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Start Blog Seite 374

Album des Lebens: Alice Cooper – LOVE IT TO DEATH

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In der Rubrik „Album des Lebens“ stellen unsere CLASSIC ROCK-Autoren und Autorinnen die Platte vor, die ihr Leben für immer verändert hat…

Es gibt ja Menschen, die wachsen mit Black Sabbath auf und können mit acht schon sämtliche Guns N’Roses-Songs mitsingen. Zu denen gehöre ich leider nicht, bin aber immer sehr neidisch, wie viel Musikwissen und -verständnis diesen Glückspilzen schon in ihrer Kindheit mit auf den Weg gegeben wurde – und meistens wissen sie es gar nicht zu schätzen. An dieser Stelle sei gesagt, dass ich ›Bohemian Rhapsody‹ mit 15 Jahren zum ersten Mal gehört habe und lasse diesen Fakt einfach für sich sprechen.

Im Jahr 2012 erschien dieser komische Vampirfilm von Tim Burton, der im Jahr 1972 spielt und auf einer Seifenopfer der 60er beruht. Während neben den Carpenters auch Danny Elfmans Soundtrack so vor sich hin dudelt, gibt es einen besonderen Moment. Alice Cooper hat einen Gastauftritt in Zwangsjacke und singt ›Ballad Of Dwight Fry‹. Vom ersten „Mommy, where‘s daddy?“ bis zu den schwarz geschminkten Augen (die meinem Teenager-Ich vermutlich gar nicht so unähnlich waren) katapultierte mich dieser Moment in eine mir bisher unbekannte Dimension. Das war einfach so anders als alles, was ich bis zu diesem Zeitpunkt gehört hatte. Welcher andere Sänger schreit schon „I gotta get out of here“ während er versucht, aus einer Zwangsjacke auszubrechen? Mein Teenager-Ich war so beeindruckt, dass prompt der PC angeschmissen und gegoogelt werden musste, ob es diesen Mann auch in echt gab oder er einfach nur eine Filmfigur war. Und überhaupt dieser Name. Alice Cooper, das ist doch ein Frauenname. Trotz langer Haare war er damit absolut nicht zu verwechseln, auch wenn die Hauptfigur Barnabas Collins genau darüber einen Witz macht und ihn als „hässlichstes Frauenzimmer“ bezeichnet.

Nachdem lange genug der mp3-Converter gequält und jedes erdenkliche Lied gestreamt wurde, musste etwas Physisches her. Trotz Gequengel wurde mir die THE DEFINITIVE ALICE COOPER-Compilation nicht gekauft, also versteckte ich sie an der hintersten Stelle des MediaMarkt Regals mit dem Schwur, das nächste Mal die 8 Euro aufzubringen. Und wie es das Schicksal wollte, gab ich beim nächsten Besuch der Verkäuferin freudestrahlend mein Taschengeld und ging glückselig nach Hause. Das Genre Rock erschien zum ersten Mal auf meinem Radar und hat mich seitdem nie wieder losgelassen. Mein Vater fragt sich übrigens bis heute, ob ich im Krankenhaus vertauscht wurde, denn den Lärm kann sich ja keiner freiwillig antun, das muss eine Verwechslung sein.

Unser neues Interview mit Alice Cooper lest ihr in der aktuellen Ausgabe des CLASSIC ROCK.

Saxon: Cover von ›Paperback Writer‹

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Die Briten „saxonisieren“ auf ihrer kommenden Platte ihre persönlichen Lieblingssongs.

Am 19. März veröffentlichen Saxon ihr neues Coveralbum mit dem Titel INSPIRATIONS. Neben Tracks von Toto, Led Zeppelin und Thin Lizzy zollen die britischen Metal-Ikonen um Frontmann Biff Byford natürlich auch den Beatles Tribut und nehmen sich deren Song ›Paperback Writer‹ an, der im Jahr 1966 erschien.

In der kommenden Ausgabe von CLASSIC ROCK #98 lest ihr unser Interview mit Saxon. Das Heft erscheint am 10. März.

Video der Woche: David Bowie mit ›Young Americans‹

Ein junger David Bowie wendet sich vom Glamrock zum Soul mit der geballten Unterstützung von Cher und John Lennon.

