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The Struts: Neue Single ›Low Key In Love‹ mit Paris Jackson

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Die britische Band The Struts überrascht mit einer ungewöhnlichen Kollaboration.

Nachdem die Vier im Oktober ihr drittes Album STRANGE DAYS veröffentlichten, das musikalische Unterstützung von unter anderem Robbie Williams, Tom Morello, sowie Phil Collen und Joe Elliot von Def Leppard erhielt, gibt es jetzt einen neuen Song der Struts. ›Low Key In Love‹ wurde bereits 2019 auf Tour gespielt, doch jetzt übernimmt Paris, die Adoptivtochter von Michael Jackson, einen Part.

Ob die Single Teil eines neuen Albums ist, bleibt abzuwarten. Vorerst wird das letzte Album STRANGE DAYS am Record Store Day auf durchsichtigem Vinyl erscheinen – allerdings nur in Amerika.

Tom Petty – FINDING WILDFLOWERS

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Wesen und Magie

Den heiligen Gral gab es für Petty-Jünger im vergangenen Winter mit der Veröffentlichung von WALLFLOWERS & ALL THE REST, einem opulenten Box-Set mit dem Originalalbum, Demos, Live-Mitschnitten und lauter unveröffentlichtem Material. Wer es gern etwas kostengünstiger mag, der kann jetzt zugreifen, denn FINDING WILDFLOWERS (ALTERNATE VERSIONS) bietet ebenjenen Baustein jetzt erstmals außerhalb der Deluxe-Version an. Wer also wissen möchte, wie eines der besten Tom-Petty-Alben entstanden ist, sich entwickelt hat, wie es sich alternativ anhört, der findet hier seinen Segen. FINDING WILDFLOWERS beinhaltet 16 Studio-aufnahmen mit alternativen Takes, unveröffentlichten Nummern und Jams, die spontan im Studio entstanden sind, als Petty zusammen mit Produzent Rick Rubin sowie einem Großteil der Heartbreakers – obgleich es sich hier rein faktisch um einen Soloausflug handelt – im Studio an der Fertigstellung des Albums arbeitete.

Es gewährt einen Blick über die Schulter der Musiker in den Songwriting- und Aufnahmeprozess und lässt einen teilhaben, wie WILDFLOWERS seinerzeit als ganzheitliches Projekt entstanden ist. Co-Produzent Ryan Ulyate hat sich indem Zuge durch 245 Rollen von 24-Spur-Bändern gehört, um so den Entwicklungsprozess der Songs zu ergründen und herauszuarbeiten. Herausgekommen sind dabei neben unterschiedlichen Versionen von Albumtracks wie ›You Wreck Me‹, ›It’s Good To BeKing‹, ›Wildflowers‹ und ›Wake Up Time‹ auch ›Drivin’ Down To Georgia‹, ›Girl On LSD‹ (gab es zuvor nur als Single B-Seite), ›Cabin Down Below‹ (in einer akustischen Version) sowie das zuvor gänzlich unveröffentlichte ›You Saw Me Comin’‹, das schon 1992 entstand, also satte zwei Jahre, bevor WILDFLOWERS erschien.

9 von 10 Punkten

Tom Petty, FINDING WILDFLOWERS (ALTERNATE VERSIONS), WARNER

Bewitcher – CURSED BE THY KINGDOM

Viel Satan, weniger Gift

Das, was Bewitcher hier treiben, ist lange kein unschuldiger Flirtmehr, sondern Teufelsverehrung par excellence im Stile von Größen der New Wave Of British Heavy Metal wie Venom. Auch auf ihrem neuen CURSED BE THY KINGDOM stürzt sich die Band aus Portland, Oregon, lyrisch und visuell in die düstere Ikonographie rund um Satan, entfernt sich dabei musikalisch jedoch ein bisschen vom knüppelnden Speed Metal ihrer Anfangstage und geht dafür traditioneller, fast möchte man sagen, weniger giftig vor als noch auf dem Vorgänger.

