärchenband“, schaltet sich jetzt auch Andersson ein, der auf LUCIFER II für Bass, Schlagzeug und die Hälfte der Gitarren gleichzeitig verantwortlich zeichnet. „Mit unserem anderen Gitarristen Robin Tiderbrink gab es schon vor mir einen Mann in der Band.“
Das Epizentrum bilden dennoch er und Sadonis. Das funktioniert so gut, dass sich Menschen mit einer Harmonie-Antipathie wahrscheinlich mit Grausen abwenden werden. „Wir könnten nicht stärker auf einer Wellenlänge sein und sind fast immer gleicher Ansicht“, gerät die Sängerin ein wenig ins Schwärmen. „Das gilt natürlich für die Musik, aber eben auch für das Erscheinungsbild und Auftreten einer Band, für Artworks oder überhaupt eine generelle Attitüde.“ Was dabei herauskommt, wenn die beiden ihre rauchenden Köpfe zusammenstecken, ist auf LUCIFER II festgehalten: Ein packendes, von Herzen kommendes Stück harter, düsterer und epischer Rockmusik. Sie machen keinen Hehl aus ihrer Liebe zum Heavy Rock der 70er-Jahre; sie spielen ihn aber keineswegs nur nach, sondern fügen stets ihre eigene Sprache hinzu. „Unsere Arbeitsweise erinnert mich an ein Spiel, das ich früher immer mit meinem kleinen Bruder gespielt habe“, so Sadonis. „Wir nahmen ein Blatt Papier, falteten es zu einer Ziehharmonika und fingen an, Menschen zu malen: Einer den Kopf, dann jemand den Rumpf, dann jemand die Beine und schließlich die Schuhe. Am Ende kam etwas Gemeinsames und dennoch Unerwartetes dabei heraus.“
Unerwartet ist gut. Wer dieses Spiel früher mal spielte, der weiß: Dabei kommen bisweilen grässlich deformierte Kreaturen aus der Hölle heraus. Nicht so bei Lucifer – und das, obwohl es Nicke Andersson sonst gewöhnt ist, allein zu komponieren. „Ich dachte deswegen auch nicht, dass es so einfach werden würde!“, lacht er. „Ich hatte zwar schon immer Interesse daran, mit anderen Leuten zu schreiben, kam aber einfach nie dazu. Deswegen hatte ich keine Ahnung, wie das überhaupt funktionieren sollte. Jetzt kann ich sagen: Ich bin unfassbar fasziniert von den Möglichkeiten, die sich dadurch eröffnen.“ Nach den Arbeiten mit Jennings war es diesmal auch für Sadonis ein präzise messbarer Fortschritt. „Der größte Unterschied ist, dass Gaz kein Sänger ist und seine Musik deswegen nie im Hinblick auf meine Gesangspassagen geschrieben hatte. Ich musste mir“, so die Exil-Berlinerin, „meine eigene Nische erarbeiten, in der ich meine Melodien über seine Riffs legen konnte.“
Andersson, der seit Jahrzehnten nichts anderes tut als knackige und explosive Songs zu schreiben und zu singen, tat diesmal einfach sein Übriges, um Johanna Sadonis zu einer neuen Bestleistung zu motivieren. Wohin das künftig noch führen soll? Niemand weiß es genau. Doch wir sollten uns wünschen, dass die aktuelle Lucifer-Besetzung eine ganze Weile lang stabil bleibt. Und das nicht nur aufgrund der großartigen Musik.
Erster Akt, Donnerstag: Stockholm Flughafen.Vor mir stehen Nicke Andersson und Johanna Sadonis in der Warteschlange. Leider siegt die Scham über die Selfie-Geilheit und adieu, schickes Fotoalbum! Bei der Landung trifft man auf den ersten, reiferen Journalisten-Kollegen: „Zu Festivals mit Retro-Line-Up schicken sie immer mich alten Hasen.“ Man entgegnet scherzhaft: „Bei so neuerem Zeug schicken sie gerne mich jungen Hüpfer“, und erntet leider keine Lacher. Naja, dann wird eben vorerst allein gen 15. Buktafestival geschlendert, um sich beim Eintreffen erst mal von einer Wonne-Welle ergreifen zu lassen. Durch ein liebevoll dekoriertes Wäldchen stapft man Richtung Hauptbühne und wird mit einem Panorama der Extraklasse belohnt: arktisches Meer, Mittsommerhelligkeit, wow! Zwar ist es saukalt, aber es gibt ja bekanntlich kein schlechtes Wetter… Nach einer Erkundungstour zur zweiten Bühne, wo ich zusammen mit (okay, neben) dem Bassisten der Hellacopters ein nordisches Hipsterquartett begutachte, warte ich vor der Mainstage auf mein persönliches Highlight: Andersson und Dregen vereint! Ungewöhnlich, so eine Peripetie im ersten Akt, aber wir sind ja nicht mehr in der Schule. Hach, dieser Nicke… Schade, dass er eben erst die hübsche Frau Sadonis geheiratet hat. Nach ihrer orgiastischen Headlinershow trifft man die Hellacopters vor der Hotellobby beim Corona-Trinken und Rauchen. „Great show, man“, flötet die Frau Floßmann leise hinüber. Prosten, anerkennendes Nicken, gute Nacht.