Heute vor 46 Jahren erschien David Bowies neuntes Studioalbum YOUNG AMERICANS. Um den amerikanischen Markt zu knacken, wandte sich Bowie ab von seinem bisherigen Rocksound und nahm stattdessen ein recht soullastige Album auf, dessen Ausrichtung er selbst später ironisch als „Plastic Soul“ bezeichnete.

Nicht nur der Sound änderte sich, auch seine Persönlichkeit, denn YOUNG AMERICANS war das erste Album der letzten drei Jahre, dass nicht seinem Alter Ego Ziggy Stardust die Bühne überließ, sondern Bowie selbst. Für die Vermarktung musste sich der Brite nicht nur hören, sondern auch sehen lassen. So war er unter anderem zu Gast bei Cher in ihrer „The Cher Show“ und gab prompt auch ein Medley mit der ikonischen Gastgeberin zum Besten.

https://youtube.com/watch?v=KPlN8RBP-Ws

Auf YOUNG AMERICANS ist auch John Lennon zu hören. Nachdem sich die beiden auf einer Party von Elizabeth Taylor kennengelernt und angefreundet hatten, entschied sich Bowie, ›Across The Universe‹ der Beatles zu covern und konnte Lennon auch für ›Fame‹ gewinnen. Mit dieser Single gelang ihm schließlich der Durchbruch in den Staaten: ›Fame‹ wurde sein erster US-amerikanischer Nummer-1-Hit. Der Erfolg überraschte Bowie selbst, der nicht damit gerechnet hätte, den kommerziellen Nerv der Zeit so gut zu treffen.

Gitarrenhelden: Gary Moore

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Er war der begnadete Gitarrist, der alle Genres beherrschte. „Er erschien nur eben später als all die großen Gitarrenhelden auf der Bildfläche, also erhielt er nie die verdiente Anerkennung“, sagt Bernie Marsden.

Ein Beitrag aus CLASSIC ROCK #100

Er war einer der größten Rockgitarristen seiner Generation, doch er wandte sich und verzog das Gesicht, wenn man es wagte, ihm das zu sagen. „Ich höre nicht mal mehr Rockmusik“, meinte er mit einem verächtlichen Schulterzucken, als wir das letzte Mal miteinander sprachen, kurz vor seinem Tod 2011. Dass er ein wichtiges Mitglied von Thin Lizzy gewesen war, einer der großartigsten Rockbands aller Zeiten, zählte nicht. „Ich bin zu alt, um mich zu verkleiden“, ätzte er zurück. Aber wenigstens einer der besten Bluesgitarristen seiner Zeit? „Auch falsch“, bekräftigte er. „B.B. King, das ist ein großartiger Bluesgitarrist. Nicht irgendein weißer Typ aus Belfast.“ Er war nicht unbedingt dafür bekannt, sich große Mühe dabei zu geben, anderen zu gefallen. Doch genau diese Gleichgültigkeit – Feindseligkeit gar – gegenüber der Meinung anderer war es, die Gary Moore zu einem so eklatant souveränen und unverwechselbaren Gitarristen machte. Und, paradoxerweise, einem der unterschätztesten.

Eric Bell, Moores Vorgänger bei Thin Lizzy und ebenfalls aus Belfast, war ihm erstmals im Alter von elf Jahren begegnet und sagt heute: „Bei Gary gab es nie halbe Sachen. Wenn wir alleine waren, war er ein so lieber Kerl, wir lachten und scherzten. Doch wenn er etwas nicht mochte, sagte er schnell: ‚Fuck off!‘“ Dieses „Fuck off!“ bekamen auch Lizzy zu hören, und zwar gleich dreimal. Und das trotz der Tatsache, dass fast alle nennenswerten kommerziellen Erfolge, die Moore je verbuchen konnte, aus seiner Hassliebe zu Lizzy-Kopf Phil Lynott entstanden waren. „Phil war wie ein großer Bruder für mich“, sagte er über die Zeit vor dem Ruhm, als die beiden sich eine kleine Wohnung in Dublin teilten. „Er war ein solcher Workaholic, man glaubt es kaum.“ Doch das allein war nicht genug, um Moore lange in der Band zu halten. „Gary hatte immer sein eigenes Ding am Laufen“, sagt der einstige Lizzy-Schlagzeuger Brian Downey. „Er sah sich nicht als jemand, der die zweite Geige hinter irgendjemandem spielt, nicht mal hinter Phil.“


