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Start Blog Seite 542

Devin Townsend – EMPATH

Dewin Townsend_EMPATH

Großartiges Album eines genialen Musikers mit Hang zum Wahnsinn.

Assoziationen zu Frank Zappa werden bei Devin Townsend quasi frei Haus geliefert. Wie seinerzeit beim – leider verstorbenen – Großmeister des Stil-Crossovers finden auch bei Townsend die Songs auf mehreren Ebenen statt. Da werden Genres munter durcheinandergerüttelt, Kanonaden an skurrilen Ideen abgefeuert und wah­re Monstren an Sounds, Gimmicks und Über­raschungen geschaffen. Das Faszinierende dabei jedoch ist – Zappa hat’s dereinst gelehrt! –, dass auch auf EMPATH nichts zerrissen oder zerstückelt klingt. Zweifelsohne verliert der 46-jährige Kana­dier niemals den Blick fürs Ganze, verstrickt sich nicht in Einzelkämpfe, sondern sieht jede seiner Kompositionen wie eine wohldurchdachte Schlacht, die deshalb schlussendlich Erfolg hat, weil sie einem klaren Konzept folgt. Die wichtigsten Be­­standteile dieses typischen DT-Systems sind auf EMPATH einerseits Rock, Metal, Klassik, Country und auch Ambient-Music oder New Age, andererseits Gastmusiker wie Anneke Van Giersbergen (Vuur, The Gathering), Chad Kroeger (Nickelback) und die beiden ehemaligen Zappa-Wegbegleiter Steve Vai und Mike Keneally. Und das wiederum ist – die Geschichte sei mein Zeuge! – sicherlich kein Zufall.

9/10

Devin Townsend
EMPATH
INSIDEOUT

Yngwie Malmsteen – BLUE LIGHTNING

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Yngwie Malmsteen_Blue_Lightning

Die fetten Jahre sind vorbei.

Yngwie Malmsteen ist ein unangefochtener Pionier, dessen Stil und Kreativität viele Kollegen inspiriert hat. Umso seltsamer ist es, dass ein derart genialer Musiker als jüngste Kreation ausgerechnet ein bluesiges Cover-Album abliefert. Man muss zugeben, dass seine Interpretationen von Songs wie ›Demon’s Eye‹ (Deep Purple) oder ›Forever Man‹ (Eric Clapton) durchaus Charme haben, aber man fragt sich am Ende eben doch, wieso er nicht lieber Eigenkompositionen abliefern wollte oder konnte. Herr Malmsteen hat außerdem auch jedes Ins­trument selbst eingespielt, sein Gesang ist ganz okay, aber sicher nicht seine wahre Stärke. Auch wenn er sich als Solo-Künstler sieht, kommt einem beim Durchhören der Songs häufiger der Gedanke: „Was der wohl in einer echten Band noch alles auf die Büh­ne bringen könnte?“ Aber das ist wohl eine utopische Vorstellung. BLUE LIGHTNING ist daher eine nette Aufnahme, die man auch mit „Yngwie jammt Bluesrock“ untertiteln könnte. Wer allerdings echtes Interesse an neo-klassischem Heavy Metal hat, der sollte seine Werke aus den 80ern in Ehren halten.

6/10

Yngwie Malmsteen
BLUE LIGHTNING
MASCOT/ROUGH TRADE

Steve Earle & The Duke – GUY

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Steve Earle & The Dukes

Nach Townes (Van Zant) kommt Guy (Clark).