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Zweiter Akt, Freitag: Heute braucht es die Regenjacke noch dringender als gestern. „Buktawetter“, meinen die Umstehenden. Bei Eintreffen am Festival ziehen einen erst mal direkt die Backstreet Girls in ihren Bann, abgedrehte Rabauken inklusive besoffenem Frontmann, die das wallende Publikumsblut mit einer dreckigen Mischung aus Ramones, Sex Pistols und AC/DC vergiften. Der Sänger reißt einen Witz nach dem anderen, die Audienz beömmelt sich. Leider alles auf Norwegisch. Nach einem Fisch-dominierten Snack – es gibt hier nichts anderes – und einem Bierchen für schlappe 9,60€ führt man sich auf der Ministage Kosmik Boogie Tribe zu Gemüte, die spontan von Mitgliedern der Backstreet Girls und Lonely Kamel unterstützt werden. Heidewitzka, welch ein Spaß! Ein netter Nebenmann bietet etwas von seinem Kartoffelbrei mit Seelachs an und ich gable munter in das landestypische Gericht hinein. Es folgt ungewohnt unaufdringlicher Smalltalk, bevor man bemerkt, dass die Leute hier gerne sportlich auf Dörrfisch herumhämmern. Auch man selbst hämmert jetzt Kabeljau und ein seltsames Gefühl von Befriedigung durchströmt den eigenen Körper. Gluecifer beginnen ihr energetisches Heimspiel um 22:30 Uhr. Es ist natürlich noch immer taghell und die Stimmung deutlich ausgelassener als gestern.
Dritter Akt, Samstag: Letzter Tag in der Telegrafbukta. Trotz Unwetterwarnung ist es rappelvoll, nach dem Familiennachmittag dominieren norwegische Bands das Line-Up, von staubigem Stoner-Doom bis hin zu Romantischem á la Sivert Høyem. Man betrachtet das wahrhaft wunderschöne Lichterspiel auf der Meeresoberfläche zu den wabernden Klängen des Samsara Blues Experiment und fühlt sich irgendwie erhaben, bis es beim zweiten Auftritt von Nick Oliveri und Dwarves-Konsorten an der alkoholgeschwängerten Aftershow erstmals richtig zur Sache geht: Gläserne Blicke, ausgefahrene Ellbogen, ein seltsames E.T.A.-Hoffmann-Flair. Zum Runterkommen folgt dann ein nettes Gespräch mit dem Schlagzeuger, es gibt pikante Details über den Drogenkonsum mancher Musiker sowie ein bayerisches Großbrauereiweißbier aus der Flasche.
Es ist 04:14 Uhr. Begleitet von sanftem Sonnenschein streunert man komplett in sich ruhend zurück ins Hotel und trägt von jetzt an die Gewissheit im Herzen, dass das Bukta wohl eines der malerischsten Festivals überhaupt ist.
Das komplette Electric-Blues-Menü inklusive Jagger/Richards.
Nehmen sie Platz im neuen Bluesmobil des überaus bekannten und erfolgreichen US-Musikers Buddy Guy! Seit 60 Jahren bringt er fast jährlich eine Neuauflage, die Auszeichnungen füllen Regale und bekannte Konstrukteure lassen sich nicht lange bitten, mitzuschrauben am jeweils neuen Modell. 2018 sind das – nur so am Rande – Keith Richards und Mick Jagger, bekennende Fans des 1983 verstorbenen Muddy Waters, mit dem Buddy Guy ja auch schon zarte Bande pflegte. Dazu gesellten sich Koryphäen wie Jeff Beck und James Bay. Dieses Album ist der wohl beste Kompromiss zwischen allen Blues-Arten, den man momentan kriegen kann. Ein bestens bei Stimme intonierender George „Buddy“ Guy bringt uns das komplette Electric-Blues-Menü von Slow-, Chicago- bis zu Modern-Blues. Besonders herausragend: Der entspannte Dampfer ›Cognac‹ mit Jagger/Richards, der modern angehauchte, von James Brown inspirierte Funk-Blues ›Whisky For Sale‹, das Muddy-Waters-Cover ›Nine Below Zero‹ – und Humor hat die auf dem Cover entspannt lächelnde Ikone auch, der Text des Roots-Blues-Rausschmeißers ›Milking Muther For Ya‹ behandelt die alte Bauernweisheit, dass man beim Melken Bulle und Kuh besser nicht verwechseln sollte.