Als Moore 1974 Eric Bell ersetzte, galten Thin Lizzy als Eintagsfliege. Es war ihnen nicht gelungen, ›Whiskey In The Jar‹ einen weiteren Hit folgen zu lassen. Moore spielte gerne auf den Demos zu ihrem nächsten Album NIGHTLIFE, doch er war auch schon als Frontmann seiner eigenen Gary Moore Band beschäftigt, deren Album GRINDING STONE die Bandbreite seines Talents zeigte, von Rock und Blues zu Klavierballaden und verträumten Instrumentals à la Santana. Als diese Platte sich nicht verkaufte, während Lizzy mit der neuen Doppelspitze aus Brian „Robbo“ Robertson und Scott Gorham genüsslich in eine neue Richtung stürmten, stieg Moore beim progressiven Jazzrock-Ensemble Colosseum II ein. „Gary konnte wirklich ALLES spielen“, sagt sein alter Freund Bernie Marsden, der einstige Gitarrist von Whitesnake. „Doch dieses ganze Gebiet, wo es mehr Jazz als Rock ist, war wohl der Bereich, wo er sich musikalisch am wohlsten fühlte.“ Es war die Ära des Mahavishnu Orchestra, der Experimente, die eine ganze Vinylseite einnehmen konnten, ein großer Schmelztiegel von Ideen, Risiken und Innovation.

Und es war, jedenfalls im Fall von Colosseum II, ein kommerzieller Flop. Drei äußerst fordernde Alben, drei Bruchlandungen – als die Band sich Ende 1977 auflöste, fand Moore, es sei zu rechtfertigen, dass er, wie er es formulierte, „eine Weile mit Thin Lizzy die Füße hochlege“. Lizzy waren gerade wieder von einem erratischen Gitarristen im Stich gelassen worden – diesmal Robbo, dessen Temperament genauso feurig war wie sein Haar – und Moore war eingesprungen, um ihnen durch eine äußerst wichtige US-Tournee als Vorgruppe von Queen zu helfen. „In Limousinen chauffiert und wie ein Rockstar behandelt zu werden, war für mich damals definitiv sehr attraktiv“, sagte er. „Ehrlich gesagt, brauchte ich das Geld.“ Aber nicht so sehr, dass er Lynotts Angebot annahm, wieder ein Vollzeitmitglied zu werden. „Für Leute wie Phil war es einfach normal, jeden Abend zu einer Party zu machen. Aber nach einer Weile zerstört mich das.“

„Oh Mann, Gary war so ernst“, sagt Lizzys berühmtester Gitarrist Scott Gorham. „Phil und ich ließen es richtig krachen mit all den Drogen, dem Alkohol und den Frauen. Gary war das komplette Gegenteil. Kein Alkohol, keine Drogen. Es ging ihm nur um die Gitarre, die Musik. Ich erinnere mich, wie wir auf den Bahamas waren. Phil und ich lagen die ganze Zeit in unseren Badehosen am Pool, doch Gary kam in schwarzer Hose, schwarzem T-Shirt an und setzte sich unter einen Schirm. „Gary, mach dich locker. Komm schon, Mann!“ „Nein, ich gehe wieder rein und spiele meine Gitarre.“ „Pfff, na gut.“ Sein Talent wurde jedoch nie angezweifelt. Gorham erinnert sich an ihre erste Probe: „Als er sich die Gitarre umschnallte und zu spielen begann, dachte ich nur: ‚Heilige Scheiße, Mann! Damit soll ich mithalten? Der Typ wird mich total alt aussehen lassen!

Pink Floyd: Der letzte Stich ist der tiefste

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THE FINAL CUT von 1983 mag nicht das erste Album von Pink Floyd sein, das einem je in den Sinn kommt, doch es ist ohne jeden Zweifel eines ihrer wichtigsten. Es gibt einen faszinierenden Einblick in Roger Waters’ Größenwahnund war der Schwanengesang des bekanntesten Line-ups der Band.

