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Start Blog Seite 406

Whitesnake – LOVE SONGS

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Ist das Liebe?

LOVE SONGS ist eine von Sänger David Coverdale persönlich zusammengestellte Sammlung aus neu aufgelegten Versionen von Liebesliedern und Fan-Favoriten, die ursprünglich zwischen 1987 und 2011 auf fünf Whitesnake-Alben und auf seinem drittem Soloalbum INTO THE LIGHT veröffentlicht wurden. Wenn man das Schaffen der Band etwas genauer betrachtet, könnte man durchaus zu dem Schluss kommen, die Whitesnake-Diskografie bestehe eigentlich fast nur aus Songs über Liebe und alles was dazugehört. Dass trotzdem bekannte Stücke wie zum Beispiel ›Fool For Your Loving‹ oder auch ›Love Ain’t No Stranger‹ in der Trackliste fehlen, wird mit dem Hinweis verargumentiert, dass hier das Augenmerk eben speziell auf romantische Whitesnake-Balladen gelegt wurde. Die Platte wird seinem Titel trotzdem gerecht. Manch einer mag zwar anmerken, dass es in der heutigen Zeit auch eine Online-Playlist getan hätte, dennoch können sich Liebhaber mit LOVE SONGS in der Anlage auf einen kuscheligen Rock-Abend freuen.

7 von 10 Punkten

Whitesnake, LOVE SONGS, RHINO/WARNER

Sólstafir – ENDLESS TWILIGHT OF CODEPENDENT LOVE

Hässlich und wunderschön

Islands Post-Rock-Ästheten Sólstafir haben längst ihren ganz eigenen Trademark-Sound gefunden.
Irgendwo zwischen unwirtlicher isländischer Kargheit, epochaler Erhabenheit und tief empfundener Melancholie entwerfen sie kunstvolle, meist lange Gebilde aus Post-Rock, Metal und nordischer Entrücktheit, stets mehr der Atmosphäre verschrieben als dem Pop-Song.

Auf ENDLESS TWILIGHT OF CODEPENDENT LOVE hören sie damit nicht auf, werfen aber erstmals einen Blick zurück. Mehrfach blitzt ihr schneidender Black Metal früherer Tage in den Stücken auf, im Vergleich zum vert räumten Vorgänger BERDREYMINN geht es in den Stücken über Isolation, Abhängigkeit, geistige Krankheiten und toxische Beziehungen zudem deutlich düsterer zu. Weil es Sólstafir aber eben trotz aller inhaltlicher Gravitas schaffen, überwältigend schöne Harmonien an den isländischen Nachthimmel zu malen, kann man sich einmal mehr fallen lassen in diesem köstlich-kargen Kosmos aus viel Schatten und ein wenig Licht.

8 von 10 Punkten

Sólstafir, ENDLESS TWILIGHT OF CODEPENDENT LOVE, SEASON OF MIST/SOULFOOD

DarWin – DARWIN 2: A FROZEN WAR

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Eine coole Truppe

Das Line-up der Supergroup DarWin liest sich sehr beeindruckend, mit u. a. Simon Philipps (Ex-Toto, The Who, Jeff Beck) an den Drums, Derek Sherinian (Dream Theater, Alice Cooper, Black Country Communion) am Keyboard und dem virtuosen Mr.-Big-Bassisten Billy Sheehan sind echte Meister ihres
Fachs am Start. Obwohl DARWIN 2: A FROZEN WAR mit nur fünf Tracks (mit jeweils einer Laufzeit zwischen fünf und sieben Minuten) vielleicht etwas kurz geraten ist, schafft es die Band, ein kurzweiliges Progressive-Rock-Kunstwerk darzubieten. Der Fokus lieg dabei auf tiefgreifende Vocals, reichlich Gitarren-Shredding und harten Grooves. Es ist einfach ein Genuss, Billy Sheehans Bassläufen zu lauschen, die sich besonders bei diesen Aufnahmen austoben durften. Bei jeder Note des Albums merkt man die Expertise der Musiker, die im Opener ›Nightmare Of My Dreams‹ und dem darauffolgenden
›Future History‹ besonders eindrucksvoll zur Geltung kommt.

