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Start Blog Seite 358

Video der Woche: The Eagles mit ›Tequila Sunrise‹

Zum Jubiläum von DESPERADO hier ein Song der Eagles mit Cocktail-Assoziationen.

Nachdem Don Henley und Glenn Frey auf dem ersten Eagles-Album die Songs nicht zusammen geschrieben hatten, wollten sie das auf der zweiten Platte nachholen. DESPERADO erschien heute vor 48 Jahren und bleibt das einzige Album mit den Eagles selbst auf dem Cover.

Den Titeltrack, sowie auch ›Tequila Sunrise‹ schrieben Henley und Frey innerhalb der ersten Woche. Das Riff, aus dem der Song entstand, fiel Frey ein, während er auf der Couch lag und mit der Gitarre experimentierte. Die Sorge, ob der Track vielleicht zu offensichtlich sei, wischte Drummer Henley weg mit der Begründung, man habe schließlich die ganze Nacht Tequila getrunken und die Sonne sei gerade dabei aufzugehen.

https://youtube.com/watch?v=r8Y3lQ-WUL0

Besonders an diesem Video ist die Schlusszeile, die auf der originalen Platte nicht vorkommt: „Guess I’ll go to Mexico, down to where the pace of life is slow, there’s no one there I know. It’s another Tequila Sunrise, wondering if I’m growing wise or telling lies.“ Ob Frey spontan entschied, diese Zeile hinzuzufügen oder sie tatsächlich ursprünglich so geplant worden war, ist nicht klar.

Imelda May – 11 PAST THE HOUR

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Stelle doch mal die Stimme nach vorne!

Ich brauche nicht zu erwähnen, dass die Irin aus Dublin seit dem vorangegangenen Album LIFE. LOVE. FLESH. BLOOD ihr Rockabilly-Erscheinungsbild entsorgt hat, da die letzten Jahre das Gefühl überhandnahm, sie würde nur noch in eine Rolle schlüpfen. Was geblieben ist? Ihre großartige Allzweckwaffe, die Stimme, die zwischen verletzlich, lasziv und rockig alles im Halfter stecken hat, was man für internationalen Erfolg halt so braucht. Auf ihrem neuen Album ist von Vampartiger Helen Schneider (›Just One Kiss‹) bis nüchterner Marianne Faithfull stimmlich alles vertreten und shreddernde Indiegitarren treffen auf Piano oder Cellos (›Breathe‹) und Cardigans-Autofahrsongs (›Made To Love‹). Eines dieser Alben, die man sich erst erarbeiten muss, und als deutsche Kartoffel auch mal bei den Texten genauer hinhören sollte.

Man muss ihr ihr echt dankbar sein, dass 11 PAST THE HOUR keines dieser Lockdown-Therapie-Singer-Songwriter-Alben zum Frustabbau geworden ist. Auch wenn es der gleichnamige Opener zunächst vermuten lässt. Die Tracks waren nämlich alle schon vor „C“ fertig. Eine Perle ist natürlich die Single ›Just One Kiss‹ mit Noel Gallagher, ansonsten sind neben Ronnie Wood wieder zahlreiche Gaststars anwesend. Schlechte Songs? Fehlanzeige. Lediglich der musikalische rote Faden fehlt mir etwas, wobei ich Blödmann ja vergesse, dass alles durch ihre Ausnahmestimme
zusammengemörtelt ist.

8 von 10 Punkten

Imelda May, 11 PAST THE HOUR, DECCA/UNIVERSAL

Mustasch – A FINAL WARNING (CHAPTER 1)

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Die Schweden feiern häppchenweise

20 Jahre ist der erste Release dieser „bärtigen“ Schweden nun schon her. Um das zu zelebrieren, kredenzen die Nordmänner mit A FINAL WARNING ein neues Album in zwei Teilen. Dass es derer zwei sind, erklärt sich zumindest nicht anhand der Spielzeit, denn diese liegt nur bei knapp über 20 Minuten. Aber so geht es zumindest schneller mit dem Release. Fünf Songs und ein ruhiges Outro zocken Mustasch und präsentieren mächtigen Groove Metal mit giftigen Reibeisen-Vocals und Elementen, die klassischen Metal ebenso umfassen wie Hardrock und eine ordentliche Dosis Punk.