Fast zehn Jahre auf den Tag genau nach THE DARK SIDE OF THEMOON erschien THE FINAL CUT. Das Material auf DARK SIDE wurde ein Jahrzehnt zuvor auf Tourerarbeitet und alle vier Mitgliederhatten zum Songwriting beigetragen. Bei THE FINAL CUT jedoch war die Band – nach der Entlassung von Keyboarder Rick Wright zum Trio geschrumpft – eher zwangsläufig als geplant zu einem Vehikel für die Worte und Musik des De-facto-Anführers Roger Waters geworden, und viele der Aufnahmen wurden mit Sessionmusikern bestritten. Es gibt auf dem Album kaum erkennbare Hooks, keinen wirklich kommerziellen Moment und Floyd haben nie etwas davon live gespielt. Zunächst hielt das den unaufhaltsamen Marsch des Kolosses nicht auf. Fans in aller Welt hatten dreieinhalb Jahre auf eine neue Platte gewartet, der bislang größte Abstand zwischen zwei Floyd-Alben. Und so wurde THE FINAL CUT nach seiner Veröffentlichung im März 1983 zur ersten Nr. 1 in Großbritannien seit WISH YOU WERE HERE 1975.

Der „Rolling Stone“ gab ihm volle fünf Punkte und schrieb, es könnte „das krönende Meisterwerk des Artrock“ sein. Doch der Koloss sollte bald im Graben landen.THE FINAL CUT verschwand praktisch sofort nach seinem Erscheinen und ließ nur die Platte selbst, eine Single und ein 19-minütiges „Video-Album“ zurück. Es gab keinerlei Auftritte zur Promotion, keine Bandfotos, keine Tournee. Stattdessen wurde es bald zum ersten Beweisstück für den schmerzhaften, öffentlichen Zusammenbruch einer der größten und erfolgreichsten Bands der Welt. Falls das Werk in späteren Interviews mit Roger Waters oder David Gilmour überhaupterwähnt wurde, wurde es als das Resultat einer Phase völligen Elends dargestellt. „So lief es letztlich“, sagte Gilmour 1987 im „Rolling Stone“. „Es war furchtbar. Selbst Roger sagt, was für eine furchtbare Zeit das war – und meiner Meinung war er es, der dafür verantwortlich war.“ „Es kam und starb gleich wieder, nicht war?“,sagt Willie Christie, der das Foto auf dem Albumcover schoss. Christie war eng involviert in die Platte gewesen und die Zeit ihrer Entstehung, denn Waters war sein Schwager und Christie wohnte damals im Nebengebäude über der Garage von Waters’ Haus in Sheen,„nachdem eine Beziehung zerbrochen war. Ich denke, David fand es sehr schwer, weil das Ende der Band sich bereits abzeichnete, und Roger aus anderen Gründen. Das war sehr schade. David hatte verkündet, dass die Songs Ausschussware von THE WALL waren. Warum wiederkäuen? Ich sah es nie so. Ich liebte es und fand, dass da großartiges Material drauf war“.

Wahrscheinlich würde nur ein perverser Fan THE FINAL CUT als sein Lieblingsalbum von Pink Floyd bezeichnen, doch es hat auf jeden Fall mehr Anerkennung verdient, als ihm für gewöhnlich zugestanden wird. Ja, natürlich ist es das deutlichste Beispiel für die krassesten Auswüchse von Waters’ Größenwahn. Doch so sehr es von seinem Songwriting und seiner Stimme dominiert wird, sollte man es dennochbals Floyd-Werk betrachten und nicht als ein Soloalbum von ihm – einige von Gilmours besten Gitarrensoli finden sich hier, und Schlag-zeuger Nick Mason erschuf einige der besten Klangeffekte in der gesamten Bandkarriere.

Als Protestalbum ist es zudem einesder stärksten im britischen Rock überhaupt. Wäre es von Elvis Costello, Robert Wyatt oder The Specials, hätte es rückblickend weitaus mehr Gravitas. „What have we done to England?“, singt Waters auf dem Opener ›The Post War Dream‹, während eine Blaskapelle, die-ser so essenziell britische Klang, im Hintergrund spielt. Es platziert das Album direkt in die politische Landschaft nachdem Falklandkrieg 1982 und blickt gleichzeitig auf die Brückenköpfe des Zweiten Weltkriegs 1944 zurück. Wie Cliff Jones in „Echoes: The Stories Behind Every Pink Floyd Song“ festhielt, war es „das textlich unmissverständlichste aller Pink-Floyd-Alben“. Außerdem ist es phänomenal rich-tungsweisend in der Karriere der Gruppe.