Diese etwas versöhnlichere Ausrichtung, die hier und da an Bands wie Night Demon erinnert, ist natürlich Geschmackssache, steht der Truppe aber eigentlich wirklich gut. Das Cover von Pentagrams ›Sign Of The Wolf‹ am Ende bringt den Wandel verdichtet auf den Punkt. Die Extraportion an Rock’n’Roll im Sound macht CURSED BY THY KINGDOM einen Hauch massentauglicher und trotzdem steht die Platte aufgrund der herrlich teuflischen Spannungen, den scharfen Riffs, den galoppierenden Tempi und den knurrenden bis growlenden Vocals weit abseits des Mainstreams.

7 von 10 Punkten

Bewitcher, CURSED BY THY KINGDOM, CENTURY MEDIA/SONY

Greta Van Fleet – THE BATTLE AT GARDEN’S GATE

Die Tugenden des guten Seventies-Hardrocks

Die Kombination aus wuchtigem Schlagzeug, prominent platzierter Gitarrenarbeit und betont überschwänglicher Gesangsakrobatik genügte bislang, um GVF als Led Zeps Wiedergänger einzusortieren. Die Helden von einst hatten sich jedoch regelmäßig am Blues abgearbeitet, der bei Gretas ANTHEM OF THE PEACEFUL ARMY nur als eher homöopathisch dosierte Klangfarbe auftauchte und bei THE BATTLE AT GARDEN’S GATE überhaupt keine Rolle spielt. Also lassen wir das mit den oberflächlichen Vergleichen und freuen, wundern, amüsieren uns lieber über ein Album des Frühjahres 2021, das klingt, als ob es in jenen Tagen entstanden sei, als Willy Brandt per TV-Ansprache das ölkrisenbedingte Sonntagsfahrverbot postulierte und Schlaghosen nur noch die Spitzen fescher Plateuschuhe hervorlugen ließen. Alles dabei: eine hübsch plärrende Gitarre mitsamt Slade-Refrain (›My Way, Soon‹), ein effektvoll aufgeblasener Neunminuten-Rocker mit balladenhaftem Unterton (›The Weight Of Dreams‹) oder eine Engtanznummer, die nach Partykeller und Sweet Patchouli duftet (›Broken Bells‹). Sänger Josh Kiszka jodelt wie ein Großer und kratzt bei ›Tears Of Rain‹ knapp entlang der Grenze zum Musical-Pathos, doch ›The Heat Above‹ und ›Built By Nations‹ rocken und rollen qualitativ hochwertig.

Das Songwriting ist nicht immer zu einhundert Prozent klischeefrei, bringt aber die Tugenden des guten Seventies-Hardrocks kompetent auf den Punkt: melodische Eingängigkeit, Raum für Virtuosität und eine unterschwellige Melancholie, die hier allerdings eher folkiger denn bluesiger Natur ist.

8 von 10 Punkten

Greta Van Fleet, THE BATTLE AT GARDEN’S GATE, REPUBLIC/UNIVERSAL

Varvara: Lyricvideo zu ›Sailor‹

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Zum kürzlich erschienen Album BAD ACTING GOOD haben Varvara auch jüngst ein Lyric-Video zu ihrer Single ›Sailor‹ veröffentlicht. Für all die, die besonders textsicher sein möchten. Im handgemachten Stopmotion-Stil erscheinen die Köpfe der Band und führen durch den Song. Das mittlerweile sechste Album der Finnen erschien am 26. März auf dem Label Haminian.

Alice Cooper: Eigenes Albtraum-Wimmelbuch

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Wem im Lockdown zu langweilig geworden ist, weil er sämtliche Puzzle schon drei Mal zusammengesetzt hat, der bekommt eine neue Alternative.

Die bekannte Wimmelbuchreihe „Wo ist Walter?“ bekommt einen Neuzugang und zwar von Schockrocker Alice Cooper: „Where is Alice Cooper?“. Statt Seiten mit überfüllten Jahrmärkten, auf denen man Walter finden muss, gibt es jetzt Bilder aus den Albträumen des Sängers. Finden muss man zwei schwarz geschminkte Augen im Getümmel.