Die Songs gehen fix ins Ohr und die Beine. Man wünscht sich den Großteil der Zeit eine starke Nackenmuskulatur zurück, die ja bei vielen Fans aufgrund ausbleibender Shows gerade etwas schwächelt. Üben kann man zumindest bald wieder at home, denn allzu lang müssen Fans auf die Komplettierung dieser letzten Warnung nicht warten. Teil zwei soll Ende 2021 folgen.

6 von 10 Punkten

Mustasch, A FINAL WARNING (CHAPTER 1), SOUND POLLUTION/TRITONUS/ROUGH TRADE

The Dust Coda – MOJO SKYLINE

Altbewährt und trotzdem jung

Tausendmal gesagt, aber doch wahr: Man muss das Rad nicht unbedingt neu erfinden, wenn es funktioniert. Genauso sehen das wohl auch The Dust Coda und verlassen sich auf ihrem neuen Album MOJO SKYLINE auf Altbewährtes. Stabiler Gute-Laune-Rock, der sich vor allem auf eins stützt: die Gitarre. Eingestiegen wird jedoch ganz allein mit der Stimme von Sänger John Drake. Die vier Londoner zeigen, dass sie ihre Stärken kennen und ihr Sänger genau weiß, was er tut und warum er es tut. Balladeske Töne in ›Dream Alight‹ und ›Rolling‹ beweisen zudem, dass die Band auch einen leichten Schmuse-Touch adäquat in Szene zu setzen weiß. Passende Gedanken über das eigene Vermächtnis nach dem Tod runden das Ganze lyrisch ab.

Musikalisch trifft hier Hardrock auf Blues, teilweise überrascht das Quartett mit besonders wuchtigen Schlagzeug-Gitarren-Kombinationen in eher ruhigeren Songs wie ›I’ve Been Waiting‹. Und ganz klassisch gibt es da noch die Hymne ›They Don’t Know Rock’n’Roll‹,
die altbekannt ankreidet, dass die Idioten im Fernsehen keine Ahnung von Rock’n’Roll haben.
Insgesamt ein stimmiges Album.

7 von 10 Punkten

The Dust Coda, MOJO SKYLINE, EARACHE/EDEL

Top 10: Die „vantastischsten“ Acts der Musikgeschichte

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Zum Start ins Wochenende hier eine kleine und thematisch stringente Playlist zum Nachhören und Schmunzeln. Heute mit den „vantastischsten“ Acts der Musikgeschichte.

1. Van Halen

2. Don Van Vliet

https://youtube.com/watch?v=G0d0rsW9p3I

3. Van der Graaf Generator

4. Steven Van Zandt

5. Greta Van Fleet

6. Van Helsing’s Curse

7. Van Zant

8. Pierre van der Linden

9. Camper Van Beethoven

https://youtube.com/watch?v=gKfMlQ7KWFE

10. Van Morrison

The Vintage Caravan – MONUMENTS

In Stein gemeißelte Rock-Epen aus dem Herz des Vulkans

Den großen Geist der 70er wollen The Vintage Caravan kanalisieren, wollen ihn in die Gegenwart retten
und zu neuem Leben erwecken. Das funktionierte auf den vergangenen vier Platten immer besser, erreicht auf MONUMENTS aber einen neuen Höhepunkt. Die Seele von Uriah Heeps zweitem und drittem Album steckt in den Songs, Led Zeppelins drittes und viertes schauen ebenso vorbei und auch Deep Purples drittes kann man zwischen den Stücken erkennen. Nicht jedoch, weil das isländische Trio genau so klingt wie die großen Engländer. Sondern weil sie mit derselben Aufopferung, Leidenschaft und Besessenheit zu Werke gehen.

