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Meilensteine: The Who/Track Record

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14. Oktober 1966: The-Who-Manager Kit Lambert und Chris Stamp gründen das Label Track Record

Zwei Jahre bevor die Beatles Apple Records aus der Taufe hoben (1968), dachten The Who schon visionär. Besser gesagt, die smarten The-Who-Manager Kit Lambert und Chris Stamp: Seit dem Single-Debüt ›I Can’t Explain‹ und dem LP-Erstling MY GENERATION (beide 1965) waren Pete Townshend, Roger Daltrey, John Entwistle und Keith Moon an einen finanziell extrem ungünstigen Vertrag mit Produzent Shel Talmy bei Decca (USA) bzw. Brunswick (UK) gebunden. Mit einem Gerichtsprozess startete das Managertandem 1966 den Versuch, The Who davon loszueisen. Die vierte The-Who-Single ›Substitute‹ erschien im März 1966 auf dem Label Reaction von Manager Robert Stigwood mit Vertrieb durch die deutsche Polydor. Da plante das Duo längst, mit einer eigenen Marke an den Start zu gehen. Als Turboantrieb diente Jimi Hendrix. Binnen weniger Wochen, nachdem Hendrix am 24. September 1966 aus New York in der Themse-Metropole eintraf, zauberten Stamp und Lambert Track Record aus dem Hut.

Der Label-Start sollte im Dezember 1966 mit dem 45er-Debüt ›Hey Joe‹ der Jimi Hendrix Experience erfolgen. Als Track Record sich als noch nicht betriebsbereit erwies, sprang Polydor ein und blieb als Vertriebspartner für Europa. Die offizielle Premiere erfolgte im Frühjahr 1967: Am 17. März erschien die zweite Hendrix-Single ›Purple Haze‹, die The-Who-45er ›Pictures Of Lily‹ folgte am 21. April. Die LP-Premiere erfolgte mit dem Hendrix-Debüt ARE YOU EXPERIENCED? am 12. Mai, der dritte The-Who-Longplayer, die Piratensender-Parodie THE WHO SELL OUT, zog am 15. Dezember nach. Dank der wirren US-Vertragslage von Hendrix geriet Track Record um 1968/69 in finanzielle Schieflage. Obwohl sich der Artist Roster mit u. a. John’s Children, Marsha Hunt, Eire Apparent, The Crazy World Of Arthur Brown, Thunderclap Newman, Fairport Convention und Golden Earring sehen lassen konnte, rentierten sich letztendlich nur The Who und Jimi Hendrix.

Für Daltrey, Townshend & Co. war nach QUADROPHENIA (1973) und ODDS’N’SODS (1974) sowohl Schluss mit Track Record als auch mit ihrem fidelen Managerduo. Mitte der 70er Jahre erschienen auf dem Label noch LPs von The Heartbreakers und Shakin’ Stevens. 1978 ging die Company insolvent.

Tony Iommi und Nick Mason gemeinsam gegen Krebs

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Jüngst arbeiteten Tony Iommi und Nick Mason zusammen auf einem Benefiz-Album, dessen Einnahmen komplett an die Krebshilfe gespendet werden.

Das erzählte Black-Sabbath-Mann Iommi jüngst in einem Interview. Für das Benefiz-Album habe er gemeinsam mit Drummer Nick Mason von Pink Floyd an einem Song für die Platte gearbeitet.

In dem Gespräch meinte Iommi außerdem, dass noch einige andere Rockgrößen wie beispielsweise Ronnie Wood von den Rolling Stones auf dem Album vertreten seien.

Bei Tony Iommi selbst wurde 2012 ein malignes Lymphom im frühen Stadium diagnostiziert. Nach einer erfolgreichen Operation ist die Krankheit jedoch aktuell in Schach gehalten.

Auch der jüngs verstorbene Eddie Van Halen erlag seiner Krebserkrankung. Er hatte Kehlkopfkrebs.

AC/DC: „Diese Platte ist für Malcolm“

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In einer brandneuen Videobotschaft sprechen AC/DC über Malcolm Young.