Where Is Alice Cooper

Mit 36 Seiten und in englischer Sprache (wobei diese eher nebensächlich ist), erscheint das Buch von Fantoon und ist auch auf der deutschen Amazonseite zu finden. Wer also den Nachwuchs langsam an die eigenen musikalischen Helden heranführen möchte oder einfach kein Bananenbrot mehr sehen kann, dem sei hiermit eine Alternative geboten.

Myles Kennedy: Neues Video ›Get Along‹

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Im neuen Video von Myles Kennedy geht es tierisch ab: Eine Eule, ein Bär, ein Bieber, ein Hirsch und eine Ninja-Schildkröte schließen sich zusammen.

Die Tiere des Waldes schließen sich im neuen Song ›Get Along‹ zusammen gegen die Menschen und die Umweltverscmutzung, während Kennedy selbst singt „Why can’t we all just get along?“

Die Botschaft ist klar: Die Menschen müssen zusammenhalten, wenn sie etwas erreichen wollen. Und ganz besonders die Natur leidet unter der wahnsinnigen Ausbreitung des Homo Sapiens.

›Get Along‹ ist der erste Song des neuen Albums THE IDES OF MARCH, welches am 14. Mai erscheint. Zwei weitere Singles ›The Ides Of March‹ und ›In Stride‹ wurden bereits veröffentlicht.

Ritchie Blackmore: Die Kauzigkeit in Person

Ritchie Blackmore Rainbow Deutschland TicketsAm 6. April 1974 sitzt Ritchie Blackmore in einem Wohnwagen am Ontario Motor Speedway. Manager und Bandkollegen betteln ihn an, endlich rauszukommen, doch ihm schießt vor Wut der heiße Dampf aus den Ohren…

Er hatte den Gig beim California Jam ausdrücklich und vertraglich festgelegt nur unter der Bedingung zugesagt, dass Deep Purple ihre Show nach Sonnenuntergang anfangen. Jetzt war es gerade mal 18:30 Uhr und gleißend hell draußen, ein absolutes No-Go für den virtuosen Außenseiter und Festival-Hasser. Deswegen schließt er sich in seinen Trailer ein, trinkt ein paar Bier und lässt sich erst zu Sonnenuntergang auf die Bühne bewegen, um eine seiner bis dato wohl fulminantesten Shows abzuziehen.

Am Ende der 30-minütigen Version von ›Space Truckin’‹ zerlegt der schwarze Magier auf theatralische Weise gleich mehrere seiner Strats, lässt seinen Verstärker in einer großen Explosion zerscheppern und hält ein Publikum von circa 350.000 Menschen gebannt in Atem. Kein Wunder, dass dieser Mann aufgrund solcher und diverser anderer Geschichten (man erinnere sich an den Teller Spaghetti im Gesicht von Ian Gillan) einen gewissen Ruf genießt: natürlich den eines der besten Rockgitarristen aller Zeiten, aber eben auch den eines äußerst schwierigen Menschen und Exzentrikers.

Alleine in seiner abermals genialen Post-Purple-Formation Rainbow begrüßte und verabschiedete dieser Mann über 25 Künstler – darunter Ronnie James Dio, Graham Bonnet und Joe Lynn Turner – die jüngste Wiederbelebung unter dem Titel „Ritchie Blackmore’s Rainbow – Rock Memories“ besteht seit 2015 und zählt mit seiner losen vierjährigen Existenz zu den beständigeren Line-ups, die er bisher um sich duldete. Schon früh war klar, dass Ritchie Blackmore trotz seiner Virtuosität nicht dem typischen Bild eines Gitarrengottes entspricht: Er ist gern alleine, lacht nicht viel, stellt so etwas wie die filtrierte Kauzigkeit in Person dar. Es gibt da jedoch erstaunlicherweise diese eine Person, deren Anwesenheit der Großmeister seit einigen Jahrzehnten zu jeder Zeit willkommen heißt. Candice Night nennt sich jene Auserkorene, die 1989 durch Zufall in das Leben des Eigenbrötlers trat und seit 1997 Sängerin seiner Barden-Gruppe namens Blackmore’s Night ist.

