Review: Steve Earle & The Duke – GUY

Steve Earle & The Dukes

Nach Townes (Van Zant) kommt Guy (Clark).

Bereits 1974 machte Steve Earle das erste Mal Bekanntschaft mit Guy Clark. Damals zog er nämlich ins Country-Mekka Nashville. Er begegnete Clark in einer Bar, Ear­le sang seine Songs, Clark spielte in einem Ne­­benraum Pool. „Er mochte meinen Hut“, resümiert Earle Guy Clarks erste Worte an ihn. Ein Jahr später war er dann Bassist in seiner Band. „Und ich bin ein wirklich schlechter Bass-Spieler“, weiß Earle noch heute zu berichten. Be­­reuen ist ein Wort, das er nicht häufig benutzt. „Wenn ich mal auf die andere Seite wechsle, dann will ich nicht Guy treffen und ihm erklären müssen, weshalb ich ein Album über Townes ge­­macht habe, aber nicht über ihn. Ich habe schon keinen Song mit ihm geschrieben, und das ist es, was ich wirklich bereue.“ Zumindest das Album ist nun fertig: „GUY war keine schwer zu ma­­chende Platte“, betont Earle. „Wir haben sie schnell hinbekommen, in fünf oder sechs Tagen, fast ohne Overdubs. Ich wollte, dass es live klingt… Wenn man einen Katalog wie den von Clark hat und nur sechzehn Tracks macht, weiß man, dass jeder einzelne stark sein wird.“ Earle und sein aktueller, vielleicht bester Haufen Dukes nahmen diese Lieder im Geiste ehrfürchtiger Freude auf. Earles rohe Stimme auf dem süßen und zugleich traurigen ›That Old Time Feeling‹ ist herzzerreißend und klingt nah genug am Grab, um ein Duett mit seinem toten Freund zu spielen. Ein Highlight, genau wie ›Desperados Waiting For The Train‹, ›L.A. Freeway‹, ›The Last Gunfighter Ballad‹ und die Country-Ballade ›She Ain’t Going Nowhere‹.

7/10

Steve Earle & The Dukes
GUY
NEW WEST/PIAS

(Achim Karstens)

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