Im Zuge ihres neuen Albums PWR/UP, das am 13. November erscheint, sprechen Angus Young und Brian Johnson von AC/DC in einer Videobotschaft über den verstorbenen Malcolm Young.

„Er ist immer im Geiste bei uns“, so Angus über seinen Bruder. „Diese Band war sein Baby, sein Leben. Er wollte, dass wir weitermachen.“

Brian Johnson ergänzt: „Er wäre stolz auf dieses Album gewesen, denke ich.“

Am 13.11. erscheint auch unser CLASSIC-ROCK-Sonderheft über die ganze Geschichte von AC/DC. Inklusive exklusivem Interview mit Brian Johnson und Angus Young.

David Crosby: Pietätlose Reaktion auf Eddie Van Halens Tod

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Als die schockierende Meldung von Eddie Van Halens Tod letzte Woche die Runde machte, drückten zahlreiche Musiker rund um den Erdball dem Ausnahmegitarristen ihre Ehrerbietung aus.

Anders verhielt sich da David Crosby. Auf Twitter auf Eddie Van Halen und dessen Erbe angesprochen, antwortete der Künstler lediglich mit einem einsilbigen „Meh“, was so viel bedeutet wie „mir egal“ oder „Naja“ oder „Was weiß ich?“.

Diese eher pietätlos wirkende Reaktion zog viel Unmut auf sich. Tracii Guns von den L.A. Guns kommentierte ohne Umschweife: „Eine verdammt falsche und verdammt unhöfliche Antwort. Es gibt nettere Arten, um auszudrücken, dass dir die Musik einer anderen Person egal ist. Das war sehr respektlos. Und ja, fick dich und deine selbstgefällige Antwort.“

Auch Dee Snider von Twisted Sister konnte David Crosbys Kommentar nicht einfach so im Raum stehen lassen: „Jetzt weiß David Crosby, wie seine Grabesrede von 100 Millionen Van-Halen-Fans weltweit aussehen wird: „Heute starb David Crosby… Was soll’s“

Crosby verteidigte sich daraufhin: „Hendrix hat die Welt der Gitarre verändert, sonst eigentlich niemand. Schaut, ich verstehe es: Vielen von euch liebten Van Halen, einmal traf ich ihn und er war nett. Und ja, er war talentiert. „Meh“ sollte einfach nur heißen, dass es mich nicht so sehr interessiert. Das heißt nicht, dass er nicht gut war. Er war gut, aber eben nicht für mich.“

Sammy Hagar: Lebensweisheiten

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Der „Red Rocker“ spricht über den frühen Glauben an sich selbst, Montrose, Van Halen, Chickenfoot, Solo-Erfolge und darüber, eine, nun ja … Schlampe zu sein.

Rockmusiker, Gastronom, Autor, Multimillionär, Geschäftsmann – Sammy Hagar hat es geschafft, im notorisch unsteten Musikbusiness „lebenslänglich“ aktiv zu sein. In einer noch lange nicht beendeten Karriere, die mittlerweile fünf Jahrzehnte umspannt, hat der 69-jährige Kalifornier mit Montrose, Van Halen, Chickenfoot, The Circle sowie als Solokünstler Bühnen elektrisiert. Kein Wunder also, dass er erst mal laut lacht, als er gebeten wird, diese illustre Laufbahn in einer Stunde zusammenzufassen. „Da brauchen wir eher eine Woche, aber sehen wir mal, wie‘s läuft.“

Dieser 25-Jährige, der 1973 bei Ronnie Montrose anklopfte, um eine Band zu gründen: Wer war dieser Junge?
Das war ein Junge, der Ruhm und Reichtum wollte, und zwar so dringend, dass er alles dafür getan hätte. Ich hatte Ronnie am Abend davor im ausverkauften „Winterland“ mit Edgar Winter gesehen, der zu dem Zeitpunkt auf Platz 1 der amerikanischen Albumcharts stand. Für mich war er also ein großer Rockstar und meine Fahrkarte in die Oberliga. Ich glaubte wirklich daran, dass ich es schaffen könnte.