Wäre seine Entstehung eine deutlich positivere Erfahrung gewesen und hätte es sich besser verkauft, hätten Floyd möglicherweise triumphal und freund-schaftlich abschließen oder sogar fortfahren können. Stattdessen hinterließ es ein unangenehmes Gefühl ungelöster Angelegenheiten, was zur Trennung, dem kommerziellen Triumph der Gilmour-Jahre und dem gigantischen Leben der Band auch nach ihrer endgültigen Auflösung führte. Die Entstehungsgeschichte von THE FINAL CUT ist bestens bekannt. Teile des Materials waren schon fünf Jahre alt und kamen von der ursprünglichen Tonbandaufnahme, die Waters im Som-mer 1978 für THE WALL gemachthatte. Er hatte Songs für etwa drei Alben geschrieben und war hochmotiviert, im Gegensatz zu denanderen Mitgliedern, die damals scheinbar vor Pink Floyd fliehen wollten. Für Waters war es wie das unablässige Herumpicken an einer Narbe – er wusste, er sollte es nicht tun, aber ermusste einfach weiter dieses Monster erkunden, das er miterschaffen hatte. Die Pink Floyd, wie wir sie kannten, endeten am 17. Juni 1981 im Earls Court in London mit dem letzten der 31 Kon-zerte zu THE WALL. Diese Rückkehr zu Live-Aktivitäten diente hauptsächlich dem Aufzeichnen von Material für die Filmadaption von Regisseur Alan Parker. Ironischerweise gab es Angebote für eine Stadiontournee, doch Waters wollte davon natürlich nichts wissen.

Unterdessen wurde ernsthaft in Erwägung gezogen, diese Shows mit Andy Bown von der Floyd-Tribute-Gruppe Surrogate Band an Waters’ Stelle zu absolvieren. „Ich wurde gefragt, ob ich gegebenenfalls interessiert wäre“, sagt Bown heute. „Ich sagte: Ja, das wäre ich.“ Doch Waters legte schnell sein Veto gegen diese Idee ein. Auch ein Soundtrack zu Parkers Film war im Gespräch, doch es gab kaum Material dafür: Versionen von ›In The Flesh‹(mit und ohne Fragezeichen), dargeboten von Bob Geldof, der im Film Pink gespielt hatte. Den Outtake ›When The Tigers Broke Free‹ von THE WALL sowie ›What Shall We Do Now?‹, das es nicht auf das Album geschafft hatte. Aus diesem Projekt entstand schließlich SPARE BRICKS, wo diese Tracks mit weiteren THE-WALL-Outtakes gebündelt wurden: ›Your Possi-ble Pasts‹, ›One Of The Few‹, ›The Hero’s Return‹ und ›The Final Cut‹.

Doch als Argentinien im April 1982auf den Falklandinseln einfiel – einem britischen Territorium im Südatlantik–, schickte Premierministerin Margaret Thatcher ein Einsatzkommandozur Verteidigung und Waters hatte plötzlich sein Thema. Die Sinnlosig-keit des folgenden 74-tägigen Konflikts, bei dem 907 Menschen starben, erinnerte ihn an den Tod seines Vaters Eric im Zweiten Weltkrieg 1944 in Anzio. Waters genoss diesen Zusammenfluss von Vergangenheit und Gegenwart. Er würde ein modernes Requiem schreiben. Und so verwandelte sich SPAREBRICKS in THE FINAL CUT, dessen Titel Shakespeare zitiert, wo Julius Cäsar von Brutus von hinten erstochen wird: „Kein Stich von allen schmerzte so wie der“ (im Original: „This was themost unkindest cut of all“).„Im Film steht ‚the final cut‘ für den letzten Schnitt, die endgültige Fassung“, erklärte Gilmour 1983. „Wenn man die Tageskopien in mehr oder weniger der richtigen Reihenfolge zusammensetzt, ist das der ‚rough cut‘, die Rohfassung, und wenn man die dann bearbeitet und perfekt gemacht hat, nennt man es den ‚final cut‘. Doch es ist auch ein Ausdruck für einen Messerstich in den Rücken, und ich denke, so sieht Roger das Filmgeschäft.“

(Den ganzen Artikel findet ihr in CLASSIC ROCK #92)

Alice Cooper: Auf Platz 1 der Charts mit DETROIT STORIES

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Unser Interview mit Alice Cooper lest ihr in der aktuellen Ausgabe von CLASSIC ROCK.