Man könnte anmerken, dass hier an manchen Stellen reine Selbstdarstellung zelebriert wird, jedoch hat Simon Philipps als Kopf des Projekts eine gerade Linie ins Songwriting gebracht und die Story des Konzepts erkennbar weitergeführt.

7 von 10 Punkten

DarWin, DARWIN 2: A FROZEN WAR, ORIGIN OF SPECIES

The Pink Moon – COSMIC HEART ATTACK

Kosmischer Herzinfarkt

Manche Platten schaffen es, den Hörer ganz in ihren Bann, ja in ihre eigene Welt hineinzuziehen. Bereits nach dem ersten Durchlauf beschleicht einen die leise Vorahnung, dass es sich mit COSMIC HEART ATTACK so verhalten wird. Die neun neuen Songs der Trondheimer von The Pink Moon sind nämlich ganz wundervoll arrangiert, tropfen nur so vor psychedelischem Retro-Vibe und klingen doch ganz frisch und unverstaubt. The Who, transzendentale Wogen, Britpop, Freakbeat, die Stooges und absolut abgedrehte Free-Jazz-Elemente umschließen sich hier in einer ekstatischen Vereinigung und bringen eine Mischung hervor, die manchmal treibt, meist jedoch wundervoll zurückgelehnt und dabei ganz speziell klingt. Ein Sound, zu dem man nackt und auf LSD im warmen Regen tanzen möchte. Das grandiose Coverartwork, das seine ganze Pracht erst mit der beigelegten 3-D-Brille entfaltet, ist da nur mehr das Tüpfelchen auf dem kosmischen i.

8 von 10 Punkten

The Pink Moon, COSMIC HEART ATTACK, CRISPIN GLOVER/NOISULTION

Kristofer Åström – HARD TIMES

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Schwedisches Juwel

Gitarrist bei den Schweden von Fireside Kristofer Åström nicht mehr komplett ausfüllte, rief er Ende der 90er das Soloprojekt Kristofer Åström & Hidden Truck ins Leben. In Mannschaftsstärke gelang ihm 2001 mit NORTHERN BLUES eines der besten Neo-Singer/Songwriter-Alben aller Zeiten. Seit 2004 ist Åström überwiegend solo aktiv und hat jetzt mit HARD TIMES seinen zehnten Longplayer am Start. Fünf Jahre sind seit dem letzten, THE STORY OF A HEART’S DECAY, ins Land gezogen, 2018 gab es noch eine EP-Collection mit dem Titel QUADRILOGY, deren Cover stark an Pearl Jams VITALOGY angelehnt war. Im Gegensatz zu den drei Frühwerken mit Hidden Trucks widmete sich Åström auf seinen Solowerken überwiegend ruhigen Tönen. Von daher ist HARD TIMES (dessen Titel von dem bekannten Country-Song ›Hard Times Come Again No More‹ inspiriert wurde und schon vor der Pandemie feststand) jetzt die Zusammenführung der Früh- und Spätphase. Der sechsminütige Opener ›Inbetween‹ ist trotz seiner melancholischen Anmutung dynamisch und gibt die Richtung des Album vor. Åström beherrscht sowohl die leisen wie auch die lauten Töne, fast alle Tracks stehen dafür Pate. Seine Stärke sind die großen Melodien, immer mit der Tendenz zur Melancholie. Der Rausschmeißer ›Night Owl‹ ist quasi die einzige Nummer, die ein wenig rockiger gestaltet wird, macht sich aber hervorragend im Kontext der LP. Neben dem Bonus-Track ›Michelle‹, einem hoffnungsvollen Song voller Liebe, den Åström seiner Frau zur Hochzeit schrieb und auch ebendort vortrug, zählt ›Our Thing‹ zu den stärksten Stücken. Die Vinyl-Version enthält in limitierter Auflage vier zusätzliche Tracks, das Cover stammt von Åströms Tochter Astrid.