Es gilt zwar als ewiger Klassiker, aber das erste Montrose-Album schaffte es nie in die Charts. Hat das an deinem Selbstvertrauen genagt?
Nein. Allein die Chance zu bekommen, eine Platte aufzunehmen, bedeutete für mich, dass ich den Fuß in der Tür hatte. Ich hätte es geliebt, über Nacht Erfolg zu haben, aber ich hatte auch kein Problem damit, hart zu arbeiten. Da ich aus ärmlichen Verhältnissen kam, kannte ich nur den schweren Weg, um etwas zu erreichen.

Du hast mal gesagt, dass du damals eine Schlampe warst.
Oh ja, ich war sehr promiskuitiv. Ich betrachtete das als Teil der Belohnung für den Ruhm. Der Rock‘n‘Roll war für mich so eine Traumwelt, wenn es also um Groupies ging, dachte ich, tja, so macht man das nun mal, wenn man ein Star sein will.

Wie hast du dich gefühlt, als Ronnie am Ende der ersten Europatournee Montrose einfach auflöste?

Als hätte man mir einen Magenschwinger verpasst. Ronnie entfernte sich immer mehr, also wusste ich, dass da was im Busch war. Trotzdem war es furchtbar. Ich hatte nicht einen Pfennig auf der Bank, eine Frau und ein Baby zuhause, also war das eine sehr unsichere Zeit. Ronnie war ein ziemlich schwieriger Typ, er sorgte gerne dafür, dass andere sich unwohl fühlen.

„Ich war sehr promiskuitiv. Ich betrachtete das als Teil der Belohnung für den Ruhm.“

Ted Templeman, der Produzent von Montrose, lehnte es ab, dich als Solokünstler unter Vertrag zu nehmen. Hat dich das motiviert, ihm zu beweisen, was du drauf hast?
Anfangs war das entmutigend, denn Ted war sehr mächtig bei Warner. All seine Projekte bekamen Aufmerksamkeit. Aber ich denke, der wahre Grund, warum er nicht mit mir arbeiten wollte, war politischer Natur – dank Ronnie. Er dachte sich wohl: „Wenn ich Sammy unter Vertrag nehme, wird Ronnie mich hassen und nichts mehr mit mir machen wollen“. Hätte er nicht an mich geglaubt, hätte er mir wohl nicht das Geld gegeben, um meine Demos aufzunehmen.

1977 bist du mit Kiss zum ersten Mal im Madison Square Garden aufgetreten. Das hätte ein Traum sein sollen, aber stattdessen wurde es zum Alptraum und das Publikum buhte dich aus.
Mann, so wie du diese Fragen stellst, erinnerst du mich daran, dass ich ein paar ziemlich miese Zeiten in diesem wundervollen Leben hatte! Aber es ist wahr. Die Kiss-Fans wollten mich umbringen. Und ich dachte mir nur: „Fuck you, Leute!“. Ich war wütend, und diese Show hat mich wirklich angestachelt. Bei der nächsten ging ich auf die Bühne und dachte mir: „Ich werde diese Leute fertig machen!“ Und so gehe ich seit jenem Abend an jeden Live-Auftritt heran.

1981 warst du erst der dritte Künstler, der bei Geffen Records gesignt wurde. Was überzeugte dich davon, bei ihnen zu unterschreiben?

Ich hatte so einen miesen Vertrag mit Capitol und verdiente keinen Pfennig. Capitol sah mich nicht als Top-40-Act, sondern als Straßenkrieger. Doch John Kalodner, der A&R-Mann von Geffen, sagte: „Du solltest ein Superstar sein, du solltest Millionen von Platten verkaufen, und wir werden dir eine Million Dollar geben, damit du die Songs schreiben kannst, die dich zum Star machen“. Ich schrieb 28 Songs für STANDING HAMPTON, verkaufte eine Million Exemplare davon und wurde so zu einem Act, der große Hallen füllte.