Bereits 1974 machte Steve Earle das erste Mal Bekanntschaft mit Guy Clark. Damals zog er nämlich ins Country-Mekka Nashville. Er begegnete Clark in einer Bar, Ear­le sang seine Songs, Clark spielte in einem Ne­­benraum Pool. „Er mochte meinen Hut“, resümiert Earle Guy Clarks erste Worte an ihn. Ein Jahr später war er dann Bassist in seiner Band. „Und ich bin ein wirklich schlechter Bass-Spieler“, weiß Earle noch heute zu berichten. Be­­reuen ist ein Wort, das er nicht häufig benutzt. „Wenn ich mal auf die andere Seite wechsle, dann will ich nicht Guy treffen und ihm erklären müssen, weshalb ich ein Album über Townes ge­­macht habe, aber nicht über ihn. Ich habe schon keinen Song mit ihm geschrieben, und das ist es, was ich wirklich bereue.“ Zumindest das Album ist nun fertig: „GUY war keine schwer zu ma­­chende Platte“, betont Earle. „Wir haben sie schnell hinbekommen, in fünf oder sechs Tagen, fast ohne Overdubs. Ich wollte, dass es live klingt… Wenn man einen Katalog wie den von Clark hat und nur sechzehn Tracks macht, weiß man, dass jeder einzelne stark sein wird.“ Earle und sein aktueller, vielleicht bester Haufen Dukes nahmen diese Lieder im Geiste ehrfürchtiger Freude auf. Earles rohe Stimme auf dem süßen und zugleich traurigen ›That Old Time Feeling‹ ist herzzerreißend und klingt nah genug am Grab, um ein Duett mit seinem toten Freund zu spielen. Ein Highlight, genau wie ›Desperados Waiting For The Train‹, ›L.A. Freeway‹, ›The Last Gunfighter Ballad‹ und die Country-Ballade ›She Ain’t Going Nowhere‹.

7/10

Steve Earle & The Dukes
GUY
NEW WEST/PIAS

(Achim Karstens)

Suzi Quatro – NO CONTROL

Suzi Quatro NO CONTROL
Suzi kann(s) noch!

Suzi Quatro hat alles unter Kontrolle, heute mit 68 vielleicht mehr als je zuvor. In Kollaboration mit ihrem Sohn hat das 150 Zentimeter kleine Energiebündel elf Songs aufgenommen, die erfreulicherweise überraschend gut geraten sind. Das überraschend bezieht sich hierbei nicht auf Frau Quatro persönlich, sondern eher auf das mulmige Gefühl, das einen manchmal beim ersten Abspielen eines neuen Albums einer alteingesessenen Ikone beschleicht: Oftmals schwingt hierbei dann doch eine gewisse Angst mit. Die Angst davor, sich eingestehen zu müssen, dass die alten Herren oder Damen ihre verbleibenden Tage vielleicht lieber bei Limonade auf der Veranda zubringen sollten statt im Studio. (Mir graut jetzt schon vor der neuen AC/DC-LP.) Aber davon kann auf NO CON­TROL keine Rede sein: Großzügig eingesetzte Orgelparts lassen die Platte rund und warm klingen, Suzi glänzt mit echten Rockern wie ›No Soul/No Con­trol‹ und dem selbstbewussten ›Macho Man‹, vielen angenehmen Blues-Stücken á la ›Going Home‹, dem ›Going Down Blues‹ oder dem Boogie-lastigen ›Easy Prickings‹ sowie mit einem Song, der über vier Mi­­nuten lang Suzis Herzensinstrument in den Vorder­grund stellt. Auf Tracks wie ›Heavy Duty‹ sorgen zudem Bläser für Pep und verleihen auch dem Titel ›Strings‹ einen souligen Bigband-Anstrich. Chapeau, Suzi.

7/10

Suzi Quatro
NO CONTROL
STEAMHAMMER/SPV

CLASSIC ROCK präsentiert: The Sheepdogs live!

sheepdogs-changing-colours-11270CLASSIC ROCK präsentiert: Nonchalante Retro-Kraft live!

Sie sehen aus wie Jesus im Mehrfachpack, leben resolut in der Vergangenheit und verwehren sich komplett allen modernen Einflüssen in ihrer Musik. Dazu haben die Sheepdogs auf der Bühne vor allem eins: Jede Menge Spaß! Und den übertragen sie bei ihren Shows auch sofort aufs Publikum.