9 von 10 Punkten

Kristofer Åström, HARD TIMES, STARTRACKS/INDIGO

Alter Bridge – WALK THE SKY 2.0

Sechs Livekracher und ein Studioböller

Ohne die Covid-19-Pandemie würde es WALK THE SKY 2.0 wahrscheinlich nicht geben. Nachdem alle Touraktivitäten rund um den Globus auf nicht absehbare Zeit eingestellt sind, nutzten Mark Tremonti, Myles Kennedy & Co. die freie Zeit, um die Aufnahmen ihrer 2019er „Walk The Sky“-Tour zu begutachten. Sechs Fanfavorites des namensgebenden Albums in Liveversionen plus der frische Studiotrack ›Last Rites‹ verschmelzen nun zu einer EP, die Lust auf mehr macht.

Der brandneue, 4:08 Minuten lange, extrem groovige Rocker besitzt einen Black-Sabbath-Vibe, der allerdings fest im 21. Jahrhundert verwurzelt ist. Die Konzertmitschnitte sind passend dazu absolut druckvoll und transparent gemischt.

Lykantropi – TALES TO BE TOLD

Sanft, okkult, folkig

Der Begriff „Lykanthropie“ bezeichnet die Verwandlung eines Menschen zum Werwolf. Mit einem Bandnamen wie diesem macht es nur Sinn, es sich auf der okkult angehauchten Seite des Retro-Rock gemütlich zu machen.

Auf ihrem neuen Longplayer mit dem mystischen Cover-Artwork vereint das Sextett aus Schweden acht Nummern, die trotz manch harter Riffs doch wie flüssiges Karamell ganz sanft vor sich hin wogen und vor allem wegen der Stimme von Frontfrau My Shaolin entfernt an das dunkle Hippie-Flair von Bands wie Coven erinnern, wobei man hier vergeblich nach plakativen Teufelsbeschwörungen sucht. Viel mehr erzeugen Lykantropi eine wunderbar warme und folkige Atmosphäre: Hier und da schimmern geheimnisvolle Arrangements à la Blue Öyster Cult durch, die Harmoniegesänge lassen stellenweise an die Mamas & Papas denken, die elegische Sanftheit von The Moody Blues’ ›Melancholy Man‹ wickelt sich um das Flötenspiel von Ia Öberg, das zusätzlich eine leichte Jethro-Tull-Note ins Spiel bringt. Ein rundum meisterhaft gefertigtes Retro-Paket.

8 von 10 Punkten

Lykantropi, TALES TO BE TOLD, DESPOTZ/ROUGH TRADE

CLASSIC ROCK präsentiert: Die ganze Geschichte von AC/DC

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Pünktlich zum neuen Album widmet CLASSIC ROCK der größten Rockband aller Zeiten ab dem 13.11. ein eigenes Heft inklusive aktuellem Interview. Jetzt hier vorbestellen!

Auf dem Olymp der Rockmusik tummeln sich einige grandiose Musiker, doch eine Band thront unangefochten an der Spitze: Mit ihrer authentischen Art dominieren AC/DC seit über 45 Jahren die alternative Musikszene. Keiner anderen Band ist es bisher gelungen, eine solch unumstößliche Rock’n’ Roll-Formel in Stein zu meißeln und ohne Ermüdungserscheinungen den Widrigkeiten des Lebens und des Business zu trotzen.

AC/DC mit Bon Scott

Deshalb setzen die Macher von CLASSIC ROCK ihre 2019 erfolgreich begonnene Reihe in diesem Herbst fort. Nach „The Story Of Metal – Teil 1“ widmet sich ihr neues Sonderheft dieser größten Rockband überhaupt. In einer exklusiven Interview-Sammlung mit seltenen Bildern und detaillierten Hintergrundberichten wird die ganze Geschichte dieser einzigartigen Karriere auf 148 Seiten beleuchtet, von den ersten Schritten auf glitzernden Plateau-Stiefeln im Jahr 1973, über die einzigartige Young’sche Brüder-Symbiose bis hin zum verdienten Status als größte Rockband aller Zeiten.

Bei all den monumentalen historischen Ereignissen soll natürlich die Gegenwart nicht ausgeklammert werden und so liefert CLASSIC ROCK auch alle Informationen über das kommende Album PWR/UP.

Dafür wurden Brian Johnson und Angus Young persönlich von uns in einem äußerst netten Gespräch befragt und lieferten teils ungewöhnlich emotionale Antworten…

„Die ganze Geschichte von AC/DC“ ab dem 13. November am Kiosk. Jetzt hier vorbestellbar.