Mit seinem am 26. Februar erschienenen neuen Album DETROIT STORIES hat Alice Cooper den ersten Platz der deutschen Albumcharts erklommen. Das ist Coopers erste Album-Nummer-1 hierzulande.

Alice Cooper selbst über diesen Coup: „Deutschland war schon immer voll mit den treuesten Alice Cooper Fans. Wir haben deutsche Fans, die uns in den späten 60er und 70er Jahren entdeckt haben, die immer noch zu allen Shows kommen und immer noch alle Alben kaufen.  Sie sind so loyal.  Bis zum heutigen Tag sind fast die Hälfte unserer Europäischen Shows in Deutschland und diese Shows gehören immer zu unseren besten Shows.  Das zeigt mir, dass das deutsche Publikum liebt, was wir tun, und wir sind mehr als glücklich, weiterhin hierher zu kommen und das zu tun, was wir am besten können.  Also, hier ein großes Dankeschön an alle unsere deutschen Fans!“

The Dead Daisies: Neues Video zu ›Chosen And Justified‹

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Wer es auf der Erde momentan nicht mehr aushält, bekommt hier eine Fluchtmöglichkeit.

Nachdem das neue Album HOLY GROUND im Januar das Licht der Welt erblickt hat, gibt es nun ein neues Video zu ›Chosen And Justified‹. Das Konzept? Die Menschheit steht am Abrgund und muss sich einen Plan B suchen, um zu überleben. Also ab ins Welltall, ein neuer Planet muss her. Und wie heißt das Flaggschiff? ›Chosen And Justified‹ natürlich.

Man mixe etwas Star Trek und Rock’n’Roll zusammen und kann das Resultat hier betrachten. Hier vermischt sich ein Riff, das Doug Aldrich im Kopf herumschwirrte, mit einem von den 70ern inspirierten Rock’n’Roll-Song über das Weltall und der Geschichte über jemanden, der seinen eigenen Weg findet. Für alle, die lieber das unergründliche Weltall erforschen würden, anstatt hier festzusitzen.

Ken Hensley – MY BOOK OF ANSWERS

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Göttliche Fügung

Flughafen Alicante, 2018. Ken Hensley ist auf dem Weg nach Moskau und wird von einem Mitpassagier und großen Fan um ein Autogramm und Foto gebeten. Dieser Fan ist der russische Dichter Vladimir Emelin und er fragt Hensley ein Jahr später, wieder in Alicante, wo beide wohnen, ob er einige seiner Werke vertonen möchte. „Ich hatte so etwas noch nie gemacht, aber wollte es versuchen“, erzählte Hensley. Die Gedichte wurden ausgewählt und übersetzt, in eine Song­-Struktur gebracht, Musik dazu komponiert, zum Teil mit Gastmusikern auf­genommen und Videos zu jedem Titel gedreht. C­19 versorgte Ken Hensley mit der nötigen Zeit, da letztes Jahr bekanntermaßen alle Live­-Termine abgesagt wurden. Wer nun ernst vorgetragene Poesie befürchtet, der kann beruhigt werden: Hensley rockt durch einige der Titel wie zu seinen besten Zeiten (›Right Here, Right Now‹).Großartige Balladen (›The Darkest Hour‹, ›Suddenly‹) runden sein letztes Soloalbum ab. MY BOOK OF ANSWERS erscheint als CD, DVD und in einer Vinylauflage mit aufwändigem Lyric-­Book. Ein außergewöhnliches finales musikalisches Highlight der über fünf Jahrzehnte langen Karriere. „Ich glaube nicht an Zufälle, es war eine göttliche Fügung“, sagte Hensley über das Projekt. Leider konnte er die Veröffentlichung seines letzten Herzenswerkes nicht mehr erleben.

9 von 10 Punkten

Ken Hensley/MY BOOK OF ANSWERS/CHERRY RED/ROUGH TRADE