Mit diesem Herzensprojekt frönt das Paar seiner geteilten Leidenschaft für Renaissance- und Mittelalterklänge, kostümiert sich dementsprechend altertümlich und verbringt seine Zeit gern auf Burgen. Zwischen roher Rockmusik und Minnesang. Leben und leben lassen. Beim Anblick dieser gewöhnungsbedürftigen Konstellation fragt man sich automatisch, ob vieles von Blackmores Gehabe vielleicht einfach nur plane Fassade oder einen ausgeklügelten Schutzmechanismus darstellt. Ist Ritchie Blackmore auf seine alten Tage einfach milder geworden oder war der zurückgezogene Musiker mit dem bröseltrockenen Humor (oh ja, den hat er) vielleicht schon immer ein zutiefst missverstandener Typ? Will Ritchie Blackmore am Ende einfach gern missverstanden werden?

Allesamt Punkte, die man versuchte, im Rahmen eines leider sehr knappen, trotzdem gar nicht un­amüsanten Interviews subtil anzuschneiden.

Wie beurteilst du die Wichtigkeit eines gewissen Nostalgiefaktors, der heutzutage bei Rainbow-Shows eine tragende Rolle spielt?
Ich beurteile die Wichtigkeit von Nostalgie nicht. Die Nostalgie spielt eben eine Rolle, aber da gibt es nicht mehr und nicht weniger dazu zu sagen. Was man davon halten mag, das sollen die Fans am Ende einfach selbst entscheiden.

Gibst du deinen heutigen, jüngeren Bandkollegen jemals Musiker- oder Lebensratschläge?
Nein, niemals.

In einem Interview erwähntest du mal, dass für dich bei der Rockmusik immer Wut mitschwingt: Fühlst du Wut, wenn du heutzutage Rainbow- oder Deep-Purple-Songs spielst? Und genießt du diese Shows wirklich?
Ich empfinde immer Wut, wenn ich Rockmusik spiele. Genießen tue ich sie aber trotzdem.

Wie wichtig ist der Faktor „Eskapismus“ für dich als Künstler?
Glücklicherweise gelang mir mein wichtigster Eskapismus, als ich mit 15 Jahren die Schule hinschmiss. Ich bin einfach nur froh darüber, dass ich mit meinem Gitarrenspiel genug Geld machen kann, um zu überleben, und nichts anderes tun muss.

Retrospektiv gesehen: Welches Line-up war das beste, in dem du jemals gespielt hast?
Immer das Line-up, in dem ich zu dem Zeitpunkt gerade gespielt habe oder spiele.

Denkst du jemals darüber nach, welchen Ruf du hast?
Mich haben schon immer die Taugenichtse und Bösewichte interessiert, vor allem in Filmen. Christopher Lee, Lee Van Cleef, Clint Eastwood, Vincent Price, Max Schreck. Ich wollte immer einen schlechten Ruf haben, weil mir so die Leute endlich meine Ruhe lassen würden und ich mir meine Freunde selbst aussuchen konnte.

Welches Geheimnis steckt hinter einer friedfertigen Kollaboration mit Ritchie Blackmore?
Das ist relativ einfach: nicht bezahlt werden zu wollen.

Würdest du dich selbst als Misanthropen bezeichnen?
Darüber habe ich tatsächlich noch nie nachgedacht. Was immer die Leute auch glauben wollen, ich lasse es ihnen durchgehen. Ich selbst glaube nun mal daran, dass man immer und zu jeder Zeit zu 100 % ehrlich sein muss. Damit können viele Menschen einfach nicht umgehen, es passt ihnen nicht in den Kram oder ihr Weltbild.

Was ist schlimmer: ironisch sein und missverstanden zu werden oder ehrlich sein und missverstanden zu werden?

Nun ja. Jede Geschichte hat ihre zwei Seiten. Und ich liebe die Musik von Bob Dylan.

Lebst du gerne in der heutigen Zeit?
Ich muss sagen, ich leide ab und zu unter Hämorr­hoiden, vor allem, wenn ich das falsche Toilettenpapier benutze.

Wenn jemand in 100 Jahren eine Enzyklopädie über die Rockmusik schreibt, was willst du, dass über Ritchie Blackmore geschrieben steht?
„Er hat stets seine Rechnungen bezahlt.“