Warum hat deine Supergroup HSAS mit Neal Schon nicht funktioniert?
Rückblickend verstehe ich es. Ich habe kapiert, dass man nicht erwarten kann, dass ein Live-Album so gut wie FRAMPTON COMES ALIVE wird, wenn niemand die Songs kennt. Die Plattenfirma drehte durch. Sie hatten uns viel Geld für diese Platte gegeben, die dann böse floppte – das waren vielleicht 75.000, 100.000 Verkäufe.

Status Quo: Helden wie wir

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Schon mit ihrem 2011er Album QUID PRO QUO sowie Konzerten in der legendären „Frantic Four“-Besetzung zwei Jahre später kehrten sie noch einmal zu ihren Wurzeln zurück. Mit der Wiederveröffentlichung von QUO LIVE aus dem Jahr 1977 schließt sich der Kreis. In der sechsten Dekade ihres Bestehens sind Status Quo so präsent und aufregend wie schon lange nicht mehr. Unsere Titelstory aus dem Jahr 2016.

Und sehet, es gab eine Zeit, da war alles einfach und gut. Westdeutschland. Kindheit und Jugend, die frühen 70er Jahre. Die Käfigstäbe, die einen umgeben – man sieht sie noch nicht. Auch die Musik ist einfach und gut. Man muss nicht auf dem Konservatorium gewesen sein, um Songs wie ›Down Down‹ und ›Caroline‹ zu verstehen. Man kann beschränkt sein, sitzengeblieben, von einem ordentlichen Schulabschluss so weit entfernt sein wie Castrop-Rauxel oder Braunschweig vom Äquator – hier ist etwas, das man auf Anhieb kapiert: Rhythmus. Drive. Lebendigkeit. Ohne dass es gilt, erst einen komplizierten Code zu entschlüsseln, dringen die simplen Boogie-Riffs unmittelbar ins Gemüt und entfachen dort juvenile Begeisterungsstürme.

Auch optisch sind Francis Rossi, Rick Parfitt, Alan Lancaster und John Coghlan nicht anders, als man es selbst ist: Jeans und T-Shirts. Durchschnittstypen mit Durchschnittsgesichtern. Kein schrilles Make-up, keine wilden Maskeraden wie bei Bowie oder The Sweet. Kein Indiz, hier seien fremdartige Götter am Werk, Auserwählte und Unerreichbare, zu denen man von unten aufsehen muss. Denn kleingehalten wird man bereits von den Eltern und Lehrern, von den stärkeren Mitschülern, von den Unsicherheiten, die im Gefolge von Pubertät und aufkeimendem Geschlechtstrieb auftreten. Da braucht es nicht zusätzlich Künstler und Bands, deren artifizielle Konzepte und Attitüden man ums Verrecken nicht begreift – keine komplexen Suiten, die immerzu rufen: „Hey, bist du etwa zu doof für das, was du da gerade hörst?“

Denn sehet, kurz zuvor noch waren die Zeiten verwirrend und trist. Mit ernsten Gesichtern betraten die älteren Geschwister das gemeinsame Zimmer, Scheiben von Emerson, Lake & Palmer, King Crimson und Yes unter dem Arm, verdunkelten den Raum und setzten Kopfhörer auf, ehe die Platten aufgelegt wurden. Musik schien etwas sehr Ernstes, Angsteinflößendes und Elitäres zu sein.