Im Juni dieses Jahres kommen die Kanadier für einige Headliner-Shows nach Deutschland, nachdem sie die Rival Sons bereits auf ihrer hiesigen Tour begleitet hatten.

THE SHEEPDOGS live:

05.06. Hamburg, Nochtspeicher
06.06. Berlin, Musik & Frieden
07.06. München, Strom
09.06. Orange Blossom Special (bereits angekündigt!)
10.06. Köln, YUCA

AC/DC: Bon-Scott-Brief von australischer Regierung gekauft

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Ändert dieser Brief unsere Sicht auf Bon Scott? Die australische Regierung kaufte vor kurzem ein Schreiben, das der Sänger an eine Freundin geschickt hatte.

Während sich Bon Scott 1978 mit AC/DC auf Tour befand, schrieb er (s)einer damaligen Freundin Valerie einen Brief. Selbiges Schriftstück wurde nun laut perthnow.com bei einer Auktion von der australischen Regierung gekauft. Es soll den Frontmann in ein neues Licht rücken.

In der Nachricht soll Scott von der Härte des Tourlebens, seinen finanziellen Engpässen und den psychischen Problemen von Schlagzeuger Phil Rudd erzählt haben.

Musikexperte und Mitarbeiter der WA State Library Adam Trainer äußerte sich folgendermaßen zu dem Brief: „Es gibt da diese Annahme, dass Bon Scott eine heimtückische, spitzbübische Persönlichkeit war, vor allem, wenn man ihn einfach nur anhand seiner Texte beurteilt. Aber dieser Brief zeigt eine sehr andere, emotionale und zerbrechliche Seite.“

Bon Scott schrieb die Nachricht auf einem alten Fetzen nieder und entschuldigte sich bei seiner Freundin für die lange Kontaktpause. Oft wäre er „zu sehr mit Reisen, Betrunken- oder Verkatertsein beschäftigt gewesen. Ich zittere so stark, dass ich fast nicht schreiben kann. Ich musste mit dem Telefonieren aufhören, als ich zu sehr ins Minus ging. Ich bin alleine in dieser Woche schon wieder 130 Dollar in der Miese, vor einer Woche schuldete ich der Band ganze 70 Dollar, das ist verrückt. Aber das Verrückt-Sein ist auch irgendwie die einzige Strategie, mit der ich einigermaßen gesund im Kopf bleiben kann, wenn du weißt, was ich meine…“

Was machen eigentlich The Rubettes?

The RubettesGute Frage: Was machen eigentlich The Rubettes?

Im Rahmen der live im Fernsehen ausgestrahlten Sendung „Die Silvestershow“ gaben sie erst kürzlich ein Lebenszeichen von sich. Und natürlich durfte bei den dort performten drei Songs der Megahit ›Sugar Baby Love‹ nicht fehlen. Die Rede ist von der 1973 in England gegründeten Truppe The Rubettes, hier in der Variante The Rubettes Featuring Bill Hurd mit gleichnamigem Original-Keyboarder. Vor zehn Jahren wurde ›Su­­gar Baby Love‹ in „Die ultimative Chartshow“ zum besten Oldie aller Zeiten gewählt. Präsentiert wurde der Evergreen damals von The Rubettes Featuring Alan Williams, der zweiten seit 2001 existierenden Ausgabe. Hier waren mit Sänger und Gitarrist Alan Williams, Bassist Mick Clarke und Schlagzeuger John Richardson sogar drei Gründungsmitglieder am Start.