8/10
Buddy Guy
THE BLUES IS ALIVE AND WELL
SILVERTONE-RCA/SONY
Nachdem zwei Radio-DJs den Vorschlag gemacht hatten, dass Toto sich mit dem Cover eines Weezer-Songs revanchieren könnten, sind Steve Lukather und Co. kurzerhand ins Aufnahmestudio.
Das Ergebnis ist eine Version des Tracks ›Hash Pipe‹, für den sie sich nach einigem Hin- und Her entschieden haben. Steve Lukather meint dazu:„Ich dachte, der Song hat eine bessere Melodie und ich liebe die Botschaft, wenn du weißt, was ich meine. Wir wollten dem gerecht werden und unser eigenes Ding daraus machen, gleichzeitig aber unseren Respekt zollen. Wir haben ein paar kitschige Kleinigkeiten hinzugefügt, von denen wir hoffen, dass sie Weezer zum Lachen bringen. Wir wünschten, wir könnten dabei sein, wenn sie es zum ersten Mal anhören.
Das Cover soll in wenigen Wochen veröffentlicht werden.
In den vergangenen Jahren spielte Spencer Garland in der Texas-Band Berkshire Hounds oder verdingte sich als Studiomusiker rund um Austin. Jetzt ist sein Solodebüt unter dem Künstlernamen PR Newman da. TURN OUT ist ein Mix aus Indie- und Folkrock, Country, aber auch Soul und Jazz.
Wann sind die Songs deines neuen Albums entstanden?
Das meiste habe ich zwischen 2015 und 2016 geschrieben, einiges ist auch älter. Aufgenommen habe ich es vergangenes Jahr in den „Daniel House“-Studios zusammen mit meinem Freund Daniel McNeill.
Welche Art von Musik beeinflusst dich denn besonders?
Es fällt mir immer schwer, ein einzelnes Genre herauszugreifen, das mich mehr als jedes andere inspiriert, aber da sind natürlich Jazz, R&B, Country, Folk und Rock’n’Roll. Dazu kommt noch der Punkrock meiner formativen Jahre.
Entdeckst du neue Tracks heute wie die meisten über Spotify? Und woher hast du dein breites Wissen über Popmusik?
Spotify ist großartig, obwohl ich immer noch viele neue Künstler ganz altmodisch übers Radio kennenlerne. Oder über Freunde und Plattenläden. Mein Wissen kommt vor allem daher, dass ich schon immer alles über Musikgeschichte lernen und in jeder Aufnahme etwas finden wollte, das mir gefällt. Ich unternahm täglich Ausflüge ins Plattengeschäft und kaufte $1-Ausgaben von alten 45er-Singles oder zufällige Pop-Hits von weiß Gott wann.
Dein Bühnenname, den du zu Berkshire-Hounds-Zeiten bekommen hast, ist die Kurzform für Punkrock Randy Newman. Was verbindet dich mit ihm?
Um ehrlich zu sein, gibt es keine große Verbindung zwischen Randy und mir, außer dass mir der Spitzname vor langer Zeit verpasst wurde und ich schon ewig ein Fan bin. Ich könnte mich auch Punkrock Van Morrison beziehungsweise PR Morrison nennen, haha.
Wie bist du denn auf das Coverfoto für TURN OUT mit der großen Cowboyfigur gekommen?
Das wurde bei einem Volksfest in Texas geschossen, es ist eine prägnante Erinnerung an meine Heimatstadt Dallas. Big Tex, der auf dem Foto zu sehen ist, ist hier eine ziemlich ikonische Figur. Als meine Freundin mir das Bild zeigte, das sie bei einem unserer Ausflüge gemacht hatte, dachte ich, das wäre eine schöne Ergänzung zum Album, da viele der Texte sich um Anfänge, Familie und solche Dinge drehen.