›Is There A Better Way‹?, fragte man sich. Und ja, es gab einen Ausweg: Status Quo. Denn die Betreiber der Boogie-Rock-Maschine aus England zeigten uns, dass wir normal waren, nicht unterbelichtet. Dass wir Spaß haben durften, ohne raffinierten Ansprüchen genügen zu müssen. Dem ROTEN ALBUM der Beatles entwachsen, aber noch nicht reif für Prog- und Krautrock, Zappa und Blues, reichte uns Francis Rossi mit seinen Kumpeln die Hand. Ihnen sei es gedankt, dass wir die Pubertät und frühe Jugend überstanden, ohne an unserer eigenen Mittelmäßigkeit und der uns umgebenden Tristesse zu verzweifeln – um unsere Helden kurz darauf zu verraten und weiterzuziehen: zu Led Zeppelin, Queen, Jethro Tull, Punk und New Wave. Doch unsere erste große Liebe, das waren sie: Die vier Kerle in verwaschenen Jeans, die zu Beginn der 1970er Jahre jeden aufgerüschten Schnickschnack und ihre eigene Pubertät hinter sich ließen, um mit den Alben DOG OF TWO HEAD und PILEDRIVER allmählich erwachsen zu werden.

Ich trage zu dick auf? Aber selbstverständlich, liebe Freunde! Das hier ist eine gottverdammte Huldigung, eine Verneigung, eine Liebeserklärung. Und wehe dem, der da behauptet, die Herrscher über drei Akkorde seien unbedeutender als Mozart und der Erfinder des aufrechten Gangs! Und was ist die Kathedrale von Notre Dame, was sind die Deckengemälde der Sixtinischen Kapelle, was denn der Mondflug im Vergleich zu Scheiben wie HELLO! und ON THE LEVEL von Quo? Ein blankes Nichts und ungelenke Eitelkeit! Unfug nur und Firlefanz! Und darum: Feiern wir sie! Denn viele kamen und gingen, doch Status Quo hielten durch.

JAHRZEHNTE LANG AKKORDARBEITER

Hätten die Rockmalocher sich damals vorstellen können, dass sie mit ihrem Boogie-Rock im Jahre 2014 noch immer aktiv sind? Dass die Generation Babyboomer die Wiederveröffentlichung ihres legendären Live-Albums überschwänglich feiert, geeint in der Erinnerung, QUO LIVE in ihren Jugendtagen vermutlich häufiger aufgelegt zu haben als jede andere Scheibe? Fragen wir Francis Rossi und Rick Parfitt persönlich. Haken wir nach.

„Nein. Niemand dachte damals, eine Band könne länger als vier oder fünf Jahre lang erfolgreich sein“, lacht Rossi. „Ein geradezu lächerlicher Gedanke. Was das Live-Album betrifft: Ich habe nie verstanden, warum wir es rausgebracht haben und wieso es so erfolgreich wurde. Ich mag Konzertmitschnitte grundsätzlich nicht. In meinen Augen kommen sie an Studioalben einfach nicht ran. Dass Live-Aufnahmen dann anschließend im Tonstudio aufgemotzt werden, um sie besser klingen zu lassen – auch das mag ich nicht. Aber die Plattenfirmen wollen möglichst immer alles vermarkten. Verkaufen! Verkaufen! Verkaufen! Das ist falsch, aber wir sind nun mal ein Teil davon, ein Teil des Geschäfts. Andererseits kommen die Leute an und sagen: ›Diese Platte ist das beste Live-Album ever!‹ Dafür bin ich natürlich sehr dankbar – dafür, den Fans etwas gegeben zu haben, was ihnen etwas bedeutet.“

Rick Parfitts Sicht auf die legendäre Doppel-LP ist wesentlich unkritischer: „Wir gingen damals für unseren ersten Konzertmitschnitt ganz bewusst nach Glasgow. Dort gab es die lautesten, wildesten Fans, und das kommt auf QUO LIVE auch genau so rüber. Der Mitschnitt ist rau, voller Ecken und Kanten, voller Energie und durch und durch authentisch. Und dann noch das ikonische Intro von Jackie Lynton, das die Fans nie vergessen werden. Genauso muss ein Live-Album einer Rockband für mich sein. QUO LIVE ist ein Meilenstein für uns gewesen, und es gab Status Quo weltweit einen ganz neuen Schub. Plötzlich wollte jeder, der das Album hörte, diese magische Atmosphäre auch selbst bei einem Quo-Konzert erleben.“