Gespielt auf alten Amps und mit neuen Tugenden, beseelt von Improvisation und spontanen Einfällen, das ist MONUMENTS. Eine Platte voller großer, zeitloser, bewegender und epischer Rocksongs, die die große Geste ebenso wenig scheuen wie progressive Spielfreude. Für drei Typen, die immer noch unter 30 sind und schon seit 17 Jahren Musik machen, ist das mehr als nur grandios. Und würde so langsam mal deutlich mehr Anerkennung verdienen – als Support für Greta Van Fleet vielleicht?

8 von 10 Punkten

The Vintage Caravan, MONUMENTS, NAPALM/UNIVERSAL

Neuheiten: Ab heute im Plattenladen

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Für das durchwachsene Wochenende gibt es alles andere als durchwachsene Musik von Greta Van Fleet, den Entstehungsprozess von Tom Pettys WILDFLOWERS oder die lang ersehnte neue Platte von The Offspring.

Greta Van Fleet: THE BATTLE AT GARDEN’S GATE

„Alles dabei: eine hübsch plärrende Gitarre mitsamt Slade-Refrain (›My Way, Soon‹), ein effektvoll aufgeblasener Neunminuten-Rocker mit balladenhaftem Unterton (›The Weight Of Dreams‹) oder eine Engtanznummer, die nach Partykeller und Sweet Patchouli duftet (›Broken Bells‹).“

Hier geht’s zur Review…

Tom Petty: FINDING WILDFLOWERS

„Es gewährt einen Blick über die Schulter der Musiker in den Songwriting- und Aufnahmeprozess und lässt einen teilhaben, wie WILDFLOWERS seinerzeit als ganzheitliches Projekt entstanden ist.“

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The Offspring: LET THE BAD TIMES ROLL

„Die elf frischen Songs, die sich zu gleichen Teilen aus Tracks, die im letzten halben Jahr komponiert wurden, und dem am besten dazu passenden Material aus dem bandinternen Archiv zusammensetzen, liefern genau den abwechslungsreichen Punkrock-Sound, den man von The Offspring gewohnt ist“

Hier geht’s zur Review…

The Offspring – LET THE BAD TIMES ROLL

Gut Ding will Weile haben

Geschlagene neun Jahre mussten Fans von The Offspring auf den Nachfolger von DAYS GO BY (2012) warten. Nach einer derart langen Durststrecke musste dieses Album schlichtweg ein Kracher werden. Die hohen Erwartungen erfüllen Dexter Holland (Gesang, Gitarre), Noodles (Gitarre) und Co. unter der Ägide von Bob Rock (u. a. Metallica, Aerosmith, Mötley Crüe) voll und ganz! Die elf frischen Songs, die sich zu gleichen Teilen aus Tracks, die im letzten halben Jahr komponiert wurden, und dem am besten dazu passenden Material aus dem bandinternen Archiv zusammensetzen, liefern genau den abwechslungsreichen Punkrock-Sound, den man von The Offspring gewohnt ist.

Große Hooks und Melodien, ausgefuchste und nie überladene Arrangements sowie eine transparente Produktion mit Livecharakter. Zu den neuen Stücken gesellt sich ›Gone Away Requiem‹, eine Neuaufnahme des IXNAY ON THE HOMBRE (1997) Klassikers ›Gone Away‹ im Pianogewand. Kurzum befinden sich The Offspring mit LET THE BAD TIMES ROLL erneut auf der Siegerstraße und brennen in den knapp 34 Minuten Spielzeit einen musikalischen Bengalo nach dem anderen ab.

8 von 10 Punkten

The Offspring, LET THE BAD TIMES ROLL, CONCORD/UNIVERSAL