The Rubettes landeten 1973 gleich zu Beginn ihrer Karriere mit ›Sugar Baby Love‹ ihren einzigen Nummer 1-Hit. Es folgten weitere europäische Top Ten-Erfolge wie ›Tonight‹, ›Juke Box Jive‹, ›I Can Do It‹, ›Foe-dee-oh-dee‹ und ›Baby I Know‹. In den 80ern wur­de es ruhiger und einzelne Mitglieder versuchten mehr oder weniger erfolgreich Solo-Karrieren in Gang zu bringen. Im folgenden Jahrzehnt erschienen auch wieder Alben, unter anderem die Compilation THE VERY BEST OF THE RUBETTES zum Ausklang des Jahrtausends. Das startete dann etwas holprig mit einem Gerichtsurteil und dem Split in die beiden aktiven Formationen. Während Bill Hurd seine ehemaligen Kollegen heute „die andere Band“ nennt, meint Steve Etherington, der seit 1996 als Instrumentalist und Produzent für diverse Ru­­bettes- und Solo-Releases zuständig ist auf Nachfrage, ob er mit Williams in der „originaleren“ Band spiele: „In der Tat, so ist es!“ Ansonsten scheint sich das Interesse an der Konkurrenz in Grenzen zu halten. Hurd nimmt sogar fälschlicherweise an, dass sich seine Kollegen von Tourneen verabschiedet haben.

Dem widerspricht die Ankündigung der großen Europatour zum 45. Jubiläum aus dem Alan Williams-Lager. Hierzu und zu weiteren Aktivitäten sagt Steve Etherington: „Haltet Ausschau nach dem großartigen Rubettes-Signature-Sounds mit Vokalharmonien, verschmolzen mit rockenden Rhythmen und orchestraler Finesse, 2019 und darüber hinaus.“ Neues Material ist aber auch auf Hurds Seite nicht ausgeschlossen: „Wir diskutieren momentan einen potenziellen neuen Platten-Deal für 2019 und hoffen, dazu in den kommenden Mo­­naten mehr sagen zu können.“ Zu den Diskussionen über die beiden Varianten und wer nun die „echten“ Rubettes seien, gibt sich der deutsche Betreiber von Hurds Facebook-Seite salomonisch: „Ja, darüber streiten sich die Fans. Ist mir aber persönlich ziemlich egal, solange die Musik weiterlebt.“
Martin Buchenberger

The Mavericks: München, Muffathalle (24.02.)

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The Mavericks - IN TIMEDance The Night Away

Wenn eine Band im 30. Jubiläumsjahr ihr Set mit ih­­rem größten Hit eröffnet, ist das ein Statement. The Mavericks boten in der gut gefüllten Münchner Muffathalle mit dem Opener ›Dance The Night Away‹ ihrem Publikum gleich von Beginn an großes Entertainment. Ein passender Starter, der exemplarisch steht für den grenzsprengenden Stil des 1989 in Miami gegründeten Quartetts, der sich aus Country, Rock’n’Roll und jeder Menge lateinamerikanischen Rhythmen bedient. Ein Sound wie für die Bühne gemacht. Und genau hier sind die Mavericks in ihrem Elemen: Gitarrist Eddie Perrez mit dem Swag des coolen Cowboys, Pianist Jerry Dale McFadden, der Stimmungsmacher, Drummer Paul Deakin, das alles zusammenhaltende Rhythmustier und Frontmann Raul Malo mit unvergleichlicher Stimme, die erhaben das zweistündige Konzert trägt.

Von den eigenen Hits bis hin zum Orbinson-Cover ›Blue Bayou‹ jagt ein Höhepunkt den nächsten. Mit eingestreuten Zitaten wie den paar Takten des Ska-Klassikers ›A Message To You Rudy‹ unterstreichen sie, dass ihr Stilmix in­­nerster Überzeugung entspringt. Einzig den „Oktoberfest-Block“ mit ›Ta pedia Tou Pirea‹ und dem trotz Elvis-Bonus arg schmalzigen ›Muss i denn, muss i denn zum Städtele hinaus‹ (auf Deutsch) hätte man sich sparen können. Das Beat­les-Cover ›Back In The USSR‹ hingegen liefert den perfekten Closing-Title für diesen Konzertabend.