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Festgehalten vom 27. bis 29. Oktober 1976 im Apollo Theatre in Glasgow mit Hilfe des mobilen Aufnahmestudios der Rolling Stones, dokumentiert der Mitschnitt eine Band, die zu explodieren scheint. Status Quo sind endgültig im harten Rock angekommen. Nummern wie ›Roll Over Lay Down‹ und ›Rain‹, Stücke wie ›In My Chair‹ und ›4500 Times‹ klingen druckvoller und schroffer denn je. Den gloriosen Schlusspunkt bildet Jim Morrisons ›Roadhouse Blues‹ und lässt den Hörer erschöpft, aber glücklich zurück.

„Die Dinge hatten sich geändert“, sagt Rossi. „Zuzeiten von PILEDRIVER saß das Publikum noch Dope rauchend auf dem Boden. Nicht nur bei uns. Schau dir das Hyde-Park-Konzert der Stones von 1969 an. Alle hocken wie unbeteiligt her-um, und oben auf der Bühne steht, beinahe unbeachtet, die Band. Auf jedem Konzert war es dasselbe. Und dann än-derte es sich allmählich: die Musik und auch das Publikum. Plötzlich reagierten die Leute. Überhaupt ist es so: Das Publikum treibt eine Band an – nicht die Band das Publikum.“

Der besondere Zauber, der noch immer von den Glasgow-Aufnahmen ausgeht, wird umso greifbarer, wenn man sich im Vergleich zu ihnen CD 3 und 4 des neu veröffentlichten Box-Sets anhört. Weder das viele Jahre lang nur in Japan erhältliche TOKYO QUO vom 17. November 1976, noch der 1974er-Mitschnitt eines Gigs im australischen Sydney transportieren die außergewöhnliche Magie, welche QUO LIVE zueigen ist. Doch bis zu jenen drei außergewöhnlichen Glasgow-Konzerten war es ein langer, steiniger Weg.

Snowy White mit SOMETHING ON ME

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Qualitäts-Garantie…

Unser Interview mit dem sympathischen Gitarristen findet ihr in der brandneuen Ausgabe von CLASSIC ROCK.

Auch der Britblues-Fan aus der Eric-Clapton-Ecke wird diesen Monat in den Laden müssen, um die neue Snowy-White-Platte zu kaufen. Nach dem SITUATION-Album mit den White Flames hat der Gitarrenvirtuose nur ein Jahr später ein weiteres wunderbares Werk fertig. White kann auf eine lange Vita zurückblicken und war gefragter Studio- und Livemusiker bei Peter Green, Pink Floyd und deren Bassisten Roger Waters sowie Thin Lizzy.

SOMETHING ON ME ist wieder einmal völlig entspannter und entschleunigter Soft-Blues der britischen Schule, gepaart mit seiner leicht heiseren, weichen Stimme. Ideale Abendmusik quasi, kann aber auch im Berufsverkehr tagsüber helfen. Beim
etwas flotteren ›Aint Gonna Lean On You‹ muss ich am Anfang unweigerlich an einen Song der Steve Miller Band oder Spencer Davis Group denken … Der Blues-Fan erfreut sich hingegen an ›It’s Only The Blues‹ oder ›Another Blue Night‹. Ein echtes Qualitätsalbum, was sonst.

Snowy White, SOMETHING ON ME, SNOWY WHITE / SOULFOOD

Video der Woche: Van Halen mit ›Hot For Teacher‹

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In Gedenken an Eddie Van Halen. Und zum Geburtstag von David Lee Roth…

In dieser Woche ist einer der größten Gitarristen der Rockmusik von uns gegangen: Mit nur 65 Jahren erlag Eddie Van Halen seiner Krebserkrankung. In Gedenken an den Virtuoso und zum Geburtstag von David Lee Roth, der heute 66 Jahre alt wird, widmen wir deshalb das ‚Video der Woche‘ natürlich Van Halen und blicken zurück auf ihr herrlich ulkiges Video zu ›Hot For Teacher‹. Inklusive Tanzeinlage…